Rede des Präsidenten der Republik Kuba Fidel Castro Ruz, gehalten am 28. Oktober 2005, auf der nationalen Festveranstaltung des zweiten Studienabschlusses der Kunstausbilder im Sportkomplex Ciudad Deportiva
Liebe Absolventen und Familienangehörigen,
Studenten und Dozenten der Schulen für Kunstausbilder,
Mitglieder der Brigade „José Martí“ der Provinzen Pinar del Río, Havanna, Havanna-Stadt und Matanzas, nicht alle konnten hier anwesend sein,
Führungskräfte des Kommunistischen Jugendverbandes,
Künstler, Intellektuelle und andere Gäste,
Mitbürger aus ganz Kuba:
Wir hatten gedacht, uns genau nach einem Jahr zu treffen, am 20. Oktober, um den Tag der Kubanischen Kultur mit dem Studienabschluss eines neuen Jahrgangs von Kunstausbildern zu begehen, ausgebildet in den im Gründerbrausen der Ideenschlacht geschaffenen Schulen, aber die Launenhaftigkeit des mächtigen Wilma bewirkten, dass wir dieses ersehnte Treffen auf heute verschoben.
Ein Teil von euch, die aus den Ostprovinzen, war schon in der Hauptstadt, als wir zwei Tage vorher beschlossen, den Festakt wegen der Nähe des gefährlichen Wilma zu verschieben. Ich weiß, dass ihr euch deshalb schon länger als eine Woche in der Hauptstadt aufhaltet. Aber wir konnten euch wegen der komplexen meteorologischen Situation auch nicht zurück in die Provinzen schicken.
Heute schließen 3 092 neue Kunstausbilder von den 3 879 Studenten, die den Kurs 2001-2002 begannen, ihr Studium ab, der zweite Jahrgang dieser Einrichtungen, die am 18. Februar 2001 mit dem Ziel gegründet wurden, in 10 Jahren 30 000 Kunstausbilder auszubilden.
60,4% der neuen Absolventen sind Frauen und 39,5% sind Männer. Die soziale Herkunft der Mehrheit ist die Arbeiterklasse.
Diese neue Kraft mit Kenntnissen und praktischen Erfahrungen wurde 3 048 Zentren des Bildungswesens zugewiesen, einschließlich der 26 Berufsschulen für Informatik.
Dieser zweite Studienabschluss ermöglicht, jetzt schon 6 318 Kunstausbilder zu haben, was garantiert, zumindest über einen Instrukteur in 4 898 Bildungsstätten der Vorschul-, Grundschul-, Sonderschul- und Mittelschulbildung, sowie in den Gymnasien zu verfügen.
Es ist ein fabelhafter Weg, der sich für die Herausbildung von Sensibilität und Kunstverständnis unter den Jugendlichen eröffnet und für das anspruchsvolle Ziel, eine massive integrale Allgemeinkultur in unserem Volk zu schaffen.
Eine Kultur, die nicht nur die Kunst umfasst, sondern auch die Geschichte, die Wissenschaft, die Wirtschaft, die Geographie, die Umwelt und die verschiedensten Wissensgebiete, und mit tiefstem humanitären Sinn.
Es erfüllt uns mit Genugtuung, dass 6 147 Ausbilder der beiden Jahrgänge sich für ein Hochschulstudium entschlossen haben, darunter 3 555 für den Diplom-Studiengang des Kunstausbilders. Ein gewaltiger Wissensreichtum sammelt sich in dieser Kraft, die von entscheidender Wichtigkeit zum Erreichen der hohen Ziele von Gerechtigkeit und Chancengleichheit für alle sein wird.
Eine besondere Garantie in der kontinuierlichen Ausbildung, der Disziplin, Organisation und Hingabe der jungen Kunstausbilder ist die Gründung, heute genau vor einem Jahr, der Brigade „José Martí“, die, vom Staatsrat durch der Arbeitsgruppe der Ideenschlacht geleitet, am vergangenen 19. Mai, dem 110. Jahrestags des Fallens unseres Nationalhelden, durch die Wahl aller Einheiten endgültig strukturiert wurde.
Der Kommunistische Jugendverband hat eine von der Revolution übertragene hohe politische Verantwortung beim Erfolg dieses Ausbildungsprogramms von Kunstausbildern, das seinen Weg geschnitten hat und Ergebnis unserer Träume von einer besseren und vollkommenen Gesellschaft ist. Der Kommunistische Jugendverband ist verantwortlich für die Koordinierung der Arbeit der Brigade „José Martí“. Er muss sich um die Qualität der Arbeit kümmern, um die ständige Weiterbildung und um die Erfüllung der Verpflichtungen der Brigademitglieder. Die Vervollständigung der Führungskräfte, die in den Kreisen und Provinzen die Arbeit der Brigade betreuen, ist für unsere Jugendorganisation eine unaufschiebbare Priorität.
Nach einem Arbeitsjahr betreuen die Kunstausbilder 480 526 Kinder und Jugendliche in der Lehrtätigkeit und 85 599 in Werkstätten des künstlerischen Schaffens. Zu dieser Tätigkeit der Herausbildung künstlerischer Talente und des Kunstverständnisses kommen die Anstrengungen des Systems der Kulturhäuser, das in seinen Einrichtungen 227 390 Kinder und Jugendliche betreut, eine Zahl, die in den nächsten Jahren um ein Vielfaches wachsen wird, wenn das Heer von Kunstausbildern, die wir heute ausbilden, in allen Schulen und in allen Gemeinden des Landes vertreten sein wird.
Es gibt zahlreiche Anekdoten im ganzen Land über die Arbeitserfahrungen im letzten Schuljahr, die zeigen, wie viele Möglichkeiten für die Verbesserung des menschlichen Wesens sich durch die Arbeit und den Einfluss der Kunstausbilder in den Schulen, Erziehungseinrichtungen, Gefängnissen und anderen sozialen Szenarien eröffnen. Hier sind einige davon, erzählt von den Ausbildern selbst oder ihren Koordinatoren:
Was berichtet Yennys García Betancourt? Fachrichtung Theater. Städtische Schule „Fernando Cuesta Piloto“. Kreis Cienfuegos.
Also, dies hatte ich unter den verschiedenen präsentierten Fällen nicht mit aufgestellt, aber da ich sie erwähnt habe, werde ich sie nicht auslassen, und es war wegen eines Wörtchens. Sie sagt: „Meine Schule gehört zum Volksrat San Lázaro, wo viele seiner Einwohner“ —und hier stimmte ich nicht mit Yennys García Betancourt überein. Ich wollte sie nicht erwähnen, aber diejenigen, die meine Unterlagen transkribiert haben, haben sich hier geirrt, ich hatte sie durchgestrichen, aber es ist durchgekommen. Es muss eine ausgezeichnete Ausbilderin sein, aber sie schrieb diesen Satz: „Viele der Einwohner haben ein niedriges Kulturniveau und Vorstrafen.“ Das ist hart, ich bin nicht einverstanden, ich weiß, wie unser Volk ist, manche sind bescheidener und andere weniger bescheiden; aber alle hatten wir früher ein sehr niedriges Kulturniveau. Wir wussten fast nichts, 30% Analphabeten, 90% Semianalphabeten, wie weit waren wir von so einer Veranstaltung wie dieser entfernt, so beeindruckend, so unvergesslich; wie weit entfernt von der vor ein paar Wochen, als die Ärzte ihr Studium abschlossen, kubanische und die anderer Länder, und als das Kontingent „Henry Reeve“ gegründet wurde, dessen Mitglieder, mehr als 1 000 von ihnen, sich in zwei Gebieten befinden, wo die härtesten und dramatischsten Katastrophen der letzten Zeit stattgefunden haben: eine, Folge der Hurrikans, dort in Guatemala, und die andere, Folge der Erdbeben, mit mehr als 50 000 Toten und mehr als 80 000 Verletzten, etwa 90% von ihnen mit Brüchen der oberen oder unteren Gliedmaßen oder anderen Körperverletzungen.
Es ist einfach, das so aufzuzählen, aber man muss sich vorstellen, welch schreckliche Trauer und welches Leid dies für jene Opfer bedeutet, jene Menschen, die die Folgen der Tragödie erleiden müssen.
Alle erinnern sich sicherlich an jenen Tag, als ich, am Studienabschlussfestakt teilnehmend, falsch trat; ich hatte nicht nach vorn geschaut, hatte euch angeschaut, dort in Santa Clara fiel ich und zerbrach mir die Kniescheibe in acht Stücke, und auch den oberen Teil der Schulter, etwas mehr als ein Riss, wie ich damals dachte, es war vielleicht die härteste und schwierigste Verletzung. Ich erinnere mich an die Leiden, ich kannte sie immer schon durch andere; aber ich hatte die Möglichkeit, sie selbst kennen zu lernen, und deshalb spreche ich mit Leidenschaft, wenn ich mich an so viel Leid erinnere, und so viel Traurigkeit, an der man leidet, wenn Katastrophen passieren (Beifall).
Weiter mit der Erklärung der Kameradin Yennys, die sehr interessant ist. Sie sagt:
„Zu Beginn hatte ich ein wenig Angst, mich Kindern mit solcher Herkunft gegenüberzustellen. Ich begann mit einer Gruppe der vierten Klasse, die als schwierigste der Schule gekennzeichnet war. Mit völligem Erstaunen erhielt ich Zeugnisse von unerwarteter Zuneigung“ —stellt euch dieses Mädchen vor, es ist praktisch ein Mädchen, denn ich erinnere mich sehr gut, wie wir die Studenten ausgewählt haben, es waren Schüler, die die Mittelschule beendetet hatten, die ein vierjähriges Sondergymnasium absolvieren würden, untergebracht in Internaten in den Schulen für Kunstausbilder, die in jenem Jahr geschaffen wurden, in einem einzigen Jahr.
Ich erinnere mich an den Lehrplan, als wir jedes einzelne Fach diskutierten, bis er zusammengestellt war, und er ist auf dem Weg —wie es logisch ist, und bei allem— der Vervollkommnung; aber es waren ganz junge Leute, ihr seid im Durchschnitt die jüngsten Absolventen, die wir haben.
Die Sozialarbeiter, zum Beispiel, die ihre Ausbildung abgeschlossen haben, ich weiß nicht, wenn wir sie eines Tages hier versammeln, brauchen wir, ohne Familienangehörige, mehr als zwei Stadien, oder, wie man ihn nennt, den Sportpalast, ein Kolosseum wie dieses mit einer Kapazität von 15 000, um sie zu beherbergen. Und sie sind auch eine gewaltige Kraft, die heute schon außerordentlich in unserer Gesellschaft auftritt. Was für eine Kraft! —es solle niemandem einfallen, und erst recht nicht den neuen Reichen und den Dieben, sie zu unterschätzen, denn mit dieser Kraft werden wirklich etliche Laster, an denen unsere Gesellschaft noch leidet, ausgelöscht werden, auf dem Weg zu einer besseren Welt, näher denn jäh, eines Volkes, näher denn jäh in der Geschichte.
Niemand soll denken, sie wären dumm, oder sie wären Analphabeten, oder Unwissende, denn sie sind es, die heute schon arbeiten und in diesem Moment beginnen sie zu garantieren, dass das Land über hunderte Millionen Dollar verfügt, die heute verloren gehen oder verschwendet werden; und noch etwas weiter, einschließlich Elektrizität, einschließlich aller Energien, einschließlich vieler anderen Dinge, die Summe von dem, worüber unser Land in kurzer Zeit verfügen wird, ist viel größer, als die Ziffer, die ich nannte, und kein Zyklon wird uns aufhalten können.
Einer ist schon vorbei und vergessen, oder besser gesagt, erdrückt durch das Werk, das unser Volk realisiert, und der andere ist auch vorbei, der, der Havanna in Venedig verwandelt hat, und die Welt erschrak, während tausende Kubaner mit allen verfügbaren Mitteln innerhalb von Tagen die Situation wieder herstellten, und Flugzeuge brachten Brigaden des Kontingents „Henry Reeve“ südwestwärts in Richtung Guatemala, oder südostwärts, über eine große Entfernung, in Richtung Pakistan, um in ein Gebiet zu gelangen, das in 3 000 oder 4 000 Metern Höhe liegt, in den Flanken des Himalaya-Gebirges, aus dem der Mont Everest hervorragt, als Symbol eines Gipfels, zu dem, auf sozialem Gebiet und auf dem Gebiet der Gerechtigkeit, die Völker gelangen wollen, darunter unser Volk, ohne dass jemals eins, in den tausenden Jahren, dieses Ziel erreicht hat; aber ich denke, das in diesen Zeiten, schwieriger als jede anderen, kein anderes Land sich so wie unseres diesem Ziel nähert.
Auf diese Weise wird weder die Natur noch das Imperium den Geist unseres Volkes beugen können, noch werden sie das Erreichen unsere Ziele verhindern können.
Ich fahre wieder mit dem fort, was dieses junge Mädchen sagte, von dem ich gerade sagte, dass es wie ein Kind ist. Deshalb können wir nicht kritisch sein, ganz und gar nicht, wenn ihr ein Satz entgangen ist, denn sie hat das geschrieben, und nicht um es zu publizieren, sie hat es für niemanden weiter geschrieben. Diejenigen, die es für eine mögliche Rede abgeschrieben haben, haben in der Eile vielleicht nicht darauf geachtet. Es ist nicht so wichtig.
Sie sagt: „Ich begann mit einer Gruppe der vierten Klasse, die als schwierigste der Schule gekennzeichnet war. Mit völligem Erstaunen erhielt ich Zeugnisse von unerwarteter Zuneigung“ von diesen Kindern jenes Wohnviertels, das sicherlich sehr arm ist und viele Orte haben wird, wo die Lebensbedingungen sehr hart sind.
Hassan muss sich daran erinnern, denn mit den Medizinstudenten hat er die ärmsten Gebiete der Stadt in den Jahren der Ideenschlacht besucht, und auf Erfahrungssuche, und zehntausenden Kindern helfend besuchte er diese Orte, und von diesen Orten hatten wir tägliche Berichte.
Sie fährt fort: „ ...und das Theater hat sie so fasziniert, dass ich mit der Mehrzahl von ihnen die Theatergruppe Abracadabra gründete, die heute die Schule vertritt. Der schwierigste Teil war, die Eltern mit tausend Gründen zu überzeugen, ihnen zu erlauben, zu auβerlehrplanmäβigen Zeiten zu proben.“ Was heiβt das, sonnabends, sonntags, nachmittags, morgens? Um welche Uhrzeit, vor den Stromsperren, nach den Stromsperren? (Lachen.) „Über ihre Unterstützung zu verfügen für die Stücke, die wir vorbereiteten, war unerwartet für mich, obwohl ich mich mehrmals mit ihnen versammelt hatte.
„Einer meiner Kinder hatte die Mutter im Gefängnis.“ Es ist traurig, nicht wahr? Aber deshalb ist dieser Ort oder dieses Wohnviertel nicht kriminell. Diejenige, die die Verbrechen begangen hat, war die Gesellschaft, denn diese Wohnviertel entstanden nicht aus dem Nichts; es war die zivilisierte und kulturvolle Welt, die uns erobert hat und uns seit Jahrhunderten ausgebeutet hat, und auβerdem die Sklaverei brachte, und bis zum Sieg der Revolution 1959 eine Gesellschaft abgrundhafter Unterschiede eingerichtet hatte, sie reichte von sehr, sehr, sehr reichen Leuten, die nicht dort in San Lázaro wohnten, sie wohnten erst dort in La Víbora —es bleiben noch Reste, nicht mehr, jetzt wohnt das Volk dort—, und dann gingen sie in den heutigen Stadtbezirk Plaza, und dann dorthin, was früher Miramar war, und jetzt Teil des Stadtbezirks Playa, oder dort, wo der Country Club war, als die Revolution siegte, es gab viele solcher Orte dort, es gab sie dort schon, soweit ich mich erinnere, in der Nähe jener Kadettenschule in Ceiba, hinter Caimito. Die Anwesen wurden schon aufgeteilt in diesen Gebieten, möglichst weit entfernt von jenem Wohngebiet, ein Wohngebiet außerhalb der Stadtmauern.
„Meine Schule gehört zum Volksrat San Lázaro, Kreis Cienfuegos.“ Ich habe mich geirrt, habe alles verwechselt. Wo ist die Kameradin? Sie muss doch hier sein. Wo ist das Mädchen (Beifall)? Es ist nicht Havanna. Ich weiβ nicht, was es dort gibt; aber auch dort nicht, auch wenn es dort ist, überall muss man vorsichtig sein. Ich habe von San Lázaro hier gesprochen, es ist die wirkliche Geschichte, es muss gleichartige Wohnviertel woanders geben, wie in Santiago das Wohnviertel Cuabita. Wo sind die Leute aus Santiago? (Zurufe.) Erinnert euch an jenes kleine Wohnviertel oder an jenes groβe Wohnviertel in der Nähe des damaligen Flugplatzes und des Friedhofs Santa Ifigenia, diese Wohnviertel gibt es überall.
Da ich von Yennys García sprach. Wo ist Yennys? Yennys, lauf! Damit du mich hier begleitest und mir hilfst (Beifall). Glück und Unglück liegen nah beieinander, es hat alles seine guten und seine schlechten Seiten, sagt das Sprichwort (Beifall).
Erzähl es uns hier. Traust du dich?
Sie sagt mir, dass sie sich zutraut, es zu erklären, aber ohne den Namen des Jungen zu nennen.
Yennys García.- Es handelt sich darum, wie der Comandante sagt, dass es eine auβerordentliche Erfahrung ist, dass ich mit dieser Gruppe mit sehr schwierigem Zugang anfing zu arbeiten. Ihr wisst, dass alle Kinder unruhig und fröhlich sind, aber, also diese Kinder hatten ihre Eigenschaften. Dann kam ich, ich nahm mir vor, dieses Kriterium ein wenig zu ändern und die Kunst einzufügen, was die groβe Aufgabe ist, die wir Kunstausbilder haben, dazu wurde das Projekt gestartet; die Kinder zu mischen und zu helfen, damit sie bessere Beziehungen aufbauen, besser kommunizieren, und so traute ich mich also und begann, mit ihnen zu arbeiten.
Zu Anfang war es sehr schwierig für alle Kunstausbilder, denn in die Schulen zu kommen ist etwas Neues, etwas Unerwartetes, aber die Kinder empfingen mich mit groβer Fröhlichkeit. Zu meinem Erstaunen begannen die Eltern, nachdem sie die Wichtigkeit feststellten, und die Änderungen, die das Theater und die Kunst in ihren Kindern vollbrachten, begannen sie, bezüglich der Sachen des Stückes, das wir präsentierten, und der Proben der Künstlergruppe zu helfen.
Ich hatte einen Jungen, den ich auch über die Gemeinde betreute, dessen Mutter im Gefängnis war, und der bestimmte familiäre Probleme hatte. Wichtig war, dass ich erreichte, diesen Jungen heranzuziehen, ihn mit der Kunst in Beziehung zu bringen und dazu beizutragen, dass ihn sein Umfeld viel besser akzeptiert, weil er sich künstlerisch äuβert.
Das ist das Wichtige der Erfahrung, ich glaube, alle Ausbilder haben ähnliche Erfahrungen, denn es gibt immer Personen, es gibt immer Kinder, alle Kinder haben diese Fantasie irgendwo versteckt, und dafür sind wir da, dafür hat man uns ausgebildet, um die Schwärze von der Welt zu nehmen, die Schwärze der Probleme, der tausend Verwirrungen, die sie haben können, und diese wunderbare Seite aus diesem Kind herauszuholen. Ich glaube, das ist das Wichtigste jeder Erfahrung (Beifall).
Comandante- Gut, es hatte ein Ausdruck gefehlt und sie hat es sehr gut erklärt. Und welch ein Glück, dass der Umweg dazu gedient hat, eine Kunstausbilderin hier in Aktion zu sehen, ihre Aufgabe erklärend.
Was noch fehlte, war: Zu unser Genugtuung. Sie hatte Ausgang genau am Tag, als wir das Stück präsentierten, und konnte das Ergebnis der fleiβigen Arbeit ihres Kleinen sehen, erreicht mit einer so jungen Lehrerin. Ich habe mich nicht geirrt, ihr habt sie hier gesehen.
Was hat zum Beispiel Carlos berichtet?
Carlos Ruiz Silverio, Kreis Placetas, Volksrat Guaracabulla Jagueye, Fachrichtung Musik, Grundschule „Enrique Villegas“?
„Aufgrund meiner Werkstätten fand ich in der Schule ein herrliches Mädchen, das mir Freude bereitete. Wer sie nicht kennt und sie singen hört, kann denken, sie kommt aus einer Musikschule, aber so ist es nicht. Es ist ein kleines Mädchen vom Lande, das nicht einmal wusste, was ein Musikinstrument ist; ihre Stimme allerdings beeindruckte jeden. Ich beschloss, dass einer meiner Schüler, der Gitarre spielt, sie bei einem Lied, das ich arrangierte, begleitete. Das Ergebnis dieser Arbeit war wunderbar; diejenigen, die es erlebten, zeigten sich sehr beeindruckt vom Talent dieses Mädchens, das aufgeblüht war und mit der technischen Unterstützung schon herrliche Früchte brachte.“
Was passierte Oslendys Baños Rodríguez, Kreis Güines, Fachrichtung Musik, Schule „Félix Varela“?
Dieser Instrukteur hat ein Repertoire aufgebaut, das von der Nationalhymne bis zu den wichtigsten kubanischen Chachachas reicht. Er hat eine Musikband in diesen Schulen aufgebaut, dann hat er sie vereint und das Ergebnis war eine groβe Musikband, die am 19. Mai im ganzen Stadtkern der Kreisstadt zu hören war, was dazu führte, dass Hausfrauen, Nachbarn, Arbeiter und andere Personen der Gemeinde beeindruckt waren und erstaunt, zu sehen, wie so kleine Kinder fähig waren, diese Töne zu interpretieren.
Was berichtet man von Eliécer Fernández Rodríguez, Fachrichtung bildende Kunst, Grundschule „Jesús Martínez“, Volksrat „Niceto Pérez“, ländliches Gebiet, Kreis San Cristóbal, Gebirgsort?
Die Nachbarn sagen, dass seit seiner Ankunft in der Gemeinde das Leben anders ist. Er hat eine Gruppe gegründet, die Fähigkeiten des Kunsthandwerks hat, wodurch erreicht wurde, die Umgebung dieses abgelegenen Ortes durch Anfertigung kunsthandwerklicher Gegenstände und durch Wandbilder mit Naturelementen zu verbessern. Man berichtet uns, dass sie dank ihm ein Werk der bildenden Kunst sehen und bewundern konnten und Veranstaltungen im Gebirge durchführen konnten, wo sie Preise gewannen. Eliécer sagt, dass er das Glück hatte, sein Praktikum in dieser Gegend durchzuführen, obwohl er zugibt, dass er sich zu Beginn gesträubt hatte. Nachdem er angekommen war und gesehen hatte, dass er die Möglichkeit hatte, das Leben jener Menschen zu verändern, überlegte er nicht weiter und dort ist er jetzt. Er fühlt, dass er an Sensibilität gewonnen hat und liebt das, was er macht, sehr.
Ein anderes Beispiel ist das von Yuderquis Martínez Sardiñas. Fachrichtung bildende Kunst. Volksrat „Juan Delio Chacón“. Sonderschule für Verhaltensschwierige Nr. 1 „Omar Antonio Bautista Ramírez“.
Es war schwierig für mich, sagt er, die Notwendigkeit einzusehen, in einer Sonderschule zu arbeiten, wenn man die speziellen Besonderheiten dieser Zentren berücksichtigt. Ich habe gesehen, dass meine Arbeit mit ihnen die Kommunikation erleichtert hat und sie kontaktfreudiger geworden sind. Es scheint, dass die Kunst Magie besitzt.
Yuderquis erwähnt den Namen eines seiner Schüler und fügt hinzu: er hat ein Glasauge; mit ihm habe ich eine weitgehende Arbeit entwickelt, denn er hat Fähigkeiten für die bildende Kunst.
„Ich freue mich über meine Ergebnisse. Ich glaube, dieser Junge wird mich nie vergessen, und vielleicht vergleicht er mich mit seiner Mutter, weil er weiß, dass ich, ohne es zu sein, ihm meine Zuneigung gebe, um einen Platz in seinem Herzen zu gewinnen, und ich glaube, ich bin dabei, es zu erreichen.
Was erzählt María de los Angeles Hartermar. Fachrichtung Theater. Volksrat Gerona Centro. Mittelschule „José Rafael Varona“?
„Ich werde nicht bestreiten, dass ich etwas erschrocken war, als ich dorthin kam. Ich war noch nie in einem Gefängnis gewesen. Mich erstaunte, wie unsere Anwesenheit akzeptiert wurde; für sie war die Initiative sehr angenehm. Sie mussten das Eis brechen und taten das sehr gut. Sie präsentierten uns eine Musikgruppe mit unkonventionellen Instrumenten (Stöcken, Büchsen, Eimern). Es hörte sich wirklich gut an. Einer von ihnen näherte sich mir, er wollte mir ein Theaterstück zeigen, das er allein geschrieben hatte und das einen Teil seines Lebens als Gefangener widerspiegelt und die Lehren, die er in jenem Ort erhält. Das hat mir gezeigt, dass wir die Menschen nicht unterschätzen dürfen, wenn sie gewillt sind, sich zu ändern, und die Kunst ihnen dabei hilft.“
Nach den Erfahrungen eines Arbeitsjahres, wie wir gerade gesehen haben, werden 123 der besten Brigademitglieder den Lehrkörpern der Schulen für Kunstinstrukteure angehören, die verstärkt wurden und heute über 2 950 Dozenten verfüge; davon unterrichten 799 die Fächer der Allgemeinbildung und 2 151 die Fächer der Fachrichtungen.
Mehr als 370 Absolventen der Fachrichtung Musikerziehung und Erziehung zur bildenden Kunst der Pädagogischen Hochschulen sind ebenfalls Teil des Dozentenkollektivs dieser Schulen geworden.
Wertvoll war der Beitrag von Künstlern und Intellektuellen, die an der Ausbildungsarbeit teilgenommen haben. In dem Unternehmen, diese Jugendlichen zu formen, die schon eine unentbehrliche Kraft im gewaltigen Kampf um eine integrale Allgemeinkultur in unserem Volk zu erreichen, sind, brauchen wir die künstlerische Avantgarde noch viel mehr.
Im Mai 200, als beschlossen wurde, diese Programm zu beginnen, verfügten wir gerade einmal über 2 000 Instrukteure im ganzen Land. Heute, wenn wir die Studenten zählen, die ihr Praktikum im Bildungssystem durchführen, und die Absolventen, die diesen Einrichtungen angehören, sind es 22 025 Jugendliche, die in diesem Programm integriert sind.
Vor einigen Tagen begann der sechste Kurs unserer 15 Schulen für Kunstinstrukteure.
Es sind Studenten, die mit größeren Vorkenntnissen in den Fachrichtungen, in denen sie ausgebildet werden, aufgenommen werden. Von den Jugendlichen, die den ersten Kurs dieser Schulen begannen, hatten nur 7% eine vorherige Ausbildung erhalten, jetzt sind es 41% der neuen Studenten, die in diesem Schuljahr über die Bewegung der Laienkünstler mit der Kunst in Beziehung standen, durch eine Instrukteur vorbereitet wurden, oder aus den Kunst-Spezialschulen kommen.
Die Mädchen sind mit 64,5% der Studenten weiter in der Überzahl und etwa die Hälfte der zukünftigen Kunstausbilder kommt aus Arbeiterfamilien.
Das Prinzip der Gerechtigkeit und Gleichheit erfüllend, das unser Werk inspiriert, wurde von der Schaffung der Schulen ab die Aufnahme jugendlicher Behinderter ermöglicht, für die Anpassungen in den Lehrplänen durchgeführt wurden, die ihnen ermöglichen, die Lehrziele zu erreichen ohne die Qualität der Ausbildung einzuschränken. Im gerade beendeten Kurs waren es 43; 18 von ihnen mit physisch-motorischen Behinderungen, 8 Blinde, 2 Taube, 7 Taubstumme, 4 Sehbehinderte und 1 mit Seh- und physisch-motorischer Behinderung. Acht von diesen Jugendlichen begehen heute ihren Studienabschluss und werden mit allem Recht Teil des unternehmerischen Heers der Kunstinstrukteure, zeigend, dass für das menschliche Wesen alles möglich ist.
Der Lehrplan wurde weiter vervollkommnet; die Programme der Fachrichtungen Musik, Theater und Tanz wurden geändert, um eine größere Integralität für die Tätigkeit, die der Ausbilder durchführen wird, zu erreichen. In allen Fachrichtungen werden Werkstätten zur Wertschätzung der anderen Kunstrichtungen durchgeführt.
Die audiovisuellen Mittel und die der Computertechnik sind erheblich gewachsen, außerordentliche Werkzeuge für den Lehrbetrieb. Es gibt bereits einen Computer je 15 Studenten.
Es werden die 8 Bildungssoftware benutzt, über die auch der Rest der höheren Mittelstufenbildung verfügt, und ein Software, das speziell für das Fach Wertschätzung der Kunstgeschichte entwickelt wurde, das an den Schulen für Kunstausbilder gelehrt wird.
Die Forschung steht nicht abseits vom Lernen, der Wertschätzung und der Lehre der Kunst. Die wissenschaftlichen Veranstaltungen, die in jedem Kurs die Dozenten und Mitglieder der Brigade „José Martí“ vereinen, begünstigen die Schaffung von Lehrmitteln für die Durchführung von Werkstätten, tragen dazu bei, den Lehr- und Bildungsprozess zu vervollkommnen und decken bereichernde Erfahrungen in der Arbeit der Ausbilder-Absolventen mit Kindern und Jugendlichen auf.
Der Prozess der baulichen Instandhaltung der 15 Schulen, größtenteils angelegt in ehemaligen Bildungseinrichtungen, die im fieberhaften Bauprozess, ausgelöst durch das Programm der Ideenschlacht, wiederhergestellt wurden, wird weiter durchgeführt.
Wir müssen jedes Detail vorhersehen, damit diese Schulen Modelle der Bildung, Disziplin, Schöpferkraft, Ethik und Moral sind.
Wir sind bestrebt, dass alle Absolventen des ersten Kurses, die weiter an ihren Arbeitsplätzen bleiben, der Verpflichtung treu bleiben, nicht weniger als fünf Jahre als Kunstausbilder zu arbeiten, so wie es zuerst vereinbart wurde, und dass diejenigen, die ab jetzt ihr Studium abschließen, 8 Jahre, wie sich dann verpflichtet wurde, bei dieser wunderbaren Arbeit bleiben, die überall in der Nation spirituellen Reichtum und Wissen vermittelt, und besonders bei Kindern und Jugendlichen, Garantie für eine bessere Zukunft und mehr Weisheit für das kubanische Volk.
Die Organe der Zentralverwaltung des Staaten müssen diese Verpflichtung respektieren, und dürfen nicht wieder in die beschämende Praxis der Piraterie von Kunstinstrukteure verfallen, wie es in der Vergangenheit getan wurde, weil es ihnen unter keinen Umständen erlaubt werden wird.
Und hört gut zu, diesbezüglich und bezüglich anderer Dinge, hier sind die Kunstinstrukteure zum Beispiel; da sind auch diejenigen, die das Studium als Lehrer für Körperkultur und Sport abschließen, und was die Piraterie betrifft. Wer unschuldig ist, soll den ersten Stein werfen.
Ja, es gibt sehr wenige, die die Piraterie von Kadern nicht praktiziert haben. Unsere revolutionären Kader, ja, sie wollten es sein und sie waren es, aber sie wussten nichts, hatten keine Erfahrung, es gab nicht einmal eine wirkliche Erfahrung im Bau des Sozialismus, und so wurden sie verwickelt in alle möglichen Manien und bürokratischen Fehler; aber die Piraterie ist ein Mangel an revolutionärer Ethik. „Das ist ein guter Lehrer, ich nehme ihn mir, weil er viel weiß.“
So wurden auch viele Lehrer geraubt, es waren die, die in den ersten Zeiten der Revolution Bescheid wussten; man suchte welche, die Lesen und Schreiben konnten. Man entriss einen hier, den anderen dort: „Ich gebe dir das“, „du bist näher dran“. Alle gaben sich einen feudalen Krieg, man muss es so sagen.
Zum Beispiel im Fall der Zentralbank Kubas, eine wichtige und immer wichtigere Einrichtung, sie bereiteten Programmierer vor, Kader, die die Computertechnik beherrschten, und die anderen Organismen, die niemanden vorbereiteten, kamen und sagten: „Ich habe hier ein sehr gutes kleines Hotel, hier ist ein Gehalt, hier gibt es Trinkgeld.“ Oder sie sagten: „Seht, diesen Lehrer nehme ich mit, damit er dies und jenes lehrt.“ Immer die Leute in Versuchung bringend, immer mit Angeboten, und das sind Laster des Kapitalismus, Gewohnheiten des Kapitalismus, niemand stellt sich vor, wie viele Dinge solcher Art gemacht wurden.
Eine Gesellschaft, die andersartig sein will, eine neue Gesellschaft, die versucht, hohe Ziele zu erreichen, schleift alle Laster jener korrumpierten Gesellschaft, die sie ändern will, hinter sich her. Das wiegt schwer. Nur der Lauf der Zeit und der Effekt der Arbeit, wenn gut gearbeitet wird… Und es gab nichts Gewöhnlicheres und Universelleres in der Welt, als die Fehler der Revolutionäre, derer, die die Gesellschaft ändern wollen, oder derer, die die Welt verändern wollen. Deshalb sind es nicht viele die Revolutionen, die vorwärts kommen, und es sind nicht wenige, unter den wenigen, die im Laufe eines historischen Zeitraums scheitern.
Ich denke, dass unser Land große Anstrengungen unternimmt und das liegt vielleicht an der Größe des Gegners, an der Größe der Schwierigkeiten, was uns alle dazu geführt hat, auf eine oder andere Weise, uns weiterzubilden, uns weiter zu entwickeln. Und es ist gut möglich, dass wir weiter vorwärts schreiten, und praktisch von der Position der Avantgarde aus, vorwärts zu dem Ziel, das heute Eine bessere Welt heißt, was wir uns vorgenommen haben.
Es war beschämend, was unter uns geschah. Am Anfang war es beinahe verständlich, denn fast niemand konnte lesen oder schreiben. Und so gingen sie in eine Schule und nahmen den Lehrer mit. Das geschah viele Jahre lang und geschieht immer noch. Klar, jetzt würden sie gern den Dozenten mitnehmen, aber der Dozent ist schon dort und sie haben ihm keinen kleinen Posten oder kein Amt anzubieten, um etwas zu tun, wenn es sich auch nur um Papiere ausfüllen handeln würde.
Die Organe der Zentralen Staatsverwaltung müssen jene Verpflichtung respektieren“...und nicht erneut in die beschämende Praxis der Abwerbung der Kunstausbilder verfallen, wie es in der Vergangenheit geschah, unter keinen Umständen“. Ich weiß nicht, wohin jemand einen Kunstausbilder bringen will, der sich verleiten lässt oder sein gegebenes Wort vergisst und schon Künstler werden will. Er kann außerordentliche Fähigkeiten haben, ich zweifele nicht daran, dass viele einmal Künstler werden und große Künstler, das habe ich an jenem Tag gesehen, als ich jene Schule in Boyeros besucht habe. Nun gut, aber ihr habt eine Aufgabe, die Revolution hat euch für eine Aufgabe ausgebildet und wird euch nicht für das ganze Leben anketten, obwohl wir wissen, dass viele solch eine Liebe zu ihrer Arbeit spüren werden, einer Arbeit mit jungen Menschen wie ihr, dass sie das ganze Leben Künstler sein werden, die Patrioten ausbilden, Revolutionäre ausbilden, Exzellenzen auf dem Gebiet der Kunst ausbilden werden.
Der erste Kurs ging über fünf Jahre, der zweite über sieben. Jetzt gibt es Radio und Fernsehen, die nicht US-amerikanisch sind, nicht jener Regierung gehören, die dem demokratischen Übergang in Kuba vorstehen will. Stellt euch vor, ein Übergang nach rückwärts. Das ist es, was sie programmiert haben, und das Kuriose ist, dass der erste Punkt des Plans, den ein Tor, – wie ich ihn gestern Abend nannte – den der illustre Präsident der Vereinigten Staaten als Präsidenten der Kommission - oder so ähnlich - für den Übergang in Kuba ernannt hat, schon in Europa herumgeht, unter den europäischen Trabanten des Imperiums und nicht wenigen Söldnern, und um Unterstützung für den Übergang bittet.
Das ist Angelegenheit Europas, des verkommenen Europas, soll es doch kommen, ihnen zu helfen. Wir sagen auch: Soll das verkommene Europa überlegen, was es tut. Schon einmal hat es uns beleidigt, uns gekränkt, indem es beabsichtigte, uns eine humanitäre Hilfe wegzunehmen, die es uns niemals gegeben hatte. Das, was es uns beim ungleichen Handel stahl, war mehr als das und die Gewinne daraus, dass man uns Fertigprodukte verkaufte und Rohstoffe kaufte, waren mehr als das. Man sollte sehen, wie teuer sie jegliches Ding verkaufen, um ihre hohen Einkünfte zu erhalten und indem sie billig Rohstoffe einkaufen, solche wie Nickel, Rohtabak, nicht einmal Zigarren oder Nickel für die Herstellung von rostfreien Stählen usw. usw.
Ich habe den Gewinn von Europa in Bezug auf Kuba berechnet – und davon habe ich am 26. Juli, zum 50. Jahrestag, dort in Santiago de Cuba gesprochen – und es sind mehr als 200 Millionen Dollar, die wir ihnen gaben, und sie uns drei oder vier Milliönchen, die von den ehrenhaften Spendern in 5- Sterne-Hotels verbraucht wurden. Wir haben sie darauf aufmerksam gemacht: „Wir brauchen diesen Mist nicht“ und als man uns weiter beleidigte, demonstrierte unser Volk vor zwei seiner Botschaften, mehr als 500 000 Bürger in jeder von ihnen und es waren genug Leute da, dass man gleichzeitig eine dritte Demonstration hätte veranstalten können, damit sie keinem Irrtum unterliegen. Und als sie kamen, haben wir ihnen gesagt: „Nein, wir wollen keinerlei humanitärer Hilfe“, vielleicht können wir sogar schon euch welche schicken, denn ihr habt weniger Ärzte pro Einwohner als wir, und es gibt dort Leute, die blind sind, weil sie keine Augenoperation bezahlen können, und ihr besitzt weder das menschliche Kapital noch könnt ihr eine Ärztebrigade in jeglichen Winkel der Welt schicken. Allenfalls könnt ihr mit Intervention drohen, mit Bombenangriffen drohen, und eben geht dort gerade der Yankee-Tor herum und bitte Europa um etwas Hilfe.
Was kann Europa gegen uns tun? Nichts. Zum Glück sind wir ein Land, welches das sagen kann. Es braucht das Yankee-Imperium nicht, es braucht Europa nicht. Wir befinden uns in einer sich verändernden Welt und sind eine starke Revolution und ein gewaltiges Volk, dass gegen die Gegner zu kämpfen weiß und gegen seine eigenen Fehler und eigenen Schwächen zu kämpfen weiß. (Beifall)
Sollen sie ruhig mit der Dummheit und der Söldnerkunst weitermachen. Hier kann niemand kommen, die Kunst in unserem Land verkäuflich zu machen“. Ja, man wird versuchen, zu rauben, und nicht selten raubt man Talente und Künstler. (Beifall)
Die Lehrer werdet ihr sein und alle anderen Jugendlichen, die ausgebildet werden, Künstler, die Gewissen pflanzen und stählen, sodass nicht einige Gleichgültige und ohne Bewusstsein auftauchen, die vergessen, dass manchmal einem Kind eine Kunstart gelehrt wird, seitdem er fünf, sechs, sieben Jahre alt ist. Er geht kostenlos durch alle Kunstschuleinrichtungen, alle Lehreinrichtungen und erreicht es, als Talent hervorzuragen, so wie in großer Breite der riesige Reichtum an Talenten eines ganzen Volkes hervorragen wird.
Man muss sehr zeitig Gewissen säen, damit niemals jemand die Undankbarkeit Einiger verwirklicht, von denen, wenn sie auf dem Gipfel der Kunst angekommen sind, eines Tages die Nachricht kommt: „ Herr Soundso ist dort geblieben“ oder „Frau Soundso ist dort geblieben“. Und weshalb bleiben jene Herren und Frauen Soundso dort, wenn nicht wegen fehlendem Bewusstsein, fehlender Liebe gegenüber dem Volk, dass sie ausgebildet hat und ihnen alles bezahlt hat, inmitten der Blockade, inmitten der Opfer, inmitten der Bedrohungen? (Beifall) Jene Werktätige, die Zuckerrohr schnitten, industrielle Anlagen bedienten und stundenlang arbeiten, unablässige Stunden in der Landwirtschaft, in der Industrie, an jeglichem Ort; in einer Schule, um Unterricht in der Grundstufe, der Mittelstufe zu geben, usw. usw., in der Universität, überall.
Klar, eine Revolution ist der Sieg der Tugend über das Laster, ist der Sieg der Ehre über die Schande, ist der Sieg der moralischen und patriotischen Integrität gegen das Söldnertum und das Laster, sodass das Einzige, was diejenigen tun können, die nicht in der Lage sind, Werte auf ethischer Grundlage auszubilden, ist Talente zu rauben, denn in vielen jener Länder entstehen die Werte spontan, ausgehend von Initiativen der Bürger selbst. Es gibt nicht die Kunstschulen für das gesamte Volk wie hier; es gibt sie nur für die Reichen und sehr Reichen. In unserem Land sind sie für das gesamte Volk, ohne jegliche Ausnahme und ohne jeglichen Ausschluss. (Beifall)
Wir sprachen eben gerade vom Lehrer, von denen die erziehen, die für das gesamte Volk erschaffen, und von jenen, die uns stehlen und uns Künstler und Athleten rauben wollen, oder Intelligenzen auf jeglichem Gebiet der Wissenschaften; aber wie bei allem, man wollte uns auch ohne Ärzte belassen, und von 6 000, die es gab – von denen nicht alle sehr gut ausgebildet waren – nahm man uns die Hälfte, 3 000. Sie konnten damit nicht verhindern, dass wir heute 70 000 haben; mehr als 25 000 studieren Medizin – gemäß einer Berechnung, die ich noch präzisieren muss; 7 000, die jedes Jahr zu studieren beginnen; mehr als 12 000 in der Lateinamerikanischen Medizinschule; 20 000 Lateinamerikaner, in erster Linie aus den ärmsten Ländern, im ersten Quartal des folgenden Jahres, und das Land, welches sie ohne Ärzte lassen wollten, werden sie mit Respekt betrachten müssen und eine ganze Nation in eine Universität auf vielen Gebieten verwandelt sehen, aber besonders auf diesem so humanen Gebiet, das Gesundheit und Menschenleben rettet, dem der Medizin. Die Geschichte hat die Bestrafung schon angeordnet, die Verbrechen, die sie gegen uns begangen haben, haben sie angeordnet. Sie werden 100 000 Studenten dieses Fachgebiets in Kuba sehen, denn wir werden helfen, Ärzte für die Welt auszubilden, jetzt wo sie schon keine Ärzte mehr haben, um sie irgendwohin zu schicken. (Beifall)
Aus dem Söldnertum kommt kein internationalistischer Arzt hervor; aus dem Söldnertum kommt nicht ein einziges Mitglied des wertvollen und ruhmreichen Kontingents hervor, welches in Naturkatastrophen, Epidemien und anderen schweren Krankheiten wie AIDS spezialisiert ist, die heutzutage ganzen Nationen zu schaffen machen, indem sie sie beinahe vernichten, und ganze Kontinente. Und sie können schon nicht mehr verhindern, dass wir es tun, denn für jeden der Ärzte, die hier waren, von den 3 000 , die sie weggenommen haben, gibt es im jetzigen Augenblick acht mal diese Anzahl, die internationalistische Missionen erfüllen, oder den Völkern in Augenblicken eines riesigen Schmerzes helfen.
Sie haben erst 3 000 weggenommen und dann nahmen sie weitere schon graduierte weg; aber das konnte nicht verhindern, dass wir im jetzigen Augenblick ungefähr 25 000 Ärzte neuen Typs haben, die ihren Dienst in der Dritten Welt leisten. Und hier in unserem eigenen Vaterland 50 000. Wieviel Mal? Fünfzehn Mal, sechzehn Mal oder siebzehn Mal mehr, und auf alle Kreise des Landes verteilt, in jeglichem Winkel des Vaterlandes, von Sandino, dort am Kap San Antonio, bis Maisí, in Baracoa, in den Bergen oder im Flachland.
Wir wissen sehr gut, dass unser System noch nicht perfekt ist, aber kein Land hatte jemals so viele Ärzte und so nahe der Bevölkerung, wie unseres. Kein Land hatte jemals so etwas, was wir schon immer mehr haben werden: ein Kette von Polikliniken, d.h. von Einrichtungen zur Primärbetreuung, und nicht nur, um die Gesundheit zu schützen, sondern auch Rehabilitationszentren an jeder von diesen Polikliniken, die Geräte zur Verfügung haben, die sie nie hatten, vollkommen neu, standardisiert, die instand gehalten werden können, die repariert werden können. Etwas Unmögliches, wenn es 40 oder 50 verschiedene Marken gibt, wie sie es bis vor kurzem in unserem Land gab. Und diese Polikliniken verwandeln sich schon in ein Vorbild und außerdem in eine Ausbildungsstelle für Ärzte.
Es wird Dutzende, besser gesagt hunderte und aberhunderte von Universitäts-Ausbildungsstellen für Ärzte geben.
Das wird natürlich nicht viel in den Kabelnachrichten erwähnt. Nein, weder im Fernsehen, noch im Radio, die mit Werbungssendezeiten und öffentlichen Lügen voll sind. Jene Regierungen sind sehr unverschämt.
Ihr werdet euch erinnern, dass wir Herrn Bush gefragt haben: „Wollen wir einmal sehen, mein Herr, sagen Sie, an welcher Stelle Posada Carriles in die Vereinigten Staaten einreiste, sagen sie uns, wo es war, auf welchem Schiff, über welchen Hafen, und wer die Verantwortlichen und Schuldigen waren?“ Zu diesem Zeitpunkt, nachdem schon viel Monate vergangen sind, haben sie noch kein einziges Wort zum Thema gesagt. Sie lösen das Problem, indem sie schweigen, nicht auf eine Frage antworten, denn da sind viel verwickelt, viele aus der Regierung der Vereinigten Staaten, indem sie die Ankunft von Posada Carriles genehmigt haben, dieses Terroristen, mitleidlosen Mörders, den sie heute unterstützen, den sie heute vor der Justiz schützen. Sie haben kein einziges Wort gesagt, obwohl wir ihnen öffentlich eine Menge Fragen gestellt haben.
Als wir unseren Wunsch ausdrückten, dem Volk der Vereinigten Staaten Ärzte zu schicken, das dem zerstörerischen Desaster in Louisiana überlassen worden war, schwiegen sie, und wir haben es mit vollem Recht wegen dem Volk der Vereinigten Staaten getan: Es war das Volk, dass beschlossen hat, dass sich die Truppen der Vereinigten Staaten aus Vietnam zurück zogen; es war das Volk, dass die Rückkehr des Jungen Elian in unser Land beschlossen hat; es ist das Volk, dass eher früher als später das Imperium zwingen wird, die Truppen aus dem Irak zurück zu ziehen, wo schon mehr als 2 000 junge US-Amerikaner in einem gnadenlosen und ungerechten Krieg gestorben sind. (Beifall)
Wir wollten sie in ihrem traurigen Augenblick unterstützen, als dort die Rentner ohne jegliche medizinische Betreuung in den Altersheimen starben, oder in den Krankenhäusern starben, während die Anarchie und der egoistische Ruf des „Rette sich wer kann!“ vorherrschten. Wir wollten ihnen helfen. Und diese Ärzte hätten viele Leben retten können, man hat jedoch nicht einmal erwähnt, dass Kuba eines der Länder war, das Hilfe angeboten hatte. Während unsere Freunde im Volk der Vereinigten Staaten fragten: „Das ist aber seltsam, dass Kuba nichts angeboten hat.“ Vollkommenes offizielles Schweigen! Was uns dazu zwang, zu sagen, was wir getan hatten, und dass wir die ersten gewesen waren, die sie angeboten hatten.
Und als ein zweiter Hurrikan mit schrecklicher Wucht näher kam, waren wir nicht die ersten, sondern die einzigen, die ihnen Tage vor dem Hurrikan Hilfe anboten. Es gab ebenfalls keine Antwort. Schweigen.
Gestern erläuterte ich die Mitteilung, die sie vor sehr kurzer Zeit schickten, die Worte des Verantwortlichen der Interessenvertretung der Vereinigten Staaten in Kuba, welche respektvolle Worte waren, und von der Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen Mexiko, den Vereinigten Staaten und Kuba sprachen, um den Wirbelstürmen zu begegnen.
Unmittelbar darauf erschienen Kabelnachrichten, die ankündigten, dass Kuba die Hilfe angenommen hatte. Und ich habe mittels Dokumenten gestern die genauen Worte und Punkte unserer Antwort gezeigt. Jetzt ist alles das in Bewegung. Aber sie erläutern nicht, normalerweise beantworten sie die schwierigen Fragen nicht, sie haben zum Beispiel noch nicht sagen können, und haben sich nicht getraut zu sagen, sie können es nicht sagen, ohne sich selbst zu beschuldigen, wie und an welcher Stelle der kriminellste und widerlichste Terrorist der westlichen Hemisphäre in die Vereinigten Staaten gelangte.
Heute behalten sie die fünf kubanischen Helden weiterhin gefangen, die gegen den Terrorismus kämpften, fünf unschuldige Patrioten, gegen die sich die blinde Wut der Mafia und die Korruption der Gerichte von Miami vergoss und die auf lebenslänglich verurteilt wurden.
Ich sehe Europa nicht sich die Kleidung zerreißen, um um die Freiheit jener Mitbürger zu bitten, die im Gefängnis verbleiben, trotzdem ein vollkommen zuständiges Gericht in den Vereinigten Staaten selbst erklärte, dass jener Prozess illegal war, dass jener Prozess ungerecht war, dass jener Prozess ungültig war. Jedoch sie sind weiterhin Gefangene. Das ist das Verhalten, die fehlende Ethik, die Schamlosigkeit jenes imperialen Systems.
Aber so stark ist Kuba schon, dass es den Komplizen des Imperiums in Europa gerade ins Gesicht schauen kann, ihrem Blick standhalten kann und sie beschuldigen kann, indem es ihnen sagt: Ihr seid scheinheilig, ihr seid korrupt, ihr seid unmoralisch, ihr seid Ausbeuter, ihr habt in den letzten Jahrhunderten, nach dem, was sich die Entdeckung Amerikas nannte, die moderne Sklaverei geschaffen. Ihr habt den Kolonialismus geschaffen und haltet ihn bis heute aufrecht. Ihr habt gemeinsam mit den Vereinigten Staaten den ungleichen Handel geschaffen; ihr raubt die Devisen aller Länder über den Mechanismus, sie zu zwingen, sowohl die Reserven als auch das private Geld in den Banken der reichen Länder zu deponieren, um vor der Inflation zu fliehen und dort Zuflucht zu suchen; so verfügt ihr über das gesamte Geld der Welt. Deshalb sage ich euch: Ihr seid Plünderer, seid Räuber und trotz alledem, könnt ihr nicht nach eurem Belieben über das Geld von Kuba verfügen. Jedoch immer noch plündert uns der anmaßende Dollar des Imperiums, der schon einige Lektionen erhalten hat, auf brutale Weise aus.
Das haben wir Maradona im ersten ihm gegebenen Interview erzählt, als wir ihm zeigten, dass in einem blockierten Land, wo es noch Rationierung gibt und wo viele Dinge außerordentlich subventioniert sind, ein anmaßender Dollar, den man von dort schickt und der jetzt nicht in 26, sondern in 24 Peso umgetauscht wird, da unser Peso aufgewertet wurde, mit diesem Dollar zahlt man, zum Beispiel, mehr als 150 Kilowatt Strom. Und wieviel zahlen sie, wenn der Stromverbrauch höher ist? Kaum zwei Dollar pro 300 Kilowatt.
Wenn sie ihn schicken, dann ist das die Kaufkraft jenes Dollars. Und wieviel muss der Kubanische Staat für jedes Kilowatt Strom bezahlen? Nun, nicht weniger als im besten Fall, wenn die Kostenberechnungen richtig wären, - und möglicherweise ist es mehr – 36 Dollar, für eben jene Kilowatt. Das heißt, sie schicken einen und er kostet uns 18 Dollar in konvertierbarer Währung; sie schicken zwei und sie kosten uns 36 Dollar. So tun sie es bei vielen anderen Dingen, und wirklich hat unser Volk, während sie uns auf diese Art plünderten, oft nur ein kleines Stück Seife erhalten, rationiert und ohne Duftstoff, ohne jeglichen Duftstoff, oder eine kleine Tube Zahnpaste mit begrenzter Auslieferung, oder sogar die Intimbinden für die Frauen in unzureichender Menge, wie es bis vor kurzem geschah – und das beginnt sich zu ändern. Wir wissen das gut, denn vor einigen Monaten wurde die Leichtindustrie beauftragt, genügend zu produzieren, um die Seifenmenge zu erhöhen und etwas Parfüm zuzugeben; die Menge Zahnpaste und Intimbinden zu erhöhen, so dass sie ausreichen, und dieser Plan wird schon implementiert. Es gibt sogar neue Anweisungen jene Zahlen bedeutend zu erhöhen.
Sodass das Land Anstrengungen unternimmt, aber derweil, wieviel Geld gibt es nicht aus, mit dem es den Dollar subventioniert, die Kaufkraft des Dollars erhöht.
Ich beabsichtige nicht, hier alles zu erklären, aber ich kündige es an, ich kündige es an und ich kündige es genügend im Voraus an, denn alle müssen wir zusammen daran arbeiten, um jene Art der Ausplünderung zu besiegen, jene Art der Ausbeutung. Das, was wir getan haben, ist nicht ausreichend, aber wir wissen genau, was zu tun ist, und zwar auf dem Prinzip beruhend, den Parasiten ein Minimum an Möglichkeiten zu geben; ein Minimum an Möglichkeiten für diejenigen, welche jene Währung erhalten, die uns plündert, egal um welche Währung es sich handelt, denn unser Land hat ausreichend Erfahrung angesammelt, um die Dinge gut zu machen und damit nie wieder Situationen wie diese entstehen.
Unser Land geht der militärischen Unverwundbarkeit entgegen und, hört gut hin, der wirtschaftlichen Unverwundbarkeit; und das, was jene Tausende Sozialarbeiter machen, obwohl nur ein kleiner Teil von ihnen tätig ist, ist, die Schlacht um dieses Ziel der wirtschaftlichen Unverletzbarkeit zu liefern. Und das Prinzip wird sein, das Bestmöglichste für die, die arbeiten, das Bestmögliche für die, die Arbeitsentgelt oder Rente als Fabrikarbeiter, Fachkräfte, als Lehrer, als Ärzte, als Werktätige an jeglichem Ort erhalten. Ja, jene sind es, die am meisten erhalten sollen. Als Revolution, die eine bessere Welt und eine viel gerechtere Gesellschaft anstrebt und die heute Erfahrung aufweist, um schneller diesem Ziel entgegen zu streben, müssen wir erreichen, dass der Mensch sich das Leben mit der Arbeit verdient, oder von der Gesellschaft erhält, was er verdient, weil er lange Zeit gearbeitet hat, und uns so geholfen hat, die Dinge zu erreichen, die wir heute, auf nur einem Drittel des Weges, haben, was wir anschließend in absehbarer Zeit haben werden und ohne deshalb einen Teil von dem, was wir haben, mit anderen Völkern zu teilen, besonders die gesamte Erfahrung und alles was wir wissen.
Ich weise darauf hin, dass wir einige Dinge kennen, von denen, die wir heutzutage tun (Beifall), das sollte man wissen. Und wir werden weder ärmer werden, weil wir helfen, noch uns etwas wegnehmen. Der heldenhafte Kampf unseres Volkes hat die Furchen schon gezogen, rechtzeitig gepflügt, um die Samen jener besseren Gesellschaft und Welt zu säen, der jene Ärzte angehören, die dieses Kolosseum füllten, welches ihr heute füllt und das morgen die Sozialarbeiter füllen werden, die nicht nur der absolut unkorrekten Dinge bewusst sind und gegen sie kämpfen, sondern die im Volk diejenigen gewinnen werden, die ohne Sozialarbeiter zu sein bei diesem Kampf mitarbeiten werden. Denn wenn in jedem örtlichen Consejo Popular, an jedem Ort, jeder Bürger tut, was sie heute tun und die Mitglieder der Komitees zur Verteidigung der Revolution, des Frauenbundes, der Kämpferbundes der Revolution, der Werktätigen, der Studenten und Schüler, aller Massenorganisationen und die Mitglieder der Jugendorganisation und der Partei, die in den Wohngebieten leben, gegen dasselbe kämpfen, gegen das heute jene Sozialarbeiter kämpfen, die eine Tankpistole in der Hand haben und vor allem, die die zu verfolgende Fährte der neuen Reichen haben, die nicht zahlen wollen und der Bestochenen, die sich bestechen lassen, dann wird es immer schwieriger, dass sie tun können, was sie heute tun. Deshalb sage ich euch das, was ich sage, mit großer Sicherheit.
Zum Beispiel, können wir der Regierung der Vereinigten Staaten helfen, indem wir ihnen zeigen, wie man die Bevölkerung im Fall von Naturkatastrophen schützt, damit nicht so viel arme Leute sterben.
Ich glaube, Miami hat jetzt nach dem Wirbelsturm keinen Strom, keine Lebensmittel, gar nichts. Und wir wissen, dass hier die 100 000 Bürger, die vom Eindringen des Meeres betroffen wurden, beschleunigt Lebensmittel erhalten haben, keinerlei Schutz fehlte ihnen und die Sozialarbeiter sind dort und stellen Inventar des gesamten ihnen zugefügten Schadens auf, um ihnen Kooperation zukommen zu lassen und in der schnellstmöglichen Zeit zu helfen, das Verlorene wiederherzustellen. Das wissen wir und das ist es, was immer, wenn es ein Desaster gibt, geschehen wird.
Bezüglich der Piratenakte der staatlichen Organe, von der ich sprach: Nun gut, werden etwa Radio und Fernsehen Anstellungen vornehmen? Etwa das Institut für Kunst und Filmwesen? Werden etwa die Theater der Poder Popular Schüler oder Kunstausbilder abwerben, um sie dort arbeiten zu lassen?
Wer ist es, der abwerben wird? Wir erwarten, das es niemand sein wird. Dort sehe ich Ernesto, den Direktor der Fernsehanstalt, er wird sicher nicht diese Disziplinlosigkeit begehen, ganz sicher, dass die Vorsitzenden der Poder Popular nicht diese Disziplinlosigkeit begehen werden, ganz sicher, dass die Organe des Tourismus nicht diese Disziplinlosigkeit begehen werden, ganz sicher, dass die Staatsorgane nicht junge, schon ausgebildete Menschen abwerben werden, welche Computer programmieren und die Computertechnik beherrschen, denn es gibt 40 000 Programmierungs-Studierende in den Berufsschulen für Computertechnik. Vierzigtausend! Und 8 000 sind in der UCI, der Universität für Informatik. Diese studieren auf Hochschulebene als Designer für Computerprogramme.
Demjenigen, der stiehlt, muss man die Hand abschneiden – das ist eine Redensart, nicht wahr – man muss demjenigen Räuber, der aus jener Zeit der Talionslehre stammt, die Hand abschneiden. Ich, der ich Recht studiert habe und mich an viele Dinge nicht mehr erinnern kann, erinnere mich an die Talionslehre, die anordnete, Hand durch Hand abzuschneiden. Nein, es geht nicht darum, jemandem wirklich die Hand abzuschneiden, sondern es bedeutet, dass derjenige Verantwortliche für Abwerbung von ausgebildetem Personal kein Anrecht darauf haben kann, auch nur einen Tag länger im Amt zu bleiben. Passt gut auf, das sage ich im Namen der Revolution, im Namen der Partei, im Namen des Staates, jener darf keinen weiteren Tag im Amt bleiben, der irgendeine dieser oder jeglicher anderer Piratenakte begeht, und man wird Regelungen einführen müssen, die anordnen, erst mit dem zu sprechen, dem man jemand abwerben will. Es ist an der Zeit, dass keiner jener Fehler wiederholt wird.
Kuba ist heutzutage Inspiration und Hoffnung für Viele. Die humanistische und Gerechtigkeitsgesinnung der Revolution ist Bezugspunkt für diejenigen, die an die Möglichkeit einer besseren Welt als der der Barbarei, der Gewalt, des Egoismus und der Verschwendung glauben, in die uns die Mächtigen gestürzt haben. Bei dieser Schlacht um die Zukunft der Menschheit ermutigt uns die Unterstützung zahlreicher Künstler und Intellektueller der Welt, die über Kuba ihr Recht auf eigenes Denken gegenüber dem hegemonistischen Diktat verteidigen; ihren Glauben an den Menschen gegenüber der Allgegenwärtigkeit des Marktes.
Die breite Bewegung, die um den Aufruf „Stoppen wir ein neues Manöver gegen Kuba“ (während der 61. Sitzungsperiode der Menschenrechtskommission der UNO) erzeugt wurde, die von mehr als 5 500 Intellektuellen der ganzen Welt unterzeichnet wurde; die massenhafte Unterzeichnung eines Offenen Briefes an den Staatsanwalt der Vereinigten Staaten, welcher die Befreiung unserer fünf Mitbürger fordert, welcher bis jetzt von mehr als 5 000 Persönlichkeiten unterzeichnet wurde, darunter zahlreiche Nobelpreisträger, und die Schaffung eines Internationalen Zivilgerichts „Benito Juarez“ in Mexiko, um über die Handlungen der Vereinigten Staaten gegen Kuba Recht zu sprechen, und zwar unter Teilnahme angesehener Intellektueller, sind Höhepunkte der Solidarität, welche die Angelegenheit unseres Volkes zwischen ehrlichen Menschen, Menschen mit Solidaritäts- und Gerechtigkeitsgedanken, hervorruft.
Als ich davon sprach, dass die Vertreter des Imperiums schwiegen, konnte ich sagen, dass, wie aus dem Dokument bekannt ist, welches vor einigen Monaten auf der antimperialistischen Tribüne von Kuba verlesen wurde und das von einem der größten Schriftsteller der Geschichte dieser Hemisphäre unterzeichnet ist, welcher Gabriel García Márquez ist - dort legte er die von Kuba unternommenen Schritte dar und informierte über sie, um die Antwort der US-amerikanischen Behörden zu übermitteln, als wir sie informierten - dass jene Terroristengruppe, deren Zentrum Posada Carriles war, plante, Flugzeuge in der Luft zu zerstören, in denen auch US-amerikanische Bürger reisten. Nach jener Attentatswelle gegen die Hotels von Kuba, die aufgedeckt und paralysiert wurde, wurde eine brenzlige Situation für die Terroristen geschaffen und so dachten sie schon daran, reguläre Linienflugzeuge nach Kuba mit dem selben Verfahren zu sprengen: Söldner in das Flugzeug zu setzen, eine Bombe zu befestigen, die 50, 60 oder bis 90 Stunden danach explodieren könnte, nachdem sie das Land schon verlassen hatten.
Wir haben das der Regierung der Vereinigten Staaten mitgeteilt, indem wir ihr Information gaben, in der wir eben gerade das mitteilten, was jene Kameraden, die heute im Gefängnis sind, in Erfahrung brachten, als sie Information über die Terroristen suchten, um unser Volk zu schützen. Natürlich waren sie nicht die Einzigen, aber sie waren Teil der Mechanismen, mittels derer das Land sich informierte und jenen Taten vorbeugen konnte.
Ihr werdet euch erinnern, was geschah. Bis zum FBI schickten sie es zur Überprüfung, gaben ihnen alle Elemente zur Beurteilung, und was nach wenigen Tagen geschah, war, dass sie die Spur suchten, vielleicht hatten sie schon einige, jene Kameraden festnahmen und sie jenem grässlichen Verfahren zu unterwerfen, dem sie sie unterwarfen. Sie sind allein, sie können sich nicht einmal untereinander unterhalten, sie sind an verschiedenen Orten. Es gibt enge Verwandte, die sie nicht haben besuchen können.
Die Unverschämten, die sich die Kleidung zerfetzen gegen die Revolution, die mit aller Gerechtigkeit die Söldner bekämpft, die den Terrorismus unterstützen, die die Blockade unterstützen, welche die feigen Handlungen gegen unser Land unterstützen, sagen nichts über diejenigen, die dort im Gefängnis sind. Ihnen wird nicht einmal ein Minimum an Moral bleiben, die sich heute auf der Ebene ihrer Schuhsohlen befindet, wie sie es immer während der gesamten Geschichte war. Ausgehend von ihrer Existenz als Industrienationen beuten sie Völker aus, beuten sie Kontinente aus und beuten sie die Welt aus.
Aber als wir jene Episode erzählten, über das, was García Márquez informierte, warteten wir, was wohl die Chefs des Imperiums sagen würden, ob es wahr sei oder eine Lüge, dass wir es dem Präsidenten der Vereinigten Staaten mitgeteilt hatten, ob es wahr oder eine Lüge war. Sie haben kein einziges Wort gesagt. Sie haben kein Wort gesagt: Ich habe diesen Bericht erhalten, oder ich habe ihn nicht erhalten, das FBI hatte Kenntnis davon oder hatte keine Kenntnis davon; das FBI reiste nach Kuba oder reist nicht nach Kuba; das FBI erhielt diese und jene Berichte, viele von denen von jenen Kameraden herstammten, die dort im Gefängnis sind.
Diese Kameraden haben nicht nur das Volk von Kuba geschützt; sie schützten das Volk der Vereinigten Staaten, US-amerikanische Bürger vor den Aktionen der terroristischen Mafia von Miami und vor den Mördern der Bande von Posada Carriles.
Niemand hat auch nur ein einziges Wort gehört, sie sagen nichts, sie sprechen nicht und informieren über Pressefreiheit und Journalisten ohne Grenzen. Es ist nicht dasselbe Berichterstatter ohne Grenzen, wie Berichterstatter ohne Scham, ohne Ehre, die sich dem widmen, die Lügen des Imperiums zu verbreiten und die auch vom Imperium leben.
Es verbleiben noch viele Parasyten überall dort, die auf Kosten des Schweißes der Werktätigen und Bauern der Welt leben, und besonders auf Kosten der Werktätigen und Bauern der Dritten Welt, der heutzutage drei Viertel der Weltbevölkerung darstellt.
Die außerordentliche Antwort zahlreicher Intellektueller der Welt, zusammen mit politischen und gesellschaftlichen Persönlichkeiten, auf den Aufruf zum Internationalen Treffen gegen den Terrorismus, für die Wahrheit und die Gerechtigkeit, der in wenigen Tagen von Organisationen unseres Landes verwirklicht wurde, hat uns den Wert der Ideen im Kampf gegen die Lügen und Verbrechen des Imperiums bestätigt und die Einberufungsmacht von Kuba zur Einheit und Teilnahme am strategischen Kampf gegen die Scheinheiligkeit, die Doppelmoral und die Anwendung der Gewalt seitens des mächtigen Nachbarn des Nordens.
Alles das ist Beweis der Bewunderung und des Respekts, welche das außerordentliche Werk unseres Volkes gegenüber den größten Bedrohungen hervorruft, und Ergebnis der Avantgarde-Rolle, den die kubanische Intellektualität in diesen fruchtbaren Schaffensjahren der Ideenschlacht eingenommen hat.
„…die Mutter des Anstands, die Kraft der Freiheit, die Instandhaltung der Republik und die Abstellung der Laster, ist, vor allem anderen, die Verbreitung der Kultur“, sagte José Martí mit Tiefe und Schönheit. Die Kunstausbilder, die heute ihr Studium abschließen, werden den kulturellen Reichtum unserer Nation über den Lauf der Geschichte hinweg in ihre Unterrichtsstunden mitnehmen und werden unsere Kinder und Jugendlichenfür die Wege der Kultur und der Weisheit vorbereiten, die die Revolution ihnen eröffnet hat.
Ihr wichtiges Werk wird zu den Anstrengungen eines Landes dazukommen, das einen beeindruckenden Schaffensmoment in allen künstlerischen Äußerungen erlebt. Die Aufzählung der Tatsachen, die sich auf diesem Gebiet ereignen, wäre lang.
Es genügt aufzuzeigen, dass wir über ein System der künstlerischen Ausbildung ohne Vergleich verfügen. In diesem Jahr haben 1 091 Künstler die höhere Mittelstufe oder die Hochschulstufe in den Kunstschulen des Landes abgeschlossen. Ein Beispiel sind die Kunstwerkstätten der Nationalen Balletschule, mit der Beteiligung von 4 000 Kindern und Jugendlichen, sie beginnen jetzt ihren vierten Kurs und es wird weiter an der Vervollkommnung der Lehrprogramme des Ballets des Tanzes, der Musik und der bildenden Kunst gearbeitet, die dort unterrichtet werden.
Als Teil des Programms der Ideenschlacht haben 1 806 aus den Kursen der integralen Weiterbildung für Jugendliche ohne Arbeitsverhältnis kommende Jugendliche vor kurzem Kurse für Kulturförderer abgeschlossen, die die Weiterbildungszentren für Kultur der Provinzleitungen der Kultur veranstalten.
Das Land ist Austragungsort wichtiger Veranstaltungen und Festivals, die, mit einer immer besseren Gestaltung, popularen und intellektuellen Beteiligung zur Verbreitung des Besten der kubanischen Kultur beigetragen haben und zu einem Raum von künstlerischem Wettbewerbs, von Debatten und Vorstellungen geworde, wie: das Festival des Neuen Lateinamerikanischen Kinofilms, der Salon der Gegenwartskunst, die Cucalambeana-Tage in Las Tunas; das Festival des Armen Kinofilms in Ginebra, das Festival Benny Moré in Cienfuegos, Das Festival der Karibik in Santiago de Cuba, Venezuela gewidmet, die Wallfahrt des Monats Mai und das Fest der Lateinamerikanischen Kultur in Holguín.
Die kubanischen Künstler und Intellektuellen vereint, unter dem Motto In Verteidigung der Menschlichkeit, waren Bollwerke der Ideenschlacht auf internationaler Ebene, wobei sie Aktionen abstimmten, bekannte Intellektuelle der Welt einberiefen, fortschrittliches Gedankengut verbreiteten und Kämpfer unseres Kampfes für Kultur, Freiheit und vollkommene Würde unserer Völker aufklärten.
Zum Abschluss meiner Worte, liebe Kunstausbilder, ist es mir eine Freude heute das zu wiederholen, was ich vor einem Jahr zu den Absolventen des ersten Kurses in der Stadt Santa Clara sagte: Vorwärts, mutige Fahnenträger der Kultur und der Menschlichkeit! (Anhaltender Beifall und Zurufe)Ein ganzes ruhmreichen Leben erwartet euch!
Es leben die Kultur und die Kunst! (Zurufe: „Viva!“)
Es lebe die Menschheit! (Zurufe: „Viva!“)
Vaterland oder Tod!
Wir werden siegen!
(Ovation)
Hier finden Sie chronologisch sortiert Reden und Schriften des kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro Ruz
Freitag, 28. Oktober 2005
Montag, 19. September 2005
Rede auf der Veranstaltung zur Gründung des Internationalen Ärzte-Kontingents mit Spezialisierung in Katastrophensituationen
Rede des Präsidenten der Republik Kuba, Fidel Castro Ruz, auf der Veranstaltung zur Gründung des Internationalen Ärzte-Kontingents mit Spezialisierung in Katastrophensituationen und schwerwiegenden Epidemien „Henry Reeve“ und zum nationalen Hochschulabschluss der Medizinstudenten im Sportkomplex Ciudad Deportiva am 19. September 2005
Ärzte des Studienjahres 2004-2005, die sich soeben graduierten!
Mitglieder der Brigade „Henry Reeve“!
Fachleute des Gesundheitswesens, die ruhmreiche internationale Missionen erfüllt haben!
Studenten des vierten, fünften und sechsten Studienjahres der Medizinfakultäten der Hauptstadt!
Studenten der Lateinamerikanischen Medizinschule!
Jugendliche, die Krankenpflege und Gesundheitstechnologie studieren!
Dozenten, Familienangehörige und Gäste!
Mitbürger!
Die Summe der Graduierten der lateinamerikanischen Medizinschule, die aus den Ländern Süd-, Mittel- und Nordamerikas stammen, und der jungen Kubaner, die sich heute graduieren, ergibt 3 515 neue Ärzte, die unseren Völkern und der Welt dienen werden.
Diese Zahl wird steigen, bis sie zehntausend neue Ärzte pro Jahr übertrifft, um die Verpflichtung zu erfüllen, in zehn Jahren hunderttausend lateinamerikanische und karibische Ärzte in Kuba auszubilden, und zwar auf der Grundlage des zwischen Kuba und Venezuela unterzeichneten ALBA, der auf seinem entschlossenen Weg zur Integration unserer Völker eine gleichgroße Anzahl beitragen wird.
Sich als Arzt zu graduieren bedeutet, die Türen zu einem langen Weg zu öffnen, der zur edelsten Tätigkeit führt, die ein menschliches Wesen für andere tun kann.
Obwohl jeder Mensch und jedes Volk Recht auf ein gesundes Leben hat und das Privileg eines langen und nützlichen Daseins zu genießen, haben die reichsten und am weitesten entwickelten Gesellschaften, beherrscht vom Gewinn und dem Konsumdenken, die ärztlichen Dienstleistungen in eine vulgäre Ware verwandelt, die so für die ärmsten Schichten der Bevölkerung unerreichbar sind. In vielen Ländern der Dritten Welt gibt es solche Dienstleistungen kaum. Und zwischen den entwickelten und den euphemistisch als „Entwicklungsländer“ bezeichneten sind die Unterschiede abgrundtief. Während die Statistiken entwickelte Länder mit einer Kindersterblichkeitsrate geringer als 10 pro 1 000 Lebendgeborene aufzeigen und einige Lebenserwartungen aufweisen, welche die 80-Jahre-Grenze erreichen bzw. überschreiten, gibt es andere - wie viele in Afrika – die sich bei Kindern unter einem Jahr mit Kindersterblichkeitsraten abfinden müssen, die die 100 und nicht selten 150 pro tausend Lebendgeborene überschreiten und mit einer Lebenserwartung, die sich vermindert und in einigen zwischen 30 und 40 Jahren fluktuiert. Während das vor den Augen der Welt geschieht, betragen die Militärausgaben jährlich eine Billion Dollar. Das ist nur einer anderen absurden Ausgabe vergleichbar, und zwar der Verbraucherwerbung, die sich ebenfalls auf eine Billion beläuft. Jegliche von beiden wäre mehr als ausreichend, damit alle Bewohner des Planeten ein ehrbares Leben führen könnten, wenn sie Jahr für Jahr gut investiert würden.
Weder das Klima noch das genetische Potential sind die Ursache der Tragödie. Kuba, ein tropisches Land mit einem warmen und feuchten Klima, wodurch es anfälliger für Viren, Bakterien und Pilze ist, mit einer ethnisch gemischten Bevölkerung, während fast einem halben Jahrhundert grausamer Blockade und Wirtschaftskrieg unterworfen, zeigt trotz alledem eine Kindersterblichkeitsrate unter 6 pro 1 000 Lebendgeborene bei Kindern unter einem Lebensjahr. Das liegt knapp unter der von Kanada und es wird in einer nicht fernen Zukunft 5, vielleicht weniger als 4 erreichen, um den ersten Platz auf dem Kontinent zu erreichen. Gleichzeitig wird es die Hälfte der Zeit aufwenden, welche Schweden und Japan brauchten, um ihre Lebenserwartung von 70 auf 80 Jahre zu erhöhen. Jetzt hat es 77,5 Jahre erreicht. Seine ärztlichen Dienstleistungen haben jene Erwartungen von ungefähr 60, beim Sieg der Revolution am 1. Januar 1959, um fast 18 Jahre erhöht.
Diese Worte würden überheblich erscheinen, wenn man nicht heutzutage unser Vaterland gerechterweise als jenes Land bezeichnen könnte, das auf der Welt die größten Anstrengungen unternommen hat, um seine ärztlichen Kenntnisse und Erfahrungen mit anderen Völkern zu teilen.
Im Verlaufe seiner selbstlosen revolutionären Geschichte hat unser Volk nicht ein einziges Mal versäumt, anderen Völkern, die es benötigten, seine solidarische medizinische Hilfe im Falle von Katastrophen anzubieten. Ohne darauf zu achten, wie abgrundtief die ideologischen und politischen Unterschiede, oder die erlittenen schwerwiegenden Beleidigungen seitens der Regierungen jeglichen Landes waren.
Unsere Konzepte zur menschlichen Bedingung anderer Völker und die Pflicht der Brüderlichkeit und Solidarität wurden und werden niemals verraten werden. Zehntausende kubanische Ärzte und ärztliches Personal, die auf der Welt verbreitet sind, sind ein unwiderlegbares Zeugnis von dem, was ich behaupte. Für sie wird es niemals Sprachbarrieren, Opfer, Gefahren oder Hindernisse geben. Es ist schon 43 Jahre her, seitdem Kuba die erste Arztbrigade nach Algerien schickte, das nach heldenhaftem Kampf um die Unabhängigkeit gerade vom Kolonialismus befreit war.
Nach mehr als vier Jahrzehnten und schon zu Ende der Sonderperiode wurden die ärztlichen Dienstleistungen zum wichtigsten Posten beim Güter- und Dienstleistungsaustausch unseres Landes mit der Welt auf dem Gebiet der Wirtschaft. Ohne dass Kuba deshalb aufgehört hätte, 60 Ländern der Dritten Welt, die keine wirtschaftlichen Mittel haben, seine ärztliche Kooperation vollkommen kostenlos zur Verfügung zu stellen. So war es und wird es immer sein.
Nichts von dem, was ich gesagt habe, ist jedoch mit den integralen Gesundheitsprogrammen zu vergleichen, die ins Leben gerufen wurden, nachdem der Wirbelsturm Mitch im Jahr 1998 Mittelamerika heimgesucht hatte, wobei er den Tod von zehntausenden von Kindern und Erwachsenen, besonders von armen und schutzlosen Menschen verursachte.
Wir versprachen eine ausreichende Anzahl Ärzte zu schicken, um jedes Jahr so viele Leben zu retten, wie der Wirbelsturm zerstört hat. So entstand auch, fast unmittelbar, die ELAM, die Lateinamerikanische Medizinschule. Das Integralprogramm weitete sich auf andere lateinamerikanische und karibische Nationen aus und sehr bald auf zahlreiche und abgelegene Länder Afrikas. Heutzutage ist sogar Ost-Timor im fernen Ozeanien im kubanischen integralen Gesundheitsprogramm mit einbegriffen.
Die ELAM zählt schon mehr als zwölftausend Studenten. Vor kaum zwei Monaten graduierten sich ihre ersten 1 610 Ärzte. Zu dieser Veranstaltung erschienen zahlreiche Ministerpräsidenten und andere hohe Beamte der Region, darunter unser inniger Bruder Hugo Chavez, Präsident der Bolivarianischen Republik Venezuela, mit der uns unzerstörbare historische Bande verbinden, Bande des gemeinsamen Kampfes um die vollkommene Unabhängigkeit und Integration unserer Völker.
Beide haben wir uns im Namen der Völker von Venezuela und Kuba tiefgreifend mit der Unterstützung des Gesundheitswesens, der Alphabetisierung, der Bildung, der Mission Milagro, PETROCARIBE, ELECTROCARIBE, dem Kampf gegen VIH und anderen wichtigen sozialen und Wirtschaftsprogrammen verpflichtet, die von großem menschlichen Inhalt sind und zur Integration in unserem Gebiet beitragen.
Die gewaltige Aufgabe, das Augenlicht von nicht weniger als sechs Millionen Lateinamerikanern und Menschen der Karibik zu bewahren und zurückzugeben und in zehn Jahren zweihunderttausend Menschen als Personal im Gesundheitswesen auszubilden, kennt keinen Präzedenzfall auf der Welt.
Ich bin jedoch der Überzeugung, dass diese Programme übertroffen werden. Am 30. Juni wurde davon gesprochen, die Mission Milagro auf die karibischen Länder auszuweiten. Heute, 81 Tage danach, kann ich Ihnen mitteilen, dass die Zahl der in unserem Land an den Augen Operierten aus der Karibik inzwischen schon 4 212 beträgt und die der venezolanischen Brüder während des laufenden Jahres 79 450, die zusammengezählt 83 662 ergeben.
Die in unserem Vaterland auf diesem Gebiet erreichten großen Fortschritte werden mittels des jungen Fachpersonals, d.h. mittels derjenigen, die beginnen, sich in der Lateinamerikanischen Medizinschule zu graduieren, auf andere Bruderländer unserer Region verbreitet werden.
Es ist eine reale Tatsache, dass die ärztliche Kooperation von Kuba und seiner wissenschaftlichen Forschungsstätten mit anderen Teilen der Welt sich zum Nutzen der Menschheit schnell ausbreitet. Deshalb ist an dem Verhalten von Kuba nicht verwunderlich, dass es nicht zögerte, dem Volk der Vereinigten Staaten unmittelbar das Schicken von erfahrenem Arztpersonal mit den unerlässlichen Mitteln zur Notbetreuung von Menschen anzubieten, die Gefahr laufen, auf Grund einer großen Naturkatastrophe zu sterben. Hinzu kam die Tatsache, dass unser Land das nächstgelegen zum vom Wirbelsturm heimgesuchten Gebiet ist und in der Lage war, innerhalb von Stunden menschliche und materielle Hilfe zu schicken. Es war so, als ob ein großer US-amerikanischer Kreuzer mit tausenden von Passagieren an Bord in der Nähe unserer Küsten untergehen würde. Wir konnten nicht gleichgültig bleiben. Niemand würde glauben, dass so eine Hilfe als eine Beleidigung oder Erniedrigung angesehen werden könnte. Unsere Botschaft wurde den Bundesbehörden der Vereinigten Staaten zugesandt, als Katrina kaum mit seiner zerstörerischen Macht über New Orleans hinweggefegt war. Es ist schmerzhaft, dies zu denken, aber vielleicht hätten einige jener verzweifelten, vom Wasser belagerten und dem Tode nahen Menschen gerettet werden können. Eine harte Lehre für diejenigen, die der falscher Stolz und falsche Konzepte dazu führten, nicht einmal verspätet auf unser Angebot zu antworten, was nicht das erste Mal unter ähnlichen Umständen war. Einige haben versucht, dieses Verhalten zu rechtfertigen, indem sie das Abweisen seitens Kubas des lächerlichen Geldangebots von fünfzigtausend Dollar anführten, was wir wegen auf der Hand liegenden geschichtlichen und moralischen Gründen, inmitten einer Blockade, die mehrere Milliarden Dollar gekostet hat, verbunden mit der Belästigung und den Aggressionen während eines halben Jahrhunderts, die Tausende Leben gefordert haben, abweisen mussten. Wir haben kein Geld angeboten, wir boten an, Leben zu retten. Und unser Angebot bleibt bestehen, für heute oder für morgen, wie es Gewohnheitsnorm für Kuba bezüglich jeglichen Volkes der Welt ist.
Dass wir zu diesem Thema etwas gesagt haben, war dadurch bedingt, dass in einer langen Liste von Ländern, die Hilfe angeboten haben, der Name von Kuba verschwiegen wurde, was Verwirrung und sogar Erstaunen bei vielen Freunden unseres Landes auf der Welt hervorrief. So erläuterten wir es am 2. September, drei Tage nach unserem Angebot, wobei wir unsere Bereitschaft dahingehend konkretisierten, innerhalb von 12 bis 36 Stunden 1 100 Ärzte mit 24 Tonnen unentbehrlicher Arzneimittel in ihren Rucksäcken auf dem Luftwege zu schicken. Am 4. September, 48 Stunden später, erreichte jene Bereitschaftsmacht schon eine Stärke von 1 586 Fachkräften, bereit mit 36 Tonnen Arzneimitteln abzureisen. Sie war im Kongress-Center versammelt und wurde im Gedenken an jenen außerordentlichen jungen US-amerikanischen Kämpfer, der im Kampf um die Unabhängigkeit Kubas fiel, Medizinische Bereitschaftsmacht „Henry Reeve“ benannt.
In den Abendstunden des 12. September wurde der Zeitung Granma eine Mitteilung übergeben, die am 13. veröffentlicht wurde. In ihr wurde mitgeteilt, dass die Graduierung der Ärzte des Studienjahres 2004-2005 am 19. September um 17 Uhr auf dem Flaggenplatz der Lateinamerikanischen Medizinschule stattfinden würde. Das Wetter hat uns geschwungen, rechtzeitig den Standort zu ändern. Ebenfalls wurde mitgeteilt, ich zitiere wörtlich:
„An diesem Tag wird eine Organisation gegründet werden, die bis jetzt keinen Präzedenzfall auf der Welt kennt: das Internationale Ärzte-Kontingent mit Spezialisierung in Katastrophensituationen und schwerwiegenden Epidemien. Dieses wird den Platz der ärztlichen Bereitschaftsmacht einnehmen, welche zur Unterstützung des Volkes der Vereinigten Staaten geschaffen wurde, sobald der Katrina mit seiner gesamten Brutalität über den Süden jenes Landes herfiel. Sein Ziel wird es sein, nicht nur eine bestimmte Nation zu unterstützen, sondern unmittelbar mittels seines besonders ausgebildeten Personals mit jeglichem Land zusammenzuarbeiten, das eine ähnliche Katastrophe erleidet, besonders mit denjenigen, die großen Plagen wie Wirbelstürmen, Überschwemmungen und anderen Naturphänomenen dieses Schweregrades begegnen müssen. Es wird denselben Namen tragen, den die auf Grund der vom Volk der Vereinigten Staaten erlittenen Tragödie geschaffene Medizinische Bereitschaftsmacht führte: Henry Reeve.“
Es waren schon 14 Tage ohne jegliche Antwort auf unser Angebot vergangen.
In den Abendstunden des Mittwoch, dem 14. September, traf ich erneut mit allen Mitgliedern jener Bereitschaftsmacht zusammen, die sich in einem Prozess der Vertiefung ihrer Kenntnisse befinden, um sie über die Erklärung der Gouverneurin von Louisiana in Kenntnis zu setzen, die am selben Tag in Kuba bekannt wurde, und über die von Bruno Rodríguez, erster Stellvertreter des Außenministers von Kuba, abgegebene Erklärung, dessen Inhalt ich heute wörtlich zur Information der öffentlichen Meinung vorlese.
„Sehr geehrte Kathleen Babineaux Blanco, Gouverneurin des Bundeslandes Louisiana!
„Frau Gouverneurin!
Wir haben aufmerksam ihre Verfügung Nr. KBB 2005-33 gelesen, welche die Notstandserklärung des öffentlichen Gesundheitswesens und die Aufhebung der Staatlichen Verfahrensweise zur Erteilung von Genehmigungen an externe medizinische Fachkräfte und Personal festlegt, die wörtlich aufzeigt, dass ´…obwohl eine bestimmte Anzahl von Menschen gerettet wurde, gibt es viele andere, die darauf warten, gerettet und evakuiert zu werden und medizinische Betreuung zu erhalten. Viele Bürger haben Krankheiten und Verletzungen erlitten und werden sie noch erleiden…´. Die Erklärung weist ebenfalls darauf hin, dass ´die Anzahl der zur Zeit im Bundesstaat zur Verfügung stehenden medizinischen Fachkräfte, um diesem Notstand zu begegnen, ist ungenügend und es besteht eine zusätzliche unmittelbare Nachfrage nach medizinischem Personal, um jenen vom Unglück Betroffenen medizinische Betreuung zu bieten…´
„Ich möchte Ihnen mitteilen, dass das den Vereinigten Staaten zur Hilfeleistung für die Bevölkerung und Verminderung der Leiden der Opfer des Wirbelsturms Katrina angebotene notwendige kubanische Personal bis zu einer Zahl von 1 586 qualifizierten und erfahrenen Ärzten bereit ist, unmittelbar auf dem Luftwege nach dem Bundestaat Louisiana aufzubrechen, sobald Sie die entsprechende Genehmigung der Bundesbehörde anordnen, und zwar mit den angebrachten Arzneimitteln oder jeglichen anderen, welche die neuen Umstände erfordern würden.´
„Bruno Rodríguez Parrilla, Minister a.i.“
Bis heute, am 19. September, sind weitere fünf Tage vergangen, und die Bundesbehörden haben kein einziges Wort verlauten lassen. Also bestehen immer mehr Gründe anzunehmen, dass dieses Mal das großmütige und gelegene Angebot unseres Volkes nicht angenommen werden wird.
Da die Tragödie, die die Welt erlebt, immer offensichtlicher ist, ratifizieren wir den Beschluss, heute, am 19. September 2005, das Kontingent „Henry Reeve“ zu schaffen. Zu ihm werden an erster Stelle die Mitglieder der jetzigen Bereitschaftsmacht gehören, die diesen Namen trägt. Hinzu werden nacheinander 200 Freiwillige der sich jetzt graduierenden Ärzte, 200 derjenigen des Vorjahres 2003-2004, 600 Studenten des sechsten Jahres Medizin des Studienjahres 2005-2006 und 800 des fünften Jahres desselben Studienjahres kommen. Später werden die anderen eingesetzt, keiner soll sich ausgeschlossen sfühlen.
Die zehntausenden Fachärzte in Integraler Allgemeinmedizin, sowie das diplomierte Krankenpflegepersonal und das kubanische technische Fachpersonal im Gesundheitswesen, welche Missionen im Ausland erfüllen oder schon erfüllt haben, sind eine unerschöpfliche Quelle für das Kontingent „Henry Reeve“.
Unabhängig von den Kenntnissen als Allgemeinmediziner müssen die Jüngsten, d.h. die Fachärzte in Integraler Allgemeinmedizin, welche die Mehrheit bilden werden, und die anderer Fachbereiche und unabhängig davon welches der Ort unseres Landes oder der Welt sein wird, wo sie ihre normalen Funktionen ausüben, müssen alle Mitglieder des Kontingents solide epidemiologische Kenntnisse und Kenntnisse über mit Katastrophen verbundene Krankheiten haben, sowie zwei der gebräuchlichsten Fremdsprachen beherrschen. Sie müssen angebrachte körperliche Voraussetzungen besitzen und je nach Fall die Bereitschaft und notwendige Vorbereitung, um mittels verschiedener Mittel schnell bis zu dem Punkt befördert zu werden, wo sie schnellstens benötigt werden. In diese ruhmreiche Organisation, die erste ihrer Art in der Geschichte der immer mehr der Kooperation und Solidarität bedürfenden Menschheit, können junge, von der ELAM Graduierte aus Lateinamerika und der Karibik, einschließlich der in ihr studierenden US-Amerikaner eintreten.
Das Kontingent „Henry Reeve“ kann nicht nur die Bevölkerung im Fall von Wirbelstürmen, Überschwemmungen und anderen ähnlichen Naturkatastrophen unterstützen. Bestimmte Epidemien stellen wirkliche Natur- und Gesellschaftskatastrophen dar. Man braucht zum Beispiel nur das hämorrhagische Dengue-Fieber zu nennen, welches eine wachsende Anzahl lateinamerikanischer Länder geißelt, und besonders Kindern das Leben nimmt, und andere alte oder neue schwere Krankheiten, dessen wirksamste Arten der Bekämpfung wir kennen können und sollen. Es gibt besonders eine schreckliche Epidemie – wollen wir sie so nennen – welche die Welt geißelt: VIH/AIDS. Diese droht, ganze Nationen auszurotten und sogar ausgedehnte Kontinentalregionen. Bei der Vorbeugung und im Kampf gegen jene Krankheit nimmt Kuba einen hervorragenden Platz auf der Welt ein. Wenn man den in dieser Hemisphäre vorherrschenden Index analysiert, kann man feststellen, dass es Länder mit mittlerer Ansteckungsrate gibt, wo das Voranschreiten des AIDS im Jahr 2003 – das war die zuletzt veröffentlichte Angabe – 2,4 Prozent, 2,3 Prozent, 3,2 Prozent der erwachsenen Bevölkerung zwischen 15 und 49 Jahren betragen kann. Ich nenne keine Namen, aus selbstverständlichen Gründen. In anderen ist die Ansteckungsrate noch viel höher. Der beste Index nach Kuba ist 0,6 Prozent. Ich nenne abermals keine Namen. In Kuba beträgt er 0,07 Prozent, d.h. eine 8,6 Mal geringere Ansteckungsrate, als das Land, welches sich dem am meisten annähert.
Unsere Ärzte, unsere Wissenschaftler, unsere Pharma-Chemiker und besonders diejenigen, die dem Kontingent „Henry Reeve“ angehören, müssen die maximal möglichen Kenntnisse über AIDS haben, die wirksamsten Methoden zu seiner Bekämpfung kennen und vor allem, solche Methoden den konkreten Bedingungen jedes Landes anpassen.
Wenn die entwickelten, sehr reichen Nationen sich entschließen, wirklich mit den afrikanischen Ländern und anderen der Welt im Kampf gegen AIDS zusammen zu arbeiten, werden sie Fachkräfte wie die des Kontingents „Henry Reeve“ benötigen. Dann wird man schließlich den Wert dieses Schritts in seiner ganzen Größe verstehen. Die entwickelten und reichen Staaten haben Finanzkapital zur Verfügung, aber kein menschliches Kapital. Wenn man zum Beispiel die Übertragung von der Mutter auf das Kind verhüten will, muss man die Mutter mit Kaiserschnitt operieren. Die Mütter leben in den Dörfern und in die afrikanischen Dörfer gehen die Ärzte der entwickelten Welt nicht, sie sind nicht dafür ausgebildet.
Die Ärzte, welche die ländlichen Gebiete, die Dörfer, die Slums und Armenviertel der Städte der Dritten Welt benötigen, müssen ausgebildet werden. Sogar in den unwahrscheinlich reichen Ländern wie den Vereinigten Staaten, fehlen Dutzenden Millionen Afroamerikanern, Indianern, lateinamerikanischen, haitianischen und anderen Einwanderern ein Programm zur Gesundheitsbetreuung und medizinische Betreuung.
Wir bieten an, Fachkräfte auszubilden, die bereit sind, gegen den Tod zu kämpfen. Wir werden beweisen, dass es Antworten auf viele Tragödien des Planeten gibt. Wir werden beweisen, dass der Mensch als Wesen besser sein kann und sollte. Wir werden den Wert des Bewusstseins und der Ethik beweisen. Wir bieten Leben.
Es leben die Verteidiger des Lebens, die sich heute graduieren!
Es leben die Ärztinnen und Ärzte, die in der Lage sind, den Tod zu besiegen!
Es lebe das ruhmreiche Internationale Kontingent „Henry Reeve“!
Ärzte des Studienjahres 2004-2005, die sich soeben graduierten!
Mitglieder der Brigade „Henry Reeve“!
Fachleute des Gesundheitswesens, die ruhmreiche internationale Missionen erfüllt haben!
Studenten des vierten, fünften und sechsten Studienjahres der Medizinfakultäten der Hauptstadt!
Studenten der Lateinamerikanischen Medizinschule!
Jugendliche, die Krankenpflege und Gesundheitstechnologie studieren!
Dozenten, Familienangehörige und Gäste!
Mitbürger!
Die Summe der Graduierten der lateinamerikanischen Medizinschule, die aus den Ländern Süd-, Mittel- und Nordamerikas stammen, und der jungen Kubaner, die sich heute graduieren, ergibt 3 515 neue Ärzte, die unseren Völkern und der Welt dienen werden.
Diese Zahl wird steigen, bis sie zehntausend neue Ärzte pro Jahr übertrifft, um die Verpflichtung zu erfüllen, in zehn Jahren hunderttausend lateinamerikanische und karibische Ärzte in Kuba auszubilden, und zwar auf der Grundlage des zwischen Kuba und Venezuela unterzeichneten ALBA, der auf seinem entschlossenen Weg zur Integration unserer Völker eine gleichgroße Anzahl beitragen wird.
Sich als Arzt zu graduieren bedeutet, die Türen zu einem langen Weg zu öffnen, der zur edelsten Tätigkeit führt, die ein menschliches Wesen für andere tun kann.
Obwohl jeder Mensch und jedes Volk Recht auf ein gesundes Leben hat und das Privileg eines langen und nützlichen Daseins zu genießen, haben die reichsten und am weitesten entwickelten Gesellschaften, beherrscht vom Gewinn und dem Konsumdenken, die ärztlichen Dienstleistungen in eine vulgäre Ware verwandelt, die so für die ärmsten Schichten der Bevölkerung unerreichbar sind. In vielen Ländern der Dritten Welt gibt es solche Dienstleistungen kaum. Und zwischen den entwickelten und den euphemistisch als „Entwicklungsländer“ bezeichneten sind die Unterschiede abgrundtief. Während die Statistiken entwickelte Länder mit einer Kindersterblichkeitsrate geringer als 10 pro 1 000 Lebendgeborene aufzeigen und einige Lebenserwartungen aufweisen, welche die 80-Jahre-Grenze erreichen bzw. überschreiten, gibt es andere - wie viele in Afrika – die sich bei Kindern unter einem Jahr mit Kindersterblichkeitsraten abfinden müssen, die die 100 und nicht selten 150 pro tausend Lebendgeborene überschreiten und mit einer Lebenserwartung, die sich vermindert und in einigen zwischen 30 und 40 Jahren fluktuiert. Während das vor den Augen der Welt geschieht, betragen die Militärausgaben jährlich eine Billion Dollar. Das ist nur einer anderen absurden Ausgabe vergleichbar, und zwar der Verbraucherwerbung, die sich ebenfalls auf eine Billion beläuft. Jegliche von beiden wäre mehr als ausreichend, damit alle Bewohner des Planeten ein ehrbares Leben führen könnten, wenn sie Jahr für Jahr gut investiert würden.
Weder das Klima noch das genetische Potential sind die Ursache der Tragödie. Kuba, ein tropisches Land mit einem warmen und feuchten Klima, wodurch es anfälliger für Viren, Bakterien und Pilze ist, mit einer ethnisch gemischten Bevölkerung, während fast einem halben Jahrhundert grausamer Blockade und Wirtschaftskrieg unterworfen, zeigt trotz alledem eine Kindersterblichkeitsrate unter 6 pro 1 000 Lebendgeborene bei Kindern unter einem Lebensjahr. Das liegt knapp unter der von Kanada und es wird in einer nicht fernen Zukunft 5, vielleicht weniger als 4 erreichen, um den ersten Platz auf dem Kontinent zu erreichen. Gleichzeitig wird es die Hälfte der Zeit aufwenden, welche Schweden und Japan brauchten, um ihre Lebenserwartung von 70 auf 80 Jahre zu erhöhen. Jetzt hat es 77,5 Jahre erreicht. Seine ärztlichen Dienstleistungen haben jene Erwartungen von ungefähr 60, beim Sieg der Revolution am 1. Januar 1959, um fast 18 Jahre erhöht.
Diese Worte würden überheblich erscheinen, wenn man nicht heutzutage unser Vaterland gerechterweise als jenes Land bezeichnen könnte, das auf der Welt die größten Anstrengungen unternommen hat, um seine ärztlichen Kenntnisse und Erfahrungen mit anderen Völkern zu teilen.
Im Verlaufe seiner selbstlosen revolutionären Geschichte hat unser Volk nicht ein einziges Mal versäumt, anderen Völkern, die es benötigten, seine solidarische medizinische Hilfe im Falle von Katastrophen anzubieten. Ohne darauf zu achten, wie abgrundtief die ideologischen und politischen Unterschiede, oder die erlittenen schwerwiegenden Beleidigungen seitens der Regierungen jeglichen Landes waren.
Unsere Konzepte zur menschlichen Bedingung anderer Völker und die Pflicht der Brüderlichkeit und Solidarität wurden und werden niemals verraten werden. Zehntausende kubanische Ärzte und ärztliches Personal, die auf der Welt verbreitet sind, sind ein unwiderlegbares Zeugnis von dem, was ich behaupte. Für sie wird es niemals Sprachbarrieren, Opfer, Gefahren oder Hindernisse geben. Es ist schon 43 Jahre her, seitdem Kuba die erste Arztbrigade nach Algerien schickte, das nach heldenhaftem Kampf um die Unabhängigkeit gerade vom Kolonialismus befreit war.
Nach mehr als vier Jahrzehnten und schon zu Ende der Sonderperiode wurden die ärztlichen Dienstleistungen zum wichtigsten Posten beim Güter- und Dienstleistungsaustausch unseres Landes mit der Welt auf dem Gebiet der Wirtschaft. Ohne dass Kuba deshalb aufgehört hätte, 60 Ländern der Dritten Welt, die keine wirtschaftlichen Mittel haben, seine ärztliche Kooperation vollkommen kostenlos zur Verfügung zu stellen. So war es und wird es immer sein.
Nichts von dem, was ich gesagt habe, ist jedoch mit den integralen Gesundheitsprogrammen zu vergleichen, die ins Leben gerufen wurden, nachdem der Wirbelsturm Mitch im Jahr 1998 Mittelamerika heimgesucht hatte, wobei er den Tod von zehntausenden von Kindern und Erwachsenen, besonders von armen und schutzlosen Menschen verursachte.
Wir versprachen eine ausreichende Anzahl Ärzte zu schicken, um jedes Jahr so viele Leben zu retten, wie der Wirbelsturm zerstört hat. So entstand auch, fast unmittelbar, die ELAM, die Lateinamerikanische Medizinschule. Das Integralprogramm weitete sich auf andere lateinamerikanische und karibische Nationen aus und sehr bald auf zahlreiche und abgelegene Länder Afrikas. Heutzutage ist sogar Ost-Timor im fernen Ozeanien im kubanischen integralen Gesundheitsprogramm mit einbegriffen.
Die ELAM zählt schon mehr als zwölftausend Studenten. Vor kaum zwei Monaten graduierten sich ihre ersten 1 610 Ärzte. Zu dieser Veranstaltung erschienen zahlreiche Ministerpräsidenten und andere hohe Beamte der Region, darunter unser inniger Bruder Hugo Chavez, Präsident der Bolivarianischen Republik Venezuela, mit der uns unzerstörbare historische Bande verbinden, Bande des gemeinsamen Kampfes um die vollkommene Unabhängigkeit und Integration unserer Völker.
Beide haben wir uns im Namen der Völker von Venezuela und Kuba tiefgreifend mit der Unterstützung des Gesundheitswesens, der Alphabetisierung, der Bildung, der Mission Milagro, PETROCARIBE, ELECTROCARIBE, dem Kampf gegen VIH und anderen wichtigen sozialen und Wirtschaftsprogrammen verpflichtet, die von großem menschlichen Inhalt sind und zur Integration in unserem Gebiet beitragen.
Die gewaltige Aufgabe, das Augenlicht von nicht weniger als sechs Millionen Lateinamerikanern und Menschen der Karibik zu bewahren und zurückzugeben und in zehn Jahren zweihunderttausend Menschen als Personal im Gesundheitswesen auszubilden, kennt keinen Präzedenzfall auf der Welt.
Ich bin jedoch der Überzeugung, dass diese Programme übertroffen werden. Am 30. Juni wurde davon gesprochen, die Mission Milagro auf die karibischen Länder auszuweiten. Heute, 81 Tage danach, kann ich Ihnen mitteilen, dass die Zahl der in unserem Land an den Augen Operierten aus der Karibik inzwischen schon 4 212 beträgt und die der venezolanischen Brüder während des laufenden Jahres 79 450, die zusammengezählt 83 662 ergeben.
Die in unserem Vaterland auf diesem Gebiet erreichten großen Fortschritte werden mittels des jungen Fachpersonals, d.h. mittels derjenigen, die beginnen, sich in der Lateinamerikanischen Medizinschule zu graduieren, auf andere Bruderländer unserer Region verbreitet werden.
Es ist eine reale Tatsache, dass die ärztliche Kooperation von Kuba und seiner wissenschaftlichen Forschungsstätten mit anderen Teilen der Welt sich zum Nutzen der Menschheit schnell ausbreitet. Deshalb ist an dem Verhalten von Kuba nicht verwunderlich, dass es nicht zögerte, dem Volk der Vereinigten Staaten unmittelbar das Schicken von erfahrenem Arztpersonal mit den unerlässlichen Mitteln zur Notbetreuung von Menschen anzubieten, die Gefahr laufen, auf Grund einer großen Naturkatastrophe zu sterben. Hinzu kam die Tatsache, dass unser Land das nächstgelegen zum vom Wirbelsturm heimgesuchten Gebiet ist und in der Lage war, innerhalb von Stunden menschliche und materielle Hilfe zu schicken. Es war so, als ob ein großer US-amerikanischer Kreuzer mit tausenden von Passagieren an Bord in der Nähe unserer Küsten untergehen würde. Wir konnten nicht gleichgültig bleiben. Niemand würde glauben, dass so eine Hilfe als eine Beleidigung oder Erniedrigung angesehen werden könnte. Unsere Botschaft wurde den Bundesbehörden der Vereinigten Staaten zugesandt, als Katrina kaum mit seiner zerstörerischen Macht über New Orleans hinweggefegt war. Es ist schmerzhaft, dies zu denken, aber vielleicht hätten einige jener verzweifelten, vom Wasser belagerten und dem Tode nahen Menschen gerettet werden können. Eine harte Lehre für diejenigen, die der falscher Stolz und falsche Konzepte dazu führten, nicht einmal verspätet auf unser Angebot zu antworten, was nicht das erste Mal unter ähnlichen Umständen war. Einige haben versucht, dieses Verhalten zu rechtfertigen, indem sie das Abweisen seitens Kubas des lächerlichen Geldangebots von fünfzigtausend Dollar anführten, was wir wegen auf der Hand liegenden geschichtlichen und moralischen Gründen, inmitten einer Blockade, die mehrere Milliarden Dollar gekostet hat, verbunden mit der Belästigung und den Aggressionen während eines halben Jahrhunderts, die Tausende Leben gefordert haben, abweisen mussten. Wir haben kein Geld angeboten, wir boten an, Leben zu retten. Und unser Angebot bleibt bestehen, für heute oder für morgen, wie es Gewohnheitsnorm für Kuba bezüglich jeglichen Volkes der Welt ist.
Dass wir zu diesem Thema etwas gesagt haben, war dadurch bedingt, dass in einer langen Liste von Ländern, die Hilfe angeboten haben, der Name von Kuba verschwiegen wurde, was Verwirrung und sogar Erstaunen bei vielen Freunden unseres Landes auf der Welt hervorrief. So erläuterten wir es am 2. September, drei Tage nach unserem Angebot, wobei wir unsere Bereitschaft dahingehend konkretisierten, innerhalb von 12 bis 36 Stunden 1 100 Ärzte mit 24 Tonnen unentbehrlicher Arzneimittel in ihren Rucksäcken auf dem Luftwege zu schicken. Am 4. September, 48 Stunden später, erreichte jene Bereitschaftsmacht schon eine Stärke von 1 586 Fachkräften, bereit mit 36 Tonnen Arzneimitteln abzureisen. Sie war im Kongress-Center versammelt und wurde im Gedenken an jenen außerordentlichen jungen US-amerikanischen Kämpfer, der im Kampf um die Unabhängigkeit Kubas fiel, Medizinische Bereitschaftsmacht „Henry Reeve“ benannt.
In den Abendstunden des 12. September wurde der Zeitung Granma eine Mitteilung übergeben, die am 13. veröffentlicht wurde. In ihr wurde mitgeteilt, dass die Graduierung der Ärzte des Studienjahres 2004-2005 am 19. September um 17 Uhr auf dem Flaggenplatz der Lateinamerikanischen Medizinschule stattfinden würde. Das Wetter hat uns geschwungen, rechtzeitig den Standort zu ändern. Ebenfalls wurde mitgeteilt, ich zitiere wörtlich:
„An diesem Tag wird eine Organisation gegründet werden, die bis jetzt keinen Präzedenzfall auf der Welt kennt: das Internationale Ärzte-Kontingent mit Spezialisierung in Katastrophensituationen und schwerwiegenden Epidemien. Dieses wird den Platz der ärztlichen Bereitschaftsmacht einnehmen, welche zur Unterstützung des Volkes der Vereinigten Staaten geschaffen wurde, sobald der Katrina mit seiner gesamten Brutalität über den Süden jenes Landes herfiel. Sein Ziel wird es sein, nicht nur eine bestimmte Nation zu unterstützen, sondern unmittelbar mittels seines besonders ausgebildeten Personals mit jeglichem Land zusammenzuarbeiten, das eine ähnliche Katastrophe erleidet, besonders mit denjenigen, die großen Plagen wie Wirbelstürmen, Überschwemmungen und anderen Naturphänomenen dieses Schweregrades begegnen müssen. Es wird denselben Namen tragen, den die auf Grund der vom Volk der Vereinigten Staaten erlittenen Tragödie geschaffene Medizinische Bereitschaftsmacht führte: Henry Reeve.“
Es waren schon 14 Tage ohne jegliche Antwort auf unser Angebot vergangen.
In den Abendstunden des Mittwoch, dem 14. September, traf ich erneut mit allen Mitgliedern jener Bereitschaftsmacht zusammen, die sich in einem Prozess der Vertiefung ihrer Kenntnisse befinden, um sie über die Erklärung der Gouverneurin von Louisiana in Kenntnis zu setzen, die am selben Tag in Kuba bekannt wurde, und über die von Bruno Rodríguez, erster Stellvertreter des Außenministers von Kuba, abgegebene Erklärung, dessen Inhalt ich heute wörtlich zur Information der öffentlichen Meinung vorlese.
„Sehr geehrte Kathleen Babineaux Blanco, Gouverneurin des Bundeslandes Louisiana!
„Frau Gouverneurin!
Wir haben aufmerksam ihre Verfügung Nr. KBB 2005-33 gelesen, welche die Notstandserklärung des öffentlichen Gesundheitswesens und die Aufhebung der Staatlichen Verfahrensweise zur Erteilung von Genehmigungen an externe medizinische Fachkräfte und Personal festlegt, die wörtlich aufzeigt, dass ´…obwohl eine bestimmte Anzahl von Menschen gerettet wurde, gibt es viele andere, die darauf warten, gerettet und evakuiert zu werden und medizinische Betreuung zu erhalten. Viele Bürger haben Krankheiten und Verletzungen erlitten und werden sie noch erleiden…´. Die Erklärung weist ebenfalls darauf hin, dass ´die Anzahl der zur Zeit im Bundesstaat zur Verfügung stehenden medizinischen Fachkräfte, um diesem Notstand zu begegnen, ist ungenügend und es besteht eine zusätzliche unmittelbare Nachfrage nach medizinischem Personal, um jenen vom Unglück Betroffenen medizinische Betreuung zu bieten…´
„Ich möchte Ihnen mitteilen, dass das den Vereinigten Staaten zur Hilfeleistung für die Bevölkerung und Verminderung der Leiden der Opfer des Wirbelsturms Katrina angebotene notwendige kubanische Personal bis zu einer Zahl von 1 586 qualifizierten und erfahrenen Ärzten bereit ist, unmittelbar auf dem Luftwege nach dem Bundestaat Louisiana aufzubrechen, sobald Sie die entsprechende Genehmigung der Bundesbehörde anordnen, und zwar mit den angebrachten Arzneimitteln oder jeglichen anderen, welche die neuen Umstände erfordern würden.´
„Bruno Rodríguez Parrilla, Minister a.i.“
Bis heute, am 19. September, sind weitere fünf Tage vergangen, und die Bundesbehörden haben kein einziges Wort verlauten lassen. Also bestehen immer mehr Gründe anzunehmen, dass dieses Mal das großmütige und gelegene Angebot unseres Volkes nicht angenommen werden wird.
Da die Tragödie, die die Welt erlebt, immer offensichtlicher ist, ratifizieren wir den Beschluss, heute, am 19. September 2005, das Kontingent „Henry Reeve“ zu schaffen. Zu ihm werden an erster Stelle die Mitglieder der jetzigen Bereitschaftsmacht gehören, die diesen Namen trägt. Hinzu werden nacheinander 200 Freiwillige der sich jetzt graduierenden Ärzte, 200 derjenigen des Vorjahres 2003-2004, 600 Studenten des sechsten Jahres Medizin des Studienjahres 2005-2006 und 800 des fünften Jahres desselben Studienjahres kommen. Später werden die anderen eingesetzt, keiner soll sich ausgeschlossen sfühlen.
Die zehntausenden Fachärzte in Integraler Allgemeinmedizin, sowie das diplomierte Krankenpflegepersonal und das kubanische technische Fachpersonal im Gesundheitswesen, welche Missionen im Ausland erfüllen oder schon erfüllt haben, sind eine unerschöpfliche Quelle für das Kontingent „Henry Reeve“.
Unabhängig von den Kenntnissen als Allgemeinmediziner müssen die Jüngsten, d.h. die Fachärzte in Integraler Allgemeinmedizin, welche die Mehrheit bilden werden, und die anderer Fachbereiche und unabhängig davon welches der Ort unseres Landes oder der Welt sein wird, wo sie ihre normalen Funktionen ausüben, müssen alle Mitglieder des Kontingents solide epidemiologische Kenntnisse und Kenntnisse über mit Katastrophen verbundene Krankheiten haben, sowie zwei der gebräuchlichsten Fremdsprachen beherrschen. Sie müssen angebrachte körperliche Voraussetzungen besitzen und je nach Fall die Bereitschaft und notwendige Vorbereitung, um mittels verschiedener Mittel schnell bis zu dem Punkt befördert zu werden, wo sie schnellstens benötigt werden. In diese ruhmreiche Organisation, die erste ihrer Art in der Geschichte der immer mehr der Kooperation und Solidarität bedürfenden Menschheit, können junge, von der ELAM Graduierte aus Lateinamerika und der Karibik, einschließlich der in ihr studierenden US-Amerikaner eintreten.
Das Kontingent „Henry Reeve“ kann nicht nur die Bevölkerung im Fall von Wirbelstürmen, Überschwemmungen und anderen ähnlichen Naturkatastrophen unterstützen. Bestimmte Epidemien stellen wirkliche Natur- und Gesellschaftskatastrophen dar. Man braucht zum Beispiel nur das hämorrhagische Dengue-Fieber zu nennen, welches eine wachsende Anzahl lateinamerikanischer Länder geißelt, und besonders Kindern das Leben nimmt, und andere alte oder neue schwere Krankheiten, dessen wirksamste Arten der Bekämpfung wir kennen können und sollen. Es gibt besonders eine schreckliche Epidemie – wollen wir sie so nennen – welche die Welt geißelt: VIH/AIDS. Diese droht, ganze Nationen auszurotten und sogar ausgedehnte Kontinentalregionen. Bei der Vorbeugung und im Kampf gegen jene Krankheit nimmt Kuba einen hervorragenden Platz auf der Welt ein. Wenn man den in dieser Hemisphäre vorherrschenden Index analysiert, kann man feststellen, dass es Länder mit mittlerer Ansteckungsrate gibt, wo das Voranschreiten des AIDS im Jahr 2003 – das war die zuletzt veröffentlichte Angabe – 2,4 Prozent, 2,3 Prozent, 3,2 Prozent der erwachsenen Bevölkerung zwischen 15 und 49 Jahren betragen kann. Ich nenne keine Namen, aus selbstverständlichen Gründen. In anderen ist die Ansteckungsrate noch viel höher. Der beste Index nach Kuba ist 0,6 Prozent. Ich nenne abermals keine Namen. In Kuba beträgt er 0,07 Prozent, d.h. eine 8,6 Mal geringere Ansteckungsrate, als das Land, welches sich dem am meisten annähert.
Unsere Ärzte, unsere Wissenschaftler, unsere Pharma-Chemiker und besonders diejenigen, die dem Kontingent „Henry Reeve“ angehören, müssen die maximal möglichen Kenntnisse über AIDS haben, die wirksamsten Methoden zu seiner Bekämpfung kennen und vor allem, solche Methoden den konkreten Bedingungen jedes Landes anpassen.
Wenn die entwickelten, sehr reichen Nationen sich entschließen, wirklich mit den afrikanischen Ländern und anderen der Welt im Kampf gegen AIDS zusammen zu arbeiten, werden sie Fachkräfte wie die des Kontingents „Henry Reeve“ benötigen. Dann wird man schließlich den Wert dieses Schritts in seiner ganzen Größe verstehen. Die entwickelten und reichen Staaten haben Finanzkapital zur Verfügung, aber kein menschliches Kapital. Wenn man zum Beispiel die Übertragung von der Mutter auf das Kind verhüten will, muss man die Mutter mit Kaiserschnitt operieren. Die Mütter leben in den Dörfern und in die afrikanischen Dörfer gehen die Ärzte der entwickelten Welt nicht, sie sind nicht dafür ausgebildet.
Die Ärzte, welche die ländlichen Gebiete, die Dörfer, die Slums und Armenviertel der Städte der Dritten Welt benötigen, müssen ausgebildet werden. Sogar in den unwahrscheinlich reichen Ländern wie den Vereinigten Staaten, fehlen Dutzenden Millionen Afroamerikanern, Indianern, lateinamerikanischen, haitianischen und anderen Einwanderern ein Programm zur Gesundheitsbetreuung und medizinische Betreuung.
Wir bieten an, Fachkräfte auszubilden, die bereit sind, gegen den Tod zu kämpfen. Wir werden beweisen, dass es Antworten auf viele Tragödien des Planeten gibt. Wir werden beweisen, dass der Mensch als Wesen besser sein kann und sollte. Wir werden den Wert des Bewusstseins und der Ethik beweisen. Wir bieten Leben.
Es leben die Verteidiger des Lebens, die sich heute graduieren!
Es leben die Ärztinnen und Ärzte, die in der Lage sind, den Tod zu besiegen!
Es lebe das ruhmreiche Internationale Kontingent „Henry Reeve“!
Sonntag, 4. September 2005
Rede beim Treffen mit der angebotenen medizinischen Brigade zur Unterstützung des Volkes der USA in den vom Hurrikan Katrina betroffenen Gebieten
Rede des Präsidenten der Republik Kuba, Fidel Castro Ruz, beim Treffen mit der angebotenen medizinischen Brigade zur Unterstützung des Volkes der USA in den vom Hurrikan Katrina betroffenen Gebieten, 4. September 2005.
Liebe Mitglieder der medizinischen Brigade, die gebildet wurde, um den im Süden der USA vom Hurrikan Katrina Betroffenen, Hilfe zu leisten;
Geehrte Gäste;
Mitbürger:
Vor gerade 48 Stunden beendete ich meine Worte im Podiumsgespräch, wo ich mit ganzer Präzision unser Angebot wiederholte, eine medizinische Brigade mit den notwendigen Mitteln zu entsenden, um zehntausenden Nordamerikanern dringende Hilfe zu leisten, die zwischen Überschwemmungen und Ruinen eingeschlossenen waren, welche der Hurrikan Katrina in seinem Durchzug durch Luisiana und andere Südstaaten der USA hinterlassen hat.
Es war klar, dass die größte Gefahr jenen verzweifelten Massen des einfachen Volkes drohte, darunter vielen alten Menschen mit Gesundheitsproblemen, schwangeren Frauen, Müttern und Kindern, die dringend medizinische Betreuung benötigten.
In so einer Situation zählt nicht, wie reich das Land ist, die Zahl seiner Wissenschaftler und sein großer technischer Fortschritt; was in diesem Moment benötigt wird, sind junge und gut trainierte Fachkräfte, gereift durch die erprobte Erfahrung in medizinischer Tätigkeit unter außergewöhnlichen Bedingungen, die mit einem Minimum an Mitteln sofort, auf dem Luftweg oder anderen Wegen, zu bestimmten Gebäuden oder konkreten Punkten entsandt werden können, wo Menschen in Lebensgefahr schweben.
Im Fall von Kuba, nicht weit entfernt von Luisiana, Mississippi und Alabama, gab es diese günstigen Bedingungen, um dem nordamerikanischen Volk Unterstützung anzubieten. Den USA können in diesem Moment von allen Teilen der Welt Milliarden Dollar gespendet werden, ohne dass damit ein einziges Menschenleben gerettet wird, von denen, die in New Orleans und anderen kritischen Orten in diesen Augenblicken tödlichen Gefahren unterliegen. Kuba könnte nicht mal das Mindeste unternehmen, um der in Gefahr schwebenden Besatzung eines Raumschiffes oder eines nuklearen Unterseebootes zu helfen; aber den Opfern von Katrina, in unmittelbarer Lebensgefahr, könnten wir eine bedeutende und lebensnotwendige Hilfe anbieten. Und das war es, was es vom ersten Augenblick an tat, am Sonnabend, dem 30. August um 12:45 Uhr, als die Stürme und Regen gerade aufgehört hatten. Wir bereuen das nicht, obwohl Kubas Name in der langen Liste der Länder, die dem nordamerikanischen Volk Solidarität boten, nicht einmal erwähnt wurde.
Weil ich sehr gut wusste, dass ich mit Männern und Frauen wie Ihnen zählen kann, wagte ich, das Angebot drei Tage später zu wiederholen, wobei ich versprach, dass in weniger als 12 Stunden die ersten 100 Ärzte mit den lebenswichtigen Mitteln in ihren Rucksäcken in Houston sein könnten; 10 Stunden später weitere 500; und in weniger als 36 Stunden weitere 500, insgesamt 1 100, die zumindest eins der vielen Menschenleben retten könnten, die in diesen dramatischen Augenblicken in Lebensgefahr standen.
Vielleicht dachten einige, die die Ehre und den Solidaritätsgeist unseres Volkes nicht kennen, es handle sich um einen Bluff oder eine lächerliche Übertreibung. Unser Land spielt nie mit so ernsten Angelegenheiten und hat sich nie der Schmach der Demagogie oder der Lüge bedient. Deshalb haben wir uns mit Stolz hier im Kongresspalast versammelt, wo vor nur drei Tagen eine Schweigeminute für die Opfer des Hurrikans, der die USA peitschte, gehalten wurde, und es wurde diesem Brudervolk unser tiefstes Beileid ausgesprochen. Hier sind wir, und nicht mit 1 100, sondern mit 1 586 Ärzten, einschließlich 300 der Reserve, angesichts der immer mehr alarmierenden Meldungen, die eintrafen. In der Tat sind weitere 300 Ärzte dazu gekommen, für die nicht möglich war hier zu sein. Wir hatten angekündigt, unsere Bereitschaft Tausende zu entsenden, wenn es notwendig wäre. Diese 300 sind doch gekommen und wohnen diese Veranstaltung von einem anderem Saal bei.
24 Stunden reichten aus, damit die Gesamtheit der Einberufenen für die Durchführung der versprochenen Mission aus allen Winkeln des Landes in die Hauptstadt kamen. Wir haben alles mit absoluter Pünktlichkeit und Genauigkeit erfüllt.
Sie ehren den edlen Beruf des Arztes. Mit Ihrer schnellen Antwort und ohne jedes Schwanken, bereit, unter neuen und schwierigen Bedingungen die Pflicht zu erfüllen, schreiben Sie eine Seite der Geschichte der Solidarität zwischen den Völkern, und Sie zeigen der gepeinigten und bedrohten menschlichen Rasse, der wir alle angehören, einen friedlichen Weg auf.
Diese medizinische Brigade umfasst:
· 1097 Fachärzte für Integrale Allgemeinmedizin, von denen mehr als 600 Zusatzstudien zur Erreichung des Magistertitels für Medizinwissenschaften absolvieren;
· 351 Ärzte der Allgemeinmedizin und der Intensivpflege;
· 72 Fachärzte, die zwei medizinische Fachrichtungen beherrschen; und
· 66 Fachärzte für Kardiologie, Pädiatrie, Gastroenterologie, Chirurgie, Psychiatrie, Epidemiologie und andere Fachrichtungen.
Von dieser Brigade:
· 699 haben zwei oder mehr internationale Missionen in 43 Ländern erfüllt; und
· 727 sind vorbereitet und bereit für Missionen in Lateinamerika, Afrika und Asien. Sie konnten aufgrund der Dringlichkeit der Situation im Süden der Vereinigten Staaten dieser Brigade beitreten, ohne dass wir auf die internationalen Verpflichtungen mit anderen Ländern verzichten. Ein anderes Personal mit ähnlicher Qualifikation wird sie übernehmen.
Das Durchschnittsalter des gesamten Personals liegt bei 32 Jahren (die überwiegende Mehrheit war zum Zeitpunkt des Sieges der Revolution noch nicht geboren, viele von Ihnen waren auch 15 Jahre nach dem Sieg noch nicht geboren) und die durchschnittliche professionelle Erfahrung liegt bei 10 Jahre. Einige mehr, andere unter 10 Jahren aber die meisten mehr.
729 sind Männer und 857 Frauen.
Die Schwere der sanitären Situation und die Gefahren, die der Hurrikan Katrina in den Vereinigten Staaten hinterlassen hat, werden deutlich von den internationalen Nachrichtenagenturen und der Presse der USA wiedergegeben:
Die Agentur EFE informiert, dass im Stadion von Houston, Texas, jetzt zur Wohnstätte von über fünfzehntausend aus New Orleans evakuierten Personen geworden. Davon konnten bisher nur dreitausend Behandlung erhalten. Es wird die Existenz von hoch ansteckenden Krankheiten gemeldet, sowie von Ausbrüchen von Durchfall und Erbrechen, die sich aufgrund der Bedingungen der Zusammenferchung, unter denen sich diese Personen befinden, beschleunigt auszubreiten drohen.
Der Washington Post informiert in seiner Ausgabe von gestern, Sonnabend, dass in Mississippi in diesen Momenten Kraftstoff und ärztliche Betreuung die hautsächlichsten Bedürfnisse sind.
Ein Büro der Agentur AP informiert, dass zwei der Krankenhäuser in New Orleans mit den größten Problemen evakuiert wurden, nachdem die Ärzte verzweifelt zwei Tage lang die schwere Entscheidung zu treffen hatten, an welche Patienten sie die mangelnden Vorräte an Essen, Wasser und Medikamenten austeilen sollten. Drei Kranke im Endstadium verstarben während der Evakuierung, und man könnte nicht präzisieren, wie viele starben, bevor endlich die Hilfe kam. Einige Angestellten des Krankenhauses verabreichten sich gegenseitig intravenöse Serum in Erwartung, gerettet zu werden.
Die Kette Fox News hob gestern hervor, dass die Beschäftigten des Gesundheitswesens in New Orleans rund um die Uhr und ohne Pause arbeiten, um die Patienten im kritischen Stadium zu behandeln und um die sanitäre Katastrophe in den schon überfüllten medizinischen Einrichtungen abzuwenden. Das Personal des Gesundheitswesen arbeitet pausenlos, aber die Kräfte lassen nach. Es muss dringend etwas getan werden.
Ein Sprecher der Abteilung Gesundheit und Krankenhäuser von Luisiana, Kyle Viator, erklärte gestern: „Wir haben Dialysepatienten, Diabetiker, Personen, die reguläre Behandlung und Verordnungen benötigen. Unsere Mittel erschöpfen sich. Ein Drittel der Bevölkerung ist in diesem Moment örtlich verdrängt, und zu dieser Gruppe gehört unser medizinisches Personal“.
Ein Artikel der spanischen Zeitung El Mundo bringt den dramatischen Zeugenbericht von Nina Ferguson, 46 Jahre alt, eine schwarze Einwohnerin von New Orleans, die versichert, die Übelkeit nicht überwinden zu können, seit sie von dem Militär-Lastkraftwagen abgestiegen ist, der sie nach Housten gebracht hat, und sie fügte hinzu: „dafür wären wir lieber im Kongresszentrum geblieben, wo ich Kinder an Wasserentzug sterben sah sowie mehrere Greise, ohne dass sich jemand um sie gekümmert hätte“.
Eine andere Einwohnerin, Rosanne Asuen, Diabetikerin und übergewichtig, musste von einer freiwilligen Krankenschwester, die wie sie kämpfte, dort rauszukommen, wiederbelebt werden.
Eine Mutter, Evelyn Sander, 23 Jahre alt, erzählt, wie sie den Schweiß auf der Stirn ihres einmonatigen Babys, Isaiah, säuberte, das Sympthome von Wasserentzug hatte und voller Bisse von Fliegen.
Die Organisation der Vereinten Nationen für die Kindheit (UNICEF) drückte in einem gestern, Sonnabend, verbreiteten Kommuniqué, ihre Besorgnis über die Situation der Kinder der betroffenen Gebiete aus. Gemäß der UNICEF schätzt man, dass zwischen einem Drittel und einem Viertel der 1,2 Millionen Menschen, die in Luisiana, Mississippi und Alabama schutzlos geworden sind, Kinder sind.
Ein Sprecher des Zentrums für Kontrolle und Vorbeugung von Krankheiten (CDC in der englischen Abkürzung), mit Sitz in Atlanta, sagte zu EFE, dass das stehende Wasser ein geeignetes Umfeld für die Ausbreitung des Niro-Virus darstellt, sowie für das Auftreten von Herden von Hepatitis A und der Bakterie E. Coli, ein potenziell tödlicher Krankheitsverursacher, der unter anderen Simpthomen Durchfall und Versagen der Nierenfunktion hervorheben kann.
Eine Meldung der AFP von gestern in Housten weist darauf hin, dass Texas versprochen hat, die tausenden vertriebenen Personen zu beherbergen, und dass in den Hotels von Housten Wassermangel einsetzt und sich die Behandlung der Kranken herauszögert. Steven Glonsky, Arzt des Methodistischen Krankenhauses dieser Stadt, der dreizehn Stunden lang Überlebende mit Wasserentzug, traumatisiert und mit chronischen Krankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck behandelt hatte, versicherte, dass es sich um eine beispiellose Krise handle.
Der Chef der Republikanergruppe des nordamerikanischen Senats, Bill Frist, der sich in New Orleans befindet, räumte an, dass „die Ärzte und Krankenschwestern eine große Arbeit leisten, aber es herrschen weiterhin ernste Probleme in der Verteilung der Betreuung“, und dass „dutzende von Personen täglich sterben“.
Laut dem Boston Globe, stehen Luisiana und Mississippi dem schlimmsten Desaster des Gesundheitswesens der Nation in vielen Jahrzehnten gegenüber.
Die gleiche Zeitung gibt Erklärungen von Doktor Marshall Bouldin, Direktor für Diabetes und Metabolismus des Universitäts-Medizinischen Zentrums Jackson in Mississippi wieder, der aufzeigte: „wir haben die Möglichkeit, Dinge zu sehen, die wir in vielen Jahren nicht gesehen haben: Cholera, Typhusfieber, Tetanus, Malaria. Wir haben solche Bedingungen in 50 Jahren nicht gesehen. Die Personen sind zusammengefercht und bewegen sich zwischen den Fäkalien“.
Die Liste der Gesundheitsprobleme, auf die von der Presse und den auf Gesundheitsfragen spezialisierten Einrichtungen Bezug genommen wird, wäre endlos.
Die Rucksäcke unserer Ärzte beinhalten genau jene Mittel, die gebraucht werden, um im Terrain die Probleme in Angriff zu nehmen, Probleme in Verbindung mit Wasserentzug, Bluthochdruck, Diabetes Mellitus, Infektionen an verschiedenen Stellen des Organismus: Lungen, Knochen, Haut, Ohren, Harnwege, Reproduktionssystem, Verdauungssystem. Ebenfalls Medikamente gegen Durchfall; schmerzstillende und fiebersenkende Medikamente; Medikamente für die Notbetreuung bei Herzinfarkten, Allergien aller Art; für die Behandlung von Bronchialasthma und anderen ähnlichen Problemen, mit gerade 40 Produkten von erprobter Effizienz in solchen Notsituationen.
Diese Fachkräfte haben zwei Rucksäcke, jeder von beiden beinhaltet die Sammlung solcher Produkte, bei 12 Kilogramm Gewicht jedes Rucksackes. In der Tat wurde es festgestellt als die nötigen Rucksäcke organisiert wurden. Nur die Hälfte der Medikamente passte in einem Rucksack. Daher wurden für jeden Arzt zwei Rucksäcke vorbereitet. Dazu kommt der kleine Koffer mit den Diagnosegeräten begleitet bei einer großen klinischen Erfahrung, wodurch sich unsere Ärzte auszeichnen, die schon daran gewohnt sind, zu diagnostizieren ohne X Ray, ohne Fäkalienanalyse, ohne Blutuntersuchung und Ultraschall etc.
Da die Zahl der Ärzte gestiegen ist, beträgt das Gesamtgewicht der Medikamente 36 Tonnen. Die erste Berechnung lag darunter.
Kuba besitzt die moralische Authorität, über das Thema eine Meinung zu äußern und dieses Angebot zu machen. Es verfügt heute über die höchste Rate der Ärzte pro Einwohner in der ganzen Welt, und kein anderes Land hat auf dem Gebiet der Gesundheit eine größere Zusammenarbeit mit anderen Völkern entwickelt.
Von de 130 000 Fachkräften des Gesundheitswesens mit Hochschulabschluss leisten heute 25 845 internationale Missionen in 66 Ländern. Sie betreuen eine Bevölkerung von 85 154 748 Einwohnern, 34,7 Millionen in Lateinamerika und der Karibik und 50,4 Millionen in Afrika und Asien. 17 651 von ihnen sind Ärzte, 3 069 sind Zahnärzte und 3 117 gehören zum Technischen Personal im Bereich der Optik und anderen Bereichen.
Heute studieren Medizin in Kuba kostenlos mehr als 12 000 Jugendliche aus anderen Ländern, vor Allem aus Lateinamerika und der Karibik. Diese Zahl wird sich bald erhöhen. In der Lateinamerikanischen Hochschule für Medizin studieren sogar Dutzende junger US-Bürger. Ihre Türe stehen seit ihrer Gründung für Studenten dieses Landes offen.
Gerade heute habe ich einen herzbewegenden Brief von Absolventen dieses Zentrums erhalten, der wörtlich so lautet:
„Seiner Exzellenz Comandante Fidel Castro Ruz;
„Lieber Comandante an Jefe:
„Anlässlich der schrecklichen Ereignisse, die in New Orleans passiert sind, der Auswirkungen des zerstörerischen Hurrikans Katrina, und Ihres Auftretens im Podiumsgespräch am Nachmittag sind wir, Absolventen der ELAM (Lateinamerikanischen Hochschule für Medizin) aus Honduras und anderen Ländern tief berührt von der Situation, die die nordamerikanischen Brüder heute erleiden, und da wir selber Opfer einer Naturkatastrophe waren, wie es der Hurrikan Mich war, solidarisieren wir uns mit ihnen in dieser Tragödie. Wir möchten uns dem Angebot, das Sie dem Brudervolk gemacht haben, in diesen kritischen Momenten Ärzte der Allgemeinmedizin zur Hilfe zu entsenden, anschließen.
„Sie sollen wissen, dass Sie in uns ´Ärzte haben, die bereit sind, dorthin zu gehen, wo sie gebraucht werden´.
„Unsere Wege eingefügt in Ihre Träume.
„Mit unendlicher Zärtlichkeit und ewig dankbar,
„Erster Jahrgang der Absolventen der ELAM.“
Diesen Brief haben 85 Jugendliche, frische Absolventen der Lateinamerikanischen Hochschule für Medizin, unterschrieben, die ausdrückten, dass die Unterschriften und Namen die Kameraden repräsentieren, die in Havanna sind, und dass es mehr bereite Kameraden gibt, die sich aber außerhalb des Landes auf Urlaub befinden.
Als 1868 unser erster Unabhängigkeitskrieg begann, ist eine Gruppe von nordamerikanischen Bürgern der kubanischen patriotischen Kräfte beigetreten. Einer von ihnen, sehr jung, hob sich durch seinen außerordentliche Mut hervor und schrieb Seiten ansehnlichen Heldentums. Henry Reeve. Sein unvergesslicher Name ist im Herzen unseres Volkes eingetragen, zusammen mit Lincoln und anderen berühmten Nordamerikanern in der Tribüne, die während der Tage des Kampfes um die Rückkehr des Jungen Elián González errichtet wurde. In diesem Kampf war das edle Volk der USA entscheidender Faktor bei der Erringung einer gerechten Entscheidung.
Henry Reeve, schon fast Invalide wegen seiner Verwundungen nach sieben Jahren Krieg, fiel am 4. August 1876 in der Nähe von Yaguarama, heute Provinz Cienfuegos.
Ich schlage vor, dass diese Brigade, bestehend aus kubanischen Ärzten, die sich anboten, nordamerikanische Leben zu retten, den ruhmreichen Namen „Henry Reeve“ trägt.
Diese Ärzte – ich meine euch - könnten alle schon dort sein und ihre Dienste leisten. Es sind 48 Stunden vergangen und wir haben keine Antwort auf die Wiederholung unseres Angebots erhalten. Wir werden geduldig die Tage abwarten, die erforderlich sind. Während dessen werden sie die Zeit benutzen für Intensivkurse der Epidemiologie und zur Vervollkommnung der englischen Sprache. Wenn letztendlich keine Antwort kommt oder eurer Einsatz nicht nötig sein sollte, würde deshalb trotzdem kein Unmut in unseren Reihen, - nicht bei euch, nicht bei uns nicht bei unserem Volk- auftreten. Ganz im Gegenteil, wir würden uns befriedigt fühlen, unsere Pflicht erfüllt zu haben, und überaus glücklich zu wissen, dass kein weiterer nordamerikanischer Bürger von denen, die den schmerzhaften und verräterischen Schlag des Hurrikans Katrina erlitten haben, wegen fehlender ärztlicher Betreuung stirbt, wenn dies die Ursache für die Abwesenheit unserer Ärzte wäre.
Die Brigade „Henry Reeve“ wurde gegründet, und jede beliebige Aufgabe, die sie in irgend einem Winkel der Welt oder in unserem eigenen Land übernimmt, wird immer den Ruhm der mutigen und würdigen Antwort tragen, die Ihr auf den Aufruf zur Solidarität mit dem Brudervolk der USA, und speziell seinen ärmsten Söhnen, gabt.
Vorwärts, großzügige Verteidiger der Gesundheit und des Lebens, Sieger über Schmerz und Tod!
Danke!
Liebe Mitglieder der medizinischen Brigade, die gebildet wurde, um den im Süden der USA vom Hurrikan Katrina Betroffenen, Hilfe zu leisten;
Geehrte Gäste;
Mitbürger:
Vor gerade 48 Stunden beendete ich meine Worte im Podiumsgespräch, wo ich mit ganzer Präzision unser Angebot wiederholte, eine medizinische Brigade mit den notwendigen Mitteln zu entsenden, um zehntausenden Nordamerikanern dringende Hilfe zu leisten, die zwischen Überschwemmungen und Ruinen eingeschlossenen waren, welche der Hurrikan Katrina in seinem Durchzug durch Luisiana und andere Südstaaten der USA hinterlassen hat.
Es war klar, dass die größte Gefahr jenen verzweifelten Massen des einfachen Volkes drohte, darunter vielen alten Menschen mit Gesundheitsproblemen, schwangeren Frauen, Müttern und Kindern, die dringend medizinische Betreuung benötigten.
In so einer Situation zählt nicht, wie reich das Land ist, die Zahl seiner Wissenschaftler und sein großer technischer Fortschritt; was in diesem Moment benötigt wird, sind junge und gut trainierte Fachkräfte, gereift durch die erprobte Erfahrung in medizinischer Tätigkeit unter außergewöhnlichen Bedingungen, die mit einem Minimum an Mitteln sofort, auf dem Luftweg oder anderen Wegen, zu bestimmten Gebäuden oder konkreten Punkten entsandt werden können, wo Menschen in Lebensgefahr schweben.
Im Fall von Kuba, nicht weit entfernt von Luisiana, Mississippi und Alabama, gab es diese günstigen Bedingungen, um dem nordamerikanischen Volk Unterstützung anzubieten. Den USA können in diesem Moment von allen Teilen der Welt Milliarden Dollar gespendet werden, ohne dass damit ein einziges Menschenleben gerettet wird, von denen, die in New Orleans und anderen kritischen Orten in diesen Augenblicken tödlichen Gefahren unterliegen. Kuba könnte nicht mal das Mindeste unternehmen, um der in Gefahr schwebenden Besatzung eines Raumschiffes oder eines nuklearen Unterseebootes zu helfen; aber den Opfern von Katrina, in unmittelbarer Lebensgefahr, könnten wir eine bedeutende und lebensnotwendige Hilfe anbieten. Und das war es, was es vom ersten Augenblick an tat, am Sonnabend, dem 30. August um 12:45 Uhr, als die Stürme und Regen gerade aufgehört hatten. Wir bereuen das nicht, obwohl Kubas Name in der langen Liste der Länder, die dem nordamerikanischen Volk Solidarität boten, nicht einmal erwähnt wurde.
Weil ich sehr gut wusste, dass ich mit Männern und Frauen wie Ihnen zählen kann, wagte ich, das Angebot drei Tage später zu wiederholen, wobei ich versprach, dass in weniger als 12 Stunden die ersten 100 Ärzte mit den lebenswichtigen Mitteln in ihren Rucksäcken in Houston sein könnten; 10 Stunden später weitere 500; und in weniger als 36 Stunden weitere 500, insgesamt 1 100, die zumindest eins der vielen Menschenleben retten könnten, die in diesen dramatischen Augenblicken in Lebensgefahr standen.
Vielleicht dachten einige, die die Ehre und den Solidaritätsgeist unseres Volkes nicht kennen, es handle sich um einen Bluff oder eine lächerliche Übertreibung. Unser Land spielt nie mit so ernsten Angelegenheiten und hat sich nie der Schmach der Demagogie oder der Lüge bedient. Deshalb haben wir uns mit Stolz hier im Kongresspalast versammelt, wo vor nur drei Tagen eine Schweigeminute für die Opfer des Hurrikans, der die USA peitschte, gehalten wurde, und es wurde diesem Brudervolk unser tiefstes Beileid ausgesprochen. Hier sind wir, und nicht mit 1 100, sondern mit 1 586 Ärzten, einschließlich 300 der Reserve, angesichts der immer mehr alarmierenden Meldungen, die eintrafen. In der Tat sind weitere 300 Ärzte dazu gekommen, für die nicht möglich war hier zu sein. Wir hatten angekündigt, unsere Bereitschaft Tausende zu entsenden, wenn es notwendig wäre. Diese 300 sind doch gekommen und wohnen diese Veranstaltung von einem anderem Saal bei.
24 Stunden reichten aus, damit die Gesamtheit der Einberufenen für die Durchführung der versprochenen Mission aus allen Winkeln des Landes in die Hauptstadt kamen. Wir haben alles mit absoluter Pünktlichkeit und Genauigkeit erfüllt.
Sie ehren den edlen Beruf des Arztes. Mit Ihrer schnellen Antwort und ohne jedes Schwanken, bereit, unter neuen und schwierigen Bedingungen die Pflicht zu erfüllen, schreiben Sie eine Seite der Geschichte der Solidarität zwischen den Völkern, und Sie zeigen der gepeinigten und bedrohten menschlichen Rasse, der wir alle angehören, einen friedlichen Weg auf.
Diese medizinische Brigade umfasst:
· 1097 Fachärzte für Integrale Allgemeinmedizin, von denen mehr als 600 Zusatzstudien zur Erreichung des Magistertitels für Medizinwissenschaften absolvieren;
· 351 Ärzte der Allgemeinmedizin und der Intensivpflege;
· 72 Fachärzte, die zwei medizinische Fachrichtungen beherrschen; und
· 66 Fachärzte für Kardiologie, Pädiatrie, Gastroenterologie, Chirurgie, Psychiatrie, Epidemiologie und andere Fachrichtungen.
Von dieser Brigade:
· 699 haben zwei oder mehr internationale Missionen in 43 Ländern erfüllt; und
· 727 sind vorbereitet und bereit für Missionen in Lateinamerika, Afrika und Asien. Sie konnten aufgrund der Dringlichkeit der Situation im Süden der Vereinigten Staaten dieser Brigade beitreten, ohne dass wir auf die internationalen Verpflichtungen mit anderen Ländern verzichten. Ein anderes Personal mit ähnlicher Qualifikation wird sie übernehmen.
Das Durchschnittsalter des gesamten Personals liegt bei 32 Jahren (die überwiegende Mehrheit war zum Zeitpunkt des Sieges der Revolution noch nicht geboren, viele von Ihnen waren auch 15 Jahre nach dem Sieg noch nicht geboren) und die durchschnittliche professionelle Erfahrung liegt bei 10 Jahre. Einige mehr, andere unter 10 Jahren aber die meisten mehr.
729 sind Männer und 857 Frauen.
Die Schwere der sanitären Situation und die Gefahren, die der Hurrikan Katrina in den Vereinigten Staaten hinterlassen hat, werden deutlich von den internationalen Nachrichtenagenturen und der Presse der USA wiedergegeben:
Die Agentur EFE informiert, dass im Stadion von Houston, Texas, jetzt zur Wohnstätte von über fünfzehntausend aus New Orleans evakuierten Personen geworden. Davon konnten bisher nur dreitausend Behandlung erhalten. Es wird die Existenz von hoch ansteckenden Krankheiten gemeldet, sowie von Ausbrüchen von Durchfall und Erbrechen, die sich aufgrund der Bedingungen der Zusammenferchung, unter denen sich diese Personen befinden, beschleunigt auszubreiten drohen.
Der Washington Post informiert in seiner Ausgabe von gestern, Sonnabend, dass in Mississippi in diesen Momenten Kraftstoff und ärztliche Betreuung die hautsächlichsten Bedürfnisse sind.
Ein Büro der Agentur AP informiert, dass zwei der Krankenhäuser in New Orleans mit den größten Problemen evakuiert wurden, nachdem die Ärzte verzweifelt zwei Tage lang die schwere Entscheidung zu treffen hatten, an welche Patienten sie die mangelnden Vorräte an Essen, Wasser und Medikamenten austeilen sollten. Drei Kranke im Endstadium verstarben während der Evakuierung, und man könnte nicht präzisieren, wie viele starben, bevor endlich die Hilfe kam. Einige Angestellten des Krankenhauses verabreichten sich gegenseitig intravenöse Serum in Erwartung, gerettet zu werden.
Die Kette Fox News hob gestern hervor, dass die Beschäftigten des Gesundheitswesens in New Orleans rund um die Uhr und ohne Pause arbeiten, um die Patienten im kritischen Stadium zu behandeln und um die sanitäre Katastrophe in den schon überfüllten medizinischen Einrichtungen abzuwenden. Das Personal des Gesundheitswesen arbeitet pausenlos, aber die Kräfte lassen nach. Es muss dringend etwas getan werden.
Ein Sprecher der Abteilung Gesundheit und Krankenhäuser von Luisiana, Kyle Viator, erklärte gestern: „Wir haben Dialysepatienten, Diabetiker, Personen, die reguläre Behandlung und Verordnungen benötigen. Unsere Mittel erschöpfen sich. Ein Drittel der Bevölkerung ist in diesem Moment örtlich verdrängt, und zu dieser Gruppe gehört unser medizinisches Personal“.
Ein Artikel der spanischen Zeitung El Mundo bringt den dramatischen Zeugenbericht von Nina Ferguson, 46 Jahre alt, eine schwarze Einwohnerin von New Orleans, die versichert, die Übelkeit nicht überwinden zu können, seit sie von dem Militär-Lastkraftwagen abgestiegen ist, der sie nach Housten gebracht hat, und sie fügte hinzu: „dafür wären wir lieber im Kongresszentrum geblieben, wo ich Kinder an Wasserentzug sterben sah sowie mehrere Greise, ohne dass sich jemand um sie gekümmert hätte“.
Eine andere Einwohnerin, Rosanne Asuen, Diabetikerin und übergewichtig, musste von einer freiwilligen Krankenschwester, die wie sie kämpfte, dort rauszukommen, wiederbelebt werden.
Eine Mutter, Evelyn Sander, 23 Jahre alt, erzählt, wie sie den Schweiß auf der Stirn ihres einmonatigen Babys, Isaiah, säuberte, das Sympthome von Wasserentzug hatte und voller Bisse von Fliegen.
Die Organisation der Vereinten Nationen für die Kindheit (UNICEF) drückte in einem gestern, Sonnabend, verbreiteten Kommuniqué, ihre Besorgnis über die Situation der Kinder der betroffenen Gebiete aus. Gemäß der UNICEF schätzt man, dass zwischen einem Drittel und einem Viertel der 1,2 Millionen Menschen, die in Luisiana, Mississippi und Alabama schutzlos geworden sind, Kinder sind.
Ein Sprecher des Zentrums für Kontrolle und Vorbeugung von Krankheiten (CDC in der englischen Abkürzung), mit Sitz in Atlanta, sagte zu EFE, dass das stehende Wasser ein geeignetes Umfeld für die Ausbreitung des Niro-Virus darstellt, sowie für das Auftreten von Herden von Hepatitis A und der Bakterie E. Coli, ein potenziell tödlicher Krankheitsverursacher, der unter anderen Simpthomen Durchfall und Versagen der Nierenfunktion hervorheben kann.
Eine Meldung der AFP von gestern in Housten weist darauf hin, dass Texas versprochen hat, die tausenden vertriebenen Personen zu beherbergen, und dass in den Hotels von Housten Wassermangel einsetzt und sich die Behandlung der Kranken herauszögert. Steven Glonsky, Arzt des Methodistischen Krankenhauses dieser Stadt, der dreizehn Stunden lang Überlebende mit Wasserentzug, traumatisiert und mit chronischen Krankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck behandelt hatte, versicherte, dass es sich um eine beispiellose Krise handle.
Der Chef der Republikanergruppe des nordamerikanischen Senats, Bill Frist, der sich in New Orleans befindet, räumte an, dass „die Ärzte und Krankenschwestern eine große Arbeit leisten, aber es herrschen weiterhin ernste Probleme in der Verteilung der Betreuung“, und dass „dutzende von Personen täglich sterben“.
Laut dem Boston Globe, stehen Luisiana und Mississippi dem schlimmsten Desaster des Gesundheitswesens der Nation in vielen Jahrzehnten gegenüber.
Die gleiche Zeitung gibt Erklärungen von Doktor Marshall Bouldin, Direktor für Diabetes und Metabolismus des Universitäts-Medizinischen Zentrums Jackson in Mississippi wieder, der aufzeigte: „wir haben die Möglichkeit, Dinge zu sehen, die wir in vielen Jahren nicht gesehen haben: Cholera, Typhusfieber, Tetanus, Malaria. Wir haben solche Bedingungen in 50 Jahren nicht gesehen. Die Personen sind zusammengefercht und bewegen sich zwischen den Fäkalien“.
Die Liste der Gesundheitsprobleme, auf die von der Presse und den auf Gesundheitsfragen spezialisierten Einrichtungen Bezug genommen wird, wäre endlos.
Die Rucksäcke unserer Ärzte beinhalten genau jene Mittel, die gebraucht werden, um im Terrain die Probleme in Angriff zu nehmen, Probleme in Verbindung mit Wasserentzug, Bluthochdruck, Diabetes Mellitus, Infektionen an verschiedenen Stellen des Organismus: Lungen, Knochen, Haut, Ohren, Harnwege, Reproduktionssystem, Verdauungssystem. Ebenfalls Medikamente gegen Durchfall; schmerzstillende und fiebersenkende Medikamente; Medikamente für die Notbetreuung bei Herzinfarkten, Allergien aller Art; für die Behandlung von Bronchialasthma und anderen ähnlichen Problemen, mit gerade 40 Produkten von erprobter Effizienz in solchen Notsituationen.
Diese Fachkräfte haben zwei Rucksäcke, jeder von beiden beinhaltet die Sammlung solcher Produkte, bei 12 Kilogramm Gewicht jedes Rucksackes. In der Tat wurde es festgestellt als die nötigen Rucksäcke organisiert wurden. Nur die Hälfte der Medikamente passte in einem Rucksack. Daher wurden für jeden Arzt zwei Rucksäcke vorbereitet. Dazu kommt der kleine Koffer mit den Diagnosegeräten begleitet bei einer großen klinischen Erfahrung, wodurch sich unsere Ärzte auszeichnen, die schon daran gewohnt sind, zu diagnostizieren ohne X Ray, ohne Fäkalienanalyse, ohne Blutuntersuchung und Ultraschall etc.
Da die Zahl der Ärzte gestiegen ist, beträgt das Gesamtgewicht der Medikamente 36 Tonnen. Die erste Berechnung lag darunter.
Kuba besitzt die moralische Authorität, über das Thema eine Meinung zu äußern und dieses Angebot zu machen. Es verfügt heute über die höchste Rate der Ärzte pro Einwohner in der ganzen Welt, und kein anderes Land hat auf dem Gebiet der Gesundheit eine größere Zusammenarbeit mit anderen Völkern entwickelt.
Von de 130 000 Fachkräften des Gesundheitswesens mit Hochschulabschluss leisten heute 25 845 internationale Missionen in 66 Ländern. Sie betreuen eine Bevölkerung von 85 154 748 Einwohnern, 34,7 Millionen in Lateinamerika und der Karibik und 50,4 Millionen in Afrika und Asien. 17 651 von ihnen sind Ärzte, 3 069 sind Zahnärzte und 3 117 gehören zum Technischen Personal im Bereich der Optik und anderen Bereichen.
Heute studieren Medizin in Kuba kostenlos mehr als 12 000 Jugendliche aus anderen Ländern, vor Allem aus Lateinamerika und der Karibik. Diese Zahl wird sich bald erhöhen. In der Lateinamerikanischen Hochschule für Medizin studieren sogar Dutzende junger US-Bürger. Ihre Türe stehen seit ihrer Gründung für Studenten dieses Landes offen.
Gerade heute habe ich einen herzbewegenden Brief von Absolventen dieses Zentrums erhalten, der wörtlich so lautet:
„Seiner Exzellenz Comandante Fidel Castro Ruz;
„Lieber Comandante an Jefe:
„Anlässlich der schrecklichen Ereignisse, die in New Orleans passiert sind, der Auswirkungen des zerstörerischen Hurrikans Katrina, und Ihres Auftretens im Podiumsgespräch am Nachmittag sind wir, Absolventen der ELAM (Lateinamerikanischen Hochschule für Medizin) aus Honduras und anderen Ländern tief berührt von der Situation, die die nordamerikanischen Brüder heute erleiden, und da wir selber Opfer einer Naturkatastrophe waren, wie es der Hurrikan Mich war, solidarisieren wir uns mit ihnen in dieser Tragödie. Wir möchten uns dem Angebot, das Sie dem Brudervolk gemacht haben, in diesen kritischen Momenten Ärzte der Allgemeinmedizin zur Hilfe zu entsenden, anschließen.
„Sie sollen wissen, dass Sie in uns ´Ärzte haben, die bereit sind, dorthin zu gehen, wo sie gebraucht werden´.
„Unsere Wege eingefügt in Ihre Träume.
„Mit unendlicher Zärtlichkeit und ewig dankbar,
„Erster Jahrgang der Absolventen der ELAM.“
Diesen Brief haben 85 Jugendliche, frische Absolventen der Lateinamerikanischen Hochschule für Medizin, unterschrieben, die ausdrückten, dass die Unterschriften und Namen die Kameraden repräsentieren, die in Havanna sind, und dass es mehr bereite Kameraden gibt, die sich aber außerhalb des Landes auf Urlaub befinden.
Als 1868 unser erster Unabhängigkeitskrieg begann, ist eine Gruppe von nordamerikanischen Bürgern der kubanischen patriotischen Kräfte beigetreten. Einer von ihnen, sehr jung, hob sich durch seinen außerordentliche Mut hervor und schrieb Seiten ansehnlichen Heldentums. Henry Reeve. Sein unvergesslicher Name ist im Herzen unseres Volkes eingetragen, zusammen mit Lincoln und anderen berühmten Nordamerikanern in der Tribüne, die während der Tage des Kampfes um die Rückkehr des Jungen Elián González errichtet wurde. In diesem Kampf war das edle Volk der USA entscheidender Faktor bei der Erringung einer gerechten Entscheidung.
Henry Reeve, schon fast Invalide wegen seiner Verwundungen nach sieben Jahren Krieg, fiel am 4. August 1876 in der Nähe von Yaguarama, heute Provinz Cienfuegos.
Ich schlage vor, dass diese Brigade, bestehend aus kubanischen Ärzten, die sich anboten, nordamerikanische Leben zu retten, den ruhmreichen Namen „Henry Reeve“ trägt.
Diese Ärzte – ich meine euch - könnten alle schon dort sein und ihre Dienste leisten. Es sind 48 Stunden vergangen und wir haben keine Antwort auf die Wiederholung unseres Angebots erhalten. Wir werden geduldig die Tage abwarten, die erforderlich sind. Während dessen werden sie die Zeit benutzen für Intensivkurse der Epidemiologie und zur Vervollkommnung der englischen Sprache. Wenn letztendlich keine Antwort kommt oder eurer Einsatz nicht nötig sein sollte, würde deshalb trotzdem kein Unmut in unseren Reihen, - nicht bei euch, nicht bei uns nicht bei unserem Volk- auftreten. Ganz im Gegenteil, wir würden uns befriedigt fühlen, unsere Pflicht erfüllt zu haben, und überaus glücklich zu wissen, dass kein weiterer nordamerikanischer Bürger von denen, die den schmerzhaften und verräterischen Schlag des Hurrikans Katrina erlitten haben, wegen fehlender ärztlicher Betreuung stirbt, wenn dies die Ursache für die Abwesenheit unserer Ärzte wäre.
Die Brigade „Henry Reeve“ wurde gegründet, und jede beliebige Aufgabe, die sie in irgend einem Winkel der Welt oder in unserem eigenen Land übernimmt, wird immer den Ruhm der mutigen und würdigen Antwort tragen, die Ihr auf den Aufruf zur Solidarität mit dem Brudervolk der USA, und speziell seinen ärmsten Söhnen, gabt.
Vorwärts, großzügige Verteidiger der Gesundheit und des Lebens, Sieger über Schmerz und Tod!
Danke!
Freitag, 2. September 2005
Wiederholtes Angebot Fidel Castros über ärztliche Hilfe für das US-amerikanische Volk, unterbreitet im Fernsehprogramm Mesa Redonda (Podiumsgespräch)
Diese Rede hier musste improvisiert werden, wie es mitunter vorkommt, wenn sich die Ereignisse überstürzen. Hier nun Erläuterungen dazu.
Gestern gab es eine der üblichen Pressekonferenzen des State Department; anwesend war sein Sprecher Sean McCormack.
Die Erklärungen des Sprechers muss ich nun wortwörtlich anführen.
Pressesalon des State Department, Washington D.C., Donnerstag am 1. September 2005, 12.46 Uhr
Zu jener Stunde befanden wir uns in einer Tagung unseres Parlaments zu wichtigen Fragen. Einer der Tagesordnungspunkte war die Tragödie in den Vereinigten Staaten.
Herr McCornack sagte: „Guten Tag. Ich will kurz das Neueste zu einem Thema sagen, von dem ich weiß, dass es alle Anwesenden interessiert; es handelt sich um die Bemühungen zur Hilfe nach dem Hurrikan Katrina sowie um die Hilfeangebote aus dem Ausland.
Gestatten Sie mir zu sagen, dass uns zahlreiche und generöse Hilfeangebote von ausländischen Regierungen und Organisationen zugegangen sind. Nach Absprache mit dem Weißen Haus erklärte Staatssekretärin Rice, dass wir sämtliche Hilfeangebote des Auslands akzeptieren werden. Alles, was die schwere Situation erleichtern hilft, die tragische Situation der Menschen in dem vom Hurrikan betroffenen Gebiet, wird akzeptiert.“
Später sagt er folgendes:
„Ich kann Ihnen eine ganze Liste aufzählen. Bis zum Zeitpunkt ist es eine Liste, die immer länger wird und die de facto stündlich aktualisiert wird.
Zugegangen sind uns Angebote über Hilfe generell sowie spezifischer Art von verschiedenen Ländern und Organisationen; darunter Russland, Japan, Kanada, Frankreich, Honduras, Deutschland, Venezuela, die OAS, Jamaika, die NATO, Australien, Großbritannien, die Niederlande, die Schweiz, Griechenland, Ungarn, Kolumbien, die Dominikanische Republik, El Salvador, Mexiko, China, Südkorea, Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate.
Über Ergänzungen zu dieser Liste werde ich versuchen, Sie auf dem Laufenden zu halten. Wie bereits gesagt, wird sie stündlich länger.“
Später erst – es war fast Nacht – befassten wir uns nach Abschluss der Parlamentssitzung mit den Meldungen, wobei wir nicht einmal alle lesen konnten. Zu einigen Nachrichten, darunter die eben verlesene, erhielten wir heute Morgen Informationen.
Das macht es nun erforderlich, die Position Kubas klarzustellen. Denn viele Freunde in den USA und außerhalb, die bereits unsere Gewohnheit kennen, in Situationen wie dieser, unsere Zusammenarbeit anzubieten und zwar abgesehen von Konflikten, von politischen, ideologischen und anderen Differenzen - riefen uns an. Sie wunderten sich, dass wir den USA keinerlei Unterstützung angesichts der vom Hurrikan verursachten Tragödie angeboten hätten.
Es kam ein Anruf nach dem anderen; daher wurde diese Erklärung unumgänglich. Ihr Inhalt spricht für sich selbst. Neben anderen Dingen wird deutlich, dass es sich hierbei nicht um ein simples Public-Relations-Anliegen handelt, sondern, und zwar auch praktisch gesehen, um einen bedeutsamen Fakt.
Ich verlese nun kurz den zeitlichen Ablauf des Hilfsangebotes der kubanischen Regierung an die Regierung der USA anlässlich der Hurrikanfolgen.
25. August 2005
Der Hurrikan Katrina sucht Florida heim und verursacht den Verlust von Menschenleben und hohe materielle Schäden.
„Tage darauf, am 29. August 2005
Der Hurrikan erreicht die Kategorie 4 der Saffir-Simpson-Skala und sucht die Staaten Louisiana, Mississippi und Alabama heim. Erste Meldungen zum Umfang der Tragödie werden veröffentlicht.“
„Am 30. August 2005 wurden die letzten Böen in diesen Staaten verzeichnet, in Louisiana und anderen Südstaaten, mit denen wir Handelsbeziehungen unterhalten, zumindest über bedeutende Einkäufe von Nahrungsmitteln. Maßgebliche Personen dieser Staaten besuchten uns. Die Besuche standen im Zusammenhang mit diesen bereits seit mehreren Jahren eingeleiteten Käufen Kubas bei den Vereinigten Staaten.“
Vieles ist geschehen. Ich hatte Gespräche mit Tausenden Landwirten. Zur ersten Messe kamen Hunderte; ich traf mich mit einer Gruppe, danach mit einer weiteren. Und so habe ich in diesen vier Jahren mit Tausenden von US-amerikanischen Landwirten und Besuchern, staatlichen Behörden, Gouverneuren, Senatoren und Abgeordneten gesprochen.
Vor erst zwei Monaten besuchte uns die Gouverneurin des Staates Louisiana, eine sehr umgängliche Person. So wie andere Gouverneure kam sie aus Interesse an den Fragen und den Problemen ihres Staates; und diese, die vom Hurrikan am stärksten betroffenen, sind die ärmeren Staaten, bei denen die Landwirtschaft und die Häfen, über die sie die Waren exportieren, eine bedeutende Rolle spielen.
„Am Vormittag des 30. August 2005 spreche ich um 11.32 Uhr mit unserem Außenminister, dem Genossen Felipe und bitte ihn um ein sofortiges Kondolenzschreiben – über die US-Interessenvertretung in Havanna und unsere Interessenvertretung in Washington – an die Regierung der USA, in dem Unterstützung auf dem Gebiet der medizinischen Versorgung angeboten wird; denn aus den Meldungen war uns bekannt geworden, dass dort eine Katastrophe hereingebrochen war.“
Wenn wir etwas Bedeutsames anzubieten haben – hauptsächlich aufgrund unserer Erfahrung im Verhalten bei Hurrikans sowie unserer Erfahrung in Maßnahmen zum Schutze der Bevölkerung, in Evakuierung, Unterstützung usw. usf. – ist es gerade unsere Hilfe im Bereich der ärztlichen Versorgung. Nach der Katastrophe des 11. September war Kuba das erste Land, das seine Unterstützung anbot, denn wir hörten die Meldungen, wonach sich die Flugzeuge im Flugraum befänden, da sie nicht landen konnten. Unmittelbar boten wir unsere Flughäfen an und danach auch eben das, was wir anbieten konnten: medizinische Hilfe in Anbetracht der enormen Anzahl möglicher Opfer.
Wir liegen näher an New York als Kalifornien. Aus Kuba kann eine Hilfe eher nach New York gelangen als aus Kalifornien. Von Kuba nach New York sind es drei Flugstunden. Von Kalifornien ist es, glaube ich, die doppelte Zeit.
Also, unser Angebot war medizinische Hilfe; absolut nichts Lächerliches, denn man benötigt mitunter eine seltene Blutgruppe für eine Transfusion zur Rettung eines Lebens, zur Rettung von einem, zwei, drei oder zehn Leben. Das ist nicht die Frage. Kann auch nur ein Leben gerettet werden, so besteht die Pflicht, es zu tun.
„Um 12.45 Uhr trifft sich die stellv. Direktorin der Nordamerika-Abteilung des Außenministeriums, Josefina Vidal, mit Edward Alexander Lee, zweiter Chef der US-amerikanischen Interessenvertretung. Gemäß den Anweisungen übermittelt sie ihm eine mündliche Botschaft und händigt ihm außerdem eine schriftliche Kopie aus“.
Wir ließen wahrlich nicht eine Minute nutzlos vergehen. Hier ist auch Genossin Josefina.
Die erhaltenen Anweisungen befolgend, erklärt Josefina Vidal Herrn Lee wörtlich: „Wir wollen einen Halt machen“ – auf den derzeitigen Stand der Beziehungen zwischen Kuba und der US-Regierung Bezug nehmend – „wegen der schweren vom Hurrikan Katrina verursachten Situation.“ Bei uns hatte er, nicht zu vergessen, ebenfalls Schaden angerichtet. Als er Florida erreichte – wir saßen beim Podiumsgespräch – hatte er hier schon Maste niedergerissen und uns den Strom abgeschnitten.
Es geschah fast schlagartig. Als der Hurrikan von Ost nach Südost der Halbinsel Florida zog, richteten seine Ausläufer auch bei uns Schaden an. Viele Flüge wurden gesperrt; andere mussten umgeleitet werden, Flüge mit Patienten, die zur Operation nach kamen; einige wurden nach Camagüey gebracht, andere nach Holguín; wieder andere unserer Maschinen konnten in Venezuela nicht starten.
Keiner wusste, welchen Verlauf der Hurrikan nehmen würde, der sich Kuba sogar näherte. Am nächsten Tag verursacht er mit starken Niederschlägen Probleme in Pinar del Río; schwenkt danach nach Norden, starke Niederschläge und an einigen Orten Überschwemmungen hinterlassend, Warnungen von Eindringen des Meeres, Eindringen des Meeres in Pinar del Río; man kann sich die Fotos ansehen. Wir standen also am nächsten Tag faktisch auch unter den Auswirkungen des Hurrikans und vernahmen einfach nur die Meldungen, er nähme Kurs nach Norden und gewinne an Stärke, habe Kategorie 4 bis 5 erreicht; genau wie der andere, der vor einigen Wochen hier zu spüren war.
Nach ihren einleitenden Worten verlas Josefina die angewiesene Botschaft mit folgendem Text:
„Auf Anweisung der Führung der kubanischen Regierung bekunde ich Ihnen unsere Anteilnahme an dem vom Hurrikan Katrina verursachten Verlust von Menschenleben und den materiellen Schäden und informiere Sie über unsere Bereitschaft, unverzüglich die erforderlichen Ärzte und Gesundheitspersonal in die betroffenen Gebiete zu entsenden, außerdem drei Feldhospitäler mit dem nötigen Personal.“
Den Anweisungen folgend sagte Josefina abschließend zu Herrn Lee: „Es liegt nicht in unserer Absicht, damit Reklame zu machen. Wir erwarten Ihre Antwort.“ Deshalb haben wir die Botschaft nicht veröffentlicht. Eigentlich haben wir nichts veröffentlicht. Wir wollten nicht, dass es den Anschein von Publicity bekommt.
Am gleichen Tag, dem 30. August, wurde der Leiter der Interessenvertretung Kubas in Washington, Dagoberto Rodríguez, auf seine Beantragung hin um 16.30 Uhr im State Department von dem leitenden Mitarbeiter John Reagan empfangen. Er überbrachte ihm die gleiche Botschaft wie sie auch in Havanna übermittelt worden war und übergab ebenfalls den Text der Botschaft in Schriftform.
„Am 31. August um 14.15 Uhr nahm der Leiter der Interessenvertretung Kubas in Washington, Dagoberto Rodríguez, an einer Beratung teil, zu der das State Department das diplomatische Corps einberufen hatte. Hier wurden Informationen über den Hurrikan Katrina und Anweisungen über die Informationsmechanismen und die zum Katastrophenschutz gehörenden Institutionen erteilt.“ In der Tat schien es uns eine positive Geste, dass am nächsten Tag die Einladung erfolgte; etwas, das normalerweise nicht vorkommt.
Zwei Tage nach unserem Angebot, kommt es nun am gestrigen 1. September zu bereits genannter Uhrzeit und während wir in der Nationalversammlung tagten, zu der Erklärung des Sprechers des State Department, die ich nun erst am heutigen 2. September lese. Fast alle Meldungen haben wir uns heute angesehen. Im Parlament tagten wir bis 23.00 Uhr, und danach empfingen wir noch einige Besucher.
Nach dieser gestrigen Erklärung nun kommt es heute zu den überaus vielen Anrufen. Zwar wollten wir keinerlei Publicity dieser ganzen Sache, doch was werden wir den Anrufern sagen? Oder sollten wir jetzt vielleicht vor der Weltöffentlichkeit eine seltsame Position einnehmen und angesichts einer Tragödie derartigen Umfangs nicht ein einziges Wort des Mitgefühls für das US-amerikanische Volk haben?
Da ist noch etwas: Zu Beginn der gestrigen Tagung wird vom Präsidium als Erstes eine Solidaritätsbotschaft an das US-amerikanische Volk vorgeschlagen, die heute im vollen Wortlaut veröffentlicht wurde.
Darin heißt es:
„Solidaritätsbotschaft an das US-amerikanische Volk“
„Mit Besorgnis hat das kubanische Volk die Meldungen über die Auswirkungen des Hurrikans Katrina in den Staaten Louisiana, Mississippi und Alabama verfolgt. Noch unvollständige Informationen lassen den Schluss zu, dass es sich um eine wahre Tragödie außerordentlichen Ausmaßes handelt.
Die angerichtete Zerstörung und die materiellen Schäden machen sie zur teuersten Naturkatastrophe in der nordamerikanischen Geschichte. Das Rote Kreuz der USA schätzt ein, dass seine Arbeit härter sein wird als die nach dem abscheulichen Angriff vom 11. September 2001.
Zehntausende von Menschen sind in überfluteten Gebieten eingeschlossen, haben ihre Heime verloren, sind verdrängt worden oder geflüchtet. Die Gouverneurin von Louisiana bezeichnete die Lage in New Orleans, wo der Wasserspiegel weiter anstieg, als verzweifelt. Der Bürgermeister der Stadt erklärte, Hunderte, ja sogar Tausende Menschen könnten dort den Tod gefunden haben.
Diese Katastrophe mit ihrer Riesenlast von Tod und Leid ist ein Schlag für die gesamte Bevölkerung der Vereinigten Staaten, schlägt jedoch am härtesten die Afroamerikaner, die lateinamerikanischen Arbeiter und die armen US-Amerikaner, die breite Masse jener, die noch immer warten, gerettet und an sichere Orte gebracht zu werden. Sie sind es, die die meisten Todesopfer und Obdachlose zu beklagen haben.
Diese Meldungen verursachen bei den Kubanern Schmerz und Trauer. Im ihren Namen bekunden wir dem Volk der USA, den Obrigkeiten der Bundesstaaten, den lokalen Behörden und den Opfern dieser Katastrophe unsere tiefste Solidarität. Die ganze Welt sollte diese Tragödie als ihre eigene empfinden.
Nationalversammlung des Poder Popular der Republik Kuba
Havanna, am 1. September 2005.“
Für die Opfer wurde eine Schweigeminute eingelegt. Es war in der Tat eine emotive und natürliche Geste im Gefühl unseres Volkes für das Volk der USA, den Behörden gegenüber war es respektvoll, ohne jegliche Beleidigung, ohne jegliche Attacke.
Das ist die Situation; die Meldungen werden von Mal zu Mal härter. Es wird Tausende, Hunderttausende, vielleicht sogar Millionen Menschen geben, die sich wundern werden, dass Kuba keine Unterstützung angeboten hat, wo wir doch in unmittelbarer Nachbarschaft sind. Kein anderes Land liegt näher. Kuba liegt viel näher als Japan. Jegliche benötigte Hilfe, wie bescheiden sie auch sein mag, gelangt von hier viel schneller in die Südstaaten der USA als von Japan oder Asien. Nun, sogar mit Bewunderung sprachen sie davon, dass auch Sri Lanka, glaube ich, trotz eigener Schwierigkeiten Hilfe angeboten hat. Die Arabischen Emirate sind noch viel weiter entfernt.
Wir liegen ja noch näher als Honduras, näher als Zentralamerika und noch ziemlich näher als irgendein Land Südamerikas. Alles haben wir berechnet. Binnen einer Stunde und fünfzig Minuten kann ein Flugzeug von uns auf dem der Unglücksstätte nächsten internationalen Flughafen landen.
Der wesentliche Grund dieses Fernsehauftritts liegt im Aufzeigen der Wahrheit und im Wiederholen unserer Bereitschaft zu helfen; nicht im Kritisieren, das ist nicht unsere Absicht. Auf dieser langen Liste werden wir nicht genannt, und dabei waren wir vielleicht die Ersten. Betrachtet man nämlich die Uhrzeit von Anweisungen und Übermittlung der Botschaft, so scheint mir, dass unser Angebot doch ziemlich schnell unterbreitet wurde und Konkretes enthielt: Ärzte vor Ort, also gerade das, woran es derzeit vielerorts mangelt.
In unserer Haltung darf weder Unwille noch Beschwerde Platz finden. Da dem zweiten Chef der Interessenvertretung, Herrn Lee, gesagt wurde, wir beabsichtigten hiermit keinerlei Publicity, könnte er es so ausgelegt haben, dass wir nicht wünschten, es käme zu irgendeiner Publicity. Es kann sich um einen Irrtum handeln. Ich behaupte nicht, der Name Kuba sei absichtlich ausgelassen worden. Doch wenngleich es absichtlich geschehen wäre, bereitet uns dies keinen Kummer. Niemals haben wir etwas getan, damit man es uns anerkennt oder uns dafür dankt; und so haben wir nicht nur einmal, sondern viele Male gehandelt.
In Nicaragua regierte Somoza, als sich jenes schwere Erdbeben ereignete, das die Stadt zerstörte. Zu den ersten Hilfsgütern, die dort anlangten, befanden sich Feldspitäler und kubanische Ärzte.
Wir hatten keine Beziehungen zu Peru sowie vielen anderen Ländern, doch ist dies für sofortige Unterstützung kein Hindernis gewesen. Eben erst gab es auf der anderen Seite der Welt einen Tsunami, und in zwei der betroffenen Länder entsandten wir eine Ärztebrigade. Und das ist teuer, wenn man dazu ein Flugzeug benutzt, mit dem nicht viel Treibstoff eingespart wird wie zum Beispiel eine Boeing; also unsere haben einen hohen Verbrauch. Der Transport einer Medizinerbrigade mit einer dieser Maschinen ist teuer. Er kostet mehrere hunderttausend Dollar eben wegen den derzeitigen Kosten des Kraftstoffes für Flugzeuge. Auch werden ja die Medikamente und die Zelte nicht zurückgebracht, sondern bleiben vor Ort.
Als Hurrikans Santo Domingo, Haiti und Zentralamerika furchtbar heimsuchten und der zuletzt genannten Region Zehntausende von Menschenleben abforderten, taten wir noch etwas anderes. Aus diesen Ereignissen entstanden die Brigaden, die heute zu einer enormen Bewegung angewachsen sind. Sie waren auch die Wiege für die Lateinamerikanische Fakultät für Medizin, die, von der Ausbildung von Ärzten aus betrachtet, fast schon zu einem Dienst an der Region, ja zu einem Dienst an der Menschheit geworden ist; etwas ganz Außerordentliches, dessen Früchte in zehn Jahren 200 000 Ärzte sein werden, ausgebildet von Venezuela und Kuba.
All das liegt begründet im Geist der Zusammenarbeit, der heute vielerorts anerkannt wird. Sogar in Honduras, wo es hieß, man werde die Ärzte von dort zurückziehen, kam es zu einer Reihe von Erklärungen aus der Bevölkerung, in denen gebeten wird, sie keinesfalls zurückzuziehen, da sie 2,5 Millionen Menschen betreuen, die anderweitig nicht versorgt werden. Alle Welt setzte sich in Bewegung, um den Verbleib der Ärzte zu erreichen. Wir sagten, keine Beleidigung wird für uns jemals Anlass sein, ärztliche Hilfe zurückzuziehen, es sei denn, die Regierung des Landes beantrage es. Unsere Ärzte verbleiben an ihrem Einsatzort auch im Falle von Krieg. So geschah es in Haiti; keiner wurde abgezogen und sie versorgten Kranke, Verletzte und jeden, der es brauchte.
Das ist die Haltung unserer Ärzte; das ist die Ethik unserer Ärzte, und es sind auch die Prinzipien unseres Landes. Wir würden nie eine Ärztebrigade entsenden, um sie bei Aufkommen eines diplomatischen Konfliktes, irgendeiner Misshelligkeit oder gar beim Auftreten für unser Land sehr beleidigende Tatsachen wieder abzukommandieren. Niemals würden wir so etwas tun.
Das ist die Linie. Deshalb sage ich, es ist nicht der Zeitpunkt uns darüber zu beschweren, dass der Sprecher des State Department den Namen Kuba ausließ.
„Unser Land ist bereit, in den Morgenstunden dieser Nacht 100 Ärzte der Allgemeinmedizin, Fachärzte für Integrale Allgemeinmedizin, zu entsenden, die morgen früh, Sonnabend, auf dem internationalen Flughafen von Houston, Texas, dem der Region der Tragodie am nächsten gelegenen Flughafen, sein würden, um von dort aus auf dem Luftweg“ —das wären hauptsächlich Hubschrauber—, „Fluss- oder Landweg“ —Amphibienfahrzeuge, die manchmal in sehr überschwemmte Gebiete eindringen—, „zu den isolierten Zufluchtsorten, Einrichtungen oder Wohnvierteln der Stadt New Orleans transportiert zu werden, wo sich Bevölkerung oder Familien befinden, die dringende ärztliche Betreuung oder erste Hilfe benötigen. Das genannte Personal wäre ausgerüstet mit Rucksäcken, die 24 Kilogramm an für diese Lebensrettungssituationen grundlegenden Medikamenten enthalten und eine Mindestausrüstung an Diagnoseinstrumenten.“ Sie müssen den Blutdruck messen, den Puls und andere Parameter, all diese Grundausrüstung, um ein klinischen Gutachten machen zu können, worin unsere Ärzte große Erfahrung haben, denn in diesem Moment sind zehntausende von ihnen im Ausland, und an vielen Orten gibt es kein Röntgengerät, kein Ultraschallgerät, es gibt nichts, nicht einmmal Blut- oder Stuhluntersuchungen, sie kommen und machen eine klinische Diagnose, mit sehr hoher Genauigkeit. Sie sind fast klinische Experten, denn sie sind gewöhnt, in Gebieten der dritten Welt zu arbeiten, wo es an Diagnosegeräten mangelt. „Sie können den Umständen entsprechend einzeln oder in Gruppen von 2 oder mehr Personen eingesetzt werden und auf eine beliebig lange, erforderliche Frist.
„Auf gleiche Weise ist Kuba bereit, über Houston oder einen beliebigen anderen Flughafen, der angewiesen wird, zusätzlich 500 Fachärzte für Integrale Allgemeinmedizin, ebenfalls ausgerüstet, zu entsenden, die morgen, Sonnabend, den 3. September, am frühen und späten Nachmittag am Zielort eintreffen würden.
„Eine dritte Gruppe von 500 Fachärzten für Integrale Allgemeinmedizin könnte entsendet werden und käme am Sonntagmorgen, dem 4. September an. Auf diese Weise würden in weniger als 36 Stunden 1100 solcher Ärzte und mit den genannten Mitteln“ —den Rucksäcken—, welche 26,4 Tonnen Medikamenten und Untersuchungsinstrumenten“ —hauptsächlich Medikamente— „gleichkommen, den Personen, die nach den Schäden durch den Wirbelsturm Katrina am dringendsten Behandlung benötigen, Dienste leisten.“
Und was für einen Schaden hat er hinterlassen, unter den Bedingungen eines Flachlandes mit vielen Flüssen. Das heißt, dort sind anscheinend auch Unfälle passiert, einige Stauseen, Deiche haben nicht standgehalten. All das ist passiert. Ein Hurrikan ist ein mit Kategorie fünf ist noch schlimmer. Der hier kam mit Kategorie vier über Cienfuegos herein.
Er kam sogar mit noch größerer Stärke, als er sich näherte.
„Dieses medizinische Personal verfügt über internationale Erfahrung und elementare Sprachkenntnisse für die Betreuung der Patienten.
„Wir warten nur auf die Antwort der US-Behörden.“
Unsere Ärzte waren in Südafrika, in vielen englischsprachigen Orten, sogar in Gebieten mit Dialekten; aber es ist sehr leicht, sich mit einem Arzt zu verständigen. Die achtmonatigen Kinder, zum Beispiel, sprechen nicht, die Ärzte untersuchen sie und sind einfach fähig zu diagnostizieren, manchmal braucht man die Sprache gar nicht; aber sie haben die notwendigen Grundkenntnisse.
Die Wichtigkeit dieses Vorschlags kann man aus einer aus New Orleans kommenden Meldung der Agentur EFE von heute, dem 2. September entnehmen, die textgetreu folgendermaßen lautet, es lohnt sich, sie zu lesen.
„Bei Krankenhäusern ohne Elektrizität, den Apotheken von New Orleans mehr als ein Meter unter Wasser, tausenden Patienten ohne sanitäre Hilfe und der wachsenden Gefahr von Infektionsherden, ist die Gesundheit tausender, vom Wirbelsturm ´Katrina´ betroffener Menschen, gefährdet.
„Die Krise, die New Orleans und große Gebiete von Süd-Louisiana durchleben, wird durch die Tatsache verschärft, dass die Mehrheit der hunderttausenden, vom Wasser eingeschlossenen Personen, die Ärmsten unter den Armen des Landes sind, Individuen, die an mehr geistigen und körperlichen Krankheiten leiden als andere soziale Gruppen.
„Ein tragisches Beispiel der Sanitätsprobleme, die ´Katrina´ und die sie begleitenden Überschwemmungen den Einwohnern New Orleans brachten, konnte man am Donnerstag an den Eingängen des Kongresszentrums der Stadt beobachten, wohin sich 20 000 bis 30 000 Personen geflüchtet haben.“
„An einer der Außenwände des Zentrums ruhte die Leiche einer in ihrem Rollstuhl sitzenden Greisin, zugedeckt mit einer Decke. An einem anderen Ende des Kongresszentrums gaben zwei Personen in einem ergebnislosen Versuch, sein Leben zu retten, einem bewusstlos am Boden liegenden Mann eine Herzmassage.
„Alte Menschen, Kinder und Kranke unter den Armen von New Orleans“ —wo nach offiziellen Angaben etwa ein Drittel der 1,4 Millionen Einwohner arm sind—, „fast eine halbe Million“, die am meisten Verletzbaren sind die, die am meisten zahlen bei dem Desaster.
„Einige Experten haben begonnen, vor den psychologischen Auswirkungen zu warnen, die das in New Orleans herschende Chaos und die Gewalt vor allem bei Kindern haben werden, die die Krise direkt durchmachen, in manchen Fällen von ihren Eltern getrennt.
„Eine andere Sorge, die die Experten zu lüften beginnen, ist das Auftreten von Infektionsherden solcher Krankheiten wie Cholera und Thyphusfieber.“
„80 % von New Orleans steht unter Wasser. Die Behörden befürchten, dass hunderte, möglicherweise tausende Personen in den letzten Tagen gestorben sind und in den Dachgeschossen ihrer Wohnungen vom Wasser eingeschlossen.“
Wir sprechen von Menschen, die eingeschlossenen sind in Gebäuden, in einem Stadion, oder sonst wo, Hilfe zu leisten. Wir sprechen von medizinischem Personal mit den nötigen Medikamenten, die eingesetzt werden können, wo sie gebraucht werden. Dieses medizinische Personal kann in Fällen, wie dem Mann, der eine Massage wegen Herzinkarkt bekam, Leben retten, und ein Medikament für diese Fälle verabreichen. Diese und andere ernste Probleme kann ein Arzt und sein Rucksack mit grundlegenden Medikamenten lösen. Wer weiß, ob vielleicht die Person im Rollstuhl hätte gerettet werden können. Man müsste prüfen, woran sie gestorben ist.
Das heißt, wir bieten keine Ärzte für Disneyland an, oder welche, die sich in einem 5-Sterne-Hotel niederlassen.
„Bei Temperaturen, die 30 Grad Celsius übersteigen“ —daran sind die kubanischen Ärzte gewohnt—, werden die Personen- und Tierkadaver in Verwesung schnell zu Nährboden für Bakterien.
„Außerdem hat das Abwassersystem des hauptstädtischen Gebiets New Orleans seinen Inhalt in das in den Straßen der Stadt stehende Wasser geleert, durch welches die Einwohner, die versuchen zu entkommen, gehen müssen.“
„Und, als ob das wenig wäre, kann man von der Luft aus klar Flecken von gefährlichen chemischen Produkten erkennen, die im Wasser schwimmen und aus Werken und Industrieanlagen kommen, wie den Raffinerien oder den um New Orleans liegenden landwirtschaftlichen Unternehmen.
„Die Experten warnen davor, dass der Kontakt mit diesem Wasser bei den Menschen Infektionen hervorrufen kann.
„Die Organisation zur Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten (FDA in der englischen Abkürzung) wies darauf hin, dass die Bevölkerung keine verderblichen Produkte wie Fleisch, Fisch, Milch und Eier ohne angemessene Kühlung verzehren darf, da sie Krankheiten hervorrufen können, selbst wenn sie angemessen zubereitet wurden.“
Für all diese Probleme ist es wesentlich, Fachkräfte an jenen Orten zu haben. Welche Lebensmittel, unter Umständen können es Konservendosen sein. Das Problem ist, dass eine erste Hilfe ankommt, die in 24 oder 48 Stunden Menschen betreut oder rettet, ehe man alles organisiert. Es kann hunderte solcher Orte geben, und die Zahl der Menschenleben, die gerettet werden oder verloren gehen können, ist unberechenbar.
Ärzte mit ihren Rucksäcken mit Medikamenten, gut verteilt über hunderte verschiedene Orte, können außerordentlich nützlich sein.
Es ist anzunehmen, dass sie sogar informieren können, wenn sie ein Kommunikationsmittel haben, was gebraucht wird, und so ist es schon viel einfacher. Sie diagnostizieren, warnen, wenn sich eine Epidemie entwickelt, sehen die ersten Symptome. Sie können nicht unnütz sein.
Wenn es Umstände gibt, die ihre Präsenz benötigen, sind es diese. Hier können viele Ärzte, die in den Dschungel gegangen sind, in die Hochebene, in beliebige Gebiete zum Einsatz kommen; nicht weil sie Kubaner sind. Sie sind keine Feinde, die dorthin gehen, um zu töten, es sind Fachkräfte, von denen wir heute zehntausende in anderen Ländern haben, gerade dort, wo andere nicht hinwollen.
„FDA fügte hinzu dass, ´keine Lebensmittel gegessen werden dürfen, die in Kontakt mit dem Wasser der Überschwemmung gestanden haben´.
„Bei den verzweifelten Bitten um Wasser und Essen seitens der tausenden im Stadion und im Kongresszentrum eingeschlossenen Personen“ —ich weiß nicht, ob sie schon evakuiert worden sind—, „von denen manche in den letzten drei Tagen nichts gegessen haben, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Warnungen der FDA —wenn sie von den Betroffenen gehört werden sollten— keine große Wirkung haben.“
Diese Meldung kam heute, ich habe sie einige Stunden vor diesem Auftreten erhalten.
Deshalb bin ich gekommen, um dieses Angebot zu wiederholen. Wir waren der Idee so treu, keine Publizität zu machen, dass drei Tage vergangen sind und man nichts über unsere Bereitschaft weiß. Alle Welt hat gesagt: „Ich habe dies angeboten, ich habe 50 000 Dollar angeboten, ich habe dies und jenes angeboten.“ Wir bieten Menschenleben an, dort wo 10, 100, 500, 1000 zu retten sind; mitzuhelfen, dass Maßnahmen getroffen werden, die Zehntausende retten können, zumindest die schlimme Tragödie verhindern, die die Welt gerade sieht.
Werden sie wegen der zwischen beiden Ländern geschehenen Dinge unsere Kooperation zurückweisen? Ich glaube, wenn nicht wäre es der Welt nützlich und ein gutes Beispiel, denn diese Phänomene können sich wiederholen.
Heute sprachen einige nordamerikanische Experten davon, dass es innerhalb von einem oder zwei Monaten einen noch stärkeren Wirbelsturm als diesen geben kann, welcher die Vereinigten Staaten treffen kann.
So dass unsere Geste eine ehrlich und friedliche Geste ist, sie sucht keine Publizität, sie stellt keinerlei Bedingungen, etwa, dass die Blockade beseitigt wird, nichts dergleichen. Wir haben niemals jemandem Bedingungen gestellt, wir schicken die Unterstützung, die wir haben, und wir haben diese; wir verfügen über kein großes Finanzkapital. Die Kosten übernehmen wir, den Flug, den Kraftstoff; es ist nicht einmal nötig; den Kraftstoff dort zu erwerben, es gibt ihn in der Nähe. Sie können dorthin fliegen oder zu einem anderen Flughafen, oder zu einem Militärstützpunkt, wenn es einen Militärstützpunkt dort gibt und sie bringen sie dorthin. Sie werden keine Erklärungen abgeben und keine Publizität suchen, das soll ganz klar gestellt werden.
Wir haben Hoffnung, denn heute sieht man eine Änderung. Die Staatssekretärin selbst sagt, dass sie jede Hilfe annehmen würde. Das bedeutet, wenn sie vom Mars käme, würden sie die Hilfe annehmen; aber unsere kommt nicht vom Mars, es ist eine kleine Insel, die hier ist, ein paar Minuten von jenem Ort, und die das moralische Recht hat, von der Möglichkeit zu sprechen, Ärzte zu schicken, es ist etwas, was von der Welt anerkannt ist.
Was wir wollen ist nicht, kritisieren, es ist nicht, die US-Regierung unter Druck setzen, wir sind uns bewusst, dass die Behörden einen schwierigen Moment durchlaufen, es gibt starke Kritik. Wir sind nicht von dieser Art Politiker —nennen wir uns mal Politiker, falls das Wort Revolutionäre jemanden erschreckt—, die opportunistisch bestimmte Situationen ausnutzen, um einem Gegner einen Schlag zu versetzen, ich möchte das klarstellen, weil es ein wirklicher Geist der Zusammenarbeit ist.
Ich sage es noch einmal, es ist nicht das erste Mal. Wir sind völlig entfernt von jeder Konfrontationsposition gegen die USA oder ihre Regierung, ich habe schon das Wort gegeben, ich sage: „Machen wir einen Halt“. Und wir bitten um nichts, und ja, wir übernehmen die Kosten für all diese Medikamente, den Transport und alles Weitere.
Dort, das weiß ich nicht, wenn sie zu einem Dorf kommen, stelle ich mir vor, dass sie das haben werden, was ihnen die Leute anbieten, ich weiß nicht, ob sie etwas Wasser mitnehmen, aber unsere Ärzte sind fähig, Durst auszuhalten, Hitze zu ertragen und ohne Lebensmittel bei den Patienten zu sein. Als sie an bestimmten Orten waren, haben wir ihnen, um sie besorgt, Lebensmittel geschickt, und was sie gemacht haben, war, sie den Patienten zu geben.
Lehrer, um deren Gesundheit wir besorgt waren, und als wir ihnen etwas schickten, haben sie es den Schülern gegeben, und wenn einer unserer Ärzte etwas erhält, gibt er es erst einem Patienten. Das ist die Ethik, mit der die Ärzte ausgebildet worden sind, und es sind nicht einer oder zwei, es sind schon zehntausende, jetzt, in diesem Moment, und dazu noch zehntausende hier.
Vor ein paar Tagen haben gerade 1 610 aus anderen Ländern ihr Hochschulstudium abgeschlossen, sie haben ihr Studium mit einer guten praktischen Erfahrung beendet. Um diese Zeit müssen fast 2 000 weitere kubanische Ärzte mit praktischer Erfahrung das Studium abschließen, sie sind die Reserve. Hier sind viele der in Auslandsmissionen Eingesetzten mit Erfahrung auf Urlaub. Wir würden an die betroffensten Orte hauptsächlich Ärzte mit Erfahrung schicken. Wir wissen schon, welche gehen würden. Wir warten nur auf die Antwort, und hoffentlich kommt sie sofort, um keine Minute zu verlieren.
Alle Maßnahmen sind getroffen, alles wird bereitgestellt: Rucksäcke, Medikamente, Kleidung, alles, denn unser Angebot besteht schon seit drei Tagen und wir können die Personen nicht permanent mobilisieren. Was wir aber wissen, ist die Zeit, in der wir sie mobilisieren, und wir wissen, dass es die einzige Form ist, die Medikamente innerhalb von Stunden zu diesen Personen zu bringen, die auf dem Bildschirm erscheinen, denn morgen früh, 12 Stunden von diesem Moment ab, in dem ich spreche, können sie dort auf dem Flughafen von Houston sein, und von dort in Hubschraubern in kurzer Zeit zu den Punkten gebracht werden, wo sie gebraucht werden.
Ein Hubschrauber braucht keine Landebahn, landet an einem Ort, wo er mit Kraftstoff versorgt wird, und bringt das medizinische Personal an einen beliebigen Ort, das ist das Ideale; aber manchmal kann es ein Ort sein, wo ein Boot oder ein Schnellboot rankommt, oder manchmal ein Amphibienfahrzeug, und mit Leuten der Nationalgarde, nordamerikanischen Soldaten in dieser Aufgabe. Ich bin mir sicher, dass alle zusammenarbeiten werden, und es wäre ein gutes Beispiel für die Welt, wenn nordamerikanische Ärzte, kubanische Ärzte, Bürger, unwichtig was sie sind, in dieser Art von einem Halt, in dieser Art Waffenstillstand, helfen, andere zu retten.
Es ist ein Krieg, nicht zwischen Menschen, es ist ein Krieg um Menschenleben, es ist ein Krieg gegen Krankheiten, gegen die Katastrophen, die sich wiederholen können, und eine der ersten Dinge, die diese Welt gerade jetzt, mit den sich vollziehenden Veränderungen und Phänomenen lernen sollte, ist zu kooperieren.
Nach Indonesien gingen unsere Ärzte, nach Sri Lanka. In Ost-Timor sind unsere Ärzte, und hier werden bald hunderte Ärzte von dort ausgebildet werden. Ich glaube, es liegt auf der anderen Seite der Welt, zwischen Ozeanien und Australien. Vor einiger Zeit entsandten wir eine Delegation, sie fuhr, kam, ich unterhielt mich lange mit ihr, ich kenne die Situation, die Ärzte, die es gibt. Wir haben auch ein Programm, ihnen in wenigen Jahren hunderte Ärzte auszubilden, alle, die sie brauchen. Es ist ein portugiesischsprachiges Land, sehr heldenhaft, das zehntausende Menschenleben im Prozess der Erringung der Unabhängigkeit verloren hat.
Darüber haben wir kein Wort verloren. Ich sehe mich gezwungen, das hier und heute zu sagen, ein wenig, damit niemand zweifelt, wie die Dinge stehen und ein wenig die bedingten Reflexe im Kopf verliert, denn es sind nicht mehr nur eingepaukte Lügen, sondern im Denken vieler Menschen geschaffene bedingte Reflexe.
Außerdem —wie ich Ihnen sagte—, haben wir viele Freunde in den USA, und ungefähr 200 Persönlichkeiten, Verwaltungsbeamte dieser Südstaaten, mit denen unsere Mitarbeiter in Verbindung stehen, denn sie stehen ständig in Kommunikation auf einer großen Anzahl von Veranstaltungen bezüglich des Kaufs, der Sendung und des Transports von Lebensmitteln, der Bezahlung derselben, denn es sind schon vier Jahre, dass wir diese Lebensmittel bar bezahlen, ohne eine Minute Verspätung und nicht einen Cent weniger als wir bezahlen müssen. Es haben sich wirklich gute Beziehungen entwickelt, auf Vertrauen basierend, wir haben den Behörden, allen, unser Beileid entsandt, und alle haben sehr gut reagiert, und dankend. Wir sagten ihnen, dass wir darüber die hohen Ämter der Vereinigten Staaten informiert hatten, und wir sagten allen, dass wir mit Diskretion handeln wollten.
Sie müssen es gut wissen, und Zeugen gibt es, wer weiß, wie viele, aber egal. Es geht hier nicht darum zu diskutieren oder zu polemisieren. Wir bitten niemanden darum, dass er Autokritik ausübt, und kritisieren niemanden; wir schlagen etwas wirklich Produktives vor, was uns gerecht erscheint, und mit praktischen Dingen, konkreten, sofortigen, innerhalb von Stunden, morgen um 7,00 Uhr kann das Personal, mit ihren Rucksäcken, schon bereit, dort sein, die ersten 100 sind bereit. Dies sind die ersten 100, damit sie am frühen Morgen ankommen können. Die anderen würden am frühen Nachmittag beginnen anzukommen, und am späten Nachmittag, eine zweite Gruppe von 500, und genauso viele am Sonntag.
Bis zu diesem Moment wurden über die Mission „Milagro“ (Wunder) 64367 Patienten aus Venezuela und der Karibik operiert, mit einer Frequenz von 1 560 pro Tag. Rechnen Sie sich aus, wie viele Flugzeuge fliegen, Patienten holend und bringend, um an dieser Zahl von Personen Augenoperationen vorzunehmen. Wir haben hier eine Kraft, die sich vorbereitet, wir haben eine große Zahl von Intensiv-Pflegern, wenn sie in einigen Notkrankenhäusern aufgrund des Wirbelsturms gebraucht werden, können wir sie schicken.
Die USA verfügt über viele Ärzte und Mittel, aber sie haben auch eine besondere Situation in einem spezifischen Gebiet mit einem spezifischen Problem. Das ist keine Schande. Worin ich mir aber sicher bin, ist, dass es sehr schwierig ist, in 12 Stunden, in 24 Stunden, das gesamte notwendige Personal dort zu haben, wo diese Menschen des Südens sind. Ein Arzt für extreme Situationen kann nicht improvisiert werden, ein für diese Aufgaben trainierter Arzt kann nicht improvisiert werden, auch nicht Menschen, die überall hin gehen. Es ist nicht das erste Mal, das ist für Kuba keine neue Erfahrung.
Das ist es, was ich sagen will. Es gibt mehr als 200 Personen, die das schon kennen, und man hat allen gesagt, dass wir die Behörden in Washington benachrichtigt hatten und dass wir Diskretion wollten. Die anderen können urteilen, ob es korrekt war oder nicht, Sie zu bitten, mir einige Minuten zu geben, um dies zu erklären, um mich an das nordamerikanische Volk zu wenden und eine Antwort zu geben, damit nicht viele denken, wir wären rachsüchtig und würden aufgrund unserer Differenzen mit den USA nicht helfen wollen. Und ich wiederhole noch einmal, wir bitten um nichts. Denn wir brauchen wirklich nichts.
Medikamente ja, alle die sie wollen. Ihre Geräte dort, nicht für Kuba, sondern um Leben zu retten und Nordamerikaner zu behandeln, und wenn sie mehr Ärzte wollen, wenn sie 1 000 wollen, dann noch 1 000 dazu, wenn sie 5000 wollen, noch 5 000. Wir haben sie und wir wissen, wo sie sind, und sie bedienen Röntgengeräte, Ultraschallgeräte, Endoskope und Geräte für andere Krankheiten. Sie können viele Geräte haben, aber man muss sehen, ob Sie sofort die Leute haben, die sie bedienen. Das Problem ist die Schnelligkeit, mit der sie ankommen. Das ist das Einzige, was ich sage.
Ich bringe damit den guten Willen unseres Volkes zum Ausdruck, die freundschaftlichen Gefühle, die es immer zum nordamerikanischen Volk gehabt hat, bewiesen über 46 Jahre hinweg, eins der wenigen Länder der Welt, wo nie eine USA-Fahne verbrannt worden ist, wo nie ein Nordamerikaner beleidigt wird, das ist der Nachweis; wir sind dem Volk dankbar, das die Rückkehr des Jungen unterstützt hat, dem Volk, das in steigender Zahl unterstützt, dass unseren Genossen Gerechtigkeit widerfährt, dem Volk, in das wir vertrauen, dass es eines Tages gemeinsam mit uns freundschaftliche Verbindungen aufbaut, und nicht nur, um uns gegenseitig zu helfen, sondern hauptsächlich, um anderen zu helfen.
Die US-Regierung und der Kongress haben 15 Milliarden für den Kampf gegen Aids bewilligt, aber das Geld löst das Problem Aids nicht, wenn es keine Ärzte in den Dörfern Afrikas gibt. Und diese Ärzte gibt es nicht, die haben wir und wir werden sie immer mehr haben, zu Zehntausenden.
Die Karibik wird tausende Ärzte haben, wir werden ihnen helfen sie auszubilden und wir haben schon hunderte von ihnen ausgebildet, die englisch sprechen, und ein perfektes Englisch.
Die Welt benötigt Ärzte, Ärzte, die an solche Orte gehen. Mittelamerika wird sie haben, hat sie auch schon, und wir sind eine ganze Familie.
Und wenn dringend Geräte gebraucht werden, um den betroffenen Personen zu helfen, Kuba verfügt darüber, sie stehen in den Lagern bereit, die, die wir erworben haben für unsere Programme; während wir bauen, es gibt immer eine Reserve. Wir werden sie nicht aus unseren Gesundheitseinrichtungen herausnehmen. Es handelt sich um für andere Punkte vorgesehene Geräte, die innerhalb von Wochen ersetzt werden können.
Wir haben auch dort in Washington darauf hingewiesen, dass dieser Auftritt stattfinden würde und dass er keine Konfrontationsabsicht habe, sondern den, unser Angebot zu wiederholen. Um 17,00 Uhr wurde hier die Interessenvertretung informiert, und dort in der Hauptstadt der USA wurde auch darüber informiert, sie erfahren das nicht durch das Fernsehen und kannten den Geist, den das Angebot beherrscht. Hoffentlich ziehen wir eine vorteilhafte Lehre und eine nützlich Lehre, etwas Nützliches aus dieser gewaltigen und traurigen Tragödie, die dieses Land erlitten hat.
Mir scheint, Randy, Genossen und Mitbürger, ich habe dem weiter nichts hinzuzufügen und sollte auch dem zum Ausdruck Gebrachten nichts weiter hinzufügen.
Gestern gab es eine der üblichen Pressekonferenzen des State Department; anwesend war sein Sprecher Sean McCormack.
Die Erklärungen des Sprechers muss ich nun wortwörtlich anführen.
Pressesalon des State Department, Washington D.C., Donnerstag am 1. September 2005, 12.46 Uhr
Zu jener Stunde befanden wir uns in einer Tagung unseres Parlaments zu wichtigen Fragen. Einer der Tagesordnungspunkte war die Tragödie in den Vereinigten Staaten.
Herr McCornack sagte: „Guten Tag. Ich will kurz das Neueste zu einem Thema sagen, von dem ich weiß, dass es alle Anwesenden interessiert; es handelt sich um die Bemühungen zur Hilfe nach dem Hurrikan Katrina sowie um die Hilfeangebote aus dem Ausland.
Gestatten Sie mir zu sagen, dass uns zahlreiche und generöse Hilfeangebote von ausländischen Regierungen und Organisationen zugegangen sind. Nach Absprache mit dem Weißen Haus erklärte Staatssekretärin Rice, dass wir sämtliche Hilfeangebote des Auslands akzeptieren werden. Alles, was die schwere Situation erleichtern hilft, die tragische Situation der Menschen in dem vom Hurrikan betroffenen Gebiet, wird akzeptiert.“
Später sagt er folgendes:
„Ich kann Ihnen eine ganze Liste aufzählen. Bis zum Zeitpunkt ist es eine Liste, die immer länger wird und die de facto stündlich aktualisiert wird.
Zugegangen sind uns Angebote über Hilfe generell sowie spezifischer Art von verschiedenen Ländern und Organisationen; darunter Russland, Japan, Kanada, Frankreich, Honduras, Deutschland, Venezuela, die OAS, Jamaika, die NATO, Australien, Großbritannien, die Niederlande, die Schweiz, Griechenland, Ungarn, Kolumbien, die Dominikanische Republik, El Salvador, Mexiko, China, Südkorea, Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate.
Über Ergänzungen zu dieser Liste werde ich versuchen, Sie auf dem Laufenden zu halten. Wie bereits gesagt, wird sie stündlich länger.“
Später erst – es war fast Nacht – befassten wir uns nach Abschluss der Parlamentssitzung mit den Meldungen, wobei wir nicht einmal alle lesen konnten. Zu einigen Nachrichten, darunter die eben verlesene, erhielten wir heute Morgen Informationen.
Das macht es nun erforderlich, die Position Kubas klarzustellen. Denn viele Freunde in den USA und außerhalb, die bereits unsere Gewohnheit kennen, in Situationen wie dieser, unsere Zusammenarbeit anzubieten und zwar abgesehen von Konflikten, von politischen, ideologischen und anderen Differenzen - riefen uns an. Sie wunderten sich, dass wir den USA keinerlei Unterstützung angesichts der vom Hurrikan verursachten Tragödie angeboten hätten.
Es kam ein Anruf nach dem anderen; daher wurde diese Erklärung unumgänglich. Ihr Inhalt spricht für sich selbst. Neben anderen Dingen wird deutlich, dass es sich hierbei nicht um ein simples Public-Relations-Anliegen handelt, sondern, und zwar auch praktisch gesehen, um einen bedeutsamen Fakt.
Ich verlese nun kurz den zeitlichen Ablauf des Hilfsangebotes der kubanischen Regierung an die Regierung der USA anlässlich der Hurrikanfolgen.
25. August 2005
Der Hurrikan Katrina sucht Florida heim und verursacht den Verlust von Menschenleben und hohe materielle Schäden.
„Tage darauf, am 29. August 2005
Der Hurrikan erreicht die Kategorie 4 der Saffir-Simpson-Skala und sucht die Staaten Louisiana, Mississippi und Alabama heim. Erste Meldungen zum Umfang der Tragödie werden veröffentlicht.“
„Am 30. August 2005 wurden die letzten Böen in diesen Staaten verzeichnet, in Louisiana und anderen Südstaaten, mit denen wir Handelsbeziehungen unterhalten, zumindest über bedeutende Einkäufe von Nahrungsmitteln. Maßgebliche Personen dieser Staaten besuchten uns. Die Besuche standen im Zusammenhang mit diesen bereits seit mehreren Jahren eingeleiteten Käufen Kubas bei den Vereinigten Staaten.“
Vieles ist geschehen. Ich hatte Gespräche mit Tausenden Landwirten. Zur ersten Messe kamen Hunderte; ich traf mich mit einer Gruppe, danach mit einer weiteren. Und so habe ich in diesen vier Jahren mit Tausenden von US-amerikanischen Landwirten und Besuchern, staatlichen Behörden, Gouverneuren, Senatoren und Abgeordneten gesprochen.
Vor erst zwei Monaten besuchte uns die Gouverneurin des Staates Louisiana, eine sehr umgängliche Person. So wie andere Gouverneure kam sie aus Interesse an den Fragen und den Problemen ihres Staates; und diese, die vom Hurrikan am stärksten betroffenen, sind die ärmeren Staaten, bei denen die Landwirtschaft und die Häfen, über die sie die Waren exportieren, eine bedeutende Rolle spielen.
„Am Vormittag des 30. August 2005 spreche ich um 11.32 Uhr mit unserem Außenminister, dem Genossen Felipe und bitte ihn um ein sofortiges Kondolenzschreiben – über die US-Interessenvertretung in Havanna und unsere Interessenvertretung in Washington – an die Regierung der USA, in dem Unterstützung auf dem Gebiet der medizinischen Versorgung angeboten wird; denn aus den Meldungen war uns bekannt geworden, dass dort eine Katastrophe hereingebrochen war.“
Wenn wir etwas Bedeutsames anzubieten haben – hauptsächlich aufgrund unserer Erfahrung im Verhalten bei Hurrikans sowie unserer Erfahrung in Maßnahmen zum Schutze der Bevölkerung, in Evakuierung, Unterstützung usw. usf. – ist es gerade unsere Hilfe im Bereich der ärztlichen Versorgung. Nach der Katastrophe des 11. September war Kuba das erste Land, das seine Unterstützung anbot, denn wir hörten die Meldungen, wonach sich die Flugzeuge im Flugraum befänden, da sie nicht landen konnten. Unmittelbar boten wir unsere Flughäfen an und danach auch eben das, was wir anbieten konnten: medizinische Hilfe in Anbetracht der enormen Anzahl möglicher Opfer.
Wir liegen näher an New York als Kalifornien. Aus Kuba kann eine Hilfe eher nach New York gelangen als aus Kalifornien. Von Kuba nach New York sind es drei Flugstunden. Von Kalifornien ist es, glaube ich, die doppelte Zeit.
Also, unser Angebot war medizinische Hilfe; absolut nichts Lächerliches, denn man benötigt mitunter eine seltene Blutgruppe für eine Transfusion zur Rettung eines Lebens, zur Rettung von einem, zwei, drei oder zehn Leben. Das ist nicht die Frage. Kann auch nur ein Leben gerettet werden, so besteht die Pflicht, es zu tun.
„Um 12.45 Uhr trifft sich die stellv. Direktorin der Nordamerika-Abteilung des Außenministeriums, Josefina Vidal, mit Edward Alexander Lee, zweiter Chef der US-amerikanischen Interessenvertretung. Gemäß den Anweisungen übermittelt sie ihm eine mündliche Botschaft und händigt ihm außerdem eine schriftliche Kopie aus“.
Wir ließen wahrlich nicht eine Minute nutzlos vergehen. Hier ist auch Genossin Josefina.
Die erhaltenen Anweisungen befolgend, erklärt Josefina Vidal Herrn Lee wörtlich: „Wir wollen einen Halt machen“ – auf den derzeitigen Stand der Beziehungen zwischen Kuba und der US-Regierung Bezug nehmend – „wegen der schweren vom Hurrikan Katrina verursachten Situation.“ Bei uns hatte er, nicht zu vergessen, ebenfalls Schaden angerichtet. Als er Florida erreichte – wir saßen beim Podiumsgespräch – hatte er hier schon Maste niedergerissen und uns den Strom abgeschnitten.
Es geschah fast schlagartig. Als der Hurrikan von Ost nach Südost der Halbinsel Florida zog, richteten seine Ausläufer auch bei uns Schaden an. Viele Flüge wurden gesperrt; andere mussten umgeleitet werden, Flüge mit Patienten, die zur Operation nach kamen; einige wurden nach Camagüey gebracht, andere nach Holguín; wieder andere unserer Maschinen konnten in Venezuela nicht starten.
Keiner wusste, welchen Verlauf der Hurrikan nehmen würde, der sich Kuba sogar näherte. Am nächsten Tag verursacht er mit starken Niederschlägen Probleme in Pinar del Río; schwenkt danach nach Norden, starke Niederschläge und an einigen Orten Überschwemmungen hinterlassend, Warnungen von Eindringen des Meeres, Eindringen des Meeres in Pinar del Río; man kann sich die Fotos ansehen. Wir standen also am nächsten Tag faktisch auch unter den Auswirkungen des Hurrikans und vernahmen einfach nur die Meldungen, er nähme Kurs nach Norden und gewinne an Stärke, habe Kategorie 4 bis 5 erreicht; genau wie der andere, der vor einigen Wochen hier zu spüren war.
Nach ihren einleitenden Worten verlas Josefina die angewiesene Botschaft mit folgendem Text:
„Auf Anweisung der Führung der kubanischen Regierung bekunde ich Ihnen unsere Anteilnahme an dem vom Hurrikan Katrina verursachten Verlust von Menschenleben und den materiellen Schäden und informiere Sie über unsere Bereitschaft, unverzüglich die erforderlichen Ärzte und Gesundheitspersonal in die betroffenen Gebiete zu entsenden, außerdem drei Feldhospitäler mit dem nötigen Personal.“
Den Anweisungen folgend sagte Josefina abschließend zu Herrn Lee: „Es liegt nicht in unserer Absicht, damit Reklame zu machen. Wir erwarten Ihre Antwort.“ Deshalb haben wir die Botschaft nicht veröffentlicht. Eigentlich haben wir nichts veröffentlicht. Wir wollten nicht, dass es den Anschein von Publicity bekommt.
Am gleichen Tag, dem 30. August, wurde der Leiter der Interessenvertretung Kubas in Washington, Dagoberto Rodríguez, auf seine Beantragung hin um 16.30 Uhr im State Department von dem leitenden Mitarbeiter John Reagan empfangen. Er überbrachte ihm die gleiche Botschaft wie sie auch in Havanna übermittelt worden war und übergab ebenfalls den Text der Botschaft in Schriftform.
„Am 31. August um 14.15 Uhr nahm der Leiter der Interessenvertretung Kubas in Washington, Dagoberto Rodríguez, an einer Beratung teil, zu der das State Department das diplomatische Corps einberufen hatte. Hier wurden Informationen über den Hurrikan Katrina und Anweisungen über die Informationsmechanismen und die zum Katastrophenschutz gehörenden Institutionen erteilt.“ In der Tat schien es uns eine positive Geste, dass am nächsten Tag die Einladung erfolgte; etwas, das normalerweise nicht vorkommt.
Zwei Tage nach unserem Angebot, kommt es nun am gestrigen 1. September zu bereits genannter Uhrzeit und während wir in der Nationalversammlung tagten, zu der Erklärung des Sprechers des State Department, die ich nun erst am heutigen 2. September lese. Fast alle Meldungen haben wir uns heute angesehen. Im Parlament tagten wir bis 23.00 Uhr, und danach empfingen wir noch einige Besucher.
Nach dieser gestrigen Erklärung nun kommt es heute zu den überaus vielen Anrufen. Zwar wollten wir keinerlei Publicity dieser ganzen Sache, doch was werden wir den Anrufern sagen? Oder sollten wir jetzt vielleicht vor der Weltöffentlichkeit eine seltsame Position einnehmen und angesichts einer Tragödie derartigen Umfangs nicht ein einziges Wort des Mitgefühls für das US-amerikanische Volk haben?
Da ist noch etwas: Zu Beginn der gestrigen Tagung wird vom Präsidium als Erstes eine Solidaritätsbotschaft an das US-amerikanische Volk vorgeschlagen, die heute im vollen Wortlaut veröffentlicht wurde.
Darin heißt es:
„Solidaritätsbotschaft an das US-amerikanische Volk“
„Mit Besorgnis hat das kubanische Volk die Meldungen über die Auswirkungen des Hurrikans Katrina in den Staaten Louisiana, Mississippi und Alabama verfolgt. Noch unvollständige Informationen lassen den Schluss zu, dass es sich um eine wahre Tragödie außerordentlichen Ausmaßes handelt.
Die angerichtete Zerstörung und die materiellen Schäden machen sie zur teuersten Naturkatastrophe in der nordamerikanischen Geschichte. Das Rote Kreuz der USA schätzt ein, dass seine Arbeit härter sein wird als die nach dem abscheulichen Angriff vom 11. September 2001.
Zehntausende von Menschen sind in überfluteten Gebieten eingeschlossen, haben ihre Heime verloren, sind verdrängt worden oder geflüchtet. Die Gouverneurin von Louisiana bezeichnete die Lage in New Orleans, wo der Wasserspiegel weiter anstieg, als verzweifelt. Der Bürgermeister der Stadt erklärte, Hunderte, ja sogar Tausende Menschen könnten dort den Tod gefunden haben.
Diese Katastrophe mit ihrer Riesenlast von Tod und Leid ist ein Schlag für die gesamte Bevölkerung der Vereinigten Staaten, schlägt jedoch am härtesten die Afroamerikaner, die lateinamerikanischen Arbeiter und die armen US-Amerikaner, die breite Masse jener, die noch immer warten, gerettet und an sichere Orte gebracht zu werden. Sie sind es, die die meisten Todesopfer und Obdachlose zu beklagen haben.
Diese Meldungen verursachen bei den Kubanern Schmerz und Trauer. Im ihren Namen bekunden wir dem Volk der USA, den Obrigkeiten der Bundesstaaten, den lokalen Behörden und den Opfern dieser Katastrophe unsere tiefste Solidarität. Die ganze Welt sollte diese Tragödie als ihre eigene empfinden.
Nationalversammlung des Poder Popular der Republik Kuba
Havanna, am 1. September 2005.“
Für die Opfer wurde eine Schweigeminute eingelegt. Es war in der Tat eine emotive und natürliche Geste im Gefühl unseres Volkes für das Volk der USA, den Behörden gegenüber war es respektvoll, ohne jegliche Beleidigung, ohne jegliche Attacke.
Das ist die Situation; die Meldungen werden von Mal zu Mal härter. Es wird Tausende, Hunderttausende, vielleicht sogar Millionen Menschen geben, die sich wundern werden, dass Kuba keine Unterstützung angeboten hat, wo wir doch in unmittelbarer Nachbarschaft sind. Kein anderes Land liegt näher. Kuba liegt viel näher als Japan. Jegliche benötigte Hilfe, wie bescheiden sie auch sein mag, gelangt von hier viel schneller in die Südstaaten der USA als von Japan oder Asien. Nun, sogar mit Bewunderung sprachen sie davon, dass auch Sri Lanka, glaube ich, trotz eigener Schwierigkeiten Hilfe angeboten hat. Die Arabischen Emirate sind noch viel weiter entfernt.
Wir liegen ja noch näher als Honduras, näher als Zentralamerika und noch ziemlich näher als irgendein Land Südamerikas. Alles haben wir berechnet. Binnen einer Stunde und fünfzig Minuten kann ein Flugzeug von uns auf dem der Unglücksstätte nächsten internationalen Flughafen landen.
Der wesentliche Grund dieses Fernsehauftritts liegt im Aufzeigen der Wahrheit und im Wiederholen unserer Bereitschaft zu helfen; nicht im Kritisieren, das ist nicht unsere Absicht. Auf dieser langen Liste werden wir nicht genannt, und dabei waren wir vielleicht die Ersten. Betrachtet man nämlich die Uhrzeit von Anweisungen und Übermittlung der Botschaft, so scheint mir, dass unser Angebot doch ziemlich schnell unterbreitet wurde und Konkretes enthielt: Ärzte vor Ort, also gerade das, woran es derzeit vielerorts mangelt.
In unserer Haltung darf weder Unwille noch Beschwerde Platz finden. Da dem zweiten Chef der Interessenvertretung, Herrn Lee, gesagt wurde, wir beabsichtigten hiermit keinerlei Publicity, könnte er es so ausgelegt haben, dass wir nicht wünschten, es käme zu irgendeiner Publicity. Es kann sich um einen Irrtum handeln. Ich behaupte nicht, der Name Kuba sei absichtlich ausgelassen worden. Doch wenngleich es absichtlich geschehen wäre, bereitet uns dies keinen Kummer. Niemals haben wir etwas getan, damit man es uns anerkennt oder uns dafür dankt; und so haben wir nicht nur einmal, sondern viele Male gehandelt.
In Nicaragua regierte Somoza, als sich jenes schwere Erdbeben ereignete, das die Stadt zerstörte. Zu den ersten Hilfsgütern, die dort anlangten, befanden sich Feldspitäler und kubanische Ärzte.
Wir hatten keine Beziehungen zu Peru sowie vielen anderen Ländern, doch ist dies für sofortige Unterstützung kein Hindernis gewesen. Eben erst gab es auf der anderen Seite der Welt einen Tsunami, und in zwei der betroffenen Länder entsandten wir eine Ärztebrigade. Und das ist teuer, wenn man dazu ein Flugzeug benutzt, mit dem nicht viel Treibstoff eingespart wird wie zum Beispiel eine Boeing; also unsere haben einen hohen Verbrauch. Der Transport einer Medizinerbrigade mit einer dieser Maschinen ist teuer. Er kostet mehrere hunderttausend Dollar eben wegen den derzeitigen Kosten des Kraftstoffes für Flugzeuge. Auch werden ja die Medikamente und die Zelte nicht zurückgebracht, sondern bleiben vor Ort.
Als Hurrikans Santo Domingo, Haiti und Zentralamerika furchtbar heimsuchten und der zuletzt genannten Region Zehntausende von Menschenleben abforderten, taten wir noch etwas anderes. Aus diesen Ereignissen entstanden die Brigaden, die heute zu einer enormen Bewegung angewachsen sind. Sie waren auch die Wiege für die Lateinamerikanische Fakultät für Medizin, die, von der Ausbildung von Ärzten aus betrachtet, fast schon zu einem Dienst an der Region, ja zu einem Dienst an der Menschheit geworden ist; etwas ganz Außerordentliches, dessen Früchte in zehn Jahren 200 000 Ärzte sein werden, ausgebildet von Venezuela und Kuba.
All das liegt begründet im Geist der Zusammenarbeit, der heute vielerorts anerkannt wird. Sogar in Honduras, wo es hieß, man werde die Ärzte von dort zurückziehen, kam es zu einer Reihe von Erklärungen aus der Bevölkerung, in denen gebeten wird, sie keinesfalls zurückzuziehen, da sie 2,5 Millionen Menschen betreuen, die anderweitig nicht versorgt werden. Alle Welt setzte sich in Bewegung, um den Verbleib der Ärzte zu erreichen. Wir sagten, keine Beleidigung wird für uns jemals Anlass sein, ärztliche Hilfe zurückzuziehen, es sei denn, die Regierung des Landes beantrage es. Unsere Ärzte verbleiben an ihrem Einsatzort auch im Falle von Krieg. So geschah es in Haiti; keiner wurde abgezogen und sie versorgten Kranke, Verletzte und jeden, der es brauchte.
Das ist die Haltung unserer Ärzte; das ist die Ethik unserer Ärzte, und es sind auch die Prinzipien unseres Landes. Wir würden nie eine Ärztebrigade entsenden, um sie bei Aufkommen eines diplomatischen Konfliktes, irgendeiner Misshelligkeit oder gar beim Auftreten für unser Land sehr beleidigende Tatsachen wieder abzukommandieren. Niemals würden wir so etwas tun.
Das ist die Linie. Deshalb sage ich, es ist nicht der Zeitpunkt uns darüber zu beschweren, dass der Sprecher des State Department den Namen Kuba ausließ.
„Unser Land ist bereit, in den Morgenstunden dieser Nacht 100 Ärzte der Allgemeinmedizin, Fachärzte für Integrale Allgemeinmedizin, zu entsenden, die morgen früh, Sonnabend, auf dem internationalen Flughafen von Houston, Texas, dem der Region der Tragodie am nächsten gelegenen Flughafen, sein würden, um von dort aus auf dem Luftweg“ —das wären hauptsächlich Hubschrauber—, „Fluss- oder Landweg“ —Amphibienfahrzeuge, die manchmal in sehr überschwemmte Gebiete eindringen—, „zu den isolierten Zufluchtsorten, Einrichtungen oder Wohnvierteln der Stadt New Orleans transportiert zu werden, wo sich Bevölkerung oder Familien befinden, die dringende ärztliche Betreuung oder erste Hilfe benötigen. Das genannte Personal wäre ausgerüstet mit Rucksäcken, die 24 Kilogramm an für diese Lebensrettungssituationen grundlegenden Medikamenten enthalten und eine Mindestausrüstung an Diagnoseinstrumenten.“ Sie müssen den Blutdruck messen, den Puls und andere Parameter, all diese Grundausrüstung, um ein klinischen Gutachten machen zu können, worin unsere Ärzte große Erfahrung haben, denn in diesem Moment sind zehntausende von ihnen im Ausland, und an vielen Orten gibt es kein Röntgengerät, kein Ultraschallgerät, es gibt nichts, nicht einmmal Blut- oder Stuhluntersuchungen, sie kommen und machen eine klinische Diagnose, mit sehr hoher Genauigkeit. Sie sind fast klinische Experten, denn sie sind gewöhnt, in Gebieten der dritten Welt zu arbeiten, wo es an Diagnosegeräten mangelt. „Sie können den Umständen entsprechend einzeln oder in Gruppen von 2 oder mehr Personen eingesetzt werden und auf eine beliebig lange, erforderliche Frist.
„Auf gleiche Weise ist Kuba bereit, über Houston oder einen beliebigen anderen Flughafen, der angewiesen wird, zusätzlich 500 Fachärzte für Integrale Allgemeinmedizin, ebenfalls ausgerüstet, zu entsenden, die morgen, Sonnabend, den 3. September, am frühen und späten Nachmittag am Zielort eintreffen würden.
„Eine dritte Gruppe von 500 Fachärzten für Integrale Allgemeinmedizin könnte entsendet werden und käme am Sonntagmorgen, dem 4. September an. Auf diese Weise würden in weniger als 36 Stunden 1100 solcher Ärzte und mit den genannten Mitteln“ —den Rucksäcken—, welche 26,4 Tonnen Medikamenten und Untersuchungsinstrumenten“ —hauptsächlich Medikamente— „gleichkommen, den Personen, die nach den Schäden durch den Wirbelsturm Katrina am dringendsten Behandlung benötigen, Dienste leisten.“
Und was für einen Schaden hat er hinterlassen, unter den Bedingungen eines Flachlandes mit vielen Flüssen. Das heißt, dort sind anscheinend auch Unfälle passiert, einige Stauseen, Deiche haben nicht standgehalten. All das ist passiert. Ein Hurrikan ist ein mit Kategorie fünf ist noch schlimmer. Der hier kam mit Kategorie vier über Cienfuegos herein.
Er kam sogar mit noch größerer Stärke, als er sich näherte.
„Dieses medizinische Personal verfügt über internationale Erfahrung und elementare Sprachkenntnisse für die Betreuung der Patienten.
„Wir warten nur auf die Antwort der US-Behörden.“
Unsere Ärzte waren in Südafrika, in vielen englischsprachigen Orten, sogar in Gebieten mit Dialekten; aber es ist sehr leicht, sich mit einem Arzt zu verständigen. Die achtmonatigen Kinder, zum Beispiel, sprechen nicht, die Ärzte untersuchen sie und sind einfach fähig zu diagnostizieren, manchmal braucht man die Sprache gar nicht; aber sie haben die notwendigen Grundkenntnisse.
Die Wichtigkeit dieses Vorschlags kann man aus einer aus New Orleans kommenden Meldung der Agentur EFE von heute, dem 2. September entnehmen, die textgetreu folgendermaßen lautet, es lohnt sich, sie zu lesen.
„Bei Krankenhäusern ohne Elektrizität, den Apotheken von New Orleans mehr als ein Meter unter Wasser, tausenden Patienten ohne sanitäre Hilfe und der wachsenden Gefahr von Infektionsherden, ist die Gesundheit tausender, vom Wirbelsturm ´Katrina´ betroffener Menschen, gefährdet.
„Die Krise, die New Orleans und große Gebiete von Süd-Louisiana durchleben, wird durch die Tatsache verschärft, dass die Mehrheit der hunderttausenden, vom Wasser eingeschlossenen Personen, die Ärmsten unter den Armen des Landes sind, Individuen, die an mehr geistigen und körperlichen Krankheiten leiden als andere soziale Gruppen.
„Ein tragisches Beispiel der Sanitätsprobleme, die ´Katrina´ und die sie begleitenden Überschwemmungen den Einwohnern New Orleans brachten, konnte man am Donnerstag an den Eingängen des Kongresszentrums der Stadt beobachten, wohin sich 20 000 bis 30 000 Personen geflüchtet haben.“
„An einer der Außenwände des Zentrums ruhte die Leiche einer in ihrem Rollstuhl sitzenden Greisin, zugedeckt mit einer Decke. An einem anderen Ende des Kongresszentrums gaben zwei Personen in einem ergebnislosen Versuch, sein Leben zu retten, einem bewusstlos am Boden liegenden Mann eine Herzmassage.
„Alte Menschen, Kinder und Kranke unter den Armen von New Orleans“ —wo nach offiziellen Angaben etwa ein Drittel der 1,4 Millionen Einwohner arm sind—, „fast eine halbe Million“, die am meisten Verletzbaren sind die, die am meisten zahlen bei dem Desaster.
„Einige Experten haben begonnen, vor den psychologischen Auswirkungen zu warnen, die das in New Orleans herschende Chaos und die Gewalt vor allem bei Kindern haben werden, die die Krise direkt durchmachen, in manchen Fällen von ihren Eltern getrennt.
„Eine andere Sorge, die die Experten zu lüften beginnen, ist das Auftreten von Infektionsherden solcher Krankheiten wie Cholera und Thyphusfieber.“
„80 % von New Orleans steht unter Wasser. Die Behörden befürchten, dass hunderte, möglicherweise tausende Personen in den letzten Tagen gestorben sind und in den Dachgeschossen ihrer Wohnungen vom Wasser eingeschlossen.“
Wir sprechen von Menschen, die eingeschlossenen sind in Gebäuden, in einem Stadion, oder sonst wo, Hilfe zu leisten. Wir sprechen von medizinischem Personal mit den nötigen Medikamenten, die eingesetzt werden können, wo sie gebraucht werden. Dieses medizinische Personal kann in Fällen, wie dem Mann, der eine Massage wegen Herzinkarkt bekam, Leben retten, und ein Medikament für diese Fälle verabreichen. Diese und andere ernste Probleme kann ein Arzt und sein Rucksack mit grundlegenden Medikamenten lösen. Wer weiß, ob vielleicht die Person im Rollstuhl hätte gerettet werden können. Man müsste prüfen, woran sie gestorben ist.
Das heißt, wir bieten keine Ärzte für Disneyland an, oder welche, die sich in einem 5-Sterne-Hotel niederlassen.
„Bei Temperaturen, die 30 Grad Celsius übersteigen“ —daran sind die kubanischen Ärzte gewohnt—, werden die Personen- und Tierkadaver in Verwesung schnell zu Nährboden für Bakterien.
„Außerdem hat das Abwassersystem des hauptstädtischen Gebiets New Orleans seinen Inhalt in das in den Straßen der Stadt stehende Wasser geleert, durch welches die Einwohner, die versuchen zu entkommen, gehen müssen.“
„Und, als ob das wenig wäre, kann man von der Luft aus klar Flecken von gefährlichen chemischen Produkten erkennen, die im Wasser schwimmen und aus Werken und Industrieanlagen kommen, wie den Raffinerien oder den um New Orleans liegenden landwirtschaftlichen Unternehmen.
„Die Experten warnen davor, dass der Kontakt mit diesem Wasser bei den Menschen Infektionen hervorrufen kann.
„Die Organisation zur Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten (FDA in der englischen Abkürzung) wies darauf hin, dass die Bevölkerung keine verderblichen Produkte wie Fleisch, Fisch, Milch und Eier ohne angemessene Kühlung verzehren darf, da sie Krankheiten hervorrufen können, selbst wenn sie angemessen zubereitet wurden.“
Für all diese Probleme ist es wesentlich, Fachkräfte an jenen Orten zu haben. Welche Lebensmittel, unter Umständen können es Konservendosen sein. Das Problem ist, dass eine erste Hilfe ankommt, die in 24 oder 48 Stunden Menschen betreut oder rettet, ehe man alles organisiert. Es kann hunderte solcher Orte geben, und die Zahl der Menschenleben, die gerettet werden oder verloren gehen können, ist unberechenbar.
Ärzte mit ihren Rucksäcken mit Medikamenten, gut verteilt über hunderte verschiedene Orte, können außerordentlich nützlich sein.
Es ist anzunehmen, dass sie sogar informieren können, wenn sie ein Kommunikationsmittel haben, was gebraucht wird, und so ist es schon viel einfacher. Sie diagnostizieren, warnen, wenn sich eine Epidemie entwickelt, sehen die ersten Symptome. Sie können nicht unnütz sein.
Wenn es Umstände gibt, die ihre Präsenz benötigen, sind es diese. Hier können viele Ärzte, die in den Dschungel gegangen sind, in die Hochebene, in beliebige Gebiete zum Einsatz kommen; nicht weil sie Kubaner sind. Sie sind keine Feinde, die dorthin gehen, um zu töten, es sind Fachkräfte, von denen wir heute zehntausende in anderen Ländern haben, gerade dort, wo andere nicht hinwollen.
„FDA fügte hinzu dass, ´keine Lebensmittel gegessen werden dürfen, die in Kontakt mit dem Wasser der Überschwemmung gestanden haben´.
„Bei den verzweifelten Bitten um Wasser und Essen seitens der tausenden im Stadion und im Kongresszentrum eingeschlossenen Personen“ —ich weiß nicht, ob sie schon evakuiert worden sind—, „von denen manche in den letzten drei Tagen nichts gegessen haben, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Warnungen der FDA —wenn sie von den Betroffenen gehört werden sollten— keine große Wirkung haben.“
Diese Meldung kam heute, ich habe sie einige Stunden vor diesem Auftreten erhalten.
Deshalb bin ich gekommen, um dieses Angebot zu wiederholen. Wir waren der Idee so treu, keine Publizität zu machen, dass drei Tage vergangen sind und man nichts über unsere Bereitschaft weiß. Alle Welt hat gesagt: „Ich habe dies angeboten, ich habe 50 000 Dollar angeboten, ich habe dies und jenes angeboten.“ Wir bieten Menschenleben an, dort wo 10, 100, 500, 1000 zu retten sind; mitzuhelfen, dass Maßnahmen getroffen werden, die Zehntausende retten können, zumindest die schlimme Tragödie verhindern, die die Welt gerade sieht.
Werden sie wegen der zwischen beiden Ländern geschehenen Dinge unsere Kooperation zurückweisen? Ich glaube, wenn nicht wäre es der Welt nützlich und ein gutes Beispiel, denn diese Phänomene können sich wiederholen.
Heute sprachen einige nordamerikanische Experten davon, dass es innerhalb von einem oder zwei Monaten einen noch stärkeren Wirbelsturm als diesen geben kann, welcher die Vereinigten Staaten treffen kann.
So dass unsere Geste eine ehrlich und friedliche Geste ist, sie sucht keine Publizität, sie stellt keinerlei Bedingungen, etwa, dass die Blockade beseitigt wird, nichts dergleichen. Wir haben niemals jemandem Bedingungen gestellt, wir schicken die Unterstützung, die wir haben, und wir haben diese; wir verfügen über kein großes Finanzkapital. Die Kosten übernehmen wir, den Flug, den Kraftstoff; es ist nicht einmal nötig; den Kraftstoff dort zu erwerben, es gibt ihn in der Nähe. Sie können dorthin fliegen oder zu einem anderen Flughafen, oder zu einem Militärstützpunkt, wenn es einen Militärstützpunkt dort gibt und sie bringen sie dorthin. Sie werden keine Erklärungen abgeben und keine Publizität suchen, das soll ganz klar gestellt werden.
Wir haben Hoffnung, denn heute sieht man eine Änderung. Die Staatssekretärin selbst sagt, dass sie jede Hilfe annehmen würde. Das bedeutet, wenn sie vom Mars käme, würden sie die Hilfe annehmen; aber unsere kommt nicht vom Mars, es ist eine kleine Insel, die hier ist, ein paar Minuten von jenem Ort, und die das moralische Recht hat, von der Möglichkeit zu sprechen, Ärzte zu schicken, es ist etwas, was von der Welt anerkannt ist.
Was wir wollen ist nicht, kritisieren, es ist nicht, die US-Regierung unter Druck setzen, wir sind uns bewusst, dass die Behörden einen schwierigen Moment durchlaufen, es gibt starke Kritik. Wir sind nicht von dieser Art Politiker —nennen wir uns mal Politiker, falls das Wort Revolutionäre jemanden erschreckt—, die opportunistisch bestimmte Situationen ausnutzen, um einem Gegner einen Schlag zu versetzen, ich möchte das klarstellen, weil es ein wirklicher Geist der Zusammenarbeit ist.
Ich sage es noch einmal, es ist nicht das erste Mal. Wir sind völlig entfernt von jeder Konfrontationsposition gegen die USA oder ihre Regierung, ich habe schon das Wort gegeben, ich sage: „Machen wir einen Halt“. Und wir bitten um nichts, und ja, wir übernehmen die Kosten für all diese Medikamente, den Transport und alles Weitere.
Dort, das weiß ich nicht, wenn sie zu einem Dorf kommen, stelle ich mir vor, dass sie das haben werden, was ihnen die Leute anbieten, ich weiß nicht, ob sie etwas Wasser mitnehmen, aber unsere Ärzte sind fähig, Durst auszuhalten, Hitze zu ertragen und ohne Lebensmittel bei den Patienten zu sein. Als sie an bestimmten Orten waren, haben wir ihnen, um sie besorgt, Lebensmittel geschickt, und was sie gemacht haben, war, sie den Patienten zu geben.
Lehrer, um deren Gesundheit wir besorgt waren, und als wir ihnen etwas schickten, haben sie es den Schülern gegeben, und wenn einer unserer Ärzte etwas erhält, gibt er es erst einem Patienten. Das ist die Ethik, mit der die Ärzte ausgebildet worden sind, und es sind nicht einer oder zwei, es sind schon zehntausende, jetzt, in diesem Moment, und dazu noch zehntausende hier.
Vor ein paar Tagen haben gerade 1 610 aus anderen Ländern ihr Hochschulstudium abgeschlossen, sie haben ihr Studium mit einer guten praktischen Erfahrung beendet. Um diese Zeit müssen fast 2 000 weitere kubanische Ärzte mit praktischer Erfahrung das Studium abschließen, sie sind die Reserve. Hier sind viele der in Auslandsmissionen Eingesetzten mit Erfahrung auf Urlaub. Wir würden an die betroffensten Orte hauptsächlich Ärzte mit Erfahrung schicken. Wir wissen schon, welche gehen würden. Wir warten nur auf die Antwort, und hoffentlich kommt sie sofort, um keine Minute zu verlieren.
Alle Maßnahmen sind getroffen, alles wird bereitgestellt: Rucksäcke, Medikamente, Kleidung, alles, denn unser Angebot besteht schon seit drei Tagen und wir können die Personen nicht permanent mobilisieren. Was wir aber wissen, ist die Zeit, in der wir sie mobilisieren, und wir wissen, dass es die einzige Form ist, die Medikamente innerhalb von Stunden zu diesen Personen zu bringen, die auf dem Bildschirm erscheinen, denn morgen früh, 12 Stunden von diesem Moment ab, in dem ich spreche, können sie dort auf dem Flughafen von Houston sein, und von dort in Hubschraubern in kurzer Zeit zu den Punkten gebracht werden, wo sie gebraucht werden.
Ein Hubschrauber braucht keine Landebahn, landet an einem Ort, wo er mit Kraftstoff versorgt wird, und bringt das medizinische Personal an einen beliebigen Ort, das ist das Ideale; aber manchmal kann es ein Ort sein, wo ein Boot oder ein Schnellboot rankommt, oder manchmal ein Amphibienfahrzeug, und mit Leuten der Nationalgarde, nordamerikanischen Soldaten in dieser Aufgabe. Ich bin mir sicher, dass alle zusammenarbeiten werden, und es wäre ein gutes Beispiel für die Welt, wenn nordamerikanische Ärzte, kubanische Ärzte, Bürger, unwichtig was sie sind, in dieser Art von einem Halt, in dieser Art Waffenstillstand, helfen, andere zu retten.
Es ist ein Krieg, nicht zwischen Menschen, es ist ein Krieg um Menschenleben, es ist ein Krieg gegen Krankheiten, gegen die Katastrophen, die sich wiederholen können, und eine der ersten Dinge, die diese Welt gerade jetzt, mit den sich vollziehenden Veränderungen und Phänomenen lernen sollte, ist zu kooperieren.
Nach Indonesien gingen unsere Ärzte, nach Sri Lanka. In Ost-Timor sind unsere Ärzte, und hier werden bald hunderte Ärzte von dort ausgebildet werden. Ich glaube, es liegt auf der anderen Seite der Welt, zwischen Ozeanien und Australien. Vor einiger Zeit entsandten wir eine Delegation, sie fuhr, kam, ich unterhielt mich lange mit ihr, ich kenne die Situation, die Ärzte, die es gibt. Wir haben auch ein Programm, ihnen in wenigen Jahren hunderte Ärzte auszubilden, alle, die sie brauchen. Es ist ein portugiesischsprachiges Land, sehr heldenhaft, das zehntausende Menschenleben im Prozess der Erringung der Unabhängigkeit verloren hat.
Darüber haben wir kein Wort verloren. Ich sehe mich gezwungen, das hier und heute zu sagen, ein wenig, damit niemand zweifelt, wie die Dinge stehen und ein wenig die bedingten Reflexe im Kopf verliert, denn es sind nicht mehr nur eingepaukte Lügen, sondern im Denken vieler Menschen geschaffene bedingte Reflexe.
Außerdem —wie ich Ihnen sagte—, haben wir viele Freunde in den USA, und ungefähr 200 Persönlichkeiten, Verwaltungsbeamte dieser Südstaaten, mit denen unsere Mitarbeiter in Verbindung stehen, denn sie stehen ständig in Kommunikation auf einer großen Anzahl von Veranstaltungen bezüglich des Kaufs, der Sendung und des Transports von Lebensmitteln, der Bezahlung derselben, denn es sind schon vier Jahre, dass wir diese Lebensmittel bar bezahlen, ohne eine Minute Verspätung und nicht einen Cent weniger als wir bezahlen müssen. Es haben sich wirklich gute Beziehungen entwickelt, auf Vertrauen basierend, wir haben den Behörden, allen, unser Beileid entsandt, und alle haben sehr gut reagiert, und dankend. Wir sagten ihnen, dass wir darüber die hohen Ämter der Vereinigten Staaten informiert hatten, und wir sagten allen, dass wir mit Diskretion handeln wollten.
Sie müssen es gut wissen, und Zeugen gibt es, wer weiß, wie viele, aber egal. Es geht hier nicht darum zu diskutieren oder zu polemisieren. Wir bitten niemanden darum, dass er Autokritik ausübt, und kritisieren niemanden; wir schlagen etwas wirklich Produktives vor, was uns gerecht erscheint, und mit praktischen Dingen, konkreten, sofortigen, innerhalb von Stunden, morgen um 7,00 Uhr kann das Personal, mit ihren Rucksäcken, schon bereit, dort sein, die ersten 100 sind bereit. Dies sind die ersten 100, damit sie am frühen Morgen ankommen können. Die anderen würden am frühen Nachmittag beginnen anzukommen, und am späten Nachmittag, eine zweite Gruppe von 500, und genauso viele am Sonntag.
Bis zu diesem Moment wurden über die Mission „Milagro“ (Wunder) 64367 Patienten aus Venezuela und der Karibik operiert, mit einer Frequenz von 1 560 pro Tag. Rechnen Sie sich aus, wie viele Flugzeuge fliegen, Patienten holend und bringend, um an dieser Zahl von Personen Augenoperationen vorzunehmen. Wir haben hier eine Kraft, die sich vorbereitet, wir haben eine große Zahl von Intensiv-Pflegern, wenn sie in einigen Notkrankenhäusern aufgrund des Wirbelsturms gebraucht werden, können wir sie schicken.
Die USA verfügt über viele Ärzte und Mittel, aber sie haben auch eine besondere Situation in einem spezifischen Gebiet mit einem spezifischen Problem. Das ist keine Schande. Worin ich mir aber sicher bin, ist, dass es sehr schwierig ist, in 12 Stunden, in 24 Stunden, das gesamte notwendige Personal dort zu haben, wo diese Menschen des Südens sind. Ein Arzt für extreme Situationen kann nicht improvisiert werden, ein für diese Aufgaben trainierter Arzt kann nicht improvisiert werden, auch nicht Menschen, die überall hin gehen. Es ist nicht das erste Mal, das ist für Kuba keine neue Erfahrung.
Das ist es, was ich sagen will. Es gibt mehr als 200 Personen, die das schon kennen, und man hat allen gesagt, dass wir die Behörden in Washington benachrichtigt hatten und dass wir Diskretion wollten. Die anderen können urteilen, ob es korrekt war oder nicht, Sie zu bitten, mir einige Minuten zu geben, um dies zu erklären, um mich an das nordamerikanische Volk zu wenden und eine Antwort zu geben, damit nicht viele denken, wir wären rachsüchtig und würden aufgrund unserer Differenzen mit den USA nicht helfen wollen. Und ich wiederhole noch einmal, wir bitten um nichts. Denn wir brauchen wirklich nichts.
Medikamente ja, alle die sie wollen. Ihre Geräte dort, nicht für Kuba, sondern um Leben zu retten und Nordamerikaner zu behandeln, und wenn sie mehr Ärzte wollen, wenn sie 1 000 wollen, dann noch 1 000 dazu, wenn sie 5000 wollen, noch 5 000. Wir haben sie und wir wissen, wo sie sind, und sie bedienen Röntgengeräte, Ultraschallgeräte, Endoskope und Geräte für andere Krankheiten. Sie können viele Geräte haben, aber man muss sehen, ob Sie sofort die Leute haben, die sie bedienen. Das Problem ist die Schnelligkeit, mit der sie ankommen. Das ist das Einzige, was ich sage.
Ich bringe damit den guten Willen unseres Volkes zum Ausdruck, die freundschaftlichen Gefühle, die es immer zum nordamerikanischen Volk gehabt hat, bewiesen über 46 Jahre hinweg, eins der wenigen Länder der Welt, wo nie eine USA-Fahne verbrannt worden ist, wo nie ein Nordamerikaner beleidigt wird, das ist der Nachweis; wir sind dem Volk dankbar, das die Rückkehr des Jungen unterstützt hat, dem Volk, das in steigender Zahl unterstützt, dass unseren Genossen Gerechtigkeit widerfährt, dem Volk, in das wir vertrauen, dass es eines Tages gemeinsam mit uns freundschaftliche Verbindungen aufbaut, und nicht nur, um uns gegenseitig zu helfen, sondern hauptsächlich, um anderen zu helfen.
Die US-Regierung und der Kongress haben 15 Milliarden für den Kampf gegen Aids bewilligt, aber das Geld löst das Problem Aids nicht, wenn es keine Ärzte in den Dörfern Afrikas gibt. Und diese Ärzte gibt es nicht, die haben wir und wir werden sie immer mehr haben, zu Zehntausenden.
Die Karibik wird tausende Ärzte haben, wir werden ihnen helfen sie auszubilden und wir haben schon hunderte von ihnen ausgebildet, die englisch sprechen, und ein perfektes Englisch.
Die Welt benötigt Ärzte, Ärzte, die an solche Orte gehen. Mittelamerika wird sie haben, hat sie auch schon, und wir sind eine ganze Familie.
Und wenn dringend Geräte gebraucht werden, um den betroffenen Personen zu helfen, Kuba verfügt darüber, sie stehen in den Lagern bereit, die, die wir erworben haben für unsere Programme; während wir bauen, es gibt immer eine Reserve. Wir werden sie nicht aus unseren Gesundheitseinrichtungen herausnehmen. Es handelt sich um für andere Punkte vorgesehene Geräte, die innerhalb von Wochen ersetzt werden können.
Wir haben auch dort in Washington darauf hingewiesen, dass dieser Auftritt stattfinden würde und dass er keine Konfrontationsabsicht habe, sondern den, unser Angebot zu wiederholen. Um 17,00 Uhr wurde hier die Interessenvertretung informiert, und dort in der Hauptstadt der USA wurde auch darüber informiert, sie erfahren das nicht durch das Fernsehen und kannten den Geist, den das Angebot beherrscht. Hoffentlich ziehen wir eine vorteilhafte Lehre und eine nützlich Lehre, etwas Nützliches aus dieser gewaltigen und traurigen Tragödie, die dieses Land erlitten hat.
Mir scheint, Randy, Genossen und Mitbürger, ich habe dem weiter nichts hinzuzufügen und sollte auch dem zum Ausdruck Gebrachten nichts weiter hinzufügen.
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