Freitag, 3. Februar 2006

Ansprache auf dem am 3.2.2006 auf dem Revolutionsplatz vollzogenen Festakt zur Verleihung des Internationalen Preises der UNESCO José Martï an Chavez

Lieber Präsident Chávez;

Liebe Mitglieder der Delegationen Venezuelas und Kubas;

Liebe Teilnehmer an diesem großartigen Festakt;

Liebe Mitbürger!



Dies ist ein historischer Tag und er ist von besonderer Bedeutung, die Verleihung des Internationalen Preises „José Martí“ der Organisation der Vereinten Nationen an den Präsidenten Venezuelas.

Was kommt mir in den Sinn in dieser bewegenden Minute. Heute vor sieben Jahren und einem Tag, am 2. Februar 1999, hatte ich das Privileg, der Amtsübernahme des neuen Präsidenten Venezuelas, Hugo Chávez Frías, beizuwohnen (Beifall). Ich hatte ihn ungefähr fünf Jahre vorher kennen gelernt, als er uns, gerade erst aus dem Gefängnis gekommen, im Dezember 1994 besuchte. Wir lernten uns gut kennen und tauschten uns über Themen aus, wobei wir viel übereinstimmten und uns sehr begeisterten. Wir sprachen von der Zukunft. Aber es war schwer, sich vorzustellen, dass innerhalb eines historisch so kurzen Zeitraumes Hugo Chávez das Amt des Präsidenten des ruhmreichen Venezuelas von Simón Bolívar übernehmen würde (Beifall).

Damals versicherte er mit Kühnheit: „Ich schwöre bei dieser sterbenden Verfassung“, ein Ausdruck, der Geschichte schreiben würde.

Wortgetreu einige seiner Absätze an jenem Tag:

„Es gibt Ziffern der Arbeitslosigkeit, die bei 20% liegen. Eine Unterbeschäftigung bei 50% der wirtschaftlich aktiven Kräfte, fast eine Million Kinder, die gerade so überleben, Kinder, wie meine Tochter Rosinés, im Alter von einem Jahr und vier Monaten, die gerade so überleben. Siebenundzwanzig, fast achtundzwanzig pro tausend Lebendgeborenen betrug die Kindersterblichkeit in Venezuela, eine der höchsten des ganzen Kontinents. Das Auftreten der Unterernährung in der Kindersterblichkeit liegt annähernd bei 15% der Kinder, die sterben. Die Ursache ihres Todes: Unterernährung. Da können wir keine konstituierende Versammlung abwarten.“

„(...) Es ist grausam, zu erfahren, dass nur eins von fünf Kindern, die die Vorschule beginnen, nur eins von fünf die Grundschule beendet, das ist grausam, denn das ist die Zukunft des Landes.“

„(...) Fünfundvierzig Prozent der Jugendlichen besuchen nicht die Mittelschulen, streunen umher, gerade so überlebend, und viele von ihnen begehen Vergehen um zu überleben, den der Mensch ist nicht von Natur aus schlecht, wir sind Geschöpfe Gottes, wir sind keine Geschöpfe des Teufels (Beifall). Diese Situation erhalte ich hier, hier halte ich sie in meinen Händen, und es ist die Anhäufung all jener Krisen, auf die ich mich vor ein paar Minuten bezog.“

Seine Worte an diesem 2. Februar beeindruckten mich tief. Ich sollte 48 Stunden später in der Zentraluniversität Venezuelas auftreten, wo ich 40 Jahre und 10 Tage vorher, am 24. Januar 1959 zu den Studenten gesprochen hatte.

Zahlen und Angaben, die dieser Besucher in diesem Augenblick der Wiederbegegnung kannte, brachten ihn zu der Schlussfolgerung, dass das Volk Venezuelas in diesem neuen Tagesanbruch mutig und intelligent ernsthaften Schwierigkeiten gegenüberstehen würde, die von der wirtschaftlichen und sozialen Situation ausgingen, in die dieses heldenhafte Volk gekommen war.

Ich erwähnte Absätze und Ziffern, die ich heute wortwörtlich der am 3. Februar vor sieben Jahren gehaltenen Rede entnahm.

„Warenexporte gemäß des Berichts der Zentralbank Venezuelas:

1997: 23,4 Milliarden Dollar“, die Exporte.

1998: 17,32 Milliarden. Der Wert der Exporte fiel in nur einem Jahr um 6,08 Milliarden Dollar.“

Erdöl (Hauptexportposten). Preise: 1996: 20 Dollar/Barrel; 1997: 16,50 Dollar; 1998: 9 Dollar.“ Am Vorabend der Amtsübernahme.

Die hauptsächlichen Mineralien, Eisen, Aluminium, Gold und Derivate wie Stahl, alle sind im größeren oder kleineren Maße erheblich im Preis gesunken. Beide Posten bilden 77% der Exporte. Also Erdöl und Mineralien.

Handelsbilanz:

1996 ― 13,6 Milliarden Dollar.

1998 ― 3,4 Milliarden. Das war es, was sie in einem Jahr erhielten, und was sie im Jahr darauf erhielten, fast ein Drittel.

Differenz: 10,2 Milliarden in nur zwei Jahren.

Zahlungsbilanz“, ein anderes Kapitel:

„1996 ― 7 Milliarden zu Gunsten Venezuelas.

1998 ― 3,418 Milliarden zu Ungunsten des Landes.

Verfügbare internationale Reserven:

1997: 17,818 Milliarden.

1998: 14,385 Milliarden Dollar.“ Die Reserven sanken, wie es auch kurz davor stand sich nach dem Erdölputsch und nach dem Militärputsch vom 11. April 2002 zu wiederholen. Ja, denn das passiert, dieses gewaltige Sinken, im übernächsten Jahr, 2003; das heißt das sehr schnelle Sinken der Reserven, ich glaube, sie hatten sich schon 13 Milliarden im ersten halbjahr dieses Jahres genähert und hätten sich in einigen Monaten auf Null reduziert. Einige hatten schon 30 Milliarden Dollar aus Venezuela fortgeschafft, deren Wert heute 2 Billionen Dollar wäre, mehr als ausreichend für eine beschleunigte Entwicklung in der ganzen Hemisphäre, besonders, wenn es sich um eine rationelle Entwicklung handelt und nicht um eine konsum- und verschwendungsorientierte Entwicklung.

„Nettoverluste: 3,5 Milliarden ungefähr in einem Jahr.

Auslandsschuld:

Fast 40% des Landeshaushalts wird“ ― sagten wir damals ― „im Dienst der Auslandsschuld ausgegeben.“ Es waren internationale Angaben.

„Die soziale Situation gemäß verschiedener nationaler und internationaler Quellen.

Arbeitslosigkeit: Offizielle Zahlen sprechen von 11 bis 12%. Es gibt andere Zahlen, die auf 20% weisen.“ Und nach dem Staatsstreich und dem Erdölputsch wurde sie auf mehr als 20% erhöht, als diese Zahlen der Arbeitslosigkeit schon auf 10 oder 9% gesenkt wurden.

„Die Unterbeschäftigung liegt bei 50%.

Fast eine Million Kinder in einem Zustand, dass sie gerade so überleben“, wie der Präsident gesagt hatte. Das war in den statistischen Angaben dieser Zeit festgehalten.

Kindersterblichkeit von fast 28 pro 1 000 Lebendgeborenen. 15% derer, die sterben, sterben infolge der Unterernährung.“ Es lag wirklich an der Unterernährung.

„Nur eins von fünf Kindern beendet die Grundschule“; eine andere korrekte Angabe, ausgesprochen am Tag der Amtsübernahme; „45% der Jugendlichen besuchen nicht die Mittelschule.“ Schon zu dieser Zeit hatten wir mehr als 90% erreicht. Wer sollte uns von diesen Problemen erzählen? Wie könnten wir sie ignorieren, wo wir doch viele Jahre lang versucht hatten, sie zu reduzieren, seit dem Sieg der Revolution und bis in die Gegenwart. Jetzt sind es praktisch hundert Prozent, und es beginnt, auch in Venezuela so zu sein.

„45% Abwesenheit an den Schulen ist wirklich beeindruckend“, sagten wir.

Wir fügten hinzu:

„Mehr als eine Million Kinder sind im Arbeitsmarkt einbezogen; mehr als 2,3 Millionen, aus dem Schulsystem ausgeschlossen, ohne jede Berufsausbildung.

„In den letzten zehn Jahren ― sagten wir, wir hatten es vor der Reise nach Venezuela gelesen ― , „mehr als eine Million Venezolaner, die die Mittelklasse, Kategorie ´c´ bildeten, waren infolge der Einkommenssenkung, der Arbeitslosigkeit und der Auswirkungen der Inflation zur Kategorie der Armen und Bedürftigen übergegangen, die heute 77% der Bevölkerung ausmacht.

Das geschieht im ursprünglichen Vaterland Bolívars, in der an Rohstoffen reichten Nation Lateinamerikas, mit fast einer Million Quadratkilometern und nur 22 Millionen Einwohnern.“ Es war nicht Brasilien in Fläche und Einwohnerzahl.

„Ich stelle diese Überlegungen an“ ― sagte ich zum Schluss und mit viel Vorsicht, damit es nicht als Einmischung in innere Angelegenheiten gedeutet würde ― „unter voller und absoluter Verantwortung, in der Hoffnung, dass sie nützlich sein würden.“

Wie hätte man auf die Idee kommen können, dass wir sie hier eines Tages, sieben Jahre später, wiederholen würden, als unwiderlegbares Argument dafür, wie dort die Lage war und was in diesen sieben Jahren in Venezuela vorangegangen ist.

Die gewaltige Emphase ist vollkommen erklärbar, die der bolivarianische Prozess an erster Stelle den bolivarianischen Schulen gab, gut ausgerüstet mit allen Mitteln, wo diese Kinder aufgenommen wurden, die vom Schulsystem ausgeschlossen waren. Und sie werden noch weiter in hohem Tempo gebaut und vervollkommnet. Diese Bewegung ist schon dabei, die Schulstufe zu erreichen, die wir in Kuba Mittelstufe nennen, in den bolivarianischen Lyzeen, und es gibt sehr wichtige zusätzliche Projekte. Ich habe Ziffern gehört von der Schaffung von ungefähr 1 000 ebenfalls vollkommen ausgestatteten Lyzeen, etwas wirklich Bewundernswertes.

Gut, das war in den ersten Zeiten, aber dann kamen die Ereignisse, die es woanders nicht gab, die zu dieser so gerechten, so unbestreitbaren Anerkennung mit dem Preis „José Martí“ führten.

· Am 28. Oktober 2005 wird die Alphabetisierungskampagne beendet; Mitte 2003, ein Jahr und drei Monate nach dem Staatsstreich am 11. April und acht Monate nach dem Erdölputsch hatte die Alphabetisierungskampagne begonnen, der bolivarianische Prozess war in diesem Moment knapp drei Jahre an der Macht, seit dem Tag, an dem der Präsident bei dieser sterbenden Verfassung geschwört hatte.

· Zahl der bis zu jenem Tag alphabetisierten Personen: 1 482 533. Es blieben noch einige wenige tausend, die schon dabei waren, den Kurs zu beenden.

· Am 27. Januar 2006 erreichten die ersten 423 Personen, die an der Mission Robinson 2 um den Abschluss der sechsten Klasse teilgenommen hatten, diesen Abschluss der sechsten Klasse.

· An dieser Mission nehmen ― in einem Land, in dem schon kein Analphabetismus mehr herrscht, aufgrund einer ernsthaften, systematischen Kampagne mit Kontrollen und Prüfungen ― 1 449 292 Schüler teil; 616 833 von ihnen kommen aus der Mission Robinson 1.

· Während diesen Jahres 2006 wird eine Million Schüler diese Stufe absolvieren ― Schüler, die Analphabeten oder funktionale Alphabeten waren; oder besser gesagt, Personen, die keine Schüler waren, sie wurden zu Schülern.

· Es ist vorgesehen, dass bis Ende 2007 weitere 500 000 diese Stufe absolvieren.

· Durch die Mission Ribas für den Abiturabschluss haben schon 162 543 erwachsene Bürger diesen Abschluss erreicht. Wir wissen alle, dass sich 3 400 aus dieser Mission Ribas kommende venezolanische Studenten hier auf ein Medizinstudium vorbereiten oder es durchführen. Hebt eure Fahnen (Fahnen werden erhoben, Ausrufe: „Cuba, Venezuela, eine einzige Fahne!“).

· In diesem Moment nehmen, Angaben zufolgend, 602 502 Studenten am Unterricht in der Mission Ribas teil, von denen noch in diesem Jahr etwa 500 000 ihre Ausbildung als neue Abiturienten abschließen werden.

· An der Mission Sucre, auf einer höheren Stufe als die Mission Ribas, nehmen 513 568 Venezolaner teil, von denen 416 769 Studenten das Universitätseinführungsprogramm beendet haben.

· Von ihnen nehmen schon 310 192 am Universitätsstudium teil.

· Es ist bemerkenswert darauf hinzuweisen, dass von diesen Venezolanern, die schon ein Hochschulstudium absolvieren, 15 392 Integrale Allgemeinmedizin in der Mission Barrio Adentro studieren (Ausrufe).

Ich erwähnte schon, dass etwas mehr als 3 400 in Kuba Medizin studieren, und vor Jahresende wird es 10 000 venezolanische Studenten in Kuba geben, die in dem neuen Programm einbezogen sind (Ausrufe), und zwar mit großartigen Perspektiven aufgrund der Methoden, der Erfahrungen, der Dozenten, etwas absolut neues, wie das, dass die Mission Barrio Adentro zu einer riesigen Universität in ganz Venezuela geworden ist. Das ist absolut neu in der Geschichte der Menschheit und es ist die einzige Form, die Ärzte auszubilden, die die Dritte Welt braucht, welche Milliarden der Menschheit bilden, die schon eine beeindruckende Ziffer von 6,5 Milliarden Einwohnern erreicht, Angehörige unserer Gattung, in der sich das Unheil und die Probleme angehäuft und vervielfacht haben.

Wenn eine bessere Welt nicht möglich wäre, adieu den Hoffnungen auf ein Überleben der Gattung.

· 132 014 sind die Venezolaner, die schon am Hochschulstudium teilnehmen, auf dem aufgezeigten Weg, sie nehmen am nationalen Ausbildungsprogramm für Erzieher in allen Kreisen Venezuelas teil (Beifall und Ausrufe).

· 74 677 nehmen an vier Programmen der Ausweitung des Studiums auf die Kreisstädte teil, die die Bolivarianische Universität von Venezuela (UBV) bietet, in 308 Kreisstädten aller Provinzen, und zwar in den Studienrichtungen Sozialwissenschaften der örtlicher Entwicklung, Umweltmanagement, Sozialkommunikation und Rechtswissenschaften.

· 84 892 nehmen an technischen, wissenschaftlichen und verwaltungstechnischen Studienrichtungen in den Kreisstädten teil.

· 3 217 studieren Rechtswissenschaften an der Nationalen Versuchsuniversität „Rómulo Gallego“.

· Es ist ermüdend, die Liste aller Leistungen zu lesen, die Venezuela im Bereich der Bildung ― und in anderen Bereichen, aber wir sprechen hier über die Bildung ― in der Hälfte dieser sieben Jahre erreicht hat, dabei gegen imperialistische Verschwörungen kämpfend, gegen Putsche aller Art, perverse Angriffe auf die Wirtschaft, Versuche, diesen Prozess zu erdrücken.

Hat es in irgendeinem anderen Land jemals ein ähnliches Vorankommen im Kampf gegen den totalen oder funktionalen Analphabetismus gegeben?

Was ist eine Person, die weder lesen noch schreiben kann? Oder was ist ein funktionaler Analphabet, der gerade so unterschreiben kann? Und in dieser so komplexen und immer komplexeren Welt, so globalisiert und immer mehr globalisiert, ohne die sechste Klasse erreicht zu haben. Worin können sich jene nicht denkenden Wesen von jenen Wesen unterscheiden, die einen denkenden oder denkfähigen Kopf haben, die nicht ausgebildet wurden, nicht einmal zum Lesen und Schreiben; die nicht dazu zum Denken erzogen wurden, wie es José de la Luz y Caballero vor fast zwei Jahrhunderten in der spanischen Kolonie Kuba forderte.

Aber, wer ist in den Augen des Imperiums dieser Mensch einfacher Herkunft, der aufgrund seiner bolivarianischen und martianischen Konzeption dieses neue Kapitel in der Geschichte der Völker Lateinamerikas möglich machte?

Hier ist die Antwort:

„Rumsfeld ― Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten, Chef des Pentagon ― vergleicht Chávez mit Hitler. Hören Sie gut: Mit Hitler!

„WASHINGTON (AP) ― Der Verteidigungsminister Donald H. Rumsfeld verglich den venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez mit Adolf Hitler.“

Die Anwähnung tauchte während eines Vortrags am Donnerstagabend im Nationalklub der Presse auf, als man ihn nach der allgemeine Verschlechterung der Beziehungen zwischen Washington und einigen Ländern Lateinamerikas fragte.

„Wir haben Diktaturen dort gesehen“, sagte er. „Und wir sahen, dass die Mehrheit dieser Länder, mit Ausnahme Kubas“, logischerweise, „zur Demokratie voranschreitet“, drückte er aus. (Anscheinend schreiten wir zur Hölle, zur absoluten und völligen Ignoranz, wo keine Demokratie möglich ist.)

Der Verteidigungsminister gab zu, dass „wir dort einige populistische Führer gesehen haben“ ― ein Wörtchen hier; die, die sich um das Volk bemühen, die sich um das Volk kümmern, die sich um das Gesundheitswesen, das Bildungswesen, die Beschäftigung kümmern, die an das Volk denken, sind ´populistische Führer´― „die Massen von Personen in diesen Ländern anziehen“. Als wenn die die Personen Dummköpfe wären, wo sie in Wirklichkeit immer klüger sind und immer mehr sehen und hören. Schon wirklich sichtbare Wahrheiten kann man nicht so leicht verstecken. „Und es finden Wahlen wie die von Evo Morales in Bolivien statt, die deutlich beunruhigend sind“ (Ausrufe).

Wie soll es die Chefs des Imperiums nicht beunruhigen, dass ein einfacher Indianer heute Präsident von Bolivien sei, gewählt von der großen Mehrheit des Volkes, obwohl einer Million Bolivianern, in überwältigender Mehrheit Anhänger Evos, das Stimmrecht genommen wurde. Es war fast unmöglich, sich einen Sieg Evos durch absolute Mehrheit vorzustellen, da wir alle wussten, dass ein Million einfacher Bolivianer an diesem Tag nicht wählen konnten. Was wird sein, wenn Evo eine konstituierende Versammlung einberufen wird? Er wird sicher mit den Großtaten der Bolivarianer wetteifern.

Ja, ich gebe ihnen Recht, sie haben begründeten Anlass sich zu sorgen. Das ist neu und unerwartet für die, die, wie Hitler, von einem tausendjährigen Reich träumten.

Er führt fort:

„Wir haben Chávez in Venezuela“ ― und hier auch, den Preis erhaltend. „Es ist eine Person, die legal gewählt wurde“ ― bloß gut, dass sie das nicht in Frage stellen ―, „wie Adolf Hitler legal gewählt wurde ― wenn sie ein wenig die Geschichte kennen würden, wüssten sie , warum einmal Hitler gewählt wurde und was es für Folgen hatte, und wer ihn unterstützte und warum ― , und dann hat er die Macht gefestigt, und jetzt arbeitet er offensichtlich eng mit Fidel Castro zusammen“ ― dieser ´perverse Typ´― , „und mit dem Herrn Morales.“ Was werden sie von Morales sagen können!

Wie gut, wir sind glücklich, die Rolle des Stahlpanzers gespielt zu haben. Nehmen Sie es nicht als Eitelkeit, es hat sich mir so heraufbeschwört. Sie sprechen von Fidel Castro, und versuchen seit 47 Jahren, diese Revolution zu zerstören, wer weiß wie lange, mich umzubringen, und in Wirklichkeit nicht mich, sondern dieses Volk, das zu einem kleinen Teil diesen Platz füllt, weil nicht mehr Platz finden (Ausrufe), bestärkt durch dieses bolivarianische und einheitliche Erwachen der Völker, die Martí als unser Amerika bezeichnete.

Die Individuen können ein Privileg haben, und davon sprachen wir, als ich unserem innigen Bruder Hugo Chávez diesen Preis überreichte. Wir fühlten uns in diesem Moment glücklich wegen der für die Menschen geleisteten Anstrengungen. Wir hätten viel mehr machen müssen, aber wir wussten nicht ausreichend genug, um es zu tun, und wir hatten auch nicht das Maß an Reife, um uns der Pflicht und der Notwendigkeit, es zu tun, bewusst zu sein ― das sage ich, ich spreche nicht von ihm, ich spreche über mich, denn ich hatte dieses Privileg ― , und wir sagten: Wir haben keine Verdienste, wir sind privilegiert, in dieser außerordentlichen Zeit geboren zu sein, in der die Änderungen nicht nur möglich sind, sondern unerlässlich, eine Grundbedingung des Überlebens.

Diese Anwesenheit, die Anwesenheit von Millionen, die beim Referendum in Venezuela abgestimmt haben, derer, die für Evo stimmten, derer, die in wachsender Zahl diejenigen zurückweisen, die einem Imperium dienen, das uns vernichten will, das uns noch mehr ausbeuten will, sie erlebt zu haben, ist ein wahrhaftes Privileg.

Wie viele sind gefallen! Wie viele starben von Bolívar und Sucre bis heute! Darunter viele unserer Genossen, wie dieser, dessen Abbild dort ist, Ernesto Che Guevara, Argentinier, Kubaner, Bolivianer, Venezolaner, Märtyrer Lateinamerikas und der Welt (Beifall). Diejenigen, die heute für ihr Vaterland und für diesen Kontinent kämpfen, kämpfen für die Welt; oder wie jener außerordentliche Denker, der dort an der Fassade der Nationalbibliothek abgebildet ist – es gibt keinen besseren Platz – José Martí. So viel hat jener Mann gekämpft, und so viele wie er starben, sogar ohne das Privileg das zu sehen, was wir alle hier sehen, Chávez, Evo, viele andere und ich. Aber noch mehr als wir seid ihr privilegiert, so jung, so voller Perspektiven, werdet ihr diesen Kontinent mit Graduierten der Hochschulbildung überschwemmen, denn beide, Venezuela und Kuba, bilden jetzt die Ärzte dieser Hemisphäre aus, - ohne die Absicht, jemanden zu ignorieren oder zu ersetzen – die Ärzte, die bereit sind nach Barrio Adentro zu gehen, die Ärzte, die bereit sind, an die Orte von Katastrophen zu gehen ohne mit der Wimper zu zucken; die Ärzte, die dazu bestimmt sind, einen der edelsten Berufe auszuüben, den des Arztes, wie den des Lehrers und andere, und zwar zum Wohl der menschlichen Gattung.

Ihr studiert hier nicht, um die Privatmedizin auszuüben. Ich bin sicher, dass ihr nicht daran denkt und dass ihr studieren werdet, um euren Völkern zu dienen, um es wie jene jungen, in der lateinamerikanischen Medizinschule ausgebildeten venezolanischen Ärzte zu tun, welche der Präsident Chávez an das Amacuro-Delta geschickt hat und an den Amazonas geschickt hat. Und er sprach jetzt zum Zeitpunkt der Katastrophe davon, einige von ihnen nach Bolivien zu schicken. Der Tag wird kommen, an dem ihr so zu Tausenden und sogar bis zu mehreren Zehntausenden gehen könnt.

Vor kurzem sprachen wir davon, unter Venezuela und Kuba insgesamt 100 000 Ärzte auszubilden. Heute kann ich euch hier sagen, dass wir, Venezuela und Kuba, darum kämpfen, in 10 Jahren 150 000 Ärzte auszubilden (Beifall), und nicht nur aus Kuba, sondern aus Lateinamerika. Darin sind auch die Kubaner einbegriffen, die bereit sind, an jeglichen Ort zu gehen.

Hier sollen ungefähr 300 oder mehr Studenten aus Timor Leste sein, was uns ehrt (Ausrufe). Seht dort sind sie, was für ein Enthusiasmus, was für ein heldenhaftes Land, welches während 500 Jahren eine Kolonie war - während fünfhundert Jahren! – und einen hohen Blutzoll für seine Unabhängigkeit entrichtete. Wir sind stolz darauf, dass sie hier sind. Und in diesem Jahr werden ungefähr 1 000 Studenten aus Timor Leste in Kuba zusammenkommen, die meisten davon an Medizinfakultäten. Und dort sind ebenfalls schon 180 kubanische Ärzte, die in jenem Land ihren Dienst tun und an die wir an einem Tag wie dem heutigen denken. Die Einwohner von Timor Leste waren Kolonie einer iberischen Nation, und wie immer haben die Mächtigen Soldaten in jene Länder geschickt. Niemals haben sie Ärzte oder Lehrer geschickt, niemals haben sie alphabetisiert, niemals ausgebildet.

Entschuldigt mich, bitte, ich bin vom Text abgekommen. Ich werde mich bemühen, es nicht mehr zu tun, denn wir warten mit Ungeduld darauf, an einem Tag wie dem heutigen den Präsidenten Chávez zu hören (Ausrufe).

Jetzt kommt zu der Erklärung des Pentagon-Chefs unmittelbar eine weitere schwerwiegende Erklärung von John Negroponte hinzu, des Chefs der Superagentur, die von 15 Diensten gebildet wird, welche den CIA und den FBI mit einschließen. Negroponte, der traurige Erinnerungen hervorruft, enger Freund jenes Terroristen, den sie schützen wollen und der auf den abstoßenden Namen Posada Carriles hört – abstoßend, wegen dessen, was er symbolisiert – und den sie nach Venezuela hätten zurückschicken müssen, damit dort über ihn Gericht gehalten wird.

Das ist doch die Höhe, sich auf die Folter als Vorwand zu berufen, um zu sagen, dass sie ihn nicht nach Venezuela schicken werden! – das Land, wo beinahe der Präsident ermordet wurde, wo ein Militärputsch stattfand, ein Erdölputsch und wo es einen Präsidenten gibt, der mit seinem unendlichen Großmut bereit war, jenen zu verzeihen, die das venezolanische Vaterland verraten haben.

So wie wir verziehen haben, als wir zu einem bestimmten Zeitpunkt, nachdem wir vom Imperium eine Entschädigung gefordert hatten, mehr als tausend im Dienste einer ausländischen Macht stehende Söldner freiließen, die in US-amerikanischen Uniformen und mit US-amerikanischen Flugzeugen kamen, auf denen die Symbole Kubas auf ihren Rumpf gemalt waren und die einen Überraschungsangriff aus dem Hinterhalt unternahmen; unser Land überfielen, und zwar eskortiert vom Geschwader und den Truppen der Vereinigten Staaten, die nicht dazu kamen zu landen, denn es gab dort schon niemanden mehr zu unterstützen, nachdem kaum 48 Stunden vergangen waren seit der Landung.

Ich hatte nicht die Absicht, etwas hiervon zu erwähnen, aber es ist so, dass einige Dinge andere in Erinnerung rufen. Wenn man im Arbeitszimmer sitzt und über Negroponte sprechen hört oder spricht, kann es sein, dass man keine große Reaktion zeigt; aber das ist anders, nachdem man Professor Bonasso anhörte, der uns dessen infame Rolle sehr gut ins Gedächtnis zurückgerufen hat – und wir diesen Herrn, Partner von Posada Carriles im schmutzigen Krieg gegen Nicaragua, einige Male genannt haben – das ist der Mann, der heute das sagte, was die Nachrichtenmeldung ausdrückt: „Der Geheimdienstchef der Vereinigten Staaten“ – ´der Superagentur´, wie die Mitteilung ihn bezeichnet – „ließ am Donnerstag seine Befürchtungen verlauten, dass ein Wahlsieg des Präsidenten Hugo Chávez im Dezember das stärken wird, was er eine Außenpolitik der Einmischung in die inneren Angelegenheiten seiner Nachbarn nennt und ihn Kuba näher bringen wird“, – aber seht, das ist noch nicht alles – „Iran und Nordkorea näher“, zwei Länder, welche sie als terroristisch bezeichnen und außerdem bedrohen, und zwar einschließlich damit, taktische Atomwaffen gegen sie anzuwenden, wenn sie Kernkraftstoff zur Erzeugung von Elektrizität entwickeln, – wie es mehrere Dutzende Länder der Welt tun – um nicht ihr Erdgas und –öl zu verbrennen, bzw. in wenigen Jahren verschwinden zu lassen. So weit zu gehen, jemandem mit einem Atomwaffenangriff zu drohen, das ist etwas wirklich Verrücktes. Aber was für Verrücktheiten sind von Einigen denn nicht zu erwarten? Ich will nicht beleidigend sein, das war nicht meine Absicht; aber es ist unmöglich nicht aufzuzeigen, dass es das Fernsehen gibt, die Reden vorhanden sind, die Botschaften vorhanden sind, und einige haben das Gesicht von wirklich entfremdeten Menschen, um es zart auszudrücken.

In wessen Händen befindet sich das Schicksal der Welt bzw. in wessen Händen ist die Sicherheit der Völker des Planeten? Es kann sein, dass sie nichts Gutes für eine bessere Welt tun werden, aber sie sind in der Lage, sie an den Rand der Zerstörung zu bringen und sogar Situationen zu schaffen, die sie anschließend nicht kontrollieren können; wie Kriege vom Zaun brechen, dessen Ausweitung und Verallgemeinerung niemand würde verhindern können.

Jenen Risiken ist diese Menschheit ausgesetzt, sie sind neu, sie gehören den letzten 100 Jahren an. Nicht einmal jene, wie die Gefahr der körperlichen Vernichtung kraft der Massenvernichtungswaffen, als auch die der massiven Aggression auf die für das Leben der menschlichen Wesen unerlässlichen natürlichen Ressourcen, gehören den letzten 60 Jahren an.

„John Negroponte, Direktor des Nationalen Geheimdienstes, sagte, dass der Präsident Chávez bereit sei, besonders seine Feindseligkeiten gegen die Opposition fortzusetzen und die Pressefreiheit zu verringern.“

Habt ihr es erfahren, junge venezolanische Leute, dass der Präsident Chávez bereit sei, besonders seine Feindseligkeiten gegen die Opposition fortzusetzen und die Pressefreiheit zu verringern? Also hier veröffentlichen wir ohne jegliche Einschränkung, was der illustre Negroponte sagte, und ich zweifle nicht im Geringsten, dass es zu seiner Schande geschieht, wenn bei Autoren solch beleidigender und lügnerischer Behauptungen ein Mindestmaß an Scham bestehen würde.

„Negroponte, beim Ablegen seines ersten Zeugnisses nach seiner Ernennung…“ Die erste Zeugnisablegung – die ist weder gegen Posada Carriles gerichtet, oder gegen den Terrorismus, die Folter, die außergerichtlichen Morde, welche die Regierung der Vereinigten Staaten begeht, noch gegen die universelle Spionage in einer Gesellschaft wie der US-amerikanischen, zu der man soviel über die unveräußerlichen Rechte jedes Bürgers gesprochen hat, bzw. gegen die Freiheit, die Sicherheit und das Leben. Bei seinem ersten Zeugnis spricht er von nichts dergleichen. Er spricht über Venezuela und spricht über Chávez, sowohl er, als auch der Chef des Pentagon. Es ist abzuwarten, ob dieser genügend Soldaten zur Verfügung hat, um die Abenteuer fortzusetzen. Er hat jedes Mal weniger Soldaten, weniger Menschen, die bereit sind, sich anwerben zu lassen.

Wir haben vor einigen Stunden, am selben Tag jener berühmten Botschaft an das Abgeordnetenhaus, die Nachricht gehört, dass Frau Sheehan verhaftet worden war. Zum jetzigen Zeitpunkt weiß ich noch nicht, ob jene Mutter, eine wirklich sanfte Frau, – ihre Worte dort zum Forum in Venezuela beeindruckten, ihr Zartgefühl, ihre Gelassenheit; jene Mutter, welche einen Sohn verloren hat und deren Gesicht kein einziges Anzeichen von Hass aufweist, aber eine tiefe Überzeugung bezüglich der Gerechtigkeit ihrer Forderung, ihrer Aufforderung, ihres Anspruchs, dass der Krieg beendet wird – die dort in jenem Land verhaftet ist, wo Posada Carriles mindestens 70 Tage vollkommen frei war, trotzdem die Regierung der Vereinigten Staaten und die Super-Geheimagentur wussten, wo er war, was er machte und an welchem Stelle er ins Land gekommen war, und zwar ohne ihn als privilegierten Komplizen von großen Verbrechen zu verhaften, Komplize des furchtbaren, von den Geheimdiensten der Vereinigten Staaten dort in Barbados geförderten Terroraktes, der so viele Menschenleben gekostet hat und der Venezolaner mordete – mehr als einen – Venezolaner folterte und an der Operation Kondor teilnahm, der Verbrechen über alle Grenzen und Meere hinweg begangen hat, in Europa; aber sogar in den Vereinigten Staaten, wo sie eine Bombe im Auto von Orlando Letelier, dem ehemaligen Außenminister von Salvador Allende, zum Explodieren brachten, womit sie zusammen mit jenem eine US-amerikanische Bürgerin ermordeten.

Es empört zu denken bzw. zu wissen, dass Frau Sheehan verhaftet wurde – denn sie wurde von einem Abgeordneten der Legislative eingeladen, im Abgeordnetenhaus anwesend zu sein. Sie ist verhaftet und zum jetzigen Augenblick weiß ich nicht, das schwöre ich euch, ob sie noch verhaftet ist oder nicht.

Dieser Herr Negroponte „erschien gemeinsam mit dem Chef des CIA, Porter Goss, dem Direktor des FBI Robert Mueller und anderen Geheimdienstchefs des Pentagon und des State Departments vor dem ausgewählten Geheimdienstkomitee des Senats.

Hitler hatte die SA und die Gestapo, aber hatte nicht so viele Agenturen und so viele Geheimdienste zur Verfügung, niemals! Was er hatte, war ausreichend für das Begehen von mehrfachem großen Völkermord, und dabei war er nicht gefährlicher als jene, die im Besitz von Zehntausenden taktischer und strategischer nuklearer Waffen sind.

„Er führte aus, in gewissen Ländern seien einige radikale populistische Persönlichkeiten auf die Bühne getreten, die für eine staatliche Wirtschaftspolitik eintreten...“ Ob sie irgendwann einmal von einer Aló Presidente-Sendung etwas gehört haben? Von all dem, was in Venezuela angekurbelt wird, und ganz besonders von den Missionen, die Ausdruck einer wahren Partizipation der Bürger an all dem sind, was mit den Aktivitäten des Landes und mit ihrem eigenen Leben im Zusammenhang steht? „... und nehmen sehr wenig Rücksicht“ – sehr wenig Rücksicht, hört gut her, junges Publikum – „auf die demokratischen Institutionen.

Negroponte sagte, der Sieg von Evo Morales in Bolivien sei Ausdruck des Vertrauensverlustes der Öffentlichkeit in die politischen Parteien und herkömmlichen Institutionen.“

Natürlich, wie sollten sie auch weiterhin den Dummheiten und dem Unrat Glauben schenken, die ihnen täglich vorgespielt werden und die man ihnen mit Hilfe einstudierter Techniken gewaltsam einbläuen will, sie dabei in Personen verwandelnd, die wie die Tiere im Zirkus reflektorisch handeln. Dafür verwenden sie die Billion Dollar, die sie alljährlich für Werbung ausgeben; nicht für Bildung, wie es zum Beispiel unser Land tun kann und gegenwärtig tut: es gibt immer mehr Massenmedien, immer mehr Fernsehprogramme; über 60 % der Sendezeit befasst sich mit Bildung und enthält keinerlei Werbung. Daher ist es für das Imperium sehr schlecht, mit Kuba, mit den Kubanern zu sprechen.

Also, ich entschuldige mich erneut für meine Abweichung vom Text. Sogar mein Wort, mich kurz zu fassen, habe ich gebrochen.

Diese bedeutende Auszeichnung, die wir heute Hugo Chávez übergeben, wurde 1994 vom Verwaltungsrat der UNESCO auf Vorschlag ihres Generaldirektors, des hervorragenden Wissenschaftlers und Intellektuellen Federico Mayor Zaragoza instituiert in Befolgung eines kubanischen Vorschlags, als noch niemand in unserem Land Chávez kannte.

Wer hätte das gedacht; man hätte Hellseher sein und eine Glaskugel besitzen müssen um zu erfahren, dass – zu Ehren jener, die den Vorschlag unterbreiteten und unterstützten – diese Auszeichnung eines Tages an Hugo Chávez gehen würde. (Beifall)

Eine so hohe Anerkennung wird, wie es wörtlich im Text der Vereinbarung heißt, verliehen im Namen des „hervorragenden Denkers und Mannes der Tat, der Hauptinstrument der Befreiung Kubas und höchster Vertreter der spanisch-amerikanischen Literatur war“ – Martí – „als eine Form des Förderns und Belohnens besonders verdienstvoller Taten von Persönlichkeiten und Institutionen, die im Sinne des Gedankengutes und des Geistes von José Martí, die Neigung zu Souveränität und Befreiungskampf einer Nation verkörpernd, irgendwo auf der Welt Hervorragendes geleistet haben für die Einheit und Integration der Länder Lateinamerikas und der Karibik, für deren sozialen Fortschritt und die Wahrung ihrer Identität, ihrer kulturellen Traditionen und historischen Werte“.

Logischerweise würde diese Auszeichnung niemals einem Pinochet zuteil; jenen, die Zehntausende Verbrechen und Folterungen gegen die Völker in Argentinien, in Guatemala, in Paraguay begangen haben; oder die schmutzige Kriege führten wie den in Nicaragua, der Tausenden Nicaraguanern das Leben kostete; oder in anderen Teilen dieser Erdhälfte, mit Schergen und Folterknechten, ausgebildet in jenen Schulen, mit denen der Imperialismus die Regierungen der Gewalt förderte und an der Macht hielt; mit Folterspezialisten, die in den Vereinigten Staaten die Praktiken jener grausamen Taten erlernten, die gegen das vietnamesische Volk begangen wurden, wo in einem ungerechten Krieg vier Millionen Menschen ihr Leben lassen mussten und weitere Millionen zu Invaliden wurden.

Für jene wird es niemals Auszeichnungen geben, für die Verbrecher, die Vaterlandsverräter; für jene, die Millionen, Hunderte Millionen Menschen auf dieser Erdhälfte verraten, für die es nicht genügend Ärzte, Schulen, Arbeitsplätze, Lehrer gibt und wo zum Beispiel Millionen des Augenlichts verlustig gehen, halb und auf die Dauer dann ganz erblinden.

Wie sollten sie also die Programme von Leuten wie Hugo Chávez unterstützen; von Leuten, Herr Negroponte, die 17 Millionen Venezolanern ärztliche Versorgung ermöglichen, die es früher für sie nicht gab, nicht einmal eine Apotheke hatten sie. Und heute erhalten diese 17 Millionen Menschen von der bolivarianischen Regierung nicht nur die ärztliche Versorgung, sondern auch die Medikamente kostenfrei.

Es ist das Verdienst eines echt revolutionären Prozesses, der augenoptische Untersuchungen und eine kostenfreie Aushändigung von Sehhilfen förderte; ebenfalls kostenfrei ist die zahnärztliche Versorgung, die heute im Rahmen des vollkommensten sozialen Programms, das es je gegeben hat, erfolgt. Und zwar nicht nur auf dem Gebiet der Bildung, sondern auch dem des Gesundheitswesens, das Mitte 2006 über 600 integrale Diagnosezentren verfügen wird, erstklassige Polikliniken, 600 Physiotherapie- und Reha-Zentren, deren elektromagnetische Geräte von den weltbesten Herstellern stammen, sowie 35 Diagnosezentren mit Spitzentechnologie, wofür bereits das Neueste an Geräten gekauft wurde. Darüber sagen die Anführer des Imperiums nichts, denn nur sehr wenige Privatkliniken der Vereinigten Staaten sind im Besitz von Gerätegruppen der jüngsten Generation, wie sie in den genannten Zentren verfügbar sein werden.

Die Betreuungsleistungen werden sich auf sämtliche Schichten der venezolanischen Gesellschaft erstrecken. So forderte es Präsident Chávez vor reichlich einem Jahr. Daher erhöhte sich die Gesamtanzahl der bei Kuba bestellten Zentren von 824 auf 1 235.

Dabei übertreibe ich nicht. Ich weiß wohl, dass in den Vereinigten Staaten alles vom Prinzip der Gewinnerzielung bestimmt wird und dass überaus teure Geräte lediglich bei wenigen Bevorzugten eingesetzt werden. Bei Venezuela bin ich sicher – und das aus unserer eigenen Erfahrung heraus – dass diese Geräte täglich bei 30, 40, 50 Patienten zum Einsatz kommen werden.

Ich hege nicht den geringsten Zweifel, dass das Vaterland Bolivars ebenso wie Kuba, und viel schneller noch als Kuba, Exzellentes in den Versorgungsleistungen erreichen wird; wir sind noch nicht am Ziel, obzwar schon recht nahe. Wir haben mehr als 70 000 Ärzte; davon sind etwa 60 000 Fachärzte, die Master-Studiengänge absolvieren oder ihre Promotion vorbereiten; menschliches Kapital, wie es auch Chávez ausbilden will; Dozenten, Ärzte, Ingenieure; Hochschulabsolventen, die ebenfalls Dozenten und Doktor der Wissenschaften werden; das ist die Schaffung von menschlichem Kapital, das nicht versiegt wie beispielsweise das Nickel, das Aluminium oder die Kohlenwasserstoffe. Nein, es vervielfacht sich, denn diese jungen Menschen aus Venezuela und Bolivien, die heute voller Lebenskraft, Hoffnung und Vorsätzen in Zentren von hoher Qualität eintreten, werden bei Erhalt ihres akademischen Grades viel mehr wissen und sich gesteigert haben; sie werden sich erneut gesteigert haben, wenn sie eine Fachrichtung beherrschen; dann wieder, wenn sie ein oder zwei internationalistische Einsätze erfüllt haben; sie werden sich aufs Neue gesteigert haben nach dem Abschluss eines Master-Studienganges oder einer Promotion, wie dies in naher Zukunft bei unseren Ärzten massiv der Fall sein wird.

Nichts ist mit dem menschlichen Kapital vergleichbar. Und eines Tages werden die kommenden Generationen dem bolivarianischen Prozess zwei Dinge zuerkennen: erstens das Wichtigste: Entwicklung und Steigerung des venezolanischen menschlichen Kapitals bei der Erkenntnis, dass dieses niemals versiegt; Schutz der natürlichen Ressourcen des Landes; Aufruf zur Integration und Kooperation in einem geeinten Amerika, um so für mehr als 100 Jahre – 200 Jahre, wenn gespart wird – den erforderlichen Brennstoff abzusichern und in der Zwischenzeit die Entwicklung der nötigen Technologie zur Schaffung der Ersatzstoffe des gegenwärtig eingesetzten Brenn- und Kraftstoffes; die Ersatzstoffe für Erdöl, die es geben wird, doch so wie es heute in der Welt aussieht, werden diese das ausschließliche Monopol der Reichsten sein, diejenigen, die auf höchster Entwicklung basieren, um die Völker der Dritten Welt noch stärker auszubeuten, sollten wir uns nicht dagegen auflehnen und dies bis zum letzten Atemzug zu verhindern suchen und nicht nur für einen gerechten materiellen Wohlstand, sondern für das Überleben kämpfen! Und mit Sicherheit weiß ich, dass das geschehen wird (Beifall und Ausrufe).

Diese Internationale Auszeichnung „José Martí“ wurde Präsident Hugo Chávez Frías auf Vorschlag von sechs lateinamerikanischen Ländern verliehen: Panama, Uruguay, Brasilien, Argentinien, Dominikanische Republik und Kuba. Angenommen wurde er einstimmig – ich wiederhole, Herren Rumsfeld und Negroponte, einstimmig – von einer Jury aus angesehenen Persönlichkeiten der Welt, die einmütig seine Verdienste im Unabhängigkeitskampf der Völker Unseres Amerika würdigten.

Präsident Chávez hatte den Wunsch, die Auszeichnung in Havanna entgegenzunehmen; in dieser Stadt, in der José Martí am 28. Januar 1853, vor genau 153 Jahren und sechs Tagen, geboren wurde. Sein Geburtsdatum liegt ziemlich nahe.

Unter uns weilen heute anlässlich dieses außergewöhnlichen Aktes 38 hervorragende Intellektuelle der Welt, die speziell zu diesem Anlass gekommen sind; darunter fünf der sieben Mitglieder der Jury für die Internationale Auszeichnung „José Martí“. Sie sind nicht beschämt, sie Präsident Hugo Chávez zuerkannt zu haben, der sie in diesem Ausmaß verdient.

Ebenfalls anwesend sind mehr als 100 bedeutende Künstler, Schriftsteller, Verleger und Professionelle aus vielen Ländern, die zur XV. Internationalen Buchmesse gekommen sind. Die Messe ist dieses Jahr mit vollem Recht der Bolivarianischen Republik Venezuela gewidmet, wo Bildung, Gesundheitswesen und Kultur erblühen. (Beifall und Ausrufe)

Wer nun genau ist heute auf dieser Veranstaltung?

Als eine schlagende und unwiderlegbare Erwiderung auf die Schändlichkeit derer, die eine Welt voller Analphabeten, Unwissender, Hungernder, Kranker und Armer anstreben, um sie der schändlichsten Ausplünderung auszusetzen, sind heute hier auf diesem glorreichen Platz:

· 3 421 venezolanische Studenten des neuen Projektes der Ausbildung Lateinamerikanischer Mediziner; (Beifall und Ausrufe)

Hebt die Fahnen schön hoch, damit man in den Vereinigten Staaten sieht, was Chávez zur Unterstützung der Jugend tut.

· 2 592 aus Bolivien; hebt die Hände; (Beifall und Ausrufe)

· 477 aus Honduras; hebt die Hände; (Beifall und Ausrufe)

· 334 aus Timor Leste; (Beifall und Ausrufe)

· 200 aus Ecuador; (Beifall und Ausrufe)

· 59 aus Paraguay, im neuen Studienjahr; (Beifall und Ausrufe)

· 50 aus Guatemala, doch bald werden es 2 000 sein; (Beifall und Ausrufe)

Insgesamt sind es 7 133, die bereits in Kuba sind.

Ebenfalls anwesend bei dieser öffentlichen Feierlichkeit sind:

· 2 206 Studenten der Lateinamerikanischen Medizinschule, Escuela Latinoamericana de Medicina, ELAM, Havanna; (Beifall und Ausrufe)

· 200 der Internationalen Schule für Körperkultur und Sport; (Beifall und Ausrufe). Seht nur, wie kräftig sie sind.

· 1 100 des Programms der Vorbereitung von Ärzten, technischem und ingenieurtechnischem kubanischem Personal für internationalistische Einsätze; (Beifall und Ausrufe). Sie sind weiter weg.

· 1 224 venezolanische Studenten der Ausbildung von Sozialarbeitern; (Beifall und Ausrufe). Seht, ein Wald von Fahnen.

· 4 806 junge kubanische Sozialarbeiter in Vertretung der 28 000, die es heute gibt;

· 8 000 kubanische Studenten der Universität der Informatikwissenschaften; (Ausrufe)

· 600 junge kubanische Instrukteure der Kunstdisziplinen, Mitglieder der Brigade „José Martí“ der Stadt Havanna; Uh! Ganz weit weg; (Lachen)

· 850 Mitglieder der kubanischen Delegation zum VI. Weltsozialforum in Caracas; (Ausrufe)

· eine Vertretung des Betreuungspersonals von Patienten der Operación Milagro (Mission Mirakel) in den Klinikunterkünften;

· mehr als 43 000 kubanische Schüler der Federación de Estudiantes de Enseñanza Media, Vereinigung der Mittelschüler, FEEM (Ausrufe) und des Studentenbundes, Federación Estudiantil Universitaria, FEU (Ausrufe); vertreten durch Studenten der Schulen für Instrukteure in Disziplinen der Kunst, der Technischen und Berufsausbildung, des Spezialgymnasiums für Exakte Wissenschaften „Wladimir Iljitsch Lenin“, Lehrer der Schnellausbildung für die Grundschulstufe, sämtliche Fächer unterrichtende Lehrer der Mittelschulstufe, KrankenpflegerInnen, Technologen des Gesundheitswesens und Studenten der Universitätszentren der Stadt Havanna;

· eine Vertretung von Studierenden in militärischen Studienzentren;

· 42 000 Beschäftigte des Bauwesens, der Touristikbranche und der Firmen CIMEX und CUBALSE, die sich in der Nähe des Platzes befinden;

· Vertreter mehrerer Organisationen und Einrichtungen, die sich mit dem Studium des Werkes von José Martí befassen; (Ausrufe)

· Vertreter von Organen, Institutionen sowie politischen und Massenorganisationen

· 125 000 Mitbürger der Stadtbezirke Centro Habana, Cerro, Habana Vieja, Boyeros, Diez de Octubre, Playa und Plaza de la Revolución.

Vor wenigen Tagen erst traf das von Bolívar und Sucre befreite leidgeprüfte bolivianische Volk eine Naturkatastrophe auf das Härteste. Venezuela und Kuba kamen diesem Bruderland zu Hilfe.

Sobald es in unserem Land bekannt wurde, nachdem Evo einen Aufruf an die internationale Gemeinschaft gerichtet hatte, startete ein Flugzeug Kubas, eine IL-62 mit 15,7 Tonnen Medikamente an Bord, und nur Stunden später startete vom Flughafen Rancho Boyeros eine weitere Maschine mit 140 Ärzten, spezialisiert auf die Bekämpfung der Folgen, die Naturkatastrophen beim Menschen hinterlassen; (Beifall und Ausrufe); eine komplette Brigade des Kontingents „Henry Reeve“. Alle Brigaden, um die Evo bittet, werden in dieses Bruderland starten. (Ausrufe)

Auch bereiten sich Venezuela und Kuba auf den von Evo zu bestimmenden Beginn der Alphabetisierungskampagne in Bolivien vor. Diese wird alle vorangegangenen Kampagnen übertreffen, denn alphabetisiert wird in Spanisch und gleichzeitig Aimará oder Khechua, je nachdem. (Ausrufe)

Es wird eine neue Art des massiven Alphabetisierens, ein kolossaler Versuch; und ich kann mir vorstellen, dass in der Zukunft andere Völker ihren Nutzen aus all diesen Erfahrungen ziehen werden. Wir beiden Länder, Venezuela und Kuba, sind miteinander verbunden in der Kooperation mit Bolivien – wie auch in anderen Dingen; doch nicht, um Bomben auf irgendein Land abzuwerfen, Streitkräfte einzusetzen, terroristische Methoden oder Gewalt anzuwenden. Ganz im Gegenteil, wir sind verbunden in der Umsetzung einer vollkommen brüderlichen und humanitären Aktion, wie der Schriftsteller Bonasso ausdrückte. Wir bereuen es nicht, unser Volk bereut es nicht. Es ist stolz darauf. Auch die Venezolaner werden es niemals bereuen; und inmitten enormer Hindernisse, Schwierigkeiten und Risiken, die wir nicht unterschätzen, werden wir ein aufrichtiges Verlangen nach Frieden haben und das Glück, für eine wirklich bessere Welt zu kämpfen.

Ich will nicht ausführlicher werden – so stand in meinem Programm, obwohl ich glaube, dass ich zu weitgreifend war, wofür ich mich noch einmal entschuldige. Hinzugefügt werden soll nur noch, dass nichts und niemand die leuchtende Zukunft der Völker Lateinamerikas und der Karibik verhindern kann.

Hasta la victoria siempre!

(Ovationen)

Dienstag, 24. Januar 2006

Worte gerichtet an das Volk Kubas, das Volk der USA und der Welt, zur Eröffnung des Marsches des kämpfenden Volkes vor der Interessenvertretung (SINA)

Liebe Mitbürger:

Zu Beginn des Marsches vor der niederträchtigen und provokatorischen Vertretung des Imperiums möchte ich das wiederholen, was ich dem heldenhaften Volk unseres geliebten Vaterlandes, dem edlen Volk der Vereinigten Staaten und der Weltöffentlichkeit am Sonntag in meinen abschließenden Worten sagte:



„Die Regierung der Vereinigten Staaten verfolgt vorsätzlich folgende Ziele:

Erstens: Den Terroristen Luis Posada Carriles freizulassen, den die Behörden jenes Landes, einschließlich des Vaters des jetzigen Präsidenten, ausgebildet und verwendet haben, um monströse Verbrechen gegen das Volk von Kuba zu begehen. Diese widerliche Person wurde 1961 reklutiert und ausgebildet, um Sonderaufträge bei der Söldnerinvasion der Schweinebucht zu erfüllen; später trainiert, um abstoßende Terrorakte gegen Kuba auszuführen. Zu diesem Zweck wurde er zusammen mit Orlando Bosch - der von Bush (Vater) amnestiert wurde, als er Präsident war – sorgfältig zur Teilnahme an der Operation Kondor vorbereitet und unterwiesen, einer internationalen Terrororganisation, welche widerliche Verbrechen gegen lateinamerikanische Persönlichkeiten begangen hat. Er ist Organisator und Anstifter der Sabotage und der Explosion des Flugzeuges von Cubana de Aviación während des Fluges, was am 6. Oktober 1976 in Barbados 73 Menschen das Leben kostete. Er wurde von dem CIA am 18. August 1985 aus dem Gefängnis befreit und unmittelbar in den schmutzigen Krieg gegen Nikaragua einbezogen, indem er Waffen von El Salvador aus lieferte und in den gleichen Flugzeugen, die die Waffen brachten, Rauschgift in die Vereinigten Staaten transportierte. Luis Posada Carriles unterhielt immer enge Beziehungen zu den Geheimdiensten der Vereinigten Staaten und wurde von mehrere Regierungen jenes Landes finanziert und mittels der so genannten Kubanisch-Amerikanischen Stiftung über mehr als vier Jahrzehnte lang benutzt, um zu versuchen, den kubanischen Staatschef zu ermorden. Er wurde auf Betreiben des jetzigen Präsidenten der Vereinigten Staaten freigelassen, und zwar am 26. August 2004 durch die von der Präsidentin von Panama, Mireya Moscoso, unterzeichneter Begnadigung. Nachdem er unter dem Schutz der Regierung der Vereinigten Staaten in ein mittelamerikanisches Land gebracht worden war, wurde ihm genehmigt, illegal in das nordamerikanische Territorium einzureisen, was er zwischen dem 18. und 20. März 2005 in der Jacht „Santrina“ tat, welche vom bekannten Terroristen Santiago Alvarez gesteuert wurde, der jetzt sonderbarer Weise ebenfalls wegen Waffenschmuggels und schwerwiegender Verletzungen der Sicherheitsgesetze der Vereinigten Staaten im Gefängnis ist. Niemand auf der Welt kann diese Wahrheiten bestreiten.

Zweitens: Die jetzige Regierung der Vereinigten Staaten hat mit ihren Plänen, Kuba zu isolieren und wirtschaftlich zu ersticken, vollkommen versagt. Sie findet sich nicht mit ihrem Versagen ab und gerät in gefährliche Verzweiflung.

Drittens: Die Regierung der Vereinigten Staaten hat alles ihr Mögliche getan, um die Wünsche der terroristischen kubanisch-amerikanischen Maffia zu befriedigen, welche den Präsidenten Georg W. Bush mittels Wahlbetrug in der Florida in das umstrittene Präsidentenamt jenes Land brachte.

Viertens: Der Präsident Bush und seine Regierung haben sich dem makabren Übergangsplan für Kuba verpflichtet, der eine grobe Einmischung in die Souveränität unseres Landes ist und es um Jahrhunderte zurückwerfen würde.

Fünftens: Die Regierung der Vereinigten Staaten hat alle Maßnahmen getroffen, um Kuba vollkommen legitimer Einkommen zu berauben, indem es jede Geldsendung behindert und sich sogar auf die unmenschliche Verfahrensweise beruft, den in den Vereinigten Staaten Ansässigen dieser Herkunft den Besuch von kubanischen Familienangehörigen zu verbieten bzw. im höchsten Grade zu erschweren.

Sechstens: Die Regierung der Vereinigten Staaten beabsichtigt, auf Druck der kubanisch-amerikanischen Maffia als einen der ersten Schritte offen das Migrationsabkommen mit Kuba zu verletzen.

Siebtens: Die Regierung der Vereinigten Staaten sucht Vorwände, um um jeden Preis den Verkauf von landwirtschaftlichen Erzeugnissen an Kuba zu verhindern, der ein steigendes Volumen aufweist, ohne dass unser Land in fünf Jahren jemals unpünktlich bei der Bezahlung auch nur eines einzigen Cent gewesen wäre, etwas, was sie bei einer angegriffenen Nation unter Blockade nicht für möglich gehalten hatten.

Achtens: Die Regierung der Vereinigten Staaten - unzufrieden mit dem von dem Präsidenten Carter am 30. Mai 1977 verabschiedeten Beschluss – beabsichtigt, den Abbruch der jetzigen minimalen diplomatischen Beziehungen zu Kuba zu erzwingen. Die groben Provokationen, die von ihrer Interessenvertretung in Havanna aus durchgeführt werden, haben kein anderes Ziel und können es nicht haben.

Die Regierung des Präsidenten Bush weiß sehr gut, dass keine Regierung der Welt so eine perverse Beleidigung ihrer Würde und Souveränität akzeptieren kann.

Das Verhalten und die Handlungsweise von Kuba in Beantwortung der Provokationen des Imperiums werden vollkommen friedlich sein, aber wir werden die Beleidigung mit der ganzen Kraft unserer Moral schlagen, und wir werden bereit sein, mit allen Waffen zu antworten und bis zum letzten Blutstropfen zu vergießen, um jegliche kriegerische Aggression des uns bedrohenden, aufgebrachten und brutalen Imperiums zurückzuweisen. Niemand vergisst auch nur einen einzigen Augenblick jenes großartige Versprechen des Bronze-Titanen: Wer versucht, sich Kubas anzueignen, wird den Staub seines mit Blut getränkten Bodens ernten, wenn er nicht im Kampf umkommt.“

Ich werde diesen Marsch zusammen mit den leuchtenden Pionieren und Studenten beobachten, die von der Antiimperialistischen Tribüne aus unser mutiges und kämpferisches Volk bestärken, das heute vor dieser niederträchtigen und provokatorischen Vertretung marschieren wird, so wie es in den Kampf gegen jeden beliebigen Aggressor marschieren wird.

Vaterland oder Tod!

Wir werden siegen!

Sonntag, 22. Januar 2006

Abschließende Worte des Präsidenten Fidel Castro Ruz in der Fernsehansprache am 22. Januar 2006

Abschließende Worte des Präsidenten Fidel Castro Ruz in der Fernsehansprache am 22. Januar 2006, welche die Machenschaften im Fall des bekannten Terroristen Luis Posada Carriles zur Sprache brachte und auf die neuen Provokationen und Missetaten der US-amerikanischen Regierung und ihrer Interessenvertretung in Kuba antwortete

Die Regierung der Vereinigten Staaten verfolgt vorsätzlich folgende Ziele:

Erstens: Den Terroristen Luis Posada Carriles freizulassen, den die Behörden jenes Landes, einschließlich des Vaters des jetzigen Präsidenten, ausgebildet und verwendet haben, um monströse Verbrechen gegen das Volk von Kuba zu begehen. Diese widerliche Person wurde 1961 reklutiert und ausgebildet, um Sonderaufträge bei der Söldnerinvasion der Schweinebucht zu erfüllen; später trainiert, um abstoßende Terrorakte gegen Kuba auszuführen. Zu diesem Zweck wurde er zusammen mit Orlando Bosch - der von Bush (Vater) amnestiert wurde, als er Präsident war – sorgfältig zur Teilnahme an der Operation Kondor vorbereitet und unterwiesen, einer internationalen Terrororganisation, welche widerliche Verbrechen gegen lateinamerikanische Persönlichkeiten begangen hat. Er ist Organisator und Anstifter der Sabotage und der Explosion des Flugzeuges von Cubana de Aviación während des Fluges, was am 6. Oktober 1976 in Barbados 73 Menschen das Leben kostete. Er wurde von dem CIA am 18. August 1985 aus dem Gefängnis befreit und unmittelbar in den schmutzigen Krieg gegen Nikaragua einbezogen, indem er Waffen von El Salvador aus lieferte und Rauschgift in die Vereinigten Staaten transportierte. Luis Posada Carriles unterhielt immer enge Beziehungen zu den Geheimdiensten der Vereinigten Staaten und wurde durch Regierungen jenes Landes mittels der sogenannten Kubanisch-Amerikanischen Stiftung über mehr als vier Jahrzehnte finanziert und benutzt, um zu versuchen, den kubanischen Staatschef zu ermorden. Er wurde auf Betreiben des jetzigen Präsidenten der Vereinigten Staaten freigelassen, und zwar am 26. August 2004 mittels durch die Präsidentin von Panama, Mireya Moscoso, unterzeichneter Begnadigung. Nachdem er unter dem Schutz der Regierung der Vereinigten Staaten in ein mittelamerikanisches Land gebracht worden war, wurde ihm genehmigt, heimlich in das Gebiet der Vereinigten Staaten zu kommen, was er zwischen dem 18. und 20. März 2005 in der Jacht „Santrina“ tat, welche vom bekannten Terroristen Santiago Alvarez gelenkt wurde, der jetzt sonderbarer Weise ebenfalls wegen Waffenschmuggels und schwerwiegender Verletzungen der Sicherheitsgesetze der Vereinigten Staaten im Gefängnis ist. Niemand auf der Welt kann diese Wahrheiten bestreiten.

Zweitens: Die jetzige Regierung der Vereinigten Staaten hat mit ihren Plänen, Kuba zu isolieren und wirtschaftlich zu ersticken, vollkommen versagt. Sie findet sich nicht mit ihrem Versagen ab und gerät in Verzweiflung.

Drittens: Die Regierung der Vereinigten Staaten hat alles ihr Mögliche getan, um die Wünsche der terroristischen kubanisch-amerikanischen Maffia zu befriedigen, welche den Präsidenten Georg W. Bush mittels Wahlbetrug in der Florida in das umstrittene Präsidentenamt jenes Land brachte.

Viertens: Der Präsident Bush und seine Regierung haben sich dem makabren Übergangsplan für Kuba verpflichtet, der eine grobe Einmischung in die Souveränität unseres Landes ist und es um Jahrhunderte zurückwerfen würde.

Fünftens: Die Regierung der Vereinigten Staaten hat alle Maßnahmen getroffen, um Kuba vollkommen legitimer Einkommen zu berauben, indem es jede Geldsendung behindert und sich sogar auf die unmenschliche Verfahrensweise beruft, den in den Vereinigten Staaten Ansässigen dieser Herkunft den Besuch von kubanischen Familienangehörigen zu verbieten bzw. im höchsten Grade zu erschweren.

Sechstens: Die Regierung der Vereinigten Staaten beabsichtigt, auf Druck der kubanisch-amerikanischen Maffia als einen der ersten Schritte offen das Migrationsabkommen mit Kuba zu verletzen.

Siebtens: Die Regierung der Vereinigten Staaten sucht Vorwände, um um jeden Preis den Verkauf von landwirtschaftlichen Erzeugnissen an Kuba zu verhindern, der ein steigendes Volumen aufweist, ohne dass unser Land in fünf Jahren jemals unpünktlich bei der Bezahlung auch nur eines einzigen Cent gewesen wäre, etwas, was sie bei einer angegriffenen Nation unter Blockade nicht für möglich gehalten hatten.

Achtens: Die Regierung der Vereinigten Staaten - unzufrieden mit dem von dem Präsidenten Carter am 30. Mai 1977 verabschiedeten Beschluss - beabsichtigt den Abbruch der jetzigen minimalen diplomatischen Beziehungen zu Kuba zu erzwingen. Die groben Provokationen, die von ihrer Interessenvertretung in Havanna aus durchgeführt werden, haben kein anderes Ziel und können es nicht haben.

Die Regierung des Präsidenten Bush weiß sehr gut, dass keine Regierung der Welt so eine perverse Beleidigung ihrer Würde und Souveränität akzeptieren kann.

Da die Regierung von Kuba keinerlei Zweifel über jene Absicht hegen kann, wird sie die entsprechenden Maßnahmen treffen, um jenen Provokationen zu begegnen. Und obwohl es ihre entschiedenste Bereitschaft war und ist, ihren Verpflichtungen gegenüber den Landwirten und Zulieferern von Lebensmitteln der Vereinigten Staaten vollkommen nachzukommen, welche mit Zuverlässigkeit und Effizienz bei der Erfüllung ihrer Verträge gehandelt haben, während die Regierung der Vereinigten Staaten es nicht verboten hat, wird sie die angebrachten Maßnahmen treffen, um die Folgen jener heimtückischen Handlung der jetzigen Regierung der Vereinigten Staaten zu verhindern, und zwar so, dass die abrupte Unterbrechung der Lebensmittellieferungen, welche Kuba in den Vereinigten Staaten erwirbt, nicht unser Volk schädigen kann.

Das Verhalten und die Handlungsweise von Kuba in Beantwortung der Provokationen des Imperiums werden vollkommen friedlich sein, aber wir werden mit der ganzen Kraft unserer Moral zuschlagen und bereit sein, bis zum letzten Blutstropfen im Kampf gegen jegliche kriegerische Aggression des zerwühlten und brutalen Imperiums zu vergießen, das uns bedroht. Niemand vergisst auch nur einen einzigen Augenblick jenes großartige Versprechen des Titanen aus Bronze: Wer versucht, sich Kubas zu bemächtigen, wird den Staub seines mit Blut getränkten Bodens ernten, wenn er nicht in der Auseinandersetzung umkommt.

In anderthalb Tagen, am 24. Januar, wenn der Status des grausamen Terroristen erneut überprüft wird, wird das Volk der Hauptstadt zeitig, mit Disziplin und Einheit mit seiner gesamten beeindruckenden revolutionären Masse vor den Büros der Interessenvertretung der betrügerischen und schändlichen Regierung von W. Bush demonstrieren, welche dem Volk der Vereinigten Staaten aufgezwungen wurde und heutzutage die größte Bedrohung für den Weltfrieden bedeutet.

Die Weltöffentlichkeit wird ein weiteres Mal ein unumstößliches Zeugnis dessen erhalten, was Kuba ist und was Kuba denkt.

Vaterland oder Tod!

Wir werden siegen!

Dienstag, 17. Januar 2006

Rede Fidel Castro Ruz' anlässlich der 47. Jahrestages seines Einmarschs in Pinar del Rio

Rede des Comandante en Jefe Fidel Castro Ruz, Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas und Vorsitzender des Staats- und Ministerrats, anlässlich der 47. Jahrestages seines Einmarschs in Pinar del Rio, in der Veranstaltung zur Vollendung der Montage der Dieselaggregate in dieser Provinz. Pinar del Rio, am 17. Januar 2006 im „Jahr der Energiewirtschaftsrevolution in Kuba“

Liebe Mitbürger!



Ich werde nicht versuchen zu erläutern, wie das Leben in der Provinz Pinar del Rio war. Zwangsertragszahlung durch die Bauern bis mehr als 30 Prozent des Wertes ihrer Produkte, Großgrundbesitz, eine prekäre Situation, Arbeitslosigkeit, erbarmungslose Ausbeutung des Volkes, Analphabetentum, sehr hohe Kindersterblichkeitsrate, fast gar keine ärztliche Betreuung und Ausbildung, fehlende Wasserversorgung und Fehlen der elementarsten öffentlichen Dienstleistungen. Bis zum Sieg der Revolution war sie als Aschenputtel Kubas bekannt.

Immer wenn ich an einem 17 Januar in dieses westliche Gebiet unseres Landes komme, erinnere ich mich an die bewegten Worte, die ich an jenem Tag vor jetzt 47 Jahren in Artemisa und Pinar del Rio sagte. Sobald ich in der Provinz ankam, sagte ich in der ersten Rede wörtlich Folgendes:

„Ich weiß, dass es viele bedürftige Menschen gibt“ —sagte ich damals—, „Ich weiß, dass es viele Kranke gibt, die keine Krankenhäuser zur Verfügung haben, viele Kinder ohne Schulen, viele Familien, die Hunger leiden; aber wir werden nicht das Problem von einem oder von zwei lösen, wir werden das Problem von allen lösen.

„Ich biete euch nur an, dass wir alles in unseren Kräften stehende tun werden, dass wir mehr tun werden, als wir versprechen werden. Und es wird nicht sofort sein, nicht unmittelbar.

„Deshalb sage ich euch, habt Vertrauen, deshalb sage ich euch allen, die etwas wollen, dass wir nicht einem, zwei, drei oder vier die Probleme lösen werden, sondern es ist die Absicht der Revolution, für alle das Problem zu lösen; denn es gibt mehrere hunderttausend bedürftige Kubaner, und wenn man für zehn oder zwanzig von ihnen das Problem löst, hat man nichts damit erreicht, sondern nur, wenn man für mehrere hunderttausend Kubaner die Probleme löst.“ Es wäre besser gewesen, für Millionen Kubaner zu sagen.

„Ich habe Vertrauen in das kubanische Volk, ich weiß, dass die Revolution weitergehen wird, ich weiß, dass die Souveränität des Landes geachtet werden wird, und ich weiß, dass Kuba eines der erfolgreichsten Völker, gerechtesten und glücklichsten Völker der Welt sein wird.“

Damals gehörte Artemisa, welche die meisten Kämpfer für den Moncada-Angriff stellte und das höchste Opfer an Leben gab, zur Provinz Pinar del Rio. Jetzt gehört sie zu Pinar del Rio, zu Havanna und zu Kuba. Heutzutage gehört Pinar del Rio – ich traue mich, das zu sagen – auch der Welt.

Ich kann eigentlich nur beeindruckt sein, wenn ich einfach einmal durchgehe, was Pinar del Rio nach 47 Jahren der kriminellen imperialistischen Blockade, heimtückischen Aggressionen, nach der Invasion von Girón (Schweinebucht), der Oktoberkrise, tausenden von Terrorakten gegen unser Volk, dem Zerfall des Lagers derer, die unsere sozialistischen Verbündeten waren, dem Verschwinden der UdSSR und der Sonderperiode für die Welt heute bedeuten muss.

Wir wollen ein paar Angaben anschauen, um bei den einfachsten Dingen zu beginnen:

Die jetzige Arbeitslosenrate in Pinar del Rio beträgt nur 1,1 Prozent, was in der Welt als Vollbeschäftigung bewertet wird.

Es sind 31 Talsperren und 65 Mikrotalsperren vorhanden, welche mehr als eine Milliarde Kubikmeter Wasser speichern. Alle wurden von der Revolution gebaut.

Die Zuleitungen dieses vitalen Elements erreichen fast alle Orte, manchmal unter größeren, manchmal unter geringeren Schwierigkeiten.

Es gibt kaum Wohnungen, zu denen keine Stromleitungen hinführen, ausgenommen die sehr abgelegenen und unzugänglichen Orte.

Die Kindersterblichkeit im Jahr 2005 betrug 5,4, eine der niedrigsten, der in der revolutionären Geschichte der Provinz registriert worden ist. Eine viel bessere Kennziffer als die der Hauptstadt der Vereinigten Staaten.

Das Ausbildungsniveau ist höher als der 9. Klasse-Abschluss. Es gibt 44591 Universitätsabsolventen in einer Provinz, die vor 1959 nur 541 hatte, von denen 33 Frauen waren, d.h. 80 mal mehr Hochschulabsolventen als damals.

Es ist eine starke Kulturbewegung vorhanden, besonders in der Plastik und der Literatur. Das Massensporttreiben wird immer häufiger und die Anwesenheit ihrer Athleten in Nationalmannschaften und internationalen Events ist bedeutend.

Wegen ihrer Naturschönheiten ist die Provinz Pinar del Río ein privilegierter Ort für den Tourismus, hauptsächlich wegen ihrer Berglandschaft und ihres äußersten Westens.

Der Provinz gehören zwei Weltbiosphärenreservate an. Das sind die Halbinsel Guanahacabibes und das Gebirge Sierra del Rosario. Das Gebiet von Viñales wurde zum Naturerbe der Menschheit erklärt.

Am 21. August und in Anwesenheit des Präsidenten Chávez wurde der Ort „Villa Bolívar“ eingeweiht, welcher in Kooperation mit Venezuela gebaut wurde.

Im historischen Programm „Hallo, Präsident“, welches von jenem Ort aus gesendet wurde, haben die Einwohner von Pinar del Rio die innige Liebe aller Kubaner zu jenem Bruderland ausgedrückt und ihren Willen, die Bolivarianische Alternative für die Amerikas bis zu ihrem endgültigen Sieg weiterzuführen.

In Pinar del Rio wurden neben dem Investitionsprozess wichtige Programme im Bildungs- und Gesundheitswesen, auf dem Gebiet der Kultur, des Sports und in anderen Bereichen der Gesellschaft als Teil der Ideenschlacht verwirklicht, welche unser Volk siegreich liefert.

Den Kurs zur Integralen Weiterbildung für Jugendliche, der im Jahr 2001 begonnen wurde, haben schon 4 985 Graduierte abgeschlossen, von denen 100 Prozent einen Universitätsstudiengang belegen konnten. Die jetzige Studierendenzahl beträgt 7 158 in 37 Filialen.

Im Weiterbildungskurs für Beschäftigte des Zuckerministeriums (MINAZ), der 2002 begann, sind 1 748 Lernende, die auf acht Filialen verteilt sind: 2 in Bahía Honda, 5 in San Cristóbal und 1 in La Palma, wo sich die damaligen Zuckerfabriken der Provinz befinden.

Es haben 1 087 Sozialarbeiter ihren Abschluss gemacht, davon sind 794 Frauen und 936 sind Mitglieder des Kommunistischen Jugendverbands (UJC). Die Studierendenzahl des siebenten Kurses beträgt 454, welche sich in 138 Lerngemeinschaften ausbilden.

Den Ausbildungskurs für Integrale Allgemeinbildungs-Mittelschullehrer schlossen 1 771 Lernende ab. Die Studierendenzahl beträgt im Augenblick 761.

Die Einwohner von Pinar del Rio sind in der Nationalen Universität für Informatik vertreten, einer Einrichtung mit wachsendem Prestige auf der Welt, und zwar durch 687 hervorragende Studenten aus allen Kreisen.

Es haben 534 Kunstausbilder ihren Abschluss gemacht, die der Brigade „José Martí“ angehören: 143 auf dem Gebiet der Musik, 177 im Bereich Theater und 96 für Tanz. Die jetzige Studierendenzahl beträgt 1 357.

Im Kurs für Technologie des Gesundheitswesen mit der Fachrichtung Sehkraftbestimmung und Optik, der im Jahr 2004 begann, beträgt die Studierendenzahl 1 524.

Es wurden 33 Videoclubs geschaffen. Die durchschnittliche tägliche Besuchszahl beträgt 5 282 Kinder und 4 325 Erwachsene, d.h. insgesamt 9 607 Personen.

Die Provinz hat 36 Computer- und Elektronikclubs für Jugendliche, einen Computerpalast und ein Computer-Mobilfahrzeug, die insgesamt 344 PCs haben. Die jetzige Studierendenzahl beträgt 6 489 Lernende. In den letzten fünf Jahren haben 37 548 Lernende die Kurse absolviert.

Im audiovisuellen Programm wurden 6 364 Fernseher und 2 526 Videogeräte in 942 Schulen installiert, von denen 163 durch Fotozellen mit Strom versorgt werden.

Der Einführungskurs in Computersoftware für die Grundschule wird in 689 Grundschulen unterrichtet, in denen 66 719 Schüler eingeschrieben sind und die 1 540 PCs zur Verfügung haben. Die Schüleranzahl pro PC beträgt in der Grundschule 43,4; in der Mittelschule 36,7; im Gymnasium 23,1 und in der Fach- und polytechnischen Ausbildung 25,5.

Der Befähigungskurs des Nationalinstituts für Körperkultur, Sport und Freizeitgestaltung (INDER) begann 2004 mit 1 172 Graduierten. Jetzt sind 640 Studierende eingeschrieben.

Die Universalisierung der Hochschulbildung hat es möglich gemacht, alle Kreise der Provinz mit einzubegreifen, wobei es insgesamt 21 502 Immatrikulierte gibt. Im Tagesregelkurs studieren an den vier Universitäten 5 536 Studenten, das bedeutet, dass insgesamt 27 038 Studenten in der Hochschulbildung immatrikuliert sind. Das sind mehr als doppelt so viel Studenten als es vor der Revolution im ganzen Land gab.

Durch das Verlagsprogramm Libertad haben die Schulen 122 253 Exemplare von 15 bibliographischen Titeln und 22 418 der Geschichte von Kuba für die Absolventen der verschiedenen Bildungstypen erhalten.

Es studieren 339 Studenten der Lateinamerikanischen Medizinschule in den Fachrichtungen Allgemeinmedizin und Physiotherapie und Rehabilitation, welche aus 44 Ländern kommen.

Im Ergebnis der Programme der Revolution in der Ideenschlacht wurden in den letzten Jahren 42 429 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Im Rahmen des Programms zur verstärkten Nutzung der Computertechnik im öffentlichen Gesundheitswesen wurden 315 PCs in Bibliotheken, Genetikzentren und in den Blutbanken installiert.

In den Kreis-Intensivstationen wurden 8 796 Patienten behandelt, mit einer allgemeinen Überlebensrate von 97,9 Prozent. Bei den Patienten mit Sterberisiko (6.023) wurde eine Überlebensrate von 97,1 Prozent erreicht.

Es sind 12 Zahnarzt-Sprechstunden in Polikliniken in Betrieb und es wurden 38 zahnärztliche Gerätestationen installiert.

Es sind 14 Optiken in Betrieb, von denen 8 innerhalb des Programms saniert wurden und 4 Neubauten sind.

Von den 132 vorhandenen Wohngebiets-Apotheken wurden 106 saniert und 26 sind Neubauten. Die 14 zentralen Kreisapotheken sind computerisiert und vernetzt.

Es sind 35 Röntgenabteilungen in Betrieb.

Ausgehend von 4 Ultraschall-Abteilungen, die nur in den Provinzkrankenhäusern vorhanden waren, haben wir jetzt 31 zur Verfügung und 43 Geräte, welche den Bedarf in Polikliniken und Krankenhäusern vollkommen abdecken. Es haben sich 56 Fachärzte und 26 Techniker in Ultraschalltechnik weitergebildet, wobei 33 523 Patienten behandelt wurden, und zwar mit einer erhöhten Resolutivität in der Primärbetreuung.

Die Endoskopie-Dienste wurden auf fünf Polikliniken erweitert. Und sie werden allmählich für alle, ohne Ausnahme zugänglich gemacht. Diese gab es nur im Provinzkrankenhaus. 3 121 Patienten werden —durch diese Dienste in den Polikliniken— begünstigt werden. Diplomkurse dieser Fachrichtung wurden 36 Fachärzten in Integraler Allgemeinmedizin und 24 Krankenpflegern erteilt.

Die Allergielabordienste wurden von 5 auf 8 erhöht. Es wurden 10 933 Patienten behandelt.

Es sind 14 Sprechstunden für kleine Chirurgie vorhanden: 10 davon in Polikliniken und 4 in Krankenhäusern, und es wurden 13 293 chirurgische Eingriffe in Polikliniken vorgenommen (2 040 mehr als im Jahr 2004).

In den 25 neuen Rehabilitationssälen, die auf alle Kreise verteilt sind, werden 12 integrale Dienstleistungen geboten und wurden 167 000 Patienten behandelt.

Von dem entsprechenden Programm, das 23 Dienstleistungen bietet, zogen 29 502 Patienten Nutzen in Augenheilkunde und 7 985 in Sehkraftbestimmung. Es gibt 17 Ärzte, die sich als Fachärzte in Augenheilkunde ausbilden (2 im dritten Ausbildungsjahr und 15 im ersten). Sie werden zu tausenden ausgebildet.

Es wurden zwei neue Hämodialysezentren geschaffen, im Krankenhaus „Comandante Pinares“ von San Cristóbal und im „Augusto Cesar Sandino“. Außerdem wurde das im Krankenhaus „Abel Santamaría“ bestehende erweitert. Es erhielt 23 neue künstliche Nieren. Einhundertdreißig Patienten der gesamten Provinz werden mit Sorgfalt behandelt, und das Verhältnis Patient pro Kunstniere wurde von 9 auf 5,2 verringert. Die Sterblichkeitsrate beträgt 7,2 Prozent gegenüber 29 Prozent vor Beginn des Programms.

Als ein Aspekt, der auf fühlbare und beachtliche Art den Aufenthalt der von chronischen Nierenleiden betroffenen Patienten humanisiert, wurden zwei Nierenkranken-Betreuungsstellen gebaut, die in Betrieb sind.

Es wurden 1 665 Patienten in den Intensivstationen für Herzleiden aufgenommen; davon 672 mit akutem Herzinfarkt und einer Sterblichkeitsrate von 9,6 Prozent. Im Zeitraum von 1995 bis 2000 betrug die Sterblichkeitsrate bei akutem Herzinfarkt 17,8 Prozent. Bei den Patienten, bei denen Thrombolyse mit Streptoquinase —ein in unseren wissenschaftlichen Einrichtungen entwickeltes Produkt— behandelt wird, ist die Letalität 6,6 Prozent. Das ist der dritte Teil derjenigen, die Ende der neunziger Jahre an dieser Krankheit starben.

Es sind 43 EKG-Geräte auf alle Kreise der Provinz verbreitet.

Es wurde ein Mammographiegerät zugeteilt und installiert, das bei 390 Patienten angewendet wurde. Der Provinz stand in den letzten sieben Jahren diese Technik nicht zur Verfügung.

Es wurde dem Krankenhaus „Abel Santamaría“ ein Nuklear-Magnetresonanzgerät zugeteilt. Sein Projekt ist fertig gestellt und das Bauunternehmen ist darauf vorbereitet, die Bauausführung zu beginnen.

Die Bauausführung für die Excimer-Laser-Einrichtung für Augenoperationen ist beendet und der Montageprozess der Klimaanlage wurde begonnen.

Es werden Studenten in fünf für die medizinischen Dienstleistungen wichtigen Studiengängen - Medizin, Stomatologie, Diplomierte(r) Krankenpfleger(schwester), Technologie des Gesundheitswesens und Psychologie – in fünf Filialen in den Kreisen Sandino, Consolación, San Cristóbal und Pinar del Rio ausgebildet. In allen Gebieten wird in Universitätsfilialen unterrichtet. Es sind insgesamt 7 490 Studenten— im Bereich der Medizin, oder des Gesundheitswesens.

In 7 Kreisen sind 9 Universitätspolikliniken mit 165 Medizinstudenten —ein neues Programm— und 116 Betreuer-Dozenten in Betrieb.

Als Teil der beruflichen Weiterbildung der Arbeitskräfte wurden 2 844 Kurse erteilt, durch die in Pinar del Río 46 098 Mitarbeiter der Branche ihren Kenntnisstand erhöht haben.

Die Sanierung von 11 Schulen auf dem Land, die geschlossen waren (Kreis Sandino), wurde in Angriff genommen. —Heute ist aufgrund des Alters der Jugendlichen die Zahl der Schüler dieser Schulstufen weniger als die Hälfte, die es einmal war; in Sandino gab es nur 34 dieser Schulen, sie werden zum Teil für die Ausbildung lateinamerikanischer Ärzte genutzt werden. Ende dieses Jahres werden wir nach Berechnungen 20 000 in Kuba haben. In diesen Tagen treffen 3 479 junge venezolanische Abiturienten ein. Wir erwarten, dass in diesem Jahr etwa 10 000 eintreffen, dazu weitere 10 000 Lateinamerikaner, außer denen der Lateinamerikanischen Medizinschule.

Mit der Digitaldruckerei Risso (seit dem Jahr 2000) wird das territoriale Verlagsprogramm abgesichert, indem 170 Titel von 198 Autoren in 106 959 Exemplaren veröffentlicht wurden. In jedem beliebigen Kreis wird ein junger Mensch mit Talent schreiben können, er muss nicht 40 Jahre oder bis nach dem Tod warten, um seine Werke zu veröffentlichen.

Alle Kreiskulturämter haben PCs zur Verfügung, was es ihnen ermöglicht hat, das territoriale Verlagsprogramm zu betreuen.

Hauptaufträge, die von den Sozialarbeitern in der Provinz in Bezug auf die Energiesparmaßnahmen erfüllt wurden, die das Land durchführt:

Ermittlung der elektrischen Haushaltsgeräte in den kubanischen Haushalten. Die gesamte Bevölkerung kooperiert natürlich, denn alle wissen, wie vorteilhaft diese Energiewirtschaftsrevolution für das ganze Volk ist. Es nahmen 985 Sozialarbeiter teil, die 208 127 Wohnungen aufgesucht haben.

Ermittlung der elektrischen Haushaltsgeräte in den 8 120 Arbeitsstätten, an denen 756 Sozialarbeiter teilgenommen haben.

Austausch der Glühbirnen durch Leuchten von 18 Watt unter Teilnahme von 785 Sozialarbeitern, die gratis 610 000 Glühbirnen gegen Sparlampen ausgetauscht haben.

Seminare, welche die Verwendung des Mehrzweckkochtopfs zeigen und der Elektrizität als Haushaltsbrennstoff; es nahmen 625 Sozialarbeiter teil.

Eine Studie über die Route des Kraftstoffs im Tabakunternehmen in Consolación del Sur, an der 16 Sozialarbeiter teilnahmen: Es wurden 46 Produktionseinheiten besucht, 22 Vorsitzende und 846 Bauern interviewt, und der Verbrauch von 92 Berieselungsmotoren, 39 Traktoren und 36 Lasttransportern gemessen.

Verteilung von elektrischen Haushaltsgeräten an die Haushalte (Reiskochtöpfe für die Familien, die mit Flüssiggas kochten und vom Kerosin abhängig sind; Mehrzweckschnellkochtöpfe, elektrische Kochplatten, Wasserwärmer, sowie Austausch von Fernsehgeräten im Kreis Sandino und Ventilatoren in allen Gebieten); es nahmen 2 426 Sozialarbeiter teil und 2 342 Universitätsstudenten.

Erfüllung von Aufgaben, welche die Empfindlichkeit der Bevölkerung berühren, wie es die Betreuung von Sozialfällen, von unterernährten Kindern und anderen Aufgaben ist, die ihnen seit der Aufstellung diese Programms zugewiesen wurden.

Beginn des außerordentlichen nationalen Kampfes der Sozialarbeiter gegen die Verschwendung, die Abzweigung und den illegalen Verkauf von Kraftstoff in dieser Provinz.

Durchführung der Aufgabe: „Unterhaltung mit den Traktoren und LKWs“, sowie der Fahrtroutenkontrolle der Tankfahrzeuge, die den Kraftstoff verteilen.

Die Sozialarbeiter, später sie zusammen mit den Universitätsstudenten, haben die Verteilung oder den Austausch von folgenden Artikeln an die Familien abgesichert —die Bedingungen, zu denen das abläuft, kennt die Bevölkerung, in einigen Fällen ist es zur Hälfte des Preises in Divisen und zum gegenwärtigen Kurs; in anderen zum Wert in Divisen dieses haushaltselektronischen Artikels oder Geräts, ja nach dem, Teilzahlungen, usw. usw., darüber werde ich jetzt nicht sprechen und ich habe es hier nicht schriftlich—:

· 240 308 Schnellkochtöpfe herkömmlicher Art, die herkömmlichen, nicht elektrischen, aber wegen der Energieeinsparung sehr nützlichen;

· 233 297 Reiskochtöpfe;

· 228 017 elektrische Schnellkochtöpfe —die die Bevölkerung Reina (Königin) nennt, ein Mehrzweckkochtopf mit wunderbarem Energiespareffekt;

· 227 567 Elektrokochplatten;

· 96 455 Wasserwärmer —und es fehlen noch etwa 137 000, die in einigen Tagen eintreffen werden;

· Es wurden 43 532 Ventilatoren und 1 757 Fernsehgeräte ausgetauscht.

· Es wurden 85 986 Kühlschrankdichtungen und 8 380 Thermostaten ersetzt.

· Es wurden 646 160 Glühlampen ersetzt (627 593 im Haushaltsbereich und 18 567 im staatlichen Bereich). Ständig werden einige Fälle untersucht, die noch fällig sind, hauptsächlich in verschlossenen Wohnungen.

Es wurden außerdem andere, nicht stromverbrauchende Artikel verteilt, die zur Stromeinsparung beitragen, das sind zum Beispiel:

· 236 141 Gummiringe für Schnellkochtöpfe

· 318 744 Gummiringe für Espressokocher

· 84 074 Sicherheitsventile für Schnellkochtöpfe

Rustikale Apparate, die im Besitz der Bevölkerung waren, wurden in folgenden Mengen eingesammelt:

· 43 532 Ventilatoren

· 8 556 rustikale Kochtöpfe

· 1 192 Kochplatten

· 4 000 rustikale Tauchsieder

· Insgesamt wurden 57 289 rustikale, stromverschlingende Apparate in der Provinz eingesammelt.

Um diese Erfahrung zu festigen, werden eine Reihe von Maßnahmen durchgeführt, darunter die Überholung und Verbesserung der Stromlinien, eine Aufgabe, an der gegenwärtig 520 Elektromonteure in 6 Kreisen arbeiten (290 sind aus anderen Provinzen).

Stündlich wird das Nachfrageverhalten monitoriert, und am Tagesende der Verbrauch. Das bietet die Möglichkeit, die Angaben der Provinz im Ganzen zu kennen, wobei die Informationen der Kreise Pinar del Río, Consolación del Sur und Candelaria jeweils präzisiert wird. Das ermöglicht den Führungskräften der politischen Leitung, in den Orten, wo ein höherer Energieverbrauch besteht, die Entwicklung der Debatten zu leiten.

Bei dieser Aufgabe ist die systematische Arbeit der Massenorganisationen von Haus zu Haus grundlegend, die Arbeit der Pioniere und der Massenmedien bei der Erziehung der Bevölkerung, sowohl um den Stromzähler abzulesen, als auch dabei, die größtmögliche Anstrengung zu unternehmen, den Verbrauch aus der Spitzenbelastungszeit heraus zu verlagern.

Die Energiewirtschaftsrevolution in Pinar del Río und die Umwandlungen im nationalen Elektrosystem Kubas.

Die ernsthaften Schwierigkeiten, denen das nationale Elektrosystem 2004 gegenüberstand, detailliert analysiert in den Podiumsgesprächen im September desselben Jahres und in darauf folgenden Versammlungen, führten nach einem tiefgründigen Studium der Situation, und ausgehend von den Erfahrungen der Überwindung starker Wirbelstürmen, zur Verwirklichung neuer Konzeptionen für die Entwicklung eines effizienteren und sichereren nationalen Elektroenergiesystems.

Die getroffenen Hauptmaßnahmen waren:

· Erwerb und Installation von effizienteren und sichereren Generationsgeräten mit Dieselaggregaten und Motoren, zweckmäßig verteilt an verschiedenen Orten des Landes.

· Beschleunigte Intensivierung des Programms, um die Nutzung des Begleitgases des einheimischen Erdöls in der Stromerzeugung mittels des Einsatzes des kombinierten Zyklus zu erhöhen.

· Gesamtüberholung der veralteten und uneffizienten Verteilernetze, die die Kosten und die Qualität des elektrischen Stroms in Mitleidenschaft ziehen.

· Priorisierung der erforderlichen Mindestressourcen für eine bessere Verfügbarkeit der Anlagen des elektroenergetischen Systems und ihre Instandhaltung.

· Ein intensives Programm der Forschung und Entwicklung der Nutzung der Wind- und Sonnenenergie in Kuba.

Bis zum 15. Januar wurden bereits 205 Dieselaggregate mit einer Erzeugungskapazität von 253 500 kWh installiert.

Die neue Konzeption der Generation hat die folgenden Vorteile:

· Minimale Werte des Kraftstoffverbrauchs pro erzeugter kWh: durchschnittlich 210 g/kWh an Diesel oder Heizöl, je nach Motortyp und Zweck.

· Einzelleistungswerte, die im Falle von Havarien keinen bedeutenden Einschlag in die Verfügbarkeit des Systems haben.

· Angemessene geografische Verteilung, was zum Schutz der Stromversorgung der Bevölkerung und der wirtschaftlichen und sozialen Objekte bei Wirbelstürmen und Havarien beiträgt.

· Verfügbarkeit von mehr als 90%, sehr viel höher als die 60% der Wärmekraftwerke unseres gegenwärtigen Systems.

Bei der Erdölförderung werden bedeutende Mengen an Gas erzeugt. In den letzten Jahren betrug das Äquivalent an Erdöl des genutzten Gases bei etwa 1 Million Tonnen.

· Die Stromerzeugung mit Gas beträgt schon 235 000 kWh. Zusätzliche Gasmengen werden für Lebensmittelzubereitung in Teilen von Havanna eingesetzt, sowie für die Stromerzeugung in zweien der Blöcke des Wärmekraftwerks Santa Cruz del Norte, der für die gleichzeitige Verbrennung von Gas und Rohöl eingerichtet ist.

· Demnächst werden weiter 90 000 kW durch diese Technologie ins Netz gespeist werden, und im Projekt sind 70 000 kW aus zwei neuen Gasturbinen und einer Anlage des kombinierten Zyklus, zusammen mehr als 200 000 kW, insgesamt fast eine halbe Million Kilowatt aus dieser sauberen und billigen Energiequelle.

· Mit dem Ziel, die Verteilungsverluste und die Spannungsschwankungen zu verringern, wurde ein Prozess der Überholung der Netze begonnen.

Um diese Pläne abzusichern, war es notwendig, die Produktion an Kabeln und Masten im Land zu erhöhen, sowie die Produktion von Verteilungstransformatoren zu verdreifachen, wobei die Zahl von 15 000 jährlich erreicht wurde.

Zur Durchführung dieser Arbeiten wurden Elektromonteurbrigaden im ganzen Land aktiviert, hauptsächlich in den Provinzen Pinar del Río und Holguín. Im Augenblick werden Transportmittel und erforderliche zusätzliche Geräte erworben, um die Erfüllung ihrer Missionen zu garantieren und alte Geräte mit hohem Kraftstoffverbrauch, die heute in dieser Tätigkeit benutzt werden, zu ersetzen.

Es gibt in unserem Land 2 940 000 kW installierter Leistung in den Wärmekraftwerken, von denen ein großer Teil seit mehr als 25 Jahren in Betrieb ist. Sie haben eine durchschnittliche Verfügbarkeit, wie schon verwiesen wurde, von 60%, und einen hohen Kraftstoffverbrauch pro erzeugter kWh.

Dieses System, das ich erwähnte, das der Wärmekraftwerke, wird nach und nach durch die neue Generation von Motoren, einschließlich durch die des kombinierten Zyklus, ersetzt werden. Ihm werden die erforderlichen Mindestressourcen gewidmet, um die Verfügbarkeit der effizientesten Blöcke zu erhalten. Andere Blöcke werden instand gehalten und werden einsatzbereit sein, wenn das System es erfordert, solange die erste Phase der Umwandlungen des gegenwärtigen Systems läuft.

Wie bekannt ist, ist die Windenergie die erneuerbare Energiequelle, die in den letzten Jahren in der Welt den größten Aufschwung hatte. Ihre Installationskosten sind schon mit denen der traditionellen Energiequellen wettbewerbsfähig.

Als strategische Linie dieser Entwicklung —die der Windenergie—werden verschiedene Technologien erprobt werden, einschließlich derer, die entwickelt wurden, um den uns häufig heimsuchenden Wirbelstürmen zu widerstehen.

Als Gebiete mit Windkraft-Potenzial wurden schon die folgenden Gebiete des Landes identifiziert:

ü Der äußerste Westen von Pinar del Río.

ü Die Insel der Jugend.

ü Die Nordküste der Provinzen von Holguín bis Villa Clara.

ü Der Nordosten der Ostregion Kubas. Pinar del Río ist unter den Gebieten, die untersucht werden, man weiß ja, wie der Wind in Cabo San Antonio weht, dort und an anderen Orten werden schon Proben gemacht.

An ausgewählten Punkten dieser Makrolokalisierungen werden Windmessungen in 50 Metern Höhe unternommen, was ermöglicht, die günstigsten Standorte präzise zu bestimmen, und es werden Schritte unternommen, um demnächst das Potenzial der Windenergie im ganzen Land zu ermitteln.

Andererseits hat das Land insgesamt 4 158 Notstromaggregate vertraglich gesichert, was einer zu installierenden Leistung von 711 811 kW entspricht.

Bis zum heutigen Tag sind schon 3 003 dieser Notstromaggregate im Land, was 72,2% der vertraglichen Menge entspricht. Die Notstromaggregate können auch auf Weisung angestellt werden. Wenn weniger Energie verbraucht wird, werden sie nicht angeschaltet; wenn ein Defizit von 100 000 vorhanden ist und 100 000 installiert sind, werden die 100 000 in der Spitzenbelastungszeit eingeschaltet. So dass sie hier zur Reserve da sind, aber sie erfüllen eine Aufgabe: in einem Krankenhaus, in den Kühlhäusern, an den Orten, wo Lebensmittel konserviert werden, wo es Schlüsselindustrien gibt, denen der Strom keine Sekunde fehlen darf, alle sind neu.

Um sie in Feldkrankenhäusern in Pakistan zu installieren, wurden als Teil der kubanischen medizinischen Hilfe für dieses Land infolge des Erdbebens 54 Notstromaggregate entsendet.

Mit der bis heute installierten Leistung wird unter anderem den folgenden hauptsächlichen Zentren und Einrichtungen Schutz garantiert:

· 290 Polikliniken

· 191 Krankenhäusern

· 241 anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens, darunter: 17 Blutbanken, 1 Krankenhausunterkunft, 2 Zentren der degenerativen Netzhauterkrankung, 89 Stomatologischen Kliniken, 101 Altersheimen, 17 Heimen für physisch und geistig Behinderte, usw.

· 128 Bildungseinrichtungen

· 89 Zentren der grafischen, der Rundfunk- und der Fernsehkommunikation

· 54 meteorologischen Stationen, sie dürfen nie ohne Strom verbleiben, sie dürfen nicht davon abhängen, ob ein Baum umfällt oder nicht; dort muss ein Stromaggregat sein, sonst verbleiben wir ohne Information, die wir so sehr benötigen, darüber, was auf dem Turquino, in La Bajada, im Escambray-Gebirge oder in La Gran Piedra passiert.

· 51 touristischen Einrichtungen

· 37 Zentren für Lebensmittelproduktion, -konservierung und –zubereitung

· 188 Wasserversorgungsanlagen (Pumpen, Umleitungs- und Aufbereitungsanlagen) Es müssen einige Änderungen vorgenommen werden, weil einigen dieser Motoren das Ausgleichsgerät fehlte, wie hier dem Motor, der „Manuel Lazo“ und andere Punkte in Pinar del Río versorgt. Seine Leistung ist 70 Kilowatt und er benötigt eine Leistung von 210 Kilowatt um anzufahren. Dieses Dieselaggregat, das dort installiert ist, kostet ungefähr 40 000 Dollar, und das berühmte Energieausgleichgerät kostet etwa 1 300 Dollar. Mit diesem Ausgleichsgeräten hätte der Motor des „Manuel Lazo“ mehr als genug mit einem Gerät von 35 Kilowatt, und wir könnten den Motor mit größerer Leistung, der heute dort installiert ist, woanders als Notstromaggregat einsetzen.

500 Ausgleichsgeräte sind für das Wasserversorgungssystem des Landes bestellt, und jedes wird seinen Motor haben; aber man muss sie überprüfen, es gibt mehr als 100 000 Motoren, die das Wasser fortbewegen, in übergroße Mehrheit veraltet, Stromverschlinger. Deshalb sagte ich Ihnen, es ist noch viel zu tun.

Heute wird das Wasser aufbereitet, und mehr als das: fast alle Welt kocht es ab, das ist alles untersucht, und die jeweiligen Lösungen, da das Land zwischen 15% und 20% des Kraftstoffes, über den es verfügt dazu verbraucht, Wasser zum Waschen warm zu machen und Wasser zum Trinken abzukochen. Es gibt noch mehr, nicht alles wird heute hier gesagt werden.

· 589 Bäckereien und andere Zentren, die Elektromotoren haben werden, es wird Schluss sein mit dem Diesel dort, in fast 1 000 Bäckereien, die es im Land gibt. Was hat der Diesel mit dem Mehl und mit dem Brot zu tun? Die Elektroenergie muss man dorthin bringen

· 22 in der chemisch-pharmazeutischen Industrie. Die darf nicht ausfallen

Es sind noch 1 934 Dieselaggregate des Programms zu installieren, dies sind Motoren, denn es gibt andere Stromaggregate, die aus mehreren Motoren bestehen, die 569 274 kW Leistung entsprechen —die noch nicht installiert sind—. Es werden in diesem Moment besondere Anstrengungen unternommen, und vor allem, in den nächsten Tagen, alle Welt ist schon dabei.

Nach gewaltigen baulichen Anstrengungen und gewaltigen Anstrengungen in der Montage, die erlaubt haben, 2 281 Dieselaggregate in nur 6 Monaten zu installieren —die kleineren trafen früher ein—, ist die Hauptanstrengung heute die maximale Ausnutzung der installierten Kapazität, um jedes kW effizient zu nutzen. Das Beispiel, das ich anführte, das der Pumpe, die „Manuel Lazo“ versorgt, erklärt das sehr gut. Man muss dort den Motor montieren, der benötigt wird, ein Notstromaggregat; die Pumpe, die gebraucht wird, das entsprechende Ausgleichsgerät, es ist eine Kleinigkeit, was das im Vergleich zu den anderen Geräten kostet.

Anerkennung gilt den besonderen Anstrengungen in der Arbeit der Provinzen und Kreisen, die eine erhöhte Verantwortlichkeit bei den erreichten Fortschritten hatten; besonders müssen die Mitarbeiter der Provinz Pinar del Río erwähnt werden. Alle Organe waren an diesem Programm beteiligt.

In der Region von Pinar del Río ist das neue System schon installiert. Ich beschränke mich darauf zu sagen, dass Pinar del Río wird keine Stromabschaltungen mehr zu spüren bekommen. Wer hätte das vorausgesagt? Unabhängig von der nationalen Lieferung sind es 164 000 kWh neue Erzeugungskapazität für das System, das deckt die Versorgung der Provinz und unterstützt bei Notwendigkeit die nationale Versorgung (Beifall). Der Strom kann fehlen, weil ein Baum auf das Verteilungsnetz fällt, ein Transformator aus irgendeinem Grund ausfällt, es werden immer weniger sein, es werden immer weniger alte Transformatoren sein, es werden immer weniger Probleme mit diesem Verteilungsnetz sein, weil eine Arbeit der Elektriker die Unterbrechung der Stromzufuhr erfordert, weil ein Wirbelsturm uns zwingt, den Strom abzuschalten, denn sobald der Wind mit mehr als 70 weht, muss man vorbereitet sein, aus diesen Gründen könnte der Strom fehlen, aber nicht aus Strommangel im System, was in den letzten Zeiten ständig vorgekommen ist. In diesem Fall verfügt der Familienhaushalt über das Gerät und eine Reserve an Flüssiggas oder Kerosin für die Nahrungsmittelzubereitung.

Ist das klar? Es ist sehr wichtig, wie das hier in Pinar del Río gemacht wird.

Sehr bald werden die Provinzen La Habana, Matanzas und Holguín in der gleichen Lage sein wie Pinar del Río —obwohl wir schon jetzt die Bevölkerung begünstigende Maßnahmen durchführen, ausgehend von vorhandenen Energiereserven, und es wird mehr Reserven geben, je schneller wir die Geräte, die wir in unseren Händen haben, installieren. Noch bevor das Programm endet, das sich unendlich in die Zukunft verlängert wird, spätestens —hören Sie, was ich hier sage, es sei denn, der Feind unternähme eine große Provokation angesichts des überwältigenden Erfolgs unseres Vaterlandes im wirtschaftlichen und allen anderen Bereichen — am 1. Mai dieses Jahres 2006, dem ruhmreichen Tag der Werktätigen, werden 100% der kubanischen Haushalte, die Stromversorgung haben, mehr als 95% der gesamten Bevölkerung, nicht mehr Kerosin oder Flüssiggas verbrauchen, nur in den vorher aufgezeigten Ausnahmefällen. Zu diesem Zeitpunkt werden wir mit den Dieselaggregaten die Stromerzeugungskapazität von einer Million Kilowattstunden erreicht haben, was 3,3 Wärmekraftwerken wie „Antonio Guiteras“ entspricht, deren Investitionskosten bei etwa 1,7 Milliarden Dollar lägen, und man bräuchte mindestens 6 Jahre, um sie zu bauen. Zu dieser Kapazität müssten mindestens eine Million Kilowattstunden dank der Energiesparmaßnahmen dazukommen. Das Land wird so über eine Kapazität von zwei Millionen Kilowattstunden mehr verfügen, als es vor nur sechs Monaten verfügte (Beifall).

Die Energiewirtschaftsrevolution kann man besser so verstehen: bedeutende Einsparungen an konvertierbaren Divisen für das Land, ein edler Kraftstoff, sicher und gesund, —die Elektroenergie als Kraftstoff, die alle diese Haushalte haben werden —ohne Flammen, ohne Gas, ohne schlechten Geruch oder Geschmack, ohne Unterschlagung von Ressourcen unterwegs, ohne Diebstahl und Betrug, ohne Lasten die Treppen hoch zu schleppen, ohne die verhassten Belästigungen, die die häufigen und unerwarteten Stromabschaltungen eines anachronistischen Systems und Konzepts der Stromversorgung in jeder Hinsicht mit sich bringen.

Bei Vollendung dieses Programms, an dem in hohem Tempo gearbeitet wird, wird das Land jährlich eine Milliarde Dollar einsparen.

Ich habe Ihnen dies mit höchster Vorsicht vermittelt. Es ist etwas wirklich sehr Durchdachtes. Die technischen Details und jeder der Schritte sind komplexer und genauer als ich es gesagt habe, aus Zeitgründen und aus anderen, augenscheinlichen Gründen.

Die großartige Energiewirtschaftsrevolution mit ihrer sozialen Auswirkung, in Pinar del Río in so einer kurzer Zeitspanne verwirklicht, wäre nicht ohne die Rolle der Partei und ihre Führungskräfte in der Provinz und in den Kreisen möglich gewesen, unter der Leitung von Carmita —wie wir alle sie zärtlich nennen—, ihrer ersten Sekretärin, eine Frau dieser Provinz, die hundertprozentig ein Volk von manuell und intellektuell Arbeitenden ist. Ich kann von ihrer Tätigkeit sprechen, weil ich fast Tag für Tag mit ihr in Verbindung stand, vor allem in der letzten und entscheidenden Etappe der Schlacht, als sie die politischen und sozialen Kräfte ihrer Provinz leitete, speziell das Volk von Pinar del Río, mit Unterstützung der Massenorganisationen und Zusammenarbeit aller Strukturen der Provinzregierung und der nationalen Regierung.

Oft frage ich mich, wie das geschafft werden konnte, was geschafft wurde. Carmita verwaltete nicht; sie leitete und koordinierte, bat um Information, analysierte tief greifend jedes Detail, gab die Angaben auf nationaler Ebene weiter, die Situation, die Fortschritte und die Probleme, ihre Analyse und Gesichtspunkte; sie erfüllte diszipliniert die erhaltenen Orientierungen, steckte die entsprechende Strategie für die Provinz ab, vertraute in den Sieg und übertrug ihre Sicherheit und ihren Optimismus auf alle anderen. Ihr Stil und ihre Methoden dienten den anderen Führungskräften als Beispiel. Man konnte die Leistungsfähigkeit der Revolution, sowie die erfahrene politische Leitung der Führungskräfte mehrerer Generationen in voller Aktion sehen.

Es erinnerte mich an die ruhmreichen Tage der innerhalb und außerhalb des Vaterlandes geführten Schlachten: einst von unseren heldenhaften Mambises; gestern im Kampf gegen die Batista-Tyrannei; heute gegen die feige Prankenhiebe des ohnmächtigen Imperiums gegen Kuba, in einer Welt, in der die Völker sich weigern, weiter Sklaven des Kolonialismus, der Vorherrschaft und der Ausplünderung seitens des Imperiums zu sein (Beifall).

Hier, Seite an Seite mit den Einwohnern von Pinar del Río, stehen heute nationale Führungskräfte der politischen und Massenorganisationen, hohe Vertreter der Regierung, und unter uns die politischen Führungskräfte und die der Regierung aller Provinzen des Landes, wo schon jetzt, die Schlacht der ganzen Nation in diesem entscheidenden Moment unserer Geschichte ausgetragen wird.

Unsere ruhmreichen Armeestreitkräfte werden ebenfalls bei diesen titanischen Anstrengungen mitwirken. Es wird ein Vor und ein Nach der Energiewirtschaftsrevolution in Kuba geben. Aus ihr werden sich nützliche Lehren für unser Volk und die anderen Völker der Welt ergeben.

Vaterland oder Tod!

Wir werden siegen!

(Ovation)

Freitag, 30. Dezember 2005

Kooperationsvereinbarung Kuba-Bolivien

Das kubanische Volk hat in seiner von der Nationalversammlung und dem Staatsrat an Evo Morales gesendeten Botschaft anerkannt, dass sowohl er als sein Volk, eines der ärmsten und am meisten ausgebeuteten der Hemisphäre, vor neuen und großen Herausforderungen stehen, weshalb sie der bestmöglichen Solidarität seitens Lateinamerikas und der Welt bedürfen.

Während der Debatten hat die Regierung Kubas ihre Bereitschaft ausgedrückt, ein Programm zu fördern, welches es ermöglichen würde, 5 Millionen armen lateinamerikanischen und karibischen Patienten, die gemäß Schätzungen jedes Jahr einer Augenoperation bedürfen, eine Behandlung auf dem Gebiet der Augenheilkunde anzubieten.

Ebenso hat Kuba seine Bereitschaft ausgedrückt, unmittelbar die Bemühungen des neuen Präsidenten zur Alphabetisierung aller seiner Mitbürger, die weder lesen noch schreiben können, zu unterstützen.

Seinerseits verkündete Evo Morales - mit absoluter Mehrheit gewählter Präsident von Bolivien - seinen Entschluss, der Armut und Ausplünderung jenes kämpferischen Volkes die Stirn zu bieten.

Entschlossen, um die Einheit und Integration der Brüdervölker Lateinamerikas und der Karibik zu kämpfen und für die Freundschaft und den Frieden zwischen allen Völkern der Welt, haben beide Länder als dem Amtsantritt des gewählten Präsidenten Evo Morales vorangehenden Schritt sofort folgende erste Kooperationsmaßnahmen vereinbart, welche Gültigkeit haben werden, sobald der bolivianische Leader sein Präsidentenamt antritt und damit die rechtlichen und verfassungsmäßigen Ermächtigungen seines Amts genießt, d.h. sie werden nach dem 22. Januar 2006 kommen:

ERSTENS: Eine gemeinnützige kubanisch-bolivianische Einrichtung zu schaffen, welche die qualitätsgerechten und kostenlosen Augenoperationen für alle jene Bürger Boliviens absichert, die nicht die notwendigen Mittel zur Verfügung haben, um die sehr hohen Preise dieser Dienstleistungen zu bestreiten, um hiermit zu verhindern, dass jedes Jahr Zehntausende armer Bolivianer das Augenlicht verlieren oder ernste Einschränkungen ihrer Sehfunktion erleiden, die sie oftmals arbeitsunfähig machen.

ZWEITENS: Kuba wird die für die Anfangsphase notwendigen neuesten Hochtechnologieausrüstungen und Fachkräfte auf dem Gebiet der Augenheilkunde stellen, die, unterstützt von jungen, in der lateinamerikanischen Medizinschule (ELAM) ausgebildeten, als Assistenzärzte arbeitenden bolivianischen Ärzten und anderen bolivianischen oder aus anderen Ländern kommenden Ärzten und Assistenzärzten den bolivianischen Patienten eine sorgsame Behandlung bieten werden.

DRITTENS: Kuba wird die Kosten für das Arbeitsentgelt dieses Fachpersonals tragen.

VIERTENS: Bolivien wird die für diese Dienstleistungen notwendigen Einrichtungen zur Verfügung stellen. Diese können Gebäude für medizinische Zwecke oder dazu angepasste sein.

FÜNFTENS: Das Nationalinstitut für Augenheilkunde, das vor kurzem von Kuba für Augenoperationen ausgerüstet und von ihm mit bolivianischen, in der Lateinamerikanischen Medizinschule ausgebildeten Ärzten und Assistenzärzten der selben Nationalität als Teil des Fachpersonals versehen wurde, die schon 1536 Bolivianer operiert haben, wird zusätzlich zwei weitere Operationszentren haben, eins in Cochabamba und das andere in Santa Cruz. Das Zentrum für Augenheilkunde von La Paz wird die Kapazität besitzen, täglich 100 Patienten zu operieren, und die von Cochabamba und Santa Cruz je 50. Das ergibt insgesamt eine Kapazität von mindestens 50 000 Augenoperationen pro Jahr. Diese Kapazität kann erhöht werden, wenn Bolivien sich entschließt, seine Dienstleistungen auf dem Gebiet der Augenheilkunde armen Patienten von in der Nähe der bolivianischen Zentren liegenden Nachbarländern anzubieten.

SECHSTENS: Kuba bietet Bolivien 5 000 Stipendiatenplätze zur Ausbildung von Ärzten und Fachärzten auf dem Gebiet Integrale Allgemeinmedizin und in anderen medizinischen Fachbereichen an: 2000 im ersten Quartal 2006, die schon ihre Grundlagenvorbereitung in Kuba erhalten, 2000 im zweiten Halbjahr desselben Jahres und 1000 im ersten Quartal 2007. In den darauf folgenden Jahren wird die festgelegte Quote mit neuen Immatrikulationen erneuert werden. Die 497 jungen Bolivianer, die schon ihr Medizinstudium an den kubanischen Medizinfakultäten absolvieren, sind nicht in dieser Anzahl von neuen Stipendiaten einbegriffen.

SIEBTENS: Kuba wird Bolivien die Erfahrung, das didaktische Material und die notwendigen technischen Mittel für ein Alphabetisierungsprogramm beisteuern, welches die Gesamtheit der dazu fähigen Bevölkerung umfassen soll und beide Länder werden sich bemühen, dies innerhalb von 30 Monaten ab Juli 2006 durchzuführen.



ACHTENS: Kuba wird Bolivien seine Erfahrungen auf dem Gebiet des Energiesparens vermitteln.

NEUNTENS: Kuba wird die größtmögliche Unterstützung zur Entwicklung aller jener Sportdisziplinen in Bolivien geben, die für sein Volk von Interesse sind.

ZEHNTENS: Beide Seiten werden die Möglichkeiten für den akademischen, wissenschaftlichen und kulturellen Austausch auf höchstem Niveau zwischen den Völkern von Bolivien und Kuba erkunden

ELFTENS: Andere, nützliche, nutzbringende und konstruktive Varianten für die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern werden berücksichtigt werden.

Diese Programme werden die internationale Kooperation in die Wege leiten und annehmen, obwohl beide Länder sich verpflichten, sie mit eigenen Mitteln zu verwirklichen.

Die vorliegende Vereinbarung ist der Beginn eines breit angelegten Prozesses zur Integration auf der Grundlage der Prinzipien der Solidarität und Gegenseitigkeit.



Fidel Castro Ruz
Präsident des Staatsrats und Ministerrats von Kuba

Evo Morales
Gewählter Präsident von Bolivien

Donnerstag, 8. Dezember 2005

Rede des Präsidenten der Republik Kuba Fidel Castro Ruz zum zweiten Gipfeltreffen Cuba-CARICOM, Bridgetown, Barbados

Ehrenwerter Owen Arthur, Ministerpräsident von Barbados und Gastgeber dieses Treffens!

Ehrenwerter Kenny Anthony, Ministerpräsident von Santa Lucia und amtierender Präsident des CARICOM!

Ehrenwerte Ministerpräsidenten der anderen Bruderländer, Mitglieder des CARICOM!

Ehrenwerter Edwin Carrington, Generalsekretär des CARICOM!

Verehrte Delegationsleiter, Minister und besondere Gäste!



Es ist für mich ein Anlass zur besonderen Zufriedenheit, dass wir uns erneut treffen können, jetzt in der Heimat jenes innigen Freundes von Kuba, wie es Errol Barrow war. Es sind inzwischen drei Jahre vergangen, seitdem wir in Havanna den dreißigsten Jahrestag der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen der vier karibischen Länder, die damals unabhängig waren, zu Kuba begingen. Eine Tatsache, die wir Kubaner wegen ihrer Bedeutung und Transzendenz niemals vergessen werden.

In diesen Jahren wurde die gewaltige Herausforderung, denen unsere Länder begegnen müssen, um das Überleben selbst unserer Völker abzusichern noch dramatischer. Die einseitigen und egoistischen Aktionen einiger der Hauptgeschäftspartner der karibischen Nationen haben sich mit der nie vorher vorgekommenen Häufigkeit und Größenordnung der zerstörerischen Wirbelstürme, die unsere Region heimsuchten, kombiniert.

Ich denke, dass jetzt schon ein klares Verständnis darüber vorhanden ist, dass die neoliberale Globalisierung sogar das Bestehen selbst unserer Länder als unabhängiger Nationen bedroht.

Die Bresche zwischen dem immer reicheren Norden und dem immer ärmeren Süden wächst Schwindel erregend an und ist eine ständige Bedrohung für die internationale Stabilität. Als Teil der Grundlage der meisten Konflikte unserer Zeit, wie der illegalen Eroberungs- und Plünderungskriege, der Zerstörung der Umwelt und des Erschöpfens der Naturressourcen, dem Terrorismus, der örtlichen Konflikte, der illegalen Migration und dem Drogenhandel, unter anderen, werden wir immer eine Beziehung zwischen der in den Ländern des Südens vorherrschenden anhaltenden Armut und Marginalität und der Politik der reichsten und am meisten entwickelten Nationen des Planeten auffinden, die immer egoistischer und überheblicher ununterbrochen ihren Reichtum auf Kosten der Verarmung der Dritten Welt mehren.

Der Zugang zu den internationalen Märkten ist für viele Länder beinahe unmöglich. Wir sind Opfer eines internationalen Handelssystems, das von Zollschranken und nichttariflichen Handelshindernissen, Quotensystemen, Subventionen und beschwerlichen Bedingungen voll ist, während man uns dazu zwingt, den scheinheiligen Diskurs für den „freien Handel“ derer zu ertragen, die ihre Märkte vor uns verschließen.

Unsere Brüder des CARICOM erleiden am eigenen Leibe die egoistischen Entscheidungen der Europäischen Union und der Vereinigten Staaten, die ihre Bananen- und Zuckerexporte heimsuchen und sehen sich gezwungen, den willkürlichen Auferlegungen der Transnationalen des Tourismus, des Flugwesens und anderer Bereiche die Stirn zu bieten.

Die industrialisierten und reichen Länder widersetzen sich dem, die Konzession von differentiellen Sondervereinbarungen mit denjenigen Ländern zu akzeptieren, die, wie die des CARICOM, es nicht nur benötigen, sondern auch ein Recht darauf haben. Sie vergessen ihre historische Schuldverpflichtung gegenüber unserer Entwicklung, erfüllen ihre Versprechungen nicht, plündern unsere Humanressourcen, kassieren immer wieder eine unmoralische, mehrmals bezahlte Auslandsschuld, während sie demagogisch von Markfreiheit sprechen.

Die Europäische Union hat einseitig eine tief greifende Reform in der Zucker- und Bananenbranche vorangetrieben, die den Ländern der Karibik schadet und dabei ihre Schuldverpflichtung als ehemalige koloniale Metropole und die durch bilaterale Abkommen eingegangenen Verpflichtungen vergisst. Kuba spricht den karibischen Ländern seine feste Solidarität aus und fordert von den Europäern die Berichtigung einer Entscheidung, die zur Armut und zum Ausschluss von zehntausenden karibischen Familien führen wird.

Exzellenzen!

Unsere Region, Lateinamerika und die Karibik, erfährt die größte Ungleichheit bei der Einkommensverteilung des gesamten Planeten; von der AIDS-Pandemie sind 2,4 Millionen Menschen betroffen und sie ist für einige der Länder unserer Region zu einem schwerwiegenden Problem geworden.

Andererseits wächst die Androhung und die Anwendung von Gewalt; die einseitigen Zwangsmaßnahmen gegen die Regierungen und Völker der Länder der Dritten Welt werden zu einer Konstanten und die heiligen Prinzipien des Völkerrechts stehen nur auf dem Papier.

Die Konsumzügellosigkeit der reichen Länder führt zu einer alarmierenden Knappheit einer nicht erneuerbaren Energiequelle, die in der jetzigen Welt lebenswichtig ist: der Kohlenwasserstoffe, dessen erforschte und mögliche Reserven sich erschöpfen und deren Marktpreise - zahlbar nur für die reichen Gesellschaften - für die riesige Mehrheit der Länder der Dritten Welt unerschwinglich ist.

Die kolossale konsumorientierte Verschwendung beeinträchtigt nicht nur die Weltwirtschaft, sondern bedroht außerdem ernsthaft die Umwelt.

Wie werden unsere Länder die Schäden der kommenden Wirbelsturmperiode und die der kommenden zehn Jahre beheben? Wer wird uns helfen, deren Kosten zu tragen?

Wie werden wir der Gefahr begegnen, durch die globale Erwärmung und die Erhöhung des Meeresspiegels zu verschwinden?

Das hemmungslose Wettrennen, um die Naturschätze des Planeten zu verschleudern, wird dem Leben auf der Erde den Garaus machen, aber die Ersten, die umkommen werden, werden unsere kleinen Inselstaaten sein.

Kuba macht die reichen und entwickelten Länder und die luxuriösen konsumorientierten Wirtschaften und die Verschwendung für die Verschlimmerung der Ausmaße und Häufigkeit der Naturkatastrophen in der Karibik verantwortlich.

Wie soll man diesen Herausforderungen die Stirn bieten und der Herausforderung zum Überleben und inmitten der tiefen Wirtschafts-, Gesellschafts-, politischen und Umweltkrise vorankommen, unter welcher unsere Hemisphäre und die Welt leidet?

Der neoliberalen, egoistischen Globalisierung, der antidemokratischen, internationalen politischen und Wirtschaftsordnung müssen wir mit der Einheit und der Globalisierung der Solidarität, mit der Förderung des Dialogs, der Integration und der unverfälschten Kooperation antworten.

Kuba, unter Blockade und mit geringen Mitteln, ist diesem Weg im Rahmen seiner Möglichkeiten gefolgt, besonders dank seines wertvollen, in diesen 45 Jahren angehäuften Humankapitals.

Heute erbringen 1 142 kubanische Mitarbeiter Dienstleistungen in den Ländern des CARICOM, davon beinahe tausend auf dem Gebiet des Gesundheitswesens. An den kubanischen Hochschulen graduierten sich 1 957 Studenten aus 14 karibischen Ländern und zum jetzigen Zeitpunkt werden weitere 3 318 in 33 Universitäts- und technischen Fachbereichen ausgebildet. An der Operation Milagro nehmen schon 11 karibische Länder teil und bis zum gestrigen Tag, dem 7. Dezember, waren 10 502 seiner Bürger in Kuba operiert worden, und das nur in einer Zeitspanne von 4 Monaten und 14 Tagen, d.h. bei einem Rhythmus von 30 000 Patienten pro Jahr.

Wir unterstützen die Anstrengungen unserer karibischen Brüder, um ihre regionale Integration zu konsolidieren, und wie immer ist Kuba bereit, seine bescheidene Kooperation auf den Gebieten anzubieten, wo dies möglich ist. Die Völker der Gemeinschaft der Karibik werden immer auf den Respekt und die Freundschaft von Kuba rechnen können.

Heute, am 8. Dezember, dem 33. Jahrestag der Aufnahme von diplomatischen Beziehungen seitens Jamaika, Guyana, Barbados und Trinidad und Tobago zu unserem Land, danken wir erneut für die unveränderliche Solidarität der karibischen Länder mit Kuba, deren jüngster Ausdruck die einstimmige Abstimmung der Karibik in den Vereinten Nationen für die Aufhebung der Blockade war, die unserem Volk seit mehr als 45 Jahren aufgezwungen wird und zollen wir dem Gedenken von Eric Williams, Errol Barrow, Forbes Burnham und Michael Manley Tribut.

Vielen Dank.

Freitag, 2. Dezember 2005

Ansprache auf der Festveranstaltung anlässlich des 30. Jahrestages der kubanischen Militärmission in Angola

Ansprache des Präsidenten der Republik Kuba, Fidel Castro Ruz, gehalten am 2. Dezember 2005 auf der Festveranstaltung anlässlich des 30. Jahrestages der kubanischen Militärmission in Angola und des 49. Jahrestages der Landung der Granma, dem Tag der Revolutionären Armeestreitkräfte.

Sehr geehrte Gäste;

Internationalistische Kämpfer;

Genossinnen und Genossen:



Heute vor 49 Jahren erreichte die Jacht Granma die Küsten unserer Heimat. Das heißt, heute beginnt das 50. Lebensjahr der Rebellenarmee und der Revolutionären Armeestreitkräfte.

Wie bekannt ist, breitete sich der Kampf nach der Landung und trotz der ersten Niederlagen schnell in alle Winkel unserer Städte und Dörfer aus. Es gab bis zur Erreichung des beeindruckenden Volkssiegs des Ersten Januars 1959 keine Minute Waffenruhe im Kampf auf Tod gegen die Unterdrücker, die zehntausende Kubaner folterten und ermordeten und das Land bis auf die letzten Geldreserven ausplünderten.

Aber der großartige Sieg bedeutete bei weitem nicht das Ende der bewaffneten Kämpfe.

Die imperialistische Niedertracht, wütend über jede das Volk begünstigende oder die nationale Unabhängigkeit festigende Maßnahme, hielt uns in Alarmbereitschaft; viele Mitbürger mussten in Verteidigung der Revolution, sowohl in Kuba, als auch in anderen Ländern der Welt, weiter in Erfüllung heiliger Pflichten das Leben opfern.

Genau 19 Jahre nach der Landung der Granma, im November 1975, führte eine kleine Gruppe Kubaner in Angola die ersten Kämpfe in einer Schlacht aus, die viele Jahre dauern würde.

Die Geschichte der imperialistischen und neokolonialen Raube und Plünderungen Europas in Afrika, mit voller Unterstützung der Vereinigten Staaten und der NATO, sowie die heldenhafte Solidarität Kubas mit den Brudervölkern, sind nicht ausreichend bekannt geworden, das wäre wenigstens ein verdienter Ansporn für die hunderttausenden Männer und Frauen, die diese ruhmreichen Seiten geschrieben haben, die als Beispiel für die gegenwärtigen und künftigen Generationen nicht vergessen werden dürfen. Das verneint nicht die Notwendigkeit, sie weiter zu verbreiten.

In diesen Tagen wurde das Thema auch oft im Fernsehen und dem Rest der Presse behandelt, sowie auf den Gedenkakten für die internationalistischen Kämpfer, die in allen Provinzen des Landes durchgeführt wurden.

Deshalb werde ich mich, angesichts der Zeit in Momenten sehr schwieriger revolutionärer Arbeit, darauf beschränken, kurz über einige wesentliche Momente jener ruhmreichen Seiten unserer revolutionären Geschichte nachzusinnen.

Schon 1961, als das Volk Algeriens einen beeindruckenden Kampf um seine Unabhängigkeit führte, brachte ein kubanisches Schiff den heldenhaften algerischen Patrioten Waffen, und auf der Rückfahrt brachte es etwa hundert Waisenkinder und Kriegsverletzte. Zwei Jahre später, als Algerien die Unabhängigkeit erreichte, sah sich diese durch eine ausländische Aggression bedroht, dies das ausgeblutete Land bedeutender Rohstoffe beraubte. Zum ersten Mal überquerten kubanische Truppen, ohne jemanden um Erlaubnis zu bitten, den Ozean, um dem Ruf eines Brudervolkes zu folgen.

Ebenfalls zu dieser Zeit, als der Imperialismus dem Land die Hälfte der Ärzte raubte, wobei uns nur 3 000 blieben, wurden mehrere Dutzend kubanischer Ärzte nach Algerien geschickt, um seinem Volk zu helfen.

Auf diese Art begann vor 44 Jahren das, was heute die außerordentlichste medizinische Zusammenarbeit mit den Völkern der Dritten Welt ist, die die Menschheit kennen gelernt hat.

In diesem Zusammenhang begann ab 1965 unsere Zusammenarbeit mit dem Unabhängigkeitskampf in Angola und Guinea-Bissau, die im Wesentlichen in der Ausbildung von Führungskräften, der Entsendung von Ausbildern und materieller Hilfe bestand.

Nach der so genannten Nelken-Revolution in Portugal, geschwächt schon durch den Wirtschaftsruin und den Kriegsverschleiß, begann der Zerfall des Kolonialreichs dieses Landes.

Guinea-Bissau erreichte die Unabhängigkeit im September 1974; dort waren an der Seite der Partisaneneinheiten zehn Jahre lang, seit 1964, etwa sechzig kubanische Internationalisten, darunter zehn Ärzte. Mozambique erreichte nach hartem Kampf seines Volkes unter Leitung der FRELIMO und Ihres Führers, dem unvergessenen Bruder und Kampfgenossen Samora Machel seine endgültige Unabhängigkeit Mitte 1975, und im Juli des selben Jahres erreichte Cabo Verde und Sao Tome gleichfalls dieses Ziel.

Im Fall von Angola, der größten und reichsten portugiesischen Kolonie, war die Situation wesentlich anders. Die USA-Regierung setzte einen geheimen Plan in Gang, um die legitimen Interessen des angolanischen Volkes zu zertreten und eine Marionettenregierung einzusetzen. Der Schlüsselpunkt war ihre Allianz mit Südafrika, um die Ausbildung und Ausrüstung der vom portugiesischen Kolonialismus geschaffenen Organisationen zu teilen, um so die Unabhängigkeit Angolas zu vereiteln, und es praktisch in ein Kondominium des korrupten Mobutu und des südafrikanischen Faschismus zu verwandeln, der nicht zögerte seine Truppen einzusetzen um Angola anzugreifen.

Gestandene Diktatoren, Terroristen, Diebe und Rassisten schlossen sich ständig freimütig den Reihen der so genannten „freien Welt“ an, und wenige Jahre später taufte sie der nordamerikanische Präsident Ronald Reagen mit einem besonderen Überfluss von Zynismus “Freiheitskämpfer“.

Mitte Oktober 1975, während die Armee Zaires und die durch schwere Waffen und südafrikanische Militärberater verstärkten Söldnertruppen davor standen, neue Angriffe im Norden Angolas zu starten, und schon in der Nähe Luandas waren, drohte im Süden die größte Gefahr. Südafrikanische Panzerkolonnen waren im Süden ins Land eingedrungen und drangen schnell mit dem Ziel ins Landesinnere vor, mit den vereinten Kräften der südafrikanischen Kräfte und der Söldnertruppen Mobutus vor der Verkündung der Unabhängigkeit am 11. November Luanda einzunehmen.

In diesem Moment gab es in Angola nur 480 Militärausbilder, die einige Wochen vorher ins Land gekommen waren, in Erfüllung des Antrags, den uns der Präsident der MPLA, Agostinho Neto, gestellt hatte, dem bedeutenden und angesehenen Führer, der den Kampf seinen Volkes viele Jahre lang organisiert und geleitet hatte und die Unterstützung aller afrikanischer Völker und die Anerkennung der Welt hatte. Er hatte uns um Zusammenarbeit gebeten, um die Bataillone auszubilden, die die Armee des neuen unabhängigen Staaten integrieren würden. Die Ausbilder waren nur mit leichten Waffen ausgerüstet.

Eine kleine Gruppe von ihnen stand in den ersten Novembertagen zusammen mit ihren gerade eingezogenen Schülern des Revolutionären Ausbildungszentrums mutig der rassistischen Armee gegenüber. In dem Überraschungsangriff und dem ungleichen Kampf der Südafrikaner gegen Dutzende junger Angolaner, die starben, verloren acht kubanische Ausbilder ihr Leben und 7 wurden verletzt.

Die Südafrikaner verloren sechs Panzerwagen und andere Geräte. Nie haben sie die Ziffer der zahlreichen Verluste unter ihren Soldaten offen gelegt.

Zum ersten Mal vereinigte sich an diesem entfernten Ort der afrikanischen Geografie das Blut von Kubanern und Angolanern für die Freiheit jenes gebeutelten Landes.

Es war zu diesem Zeitpunkt, dass Kuba in Koordinierung mit Präsident Neto die Entsendung von Spezialtruppen des Ministeriums des Innern und regulärer Einheiten der Revolutionären Armeestreitkräfte in voller Kampfbereitschaft beschloss, die auf dem Luft- und Seeweg dorthin transportiert wurden, um sich dem Angriff des Apartheidsystems entgegenzustellen.

Ohne zu zögern nahmen wir die Herausforderung an. Unsere Ausbilder würden wir nicht ihrem Schicksal überlassen, und auch nicht die selbstlosen angolanische Kämpfer, und erst recht nicht die Unabhängigkeit ihrer Heimat nach mehr als 20 Jahren heldenhaften Kampfes. In zehn Kilometern Entfernung nahmen kubanische Truppen, Erben der ruhmreichen Rebellenarmee, den Kampf gegen der Armee Südafrikas auf, welches die größte und reichste Macht in diesem Kontinent ist, sowie gegen Zaire, die reichste und am besten ausgerüstete Marionette Europas und der Vereinigten Staaten.

Es begann das, was dann Operation Carlota genannt wurde, das Kennwort der gerechtesten, längsten massivsten und erfolgreichsten internationalistischen Militärkampagne unseres Landes.

Das Imperium konnte sein Vorhaben, Angola zu zerstückeln und seine Unabhängigkeit verschwinden zu lassen, nicht erreichen. Der heldenhafte und lange Kampf der Völker von Angola und Kuba hat das verhindert.

Heute wissen wir durch die in den letzten Jahren freigegebenen offiziellen Dokumente besser als damals, wie die Behörden von Washington dachten und handelten.

Zu keinem Zeitpunkt hatte der USA-Präsident oder sein mächtiger Staatssekretär, Henry Kissinger, oder der Geheimdienst mit einer Möglichkeit der Beteiligung Kubas gerechnet. Niemals hatte ein Land der Dritten Welt über seine geografische Nachbarschaft hinaus einem anderen Volk in einem Militärkonflikt beigestanden.

Ende November war der feindliche Angriff im Norden und im Suden zum Stillstand gekommen. Ganze Panzereinheiten, Land- und Luftabwehrartillerie im großen Umfang, Infanterieeinheiten, mit gepanzerten Fahrzeugen bis zur Brigadeebene, transportiert von Schiffen unserer Handelsflotte, sammelten sich schnell in Angola, wo 36 000 kubanische Soldaten eine blitzartige Offensive starteten. Den Hauptfeind im Süden angreifend, zwangen sie die südafrikanische rassistische Armee, mehr als 1 000 Kilometer zurückzuweichen, bis zu ihrem Ausgangspunkt, der Grenze zwischen Angola und Namibia, koloniale Enklave der Rassisten. Am 27. März verließ der letzte Soldat Südafrikas das angolanische Territorium. In der nördlichen Richtung wurden die regulären Truppen Mobutus und die Söldner in wenigen Wochen auf die andere Seite der Grenze mit Zaire verdrängt.

Um die Wahrheit zu sagen, Kuba war dafür, von Südafrika einen hohen Preis für sein Abenteuer zu fordern: die Anwendung der Resolution Nr. 435 der Vereinten Nationen und die Unabhängigkeit Namibias.

Die sowjetische Regierung übte andererseits harten Druck auf uns aus, indem sie, besorgt wegen nordamerikanischer Reaktionen, unseren schnellen Rückzug beantragte.

Nach ernsthaften Einwänden unsererseits blieb uns keine andere Alternative, als den sowjetischen Antrag, zumindest teilweise, zu akzeptieren. Obwohl sie nicht konsultiert wurden bei der kubanischen Entscheidung, Truppen in die Volksrepublik Angola zu schicken, hatten sie danach beschlossen, Rüstung für die Schaffung der angolanischen Armee zu liefern und hatten im Laufe des Krieges auf bestimmten unserer Anträge wegen Mitteln positiv geantwortet. Ohne die politische und logistische Unterstützung durch die UdSSR hätte es nach den Sieg keine mögliche Perspektive gegeben.

Angesichts der im April 1976 entstandenen delikaten Situation reiste der Genosse Raúl, Minister der Armeestreitkräfte, nach Angola, um mit dem Präsidenten Neto die unumgängliche Notwendigkeit eines schrittweisen und progressiven Abzugs der kubanischen Truppen, die einem Bestand von 36 000 Personen hatte, zu analysieren, und zwar in einem Zeitraum von drei Jahren, eine Zeit, die beide Seiten, Kuba und Angola, als ausreichend betrachteten, um eine starke angolanische Armee zu bilden.

Währenddessen würden wir starke Kampfeinheiten auf den Höhen der zentralen Hochebene, etwa 250 km von der Grenze von Namibia entfernt, beibehalten.

Neto verstand unsere Argumente und stimmte großmütig dem Abzugsplan der kubanischen Streitkräfte zu.

Weniger als ein Jahr später, als ich im März 1977 endlich Angola besuchen und persönlich den angolanischen und kubanischen Kämpfern zum Sieg gratulieren konnte, waren schon etwa 12 000 Internationalisten nach Kuba zurückgekehrt, also ein Drittel unserer Kräfte. Der Abzugsplan war bis dahin wie vorgesehen eingehalten worden. Aber die USA und Südafrika waren nicht befriedigt, und die Regierungen von Pretoria und Washington verschworen sich, letztere damals heimtückisch, öffentlich wurde die Verschwörung in den 80-ger Jahren mit der „Aufbauverplichtung“ und dem „Linkage“ von Reagen. Die Hartnäckigkeit beider Potenzen sowie ihre schmerzhaften und dramatischen Folgen machten, trotz der Vereinbarungen im ersten Abzugsplan, 15 Jahre lang unsere direkte Hilfe dem Volk Angolas gegenüber notwendig.

Sehr wenige glaubten, dass wir so viele Jahre lang standhaft dem Ansturm der USA und Südafrikas widerstehen würden.

In diesen Jahren wuchs der Kampf der Völker Namibias, Zimbabwes und Südafrikas gegen das Kolonial- und Apartheidsystem. Angola wurde zu einem soliden Bollwerk dieser Völker, denen Kuba auch Unterstützung bot. Die Regierung Pretorias handelte immer heimtückisch.

Kassinga, Boma, Novo Katengue und Sumbe sind Szenarien der Verbrechen des Apartheidsystems gegen die Völker Namibias, Zimbabwes, Südafrikas und Angolas, und gleichzeitig Beweise unserer kämpferischen Solidarität dem gemeinsamen Feind gegenüber.

Der Angriff auf die Stadt Sumbe ist besonders beredt bezüglich ihrer verbrecherischen Absichten. Dort gab es weder kubanische, noch angolanische Truppen, nur Ärzte, Lehrer, Bauarbeiter und andere zivile Helfer, die der Feind entführen wollte, aber diese Männer und Frauen widerstanden mit ihren Milizgewehren zusammen mit ihren angolanischen Brüdern, bis die Ankunft der Verstärkung die Aggressoren in die Flucht schlug. Sieben Kubaner fielen in dieser ungleichen Auseinandersetzung.

Es ist nur ein Beispiel unter vielen, die genannt werden könnten, die die Opferbereitschaft und den Mut unserer Internationalisten zeigen, der militärischen und zivilen, bereit, ihr Blut und ihren Schweiß zu geben, immer, wenn es notwendig war, zusammen mit den Brüdern Angolas, Namibias, Zimbabwes, Südafrikas; letztendlich des ganzen Kontinents, denn man könnte die aus Algerien, Kongo, Guinea, Cabo Verde und Äthiopien dazufügen.

Es war eine außergewöhnliche Heldentat unseres Volkes, besonders der Jugend, der zehntausenden Kämpfern des aktiven Militärdienstes und der Reserve, die freiwillig, zusammen mit den Offizieren und den anderen ständigen Angehörigen der Armeestreitkräfte, die internationalistische Pflicht erfüllten.

Es sind Millionen Männer und Frauen, die von Kuba aus den Erfolg jeder Mission absicherten, durch mehr Arbeitsstunden den vertraten, der marschierte, und Anstrengungen unternahmen, damit es der Familie des Kämpfers oder des zivilen Mitarbeiters an nichts fehlte.

Die Familienangehörigen unserer Internationalisten sind einer besonderen Anerkennung würdig. Mit einzigartigem Stoizismus ertrugen sie die Abwesenheit, gaben Aufmunterung in jedem Brief und vermieden es, Schwierigkeiten und Sorgen zu erwähnen.

Hervorragendstes Beispiel sind die Mütter, Söhne, Brüder und Ehepartner unserer gefallenen Brüder. Ohne Ausnahme waren sie auf der Höhe des höchsten Opfers des geliebten Menschen. Sie haben gewusst, ihren tiefen Schmerz, der jeden Winkel Kubas während der Operation Tribut bewegte, in noch mehr Vaterlandsliebe zu verwandeln, in größere Treue und Achtung der Sache gegenüber, für die die geliebte Person bewusst ihr Leben gegeben hatte.

Ein Volk, das zu dieser Heldentat fähig ist, was würde es nicht tun, wenn der Moment käme, das eigene Land zu verteidigen!

Ich werde heute nicht —es ist nicht der angebrachte Moment— über die Differenzen in den Strategie- und Taktikkonzeptionen zwischen den Kubanern und den Sowjetischen sprechen.

Wir bildeten zehntausende angolanische Soldaten aus und berieten in der Ausbildung und den Truppenkämpfe dieses Landes. Die Sowjetischen berieten die hohe militärische Leitung und lieferten großzügigerweise die notwendigen Waffen an die angolanischen Streitkräfte. Aktionen, veranlasst infolge der Beratung auf hoher Ebene, bereiteten uns nicht wenige Kopfschmerzen. Trotzdem gab zwischen den kubanischen und sowjetischen Militärs immer ein großer Respekt und ein tiefes Gefühl der Solidarität und Verständigung den Ausschlag.

Wie bekannt ist, ereignete sich Ende 1987 der letzte große südafrikanische Angriff auf angolanisches Territorium, unter Bedingungen, die die Stabilität dieser Nation in Gefahr brachten.

Zu der erwähnten Zeit führten Südafrika und die Vereinten Staaten den letzten und gefährlichsten Schlag gegen eine starke Gruppierung angolanischer Truppen, die sich in einem sandiges Gebiet in Richtung Jamba vorwärts bewegten, im äußersten Südosten der Grenze Angolas, wo man annahm, dass sich dort der Befehlsstand von Savimbi befand, Offensiven, gegen die wir immer waren, wenn Südafrika nicht verboten würde, in letzter Minute mit seiner Luftwaffe, seiner mächtigen Artillerie und seinen gepanzerten Kräften anzugreifen.

Die bekannte Geschichte wiederholte sich einmal mehr. Der Feind, sich aufs Äußerste aufspielend, drang in Tiefe vor bis Cuito Cuanavale, ein ehemaliger Luftstutzpunkt der NATO, und bereitete sich darauf vor, Angola einen Todesschlag zu versetzen.

Seitens der angolanischen Regierung erfolgten verzweifelte Hilferufe an die Gruppierung der kubanischen Truppen angesichts des entstandenen Desasters, zweifellos des größten von allen in einer militärischen Operation, bei der wir, wie auch andere Male, keine Verantwortlichkeit hatten.

In einer titanischen Anstrengung beschloss die hohe politische und militärische Führung Kubas, trotz der ernsthaften Gefahr eines Militärangriffs, der auch über uns schwebte, die notwendigen Kräfte zu vereinen, um den südafrikanischen Kräften einen endgültigen Schlag zu versetzen. Unser Vaterland wiederholte aufs Neue die Heldentat von 1975. Ein Strom von Einheiten und Kampfmitteln überquerte schnell den Atlantik und kam an der Südküste Angolas an, um im Südwesten in Richtung Namibia anzugreifen, während 800 km östlich ausgewählte Einheiten nach Cuito Cuanavale vorstießen und dort, zusammen mit den sich zurückziehende angolanischen Kräften, den mächtigen südafrikanischen Kräften, die in Richtung jener Luftstützpunktes vordrangen, eine tödliche Falle vorbereiteten.

Diesmal hatten sich 55 000 kubanische Soldaten in Angola versammelt.

Auf diese Weise, während man in Cuito Cuanavale die südafrikanischen Truppen ausbluten ließ, drangen im Südwesten 40 000 kubanische Soldaten und 30 000 Angolaner, unterstützt von ungefähr 600 Panzern, hunderten Artilleriewaffen, 1 000 Luftabwehrwaffen und den kühnen MIG-23-Einheiten, die das Luftraumbeherrschung eroberten, in Richtung der Grenze von Namibia, bereit, praktisch die südafrikanischen Kräfte wegzufegen, die sich in dieser Hauptrichtung einquartiert hatten.

Über viele Sachen all diese Gefechte und Vorfälle jenes Kampfes könnte man sprechen.

Hier sind der Genosse Polo Cintras Frías, kühner Chef der Südfront Angolas in jenem Moment, und zahlreiche Genossen anwesend, die in jenen ruhmreichen und unvergesslichen Tagen am Kampf teilnahmen.

Die überzeugenden Siege in Cuito Cuanavale, und vor allem das blitzartige Vordringen der starken Gruppierung der kubanischen Truppen im Südwesten Angolas, setzten der ausländischen Militäraggression den Schlusspunkt.

Der Feind musste seine gewöhnlich Überheblichkeit überwinden und sich an den Verhandlungstisch setzen. Die Verhandlungen endeten mit der Friedensvereinbarung für den Südwesten Afrikas, unterzeichnet im Dezember 1988 im Sitz der Vereinten Nationen von Südafrika, Angola und Kuba.

Es wurde als vierseitig bezeichnet, denn an einem Tischende saßen Angolaner und Kubaner und auf der Gegenseite die Südafrikaner. Die USA nahmen die dritte Seite des Tisches ein, da sie als Vermittler wirkten. Tatsächlich waren die USA Richter und Parteiischer, sie waren ein Verbündeter des Apartheidregimes, sie hätten neben den Südafrikanern sitzen müssen.

Der Chef der nordamerikanischen Verhandlungsführer, Unterstaatssekretär Chester Crocker, hatte sich jahrelang dagegen gestellt, dass Kuba teilnehmen würde. Angesichts der Schwere der militärischen Lage für die südafrikanischen Angreifer blieb ihm nichts weiter übrig als unsere Anwesenheit zu akzeptieren. In einem Buch seiner Urheberschaft über das Thema war er realistisch, als er sich auf das Betreten des Versammlungsraums der Vertreter Kubas bezüglich schrieb: „die Verhandlungen standen davor, sich für immer zu ändern.“

Der Vertreter der Reagen-Administration wusste genau, dass mit Kuba am Verhandlungstisch die plumpen Manöver, die Erpressung, die Einschüchterung und Lügen nicht gedeihen würden.

Diesmal geschah nicht das von 1898 in Paris, als Nordamerikaner und Spanier den Frieden aushandelten, ohne dass eine Vertretung Kubas, die Befreiungsarmee und die Regierung Kubas in Waffen, anwesend waren.

Diesmal würden die Revolutionären Armeestreitkräfte und die legitime Vertretung der Revolutionären Regierung Kubas zusammen mit der Regierung Angolas anwesend sein.

Die internationalistische Mission war vollständig erfüllt. Unsere Kämpfer begannen die Rückkehr mit erhobenem Haupt, brachten nur die Freundschaft des angolanischen Volkes mit, die Waffen, mit denen sie mit Bescheidenheit und Mut tausende Kilometer von ihrer Heimat entfernt gekämpft hatten, die Genugtuung der erfüllten Pflicht und die ruhmreichen Überreste unserer gefallenen Brüder.

Ihr Beitrag ergab sich als entscheidender für die Festigung der Unabhängigkeit Angolas und die Erlangung der von Namibia. Es war außerdem ein bedeutender Beitrag zur Befreiung von Zimbabwe und dem Verschwinden des verhassten Apartheidregimes in Südafrika.

Wenige Male in der Geschichte war ein Krieg, die schrecklichste menschliche Aktion, herzzerreißend und schwierig, in solchem Grade von Humanismus und Bescheidenheit seitens der Sieder begleitet, trotz des fast absoluten Fehlens dieser Werte in den Reihen der letztendlich Besiegten. Die Solidität der Prinzipien und die Reinheit der Ziele erklären die absolute Transparenz in jeder durchgeführten Aktion seitens unserer internationalistischen Kämpfer.

Zweifellos war dabei die von unseren Mambises in den Unabhängigkeitskämpfen gepflanzten Traditionen entscheidend, gefestigt durch die Rebellen und Untergrundskämpfer während des Krieges der Nationalen Befreiung, weitergeführt von den Milizangehörigen, den Angehörigen der Revolutionären Armeestreitkräfte und des Ministeriums des Innern im Kampf gegen die äußeren und inneren Feinde nach dem revolutionären Sieg.

Jenes außerordentliche Epos ist nie richtig erzählt worden. Jetzt zum 30. Jahrestag unternimmt der Yankee-Imperialismus außerordentliche Anstrengungen, damit der Name Kuba in den Feierlichkeitsveranstaltungen nicht einmal auftaucht. Und zu alledem strebt er danach, die Geschichte neu zu schreiben: Kuba hat anscheinend nie etwas mit der Unabhängigkeit Angolas, mit der Unabhängigkeit Namibias und der Niederlage der bis dahin unbesiegbaren Kräfte der Apartheidarmee zu tun gehabt; Kuba existiert nicht einmal, alles war Zufälligkeit und Einbildung der Völker. Die USA-Regierung hat absolut nicht zu tun mit den hunderttausenden ermordeten Angolanern, tausenden dem Erdboden gleichgemachten Dörfern, Millionen von auf angolanischen Boden gelegten Minen, wo sie immer noch vielen Kindern, Frauen und Zivilen dieses Landes das Leben nehmen.

Dies ist ein Beleidigung der Völker Angolas, Namibias und Südafrikas, die so sehr gekämpft haben, und eine grobe Ungerechtigkeit Kuba gegenüber, das einzige nichtafrikanische Land, das für Afrika und gegen das schändliche Apartheidregime gekämpft und sein Blut vergossen hat.

Heute führt der Yankee-Imperialismus Milliarden Dollar aus Angola aus, verschwendet seine Rohstoffe und erschöpft seine nicht erneuerbaren Erdölreserven. Kuba hat das erfüllt, was der berühmte antikoloniale Führer Amílcar Cabral sagte: „Die kubanischen Kämpfer sind bereit, ihre Leben für die Freiheit unserer Völker zu opfern, und das einzige, was sie im Austausch für diese Hilfe für unsere Freiheit und das Vorankommen unserer Bevölkerung von uns mitnehmen werden, sind die Kämpfer, die für die Freiheit kämpfend gefallen sind.“

Die lächerlichen Yankee-Bestrebungen, die ruhmreiche Rolle Kubas zu ignorieren, empören die afrikanischen Völker. Es liegt zum Teil daran, dass nie die Geschichte all dessen, was geschah, aufgeschrieben wurde.

Angesehene Forscher geben sich die größte Mühe, Informationen zu suchen. Kuba, seinerseits, das es nie aufschreiben wollte und sträubt sich, davon zu sprechen, was es mit solcher Uneigennützigkeit und Solidaritätsgeist getan hat, ist bereit, seine bescheiden Beitrag zu leisten und nach und nach ernsthaften und angesehenen Schriftstellern, die die wirkliche und unwiderlegbare Geschichte jener Ereignisse erzählen wollen, seine Archive und Dokumente zu öffnen (Beifall).

Die Heldentat von Angola und der Kampf für die Unabhängigkeit Namibias und gegen das faschistische Apartheidsystem stärkte unser Volk sehr. Die unzähligen Taten von Heldentum, Opferbereitschaft und Menschlichkeit, realisiert von mehr als 300 000 internationalistischen Kämpfern und etwa 50 000 zivilen kubanischen Mitarbeitern, die absolut freiwillig Missionen in Angola erfüllten, sind ein Schatz von außerordentlichem Wert.

Diese wunderbare Tradition wird heute würdig von zehntausenden Ärzten und anderen Fachleuten und Angestellten des Gesundheitswesens fortgesetzt, von Lehrern, Trainern und Spezialisten der verschiedensten Bereiche, die heute die solidarische Pflicht erfüllen, vielmals unter ebenso schwierigen Bedingungen, wie denen des Gefechts, wie es schon beim ruhmreichen Kontingent „Henry Reeve“ der Fall ist.

Der Name jener Operation ist gleichzeitig Symbol und Ehrung für die tausenden Sklaven, die im Kampf starben oder während der ersten Aufstände hingerichtet wurden.

In ihnen wurden Frauen von der Größe Carlotas geformt, eine Negerin des Stammes Lukumi der Belegschaft der Zuckerfabrik Triunvirato von Matanzas, die 1843 einen der vielen Aufstände gegen das schreckliche Wundmal der Sklaverei anführte und dabei ihr Leben opferte.

Mambises, Rebellen, Widerstandskämpfer, Kämpfer von Girón, Oktober-Krise (Kuba-Krise) und der Kampf gegen die Banditen, die Internationalisten, die Milizangehörigen, die Angehörigen der Revolutionären Armeestreitkräfte und des Ministeriums des Innern, letztendlich, das kämpfende Volk, sind Früchte des kräftigen Stamms, der in dieser Erde aus afrikanischen und spanischen Wurzeln erwuchs.

Nach Spanien gingen hunderte Kubaner als in den dreißiger Jahren die Republik vom Faschismus und der Reaktion angegriffen wurde, und nicht wenige gaben dort ihr Leben.

Nach Afrika kamen die kubanischen Kämpfer vier Jahrzehnte später, mit der vervielfältigten Kraft der Revolution, um ein Volk zu verteidigen, das von den gleichen Feinden angegriffen wird. Dort sin 2 077 Mitbürger gefallen.

Ohne sich den Wegesstaub abzuschütteln —wie es Martí vor der Statue Bolívars tat—, ehrten die Angehörigen des letzten internationalistischen Kontingents, das in die Heimat zurückkam, zusammen mit den hauptsächlichen Führungskräften der Revolution, gemeinsam ehrten wir vor dem Grabmal des Titanen die Gefallenen aller von unserem Volk ausgefochtenen Kämpfe.

Einmal mehr, bestätigen wir die ewige Verpflichtung unseren ruhmreichen Toten gegenüber, die Revolution voranzuführen und immer ihres Beispiels würdig zu sein; die Verpflichtung den Kubanern gegenüber, die gestern und heute würdevoll in Verteidigung der Gerechtigkeit zu kämpfen und sterben verstanden; den Männern und Frauen gegenüber, die wie Máximo Gómez, Henry Reeve und Che so viel beigetragen haben, uns hier in unserem Vaterland und über den Zeitraum der Geschichte hinweg den unermesslichen Wert der Solidarität zu zeigen.

Die gegenwärtigen und zukünftigen Generationen von Kubanern werden weiter voranschreiten, so groß die Schwierigkeiten sein werden, werden ohne Stillstand dafür kämpfen, dass die Revolution auf politischen Gebiet immer so unverwundbar sei, wie sie es schon auf militärischem Gebiet ist und es bald auf wirtschaftlichem Gebiet sein wird.

Wir werden mit immer größerer Energie unsere eigenen Mängel und Fehler angehen. Wir werden weiter kämpfen. Wir werden weiter widerstehen.

Wir werden weiter jeder imperialistischer Aggression eine Niederlage bereiten, den Lügen ihrer Propaganda und ihren hinterhältigen politischen und diplomatischen Manövern.

Wir werden weiter den Auswirkungen der Blockade widerstehen, die eines Tages aufgrund der Würde der Kubaner eine Niederlage erleben wird, aufgrund der Solidarität der Völker und der fast absoluten Opposition der Regierungen der Welt —wie einmal mehr die Abstimmung in der UNO gezeigt hat—, und auch aufgrund der wachsenden Ablehnung seitens des US-amerikanischen Volkes dieser absurden Politik, die eindeutig ihre konstitutionellen Rechte verletzt.

So, wie die Imperialisten und ihre Knechte in Angola die Auswirkungen eines vervielfältigten Girón erlitten, wird der, der mit Kriegsabsichten in dieses Land kommt, sich tausenden Quinfangongo, Cabinda, Ebo, Morros de Medunda, Cangamba, Ruacaná, Tchipa, Calueque und Cuito Cuanavale entgegenstellen müssen (Beifall).

Unsere Internationalisten sind sich, wie die anderen kubanischen Kämpfer, was gleichbedeutend ist zu sagen, das ganze Volk, bewusst, dass wir im Falle einer militärischen Aggression dem Eindringlich eine Niederlage zufügen. Und ihr, Veteranen der vaterländischen Geschichte, werdet zweifellos entscheidende Protagonisten des Sieges sein!

Es lebe der Internationalismus! (Ausrufe: „Viva!“)

Es lebe die Revolution! (Ausrufe: „Viva!“)

Es lebe der Sozialismus! (Ausrufe: „Viva!“)

Immer bis zum Sieg!

(Ovation).