Sonntag, 10. Mai 2009

Der Kampf hat gerade erst begonnen

Reflexionen des Genossen Fidel: Der Kampf hat gerade erst begonnen

Die Regierungen können wechseln, aber die Instrumente, mit denen sie uns in Kolonien verwandelt haben, sind die gleichen geblieben.

Nach einem US-Präsidenten mit einem Ethik-Bewusstsein gab es in den Vereinigten Staaten in den darauf folgenden 28 Jahren drei, die Genozide begingen und einen vierten, der die Blockade internationalisiert hat.

Die OAS war ein Instrument jener Verbrechen. Einzig und allein ihr kostspieliger bürokratischer Apparat nimmt die Vereinbarungen ihrer Interamerikanischen Menschenrechtskommission ernst. Unsere Nation war die letzte der spanischen Kolonien nach vier Jahrhunderten als besetztes Gebiet und die erste, welche sich nach über sechs Jahrzehnten von der Beherrschung durch die Vereinigten Staaten befreite.

„Die Freiheit ist sehr teuer, und es ist erforderlich, sich entweder damit abzufinden, ohne sie zu leben, oder sich zu entschließen, sie um ihren Preis zu erwerben“, so lehrte uns der Apostel unserer Unabhängigkeit.

Kuba achtet die Meinungen der Regierungen der Bruderländer von Lateinamerika und der Karibik, die anders denken, möchte aber nicht dieser Einrichtung angehören.

Daniel Ortega, welcher in Port of Spain eine mutige und historische Rede gehalten hat, hat dem Volk von Kuba erläutert, dass die unabhängigen Länder von Afrika nicht die ehemaligen Kolonialmächte von Europa eingeladen haben, der Organisation für Afrikanische Einheit anzugehören. Das ist eine berücksichtigenswerte Haltung.

Die OAS konnte nicht verhindern, dass Reagan die schmutzigen Machenschaften gegen sein Volk ausgelöst hat, ihre Häfen vermint hat, auf den Drogenhandel zum Erwerb von Kriegswaffen zurückgegriffen hat, die zur Finanzierung des Todes, der Invalidität bzw. schwerwiegender Verletzungen für mehrere zehntausend junge Menschen in einem so kleinen Land wie Nicaragua gedient haben.

Was hat die OAS getan, um es zu schützen? Was hat sie getan, um die Invasion von Santo Domingo zu verhindern, oder jene in Guatemala Ermordeten und Verschwundenen in einer Größenordnung von mehreren hunderttausend, die Angriffe der Luftwaffe, die Ermordung von prominenten Geistlichen, die umfangreichen Repressionen gegen das Volk, die Invasionen von Grenada und Panama, den Putsch in Chile, die in diesem Land, in Argentinien, Uruguay, Paraguay und anderenorts Gefolterten und Verschwundenen? Hat sie irgendwann die Vereinigten Staaten angeklagt? Wie bewertet sie aus historischer Sicht gesehen diese Ereignisse?

Am gestrigen Samstag hat die Zeitung Granma das veröffentlicht, was ich über das Übereinkommen der Interamerikanischen Menschenrechtskommission gegen Kuba geschrieben habe. Ich spürte anschließend Neugier zu erfahren, wie das von ihr gegen Venezuela angenommene aussah. Es war ungefähr der selbe Müll.

Die Machtübernahme der Bolivarianischen Revolution war anders als die von Kuba. In unserem Land war der politische Prozess abrupt durch einen verschlagenen Putsch unterbrochen worden, der von der Regierung der Vereinigten Staaten für den 10. März 1952 gefördert worden war, wenige Wochen vor den Parlamentswahlen, die am 1. Juni jenes Jahres stattfinden sollten. In Kuba blieb dem Volk ein weiteres Mal keine andere Alternative, als sich damit abzufinden. Die Kubaner kämpften erneut und dieses Mal war der Ausgang ganz anders. Knapp sieben Jahre später ging die Revolution zum ersten Mal in der Geschichte siegreich hervor.

Die revolutionären Kämpfer haben mit einen Minimum an militärischen Ressourcen, von denen 90% dem Feind entrissen wurden, nach 25 Kriegsmonaten und unterstützt vom Volk und in der Schlussoffensive durch einen revolutionären Generalstreik, die Tyrannei beseitigt und deren Waffengattungen und Machtzentren alle unter Kontrolle genommen. Die siegreiche Revolution wurde zur Rechtsquelle, genau so, wie in jeglicher anderer Geschichtsepoche.

In Venezuela war es nicht so. Chávez, ein revolutionärer Militär, wie es andere in unserer Hemisphäre gewesen sind, erreichte das Präsidentenamt auf der Grundlage der Regeln der gültigen bürgerlichen Verfassung, als Führer der Bewegung 5. Republik, die mit anderen linken Kräften verbündet war. Die Revolution und ihre Instrumente waren noch zu erschaffen. Wenn der von ihm geleitete Militäraufstand gesiegt hätte, dann wäre die Revolution in Venezuela möglicherweise anders verlaufen. Er erfüllte jedoch die festgelegten legalen Regelungen, die schon als hauptsächlicher Kampfweg zu seiner Verfügung standen. Er entwickelte die Gewohnheit, auf die Volksbefragung zurückzugreifen, sooft dies notwendig wurde.

Er ließ über die neue Verfassung mittels Plebiszit abstimmen. Es dauerte nicht lange, bis er die Methoden des Imperialismus und seiner Verbündeten der Oligarchie zur Zurückeroberung und Bewahrung ihrer Macht kennen lernte.

Der Putsch vom 11. April 2002 war die konterrevolutionäre Antwort.

Das Volk reagiert und bringt ihn erneut an die Macht, als er, isoliert und von der Außenwelt abgeschnitten, kurz davor stand, von der Rechten beseitigt zu werden, die ihn nötigte, seinen Rücktritt zu unterzeichnen.

Er ließ sich nicht beugen und widerstand, bis die venezolanischen Marineinfanteristen selbst ihn befreiten und ihn Hubschrauber der Luftwaffe erneut in den Regierungspalast Miraflores brachten, da dieser schon vom Volk und den Armeesoldaten von Fuerte Tiuna, die sich gegen die am Putsch beteiligten hohen Offiziere aufgelehnt hatten, besetzt worden war.

Ich habe in jenen Tagen gedacht, dass seine Politik sich radikalisieren würde; jedoch - besorgt um die Einheit und den Frieden - war er im Augenblick der größten Macht und Unterstützung großzügig und führte Gespräche mit seinen Gegnern, um die Zusammenarbeit zu erreichen.

Die Antwort des Imperialismus und seiner Komplizen auf diese Haltung war der Erdöl-Putsch. Eine seiner vielleicht brillantesten, in jener Zeitspanne geführten Schlachten war die, welche er zur Versorgung des venezolanischen Volkes mit Kraftstoff verwirklicht hat.

Wir hatten uns oft unterhalten, seitdem er 1994 Kuba besucht hatte und in der Universität Havanna einen Vortrag hielt.

Er war ein echt revolutionärer Mann, aber in dem Maße, in dem er Bewusstsein über die in der venezolanischen Gesellschaft herrschende Ungerechtigkeit erlangte, wurden seine Ideen tiefgründiger, bis er zu der Überzeugung kam, dass es für Venezuela keine andere Alternative als einen radikalen und totalen Wandel geben konnte.

Er kennt bis ins kleinste Detail die Ideen des „Libertador“ („Befreier“ – Bezeichnung für Simón Bolívar), den er außerordentlich bewundert.

Seinen Gegnern ist bewusst, dass es nicht leicht ist, gegenüber der Beharrlichkeit eines Kämpfers, der keine Minute ruht, zu siegen. Sie können sich dafür entscheiden, ihm das Leben zu nehmen, aber die inneren und äußeren Feinde wissen, was das für ihre Interessen bedeuten würde. Es kann irrationelle Verrückte und Fanatiker geben, aber vor solchen Gefahren sind weder die führenden Persönlichkeiten, noch die Völker, bzw. die Menschheit überhaupt gefeit.

Mit kühlem Kopf betrachtet, ist Chávez heute ein beachtlicher Gegner des kapitalistischen Produktionssystems und des Imperialismus. Er hat sich zu einem echten Experten bezüglich vieler grundlegender Probleme der menschlichen Gesellschaft entwickelt. Ich habe ihn in diesen Tagen gesehen, während er Dutzende Gesundheitseinrichtungen einweihte. Es ist beeindruckend. Er kritisiert hart das, was mit solchen vitalen Diensten wie der Hämodialyse geschah, die sich in Händen von privaten Einrichtungen befanden und vom Staat bezahlt wurden. Die Armen waren zum Sterben verurteilt, wenn sie nicht über Geld verfügten. So geschah es mit vielen anderen Diensten, die heutzutage unterstützt durch die modernsten Geräte in den neuen Einrichtungen in Krankenhäusern vorhanden sind.

Er weiß meisterhaft bis über die kleinsten Details der Landesproduktion und der sozialen Dienste Bescheid. Er beherrscht die Theorie und die Praxis jenes Sozialismus, den sein Land benötigt, und unternimmt alle Anstrengungen ausgehend von seiner tiefsten Überzeugung. Er definiert den Kapitalismus so, wie er ist; er zeichnet keine Karikaturen, er zeigt Röntgenbilder und Ebenbilder des Systems.

Es handelt sich um eine besondere und verhasste Gesamtheit von Ausbeutungsformen der menschlichen Arbeit, ungerecht, ungleich, willkürlich. Er spricht nicht nur vom Werktätigen, er zeigt ihn im Fernsehen, wie er mit seinen Händen etwas herstellt, er zeigt seine Energie, seine Kenntnisse, seine Intelligenz bei der Erschaffung von für die Menschen unentbehrlichen Gütern und Dienstleistungen; er fragt sie nach ihren Kindern, ihrer Familie, Ehepartner bzw. Ehepartnerin, ihren Angehörigen, wo sie wohnen, was sie lernen oder studieren, was sie unternehmen, um ihre Kenntnisse zu vermehren, das Alter, den Lohn, die zukünftige Rente, die grotesken Lügen über das Eigentum, welche die Imperialisten und Kapitalisten verbreiten. Er zeigt Krankenhäuser, Schulen, Fabriken, Jungen und Mädchen, gibt Angaben zu den Fabriken, die in Venezuela errichtet werden, über den Maschinenpark, Zahlen über die Zunahme der Beschäftigungsrate, die natürlichen Ressourcen, Entwürfe, Landkarten und vermittelt Nachrichten über den letzten Fund eines Gasvorkommens. Die jüngste vom Kongress verabschiedete Maßnahme: Das Gesetz zur Nationalisierung der 60 wichtigsten Unternehmen, die jedes Jahr PDVSA, dem staatlichen Erdölunternehmen, Dienstleistungen im Wert von über 8 Milliarden Dollar erbringen. Diese waren nicht Privateigentum, sie wurden von den neoliberalen Regierungen von Venezuela mit Mitteln geschaffen, die PDVSA gehörten.

Ich hatte nie eine so klar bildlich umgesetzte und über das Fernsehen übermittelte Idee gesehen. Chávez hat nicht nur ein besonderes Talent, um das Wesen der Prozesse wahrzunehmen und weiterzugeben; ihn begleitet ebenfalls ein privilegiertes Gedächtnis; es ist kaum möglich, dass er ein Wort, einen Satz, einen Vers, eine Melodie vergisst und er kombiniert Worte, die neue Begriffsdefinitionen zum Ausdruck bringen. Er spricht von einem Sozialismus, der die Gerechtigkeit und Gleichheit erreichen will; „solange der kulturelle Kolonialismus in den Köpfen weiterlebt, stirbt das Alte nicht endgültig ab und das Neue kommt nicht zur Welt“. Er kombiniert viel sagende Verse und Sätze in Artikeln und Briefen. Vor allem hat er bewiesen, dass er derjenige politische Führer in Venezuela ist, der in der Lage ist, eine Partei zu schaffen, unaufhörlich deren Mitgliedern revolutionäre Ideen zu vermitteln und sie politisch zu erziehen.

Ich habe vor allem die Gesichter der Kapitäne und Besatzungsmitglieder der Schiffe der nationalisierten Unternehmen beobachtet; in ihren Worten widerspiegelt sich der gefühlsmäßige Stolz, die Dankbarkeit für die Anerkennung und die Sicherheit für die Zukunft; die Gesichter von überglücklichen jungen Ökonomie-Studenten, die ihn kurz vor dem Studienabschluss zum Paten ihres Jahrgangs ernannt haben, als er ihnen eröffnete, dass über 400 von ihnen benötigt werden, um nach Argentinien zu gehen, und die vorbereitet sein müssen, um im Management der 200 neuen Fabriken des mit jenem Land vereinbarten Programms zu arbeiten, wohin sie nach Studienabschluss geschickt würden, um sich in den Produktionsprozessen vorzubereiten.

Ramonet war an der Seite von Chávez, erstaunt über dessen Arbeit. Als wir vor circa acht Jahren unsere revolutionäre Zusammenarbeit mit Venezuela begonnen haben, war er im Revolutionspalast und hat mir unendlich viele Fragen gestellt. Der Schriftsteller weiß über das Thema Bescheid und zerbricht sich den Kopf, um zu erraten, durch was das kapitalistische Produktionssystem ersetzt werden wird. Die venezolanische Erfahrung ruft mit Sicherheit großes Erstaunen in ihm hervor. Ich bin Zeuge einer einzigartigen Anstrengung in dieser Richtung gewesen.

Das ist eine von vornherein verlorene Ideen-Schlacht für den Gegner, welcher der Menschheit nichts anzubieten hat.

Nicht umsonst versucht die OAS scheinheilig, ihn als einen Feind der Meinungsfreiheit und der Demokratie darzustellen. Es ist schon fast ein halbes Jahrhundert vergangen, seitdem diese schartigen und scheinheiligen Waffen gegen die Standhaftigkeit des kubanischen Volkes zerschellt sind. Venezuela ist jetzt nicht allein und verfügt über die 200jährige Erfahrung einer außerordentlichen patriotischen Geschichte.

Das ist ein Kampf, der in unserer Hemisphäre gerade erst begonnen hat.


Fidel Castro Ruz

10. Mai 2009
13:36 Uhr

Freitag, 8. Mai 2009

Erneut die verfaulte OAS

Reflexionen des Genossen Fidel: Erneut die verfaulte OAS

Die deutsche Nachrichtenagentur DPA verbreitete gestern die Mitteilung, dass die Interamerikanische Menschenrechtskommission (CIDH) der OAS einen Bericht gebilligt hat, indem aufgezeigt wird, dass Kuba „weiterhin“ gegen die wichtigsten Rechte „verstößt“, weil es die „Einschränkungen“ der politischen und bürgerlichen Rechte der Bevölkerung beibehält, und gleichzeitig weiterhin das „einzige“ Land der Region ist, wo es keinerlei Meinungsfreiheit gibt.

Gibt es etwa in dieser verfaulten Einrichtung eine Interamerikanische Menschenrechtskommission? Ja, es gibt sie, gebe ich mir selbst die Antwort. Und welche ist ihre Aufgabe? Die Situation der Menschenrechte in den Mitgliedsländern der OAS zu beurteilen. Sind die Vereinigten Staaten Mitglied dieser Einrichtung? Ja, eines ihrer ehrbarsten Mitglieder. Hat sie irgendwann einmal die Regierung der Vereinigten Staaten verurteilt? Nein, niemals. Nicht einmal die von Bush begangenen völkermörderischen Verbrechen, welche Millionen Menschenleben gekostet haben? Nein, niemals! - wie würde sie auch jene Ungerechtigkeit begehen. Nicht einmal die Folterprozeduren im Stützpunkt Guantánamo? Soweit uns bekannt ist, mit keinem einzigen Wort.

Wir haben über Internet eine Kopie des Übereinkommens gegen Kuba erlangt. Reiner Abfall. Es widmet sich dem konterrevolutionären Klatsch. Es ist lang, im Stil derjenigen des State Department, politisches Paradigma und Chef der OAS. Wie hatte Roa doch Recht, als er diese Organisation Ministerium der Yankee-Kolonien nannte!

Es ist angebracht, jene unverschämte Einrichtung zu fragen, welches Recht sie hat, uns zu beurteilen, wo wir doch kein Mitglied jener Institution sind, weil wir aus ihr hinausgeworfen wurden, nachdem wir unsere Überzeugungen verkündet hatten? Würde die OAS dasselbe mit der Volksrepublik China, mit Vietnam oder anderen Ländern tun, welche wie Kuba ihre Adhäsion an die Prinzipien des Marxismus–Leninismus verkündet haben?

Die OAS sollte wissen, dass wir seit langem nicht mehr zu jener Kirchengemeinschaft gehören und auch deren Katechismus nicht teilen. Wir gehen von anderen Positionen aus. Wenn wir über Meinungsfreiheit sprechen, dann müssen wir sie daran erinnern, dass in unseren Land das Privateigentum über die Massenmedien nicht anerkannt wird. Es sind immer deren Eigentümer gewesen, die bestimmt haben, was geschrieben wurde und wer schreiben durfte, was übermittelt wurde oder nicht, was zur Schau gestellt wurde oder nicht. Die Analphabeten und funktionellen Analphabeten können dies nicht tun, und über hunderte von Jahren, seitdem die Buchdruckerei erfunden war und solange der Kolonialismus herrschte und sich das kapitalistische System entwickelte, konnten vier Fünftel der Bevölkerung weder lesen noch schreiben, und außerdem gab es keine kostenlose öffentliche Schulbildung.

Die modernen Kommunikationsmittel haben alles verändert. Heutzutage kann man nur mittels gigantischen Investitionen über jene Zentren verfügen, welche die Nachrichten auf dem gesamten Planeten verbreiten und nur diejenigen, die sie lenken, bestimmen, was verbreitet wird und wie dies geschieht, was veröffentlicht wird und wie es veröffentlicht wird.

Die vom Pentagon unternommenen Bemühungen, die Information und das Internet zu monopolisieren, sind offensichtlich. Unserem Land wird der Zugang zu diesen Quellen blockiert. Es wäre besser, dass die CIDH die Welt über jene Ressourcen informieren würde, welche ihre Bürokratie in Lappalien ausgibt, anstelle diese Realitäten zu analysieren und die Länder Lateinamerikas über die schwerwiegenden Gefahren zu informieren, welche die Meinungsfreiheit aller Völker der Welt bedrohen.

Um die Rolle von Kuba auf diesem Gebiet in Frage zu stellen, müsste sie beginnen, ohne Umschweife anzuerkennen, dass dies die Nation ist, die unter allen Völkern des Planeten am meisten für die Bildung, die Wissenschaft und die Kultur getan hat, und dass ihr Beispiel heute von anderen revolutionären und fortschrittlichen Regierungen befolgt wird. Wenn sie irgendwelche Zweifel hegen, dann können sie hierüber bei den Vereinten Nationen nachfragen.

In dieser Hemisphäre haben die Armen niemals das Recht zur freien Meinungsäußerung gehabt, weil sie niemals eine qualitätsgerechte Bildung erhalten haben und die Kenntnisse waren ausschließlich den privilegierten und Bourgeoisie-Eliten reserviert. Beschuldigt jetzt weder Venezuela, das seit der Bolivarianischen Revolution so viel für die Bildung getan hat, noch die Republik Haiti, welche durch die Armut, die Krankheiten und Naturkatastrophen niedergeschlagen ist, als ob jene die idealen Bedingungen für die Meinungsfreiheit wären, welche die OAS ausruft. Tut, was Kuba macht: helft erst qualifiziertes Personal in großem Maßstab für das Gesundheitswesen auszubilden, schickt revolutionäre Ärzte in die abgelegensten Winkel des Landes, damit diese in erster Linie dazu beitragen, Leben zu bewahren, übermittelt ihnen Bildungsprogramme und Ausbildungserfahrungen; fordert, dass die finanziellen Einrichtungen der entwickelten und reichen Welt Mittel zum Bau von Schulen, zur Ausbildung von Lehrern, zur Herstellung von Arzneimitteln, zur Entwicklung ihrer Landwirtschaft und Industrie schicken, und dann sprecht von den Rechten des Menschen.


Fidel Castro Ruz

8. Mai 2009
12:14 Uhr

Donnerstag, 7. Mai 2009

Der einzige ehemalige US-Präsident, den ich kennen gelernt habe

Reflexionen des Genossen Fidel: Der einzige ehemalige US-Präsident, den ich kennen gelernt habe

Carter war der einzige ehemalige US-Präsident, den ich kennen zu lernen die Ehre hatte, ausgenommen Nixon, der damals noch nicht Präsident gewesen war.

Ich hatte Washington einen Besuch abgestattet, um an einer Pressekonferenz teilzunehmen, die für mich aufgrund der von den Reporter-Experten zu erwartenden Fragen eine harte Herausforderung darstellte. Der Präsident empfahl Nixon, mich zu einem Gespräch in sein Amtszimmer einzuladen. Er verhielt sich trügerisch und scheinheilig. Er verließ sein Büro mit der Idee, die Zerstörung der Revolution in Kuba zu empfehlen.

Auf seinen Rat wurde Eisenhower zum Autor der ersten Attentatspläne auf mein Leben, der Terrorkampagne gegen Kuba und der Söldnerinvasion auf die Schweinebucht.

Im Jahr 1959 begann die verräterische Geschichte, die Präsident Carter 18 Jahre später zu berichtigen versuchte.

Ich lernte ihn als einen Mann mit religiöser Ethik kennen, oder besser gesagt ich erahnte diese in ihm, und zwar ausgehend von einem langen Interview, bei dem ihm schwierige Themen vorgelegt wurden, die er mit Aufrichtigkeit und Bescheidenheit beantwortete. Zu jenem Zeitpunkt gab es große Spannungen zwischen Panama und den Vereinigten Staaten. Omar Torrijos, Regierender jenes Landes, war ein ehrlicher Offizier, nationalistisch und patriotisch. Es gelang Kuba, ihn zu überzeugen, keine extremen Positionen in seinem Kampf zur Rückgabe der Gebiete des Kanals einzunehmen, welcher wie ein scharf geschliffenes Messer sein Vaterland in zwei teilte. Vielleicht konnte jener kleinen Nation deshalb ein Blutbad verhindert werden, welche später dem Volk der Vereinigten Staaten und der Welt als Aggressor präsentiert wurde.

Später, und ohne mit irgend jemand in den Vereinigten Staaten zu sprechen, konnte ich ihm prophezeien, das Carter vielleicht der einzige Präsident jenes Landes wäre, mit dem ein ehrenhaftes Abkommen erreicht werden könnte, ohne auch nur einen Blutstropfen zu vergießen.

Es verging nicht viel Zeit, bis Washington den Vertrag zwischen den Vereinigten Staaten und Panama unterzeichnete, unter Anwesenheit der anderen Staatschefs und natürlich unter Ausschluss von Kuba.

Ich erwähne die Tatsache, weil Omar selbst bei einem Besuch in unserem Land über die von Kuba in diesem Sinne unternommenen Anstrengungen sprach.

Als Präsident vereinbarte er mit Kuba die Schaffung einer Interessenvertretung in Havanna und einer weiteren in Washington. Hiermit ersparten wir eine Unmenge diplomatischer Formalitäten und Papiere, welche die nüchterne und peinlich genaue schweizerische Diplomatie in den Wahnsinn trieben. Allein die Instandhaltung des riesigen Gebäudes der ehemaligen US-Botschaft in Havanna war eine Großtat an sich seitens der Schweiz.

Und noch etwas: Carter diskutierte mit Kuba solche wichtigen Angelegenheiten wie die Grenzen der Hoheitsgewässer und die Rechte jeder Seite, die Nutzung der energetischen Ressourcen, die sich in den Hoheitsgewässern von Mexiko, Kuba und den Vereinigten Staaten befinden, sowie die Fischerei-Ressourcen und andere Punkte, die unbedingt behandelt werden mussten. Nicht alle Abkommen hatten positive Auswirkungen für Kuba. Unsere schon geschaffene Fischereiflotte ging ihrer Tätigkeit in internationalen Gewässern nach und fischte, wie es festgelegt war, in einer Entfernung von 12 Meilen vor den Küsten von Kanada, den Vereinigten Staaten und Mexiko. Jedoch aus Solidaritätsgründen unterstützte Kuba Chile und Peru und die anderen Länder Lateinamerikas in ihrem Recht, die Fischerei-Ressourcen ihrer jeweiligen Teile des Kontinentalsockels auszubeuten. Das Endergebnis sah so aus, dass unsere modernen und teuren Fischereifahrzeuge schließlich ihre Tätigkeit in jenen Gewässern aufgeben mussten, als jene Schlacht schließlich gewonnen wurde. Die von den US-Behörden festgelegten Bedingungen für die reichhaltigen Kontinentalsockel, wo unsere Schiffe in Küstennähe jenes Landes fischten, und weitere Einschränkungen auf der Grundlage der neuen Rechtlichkeit waren derart, dass die Tätigkeit nicht mehr rentabel war.

Als Carter die Präsidentschaft seines Landes übernahm waren schon viele Jahre von Aggressionen, Terrorismus und Blockade gegen das Volk von Kuba vergangen. Unsere Solidarität mit den Völkern von Afrika und vielen anderen armen und unterentwickelten Nationen der Welt konnte nicht Verhandlungsgegenstand mit der Regierung der Vereinigten Staaten sein. Wir würden weder aus Angola abziehen, noch die den Ländern Afrikas schon versprochene Hilfe einstellen. Carter hat dies niemals gefordert, aber es ist offensichtlich, dass viele in den Vereinigten Staaten so dachten.

Weil wir unsere Souveränität verteidigten wurden nicht nur tiefgehende Widersprüche zu den Vereinigten Staaten ausgelöst, sondern ebenfalls zu der UdSSR, die unser Verbündeter war, und zwar als diese aufgrund der Raketenkrise ohne Rücksprache mit unserem Land mit jenem Land einen gegenseitig vorteilhaften Vertrag aushandelte, in dem die Blockade, die terroristischen Aktionen und der Stützpunkt von Guantánamo im Austausch gegen strategische Zugeständnisse seitens der beiden Supermächte unberührt blieben. Wir suchen keine einseitigen Vorteile. Die Revolutionäre, die so handeln, überleben ihre Irrtümer nicht.

Die Befolgung der internationalen Regelungen hätte für Kuba nie ein Hindernis dargestellt, und wie wir oft gesagt haben, ist der Frieden ebenfalls eine unumgängliche Zielstellung der Kubanischen Revolution. Es gibt viele Arten der Zusammenarbeit zwischen den Völkern mit verschiedenen politischen Anschauungen.

Ein Beweis dafür ist der Kampf gegen den Drogenhandel, das organisierte Verbrechen und den Menschenhandel, was auf viele Arten der Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Epidemien, der Naturkatastrophen und anderer Probleme erweitert werden kann.

Die Revolution hat niemals gegen die Vereinigten Staaten den Terrorismus angewandt.

Jenes Land hat die Flugzeugentführungen erfunden, um Kuba Schaden zuzufügen. Jene Aktion wurde in einer Gesellschaft mit so vielen sozialen Konflikten zu einer Epidemie. Wie hätten sie das ohne die Kooperation von Kuba lösen können? Wir hatten strenge Gesetze zur Bestrafung der Verantwortlichen verabschiedet, aber es war vergeblich. Schließlich trafen wir die Entscheidung, sie in den entführten Flugzeugen selbst zurückzuführen, nachdem wir es vorher angekündigt hatten.

Auf diese Art und Weise war das erste von uns zurückgegebene Flugzeug das letzte in den Vereinigten Staaten entführte, und es fiel zeitlich genau in die Regierungsjahre von Carter. Hierüber habe ich schon ausführlich gesprochen. Ich behaupte hier nichts Neues.

Nach Carter brachte Reagan die schmutzigen Machenschaften nach Nicaragua, verwendete die Drogen, um mit diesen Einnahmen die Gesetze des Kongresses zu umgehen und die Konterrevolution mit Waffen zu versorgen, verminte die Häfen; seine Politik hat tausende Menschenleben unter den Sandinisten gekostet und außerdem viele Verkrüppelte und Verletzte.

Bush Senior führte das schreckliche Gemetzel von El Chorrillo durch, um Panama zu bestrafen und die Spuren der Geste von Carter zu löschen.

Als dieser vom 12. bis 17. Mai 2002 Kuba besuchte, wusste er, dass er willkommen war. Ich wohnte seinem Vortrag in der Universität Havanna bei; lud ihn zu einem wichtigen Baseballspiel – dem Nationalsport von Kuba – ein, einem Spiel zwischen den Auswahlmannschaften Occidentales (Westen) und Orientales (Osten) im Stadion Latinoamericano. Wir waren beide beim Eröffnungswurf dabei, zu dem er ohne jegliche Leibwache eingeladen wurde, wobei wir von einem Publikum von über 50.000 Zuschauern auf den Rängen umringt waren, perfekte Zielscheiben für jeglichen von dem CIA engagierten Schützen. Zu dieser Zeit regierte schon Bush Junior in den Vereinigten Staaten. Ich wollte Carter nur zeigen, wie die Beziehungen der Führungskräfte des Landes mit dem Volk waren. Er nahm die von mir bei unserer Ankunft im Stadion ausgesprochene Einladung mit Würde an, seinen Leibwache-Chef zu überzeugen, ihn alleine zu lassen, und so tat er es.

Das, was ich über die Forstwirtschaft in den Vereinigten Staaten weiß, hat mir Carter bei dem zu seinen Ehren am letzten Tag gegebenen Abendessen erklärt: wie gesät und gepflanzt wird, welche Sorten, wie viele Jahre sie zum Wachsen brauchen, die Produktion pro Hektar, usw., usw., usf.

Ich habe seinen Glauben an das kapitalistische System beobachtet, in dem er aufgewachsen ist und erzogen wurde, den ich achte.

Es waren schwere Zeiten, als er regierte. Er musste die Auswirkungen einer Wirtschaftskrise ausbaden, aber er war enthaltsam und hat die zukünftigen Generationen nicht verschuldet. Sein Nachfolger Ronald Reagan konnte großzügig die von Carter gemachten Ersparnisse verschwenden. Er war Filmschauspieler und kam sehr gut mit dem Teleprompter zurecht, aber er hat sich nie gefragt, woher das Geld kam.

Der ehemalige Präsident Jimmy Carter erklärte gestern an die Tageszeitung Folha de São Paulo: „,Mir würde es gefallen, dass es (das Embargo) gleich heute aufhört. Es gibt keinen Grund, damit das kubanische Volk weiter leidet’, bestand der ehemalige Präsident, welcher heute eine Menschenrechtsorganisation leitet, und diese Woche Brasil einen Besuch abstattete, um sich mit Präsident Luiz Inácio Lula da Silva zu treffen.

Gemäß Carter, waren die bis jetzt von Obama ergriffenen Initiativen zur Flexibilisierung der gegen die Insel verfügten Beschränkungen weniger gewagt, als es wünschenswert wäre.

,Ich glaube, dass die Initiativen von Obama nicht so gut waren, wie die der beiden Kammern des US-Kongresses, der heute bezüglich Kuba dem Präsidenten einen Schritt voraus ist.

Der nächste Schritt sollte die unmittelbare Aufhebung aller Reisebeschränkungen auf die Insel sein, nicht nur für kubanisch-amerikanische Bürger. Das habe ich vor 30 Jahren getan, als ich Präsident war. Das Ende des Embargo wird sofort kommen’, sagte der ehemalige Präsident.”

Carter ließ schließlich verlauten, dass die Ergebnisse ebenfalls von den kubanischen Führungskräften abhängen würden. Das stimmt, von uns und von allen Kubanern, die gekämpft haben und zu kämpfen bereit sind.


Fidel Castro Ruz

7. Mai 2009
19:15 Uhr

Mittwoch, 6. Mai 2009

Eine Frage, auf die es keine Antwort gibt

Reflexionen des Genossen Fidel: Eine Frage, auf die es keine Antwort gibt

Unsere Welt wird nicht nur von den immer schwerwiegenderen und häufigeren zyklischen Wirtschaftskrisen bedroht. Die Arbeitslosigkeit, der Ruin und die unwahrscheinlich hohen Verluste an Gütern und Reichtümern sind untrennbare Begleiter der blinden Gesetze des Marktes, welche heute die Weltwirtschaft bestimmen. Der Neoliberalismus verbietet jede Art der Einmischung des Staates als ein störendes Element für die Wirtschaft, als ob es öffentliche Ordnung, Armee, Gesundheits- und Bildungswesen, Kultur, Wissenschaften, Gerichte, Richter und viele andere Tätigkeiten ohne den Staat und seine Gesetze geben könnte.

Dieser störte natürlich mit seiner Härte und seiner Zwangsgewalt diejenigen, welche wie Marx und Lenin und andere Theoretiker in ihm ein Instrument der Ausbeuter sahen, um das verhasste kapitalistische System aufzuzwingen und die die Idee entwarfen, ihn in der Übergangsperiode zu einer vollkommen neuen Gesellschaft in ein Instrument der Revolution zu verwandeln.

Kolonialherren, Kapitalisten und Imperialisten haben ihre Verhaltenskodexe geschaffen und ihre Werte aufgezwungen. Sie sprechen von Freiheit, Demokratie, Menschenrechten, usw. In den Vereinigten Staaten haben nach ihrer Gründung Millionen Menschen weiterhin als Sklaven gearbeitet, denen der Schöpfer keinerlei Recht zuerkannt hatte, wie es die Erklärung von Philadelphia vorsah. Während knapp 100 Jahren waren sie Waren, die auf dem Markt gekauft und verkauft wurden, und weitere 100 Jahre nach dem Bürgerkrieg erlitten sie grausame Diskriminierung und Ausgrenzung. Noch heute sind sie zusammen mit den Indianern und den Lateinamerikanern die ärmsten Bürger, welche die US-Gefängnisse bevölkern und die härtesten und am schlechtesten bezahlten Arbeiten ausführen.

Es wird nicht hervorgehoben, dass Milliarden Menschen auf der Welt an Unwissenheit, Arbeitslosigkeit, Unterentwicklung und an Krankheiten leiden, welche ihr Leben auf zwei Drittel oder auf die Hälfte von dem verkürzen, welches in den reichen Ländern genossen wird, und manchmal noch mehr.

Zu den alten Problemen kommen weitere hinzu, wie zum Beispiel der Drogenhandel, das organisierte Verbrechen, das Braindrain und die Abwerbung von hoch entwickelten Fachkräften und die illegale Auswanderung. Selbst die Gehirne der Menschen versuchen sie über die Massenmedien und die modernsten Techniken der so genannten Unterhaltungsindustrie zu unterjochen.

Auf welcher Grundlage hält sich jenes System? Auf der Grundlage von Reichtum und Gewalt. Sie verfügen dafür über das gesamte Geld der Welt und die hoch entwickelten Mittel der militärischen Gewalt. Sie sind außerdem die großen Waffenhersteller und –exporteure, die keinerlei Bedrohung für ihre Weltvorherrschaft darstellen, welche aber die örtlichen Kriege schüren und die Gewinne der multinationalen Unternehmen und die Abhängigkeit ihrer Verbündeten erhöhen.

Sie drucken die für den internationalen Handel erforderlichen Devisen in solchen Mengen, die keine Grenzen kennen, erwerben mit ihnen Besitztümer für ihre multinationalen Unternehmen, natürliche Ressourcen und die Ergebnisse des von den Völkern vergossenen Schweißes, um die von ihnen geschaffenen Konsum- und Verschwendungsgesellschaften zu erhalten.

Die Vereinigten Staaten üben außerdem eine monopolistische Kontrolle über die internationalen Kredit- und Investitionseinrichtungen aus.

Jetzt, wo diese Sorgen und Gedanken in den Köpfen jener vielen Millionen Menschen auf der Welt herumschwirren, die sich nicht von den verkündeten Lügen betrügen lassen, erscheinen ständig Nachrichten über andere Realitäten.

Zum Beispiel folgende: die multinationalen US-Unternehmen erzielten im Jahr 2004, dem letzten in den Statistiken angegebenen Jahr, im Ausland Gewinne über 700 Milliarden Dollar, für die sie aufgrund von speziellen Bonifikationen für US-Unternehmen, die in anderen Ländern investieren, nur 16 Milliarden an die US-Staatskasse abführten. Diese Bonifikationen schaden denen, die dies in den Vereinigten Staaten selbst tun und damit dort Arbeitsplätze schaffen. Allein die Idee der jetzigen Regierung, dieses Privileg zu vermindern, löste Proteste von bedeutenden Unternehmerorganisationen der Vereinigten Staaten aus, deren wirtschaftliche und politische Macht niemand in Frage stellt.

Es könnte sogar eine nützliche Beschäftigung darstellen, eine Unzahl von nationalen und internationalen Nachrichten zu sammeln, welche die der Welt auferlegten nationalen Privilegien jenes Landes widerspiegeln. Es gibt Politiker innerhalb und außerhalb der Vereinigten Staaten, die beleidigt sind, wenn jemand sich getraut, diese als Imperium zu bezeichnen, als ob es ein anderes Wort geben würde, das es besser definiert.

Die Kehrseite der Medaille ist noch schlimmer. Manchmal wurde von den sieben Flotten gesprochen, mit denen die Vereinigten Staaten der Welt ihre militärische Macht aufzwingen, unterstützt von über 800 über den gesamten Planeten verteilten Militärstützpunkten. Guantánamo, dessen Gefängnisse und Foltern die Weltöffentlichkeit so beeindruckt haben, ist nur einer der mehreren hundert Stützpunkte, über die sie verfügen.

Vielleicht kann man sich eine Vorstellung von der militärischen Macht machen, mit der die Supermacht das der Menschheit aufgezwungene Wirtschafts- und Gesellschaftssystem stützt, wenn man einige kürzlich in der Fachpresse veröffentlichte Angaben erwähnt.

Die militärische US-amerikanische Macht stützt sich auf ihr Kernwaffenarsenal.

Sie besitzen 534 ballistische Interkontinentalraketen (ICBM) Minuteman III und Peacekeeper; 432 unter Wasser zu startende (SLBM) Trident C-4 und D-5 , die auf 17 U-Booten Ohio installiert sind, und ungefähr 200 Langstrecken-Atombombenflugzeuge, die in der Luft versorgt werden können, darunter 16 „unsichtbare“ B-2. Die Trägerraketen haben jeweils mehrere Sprengköpfe. Die Anzahl der aufgestellten Atomsprengköpfe schwankt zwischen 5 000 und 10 000. Ihre Streitkräfte verfügen über mehr als 2 Millionen Mann. Hierzu kommen noch hunderte von Satelliten zu militärischen und nachrichtentechnischen Zwecken hinzu, welche den Weltraumschild bilden, und die Mittel für den elektromagnetischen Krieg.

Russland, die andere große Atommacht, wurde von Offensiv-Atomwaffen umzingelt.

Man bräuchte eigentlich kaum noch ein Wort hinzufügen, vielleicht nur, um daran zu erinnern, dass die Vereinigten Staaten gestern dank ihres Monopols an Geld und natürlichen Ressourcen durch ihren wichtigsten Pentagon-Befehlshaber des Cyberspace-Krieges ankündigten, dass jenes Land „gewillt ist, die globalen Bemühungen zur Anwendung der Computertechnik anzuführen, um Feinde abzuschrecken bzw. zu besiegen, wobei sie gleichzeitig die verfassungsmäßigen Rechte der Bevölkerung schützt“. Die Nachricht wurde von der wichtigsten US-Nachrichtenagentur AP übermittelt.

Wie viel Sicherheit kann man in der heutigen Welt suchen? Das ist eine Frage, auf die es keine Antwort gibt!


Fidel Castro Ruz

6. Mai 2009
15:32 Uhr

Montag, 4. Mai 2009

Alles von sich selbst geben

Reflexionen des Genossen Fidel: Alles von sich selbst geben

Am Ersten Mai, noch unter dem Eindruck der Demonstration, der Farben unserer Flagge, die heute in den Augen der Welt Symbol der Solidarität ist, und der jungen, intelligenten und enthusiastischen Gesichter unserer, den Marsch - jenen über seine Ufer getretenen Fluss - abschließenden Studenten und Schüler, tauchten in meinem Kopf erneut die an jenem Tag so oft wiederholten Worte des Poeten auf:

„Für diese Freiheit wird man alles geben müssen!“

Ich verspürte den Wunsch, mehr über das Leben von Fayad Jamís in Erfahrung zu bringen. Kaum zwei Stunden nach der Veröffentlichung jener Reflexion am Internationalen Feiertag der Werktätigen beschäftigte ich mich damit, einige Materialien zu lesen. Zufällig sah ich als Erstes eine Botschaft unserer lieben Freundin Stella Calloni. Durch sie sind uns die von Regierungen der Vereinigten Staaten als Förderer und Verbündeter der blutrünstigsten Tyranneien begangenen Verschwörungen und schrecklichen Verbrechen im Detail bekannt, welche die Völker dieses Kontinents erfahren haben. Aber in diesem konkreten Fall ging es darum, um uns über Fayad Jamís zu erzählen, Autor des Gedichts, und uns Eindrücke über manchmal bittere Realitäten zu vermitteln, ohne dass, trotz alledem, dies ihren Enthusiasmus bremsen kann.

Ich übermittele die Worte der Botschaft textgemäß, die ich die Ehre hatte, an jenem Abend des Ersten Mai zu erhalten.

„Lieber Comandante!

Es hat mich sehr bewegt, dass Sie Fayad zitiert haben, den ich in Mexiko kennen gelernt habe und mit dem mich eine wundervolle Freundschaft und Kameradschaft verband. Er war allen im Exil Lebenden ein Freund. Ein bedeutender Poet, Maler und Künstler, mit sehr viel Liebe für seine Heimat. Er war damals Kulturattaché. Er war wunderbar in allem, was er machte. Ich habe ihm sogar ein kleines Gedicht geschrieben. Aber was mir sehr schön erschien, war, dass Sie das ‘alles von sich selbst geben’ wieder zurückgewonnen haben, weil es heute so notwendig ist, dies zu wiederholen, wenn uns das heimsucht, was ich die ‘fatale Anziehungskraft’ der neoliberalen Unkultur nenne, welche recht aufgeblüht ist. Der Postmodernismus der Unterentwicklung, welcher soviel Schaden angerichtet hat und so viele Individualismen zu rechtfertigen half, ist pathetisch.

Das ,ich, ich, ich‘ vor dem ,wir‘, die ständige Bemühung, den anderen zu besiegen – das ist etwas, was weit von jenem ,alles von sich selbst geben‘ entfernt ist. Und es ist wie eine Pandemie vorgerückt, die alles auf ihrem Wege zerstört, alte Freundschaften und Loyalitäten, gemeinsam begangene Wege. Um es besser zu machen, greift man auch auf den Zynismus zurück, jene lächerlich zu machen, die ihre Prinzipien, ihren Glauben an die Menschheit, an den Menschen, an die Gerechtigkeit und die Würde beibehalten.

Kuba ist ein Beispiel des ,alles von sich selbst geben‘ gewesen, selbst jenen, die die permanente Solidarität als eine schützende Decke für die anderen nicht als die revolutionärste Haltung der Revolution – um diese Redundanz zu verwenden – sehen konnten.

Mir scheint, dass dies Zeiten sind, den Zauber und die Poesie zurückzugewinnen, weil die Revolutionen mit alledem gemacht werden. Wenn es nicht wegen alledem gewesen wäre, wie hätten zum Beispiel Sie alle sich auf der Granma eingeschifft. Wie hätte Kuba es geschafft, zu widerstehen und sich zu verteidigen und gleichzeitig Kultur, Bildung, Ballett und alles das zu schaffen, das in der glimmenden Asche einer echten Revolution geboren wurde. Bis zum heutigen Tage - wenn man jene alten Dokumentarfilme der Jungen und Mädchen anschaut, die in die Berge und Gebirgsgegenden zum Alphabetisieren gingen - war und ist das jenes ,alles von sich selbst geben‘, denn in jenem Geist sind sie gegangen und in jenem Geist gehen sie jetzt.

Ich habe es bei der Alphabetisierung in Nicaragua oder in Bolivien erlebt, vor recht kurzer Zeit, als ich an jenem Tag bis zu den Tränen gerührt war, als jenes Land frei vom Analphabetentum erklärt wurde (und in diesem Fall auch in den einheimischen bzw. Indio-Sprachen). Wer tut so etwas, wenn nicht jemand mit dem Geist, alles von sich selbst zugeben?

Und es gibt so viele Beispiele, aber manchmal, da sie nicht im Ganzen gesehen werden, sieht man sie nicht. Es sind vereinzelte und kalte Nachrichten. In einem Viertel in Venezuela habe ich die kubanischen Ärzte gesehen, und eine Frau, die mit ihren Kinder kam, um diese zu impfen. Sie sagte zu mir: ,es ist so, dass sie hier alles von sich selbst geben’. Und was soll ich Ihnen erst über die Fünf sagen. Sie haben alles gegeben, um ihr Vaterland zu schützen. Alles andere ist klein, vergänglich, ohne Wurzel.

Ich habe Ihnen einmal gesagt, dass wir alle zusammen die Geschichte der Solidarität schreiben müssen, denn an jenem Tag werden wir feststellen, dass der Feind, der so groß erscheint, so riesig, nur eine leere Schale ist. Diejenigen, die wissen, was es bedeutet, ,alles von sich zu geben’, sind unbesiegbar, weil sie im Verlaufe aller Zeiten immer weiter etwas von sich selbst geben und Lichtquellen erzeugen, wie der geliebte CHE.

Eine riesige Umarmung und Dankeschön dafür, dass ihr weiterhin alles von euch selbst gebt!

Stella.”


Wunderschöne Worte von Stella für diejenigen, welche die echte Geschichte unserer Epoche kennen lernen möchten, die niemals mit einem Federstrich gelöscht werden kann!


Fidel Castro Ruz

4. Mai 2009
15:17 Uhr

Samstag, 2. Mai 2009

Kuba, ein terroristisches Land?

Reflexionen des Genossen Fidel: Kuba, ein terroristisches Land?

Donnerstag, der 30. April war unglückselig für die Vereinigten Staaten. Es fiel ihnen an jenem Tag ein, Kuba ein weiteres Mal in die Liste der Länder aufzunehmen, die den Terrorismus unterstützen. So verwickelt wie sie in ihren eigenen Verbrechen und Lügen sind, konnte sich vielleicht nicht einmal Obama selbst jener Intrige entledigen. Ein Mann, dessen Talent niemand bezweifelt, muss sich über diesen Lügenkult des Imperiums beschämt fühlen. Fünfzig Jahre Terrorismus gegen unser Vaterland kommen in einem einzigen Augenblick ans Tageslicht.

Was soll man denjenigen erläutern, denen die grauenhafte Tat der Sprengung während des Fluges von einem Flugzeug mit dessen Passagieren und der Besatzung bekannt ist, und die Teilnahme der Vereinigten Staaten an den Geschehnissen, die Rekrutierung von Orlando Bosch und Posada Carriles, und die Versorgung mit Sprengstoffen, Fonds und die Beihilfe der Geheimdienste und Behörden jenes Landes? Wie kann man die Terrorkampagne erklären, die der Söldnerinvasion auf die Schweinebucht voranging und im Anschluss darauf folgte, die Angriffe auf unsere Küsten, Ortschaften, Handels- und Fischereischiffe, die terroristischen Aktionen innerhalb und außerhalb der Vereinigten Staaten? Wie kann man die gescheiterten Attentatspläne in dreistelliger Größenordnung auf das Leben von kubanischen führenden Persönlichkeiten erklären? Und was soll man bezüglich der Einführung solcher Virus wie dem des hämorrhagischen Dengue-Fiebers und des Schweinefiebers sagen, die es genetisch gesehen in unserer Hemisphäre nicht einmal gab? Ich mache weiter nichts, als nur einige der Terrorakte zu nennen, welche die Vereinigten Staaten begangen haben, welche in ihren eigenen verlautbarten Dokumenten festgehalten sind. Beschämen diese Tatsachen die jetzige Regierung nicht?

Die Liste der widerlichen Aktivitäten, die ich aufzählen könnte, wäre endlos.

Auf meine Bitte, schickte mir Bruno Rodríguez, Außenminister von Kuba, den genauen Wortlaut der Frage, die ihm ein Reporter von France-Presse am 30. April stellte, und den seiner schlagkräftigen Antwort.

Rigoberto Díaz, von AFP: „Zeitlich übereinstimmend mit dem Ende dieses Treffens und auch mit einem Thema, das bei diesem Event behandelt wurde, hat die Regierung der Vereinigten Staaten Kuba erneut in die Liste derjenigen Länder aufgenommen, die den Terrorismus fördern, zusammen mit Sudan, Iran und Syrien. Ich würde gern ihr Meinung hierzu hören.“

Antwort von Bruno:

„Wir anerkennen der Regierung der Vereinigten Staaten weder eine politische noch eine moralische Autorität, um auch nur irgendeine Liste zu irgendeinem Thema aufzustellen, noch um gutes oder schlechtes Verhalten zu ‘bescheinigen’.

Die Bush-Regierung wurde von der Weltöffentlichkeit als eine das Völkerrecht verletzende, aggressive, kriegstreiberische Regierung ‘bescheinigt’, als eine Regierung, die foltert, als eine Regierung, die verantwortlich für außergerichtliche Hinrichtungen ist.

Bush ist der einzige Präsident gewesen, der sich öffentlich gebrüstet hat - und zwar im US-amerikanischen Kongress - außergerichtliche Hinrichtungen ausgeführt zu haben, eine Regierung, die Menschen auf illegale Weise entführt und befördert hat, die geheime Gefängnisse geschaffen hat, von denen niemand weiß, ob sie weiterhin bestehen, die auf dem der Republik Kuba usurpierten Gebiet ein Konzentrationslager geschaffen hat, wo gefoltert wird.

Auf dem Gebiet des Terrorismus kann die Regierung der USA historisch betrachtet auf eine lange Akte von Aktionen des Staatsterrorismus verweisen, und nicht nur gegen Kuba.

In den Vereinigten Staaten laufen Orlando Bosch und Posada Carriles frei herum, die für zahlreiche Terrorakte verantwortlich sind, einschließlich der Sprengung eines kubanischen Zivilflugzeuges während des Fluges. Der Auslieferungsantrag von Venezuela bezüglich Posada Carriles wird nicht beantwortet. Über diesen wird wegen verschiedenen Anklagen Gericht gehalten, aber nicht als namhafter internationaler Terrorist.

Die Regierung der Vereinigten Staaten hat einen geschickt gedeichselten Prozess gegen die jungen fünf kubanischen Antiterror-Kämpfer geführt, die heute weiterhin als politische Gefangene in ihren Gefängnissen sind.

Die Regierung der Vereinigten Staaten gibt Staatsterrorismus-Handlungen von Israel gegen das palästinische Volk und die arabischen Völker Schützenhilfe. Sie bewahrte Schweigen bezüglich der im Gazasteifen begangenen Verbrechen.

Sodass den Vereinigten Staaten nicht die geringste moralische Autorität zuzuerkennen wäre und ich bin, offen gesagt, der Meinung, dass niemand jene Dokumente beachtet bzw. liest, unter anderem, weil ihr Verfasser ein internationaler Verbrecher bezüglich vieler der Themen ist, die er kritisiert.

Die Haltung von Kuba gegen jede Erscheinungsart und Form des Terrorismus, wo sie auch begangen wird, egal gegen welchen Staat sie begangen wird, in welcher Form sie ausgeführt wird und welche Absicht dafür verkündet wird, ist klar und konsistent mit seiner Handlungsweise.

Kuba ist viele Jahre lang Opfer des Terrorismus gewesen und hat eine vollkommen saubere Personalakte in dieser Materie. Das kubanische Gebiet wurde niemals dazu verwendet, um Terrorakte gegen die Vereinigten Staaten von Amerika zu organisieren, zu finanzieren oder auszuführen. Das State Department, welches diese Berichte herausgibt, könnte nicht dasselbe behaupten.”


Diese Erklärung, die während des Treffens der Außenminister der Blockfreien Staaten verlautbart wurde, ist noch nicht sehr bekannt in der Bevölkerung, die in diesen Tagen umfangreiche Nachrichten aller Art erhalten hat. Wenn das State Department mit Bruno diskutieren möchte, dann sind genügend Beurteilungsmaßstäbe vorhanden, um es mit seinen eigenen Lügen zu begraben.


Fidel Castro Ruz

2. Mai 2009
19:12 Uhr

Freitag, 1. Mai 2009

Man muss alles von sich selbst geben

Reflexionen des Genossen Fidel: Man muss alles von sich selbst geben

Gestern habe ich mich lange mit Miguel d´Escoto unterhalten, Präsident pro tempore der Vollversammlung der Vereinten Nationen. Vorher hatte ich ihn am 17. April sprechen gehört, als er zum ALBA-Treffen in Cumaná sprach.

Ich habe seine bedeutende Aussage bewundert. Ich kannte ihn seit dem Sieg der Revolution in Nicaragua und seiner Ernennung durch Daniel Ortega zum Außenminister. Das Amt, das er solange ausübte, bis die schmutzigen Machenschaften von Reagan, die tausenden jungen, in jener Zeit umgekommenen Sandinisten und der zugefügte Wirtschaftsschaden zum Sieg der Konterrevolution in Nicaragua geführt haben.

Der dadurch verursachte Rückschritt während 17 Jahren und das wirtschaftliche und soziale Desaster, welche die „Demokratie“ der Vereinigten Staaten dem edlen Volk von Nicaragua auferlegten, führten erneut die Sandinisten an die Regierung des Landes; dieses Mal mit verfassungsrechtlichen Einschränkungen und großer Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten. Daniel hat es am 17. April auf dem Amerika-Gipfel in Port of Spain angeprangert, wo er mit soviel Würde die Blockade gegen Kuba verurteilte. Miguel d´Escoto war seinerseits, aufgrund des als Verantwortlicher für die internationalen Beziehungen von Nicaragua erreichten Prestiges, seines Talents und seiner Ideen, im Jahr 2007 für zwei Jahre in der UNO-Vollversammlung als Präsident gewählt worden.

In dieser Eigenschaft nahm er an dem Treffen der Außenminister der Bewegung der Blockfreien Staaten teil, das am 28., 29. und 30. April, im gerade zu Ende gegangenen Monat, in Havanna stattgefunden hat. Heute war er auf der Ehrentribüne auf dem Revolutionsplatz an der Seite von Raúl, und beobachtete die beeindruckende Demonstration des Internationalen Feiertages der Werktätigen, welche unser Fernsehen übertragen hat, während in Santiago de Cuba, der Wiege der Revolution, und in den anderen Provinzen des Landes enthusiastische Märsche stattfanden, welche unwiderlegbarer Ausdruck der Stärke unserer Revolution waren.

Die Worte der Moderatoren schwangen von der Tribüne herunter, wo sich d´Escoto, viele Außenminister und Vertreter der Blockfreien Staaten und ungefähr zweitausend Besucher aus Ländern aller Kontinente befanden, welche die Freude dieses Feiertages der Werktätigen teilten.

Die Verse von Fayad Jamís, die Manuel Navarro Luna gewidmet sind, dem revolutionären Poeten und Kommunisten, der, seitdem er 6 Monate alt war, in der Provinz Granma lebte, wo er unseren letzten Befreiungskrieg begann, konnte man mehr als einmal hören.

Manuel musste von klein auf die Schule in der Stadt Manzanillo aufgeben und beginnen, verschiedene Berufe auszuüben. Er war Reinemache-Bursche, Schuhputzer, Taucher, Wächter, usw. Er lernte auf eigene Faust, um sich weiterzubilden.

Im Jahr 1915 veröffentlicht er seine ersten Verse. Im Jahr 1919, sein erstes Buch. 1930 tritt er der Kommunistischen Partei bei.

Nach dem Sturz von Machado im Jahr 1933 arbeitet er im ersten kommunistischen Rathaus von Kuba. Nach dem revolutionären Sieg von 1959 gehörte er zu den Landes-Milizen und nahm an der Säuberungsaktion des Escambray-Gebirges und dem Sieg in der Schweinebucht teil, indem er seinem Alter trotzte.


Für diese Freiheit, das Lied unter dem Regen singen zu können, wird man alles geben müssen.

Für diese Freiheit, eng mit den standhaften und süßen Eingeweiden des Volkes verbunden zu sein,
wird man alles geben müssen.

Für diese Freiheit der im Morgengrauen der beleuchteten Fabriken und Schulen geöffneten Sonnenblume und der knirschenden Erde und des aufwachenden Kindes
wird man alles geben müssen …

… Für diese Freiheit, die der Schrecken derjenigen ist,
welche sie immer verletzt haben -
im Namen vom pompösen Schicksalsschlägen;
für diese Freiheit, die die Nacht der Unterdrücker
und das endgültige Erwachen des gesamten, schon unbesiegbaren Volkes ist.
Für diese Freiheit, die die eingefallenen Pupillen erleuchtet,
die nackten Füße,
die zerlöcherten Dächer
und die Augen der Kinder,
die im Staub herumstreiften.

Für diese Freiheit , welche das Imperium
der Jugend ist,
für diese Freiheit,
wunderschön wie das Leben,
wird man alles geben müssen…
(freie Übersetzung)


Die Farben rot, blau und weiß unserer Flagge, die durch die Bewegung arbeitsamer Hände von tausenden jungen Menschen der Universität der Informatikwissenschaften wogten, welche die Demonstration abschlossen; der Kunsterzieher- und Ballettschulen; die Studenten- und Schülerverbände der Hauptstadt, die disziplinierten und aktiven jungen Studierenden, die ihre Ausbildung als Sozialarbeiter absolvieren, die Kinder der Kindertheatergruppe La Colmenita und andere, welche das Werk der Revolution widerspiegeln, wissen, dass sie Träger eines Feuers sind, das niemals von irgendjemand ausgelöscht werden kann.

Mir gab es große Genugtuung zu wissen, dass Miguel d´Escoto dort war und alledem beiwohnte. Drei Tage davor hat er bei seiner Rede an die Außenminister und Vertreter der Bewegung der Blockfreien Staaten Folgendes gesagt:

„… Die Weltordnung besteht auf der Grundlage der kapitalistischen Kultur, welche das „Mehr sein“ mit „Mehr haben“ gleichsetzt und den Egoismus, die Habgier, den Wucher und die soziale Verantwortungslosigkeit fördert. Diese Anti-Werte der kapitalistischen Kultur haben die Welt in eine verwickelte Menge von ineinander übergehenden Krisen vertieft, welche – wenn sie nicht sofort wirksam angegangen werden - die Fortsetzung der menschlichen Gattung selbst in Gefahr bringen und die Fähigkeit, das Leben auf der Erde zu erhalten.

Im Grunde beruhen alle die verschieden Krisen, denen wir die Stirn bieten, auf einer enormen moralischen Krise, einer Krise der Werte und ethischen Prinzipien. Wir haben alle die Werte verraten, welche aus unseren jeweiligen religiösen bzw. ethisch-philosophischen Traditionen hervorgehen. Wir haben uns selbst verraten, als wir in die kapitalistische Versuchung fielen, und als wir ihre Werte des Anti-Lebens, des Hasses und des Egoismus übernommen haben, und so zu den schlimmsten Plünderern, Feinden unserer Mutter Erde geworden sind – wir haben uns entmenschlicht …

…Kuba ist immer ein Ort zur geistigen Auffrischung gewesen. Hier können wir alle feststellen, dass die Liebe stärker ist als der Egoismus und mehr erreichen kann als dieser. Hier können wir eher als an jedem anderen Ort lernen, was die Solidarität ist, das wichtigste Gegenmittel, damit die Menschheit den schwachsinnigen Egoismus überleben kann, in dem sie zu verschwinden berufen zu sein scheint.

…In diesem 21. Jahrhundert, Jahrhundert der Aussöhnung und des Friedens mittels Gesetzeskraft, der sozialen Gerechtigkeit und der demokratischen Einbeziehung, achten wir alle Minderheiten und wir wollen sie alle anhören. Im G-192, d.h. in der Vollversammlung, ist es, wo der einzuschlagende Kurs wird festgelegt werden müssen, um aus der Falle des schwachsinnigen und selbstmörderischen Egoismus zu entrinnen, in den der Kapitalismus die Welt geführt hat. Nicht mit Revanchismen irgendeiner Art, sondern mit dem Willen, eine bessere Welt für alle ohne Ausnahmen und Ausschluss zu errichten…“


Er strebte nicht nach dem Amt des Präsidenten der Vollversammlung der Vereinten Nationen, das er innehat. Er erfuhr von der Botschaft von Nicaragua vor den Vereinten Nationen über seine Kandidatur. Das Amt stand der amerikanischen Region zu und Daniel Ortega, Kenner seiner Qualitäten, hatte ihn ohne zu zögern vorgeschlagen. Er hatte nicht einmal Zeit, seine Gesundheitsprobleme bezüglich der Übernahme einer so heiklen Verantwortung darzulegen. Die Länder Lateinamerikas, Afrikas und die anderen der Dritten Welt haben ihn sofort unterstützt. Miguel hat sich nicht durch die Schwierigkeiten erschüttern lassen und ist sein Amt angetreten.

Er hat mir ein Dokument überreicht, das er als Präsident der Vollversammlung der Vereinten Nationen unterzeichnet hat, in dem er Kuba als Paradigma der internationalen Solidarität bezeichnet. Er zeigte die von ihm entworfene Goldmedaille, welche sein Dekret begleitete.

Er hat andere Dinge von großem Interesse bei seiner Rede behauptet, die ich hier nicht aufzählen werde, um nicht endlos zu werden.

Es war eine sehr hohe Ehre, was er bezüglich unserer Revolution getan und gesagt hat.

…man müsste alles geben -
wenn es notwendig wäre,
sogar den Schatten -
und trotzdem wäre es nie ausreichend.


So stellte schließlich der Poet Fayad Jamís fest.


Fidel Castro Ruz

1. Mai 2009
19:23 Uhr