Reflexionen des Genossen Fidel: Die NATO, der Krieg, die Lüge und die Geschäfte
Wie einige wissen, hat Muammar al-Gaddafi, ein arabisch-beduinischer Militär von eigentümlichem Charakter und von den Ideen des ägyptischen Führers Gamal Abdel Nasser inspiriert, im September 1969 eine Bewegung innerhalb der Streitkräfte gefördert, die König Idris I. von Libyen stürzte, ein Land, dessen Territorium fast vollkommen aus Wüste besteht, wenig bevölkert ist und im Norden von Afrika, zwischen Tunesien und Ägypten liegt.
Die bedeutenden und wertvollen Energievorkommen Libyens sind nach und nach entdeckt worden.
In einer beduinischen nomadischen Schäferfamilie in der Wüste der Region Tripolis geboren, war Gaddafi ein großer Gegner des Kolonialismus. Man versichert, dass der Großvater väterlicherseits im Kampf gegen die italienische Invasionsarmee gefallen ist, als diese 1911 in Libyen einmarschierte. Das Kolonialsystem und der Faschismus änderten das Leben von allen. Ebenfalls sagt man, dass der Vater schon inhaftiert wurde, bevor er sich sein Brot als Industriearbeiter verdienen konnte.
Sogar die Gegner von Gaddafi versichern, dass er sich als Student durch seine Klugheit auszeichnete. Wegen seiner antimonarchischen Aktivitäten wurde er vom Lyzeum verwiesen. Es ist ihm gelungen, sich in einem anderen Lyzeum einzuschreiben und später, mit 21 Jahren, an der Universität von Bengasi sein Jurastudium abzuschließen. Danach tritt er in die Militärschule von Bengasi ein, in der er die so genannte Geheime Bewegung der Freien Offiziere gründete. Er beendete sein Studium an einer britischen Militärakademie.
Diese Vorgeschichte erklärt den beachtlichen Einfluss, den er später in Libyen und auf andere politische Führer hatte, ob sie heute nun für oder gegen Gaddafi sind.
Er hat sein politisches Leben mit unbestreitbar revolutionären Taten begonnen.
Im März 1970, nach massiven nationalistischen Demonstrationen, erreichte er den Abzug der britischen Soldaten aus seinem Land, und im Juni räumten die Vereinigten Staaten den großen Luftwaffenstützpunkt in der nähe von Tripolis und übergaben ihn Militärberatern aus Ägypten, ein mit Libyen verbündetes Land.
1970 sind einige westliche Öl- und Bankgesellschaften mit ausländischem Kapitalanteil durch die Revolution beeinträchtigt worden. Ende 1971 erlitt die berühmte British Petroleum das gleiche Schicksal. Im Agrarsektor wurden alle italienischen Güter beschlagnahmt, die Siedler und deren Angehörigen aus Libyen verwiesen.
Der staatliche Eingriff zielte auf die Kontrolle der Großunternehmen ab. Die Produktion dieses Landes erreichte ab diesem Zeitpunkt eins der höchsten Niveaus der arabischen Welt. Glücksspiele und Alkoholgenuss wurden verboten. Der juristische Status der Frau, durch Tradition begrenzt, wurde erhöht.
Der libysche Führer verstrickte sich in extremistische Theorien, die sich sowohl dem Kommunismus als auch dem Kapitalismus entgegen stellten. Das war eine Phase, in der sich Gaddafi der Theoretisierung widmete, die es sich nicht lohnt, in diese Analyse einzubeziehen. Erwähnenswert ist lediglich, dass im Ersten Artikel der Verkündung der Verfassung des Jahres 1969 der „sozialistische“ Charakter der Großen Sozialistischen Libysch-Arabischen Volksrepublik“ festgeschrieben wurde.
Ich möchte betonen, dass die Menschenrechte für die Vereinigten Staaten und deren Verbündete in der NATO niemals von Interesse waren.
Das Tohuwabohu, das im Sicherheitsrat, sowohl auf der Tagung des Ausschusses für Menschenrechte mit Sitz in Genf als auch auf der Generalversammlung der UNO in New York ablief, war reines Theater.
Ich verstehe vollkommen die Reaktionen der politischen Führer, die in so viele Widersprüche und fruchtlose Debatten verwickelt sind, um die sie sich aufgrund der Verkettung von Interessen und Problemen kümmern müssen.
Wir kennen alle sehr wohl den Charakter eines Ständigen Mitglieds, das Vetorecht und den Besitz von Kernwaffen. Nicht wenige Institutionen sind eine Quelle von Privilegien und Interessen, die der Menschheit gewaltsam aufgezwungen wurden. Man kann mit vielen von ihnen einverstanden sein oder nicht; aber man kann sie niemals sie als gerechte oder ethische Maßnahmen akzeptieren.
Die USA beabsichtigen jetzt, die Ereignisse um das kreisen zu lassen, was Gaddafi getan hat oder nicht, weil sie es für nötig halten, militärisch in Libyen zu intervenieren und der revolutionären Welle, die in der arabischen Welt ins Rollen gekommen ist, einen Schlag zu versetzen. Bis jetzt hat man kein Wort verlauten lassen, man hat Stillschweigen bewahrt und Geschäfte gemacht.
Der latent vorhandene libysche Widerstand ist von den Nachrichtendiensten der Yankees und durch Fehler von Gaddafi selbst gefördert worden, aber es ist wichtig, dass sich die Völker nicht täuschen lassen, da die Weltöffentlichkeit sehr bald über genügend Elemente verfügen wird, um zu wissen, woran sie ist.
Meiner Meinung nach, und ich habe das von Anfang an geäußert, muss man die Pläne der kriegslüsternen NATO anprangern.
Libyen, genau wie viele Länder der Dritten Welt, ist Mitglied der Bewegung der Blockfreien Staaten, der Gruppe der 77 und anderer internationalen Organisationen, über die Beziehungen ungeachtet des Wirtschafts- und Sozialsystems hergestellt werden.
In großen Zügen: Die Revolution in Kuba, inspiriert von den marxistisch-leninistischen und Martí’schen Prinzipien, siegte im Jahre 1959, 90 Meilen von den Vereinigten Staaten entfernt, die uns das Platt-Amendment aufgezwungen haben und die Besitzer der Wirtschaft unseres Landes waren.
Fast unmittelbar danach entfesselte das Imperium einen schmutzigen Krieg gegen unser Volk mittels konterrevolutionärer Banden, der kriminellen Wirtschaftsblockade und der söldnerischen Invasion in der Schweinebucht (Playa Girón) im Schutze eines Flugzeugträgers und mit landungsbereiter Marine-Infanterie, die zum Einsatz kommen sollte, sobald die söldnerischen Kräfte bestimmte Ziele erreicht hätten.
Kaum anderthalb Jahre später bedrohten sie uns mit der Stärke ihres Kernwaffenarsenals. Ein derartiger Krieg stand kurz vorm Ausbruch.
Alle lateinamerikanischen Länder, mit Ausnahme von Mexiko, beteiligten sich an der kriminellen Blockade, die bis heute andauert, ohne dass sich unser Land jemals ergeben hätte. Es ist wichtig, diejenigen daran zu erinnern, die kein historisches Gedächtnis haben.
In Januar 1986, die Idee ins Feld führend, dass Libyen den so genannten revolutionären Terrorismus vertrat, ordnete Reagan den Abbruch der wirtschaftlichen und kommerziellen Beziehungen mit diesem Land an.
Im Monat März haben Flugzeugträger im Golf von Syrte, der von Lybien als ein ihm zugehöriges Hoheitsgewässer angesehen wird, Angriffe durchgeführt, die die Vernichtung mehrerer Marine-Einheiten verursachten, die mit Raketenwerfern und Küstenradarsystemen ausgerüstet waren, die in der UdSSR erworben worden waren.
Am 5. April wurde eine Diskothek in Westberlin, die häufig von US-Soldaten besucht wurde, Opfer eines Plastikbomben-Anschlags, wo drei Personen, zwei davon nordamerikanische Militärs, ums Leben kamen und viele verletzt wurden.
Reagan beschuldigte Gaddafi und befahl, dass die Luftwaffe darauf antworten sollte. Drei Geschwader starteten von den Flugzeugträgern der VI. Flotte und Stützpunkten im Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland und griffen sieben militärische Ziele in Tripolis und Bengasi mit Raketen und Bomben an. Etwa vierzig Personen kamen ums Leben, 15 von ihnen Zivilisten. Vor dem Anflug der Bombenflugzeuge gewarnt, sammelte Gaddafi die Familie zusammen und schickte sich gerade an, seine Residenz im Militärkomplex von Bab Al Aziziyah südlich der Hauptstadt zu verlassen. Die Evakuierung war noch im Gange, als eine Rakete direkt in der Residenz einschlug. Seine Tochter Hanna starb und zwei weitere Söhne wurden verletzt. Diese Tat erfuhr eine starke Ablehnung; die UNO-Generalversammlung verabschiedete eine Resolution zur Verurteilung wegen Verletzung der UNO-Charta und des internationalen Rechts. Ebenso energisch äußerten sich die Bewegung der blockfreien Staaten, die Arabische Liga und die Organisation der Arabischen Einheit (OAU).
Am 21. Dezember 1988 ist eine Boeing 747 der Fluggesellschaft Pan Am, die von London nach New York flog, während des Fluges durch eine Bombenexplosion zerborsten. Die Reste sind auf die Ortschaft von Lockerbie gefallen, und die Tragödie kostete 270 Menschenopfer aus 21 Ländern.
Am Anfang hat die US-Regierung den Iran als Vergeltung für den Tod von 290 Personen aufgrund des Abschusses eines Airbusses ihrer staatlichen Fluglinie verdächtigt. Den US-amerikanischen Untersuchungen zufolge waren zwei Agenten des libyschen Geheimdienstes darin verwickelt. Ähnliche Anschuldigungen gegen Libyen wurden betreffs eines Flugzeuges der französischen Fluglinie auf der Strecke Brazzaville - N’Djamena - Paris vorgebracht, wo libysche Beamte beteiligt gewesen sein sollen, deren Auslieferung Gaddafi ablehnte. Die angeführten Ereignisse verneinte er kategorisch.
Unter Beteiligung von Reagan und Bush senior wurde eine finstere Legende über Gaddafi erfunden.
Seit 1975 bis zur letzten Phase der Reagan-Regierung hat sich Kuba seinen internationalistischen Pflichten in Angola und anderen afrikanischen Ländern gewidmet. Wir erfuhren über die sich entwickelnden Konflikte in Libyen und Umgebung dank der Lektüre oder durch Zeugenaussagen von Personen, die mit diesem Land oder mit der arabischen Welt sehr eng verbunden waren, sowie über die Meinungen zahlreicher Persönlichkeiten aus verschiedener Ländern, mit denen wir in jenen Jahren Kontakt hatten.
Viele bekannte afrikanische Führungspersönlichkeiten, mit denen Gaddafi enge Beziehungen hatte, versuchten Lösungen für die gespannten Beziehungen zwischen Libyen und dem Vereinigten Königreich zu finden.
Der Sicherheitsrat hat Sanktionen über Libyen verhängt, die aufgehoben wurden, nachdem Gaddafi akzeptierte, den zwei Angeklagten des über Schottland explodierten Flugzeuges unter bestimmten Bedingungen den Prozess zu machen.
Man begann, libysche Delegationen zu innereuropäischen Treffen einzuladen. Im Juli 1999 hat London nach einigen zusätzlichen Konzessionen die Wiederherstellung voller diplomatischer Beziehungen mit Libyen in die Wege geleitet.
Im September jenes Jahres akzeptierten die Minister der Europäischen Union, die im Jahr 1992 verhängten Handelsbeschränkungen aufzuheben.
Am 2. Dezember hat Massimo D’Alema, Premierminister von Italien, als erster den Besuch eines europäischen Regierungschefs in Libyen abgestattet.
Nach dem Verschwinden der UdSSR und des europäischen sozialistischen Lagers hat Gaddafi entschieden, die Forderungen der Vereinigten Staaten und der NATO zu akzeptieren.
Als ich Libyen im Mai 2001 besuchte, zeigte er mir die Ruinen des verräterischen Angriffs, mit dem Reagan seine Tochter ermordet hat und beinahe seine ganze Familie ausgelöscht hätte.
Anfang 2002 informierte das State Departement, dass es zu diplomatischen Gesprächen zwischen den Vereinigten Staaten und Libyen gekommen sei.
Im Mai war Libyen erneut auf die Liste der Staaten gesetzt worden, die den Terrorismus fördern, obwohl Präsident George W. Bush in seiner berühmten Rede im Januar über die Mitglieder der „Achse des Bösen“ dieses afrikanische Land nicht erwähnt hat.
Anfang 2003 hat der Sicherheitsrat der UNO die Sanktionen von 1992 gegen Libyen angesichts der Unterzeichnung des Wirtschaftsabkommens über Entschädigungen zwischen Libyen und den Antrag stellenden Ländern, d.h. dem Vereinigten Königreich und Frankreich, aufgehoben.
Noch vor Ende des Jahres 2003 kündigten Bush und Tony Blair eine Vereinbarung mit Libyen an, ein Land, das den Geheimdienstexperten des Vereinigten Königreiches und Washington die Unterlagen über seine Programme nicht konventioneller Waffen sowie über die ballistischen Raketen mit einer Reichweite von über als 300 km übergeben hat. Beamte aus beiden Ländern hatten bereits mehrere Einrichtungen besucht. Das war das Ergebnis mehrmonatiger Gespräche zwischen Tripolis und Washington, wie Bush selbst enthüllte.
Gaddafi hat seine Abrüstungsversprechen erfüllt. In wenigen Monaten hat Libyen die fünf Scud-C-Raketeneinheiten mit einer Reichweite von 800 km abgegeben und hunderte Scud-B-Raketen mit einer Reichweite, die die 300 km der Kurzstreckenverteidigungsraketen übertreffen.
Ab Oktober 2002 begann ein Besuchermarathon nach Tripolis: Berlusconi im Oktober 2002; José María Aznar im September 2003; Berlusconi erneut im Februar, August und Oktober 2004; Blair im März 2004; der Deutsche, Schröder, im Oktober jenes Jahres; Jacques Chirac im November 2004. Alle Welt war zufrieden. Mit Geld kann man alles erreichen.
Gaddafi hat Europa im Triumph durchreist. Er wurde 2004 von Romano Prodi, dem Vorsitzenden des Europarates in Brüssel empfangen. Im August jenes Jahres hat der libysche Führer Bush eingeladen, sein Land zu besuchen; Exxon Mobil, Chevron Texaco und Conoco Philips haben für die Wiederaufnahme der Rohölförderung einen Joint Venture abgeschlossen.
Im Mai 2006 kündigten die Vereinigen Staaten die Entfernung Libyens von der Liste terroristischer Staaten sowie die Aufnahme voller diplomatischer Beziehungen an.
In den Jahren 2006 und 2007 haben Frankreich und die Vereinigten Staaten Verträge über die friedliche Nutzung der Kernenergie unterzeichnet. Im Mai 2007 besuchte Blair Gaddafi in Syrte. Wie veröffentlicht wurde, hat British Petroleum einen “enorm wichtigen” Vertrag über die Erkundung von Gaslagerstätten unterzeichnet.
Im Dezember 2007 hat Gaddafi Frankreich zweimal besucht und Verträge über militärische und zivile Ausrüstung in Höhe von 10 Milliarden Euro unterzeichnet. Er besuchte auch Spanien, wo er sich mit dem Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero traf. Es wurden Verträge in Millionenhöhe mit wichtigen Ländern der NATO unterzeichnet.
Warum haben sich jetzt plötzlich die Botschaften der Vereinigten Staaten und der übrigen Mitgliedstaaten der NATO zurückgezogen?
Das alles ist äußerst merkwürdig.
George W. Bush, der Urheber des dummen Antiterror-Krieges, erklärte am 20. September 2001 den Kadetten von West Point Folgendes: „Unsere Sicherheit wird […] die von Ihnen angeführte militärische Kraft benötigen, eine Kraft, die in der Lage sein muss, unmittelbar jedweden dunklen Winkel der Welt anzugreifen. Unsere Sicherheit wird erfordern, dass wir zu einem präventiven Angriff bereit sind, wenn es nötig ist, unsere Freiheit […] und unser Leben verteidigen zu müssen.“
“Wir müssen terroristische Zellen in 60 oder mehr Ländern aufdecken […] Zusammen mit unseren Freunden und Verbündeten müssen wir uns der Ausbreitung solcher Regimes entgegen stellen, die den Terrorismus fördern, je nach dem, wie es jeder Fall verlangen wird.“
Was wird Obama über diese Rede denken?
Welche Maßnahmen wird der Sicherheitsrat über jene verhängen, die mehr als eine Million Zivillisten in Irak getötet haben und jene, die täglich Männer, Frauen und Kinder in Afghanistan ermorden, wo vor ein paar Tagen die aufgebrachte Bevölkerung auf die Straßen strömte, um gegen das Gemetzel an unschuldigen Kindern zu protestieren?
Eine Nachricht von AFP aus Kabul mit heutigem Datum, 9. März, veröffentlicht Folgendes: „Letztes Jahr gab es die meisten Toten unter den Zivilisten in den neun Kriegsjahren zwischen Taliban-Kämpfern und internationalen Truppen in Afghanistan, mit fast 2.800 Todesfällen, 15% mehr als im Jahr 2009“, legte am Mittwoch ein Bericht der UNO dar, der die Kosten an Menschenleben für die Bevölkerung bei diesem Konflikt betonte.“
„…der Aufstand der Taliban hat sich verstärkt und in den letzten Jahre an Boden gewonnen, mit Guerrilla-Aktionen, die über ihre traditionellen Bastionen im Süden und Osten weit hinausgehen.“
„Mit genau 2.777 getöteten Zivilisten im Jahr 2010 stieg die Zahl um 15% gegenüber 2009“, erläutert der gemeinsame Jahresbericht der Betreuungsmission der Vereinten Nationen in Afghanistan…“
„Präsident Barack Obama sprach am 3. März dem afghanischen Volk sein “tiefes Beileid” für die neun ums Leben gekommenen Kinder aus, ebenso wie es auch US-General David Petraeus, Oberbefehlshaber der ISAF-Truppen (International Security Assistance Force) und Verteidigungsminister Robert Gates getan haben.“
„…Der Bericht der UNAMA hebt hervor, dass die Zahl der getöteten Zivilisten im Jahr 2010 vier mal höher war als der im Kampf gefallenen Soldaten der internationalen Kräfte im selben Jahr.
Das Jahr 2010 war aus der Ferne gesehen mit 711 Todesfällen auch das tödlichste für die ausländischen Soldaten in den neun Kriegsjahren, womit bestätigt wird, dass sich die Guerrilla der Taliban verstärkt hat, trotz der 30.000 Mann Verstärkung aus den USA im letzten Jahr.“
Zehn Tage lang wurden in Genf und in den Vereinten Nationen mehr als 150 Reden über die Verletzungen der Menschenrechte gehalten, die Millionen Mal im Fernsehen, Rundfunk, Internet und in der Presse wiederholt wurden.
Der Außenminister Kubas, Bruno Rodríguez, äußerte am 1. März 2011 in seiner Rede vor den in Genf versammelten Außenministern Folgendes:
“Das menschliche Bewusstsein lehnt den Tod unschuldiger Personen unter jeglichen Umständen und an jeglichem Ort ab. Kuba teilt voll und ganz die Sorge der Welt über die Verluste an Zivilleben in Libyen und wünscht, dass dieses Volk eine friedliche und souveräne Lösung für diesen Bürgerkrieg findet, ohne jegliche ausländische Einmischung, und dass diese Lösung die Integrität dieser Nation garantiert.“
Einige der letzten Sätze seiner Rede waren kurz und bündig:
„Wenn das menschliche Grundrecht das Recht auf Leben ist, wird der Sicherheitsrat dann in der Lage sein, das Mitgliedsrecht der Staaten aufzuheben, die einen Krieg entfesseln?“
„Wird er die Mitgliedschaft der Staaten unterbrechen, die Militärhilfe finanzieren und liefern, wenn diese vom Empfängerstaat für massive, flagrante und systematische Verletzungen der Menschenrechten benutzt wird sowie für Angriffe gegen die Zivilbevölkerung, wie es in Palästina der Fall ist?
Wird er diese Maßnahme gegen die mächtigen Länder anwenden, die außergerichtliche Hinrichtungen mit Spitzentechnologie wie intelligenter Munition und unbemannten Flugzeugen im Staatsgebiet anderer Länder durchführen?
Was wird mit den Staaten passieren, die auf ihrem Staatsgebiet illegale, geheime Gefängnisse akzeptieren, den Verkehr von Geheimflügen mit entführten Personen bewilligen oder an Folterhandlungen teilnehmen?“
Wir teilen voll und ganz die mutige Haltung des bolivarianischen Anführers Hugo Chávez und der ALBA.
Wir sind gegen den inneren Krieg in Libyen, für den sofortigen Frieden und für die volle Respektierung des Lebens und der Rechte aller Bürger, ohne ausländische Einmischung, die nur zur Verlängerung des Konflikts führen und den Interessen der NATO dienen wird.
Fidel Castro Ruz
9. März 2011
21.35 Uhr
Hier finden Sie chronologisch sortiert Reden und Schriften des kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro Ruz
Mittwoch, 9. März 2011
Mittwoch, 2. März 2011
Der unvermeidliche Krieg der NATO
Reflexionen des Genossen Fidel: Der unvermeidliche Krieg der NATO
Im Unterschied zu dem, was in Ägypten und Tunesien geschieht, nimmt Libyen den ersten Platz bei den Kennziffern der Humanentwicklung in Afrika ein und weist die höchste Lebenserwartung auf dem Kontinent auf. Dem Bildungs- und Gesundheitswesen widmet der Staat besondere Aufmerksamkeit. Das kulturelle Niveau der Bevölkerung ist zweifellos höher. Die Probleme liegen auf anderer Ebene. Der Bevölkerung mangelte es nicht an Lebensmitteln und unabdingbaren sozialen Dienstleistungen. Das Land benötigte viele ausländische Arbeitskräfte, um die ehrgeizigen Produktions- und Sozialpläne zu realisieren.
Deshalb gab Libyen hunderttausenden von Menschen aus Ägypten, Tunesien, China und anderen Ländern Arbeit. Es verfügte über enorme Einkommen und Reserven konvertierbarer Währungen auf den Banken der reichen Ländern, mit denen es Bedarfsgüter und sogar hoch entwickelte Waffen kaufte, die genau von denselben Ländern geliefert worden sind, die heute Libyen im Namen der Menschenrechte überfallen wollen.
Die riesige von den Massenmedien entfesselte Lügenkampagne verursachte eine große Verwirrung in der Weltöffentlichkeit. Die Zeit wird vergehen, bevor man genau rekonstruieren kann, was wirklich in Libyen geschehen ist, und bevor man die echten von den falschen Ereignissen unterscheiden kann, die verbreitet wurden.
Verantwortungsbewusste und angesehene Radiosender wie Telesur sahen sich gezwungen, Reporter und Kameramänner zu den Veranstaltungen sowohl der einen als auch der anderen Seite zu senden, um informieren zu können, was tatsächlich geschah.
Die Nachrichtenverbindungen waren unterbrochen, und die rechtschaffenen diplomatischen Beamten haben ihr Leben riskiert, in dem sie am Tage und in der Nacht durch die Straßen gelaufen sind, um die Aktivitäten zu beobachten und dann darüber zu berichten. Die USA und ihre Hauptverbündeten haben höchst ausgeklügelte Mittel benutzt, um entstellte Informationen über die Ereignisse zu verbreiten, aus denen man die Wahrheit herausfinden musste.
Zweifellos drückten die Gesichter der Jugendlichen, die in Bengasi demonstrierten, Männer und Frauen mit oder ohne Schleier, echte Entrüstung aus.
Man kann immer noch den Einfluss spüren, den die Stammesverbände in diesem arabischen Land spielen, obwohl 95% der Bevölkerung den muslimischen Glauben aufrichtig teilen.
Der Imperialismus und die NATO – ernsthaft über die revolutionäre Welle besorgt, die die arabischen Länder erfasst hat, wo ein großer Teil des Erdöls erzeugt wird, das die Konsumwirtschaften der entwickelten und reichen Ländern aufrecht erhält – versäumten es nicht, den inneren Konflikt in Libyen auszunutzen, um eine militärische Intervention zu voranzutreiben. Die Erklärungen der US-Regierung waren in diesem Sinne von Anfang an kategorisch.
Die Umstände konnten nicht vorteilhafter sein. In den Wahlen im November hat die republikanische Rechte dem Präsidenten Obama, ein Rhetorikexperte, einen harten Schlag versetzt.
Die faschistische Gruppe der “erfüllten Mission”, jetzt ideologisch von den Extremisten der Tea Party unterstützt, reduzierte die Möglichkeiten des jetzigen Präsidenten auf eine bloße dekorative Rolle, in der sogar sein Gesundheitsprogramm und der bezweifelte wirtschaftliche Aufschwung aufgrund des Haushaltsdefizits und des unkontrollierbaren Wachstums der Verschuldung der Öffentlichen Hand, die schon alle historischen Rekorde gebrochen hatten, in Gefahr waren.
Trotz der Lügenflut und der gewollten Verwirrung konnten die Vereinigten Staaten China und Russland nicht dazu verleiten, im Sicherheitsrat für eine militärische Intervention in Libyen zu stimmen, während es ihnen gelang, in der Menschenrechtskommission jene Ziele zu erreichen, die sie in diesem Moment anstrebten. Bezüglich einer militärischen Intervention erklärte die Staatsekretärin in ganz eindeutigen Worten, dass „keine Option ausgeschlossen sei“.
Es ist eine Tatsache, dass sich Libyen in einem Bürgerkrieg befindet, wie wir es voraus gesehen haben, und die Vereinten Nationen nichts tun konnten, um diesen zu verhindern, ausgenommen die Tatsache, dass ihr Generalsekretär selbst noch Öl ins Feuer gegossen hat.
Wahrscheinlich haben sich die Akteure aber nicht vorstellen können, dass die Führer des Aufstandes selbst in dieses komplizierte Thema eingriffen und erklärten, dass sie jegliche ausländische Intervention ablehnten.
Mehrere Nachrichtenagenturen informierten, dass Abdelhafiz Ghoga, Sprecher des Revolutionskomitees, am Montag, dem 28. Februar erklärte, dass „’die restlichen Gebiete Libyens vom libyschen Volk befreit werden’“.
„Für die Befreiung von Tripolis zählen wir auf die Armee“, sagte Ghoga bei der Verkündung der Bildung eines ‘Nationalen Rates’, in dem die Städte des Landes vertreten sein sollen, die sich in Händen der Aufständischen befinden.
„Was wir benötigen, sind geheimdienstliche Informationen, aber auf keinen Fall darf unsere Souveränität zu Luft, Land oder Wasser beeinträchtigt werden“, fügte er während eines Treffens mit Journalisten in dieser Stadt hinzu, die sich 1.000 km östlich von Tripolis befindet.
„Die Unnachgiebigkeit der Verantwortlichen der Opposition bezüglich der nationalen Souveränität spiegelte die spontan geäußerte Meinung vieler libyscher Bürger gegenüber der internationalen Presse in Bengasi wieder“, informierte eine Meldung der AFP-Agentur am vergangenen Montag.
Am selben Tag erklärte eine Professorin für Politikwissenschaften der Universität von Bengasi, Abeir Imneina:
„In Libyen gibt es ein sehr starkes Nationalgefühl.“
„Außerdem macht das Beispiel Irak der arabischen Welt Angst“, betont sie hinsichtlich der nordamerikanischen Invasion im Jahr 2003, die jenem Land, und schließlich übergreifend auf die anderen Länder der Region, die Demokratie bringen sollte; eine Hypothese, die durch die Tatsachen vollkommen widerlegt wurde.“
Die Professorin fährt fort:
„Wir wissen, was in Irak passierte. Das Land ist völlig instabil. und wir wollen auf keinen Fall denselben Weg gehen. Wir wollen nicht, dass die US-Amerikaner hierher kommen, und wir in eine Situation geraten, dann Gadafi hinterher weinen zu müssen“, sagte die Expertin.
Abeir Imneina zufolge „existiert auch das Gefühl, dass das unsere Revolution ist und es uns zusteht, sie zu verwirklichen.“
Wenige Stunden nach Veröffentlichung dieser Nachricht beeilten sich zwei der wichtigsten US-Presseorgane, The New York Times und The Washington Post, neue Versionen zum Thema zu verbreiten. Darüber berichtet die Presseagentur DPA am nächsten Tag, dem 1. März: „Die libysche Opposition könnte den Westen bitten, strategische Positionen der treuen Kräfte von Muamar el Gadafi aus der Luft zu bombardieren“, berichtet heute die US-Presse.
„Das Thema wird gerade innerhalb des libyschen Revolutionsrates diskutiert“, präzisieren The New York Times und The Washington Post in ihren Online-Versionen.
„The New York Times weist darauf hin, dass diese Diskussionen die wachsende Frustration der aufständischen Führer angesichts der Möglichkeit manifestieren, dass Gadafi die Macht wieder übernimmt.”
„Sollten diese Aktionen aus der Luft im Rahmen der Vereinten Nationen stattfinden, würden sie keine internationale Intervention implizieren“, erklärte ein Sprecher des Rates, der von The New York Times zitiert wurde.”
„Der Rat setzt sich aus Rechtsanwälten, Akademikern, Richtern und prominenten Mitgliedern der libyschen Gesellschaft zusammen.”
Die Nachricht bestätigt:
„The Washington Post zitierte Aufständische, die anerkannten, dass ohne westliche Unterstützung der Kampf gegen die Kräfte, die Gadafi die Treue halten, lange dauern und viele Menschenopfer kosten könnte.”
Es ist auffällig, dass in dieser Aufzählung kein einziger Arbeiter, Bauer, Bauarbeiter oder sonst jemand erwähnt wird, der mit der materiellen Produktion in Verbindung steht, oder ein junger Student oder Kämpfer aus den Reihen derer ist, die auf den Kundgebungen sind. Warum wird darauf bestanden, die Aufständischen als prominente Mitglieder der Gesellschaft darzustellen, die Bombardements von den USA und der NATO fordern, um Libyer zu töten?
Eines Tages wird man die Wahrheit erfahren, und zwar durch Personen wie die Professorin für Politikwissenschaften der Universität von Bengasi, die mit großer Beredsamkeit über die grausame Erfahrung im Irak berichtet, wo Millionen von Menschen getötet wurden, ihre Arbeit verloren haben bzw. emigrieren mussten.
Heute, am Mittwoch, dem 2. März, präsentiert die Agentur EFE den bekannten Sprecher der Aufständischen, der Erklärungen abgibt, die meines Erachtens die vom Montag bestätigen und ihnen zugleich widersprechen: “Bengasi (Libyen), 2. März. Die libysche aufständische Führung bittet den UNO-Sicherheitsrat um einen Luftangriff ‘auf die Söldner’ des Regimes von Muamar el Gadafi.
„Aufgrund der Rolle unserer Streitkräfte als reine Verteidigungsarmee kann diese die Söldner nicht angreifen“, behauptete der Sprecher der Rebellen, Abdelhafiz Ghoga, in einer Pressekonferenz in Bengasi.”
„Ein strategischer Luftangriff ist etwas anderes als eine ausländische Intervention, die lehnen wir ab“, bekräftigte der Sprecher der Oppositionskräfte, die sich stets gegen eine ausländische Militärintervention im libyschen Konflikt ausgesprochen haben”.
Welchem der zahlreichen imperialistischen Krieg würde dieser ähneln?
Dem von Spanien 1936, dem von Mussolini gegen Äthiopien 1935, dem von George W. Bush gegen den Irak 2003, oder einem von den Dutzenden von Kriegen, die von den USA gegen die Völker Lateinamerikas, von der Invasion in Mexiko 1846 bis zum Krieg gegen die Falklandinseln 1982 vom Zaun gebrochen wurden?
Selbstverständlich dürfen hierbei die söldnerische Invasion in der Schweinebucht, der schmutzige Krieg und die Blockade gegen unser Vaterland, die am kommenden 16. April 50 Jahre andauert, nicht unerwähnt bleiben.
In all diesen Kriegen, wie auch im Vietnamkrieg, der Millionen von Menschenleben kostete, regierten Rechtfertigungen und die zynischsten Maßnahmen.
Für diejenigen, die an der unvermeidlich stattfindenden Militärinvasion in Libyen zweifeln, betitelte die Nachrichtenagentur AP, die ich als eine gut informierte Agentur betrachte, eine Nachricht, die heute veröffentlicht wurde, in der bestätigt wird: „Die Mitgliedstaaten der Organisation des Nordatlantikpaktes (NATO) erarbeiten einen Einsatzplan und nehmen dafür als Vorlage die Flugsperrgebiete über dem Balkan von 1990, für den Fall, dass die internationale Staatengemeinschaft entscheidet, ein Luftembargo über Libyen zu verhängen“, sagten die Diplomaten.
In der Nachricht wird geschlussfolgert: „Die Beamten, deren Namen aufgrund dieses heiklen Themas nicht bekannt gegeben werden konnten, deuteten darauf hin, dass man Bewegungen aus den Flugsperrgebieten beobachtet, die 1993 von dem westlichen Militärbündnis mit Zustimmung des Sicherheitsrates über Bosnien verhängt worden waren, sowie auf die Bombardierungen seitens der NATO in Kosovo 1999, die keine SOLCHE ZUSTIMMUNG hatten”.
Fortsetzung folgt morgen.
Fidel Castro Ruz
2. März 2011
20.19 Uhr
Reflexionen des Genossen Fidel: Der unvermeidliche Krieg der NATO (Zweiter Teil)
Als Gaddafi, Oberst der libyschen Armee, inspiriert von seinem ägyptischen Kollegen Abdel Nasser, im Jahr 1969 im Alter von 27 Jahren König Idris I. stürzte, setzte er wichtige revolutionäre Maßnahmen wie die Agrarreform und die Verstaatlichung des Erdöls durch. Das wachsende Einkommen wurden der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung, vor allem dem Bildungs- und Gesundheitswesen der zahlenmäßig kleinen libyschen Bevölkerung zugeführt, die in einem enormen Wüstengebiet mit ganz wenig kultivierbarer Erde lebt.
Unter dieser Wüste gab es ein weites und tiefes Meer aus fossilem Wasser. Als ich eine experimentelle Anbaufläche sah, hatte ich den Eindruck, dass in Zukunft dieses Wasser wertvoller als das Erdöl sein könnte.
Der religiöse Glaube, gepredigt mit der den muslimischen Völkern eigenen Frömmigkeit, hat teilweise geholfen, die in diesem arabischen Land immer noch bestehenden starken Stammesbeziehungen auszugleichen.
Die libyschen Revolutionäre haben ihre eigenen Ideen über die juristischen und politischen Einrichtungen ausgearbeitet und umgesetzt, die Kuba, wie üblich, respektierte.
Wir haben uns jeglicher Meinung über die Konzeptionen der libyschen Führung enthalten.
Wir sehen ganz klar, dass die Hauptsorge der Vereinigen Staaten und der NATO nicht Libyen ist, sondern die in der arabischen Welt ausgelöste revolutionäre Welle, die sie unbedingt verhindern wollen.
Es ist eine unwiderlegbare Tatsache, dass die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und ihren Verbündeten aus der NATO mit Libyen in den letzten Jahre hervorragend waren, bis es zu jener Rebellion in Ägypten und Tunesien kam.
Bei den hochrangigen Treffen zwischen Libyen und den Führungskräften der NATO hatte keine der Seiten Probleme mit Gaddafi. Das Land war eine sichere Lieferquelle von hochwertigem Erdöl, Gas und sogar Kalium. Die unter ihnen in den ersten Jahrzehnten entstandenen Probleme waren überwunden worden.
Libyen öffnete sich ausländischen Investitionen in strategischen Zweigen wie der Produktion und dem Vertrieb von Erdöl.
Die Privatisierung ist in viele öffentliche Unternehmen vorgedrungen. Der Internationale Währungsfonds hat eine positive Rolle bei der Umsetzung dieser Transaktionen gespielt.
Logischerweise überschüttete Aznar Gaddafi mit Lob, später auch Blair, Berlusconi, Sarkozy, Zapatero, und sogar mein Freund, der spanische König, defilierten vor dem spöttischen Blick des libyschen Führers. Sie waren zufrieden.
Es könnte so aussehen, dass ich mich darüber lustig mache, aber dem ist nicht so. Ich frage mich nur, warum sie jetzt Libyen überfallen und Gaddafi vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag bringen wollen.
Sie beschuldigen ihn rund um die Uhr, auf unbewaffnete, protestierende Bürger geschossen zu haben. Warum erklären sie der Welt nicht, dass die Waffen und vor allem die hoch entwickelten Repressionsmittel, die Libyen besitzt, von den Vereinigten Staaten, Großbritannien und anderen bedeutenden Gastgebern Gaddafis geliefert wurden?
Ich bin gegen den Zynismus und die Lügen, mit denen man jetzt die Invasion und Besetzung Libyens rechtfertigen will.
Im Mai 2001 habe ich Gaddafi das letzte Mal besucht, 15 Jahre nach dem Reagan seine ziemlich bescheidene Residenz angegriffen hatte, und wohin er mich mitnahm, um mir zeigen, was davon übrig geblieben war. Sie war einem direkten Einschlag aus der Luft ausgesetzt worden und war beträchtlich zerstört; seine kleine Tochter, drei Jahre alt, kam während des Angriffs ums Leben: sie wurde von Ronald Reagan ermordet. Da gab es keine vorherige Abstimmung mit der NATO, der Menschenrechtskommission oder dem Sicherheitsrat.
Mein davor liegender Besuch hat 1977 stattgefunden, acht Jahre nach dem Beginn des revolutionären Prozesses in Libyen. Ich besuchte Tripolis, nahm am libyschen Volkskongress in Sebha teil, besichtigte die ersten landwirtschaftlichen Versuche mit dem Wasser aus diesem unermesslichen Meer fossiler Gewässer, lernte Bengasi kennen und wurde herzlich empfangen. Es handelte sich um ein legendäres Land mit historischen Kämpfen im letzten Weltkrieg. Es hatte damals noch nicht einmal sechs Millionen Einwohner und seine enormen Vorkommen an leichtem Erdöl und fossilem Wasser waren noch nicht bekannt. Die ehemaligen portugiesischen Kolonien in Afrika waren gerade befreit worden.
In Angola haben wir 15 Jahre lang gegen die von den Vereinigten Staaten auf Stammesbasis organisierten Söldnerbanden sowie gegen die Regierung von Mobutu und die gut ausgerüstete und trainierte rassistische Apartheid-Armee gekämpft. Diese hat den Anweisungen der Vereinigten Staaten zufolge, wie man heutzutage weiß, Angola überfallen, um dessen Unabhängigkeit im Jahr 1975 zu verhindern, und sie sind mit ihren motorisierten Kräften bis in die Nähe von Luanda vorgedrungen. Mehrere kubanische Ausbilder sind bei dieser brutalen Invasion ums Leben gekommen. Umgehend wurden die nötigen Ausrüstungen geschickt.
Die Rassisten, durch die internationalistischen kubanischen und angolanischen Truppen bis an die Grenze zu Namibia zurückgetrieben, das von Südafrika besetzt war, hatten 13 Jahre lang die Aufgabe, den revolutionären Prozess in Angola zu beseitigen.
Mit Unterstützung der Vereinigten Staaten und Israels haben sie Kernwaffen entwickelt. Sie besaßen diese Bewaffnung bereits, als die kubanischen und angolanischen Truppen deren Land- und Luftkräfte in Cuito Cuanavale besiegten, in dem sie das Risiko auf sich nahmen, konventionelle Taktiken und Mittel einsetzten, um in Richtung Namibia vorzudringen, wo die Apartheid-Truppen Widerstand leisteten. Zwei mal in ihrer Geschichte standen unsere Streitkräfte vor dem Risiko, mit Atomwaffen angegriffen zu werden: im Oktober 1962 und im Süden von Angola, aber in dem zweiten Fall hätten nicht einmal jene Waffen, die Südafrika besaß, die Niederlage verhindern können, die das Ende des gehassten Systems einläutete. Die Dinge ereigneten sich während der Regierungszeit von Ronald Reagan in den Vereinigten Staaten und Pieter Botha in Südafrika.
Davon und über die hunderttausende Leben, die das imperialistische Abenteuer kostete, spricht niemand.
Ich bedauere, an diese Tatsachen erinnern zu müssen, da jetzt den arabischen Ländern große Gefahr, weil sie nicht weiter Opfer der Ausplünderung und Unterdrückung sein wollen.
Die Revolution in der arabischen Welt, die von den Vereinigten Staaten und der NATO so gefürchtet wird, wird von denen gemacht, die keine Rechte besitzen gegenüber jenen, die alle Privilegien haben, und wird deshalb noch tiefgreifender sein als die Revolution von 1789 in Europa, die mit dem Sturm auf die Bastille ausgelöst wurde.
Nicht einmal Louis XIV., als er verkündete, er sei der Staat, hatte solche Privilegien wie heute König Abdullah in Saudi-Arabien, auch nicht den unermesslichen Reichtum unter der Oberfläche dieses fast vollständig aus Wüste bestehenden Landes, wo die transnationalen Unternehmen der Yankees über die Förderung und somit weltweit über den Erdölpreis entscheiden.
Seit der Krise in Libyen erhöhte sich die Förderung in Saudi-Arabien auf eine Million Barrels täglich, mit minimalen Kosten, und damit steigen die Einnahmen dieses Landes und derer, die es kontrollieren, auf eine Milliarde US-Dollar täglich.
Trotzdem soll niemand denken, dass das saudiarabische Volk in Geld schwimmt. Die Meldungen über die Lebensbedingungen vieler Arbeiter im Bauwesen und in anderen Zweigen, die 13 und 14 Stunden täglich für armselige Löhne arbeiten müssen, sind beeindruckend.
Erschreckt durch die revolutionäre Welle, die das herrschende Ausplünderungssystem erschüttert, und nachdem, was mit den Arbeitern in Ägypten und Tunesien passierte, aber auch mit den arbeitslosen Jugendlichen in Jordanien, in den besetzten Gebiete von Palästina, Jemen, und sogar in Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten, wo die Einkommen höher sind, steht die hohe saudiarabische Hierarchie unter dem Eindruck der Ereignisse.
Anders als damals bekommen die arabischen Völker heute unmittelbar die Information über die Ereignisse, auch wenn diese stark manipuliert sind.
Das schlimmste für den Status quo der privilegierten Schichten ist, dass die erbitterten Ereignisse mit einer beträchtlichen Erhöhung der Nahrungsmittelpreise und der zerstörerischen Wirkung des Klimawandels zusammen fallen, während die Vereinigten Staaten, der größte Maisproduzent der Welt, 40 Prozent dieses subventionierten Produkts und einen wichtigen Teil der Sojabohnen für die Produktion von Biokraftstoff- benutzen, um ihre Autos zu füttern. Sicherlich kann Lester Brown, der am besten informierte nordamerikanische Ökologe der Welt über landwirtschaftliche Produkte, uns eine Idee über die jetzige Nahrungsmittelsituation vermitteln.
Der bolivarianische Präsident, Hugo Chávez, unternimmt alle denkbaren Bemühung, um eine Lösung ohne eine Intervention der NATO in Libyen zu finden. Seine Möglichkeiten, dieses Ziel zu erreichen, könnten größer sein, wenn er eine weit verzweigte Meinungsbewegung vor und nicht erst nach der Intervention schaffte, damit die Völker die grässliche Erfahrung in Irak sich nicht in anderen Ländern wiederholen sehen.
Ende der Reflexion.
Fidel Castro Ruz
3. März 2011
22.32 Uhr
Im Unterschied zu dem, was in Ägypten und Tunesien geschieht, nimmt Libyen den ersten Platz bei den Kennziffern der Humanentwicklung in Afrika ein und weist die höchste Lebenserwartung auf dem Kontinent auf. Dem Bildungs- und Gesundheitswesen widmet der Staat besondere Aufmerksamkeit. Das kulturelle Niveau der Bevölkerung ist zweifellos höher. Die Probleme liegen auf anderer Ebene. Der Bevölkerung mangelte es nicht an Lebensmitteln und unabdingbaren sozialen Dienstleistungen. Das Land benötigte viele ausländische Arbeitskräfte, um die ehrgeizigen Produktions- und Sozialpläne zu realisieren.
Deshalb gab Libyen hunderttausenden von Menschen aus Ägypten, Tunesien, China und anderen Ländern Arbeit. Es verfügte über enorme Einkommen und Reserven konvertierbarer Währungen auf den Banken der reichen Ländern, mit denen es Bedarfsgüter und sogar hoch entwickelte Waffen kaufte, die genau von denselben Ländern geliefert worden sind, die heute Libyen im Namen der Menschenrechte überfallen wollen.
Die riesige von den Massenmedien entfesselte Lügenkampagne verursachte eine große Verwirrung in der Weltöffentlichkeit. Die Zeit wird vergehen, bevor man genau rekonstruieren kann, was wirklich in Libyen geschehen ist, und bevor man die echten von den falschen Ereignissen unterscheiden kann, die verbreitet wurden.
Verantwortungsbewusste und angesehene Radiosender wie Telesur sahen sich gezwungen, Reporter und Kameramänner zu den Veranstaltungen sowohl der einen als auch der anderen Seite zu senden, um informieren zu können, was tatsächlich geschah.
Die Nachrichtenverbindungen waren unterbrochen, und die rechtschaffenen diplomatischen Beamten haben ihr Leben riskiert, in dem sie am Tage und in der Nacht durch die Straßen gelaufen sind, um die Aktivitäten zu beobachten und dann darüber zu berichten. Die USA und ihre Hauptverbündeten haben höchst ausgeklügelte Mittel benutzt, um entstellte Informationen über die Ereignisse zu verbreiten, aus denen man die Wahrheit herausfinden musste.
Zweifellos drückten die Gesichter der Jugendlichen, die in Bengasi demonstrierten, Männer und Frauen mit oder ohne Schleier, echte Entrüstung aus.
Man kann immer noch den Einfluss spüren, den die Stammesverbände in diesem arabischen Land spielen, obwohl 95% der Bevölkerung den muslimischen Glauben aufrichtig teilen.
Der Imperialismus und die NATO – ernsthaft über die revolutionäre Welle besorgt, die die arabischen Länder erfasst hat, wo ein großer Teil des Erdöls erzeugt wird, das die Konsumwirtschaften der entwickelten und reichen Ländern aufrecht erhält – versäumten es nicht, den inneren Konflikt in Libyen auszunutzen, um eine militärische Intervention zu voranzutreiben. Die Erklärungen der US-Regierung waren in diesem Sinne von Anfang an kategorisch.
Die Umstände konnten nicht vorteilhafter sein. In den Wahlen im November hat die republikanische Rechte dem Präsidenten Obama, ein Rhetorikexperte, einen harten Schlag versetzt.
Die faschistische Gruppe der “erfüllten Mission”, jetzt ideologisch von den Extremisten der Tea Party unterstützt, reduzierte die Möglichkeiten des jetzigen Präsidenten auf eine bloße dekorative Rolle, in der sogar sein Gesundheitsprogramm und der bezweifelte wirtschaftliche Aufschwung aufgrund des Haushaltsdefizits und des unkontrollierbaren Wachstums der Verschuldung der Öffentlichen Hand, die schon alle historischen Rekorde gebrochen hatten, in Gefahr waren.
Trotz der Lügenflut und der gewollten Verwirrung konnten die Vereinigten Staaten China und Russland nicht dazu verleiten, im Sicherheitsrat für eine militärische Intervention in Libyen zu stimmen, während es ihnen gelang, in der Menschenrechtskommission jene Ziele zu erreichen, die sie in diesem Moment anstrebten. Bezüglich einer militärischen Intervention erklärte die Staatsekretärin in ganz eindeutigen Worten, dass „keine Option ausgeschlossen sei“.
Es ist eine Tatsache, dass sich Libyen in einem Bürgerkrieg befindet, wie wir es voraus gesehen haben, und die Vereinten Nationen nichts tun konnten, um diesen zu verhindern, ausgenommen die Tatsache, dass ihr Generalsekretär selbst noch Öl ins Feuer gegossen hat.
Wahrscheinlich haben sich die Akteure aber nicht vorstellen können, dass die Führer des Aufstandes selbst in dieses komplizierte Thema eingriffen und erklärten, dass sie jegliche ausländische Intervention ablehnten.
Mehrere Nachrichtenagenturen informierten, dass Abdelhafiz Ghoga, Sprecher des Revolutionskomitees, am Montag, dem 28. Februar erklärte, dass „’die restlichen Gebiete Libyens vom libyschen Volk befreit werden’“.
„Für die Befreiung von Tripolis zählen wir auf die Armee“, sagte Ghoga bei der Verkündung der Bildung eines ‘Nationalen Rates’, in dem die Städte des Landes vertreten sein sollen, die sich in Händen der Aufständischen befinden.
„Was wir benötigen, sind geheimdienstliche Informationen, aber auf keinen Fall darf unsere Souveränität zu Luft, Land oder Wasser beeinträchtigt werden“, fügte er während eines Treffens mit Journalisten in dieser Stadt hinzu, die sich 1.000 km östlich von Tripolis befindet.
„Die Unnachgiebigkeit der Verantwortlichen der Opposition bezüglich der nationalen Souveränität spiegelte die spontan geäußerte Meinung vieler libyscher Bürger gegenüber der internationalen Presse in Bengasi wieder“, informierte eine Meldung der AFP-Agentur am vergangenen Montag.
Am selben Tag erklärte eine Professorin für Politikwissenschaften der Universität von Bengasi, Abeir Imneina:
„In Libyen gibt es ein sehr starkes Nationalgefühl.“
„Außerdem macht das Beispiel Irak der arabischen Welt Angst“, betont sie hinsichtlich der nordamerikanischen Invasion im Jahr 2003, die jenem Land, und schließlich übergreifend auf die anderen Länder der Region, die Demokratie bringen sollte; eine Hypothese, die durch die Tatsachen vollkommen widerlegt wurde.“
Die Professorin fährt fort:
„Wir wissen, was in Irak passierte. Das Land ist völlig instabil. und wir wollen auf keinen Fall denselben Weg gehen. Wir wollen nicht, dass die US-Amerikaner hierher kommen, und wir in eine Situation geraten, dann Gadafi hinterher weinen zu müssen“, sagte die Expertin.
Abeir Imneina zufolge „existiert auch das Gefühl, dass das unsere Revolution ist und es uns zusteht, sie zu verwirklichen.“
Wenige Stunden nach Veröffentlichung dieser Nachricht beeilten sich zwei der wichtigsten US-Presseorgane, The New York Times und The Washington Post, neue Versionen zum Thema zu verbreiten. Darüber berichtet die Presseagentur DPA am nächsten Tag, dem 1. März: „Die libysche Opposition könnte den Westen bitten, strategische Positionen der treuen Kräfte von Muamar el Gadafi aus der Luft zu bombardieren“, berichtet heute die US-Presse.
„Das Thema wird gerade innerhalb des libyschen Revolutionsrates diskutiert“, präzisieren The New York Times und The Washington Post in ihren Online-Versionen.
„The New York Times weist darauf hin, dass diese Diskussionen die wachsende Frustration der aufständischen Führer angesichts der Möglichkeit manifestieren, dass Gadafi die Macht wieder übernimmt.”
„Sollten diese Aktionen aus der Luft im Rahmen der Vereinten Nationen stattfinden, würden sie keine internationale Intervention implizieren“, erklärte ein Sprecher des Rates, der von The New York Times zitiert wurde.”
„Der Rat setzt sich aus Rechtsanwälten, Akademikern, Richtern und prominenten Mitgliedern der libyschen Gesellschaft zusammen.”
Die Nachricht bestätigt:
„The Washington Post zitierte Aufständische, die anerkannten, dass ohne westliche Unterstützung der Kampf gegen die Kräfte, die Gadafi die Treue halten, lange dauern und viele Menschenopfer kosten könnte.”
Es ist auffällig, dass in dieser Aufzählung kein einziger Arbeiter, Bauer, Bauarbeiter oder sonst jemand erwähnt wird, der mit der materiellen Produktion in Verbindung steht, oder ein junger Student oder Kämpfer aus den Reihen derer ist, die auf den Kundgebungen sind. Warum wird darauf bestanden, die Aufständischen als prominente Mitglieder der Gesellschaft darzustellen, die Bombardements von den USA und der NATO fordern, um Libyer zu töten?
Eines Tages wird man die Wahrheit erfahren, und zwar durch Personen wie die Professorin für Politikwissenschaften der Universität von Bengasi, die mit großer Beredsamkeit über die grausame Erfahrung im Irak berichtet, wo Millionen von Menschen getötet wurden, ihre Arbeit verloren haben bzw. emigrieren mussten.
Heute, am Mittwoch, dem 2. März, präsentiert die Agentur EFE den bekannten Sprecher der Aufständischen, der Erklärungen abgibt, die meines Erachtens die vom Montag bestätigen und ihnen zugleich widersprechen: “Bengasi (Libyen), 2. März. Die libysche aufständische Führung bittet den UNO-Sicherheitsrat um einen Luftangriff ‘auf die Söldner’ des Regimes von Muamar el Gadafi.
„Aufgrund der Rolle unserer Streitkräfte als reine Verteidigungsarmee kann diese die Söldner nicht angreifen“, behauptete der Sprecher der Rebellen, Abdelhafiz Ghoga, in einer Pressekonferenz in Bengasi.”
„Ein strategischer Luftangriff ist etwas anderes als eine ausländische Intervention, die lehnen wir ab“, bekräftigte der Sprecher der Oppositionskräfte, die sich stets gegen eine ausländische Militärintervention im libyschen Konflikt ausgesprochen haben”.
Welchem der zahlreichen imperialistischen Krieg würde dieser ähneln?
Dem von Spanien 1936, dem von Mussolini gegen Äthiopien 1935, dem von George W. Bush gegen den Irak 2003, oder einem von den Dutzenden von Kriegen, die von den USA gegen die Völker Lateinamerikas, von der Invasion in Mexiko 1846 bis zum Krieg gegen die Falklandinseln 1982 vom Zaun gebrochen wurden?
Selbstverständlich dürfen hierbei die söldnerische Invasion in der Schweinebucht, der schmutzige Krieg und die Blockade gegen unser Vaterland, die am kommenden 16. April 50 Jahre andauert, nicht unerwähnt bleiben.
In all diesen Kriegen, wie auch im Vietnamkrieg, der Millionen von Menschenleben kostete, regierten Rechtfertigungen und die zynischsten Maßnahmen.
Für diejenigen, die an der unvermeidlich stattfindenden Militärinvasion in Libyen zweifeln, betitelte die Nachrichtenagentur AP, die ich als eine gut informierte Agentur betrachte, eine Nachricht, die heute veröffentlicht wurde, in der bestätigt wird: „Die Mitgliedstaaten der Organisation des Nordatlantikpaktes (NATO) erarbeiten einen Einsatzplan und nehmen dafür als Vorlage die Flugsperrgebiete über dem Balkan von 1990, für den Fall, dass die internationale Staatengemeinschaft entscheidet, ein Luftembargo über Libyen zu verhängen“, sagten die Diplomaten.
In der Nachricht wird geschlussfolgert: „Die Beamten, deren Namen aufgrund dieses heiklen Themas nicht bekannt gegeben werden konnten, deuteten darauf hin, dass man Bewegungen aus den Flugsperrgebieten beobachtet, die 1993 von dem westlichen Militärbündnis mit Zustimmung des Sicherheitsrates über Bosnien verhängt worden waren, sowie auf die Bombardierungen seitens der NATO in Kosovo 1999, die keine SOLCHE ZUSTIMMUNG hatten”.
Fortsetzung folgt morgen.
Fidel Castro Ruz
2. März 2011
20.19 Uhr
Reflexionen des Genossen Fidel: Der unvermeidliche Krieg der NATO (Zweiter Teil)
Als Gaddafi, Oberst der libyschen Armee, inspiriert von seinem ägyptischen Kollegen Abdel Nasser, im Jahr 1969 im Alter von 27 Jahren König Idris I. stürzte, setzte er wichtige revolutionäre Maßnahmen wie die Agrarreform und die Verstaatlichung des Erdöls durch. Das wachsende Einkommen wurden der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung, vor allem dem Bildungs- und Gesundheitswesen der zahlenmäßig kleinen libyschen Bevölkerung zugeführt, die in einem enormen Wüstengebiet mit ganz wenig kultivierbarer Erde lebt.
Unter dieser Wüste gab es ein weites und tiefes Meer aus fossilem Wasser. Als ich eine experimentelle Anbaufläche sah, hatte ich den Eindruck, dass in Zukunft dieses Wasser wertvoller als das Erdöl sein könnte.
Der religiöse Glaube, gepredigt mit der den muslimischen Völkern eigenen Frömmigkeit, hat teilweise geholfen, die in diesem arabischen Land immer noch bestehenden starken Stammesbeziehungen auszugleichen.
Die libyschen Revolutionäre haben ihre eigenen Ideen über die juristischen und politischen Einrichtungen ausgearbeitet und umgesetzt, die Kuba, wie üblich, respektierte.
Wir haben uns jeglicher Meinung über die Konzeptionen der libyschen Führung enthalten.
Wir sehen ganz klar, dass die Hauptsorge der Vereinigen Staaten und der NATO nicht Libyen ist, sondern die in der arabischen Welt ausgelöste revolutionäre Welle, die sie unbedingt verhindern wollen.
Es ist eine unwiderlegbare Tatsache, dass die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und ihren Verbündeten aus der NATO mit Libyen in den letzten Jahre hervorragend waren, bis es zu jener Rebellion in Ägypten und Tunesien kam.
Bei den hochrangigen Treffen zwischen Libyen und den Führungskräften der NATO hatte keine der Seiten Probleme mit Gaddafi. Das Land war eine sichere Lieferquelle von hochwertigem Erdöl, Gas und sogar Kalium. Die unter ihnen in den ersten Jahrzehnten entstandenen Probleme waren überwunden worden.
Libyen öffnete sich ausländischen Investitionen in strategischen Zweigen wie der Produktion und dem Vertrieb von Erdöl.
Die Privatisierung ist in viele öffentliche Unternehmen vorgedrungen. Der Internationale Währungsfonds hat eine positive Rolle bei der Umsetzung dieser Transaktionen gespielt.
Logischerweise überschüttete Aznar Gaddafi mit Lob, später auch Blair, Berlusconi, Sarkozy, Zapatero, und sogar mein Freund, der spanische König, defilierten vor dem spöttischen Blick des libyschen Führers. Sie waren zufrieden.
Es könnte so aussehen, dass ich mich darüber lustig mache, aber dem ist nicht so. Ich frage mich nur, warum sie jetzt Libyen überfallen und Gaddafi vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag bringen wollen.
Sie beschuldigen ihn rund um die Uhr, auf unbewaffnete, protestierende Bürger geschossen zu haben. Warum erklären sie der Welt nicht, dass die Waffen und vor allem die hoch entwickelten Repressionsmittel, die Libyen besitzt, von den Vereinigten Staaten, Großbritannien und anderen bedeutenden Gastgebern Gaddafis geliefert wurden?
Ich bin gegen den Zynismus und die Lügen, mit denen man jetzt die Invasion und Besetzung Libyens rechtfertigen will.
Im Mai 2001 habe ich Gaddafi das letzte Mal besucht, 15 Jahre nach dem Reagan seine ziemlich bescheidene Residenz angegriffen hatte, und wohin er mich mitnahm, um mir zeigen, was davon übrig geblieben war. Sie war einem direkten Einschlag aus der Luft ausgesetzt worden und war beträchtlich zerstört; seine kleine Tochter, drei Jahre alt, kam während des Angriffs ums Leben: sie wurde von Ronald Reagan ermordet. Da gab es keine vorherige Abstimmung mit der NATO, der Menschenrechtskommission oder dem Sicherheitsrat.
Mein davor liegender Besuch hat 1977 stattgefunden, acht Jahre nach dem Beginn des revolutionären Prozesses in Libyen. Ich besuchte Tripolis, nahm am libyschen Volkskongress in Sebha teil, besichtigte die ersten landwirtschaftlichen Versuche mit dem Wasser aus diesem unermesslichen Meer fossiler Gewässer, lernte Bengasi kennen und wurde herzlich empfangen. Es handelte sich um ein legendäres Land mit historischen Kämpfen im letzten Weltkrieg. Es hatte damals noch nicht einmal sechs Millionen Einwohner und seine enormen Vorkommen an leichtem Erdöl und fossilem Wasser waren noch nicht bekannt. Die ehemaligen portugiesischen Kolonien in Afrika waren gerade befreit worden.
In Angola haben wir 15 Jahre lang gegen die von den Vereinigten Staaten auf Stammesbasis organisierten Söldnerbanden sowie gegen die Regierung von Mobutu und die gut ausgerüstete und trainierte rassistische Apartheid-Armee gekämpft. Diese hat den Anweisungen der Vereinigten Staaten zufolge, wie man heutzutage weiß, Angola überfallen, um dessen Unabhängigkeit im Jahr 1975 zu verhindern, und sie sind mit ihren motorisierten Kräften bis in die Nähe von Luanda vorgedrungen. Mehrere kubanische Ausbilder sind bei dieser brutalen Invasion ums Leben gekommen. Umgehend wurden die nötigen Ausrüstungen geschickt.
Die Rassisten, durch die internationalistischen kubanischen und angolanischen Truppen bis an die Grenze zu Namibia zurückgetrieben, das von Südafrika besetzt war, hatten 13 Jahre lang die Aufgabe, den revolutionären Prozess in Angola zu beseitigen.
Mit Unterstützung der Vereinigten Staaten und Israels haben sie Kernwaffen entwickelt. Sie besaßen diese Bewaffnung bereits, als die kubanischen und angolanischen Truppen deren Land- und Luftkräfte in Cuito Cuanavale besiegten, in dem sie das Risiko auf sich nahmen, konventionelle Taktiken und Mittel einsetzten, um in Richtung Namibia vorzudringen, wo die Apartheid-Truppen Widerstand leisteten. Zwei mal in ihrer Geschichte standen unsere Streitkräfte vor dem Risiko, mit Atomwaffen angegriffen zu werden: im Oktober 1962 und im Süden von Angola, aber in dem zweiten Fall hätten nicht einmal jene Waffen, die Südafrika besaß, die Niederlage verhindern können, die das Ende des gehassten Systems einläutete. Die Dinge ereigneten sich während der Regierungszeit von Ronald Reagan in den Vereinigten Staaten und Pieter Botha in Südafrika.
Davon und über die hunderttausende Leben, die das imperialistische Abenteuer kostete, spricht niemand.
Ich bedauere, an diese Tatsachen erinnern zu müssen, da jetzt den arabischen Ländern große Gefahr, weil sie nicht weiter Opfer der Ausplünderung und Unterdrückung sein wollen.
Die Revolution in der arabischen Welt, die von den Vereinigten Staaten und der NATO so gefürchtet wird, wird von denen gemacht, die keine Rechte besitzen gegenüber jenen, die alle Privilegien haben, und wird deshalb noch tiefgreifender sein als die Revolution von 1789 in Europa, die mit dem Sturm auf die Bastille ausgelöst wurde.
Nicht einmal Louis XIV., als er verkündete, er sei der Staat, hatte solche Privilegien wie heute König Abdullah in Saudi-Arabien, auch nicht den unermesslichen Reichtum unter der Oberfläche dieses fast vollständig aus Wüste bestehenden Landes, wo die transnationalen Unternehmen der Yankees über die Förderung und somit weltweit über den Erdölpreis entscheiden.
Seit der Krise in Libyen erhöhte sich die Förderung in Saudi-Arabien auf eine Million Barrels täglich, mit minimalen Kosten, und damit steigen die Einnahmen dieses Landes und derer, die es kontrollieren, auf eine Milliarde US-Dollar täglich.
Trotzdem soll niemand denken, dass das saudiarabische Volk in Geld schwimmt. Die Meldungen über die Lebensbedingungen vieler Arbeiter im Bauwesen und in anderen Zweigen, die 13 und 14 Stunden täglich für armselige Löhne arbeiten müssen, sind beeindruckend.
Erschreckt durch die revolutionäre Welle, die das herrschende Ausplünderungssystem erschüttert, und nachdem, was mit den Arbeitern in Ägypten und Tunesien passierte, aber auch mit den arbeitslosen Jugendlichen in Jordanien, in den besetzten Gebiete von Palästina, Jemen, und sogar in Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten, wo die Einkommen höher sind, steht die hohe saudiarabische Hierarchie unter dem Eindruck der Ereignisse.
Anders als damals bekommen die arabischen Völker heute unmittelbar die Information über die Ereignisse, auch wenn diese stark manipuliert sind.
Das schlimmste für den Status quo der privilegierten Schichten ist, dass die erbitterten Ereignisse mit einer beträchtlichen Erhöhung der Nahrungsmittelpreise und der zerstörerischen Wirkung des Klimawandels zusammen fallen, während die Vereinigten Staaten, der größte Maisproduzent der Welt, 40 Prozent dieses subventionierten Produkts und einen wichtigen Teil der Sojabohnen für die Produktion von Biokraftstoff- benutzen, um ihre Autos zu füttern. Sicherlich kann Lester Brown, der am besten informierte nordamerikanische Ökologe der Welt über landwirtschaftliche Produkte, uns eine Idee über die jetzige Nahrungsmittelsituation vermitteln.
Der bolivarianische Präsident, Hugo Chávez, unternimmt alle denkbaren Bemühung, um eine Lösung ohne eine Intervention der NATO in Libyen zu finden. Seine Möglichkeiten, dieses Ziel zu erreichen, könnten größer sein, wenn er eine weit verzweigte Meinungsbewegung vor und nicht erst nach der Intervention schaffte, damit die Völker die grässliche Erfahrung in Irak sich nicht in anderen Ländern wiederholen sehen.
Ende der Reflexion.
Fidel Castro Ruz
3. März 2011
22.32 Uhr
Montag, 21. Februar 2011
Die NATO plant Libyen zu besetzen
Reflexionen des Genossen Fidel: Die NATO plant Libyen zu besetzen
Das Erdöl wurde zum hauptsächlichen Reichtum in den Händen der großen US-Transnationalen; mit dieser Energiequelle haben sie über ein Instrument verfügt, die ihre politische Macht auf der Welt deutlich erhöhte. Das war ihre Hauptwaffe, als sie beschlossen, die Kubanische Revolution einfach zu liquidieren, sobald die ersten gerechten und souveränen Gesetze in unserem Vaterland verkündet wurden, d.h., uns das Erdöl wegzunehmen.
Auf der Grundlage dieser Energiequelle hat sich die heutige Zivilisation entwickelt. Venezuela war das Land in dieser Hemisphäre, das den höchsten Preis bezahlte. Die Vereinigten Staaten bemächtigten sich der enormen Vorkommen, mit denen dieses Bruderland von der Natur gesegnet worden ist.
Nach dem Ende des letzten Weltkriegs begann die Erdölförderung im Iran, in Saudi-Arabien, im Irak und in den umliegenden arabischen Ländern. Diese wurden zu den Hauptlieferanten. Der Weltverbrauch steigerte sich bis zu der fabulösen Menge von ungefähr 80 Millionen Barrels täglich, einschließlich der Fördermenge in den Vereinigten Staaten, zu der in jüngster Zeit noch Gas, Wasserkraft- und Kernenergie hinzu kamen. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war Kohle die Hauptenergiequelle, die die industrielle Entwicklung ermöglichte, bevor man Milliarden von Autos und Motoren herstellte, die flüssigen Kraftstoff verbrauchen.
Die Verschwendung des Erdöls und des Gases sind mit einer der größten Tragödien der Menschheit verbunden, mit dem Klimawandel.
Als unsere Revolution ihren Anfang nahm, waren Algerien, Libyen und Ägypten noch keine Erdölproduzenten, und ein großer Teil der reichlichen Vorkommen von Saudi-Arabien, Irak, Iran und der Vereinigten Arabischen Emirate war noch nicht entdeckt.
Im Dezember 1951 war Libyen das erste afrikanische Land, das nach dem Zweiten Weltkrieg seine Unabhängigkeit erreichte. In jenem Krieg war es Schauplatz bedeutender Schlachten zwischen deutschen und englischen Truppen, die Generäle wie Erwin Rommel und Bernard L. Montgomery berühmt machten.
95% des Territoriums dieses Landes sind Wüste. Die Technologie machte es möglich, bedeutende Vorkommen leichten Erdöls mit hervorragender Qualität zu entdecken, die heutzutage 1,8 Millionen Barrels täglich erreichen, und zusätzlich eine große Menge von Naturgas. Dieser Reichtum ermöglichte eine Lebenserwartung von ca. 75 Jahren sowie das höchste Pro-Kopf-Einkommen in Afrika. Die unerbittliche Wüste liegt über einem enormen See aus fossilem Wasser, der ungefähr drei mal so groß wie Kuba ist. Das hat Libyen ermöglicht, ein weites Netz von Süßwasserleitungen durch das ganze Land zu bauen.
Libyen, das zum Zeitpunkt der Erlangung der Unabhängigkeit eine Million Einwohner hatte, hat gegenwärtig über sechs Millionen.
Die libysche Revolution fand im September 1969 statt. Ihr Anführer war Muammar al-Gaddafi, ein Militär beduinischer Herkunft, der seit seiner frühen Jungendzeit von den Ideen des ägyptischen Führers Gamal Abdel Nasser inspiriert worden ist. Zweifellos sind viele seiner Entscheidungen mit den Veränderungen verbunden, wie auch im Fall von Ägypten, als eine schwache und korrupte Monarchie in Libyen gestürzt wurde.
Die Einwohner dieses Landes haben tausendjährige kämpferische Traditionen. Man sagt, dass die Libyer in der Antike der Armee Hannibals angehörten, als jener mit der Armee, mit der er die Alpen überquerte, beinahe das antike Rom zu Fall gebracht hätte.
Man kann mit Gaddafi einverstanden sein oder nicht. Die Welt ist mit allerart Nachrichten überflutet worden, vor allem über die Massenmedien. Man muss eine gewisse Zeit abwarten, um wirklich zu erkennen, was Wahrheit oder Lüge ist, oder eine Mischung aus all den Ereignissen, die in Libyen zu diesem Chaos führten. Was für mich absolut klar ist, ist, dass es der Regierung der Vereinigten Staaten überhaupt nicht am Frieden in Libyen gelegen ist, und sie nicht zögern wird, der NATO den Befehl zur Invasion in dieses reiche Landes zu geben, sei es in einigen Stunden oder in den nächsten Tagen.
Diejenigen, die mit niederträchtigen Absichten die Lüge erfunden haben, das Gaddafi nach Venezuela gereist ist, wie sie es gestern Nachmittag, am Sonntag, dem 20. Februar, getan haben, erhielten heute eine würdige Antwort von Nicolás Maduro, dem Außenminister von Venezuela, als er wortwörtlich sagte, er „hoffe, dass das libysche Volk in Ausübung seiner Souveränität und ohne die Einmischung des Imperialismus eine friedliche Lösung für seine Schwierigkeiten finde, die die Integrität des Volkes und der libysche Nation bewahre…“
Ich kann mir nicht vorstellen, dass der libysche Staatsmann das Land verlässt und sich der die ihm übertragenen Verantwortung entzieht, sei diese teilweise oder ganz falsch oder nicht.
Eine ehrliche Person wird immer gegen jede Ungerechtigkeit sein, die gegenüber irgendeinem Volk der Welt verübt wird, und die schlimmste wäre in diesem Augenblick, über das von der NATO in Vorbereitung befindliche Verbrechen gegen das libysche Volk zu schweigen.
Es drängt die kriegerische Führung dieser Organisation geradezu, dieses Verbrechen zu begehen. Man muss das öffentlich anprangern!
Fidel Castro Ruz
21. Februar 2011
22:14 Uhr
Das Erdöl wurde zum hauptsächlichen Reichtum in den Händen der großen US-Transnationalen; mit dieser Energiequelle haben sie über ein Instrument verfügt, die ihre politische Macht auf der Welt deutlich erhöhte. Das war ihre Hauptwaffe, als sie beschlossen, die Kubanische Revolution einfach zu liquidieren, sobald die ersten gerechten und souveränen Gesetze in unserem Vaterland verkündet wurden, d.h., uns das Erdöl wegzunehmen.
Auf der Grundlage dieser Energiequelle hat sich die heutige Zivilisation entwickelt. Venezuela war das Land in dieser Hemisphäre, das den höchsten Preis bezahlte. Die Vereinigten Staaten bemächtigten sich der enormen Vorkommen, mit denen dieses Bruderland von der Natur gesegnet worden ist.
Nach dem Ende des letzten Weltkriegs begann die Erdölförderung im Iran, in Saudi-Arabien, im Irak und in den umliegenden arabischen Ländern. Diese wurden zu den Hauptlieferanten. Der Weltverbrauch steigerte sich bis zu der fabulösen Menge von ungefähr 80 Millionen Barrels täglich, einschließlich der Fördermenge in den Vereinigten Staaten, zu der in jüngster Zeit noch Gas, Wasserkraft- und Kernenergie hinzu kamen. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war Kohle die Hauptenergiequelle, die die industrielle Entwicklung ermöglichte, bevor man Milliarden von Autos und Motoren herstellte, die flüssigen Kraftstoff verbrauchen.
Die Verschwendung des Erdöls und des Gases sind mit einer der größten Tragödien der Menschheit verbunden, mit dem Klimawandel.
Als unsere Revolution ihren Anfang nahm, waren Algerien, Libyen und Ägypten noch keine Erdölproduzenten, und ein großer Teil der reichlichen Vorkommen von Saudi-Arabien, Irak, Iran und der Vereinigten Arabischen Emirate war noch nicht entdeckt.
Im Dezember 1951 war Libyen das erste afrikanische Land, das nach dem Zweiten Weltkrieg seine Unabhängigkeit erreichte. In jenem Krieg war es Schauplatz bedeutender Schlachten zwischen deutschen und englischen Truppen, die Generäle wie Erwin Rommel und Bernard L. Montgomery berühmt machten.
95% des Territoriums dieses Landes sind Wüste. Die Technologie machte es möglich, bedeutende Vorkommen leichten Erdöls mit hervorragender Qualität zu entdecken, die heutzutage 1,8 Millionen Barrels täglich erreichen, und zusätzlich eine große Menge von Naturgas. Dieser Reichtum ermöglichte eine Lebenserwartung von ca. 75 Jahren sowie das höchste Pro-Kopf-Einkommen in Afrika. Die unerbittliche Wüste liegt über einem enormen See aus fossilem Wasser, der ungefähr drei mal so groß wie Kuba ist. Das hat Libyen ermöglicht, ein weites Netz von Süßwasserleitungen durch das ganze Land zu bauen.
Libyen, das zum Zeitpunkt der Erlangung der Unabhängigkeit eine Million Einwohner hatte, hat gegenwärtig über sechs Millionen.
Die libysche Revolution fand im September 1969 statt. Ihr Anführer war Muammar al-Gaddafi, ein Militär beduinischer Herkunft, der seit seiner frühen Jungendzeit von den Ideen des ägyptischen Führers Gamal Abdel Nasser inspiriert worden ist. Zweifellos sind viele seiner Entscheidungen mit den Veränderungen verbunden, wie auch im Fall von Ägypten, als eine schwache und korrupte Monarchie in Libyen gestürzt wurde.
Die Einwohner dieses Landes haben tausendjährige kämpferische Traditionen. Man sagt, dass die Libyer in der Antike der Armee Hannibals angehörten, als jener mit der Armee, mit der er die Alpen überquerte, beinahe das antike Rom zu Fall gebracht hätte.
Man kann mit Gaddafi einverstanden sein oder nicht. Die Welt ist mit allerart Nachrichten überflutet worden, vor allem über die Massenmedien. Man muss eine gewisse Zeit abwarten, um wirklich zu erkennen, was Wahrheit oder Lüge ist, oder eine Mischung aus all den Ereignissen, die in Libyen zu diesem Chaos führten. Was für mich absolut klar ist, ist, dass es der Regierung der Vereinigten Staaten überhaupt nicht am Frieden in Libyen gelegen ist, und sie nicht zögern wird, der NATO den Befehl zur Invasion in dieses reiche Landes zu geben, sei es in einigen Stunden oder in den nächsten Tagen.
Diejenigen, die mit niederträchtigen Absichten die Lüge erfunden haben, das Gaddafi nach Venezuela gereist ist, wie sie es gestern Nachmittag, am Sonntag, dem 20. Februar, getan haben, erhielten heute eine würdige Antwort von Nicolás Maduro, dem Außenminister von Venezuela, als er wortwörtlich sagte, er „hoffe, dass das libysche Volk in Ausübung seiner Souveränität und ohne die Einmischung des Imperialismus eine friedliche Lösung für seine Schwierigkeiten finde, die die Integrität des Volkes und der libysche Nation bewahre…“
Ich kann mir nicht vorstellen, dass der libysche Staatsmann das Land verlässt und sich der die ihm übertragenen Verantwortung entzieht, sei diese teilweise oder ganz falsch oder nicht.
Eine ehrliche Person wird immer gegen jede Ungerechtigkeit sein, die gegenüber irgendeinem Volk der Welt verübt wird, und die schlimmste wäre in diesem Augenblick, über das von der NATO in Vorbereitung befindliche Verbrechen gegen das libysche Volk zu schweigen.
Es drängt die kriegerische Führung dieser Organisation geradezu, dieses Verbrechen zu begehen. Man muss das öffentlich anprangern!
Fidel Castro Ruz
21. Februar 2011
22:14 Uhr
Sonntag, 13. Februar 2011
Die Revolutionäre Rebellion in Ägypten
Reflexionen des Genossen Fidel: Die Revolutionäre Rebellion in Ägypten
Vor einigen Tagen sagte ich, dass das Schicksal von Mubarak besiegelt sei, und dass nicht einmal Obama ihn retten könne.
Die Welt weiß, was im Mittleren Osten geschieht. Die Nachrichten verbreiten sich unglaublich schnell. Kaum reicht den Politikern die Zeit, um die Nachrichten zu lesen, die stündlich eingehen. Alle sind sich der Bedeutung dessen bewusst, was sich dort ereignet.
Nach 18 Tagen harter Auseinandersetzungen hat das ägyptischen Volk ein wichtiges Ziel zu erreicht: den wichtigsten Verbündeten der USA innerhalb der arabischen Länder zu stürzen. Mubarak unterdrückte und plünderte sein eigenes Volk aus, war Feind der Palästinenser und Komplize Israels, ist die sechste Nuklearmacht des Erde, verbunden mit der kriegslüsternen Gruppe der NATO.
Die ägyptischen Streitkräfte haben unter dem Oberkommando von Gamal Abdel Nasser einen unterwürfigen König über Bord geworfen und die Republik gegründet, die mit Unterstützung der UdSSR das Vaterland 1956 gegen die französisch-britische und israelische Invasion verteidigte und den Besitz des Suez-Kanals sowie die Unabhängigkeit ihrer tausendjährigen Nation bewahrte.
Aus diesem Grund genoss Ägypten ein hohes Ansehen in der Dritten Welt. Nasser war als einer der herausragenden Führer der Bewegung der blockfreien Staaten, an deren Gründung er zusammen mit anderen bekannten Führern aus Asien, Afrika und Ozeanien teilnahm, die für die nationale Befreiung und die politische und ökonomische Unabhängigkeit der ehemaligen Kolonien kämpften.
Ägypten genoss stets die Unterstützung und den Respekt dieser internationalen Organisation, die über einhundert Länder umfasst. Gerade jetzt hat jenes Bruderland den Vorsitz in dieser Bewegung für den entsprechenden Zeitraum von drei Jahren inne. Und der Beistand vieler Mitgliedsländer im Kampf, den heute sein Volk führt, wird nicht auf sich warten lassen.
Was bedeuteten die Vereinbarungen von Camp David, und warum verteidigt das heldenhafte palästinensische Volk seine lebenswichtigsten Rechte so heftig?
In Camp David ―durch Vermittlung des damaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten, Jimmy Carter―, unterzeichneten der ägyptische Mandatsträger Anwar el-Sadat und der israelische Premierminister Menahem Begin die berühmten Vereinbarungen zwischen Ägypten und Israel.
Man sagt, dass sie zwölf Tage lang Geheimgespräche geführt und am 17. September 1978 zwei wichtige Vereinbarungen unterzeichneten haben: Eine über den Frieden zwischen Ägypten und Israel; und eine zweite hinsichtlich der Gründung eines autonomen Territoriums im Gaza-Streifen und Westjordanland, von dem el-Sadat dachte ―und Israel kannte und teilte diese Auffassung― dass das der Sitz des palästinensischen Staats sein sollte, dessen Bestehen ebenso wie das des israelischen Staates von der Organisation der Vereinten Nationen am 29. November 1947 während des britischen Mandats Palästinas vereinbart wurde.
Nach mühsamen und schwierigen Gesprächen akzeptierte Israel, seine Truppen aus dem ägyptischen Territorium von Sinai abzuziehen, lehnte jedoch die Teilnahme an jenen Friedensverhandlungen der palästinensischen Vertretung kategorisch ab.
Im Ergebnis der ersten Vereinbarung gab Israel innerhalb eines Jahres das während des arabisch-israelischen Krieges besetzte Territorium von Sinai an Ägypten zurück.
Kraft der zweiten Vereinbarung verpflichteten sich beide Seiten zu Verhandlungen über die Gründung eines autonomen Regimes in Westjordanien und im Gaza-Streifen. Das Westjordanland umfasste ein Gebiet von 5.640 Quadratkilometern und 2,1 Millionen Einwohner; der Gaza-Streifen 360 Quadratkilometern und 1,5 Millionen Einwohnern.
Die arabischen Länder waren über die Vereinbarung empört, da ihrer Ansicht nach Ägypten nicht mit der notwendigen Energie und Stärke einen palästinensischen Staat verteidigt habe, dessen Existenzrecht im Mittelpunkt der von den arabischen Staaten über Dekaden geführten Kämpfe gestanden hat.
Die Empörung führte zu solch extremer Reaktion dieser Länder, dass viele von ihnen die Beziehungen zu Ägypten abbrachen. Auf diese Weise wurde die UNO-Resolution von November 1947 von der Landkarte gestrichen. Das autonome „Wesen“ wurde niemals gegründet und damit den Palästinensern das Recht auf das Bestehen als unabhängiger Staat entzogen, woraus sich die unendliche Tragödie ableitet, die wir erleben und die seit über drei Jahrzehnten hätte gelöst werden sollen.
Die arabische Bevölkerung Palästinas ist Opfer einer Art von Völkermord; Grund und Boden wird ihr entrissen oder sie wird in dieser Halbwüste von der Wasserversorgung abgeschnitten und die Wohnungen werden mit Abrissbirnen zerstört. Im Gaza-Streifen werden ca. eineinhalb Million Menschen systematisch mit Explosivgeschossen, brennendem Phosphor und den als „Dummenfang“ bezeichneten Granaten attackiert. Das Gebiet des Gaza-Streifens ist see- und landseitig blockiert. Warum wird so viel über die Vereinbarungen von Camp David gesprochen und dabei Palästina nicht erwähnt?
Jedes Jahr liefern die Vereinigten Staaten an Israel die modernste und ausgefeilteste Ausrüstung im Wert von tausenden von Millionen Dollar. Ägypten, ein arabisches Land, wurde in den zweitgrößten Empfänger von Waffen aus den USA verwandelt. Um gegen wen zu kämpfen? Gegen ein anderes arabisches Land? Gegen das eigene ägyptische Volk?
Als das Volk die Respektierung seiner elementarsten Rechten und Amtsniederlegung von einem Präsidenten forderte, dessen Politik in der Ausbeutung und Ausplünderung seines eigenen Volkes bestand, haben die von den Vereinigten Staaten trainierten repressiven Kräfte nicht gezögert, auf das Volk zu schießen, wobei Hunderte von Personen getötet und Tausende verletzt wurden.
Als das ägyptische Volk Erklärungen von der Regierung seines eigenen Land erwartete, kamen die Antworten von hohen Beamten des Geheimdienstes oder von der Regierung der Vereinigten Staaten, und zwar ohne jeden Respekt vor den ägyptischen Staatsmännern.
Sollten etwa die Regierenden der USA und ihre Geheimdienste keine Ahnung von der kolossalen Ausraubung durch die Mubarak-Regierung gehabt haben?
Bevor die Massenproteste des Volkes auf dem Tahrir-Platz begannen, haben weder Regierungsbeamte noch US-Geheimdienste ein Wort über die Privilegien und den unverhüllten Raub von Milliarden von Dollar verloren.
Es wäre ein Fehler zu denken, dass die revolutionäre ägyptische Volksbewegung theoretisch eine Reaktion auf die Verletzung ihrer elementarsten Rechte ist. Völker fordern weder die Repression noch den Tod heraus, noch halten sie nächtelang den Protest nur wegen formeller Fragen aufrecht. Sie tun das, wenn ihre gesetzlichen und materiellen Rechte ohne Erbarmen den unersättlichen Forderungen korrupter Politiker und nationaler und internationaler Kreisen geopfert werden, die das Land ausplündern.
Der Index der Armut betraf bereits die große Mehrheit eines kämpferischen, jungen und patriotischen Volkes, dessen Würde, Kultur und Glauben angegriffen wurden.
Wie kann man die unaufhaltsamen Preiserhöhungen bei Nahrungsmitteln mit den Dutzenden Milliarden Dollar vereinbaren, die dem Präsidenten Mubarak und den privilegierten Regierungs- und Gesellschaftsschichten nachgeredet werden?
Jetzt reicht es nicht, einfach zu wissen, wie hoch die Summe ist. Man muss fordern, sie dem Land zurück zu geben.
Obama ist von den ägyptischen Ereignissen betroffen. Er handelt oder scheint wie der Besitzer der Erde zu handeln. Die ägyptischen Ereignisse scheinen seine eigene Angelegenheit zu sein. Er telefoniert ständig mit Chefs anderer Ländern.
Die Presse-Agentur EFE berichtet zum Beispiel Folgendes: „…er sprach mit dem britischen Premierminister, David Cameron, mit König Abdallah II aus Jordanien und mit dem türkischen Ministerpräsidenten, dem gemäßigten Islamisten Recep Tayyip Erdogan.“
„…der Präsident der USA würdigte den „historischen Wandel“, den die Ägypter in Angriff genommen haben und bekräftigte seine Bewunderung für ihre Anstrengungen…“
Die wichtigste Presseagentur der Vereinigte Staaten, AP, übermittelt folgende bemerkenswerte Überlegungen:
“Die Vereinigte Staaten wünschen im Mittleren Osten Regierungskräfte mit westlicher Orientierung, Israel freundlich gesinnt und bereit zur Kooperation im Kampf gegen den islamischen Extremismus bei gleichzeitigem Schutz der Menschenrechte.“
„…Barack Obama hat eine Liste idealistischer Anforderungen vorgelegt, die unmöglich zu erfüllen sind, nachdem zwei Verbündete Washingtons in Ägypten und Tunesien durch Volksaufstände gefallen sind, die sich laut Expertenmeinung weiter über die Region ausdehnen werden“.
„Es gibt keinen Prospekt für diesen erträumten Verlauf der Dinge und es ist sehr schwierig, dass in kurzer Zeit einer auftaucht. Das ist teilweise darauf zurück zu führen, dass die Vereinigten Staaten in den letzten 40 Jahren die edlen Ideale der Menschenrechte, die sie so stark verfechten, der Stabilität, Kontinuität und dem Erdöl in einer der instabilsten Regionen der Welt geopfert haben“.
„Ägypten wird nicht mehr das Gleiche sein’, sagte Obama am Freitag, nachdem er den Rücktritt Hosni Mubaraks begrüßt hatte.“
„Durch die friedlichen Proteste, laut Obama, haben die Ägypter ihr Land und die Welt verändert“.
„Auch wenn die Nervosität unter mehreren arabischen Regierungen fortdauert, haben die gefestigten Eliten in Ägypten und Tunesien kein Anzeichen dafür gegeben, dass sie bereit wären, weder etwas von ihrer Macht noch von ihrem großen wirtschaftlichen Einfluss abzutreten“.
„Die Regierung Obamas hat betont, dass es sich bei dem Wandel nicht um den Wechsel von ‚Persönlichkeiten’ handeln sollte“. Die US-Regierung hat diese Position seit der Flucht des Präsidenten, Zine El Abidine Ben Ali, aus Tunesien im Januar bekräftigt, einen Tag nachdem Staatssekretärin, Hillary Rodham Clinton, die arabischen Regierungschefs während einer Rede in Katar darauf aufmerksam gemacht hatte, dass ohne eine Reform die Fundamente ihrer Länder ‚im Sand versinken würden’“.
Die Leute zeigen sich nicht sehr fügsam auf dem Tahrir-Platz.
Europa Press berichtet:
“ Auf den Tahrir-Platz, den zentralen Punkt der Mobilisierung des Volkes, kamen Tausende von Demonstranten, um die Reihen jener zu verstärken, die auf dem Platz aushielten, trotz des Versuchs der Militärpolizei, sie zu vertreiben, und die schließlich den Machtrücktritt des Präsidenten Hosni Mubarak veranlassten“, so die Berichte der britischen Pressagentur BBC.
„Der Korrespondent der BBC auf dem zentral gelegenen Platz Kairos versicherte, dass sich die Armee angesichts des weiteren Zustroms von Demonstranten unentschlossen zeigte…“.
„Der ‘harte Kern’ hat sich an einer Ecke des Platzes gruppiert […] entschlossen auf dem Tahrir zu bleiben […] und um sich zu vergewissern, dass alle ihre Forderungen erfüllt werden.“
Unabhängig davon, was in Ägypten passieren könnte, ist eines der schwierigsten Probleme, dem der Imperialismus in diesem Augenblick gegenübersteht, der Mangel an Getreide, was ich in den Reflexionen vom 19. Januar analysierte.
Die Vereinigten Staaten verwenden einen großen Teil ihres Maisanbaus und ihrer Sojaernte für die Herstellung von Biokraftstoff. Europa seinerseits nutzt Millionen Hektar Landes zu diesem Zweck.
Auf der anderer Seite wird in Folge des Klimawandels, der hauptsächlich durch die entwickelten und reichen Länder verursacht wurde, ein Mangel an Trinkwasser und Nahrungsmittel ausgelöst, der unvereinbar ist mit dem Bevölkerungswachstum, das sich tatsächlich in so einem Rhythmus vollzieht, dass es in 30 Jahren etwa neun Milliarden Menschen geben wird, ohne dass die Vereinten Nationen und die einflussreichsten Regierungen der Welt nach den enttäuschenden Gipfeltreffen in Kopenhagen und Cancun die Weltöffentlichkeit auf diese Situation aufmerksam gemacht bzw. darüber berichtet hätten.
Wir stehen dem ägyptischen Volk und seinem mutigen Kampf für seine politische Rechte und soziale Gerechtigkeit bei.
Wir sind nicht gegen das israelische Volk, wir sind gegen den Völkermord des palästinischen Volkes und für sein Recht auf einem unabhängigen Staat.
Wir sind nicht für den Krieg, sondern für den Frieden unter allen Völkern.
Fidel Castro Ruz
13. Februar 2011
21.14 Uhr
Vor einigen Tagen sagte ich, dass das Schicksal von Mubarak besiegelt sei, und dass nicht einmal Obama ihn retten könne.
Die Welt weiß, was im Mittleren Osten geschieht. Die Nachrichten verbreiten sich unglaublich schnell. Kaum reicht den Politikern die Zeit, um die Nachrichten zu lesen, die stündlich eingehen. Alle sind sich der Bedeutung dessen bewusst, was sich dort ereignet.
Nach 18 Tagen harter Auseinandersetzungen hat das ägyptischen Volk ein wichtiges Ziel zu erreicht: den wichtigsten Verbündeten der USA innerhalb der arabischen Länder zu stürzen. Mubarak unterdrückte und plünderte sein eigenes Volk aus, war Feind der Palästinenser und Komplize Israels, ist die sechste Nuklearmacht des Erde, verbunden mit der kriegslüsternen Gruppe der NATO.
Die ägyptischen Streitkräfte haben unter dem Oberkommando von Gamal Abdel Nasser einen unterwürfigen König über Bord geworfen und die Republik gegründet, die mit Unterstützung der UdSSR das Vaterland 1956 gegen die französisch-britische und israelische Invasion verteidigte und den Besitz des Suez-Kanals sowie die Unabhängigkeit ihrer tausendjährigen Nation bewahrte.
Aus diesem Grund genoss Ägypten ein hohes Ansehen in der Dritten Welt. Nasser war als einer der herausragenden Führer der Bewegung der blockfreien Staaten, an deren Gründung er zusammen mit anderen bekannten Führern aus Asien, Afrika und Ozeanien teilnahm, die für die nationale Befreiung und die politische und ökonomische Unabhängigkeit der ehemaligen Kolonien kämpften.
Ägypten genoss stets die Unterstützung und den Respekt dieser internationalen Organisation, die über einhundert Länder umfasst. Gerade jetzt hat jenes Bruderland den Vorsitz in dieser Bewegung für den entsprechenden Zeitraum von drei Jahren inne. Und der Beistand vieler Mitgliedsländer im Kampf, den heute sein Volk führt, wird nicht auf sich warten lassen.
Was bedeuteten die Vereinbarungen von Camp David, und warum verteidigt das heldenhafte palästinensische Volk seine lebenswichtigsten Rechte so heftig?
In Camp David ―durch Vermittlung des damaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten, Jimmy Carter―, unterzeichneten der ägyptische Mandatsträger Anwar el-Sadat und der israelische Premierminister Menahem Begin die berühmten Vereinbarungen zwischen Ägypten und Israel.
Man sagt, dass sie zwölf Tage lang Geheimgespräche geführt und am 17. September 1978 zwei wichtige Vereinbarungen unterzeichneten haben: Eine über den Frieden zwischen Ägypten und Israel; und eine zweite hinsichtlich der Gründung eines autonomen Territoriums im Gaza-Streifen und Westjordanland, von dem el-Sadat dachte ―und Israel kannte und teilte diese Auffassung― dass das der Sitz des palästinensischen Staats sein sollte, dessen Bestehen ebenso wie das des israelischen Staates von der Organisation der Vereinten Nationen am 29. November 1947 während des britischen Mandats Palästinas vereinbart wurde.
Nach mühsamen und schwierigen Gesprächen akzeptierte Israel, seine Truppen aus dem ägyptischen Territorium von Sinai abzuziehen, lehnte jedoch die Teilnahme an jenen Friedensverhandlungen der palästinensischen Vertretung kategorisch ab.
Im Ergebnis der ersten Vereinbarung gab Israel innerhalb eines Jahres das während des arabisch-israelischen Krieges besetzte Territorium von Sinai an Ägypten zurück.
Kraft der zweiten Vereinbarung verpflichteten sich beide Seiten zu Verhandlungen über die Gründung eines autonomen Regimes in Westjordanien und im Gaza-Streifen. Das Westjordanland umfasste ein Gebiet von 5.640 Quadratkilometern und 2,1 Millionen Einwohner; der Gaza-Streifen 360 Quadratkilometern und 1,5 Millionen Einwohnern.
Die arabischen Länder waren über die Vereinbarung empört, da ihrer Ansicht nach Ägypten nicht mit der notwendigen Energie und Stärke einen palästinensischen Staat verteidigt habe, dessen Existenzrecht im Mittelpunkt der von den arabischen Staaten über Dekaden geführten Kämpfe gestanden hat.
Die Empörung führte zu solch extremer Reaktion dieser Länder, dass viele von ihnen die Beziehungen zu Ägypten abbrachen. Auf diese Weise wurde die UNO-Resolution von November 1947 von der Landkarte gestrichen. Das autonome „Wesen“ wurde niemals gegründet und damit den Palästinensern das Recht auf das Bestehen als unabhängiger Staat entzogen, woraus sich die unendliche Tragödie ableitet, die wir erleben und die seit über drei Jahrzehnten hätte gelöst werden sollen.
Die arabische Bevölkerung Palästinas ist Opfer einer Art von Völkermord; Grund und Boden wird ihr entrissen oder sie wird in dieser Halbwüste von der Wasserversorgung abgeschnitten und die Wohnungen werden mit Abrissbirnen zerstört. Im Gaza-Streifen werden ca. eineinhalb Million Menschen systematisch mit Explosivgeschossen, brennendem Phosphor und den als „Dummenfang“ bezeichneten Granaten attackiert. Das Gebiet des Gaza-Streifens ist see- und landseitig blockiert. Warum wird so viel über die Vereinbarungen von Camp David gesprochen und dabei Palästina nicht erwähnt?
Jedes Jahr liefern die Vereinigten Staaten an Israel die modernste und ausgefeilteste Ausrüstung im Wert von tausenden von Millionen Dollar. Ägypten, ein arabisches Land, wurde in den zweitgrößten Empfänger von Waffen aus den USA verwandelt. Um gegen wen zu kämpfen? Gegen ein anderes arabisches Land? Gegen das eigene ägyptische Volk?
Als das Volk die Respektierung seiner elementarsten Rechten und Amtsniederlegung von einem Präsidenten forderte, dessen Politik in der Ausbeutung und Ausplünderung seines eigenen Volkes bestand, haben die von den Vereinigten Staaten trainierten repressiven Kräfte nicht gezögert, auf das Volk zu schießen, wobei Hunderte von Personen getötet und Tausende verletzt wurden.
Als das ägyptische Volk Erklärungen von der Regierung seines eigenen Land erwartete, kamen die Antworten von hohen Beamten des Geheimdienstes oder von der Regierung der Vereinigten Staaten, und zwar ohne jeden Respekt vor den ägyptischen Staatsmännern.
Sollten etwa die Regierenden der USA und ihre Geheimdienste keine Ahnung von der kolossalen Ausraubung durch die Mubarak-Regierung gehabt haben?
Bevor die Massenproteste des Volkes auf dem Tahrir-Platz begannen, haben weder Regierungsbeamte noch US-Geheimdienste ein Wort über die Privilegien und den unverhüllten Raub von Milliarden von Dollar verloren.
Es wäre ein Fehler zu denken, dass die revolutionäre ägyptische Volksbewegung theoretisch eine Reaktion auf die Verletzung ihrer elementarsten Rechte ist. Völker fordern weder die Repression noch den Tod heraus, noch halten sie nächtelang den Protest nur wegen formeller Fragen aufrecht. Sie tun das, wenn ihre gesetzlichen und materiellen Rechte ohne Erbarmen den unersättlichen Forderungen korrupter Politiker und nationaler und internationaler Kreisen geopfert werden, die das Land ausplündern.
Der Index der Armut betraf bereits die große Mehrheit eines kämpferischen, jungen und patriotischen Volkes, dessen Würde, Kultur und Glauben angegriffen wurden.
Wie kann man die unaufhaltsamen Preiserhöhungen bei Nahrungsmitteln mit den Dutzenden Milliarden Dollar vereinbaren, die dem Präsidenten Mubarak und den privilegierten Regierungs- und Gesellschaftsschichten nachgeredet werden?
Jetzt reicht es nicht, einfach zu wissen, wie hoch die Summe ist. Man muss fordern, sie dem Land zurück zu geben.
Obama ist von den ägyptischen Ereignissen betroffen. Er handelt oder scheint wie der Besitzer der Erde zu handeln. Die ägyptischen Ereignisse scheinen seine eigene Angelegenheit zu sein. Er telefoniert ständig mit Chefs anderer Ländern.
Die Presse-Agentur EFE berichtet zum Beispiel Folgendes: „…er sprach mit dem britischen Premierminister, David Cameron, mit König Abdallah II aus Jordanien und mit dem türkischen Ministerpräsidenten, dem gemäßigten Islamisten Recep Tayyip Erdogan.“
„…der Präsident der USA würdigte den „historischen Wandel“, den die Ägypter in Angriff genommen haben und bekräftigte seine Bewunderung für ihre Anstrengungen…“
Die wichtigste Presseagentur der Vereinigte Staaten, AP, übermittelt folgende bemerkenswerte Überlegungen:
“Die Vereinigte Staaten wünschen im Mittleren Osten Regierungskräfte mit westlicher Orientierung, Israel freundlich gesinnt und bereit zur Kooperation im Kampf gegen den islamischen Extremismus bei gleichzeitigem Schutz der Menschenrechte.“
„…Barack Obama hat eine Liste idealistischer Anforderungen vorgelegt, die unmöglich zu erfüllen sind, nachdem zwei Verbündete Washingtons in Ägypten und Tunesien durch Volksaufstände gefallen sind, die sich laut Expertenmeinung weiter über die Region ausdehnen werden“.
„Es gibt keinen Prospekt für diesen erträumten Verlauf der Dinge und es ist sehr schwierig, dass in kurzer Zeit einer auftaucht. Das ist teilweise darauf zurück zu führen, dass die Vereinigten Staaten in den letzten 40 Jahren die edlen Ideale der Menschenrechte, die sie so stark verfechten, der Stabilität, Kontinuität und dem Erdöl in einer der instabilsten Regionen der Welt geopfert haben“.
„Ägypten wird nicht mehr das Gleiche sein’, sagte Obama am Freitag, nachdem er den Rücktritt Hosni Mubaraks begrüßt hatte.“
„Durch die friedlichen Proteste, laut Obama, haben die Ägypter ihr Land und die Welt verändert“.
„Auch wenn die Nervosität unter mehreren arabischen Regierungen fortdauert, haben die gefestigten Eliten in Ägypten und Tunesien kein Anzeichen dafür gegeben, dass sie bereit wären, weder etwas von ihrer Macht noch von ihrem großen wirtschaftlichen Einfluss abzutreten“.
„Die Regierung Obamas hat betont, dass es sich bei dem Wandel nicht um den Wechsel von ‚Persönlichkeiten’ handeln sollte“. Die US-Regierung hat diese Position seit der Flucht des Präsidenten, Zine El Abidine Ben Ali, aus Tunesien im Januar bekräftigt, einen Tag nachdem Staatssekretärin, Hillary Rodham Clinton, die arabischen Regierungschefs während einer Rede in Katar darauf aufmerksam gemacht hatte, dass ohne eine Reform die Fundamente ihrer Länder ‚im Sand versinken würden’“.
Die Leute zeigen sich nicht sehr fügsam auf dem Tahrir-Platz.
Europa Press berichtet:
“ Auf den Tahrir-Platz, den zentralen Punkt der Mobilisierung des Volkes, kamen Tausende von Demonstranten, um die Reihen jener zu verstärken, die auf dem Platz aushielten, trotz des Versuchs der Militärpolizei, sie zu vertreiben, und die schließlich den Machtrücktritt des Präsidenten Hosni Mubarak veranlassten“, so die Berichte der britischen Pressagentur BBC.
„Der Korrespondent der BBC auf dem zentral gelegenen Platz Kairos versicherte, dass sich die Armee angesichts des weiteren Zustroms von Demonstranten unentschlossen zeigte…“.
„Der ‘harte Kern’ hat sich an einer Ecke des Platzes gruppiert […] entschlossen auf dem Tahrir zu bleiben […] und um sich zu vergewissern, dass alle ihre Forderungen erfüllt werden.“
Unabhängig davon, was in Ägypten passieren könnte, ist eines der schwierigsten Probleme, dem der Imperialismus in diesem Augenblick gegenübersteht, der Mangel an Getreide, was ich in den Reflexionen vom 19. Januar analysierte.
Die Vereinigten Staaten verwenden einen großen Teil ihres Maisanbaus und ihrer Sojaernte für die Herstellung von Biokraftstoff. Europa seinerseits nutzt Millionen Hektar Landes zu diesem Zweck.
Auf der anderer Seite wird in Folge des Klimawandels, der hauptsächlich durch die entwickelten und reichen Länder verursacht wurde, ein Mangel an Trinkwasser und Nahrungsmittel ausgelöst, der unvereinbar ist mit dem Bevölkerungswachstum, das sich tatsächlich in so einem Rhythmus vollzieht, dass es in 30 Jahren etwa neun Milliarden Menschen geben wird, ohne dass die Vereinten Nationen und die einflussreichsten Regierungen der Welt nach den enttäuschenden Gipfeltreffen in Kopenhagen und Cancun die Weltöffentlichkeit auf diese Situation aufmerksam gemacht bzw. darüber berichtet hätten.
Wir stehen dem ägyptischen Volk und seinem mutigen Kampf für seine politische Rechte und soziale Gerechtigkeit bei.
Wir sind nicht gegen das israelische Volk, wir sind gegen den Völkermord des palästinischen Volkes und für sein Recht auf einem unabhängigen Staat.
Wir sind nicht für den Krieg, sondern für den Frieden unter allen Völkern.
Fidel Castro Ruz
13. Februar 2011
21.14 Uhr
Dienstag, 1. Februar 2011
Das Schicksal von Mubarak ist besiegelt
Reflexionen des Genossen Fidel: Das Schicksal von Mubarak ist besiegelt
Mubaraks Schicksal ist schon entschieden und nicht einmal die Unterstützung der Vereinigten Staaten kann seine Regierung retten. In Ägypten lebt ein intelligentes Volk mit einer ruhmreichen Geschichte, das seine Spuren in der menschlichen Zivilisation hinterlassen hat. „Von der Spitze dieser Pyramiden aus beobachten 40 Jahrhunderte Sie“, so rief Überlieferungen zufolge Bonaparte in einem Moment der Begeisterung aus, als die Revolution der Enzyklopädiker ihn zu diesem außerordentlichen Zivilisationsschnittpunkt gebracht hatte.
Am Ende des Zweiten Weltkriegs stand Ägypten unter der brillanten Leitung von Abdel Nasser, der neben Jawaharlal Nehru, Erbe von Mahatma Gandhi; den afrikanischen Führungspersönlichkeiten Kwame Nkrumah und Ahmed Sékou Touré, und Sukarno, Präsident des zu jener Zeit gerade befreiten Indonesiens, die Bewegung der Blockfreien Ländern gründeten und dem Kampf um die Unabhängigkeit der ehemaligen Kolonien Impulse verliehen. Solche Völker des asiatischen Südostens, des Mittleren Ostens und von Afrika wie Ägypten, Algerien, Syrien, Libanon, Palästina, Westsahara, Kongo, Angola, Mozambique und andere, die sich im Kampf gegen den von den Vereinigten Staaten unterstützten französischen, englischen, belgischen und portugiesischen Kolonialismus befanden, kämpften mit der Unterstützung der UdSSR und von China um ihre Unabhängigkeit.
Dieser in Gang gekommenen Bewegung hat sich Kuba nach dem Sieg unserer Revolution angeschlossen.
Im Jahr 1956 haben Großbritannien, Frankreich und Israel einen Überraschungsangriff gegen Ägypten begangen, welches den Suez-Kanal verstaatlicht hatte. Die verwegene und solidarische Handlung der UdSSR, die sogar mit dem Einsatz der strategischen Raketentechnologie drohte, hat die Aktion der Angreifer zum Erliegen gebracht.
Der Tod von Abdel Nasser am 28. September 1970 bedeutete einen nicht wieder gutzumachenden Schlag für Ägypten.
Die Vereinigten Staaten haben nicht aufgehört, weiter Konspirationen gegen die arabischen Völker anzuzetteln, wo sich die größten Erdölvorräte der Welt befinden.
Es ist nicht notwendig, viel darüber zu sagen, man braucht nur die Nachrichten über die unweigerlich vorkommenden Ereignisse lesen.
Die Nachrichten sind folgende:
28. Januar:
„(DPA) – Trotz dem von den Behörden verkündeten Kundgebungsverbot sind heute mehr als 100.000 Ägypter auf die Straßen gegangen, um gegen die Regierung von Präsident Hosni Mubarak zu protestieren…“
„Die Demonstranten haben die Büros der Nationaldemokratischen Partei (NDP) von Mubarak und Polizei-Wachposten in Brand gesteckt. Gleichzeitig wurden im Zentrum von Kairo Steine auf die Polizei geworfen, als diese sie mit Tränengas und Gummigeschossen auseinander zu sprengen versuchte.“
„Der US-Präsident Barack Obama traf sich heute mit einem Sachverständigen-Ausschuss, um sich über die Situation Rat zu holen. Gleichzeitig sagte Robert Gibbs, Sprecher des Weißen Hauses, dass die Vereinigten Staaten ihre Hilfe in vielfacher Millionenhöhe für Ägypten dem Verlauf der Ereignisse gemäß neu einschätzen würden.
Die Vereinten Nationen haben von Davos aus, wo sich der Generalsekretär Ban Ki- moon am Freitag befand, auch eine heftige Botschaft veröffentlicht.“
„(Reuters) - Präsident Mubarak hat Ausgangssperre in Ägypten angeordnet sowie den Aufmarsch von Armeetruppen mit Rückendeckung von gepanzerten Fahrzeugen in Kairo und anderen Städten. Es wurde brutale Zusammenstöße zwischen den Demonstranten und der Polizei gemeldet.
Am Freitag sind in Kairo und anderen Städten des Landes die ägyptischen Streitkräfte mit Unterstützung gepanzerter Fahrzeuge aufmarschiert, um die enormen Volkskundgebungen zu beenden, welche die Amtsniederlegung von Präsident Hosni Mubarak fordern.
Ärztlichen Informationsquellen zufolge sind bis jetzt 410 Personen bei den Kundgebungen verletzt worden und das staatliche Fernsehen hat die Ausgangssperre für alle Städte bekannt gegeben.“
„Die Ereignisse bedeuten ein Dilemma für die Vereinigten Staaten, die ihren Wunsch geäußert haben, dass sich die Demokratie auf die ganze Region ausbreitet. Trotzdem ist Mubarak jahrelang ein enger Verbündeter von Washington sowie der Empfänger von viel militärischer Hilfe gewesen.“
“(DPA) - Tausende Jordanier sind heute nach dem Freitagsgebet landesweit auf die Straßen gegangen, um den Rücktritt von Premierminister Samir Rifai sowie politische und wirtschaftlichen Reformen zu fordern.“
Inmitten der die arabische Welt heimsuchenden politischen Katastrophe haben in der Schweiz zusammengetroffene Führungskräfte die Ursachen dieses Phänomens analysiert, das sie sogar als gemeinsamen Selbstmord bezeichneten.
„(EFE) - Mehrere politische Führungspersönlichkeiten bitten auf dem Wirtschaftsforum von Davos um einen Wechsel beim Wachstumsmodell.“
„Das jetzige Modell für Wirtschaftwachstum, das sich ohne Berücksichtigung der Umweltfolgen auf den Konsum stützt, ist nicht mehr länger haltbar, weil es das Überleben des Planeten bedroht, warnten heute verschiedene politische Führungspersönlichkeiten in Davos.“
„’Das jetzige Modell bedeutet einen kollektiven Selbstmord. Wir brauchen eine Revolution der Denkweise und beim Handeln’, sagte Ban. ‘Die Naturressourcen sind jeden Tag geringer’, fügte er bei einer Debatte darüber, wie das nachhaltige Wachstum im Rahmen des Weltwirtschaftsforums neu zu definieren sei, hinzu.
‘Der Klimawandel zeigt uns, dass das alte Modell seit langem veraltet ist’, betonte der Verantwortliche der UNO.
Der Generalsekretär fügte hinzu, dass außer jenen Grundressourcen für das Überleben wie Wasser und Nahrungsmittel auch ‚eine andere Ressource versiegt, und zwar die Zeit, um gegen diesen Klimawandel zu kämpfen’.“
29. Januar:
„Washington (AP) - Präsident Barack Obama versuchte angesichts der ägyptischen Krise das Unmögliche: die wütende Bevölkerung mit einem Obrigkeitsregime von drei Jahrzehnten in den Bann zu ziehen und gleichzeitig einen von den Vereinigten Staaten unterstützten Schlüsselverbündeten zu sichern.
Die vierminütige Rede des Präsidenten am Freitagabend bedeutete einen vorsichtigen Versuch, ein schwieriges Gleichgewicht zu halten: Obama konnte nur verlieren, wenn er zwischen den Demonstranten, die den Rücktritt des Präsidenten Hosni Mubarak forderten, und dem Regime, das sich gewaltsam an seine Machtposition klammert, wählen sollte.
Obama […] hat keinen Regimewechsel verlangt. Er hat auch nicht gesagt, dass die Verkündigung von Mubarak unzureichend wäre.“
„Obama sagte die heftigsten Worte des Tages in Washington, hat sich aber nicht vom Skript seiner Staatssekretärin Hillary Clinton und des Sprechers des Weißen Hauses, Robert Gibbs, entfernt."
„(NTX) - Die Tageszeitung The Washington Post forderte heute von der Regierung von Obama, ihren politischen und wirtschaftlichen Einfluss zu benutzen, damit Präsident Mubarak die Macht in Ägypten aufgibt.“
„‚Die Vereinigten Staaten sollten all ihren Einfluss anwenden, einschließlich der mehr als eine Milliarde Dollar, die sie der ägyptischen Armee jedes Jahr als Hilfe geben, um das letztgenannte Ergebnis (die Abtretung der Macht seitens Mubarak) abzusichern', berichtete die Zeitung in ihrem Leitartikel.“
„…Obama sagte in seiner am Freitagabend verkündeten Botschaft, dass er weiter mit Präsidenten Mubarak arbeiten würde und bedauerte, dass dieser keine eventuellen Wahlen erwähnt habe.“
„Die Zeitung bezeichnete die Stellungnahmen als ‚nicht realistisch’, die von Obama und vom Vizepräsidenten Joe Binden abgegeben wurden. Letzterer erklärte einem Rundfunksender, dass er den ägyptischen Präsidenten nicht Diktator nennen würde und auch nicht der Meinung sei, dass dieser sein Amt niederlegen sollte.“
„(AFP) - US-amerikanische arabische Organisationen ermahnten die Regierung von Präsident Barack Obama, die Diktatur von Mubarak in Ägypten nicht mehr zu unterstützen.“
„(ANSA) - Die USA erklärten heute erneut ihre ‚Sorgen’ aufgrund der Gewalt in Ägypten und machten die Regierung von Mubarak darauf aufmerksam, dass sie nicht so handeln könne, als ob nichts geschehen wäre. Fox News berichtete, dass Obama nur zwei schlechte Möglichkeiten bezüglich Ägypten übrig bleiben würden.
…er warnte die Regierung von Kairo, dass sie ‚nicht einfach erneut die Karten mischen’ und so handeln könne, als ob im Land nichts geschehen wäre.
Das Weiße Haus und das State Department verfolgen sehr aus der Nähe die Lage in Ägypten, einer der Hauptverbündeten von Washington auf der Welt und Empfänger von ungefähr 1,5 Milliarden Dollar in Form von Zivil- und Militärhilfe pro Jahr.“
„Die US-amerikanischen Medien berichten jeden Tag ausführlich über die Unruhen in Ägypten und weisen immer wieder darauf hin, dass die Situation, unabhängig davon, wie die Lage dort gelöst wird, zu einem ständigen Kopfschmerz für Washington werden könnte.“
„Wenn Mubarak fällt, so die Meinung von Fox, könnten die Vereinigten Staaten und ihr anderer Hauptverbündeter im Mittleren Osten, Israel, einer Regierung der Muslimischen Brüder in Kairo und einer dem Westen feindlichen Wende in jenem Land von Nordafrika gegenüberstehen.“
„‚Wir haben 50 Jahre lang auf das falsche Pferd gesetzt’, erklärte Michael Scheuer, ehemaliger CIA-Agent, gegenüber der Fox. ‚Der Gedanke, dass das ägyptische Volk vergessen wird, dass wir ein halbes Jahrhundert lang Diktatoren unterstützt haben, ist ein Traum', ergänzte er.“
„(AFP).- Die internationale Gemeinschaft vervielfachte ihre Aufrufe an den ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak, damit dieser politische Reformen umsetzt und die Unterdrückung der Demonstrationen gegen seine Regierung beendet, welche am letzten Samstag schon fünf Tage hintereinander erreicht hatten.“
„Ihrerseits haben Nicolas Sarkozy, Angela Merkel und David Cameron am Samstag in einem gemeinsamen Kommuniqué den Präsidenten darum gebeten, angesichts der ‚legitimen Ansprüche’ seines Volkes ‚einen Wendeprozess in die Wege zu leiten’ und ‚die Anwendung der Gewalt gegen Zivilisten um jeden Preis zu vermeiden’.“
„Auch Iran rief die ägyptischen Behörden dazu auf, den Forderungen der Leute auf den Straßen nachzukommen.“
„König Abdala von Saudiarabien war dagegen der Meinung, dass die Protestaktionen ‚Angriffe gegen die Sicherheit und die Stabilität’ von Ägypten darstellen, die von ‚eingeschleusten Agenten’ im Namen der ‚Meinungsfreiheit’ durchgeführt würden.“
„Der Monarch rief Mubarak an, um ihm seine Solidarität zu erklären, berichtete die offizielle saudiarabische Presseagentur SPA.“
31. Januar:
„(EFE) Netanyahu fürchtet, dass ein Chaos in Ägypten die Übernahme der Macht seitens der Islamisten ermöglicht.“
„Der israelische Premierminister, Benjamin Netanyahu, erklärte heute seine Befürchtung, dass die Lage in Ägypten die Übernahme der Macht seitens der Islamisten ermöglicht; eine Beunruhigung, die er seinen Worte nach mit führenden Persönlichkeiten teilt, mit denen er sich im Laufe der letzten Tage unterhalten hat.“
„… der Premierminister lehnte es ab, jene durch örtliche Medien verbreitete Nachrichten zu kommentieren, die darauf abzielen, dass Israel heute zum ersten Mal seit drei Jahrzehnten Ägypten den Aufmarsch von Truppen auf der Sinai-Halbinsel gestattet habe, was als eine Verletzung der Friedensabkommen von 1979 zwischen beiden Nationen angesehen wird.
Andererseits und angesichts der Kritikverlautbarungen gegenüber jenen Westmächten wie den Vereinigten Staaten und Deutschland, welche enge Beziehungen zu totalitären arabischen Regimes unterhalten, hat die deutsche Kanzlerin bestätigt: ‘Wir haben Ägypten nicht verlassen’.“
„Der Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern ist seit dem vergangenen September paralysiert, hauptsächlich wegen der israelischen Weigerung, den Bau in den jüdischen Siedlungen im besetzten palästinensischen Gebiet zu stoppen.“
„Jerusalem, (EFE) – Israel neigt zur Aufrechterhaltung der Macht des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak, den der israelische Staatschef Simon Peres heute unterstützte, indem er zu verstehen gab, dass ‘eine fanatische religiöse Oligarchie nicht besser als das Fehlen von Demokratie sei ’.“
„Die Erklärungen des Staatschefs stimmen mit der Verbreitung über die örtlichen Medien von Versuchen seitens Israels überein, Druck auf seine westlichen Verbündeten auszuüben, damit diese den Ton ihrer Kritik gegenüber dem Regime von Mubarak mäßigen, welches das ägyptische Volk und die Opposition zu stürzen versuchen.“
„Nicht genannte offizielle Quellen, die gestern von der Zeitung ‘Haaretz’ zitiert wurden, haben aufgezeigt, dass das israelische Außenministerium am Samstag ein Kommuniqué an seine Botschaften in den USA, in Kanada, China, Russland und mehreren europäischen Ländern geschickt habe, um die Botschafter zu bitten, dass sie vor den jeweiligen örtlichen Behörden mit Nachdruck auf der großen Bedeutung bestehen, die die Stabilität von Ägypten für Israel hat.“
„Die israelischen politischen Beobachter zeigen auf, dass der Fall von Mubarak die Camp-David-Abkommen gefährden könnte, welche Ägypten 1978 mit Israel unterzeichnet hat, und die spätere Unterzeichnung des bilateralen Friedensabkommens von 1979, besonders, wenn dies die Machtübernahme durch die islamistischen Muslimischen Brüder zufolge hätte, die umfangreiche gesellschaftliche Unterstützung genießen.“
„Israel sieht in Mubarak den Bürgen für den Frieden an seiner Südgrenze, außerdem eine bedeutende Unterstützung, um die Blockade des Gaza-Streifens aufrecht zu erhalten und die islamistisch palästinensische Hamas-Bewegung zu isolieren.“
„Eine der größten Befürchtungen von Israel besteht darin, dass die ägyptischen Unruhen, die den tunesischen auf den Fuß folgten, ebenfalls Jordanien erreichen, und das Regime von König Abdala II schwächen, dessen Land zusammen mit Ägypten als einziges arabisches Land Israel anerkannt hat.“
„Die kürzliche Ernennung von General Omar Suleiman als ägyptischer Vizepräsident und hiermit also möglicher Nachfolger des Präsidenten, wurde in Israel willkommen geheißen, das enge Beziehungen der Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Verteidigung mit dem General unterhalten hat.“
„Aber die von den ägyptischen Protestkundgebungen eingeschlagene Richtung erlaubt es nicht, die Fortsetzung des Regimes als eine Tatsache anzusehen, die abgesichert wäre, und auch nicht, dass Israel in der Zukunft weiterhin in Kairo seinen wichtigsten regionalen Verbündeten haben werden wird.“
Wie ersichtlich konfrontiert die Welt zum ersten Mal drei Probleme gleichzeitig:
Klimakrise, Nahrungsmittelkrise und politische Krisen.
Zu diesen können noch weitere schlimme Gefahren hinzugefügt werden.
Die Gefahren eines Krieges, jedes Mal in höherem Maße zerstörerisch, sind sehr latent.
Werden die politischen Führungspersönlichkeiten die ausreichende Gelassenheit und genügend Gleichmut haben, um ihnen zu begegnen?
Davon hängt das Schicksal unserer Gattung ab.
Fidel Castro Ruz
1. Februar 2011
19:15 Uhr
Mubaraks Schicksal ist schon entschieden und nicht einmal die Unterstützung der Vereinigten Staaten kann seine Regierung retten. In Ägypten lebt ein intelligentes Volk mit einer ruhmreichen Geschichte, das seine Spuren in der menschlichen Zivilisation hinterlassen hat. „Von der Spitze dieser Pyramiden aus beobachten 40 Jahrhunderte Sie“, so rief Überlieferungen zufolge Bonaparte in einem Moment der Begeisterung aus, als die Revolution der Enzyklopädiker ihn zu diesem außerordentlichen Zivilisationsschnittpunkt gebracht hatte.
Am Ende des Zweiten Weltkriegs stand Ägypten unter der brillanten Leitung von Abdel Nasser, der neben Jawaharlal Nehru, Erbe von Mahatma Gandhi; den afrikanischen Führungspersönlichkeiten Kwame Nkrumah und Ahmed Sékou Touré, und Sukarno, Präsident des zu jener Zeit gerade befreiten Indonesiens, die Bewegung der Blockfreien Ländern gründeten und dem Kampf um die Unabhängigkeit der ehemaligen Kolonien Impulse verliehen. Solche Völker des asiatischen Südostens, des Mittleren Ostens und von Afrika wie Ägypten, Algerien, Syrien, Libanon, Palästina, Westsahara, Kongo, Angola, Mozambique und andere, die sich im Kampf gegen den von den Vereinigten Staaten unterstützten französischen, englischen, belgischen und portugiesischen Kolonialismus befanden, kämpften mit der Unterstützung der UdSSR und von China um ihre Unabhängigkeit.
Dieser in Gang gekommenen Bewegung hat sich Kuba nach dem Sieg unserer Revolution angeschlossen.
Im Jahr 1956 haben Großbritannien, Frankreich und Israel einen Überraschungsangriff gegen Ägypten begangen, welches den Suez-Kanal verstaatlicht hatte. Die verwegene und solidarische Handlung der UdSSR, die sogar mit dem Einsatz der strategischen Raketentechnologie drohte, hat die Aktion der Angreifer zum Erliegen gebracht.
Der Tod von Abdel Nasser am 28. September 1970 bedeutete einen nicht wieder gutzumachenden Schlag für Ägypten.
Die Vereinigten Staaten haben nicht aufgehört, weiter Konspirationen gegen die arabischen Völker anzuzetteln, wo sich die größten Erdölvorräte der Welt befinden.
Es ist nicht notwendig, viel darüber zu sagen, man braucht nur die Nachrichten über die unweigerlich vorkommenden Ereignisse lesen.
Die Nachrichten sind folgende:
28. Januar:
„(DPA) – Trotz dem von den Behörden verkündeten Kundgebungsverbot sind heute mehr als 100.000 Ägypter auf die Straßen gegangen, um gegen die Regierung von Präsident Hosni Mubarak zu protestieren…“
„Die Demonstranten haben die Büros der Nationaldemokratischen Partei (NDP) von Mubarak und Polizei-Wachposten in Brand gesteckt. Gleichzeitig wurden im Zentrum von Kairo Steine auf die Polizei geworfen, als diese sie mit Tränengas und Gummigeschossen auseinander zu sprengen versuchte.“
„Der US-Präsident Barack Obama traf sich heute mit einem Sachverständigen-Ausschuss, um sich über die Situation Rat zu holen. Gleichzeitig sagte Robert Gibbs, Sprecher des Weißen Hauses, dass die Vereinigten Staaten ihre Hilfe in vielfacher Millionenhöhe für Ägypten dem Verlauf der Ereignisse gemäß neu einschätzen würden.
Die Vereinten Nationen haben von Davos aus, wo sich der Generalsekretär Ban Ki- moon am Freitag befand, auch eine heftige Botschaft veröffentlicht.“
„(Reuters) - Präsident Mubarak hat Ausgangssperre in Ägypten angeordnet sowie den Aufmarsch von Armeetruppen mit Rückendeckung von gepanzerten Fahrzeugen in Kairo und anderen Städten. Es wurde brutale Zusammenstöße zwischen den Demonstranten und der Polizei gemeldet.
Am Freitag sind in Kairo und anderen Städten des Landes die ägyptischen Streitkräfte mit Unterstützung gepanzerter Fahrzeuge aufmarschiert, um die enormen Volkskundgebungen zu beenden, welche die Amtsniederlegung von Präsident Hosni Mubarak fordern.
Ärztlichen Informationsquellen zufolge sind bis jetzt 410 Personen bei den Kundgebungen verletzt worden und das staatliche Fernsehen hat die Ausgangssperre für alle Städte bekannt gegeben.“
„Die Ereignisse bedeuten ein Dilemma für die Vereinigten Staaten, die ihren Wunsch geäußert haben, dass sich die Demokratie auf die ganze Region ausbreitet. Trotzdem ist Mubarak jahrelang ein enger Verbündeter von Washington sowie der Empfänger von viel militärischer Hilfe gewesen.“
“(DPA) - Tausende Jordanier sind heute nach dem Freitagsgebet landesweit auf die Straßen gegangen, um den Rücktritt von Premierminister Samir Rifai sowie politische und wirtschaftlichen Reformen zu fordern.“
Inmitten der die arabische Welt heimsuchenden politischen Katastrophe haben in der Schweiz zusammengetroffene Führungskräfte die Ursachen dieses Phänomens analysiert, das sie sogar als gemeinsamen Selbstmord bezeichneten.
„(EFE) - Mehrere politische Führungspersönlichkeiten bitten auf dem Wirtschaftsforum von Davos um einen Wechsel beim Wachstumsmodell.“
„Das jetzige Modell für Wirtschaftwachstum, das sich ohne Berücksichtigung der Umweltfolgen auf den Konsum stützt, ist nicht mehr länger haltbar, weil es das Überleben des Planeten bedroht, warnten heute verschiedene politische Führungspersönlichkeiten in Davos.“
„’Das jetzige Modell bedeutet einen kollektiven Selbstmord. Wir brauchen eine Revolution der Denkweise und beim Handeln’, sagte Ban. ‘Die Naturressourcen sind jeden Tag geringer’, fügte er bei einer Debatte darüber, wie das nachhaltige Wachstum im Rahmen des Weltwirtschaftsforums neu zu definieren sei, hinzu.
‘Der Klimawandel zeigt uns, dass das alte Modell seit langem veraltet ist’, betonte der Verantwortliche der UNO.
Der Generalsekretär fügte hinzu, dass außer jenen Grundressourcen für das Überleben wie Wasser und Nahrungsmittel auch ‚eine andere Ressource versiegt, und zwar die Zeit, um gegen diesen Klimawandel zu kämpfen’.“
29. Januar:
„Washington (AP) - Präsident Barack Obama versuchte angesichts der ägyptischen Krise das Unmögliche: die wütende Bevölkerung mit einem Obrigkeitsregime von drei Jahrzehnten in den Bann zu ziehen und gleichzeitig einen von den Vereinigten Staaten unterstützten Schlüsselverbündeten zu sichern.
Die vierminütige Rede des Präsidenten am Freitagabend bedeutete einen vorsichtigen Versuch, ein schwieriges Gleichgewicht zu halten: Obama konnte nur verlieren, wenn er zwischen den Demonstranten, die den Rücktritt des Präsidenten Hosni Mubarak forderten, und dem Regime, das sich gewaltsam an seine Machtposition klammert, wählen sollte.
Obama […] hat keinen Regimewechsel verlangt. Er hat auch nicht gesagt, dass die Verkündigung von Mubarak unzureichend wäre.“
„Obama sagte die heftigsten Worte des Tages in Washington, hat sich aber nicht vom Skript seiner Staatssekretärin Hillary Clinton und des Sprechers des Weißen Hauses, Robert Gibbs, entfernt."
„(NTX) - Die Tageszeitung The Washington Post forderte heute von der Regierung von Obama, ihren politischen und wirtschaftlichen Einfluss zu benutzen, damit Präsident Mubarak die Macht in Ägypten aufgibt.“
„‚Die Vereinigten Staaten sollten all ihren Einfluss anwenden, einschließlich der mehr als eine Milliarde Dollar, die sie der ägyptischen Armee jedes Jahr als Hilfe geben, um das letztgenannte Ergebnis (die Abtretung der Macht seitens Mubarak) abzusichern', berichtete die Zeitung in ihrem Leitartikel.“
„…Obama sagte in seiner am Freitagabend verkündeten Botschaft, dass er weiter mit Präsidenten Mubarak arbeiten würde und bedauerte, dass dieser keine eventuellen Wahlen erwähnt habe.“
„Die Zeitung bezeichnete die Stellungnahmen als ‚nicht realistisch’, die von Obama und vom Vizepräsidenten Joe Binden abgegeben wurden. Letzterer erklärte einem Rundfunksender, dass er den ägyptischen Präsidenten nicht Diktator nennen würde und auch nicht der Meinung sei, dass dieser sein Amt niederlegen sollte.“
„(AFP) - US-amerikanische arabische Organisationen ermahnten die Regierung von Präsident Barack Obama, die Diktatur von Mubarak in Ägypten nicht mehr zu unterstützen.“
„(ANSA) - Die USA erklärten heute erneut ihre ‚Sorgen’ aufgrund der Gewalt in Ägypten und machten die Regierung von Mubarak darauf aufmerksam, dass sie nicht so handeln könne, als ob nichts geschehen wäre. Fox News berichtete, dass Obama nur zwei schlechte Möglichkeiten bezüglich Ägypten übrig bleiben würden.
…er warnte die Regierung von Kairo, dass sie ‚nicht einfach erneut die Karten mischen’ und so handeln könne, als ob im Land nichts geschehen wäre.
Das Weiße Haus und das State Department verfolgen sehr aus der Nähe die Lage in Ägypten, einer der Hauptverbündeten von Washington auf der Welt und Empfänger von ungefähr 1,5 Milliarden Dollar in Form von Zivil- und Militärhilfe pro Jahr.“
„Die US-amerikanischen Medien berichten jeden Tag ausführlich über die Unruhen in Ägypten und weisen immer wieder darauf hin, dass die Situation, unabhängig davon, wie die Lage dort gelöst wird, zu einem ständigen Kopfschmerz für Washington werden könnte.“
„Wenn Mubarak fällt, so die Meinung von Fox, könnten die Vereinigten Staaten und ihr anderer Hauptverbündeter im Mittleren Osten, Israel, einer Regierung der Muslimischen Brüder in Kairo und einer dem Westen feindlichen Wende in jenem Land von Nordafrika gegenüberstehen.“
„‚Wir haben 50 Jahre lang auf das falsche Pferd gesetzt’, erklärte Michael Scheuer, ehemaliger CIA-Agent, gegenüber der Fox. ‚Der Gedanke, dass das ägyptische Volk vergessen wird, dass wir ein halbes Jahrhundert lang Diktatoren unterstützt haben, ist ein Traum', ergänzte er.“
„(AFP).- Die internationale Gemeinschaft vervielfachte ihre Aufrufe an den ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak, damit dieser politische Reformen umsetzt und die Unterdrückung der Demonstrationen gegen seine Regierung beendet, welche am letzten Samstag schon fünf Tage hintereinander erreicht hatten.“
„Ihrerseits haben Nicolas Sarkozy, Angela Merkel und David Cameron am Samstag in einem gemeinsamen Kommuniqué den Präsidenten darum gebeten, angesichts der ‚legitimen Ansprüche’ seines Volkes ‚einen Wendeprozess in die Wege zu leiten’ und ‚die Anwendung der Gewalt gegen Zivilisten um jeden Preis zu vermeiden’.“
„Auch Iran rief die ägyptischen Behörden dazu auf, den Forderungen der Leute auf den Straßen nachzukommen.“
„König Abdala von Saudiarabien war dagegen der Meinung, dass die Protestaktionen ‚Angriffe gegen die Sicherheit und die Stabilität’ von Ägypten darstellen, die von ‚eingeschleusten Agenten’ im Namen der ‚Meinungsfreiheit’ durchgeführt würden.“
„Der Monarch rief Mubarak an, um ihm seine Solidarität zu erklären, berichtete die offizielle saudiarabische Presseagentur SPA.“
31. Januar:
„(EFE) Netanyahu fürchtet, dass ein Chaos in Ägypten die Übernahme der Macht seitens der Islamisten ermöglicht.“
„Der israelische Premierminister, Benjamin Netanyahu, erklärte heute seine Befürchtung, dass die Lage in Ägypten die Übernahme der Macht seitens der Islamisten ermöglicht; eine Beunruhigung, die er seinen Worte nach mit führenden Persönlichkeiten teilt, mit denen er sich im Laufe der letzten Tage unterhalten hat.“
„… der Premierminister lehnte es ab, jene durch örtliche Medien verbreitete Nachrichten zu kommentieren, die darauf abzielen, dass Israel heute zum ersten Mal seit drei Jahrzehnten Ägypten den Aufmarsch von Truppen auf der Sinai-Halbinsel gestattet habe, was als eine Verletzung der Friedensabkommen von 1979 zwischen beiden Nationen angesehen wird.
Andererseits und angesichts der Kritikverlautbarungen gegenüber jenen Westmächten wie den Vereinigten Staaten und Deutschland, welche enge Beziehungen zu totalitären arabischen Regimes unterhalten, hat die deutsche Kanzlerin bestätigt: ‘Wir haben Ägypten nicht verlassen’.“
„Der Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern ist seit dem vergangenen September paralysiert, hauptsächlich wegen der israelischen Weigerung, den Bau in den jüdischen Siedlungen im besetzten palästinensischen Gebiet zu stoppen.“
„Jerusalem, (EFE) – Israel neigt zur Aufrechterhaltung der Macht des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak, den der israelische Staatschef Simon Peres heute unterstützte, indem er zu verstehen gab, dass ‘eine fanatische religiöse Oligarchie nicht besser als das Fehlen von Demokratie sei ’.“
„Die Erklärungen des Staatschefs stimmen mit der Verbreitung über die örtlichen Medien von Versuchen seitens Israels überein, Druck auf seine westlichen Verbündeten auszuüben, damit diese den Ton ihrer Kritik gegenüber dem Regime von Mubarak mäßigen, welches das ägyptische Volk und die Opposition zu stürzen versuchen.“
„Nicht genannte offizielle Quellen, die gestern von der Zeitung ‘Haaretz’ zitiert wurden, haben aufgezeigt, dass das israelische Außenministerium am Samstag ein Kommuniqué an seine Botschaften in den USA, in Kanada, China, Russland und mehreren europäischen Ländern geschickt habe, um die Botschafter zu bitten, dass sie vor den jeweiligen örtlichen Behörden mit Nachdruck auf der großen Bedeutung bestehen, die die Stabilität von Ägypten für Israel hat.“
„Die israelischen politischen Beobachter zeigen auf, dass der Fall von Mubarak die Camp-David-Abkommen gefährden könnte, welche Ägypten 1978 mit Israel unterzeichnet hat, und die spätere Unterzeichnung des bilateralen Friedensabkommens von 1979, besonders, wenn dies die Machtübernahme durch die islamistischen Muslimischen Brüder zufolge hätte, die umfangreiche gesellschaftliche Unterstützung genießen.“
„Israel sieht in Mubarak den Bürgen für den Frieden an seiner Südgrenze, außerdem eine bedeutende Unterstützung, um die Blockade des Gaza-Streifens aufrecht zu erhalten und die islamistisch palästinensische Hamas-Bewegung zu isolieren.“
„Eine der größten Befürchtungen von Israel besteht darin, dass die ägyptischen Unruhen, die den tunesischen auf den Fuß folgten, ebenfalls Jordanien erreichen, und das Regime von König Abdala II schwächen, dessen Land zusammen mit Ägypten als einziges arabisches Land Israel anerkannt hat.“
„Die kürzliche Ernennung von General Omar Suleiman als ägyptischer Vizepräsident und hiermit also möglicher Nachfolger des Präsidenten, wurde in Israel willkommen geheißen, das enge Beziehungen der Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Verteidigung mit dem General unterhalten hat.“
„Aber die von den ägyptischen Protestkundgebungen eingeschlagene Richtung erlaubt es nicht, die Fortsetzung des Regimes als eine Tatsache anzusehen, die abgesichert wäre, und auch nicht, dass Israel in der Zukunft weiterhin in Kairo seinen wichtigsten regionalen Verbündeten haben werden wird.“
Wie ersichtlich konfrontiert die Welt zum ersten Mal drei Probleme gleichzeitig:
Klimakrise, Nahrungsmittelkrise und politische Krisen.
Zu diesen können noch weitere schlimme Gefahren hinzugefügt werden.
Die Gefahren eines Krieges, jedes Mal in höherem Maße zerstörerisch, sind sehr latent.
Werden die politischen Führungspersönlichkeiten die ausreichende Gelassenheit und genügend Gleichmut haben, um ihnen zu begegnen?
Davon hängt das Schicksal unserer Gattung ab.
Fidel Castro Ruz
1. Februar 2011
19:15 Uhr
Sonntag, 30. Januar 2011
Die ernste Nahrungsmittelkrise
Reflexionen des Genossen Fidel: Die ernste Nahrungsmittelkrise
Vor nur elf Tagen, am 19. Januar, schrieb ich unter dem Titel „Es ist an der Zeit, etwas zu unternehmen“, Folgendes:
„Das Schlimmste ist, dass die Lösungen zu einem großen Teil von den reichsten, am weitesten entwickelten Ländern abhängen werden, die dahin kommen werden, eine Situation konfrontieren zu müssen, der sie nicht ins Auge blicken können, ohne dass ihr Weltbild zusammenfällt, das sie sich […] zu formen versucht haben.“
„Ich spreche hier nicht nur von Kriegen, deren Gefahren und Folgen weise und brillante Leute, darunter viele US-Amerikaner, übermittelt haben.
Ich meine die Nahrungskrise, verursacht von wirtschaftlichen Tatsachen und dem Klimawandel, die infolge des menschlichen Handels scheinbar irreversibel sind, bezüglich denen aber der menschliche Geist trotzdem die Pflicht hat, ihnen schleunigst die Stirn zu bieten.“
„Die Probleme haben jetzt plötzlich Gestalt angenommen, durch Phänomene, die sich auf allen Kontinenten wiederholen: Hitzewellen, Waldbrände, Ernteverluste in Russland […]; Klimawechsel in China, […]; zunehmende Verluste an Wasservorrat im Himalaja-Gebirge, die Indien, China, Pakistan und andere Länder bedrohen; übermäßige Regenfälle in Australien, die fast eine Million Quadratkilometer überflutet haben; ungewöhnliche und saisongemäß verschobene Kältewellen in Europa […]; Dürreperioden in Kanada; ungewöhnliche Kältewellen in diesem Land und in den Vereinigten Staaten […]“
Ebenfalls habe ich die Regenfälle ohnegleichen in Kolumbien, Venezuela und Brasilien erwähnt.
In jener Reflexion habe ich über Folgendes informiert: „Die Produktionen von Weizen, Soja, Mais, Reis und anderen zahlreichen Getreide- und Hülsefruchtarten, die die Nahrungsgrundlage der Welt sind, - deren Bevölkerung heute Schätzungen zufolge knapp 6,9 Milliarden Einwohner beträgt und die sich der Rekordziffer von 7 Milliarden nähert, und wo mehr als eine Milliarde Menschen an Hunger und Unterernährung leiden – werden schon ernsthaft von den Klimaveränderungen beschädigt, was auf der Welt schon ein großes Problem bewirkt.“
Am Sonnabend, dem 29. Januar, war in der Internet-Nachrichten--Zusammenstellung, die ich täglich bekomme, ein am 10. Januar auf der Website Vía Orgánica veröffentlichter Artikel von Lester R. Brown enthalten, dessen Inhalt meiner Meinung nach ausführlich verbreitet werden sollte.
Sein Autor ist der angesehenste und am meisten ausgezeichnete US-Umweltschützer, der seit langem auf die schädlichen Auswirkungen des zunehmenden und umfangreichen in die Atmosphäre ausgestoßenen CO2-Volumens aufmerksam macht. Aus seinem gut begründeten Artikel werde ich nur zwei Abschnitte entnehmen, die seinen Standpunkt kohärent darlegen.
„Zu Beginn des neuen Jahres hat der Weizen-Preis beispiellose Größenordnungen erreicht…“
„…die Weltbevölkerung hat sich seit 1970 fast verdoppelt und wir wachsen weiterhin mit einem Rhythmus von 80 Millionen Personen jährlich. Heute Abend werden 219.000 Personen mehr an der Tafel zu ernähren sein, viele von denen nur leere Teller vorfinden werden. Morgen Abend werden noch weitere 219.000 hinzukommen. Irgendwann wird der Zeitpunkt gekommen sein, dass dieses ununterbrochene Wachstum die Kapazitäten der Landwirte sowie die Grenzen der Erd- und Wasserressourcen des Planeten überschreiten wird.“
„Der Fleisch-, Milch- und Eierkonsum in den Entwicklungsländern wächst schnell und ist auch beispiellos.“
„In den Vereinigten Staaten, wo 416 Millionen Tonnen Getreide im Jahr 2009 geerntet wurden, sind 119 Millionen Tonnen davon in die Ethanol-Destillieranlagen geschickt worden, um Kraftstoff für die Autos zu produzieren. Das wäre ausreichend für die Ernährung von 350 Millionen Menschen jährlich. Die enorme Investition der Vereinigten Staaten in die Bioethanolanlagen schafft die Bedingungen für den direkten Wettbewerb zwischen Autos und Personen um die Weltgetreideernte. In Europa, wo ein großer Teil des Triebwagenparks mit Diesel betrieben wird, existiert ein wachsender Bedarf an aus Pflanzen, vor allem aus Raps- und Palmöl hergestelltem Diesel-Treibstoff. Dieser Bedarf an ölhaltigen Pflanzen reduziert nicht nur die verfügbare Fläche für die Nahrungsmittelproduktion in Europa sondern beschleunigt auch die Rodung der Tropenwälder in Indonesien und Malaysia zugunsten der Palmöl produzierenden Pflanzungen.“
„…das jährliche Wachstum des weltweiten Getreidekonsums ist von einem Durchschnitt von 21 Millionen Tonnen jährlich im Zeitraum von 1990 bis 2005 auf 41 Millionen Tonnen jährlich im Zeitraum von 2005 bis 2010 gestiegen. Der größte Teil dieses enormen Sprungs ist der Investitions- Zügellosigkeit bei den Bioethanolanlagen in den Vereinigten Staaten zwischen 2006 und 2008 zu verdanken.
Mit der Verdoppelung des jährlichen Wachstumsbedarfs bei Getreide sind neue Grenzen bezüglich des Angebots entstanden, einschließlich als sich jene langfristig entstandenen, wie jene durch Bodenerosion verursachten stärker bemerkbar machten. Es wird geschätzt, dass ein Drittel der anbaufähigen Böden der Welt die Pflanzenschicht schneller verlieren, als sie für die Formation des neuen Boden mittels der Naturprozesse brauchen und so verlieren sie ihre damit verbundene Produktivität. Zwei große Staubmassen sind zurzeit im Entstehen. Eine dehnt sich auf den Nordwesten von China, den Westen der Mongolei und Mittelasien aus; die andere befindet sich in Zentralafrika. Jede von ihnen ist viel größer als jene Staubmasse, die in den 1930er Jahren Schaden in den Vereinigten Staaten angerichtet hat.
Die Satellitenbilder zeigen einen ständigen Fluss von aus diesen Regionen ausgehenden Staubgewittern und normalerweise transportiert jedes von ihnen Millionen Tonnen wertvoller Pflanzenschicht.“
„Inzwischen reduziert sich schnell vielerorts auf der Welt die Ausdehnung der bewässerten Flächen aufgrund der Erschöpfung der Grundwasservorkommen. Dieses relativ neue Phänomen ist auf die Anwendung in großen Umfang von mechanischen Pumpen zum Auspumpen des unterirdischen Wassers zurückzuführen. In der Gegenwart lebt die Hälfte der Weltbevölkerung in solchen Ländern, wo der Grundwasserspiegel in dem Maße sinkt, in dem das übermäßige Pumpen das jeweilige Grundwasservorkommen erschöpft. Wenn ein Grundwasservorkommen erschöpft ist, muss notwendigerweise der Pumprhythmus so reduziert werden, dass er dem Erneuerungsrhythmus desselben angepasst ist, wenn man es nicht in ein fossiles (nicht erneuerungsfähiges) Grundwasservorkommen verwandeln will, wodurch das Pumpen für immer aufhören würde. Aber irgendwann werden die fallenden Niveaus der Grundwasserspiegel eine Erhöhung der Nahrungsmittelpreise bedeuten.
Die bewässerten Flächen im Mittleren Osten, vor allem in Saudi Arabien, Syrien, Irak und möglicherweise in Jemen, gehen zurück. In Saudi Arabien, das von einem gegenwärtig erschöpften fossilen Grundwasservorkommen für die eigene Wasserversorgung der Weizen-Plantagen abhängig war, weist diese Produktion einen freien Fall auf. Zwischen 2007 und 2010 ist die saudi-arabische Weizenproduktion um mehr als zwei Drittel gesunken.”
„Der arabische Mittlere Osten ist die geographische Region, in der die zunehmende Wasserknappheit die größte Reduzierung der Getreideernte verursacht. Aber die wirklich hohen Wasser-Defizite sind in Indien zu verzeichnen, wo es laut Angaben der Weltbank 175.000.000 Menschen gibt, die sich von solchem Getreide ernähren, das mittels übermäßigem Wasser-Pumpen produziert wird […] In den USA, der andere große Getreide-Produzent der Welt, reduziert sich die bewässerte Fläche in den hauptsächlich landwirtschaftlichen Bundesstaaten wie Kalifornien und Texas.”
„Der Temperatur-Anstieg führt auch dazu, dass es schwieriger wird, weltweit die Getreide-Ernte mit der notwendigen Schnelligkeit zu erhöhen, um mit dem nie da gewesenen Bedarfstempo Schritt zu halten. Die Umweltschützer, die sich mit dem landwirtschaftlichen Anbau beschäftigen, haben ihr eigenes, allgemein akzeptiertes Maß: für jeden Anstieg um ein Grad Celsius über den optimalen Temperatur-Rang während der Wachstumszeit ist ein Rückgang von 10% beim Getreide-Ertrag zu erwarten.”
„Eine andere eingetretene Tendenz, die die Nahrungssicherheit bedroht, ist das Schmelzen der Berggletscher. Das ist im Himalaja und im Tibet-Plateau besonders Besorgnis erregend, wo das schmelzende Eis der Gletscher während der Trockenzeit nicht nur jene großen Flüsse Asiens wie Indus, Ganges, Mekong, Yangtze und den Gelben Fluss versorgt, sondern auch die von ihnen abhängigen Bewässerungssysteme beschickt. Ohne dieses Eis-Schmelzen würde die Getreide-Ernte extrem abfallen und die Preise würden dementsprechend steigen.
Schließlich und langfristig betrachtet drohen die in Grönland und im Westen des Südpols schmelzenden Polarkappen in Verbindung mit der thermischen Expansion der Ozeane, den Meeresspiegel während dieses Jahrhunderts um bis zu sechs Fuß zu erhöhen. Sogar eine Erhöhung des Meeresspiegels um drei Fuß würde die Überschwemmung der Reis-Anbaugebiete von Bangladesh verursachen. Auch einen großen Teil des Mekong-Deltas, wo die Hälfte des Reises von Vietnam, weltweit der zweitgrößte Reis-Exporteur, erzeugt wird. Es gibt in Asien insgesamt ca. 19 Reis-produzierende Flussdelten. Dort würden sich infolge der Erhöhung des Meeresspiegels die Ernten beträchtlich reduzieren.”
„Die Beunruhigung dieser letzten Wochen ist nur der Anfang. Es handelt sich nicht mehr um einen Konflikt zwischen stark bewaffneten Großmächten, sondern eher um größere Knappheit bei Nahrungsmitteln und steigende Preise der Nahrungsgüter (und die politischen Störungen, zu denen das führt), die die Zukunft unserer Welt bedrohen. Die Welt wird aller Wahrscheinlichkeit nach eine Zukunft mit mehr klimatischer Instabilität und Volatilität der Nahrungsgüter-Preise konfrontieren, es sei denn, die Regierungen fangen schnellstens an, die Sicherheitsfragen neu zu überprüfen und die Ausgaben für militärische Zwecke zur Linderung des Klimawandels, zur Erreichung der Effizienz bei der Wassernutzung, zur Erhaltung der Böden und zur demografischen Stabilisierung abzuzweigen. Wenn die Dinge so wie bis jetzt weiter gemacht werden, dann wird die Tendenz der Nahrungsmittel-Preise nur nach oben weisen.”
Die bestehende Weltordnung wurde von den Vereinigten Staaten zum Ende des Zweiten Weltkrieges auferlegt, und sie behielten alle Privilegien für sich.
Es gibt keine mögliche Art und Weise für Obama, das Tohuwabohu zu verwalten, welches sie selbst geschaffen haben. Vor einigen Tagen ist die Regierung von Tunesien gestürzt, wo die Vereinigten Staaten den Neoliberalismus auferlegt hatten und sich an dieser politischen Heldentat erfreuten. Das Wort Demokratie war von der Bühne verschwunden. Es ist unglaublich, wie Washington jetzt seine Freude über den Zusammenbruch zum Ausdruck bringt, wenn das ausgebeutete Volk sein Blut vergießt und die Läden überfällt. Niemand ignoriert, dass die Vereinigten Staaten Ägypten zu ihrem Haupt-Verbündeten innerhalb der arabischen Welt gemacht haben. Ein großer Flugzeugträger und ein Atom-U-Boot, von US-amerikanischen und israelischen Kriegsschiffen eskortiert, kreuzten vor einigen Monaten den Suez-Kanal in Richtung Persischer Golf, ohne dass die internationale Presse Zugang zu dem gehabt hätte, was dort geschah. Das war das arabische Land, das die meisten Waffenlieferungen erhalten hat. Millionen von jungen Ägyptern leiden unter der in der Weltwirtschaft verursachten Arbeitslosigkeit und Nahrungsmittel-Knappheit, und Washington behauptet, sie zu unterstützen. Sein Machiavellismus besteht darin, dass, während es der ägyptischen Regierung Waffen lieferte, die USAID der Opposition Fonds zukommen ließ. Können die Vereinigten Staaten die revolutionäre Welle stoppen, die die Dritte Welt erschüttert?
Das berühmte, gerade zu Ende gegangene Davos-Treffen wurde zu einem Tollhaus, und die reichsten europäischen Staaten, mit Deutschland, Großbritannien und Frankreich an der Spitze, stimmen nur in ihrer Nicht-Übereinstimmung mit den Vereinigten Staaten überein.
Aber man soll sich nicht die geringste Sorge machen; die US-Außenministerin versprach ein weiteres Mal, dass die USA bei dem Neuaufbau von Haiti helfen würden.
Fidel Castro Ruz
30. Januar 2011
18:23 Uhr
Vor nur elf Tagen, am 19. Januar, schrieb ich unter dem Titel „Es ist an der Zeit, etwas zu unternehmen“, Folgendes:
„Das Schlimmste ist, dass die Lösungen zu einem großen Teil von den reichsten, am weitesten entwickelten Ländern abhängen werden, die dahin kommen werden, eine Situation konfrontieren zu müssen, der sie nicht ins Auge blicken können, ohne dass ihr Weltbild zusammenfällt, das sie sich […] zu formen versucht haben.“
„Ich spreche hier nicht nur von Kriegen, deren Gefahren und Folgen weise und brillante Leute, darunter viele US-Amerikaner, übermittelt haben.
Ich meine die Nahrungskrise, verursacht von wirtschaftlichen Tatsachen und dem Klimawandel, die infolge des menschlichen Handels scheinbar irreversibel sind, bezüglich denen aber der menschliche Geist trotzdem die Pflicht hat, ihnen schleunigst die Stirn zu bieten.“
„Die Probleme haben jetzt plötzlich Gestalt angenommen, durch Phänomene, die sich auf allen Kontinenten wiederholen: Hitzewellen, Waldbrände, Ernteverluste in Russland […]; Klimawechsel in China, […]; zunehmende Verluste an Wasservorrat im Himalaja-Gebirge, die Indien, China, Pakistan und andere Länder bedrohen; übermäßige Regenfälle in Australien, die fast eine Million Quadratkilometer überflutet haben; ungewöhnliche und saisongemäß verschobene Kältewellen in Europa […]; Dürreperioden in Kanada; ungewöhnliche Kältewellen in diesem Land und in den Vereinigten Staaten […]“
Ebenfalls habe ich die Regenfälle ohnegleichen in Kolumbien, Venezuela und Brasilien erwähnt.
In jener Reflexion habe ich über Folgendes informiert: „Die Produktionen von Weizen, Soja, Mais, Reis und anderen zahlreichen Getreide- und Hülsefruchtarten, die die Nahrungsgrundlage der Welt sind, - deren Bevölkerung heute Schätzungen zufolge knapp 6,9 Milliarden Einwohner beträgt und die sich der Rekordziffer von 7 Milliarden nähert, und wo mehr als eine Milliarde Menschen an Hunger und Unterernährung leiden – werden schon ernsthaft von den Klimaveränderungen beschädigt, was auf der Welt schon ein großes Problem bewirkt.“
Am Sonnabend, dem 29. Januar, war in der Internet-Nachrichten--Zusammenstellung, die ich täglich bekomme, ein am 10. Januar auf der Website Vía Orgánica veröffentlichter Artikel von Lester R. Brown enthalten, dessen Inhalt meiner Meinung nach ausführlich verbreitet werden sollte.
Sein Autor ist der angesehenste und am meisten ausgezeichnete US-Umweltschützer, der seit langem auf die schädlichen Auswirkungen des zunehmenden und umfangreichen in die Atmosphäre ausgestoßenen CO2-Volumens aufmerksam macht. Aus seinem gut begründeten Artikel werde ich nur zwei Abschnitte entnehmen, die seinen Standpunkt kohärent darlegen.
„Zu Beginn des neuen Jahres hat der Weizen-Preis beispiellose Größenordnungen erreicht…“
„…die Weltbevölkerung hat sich seit 1970 fast verdoppelt und wir wachsen weiterhin mit einem Rhythmus von 80 Millionen Personen jährlich. Heute Abend werden 219.000 Personen mehr an der Tafel zu ernähren sein, viele von denen nur leere Teller vorfinden werden. Morgen Abend werden noch weitere 219.000 hinzukommen. Irgendwann wird der Zeitpunkt gekommen sein, dass dieses ununterbrochene Wachstum die Kapazitäten der Landwirte sowie die Grenzen der Erd- und Wasserressourcen des Planeten überschreiten wird.“
„Der Fleisch-, Milch- und Eierkonsum in den Entwicklungsländern wächst schnell und ist auch beispiellos.“
„In den Vereinigten Staaten, wo 416 Millionen Tonnen Getreide im Jahr 2009 geerntet wurden, sind 119 Millionen Tonnen davon in die Ethanol-Destillieranlagen geschickt worden, um Kraftstoff für die Autos zu produzieren. Das wäre ausreichend für die Ernährung von 350 Millionen Menschen jährlich. Die enorme Investition der Vereinigten Staaten in die Bioethanolanlagen schafft die Bedingungen für den direkten Wettbewerb zwischen Autos und Personen um die Weltgetreideernte. In Europa, wo ein großer Teil des Triebwagenparks mit Diesel betrieben wird, existiert ein wachsender Bedarf an aus Pflanzen, vor allem aus Raps- und Palmöl hergestelltem Diesel-Treibstoff. Dieser Bedarf an ölhaltigen Pflanzen reduziert nicht nur die verfügbare Fläche für die Nahrungsmittelproduktion in Europa sondern beschleunigt auch die Rodung der Tropenwälder in Indonesien und Malaysia zugunsten der Palmöl produzierenden Pflanzungen.“
„…das jährliche Wachstum des weltweiten Getreidekonsums ist von einem Durchschnitt von 21 Millionen Tonnen jährlich im Zeitraum von 1990 bis 2005 auf 41 Millionen Tonnen jährlich im Zeitraum von 2005 bis 2010 gestiegen. Der größte Teil dieses enormen Sprungs ist der Investitions- Zügellosigkeit bei den Bioethanolanlagen in den Vereinigten Staaten zwischen 2006 und 2008 zu verdanken.
Mit der Verdoppelung des jährlichen Wachstumsbedarfs bei Getreide sind neue Grenzen bezüglich des Angebots entstanden, einschließlich als sich jene langfristig entstandenen, wie jene durch Bodenerosion verursachten stärker bemerkbar machten. Es wird geschätzt, dass ein Drittel der anbaufähigen Böden der Welt die Pflanzenschicht schneller verlieren, als sie für die Formation des neuen Boden mittels der Naturprozesse brauchen und so verlieren sie ihre damit verbundene Produktivität. Zwei große Staubmassen sind zurzeit im Entstehen. Eine dehnt sich auf den Nordwesten von China, den Westen der Mongolei und Mittelasien aus; die andere befindet sich in Zentralafrika. Jede von ihnen ist viel größer als jene Staubmasse, die in den 1930er Jahren Schaden in den Vereinigten Staaten angerichtet hat.
Die Satellitenbilder zeigen einen ständigen Fluss von aus diesen Regionen ausgehenden Staubgewittern und normalerweise transportiert jedes von ihnen Millionen Tonnen wertvoller Pflanzenschicht.“
„Inzwischen reduziert sich schnell vielerorts auf der Welt die Ausdehnung der bewässerten Flächen aufgrund der Erschöpfung der Grundwasservorkommen. Dieses relativ neue Phänomen ist auf die Anwendung in großen Umfang von mechanischen Pumpen zum Auspumpen des unterirdischen Wassers zurückzuführen. In der Gegenwart lebt die Hälfte der Weltbevölkerung in solchen Ländern, wo der Grundwasserspiegel in dem Maße sinkt, in dem das übermäßige Pumpen das jeweilige Grundwasservorkommen erschöpft. Wenn ein Grundwasservorkommen erschöpft ist, muss notwendigerweise der Pumprhythmus so reduziert werden, dass er dem Erneuerungsrhythmus desselben angepasst ist, wenn man es nicht in ein fossiles (nicht erneuerungsfähiges) Grundwasservorkommen verwandeln will, wodurch das Pumpen für immer aufhören würde. Aber irgendwann werden die fallenden Niveaus der Grundwasserspiegel eine Erhöhung der Nahrungsmittelpreise bedeuten.
Die bewässerten Flächen im Mittleren Osten, vor allem in Saudi Arabien, Syrien, Irak und möglicherweise in Jemen, gehen zurück. In Saudi Arabien, das von einem gegenwärtig erschöpften fossilen Grundwasservorkommen für die eigene Wasserversorgung der Weizen-Plantagen abhängig war, weist diese Produktion einen freien Fall auf. Zwischen 2007 und 2010 ist die saudi-arabische Weizenproduktion um mehr als zwei Drittel gesunken.”
„Der arabische Mittlere Osten ist die geographische Region, in der die zunehmende Wasserknappheit die größte Reduzierung der Getreideernte verursacht. Aber die wirklich hohen Wasser-Defizite sind in Indien zu verzeichnen, wo es laut Angaben der Weltbank 175.000.000 Menschen gibt, die sich von solchem Getreide ernähren, das mittels übermäßigem Wasser-Pumpen produziert wird […] In den USA, der andere große Getreide-Produzent der Welt, reduziert sich die bewässerte Fläche in den hauptsächlich landwirtschaftlichen Bundesstaaten wie Kalifornien und Texas.”
„Der Temperatur-Anstieg führt auch dazu, dass es schwieriger wird, weltweit die Getreide-Ernte mit der notwendigen Schnelligkeit zu erhöhen, um mit dem nie da gewesenen Bedarfstempo Schritt zu halten. Die Umweltschützer, die sich mit dem landwirtschaftlichen Anbau beschäftigen, haben ihr eigenes, allgemein akzeptiertes Maß: für jeden Anstieg um ein Grad Celsius über den optimalen Temperatur-Rang während der Wachstumszeit ist ein Rückgang von 10% beim Getreide-Ertrag zu erwarten.”
„Eine andere eingetretene Tendenz, die die Nahrungssicherheit bedroht, ist das Schmelzen der Berggletscher. Das ist im Himalaja und im Tibet-Plateau besonders Besorgnis erregend, wo das schmelzende Eis der Gletscher während der Trockenzeit nicht nur jene großen Flüsse Asiens wie Indus, Ganges, Mekong, Yangtze und den Gelben Fluss versorgt, sondern auch die von ihnen abhängigen Bewässerungssysteme beschickt. Ohne dieses Eis-Schmelzen würde die Getreide-Ernte extrem abfallen und die Preise würden dementsprechend steigen.
Schließlich und langfristig betrachtet drohen die in Grönland und im Westen des Südpols schmelzenden Polarkappen in Verbindung mit der thermischen Expansion der Ozeane, den Meeresspiegel während dieses Jahrhunderts um bis zu sechs Fuß zu erhöhen. Sogar eine Erhöhung des Meeresspiegels um drei Fuß würde die Überschwemmung der Reis-Anbaugebiete von Bangladesh verursachen. Auch einen großen Teil des Mekong-Deltas, wo die Hälfte des Reises von Vietnam, weltweit der zweitgrößte Reis-Exporteur, erzeugt wird. Es gibt in Asien insgesamt ca. 19 Reis-produzierende Flussdelten. Dort würden sich infolge der Erhöhung des Meeresspiegels die Ernten beträchtlich reduzieren.”
„Die Beunruhigung dieser letzten Wochen ist nur der Anfang. Es handelt sich nicht mehr um einen Konflikt zwischen stark bewaffneten Großmächten, sondern eher um größere Knappheit bei Nahrungsmitteln und steigende Preise der Nahrungsgüter (und die politischen Störungen, zu denen das führt), die die Zukunft unserer Welt bedrohen. Die Welt wird aller Wahrscheinlichkeit nach eine Zukunft mit mehr klimatischer Instabilität und Volatilität der Nahrungsgüter-Preise konfrontieren, es sei denn, die Regierungen fangen schnellstens an, die Sicherheitsfragen neu zu überprüfen und die Ausgaben für militärische Zwecke zur Linderung des Klimawandels, zur Erreichung der Effizienz bei der Wassernutzung, zur Erhaltung der Böden und zur demografischen Stabilisierung abzuzweigen. Wenn die Dinge so wie bis jetzt weiter gemacht werden, dann wird die Tendenz der Nahrungsmittel-Preise nur nach oben weisen.”
Die bestehende Weltordnung wurde von den Vereinigten Staaten zum Ende des Zweiten Weltkrieges auferlegt, und sie behielten alle Privilegien für sich.
Es gibt keine mögliche Art und Weise für Obama, das Tohuwabohu zu verwalten, welches sie selbst geschaffen haben. Vor einigen Tagen ist die Regierung von Tunesien gestürzt, wo die Vereinigten Staaten den Neoliberalismus auferlegt hatten und sich an dieser politischen Heldentat erfreuten. Das Wort Demokratie war von der Bühne verschwunden. Es ist unglaublich, wie Washington jetzt seine Freude über den Zusammenbruch zum Ausdruck bringt, wenn das ausgebeutete Volk sein Blut vergießt und die Läden überfällt. Niemand ignoriert, dass die Vereinigten Staaten Ägypten zu ihrem Haupt-Verbündeten innerhalb der arabischen Welt gemacht haben. Ein großer Flugzeugträger und ein Atom-U-Boot, von US-amerikanischen und israelischen Kriegsschiffen eskortiert, kreuzten vor einigen Monaten den Suez-Kanal in Richtung Persischer Golf, ohne dass die internationale Presse Zugang zu dem gehabt hätte, was dort geschah. Das war das arabische Land, das die meisten Waffenlieferungen erhalten hat. Millionen von jungen Ägyptern leiden unter der in der Weltwirtschaft verursachten Arbeitslosigkeit und Nahrungsmittel-Knappheit, und Washington behauptet, sie zu unterstützen. Sein Machiavellismus besteht darin, dass, während es der ägyptischen Regierung Waffen lieferte, die USAID der Opposition Fonds zukommen ließ. Können die Vereinigten Staaten die revolutionäre Welle stoppen, die die Dritte Welt erschüttert?
Das berühmte, gerade zu Ende gegangene Davos-Treffen wurde zu einem Tollhaus, und die reichsten europäischen Staaten, mit Deutschland, Großbritannien und Frankreich an der Spitze, stimmen nur in ihrer Nicht-Übereinstimmung mit den Vereinigten Staaten überein.
Aber man soll sich nicht die geringste Sorge machen; die US-Außenministerin versprach ein weiteres Mal, dass die USA bei dem Neuaufbau von Haiti helfen würden.
Fidel Castro Ruz
30. Januar 2011
18:23 Uhr
Donnerstag, 27. Januar 2011
Lagebericht zur Union
Reflexionen des Genossen Fidel: Lagebericht zur Union
Die Rede des Präsidenten zu diesem Thema wurde mit großem Interesse erwartet, besonders nach seinen Worten vom 12. Januar in der Universität Tucson von Arizona über das vier Tage vorher in jener Stadt stattgefundene Blutbad. Sechs Menschen starben und weitere 14 wurden verletzt, darunter die zum dritten Mal in den US-amerikanischen Kongress gewählte junge demokratische Abgeordnete Gabrielle Giffords, die sich gegen das Migrantenfeindliche Einwanderungsgesetz jenes Staates ausgesprochen hatte, der einst Teil jenes mexikanischen Territoriums gewesen ist, das Mexiko während des ungerechten Krieges von 1848 entrissen worden ist.
Die Tea Party, die faschistische Rechte der Republikanischen Partei, hatte einen beachtlichen Erfolg unter jenen Wähler erreicht, die sich in jenem Land die Mühe machen, ihr Stimmrecht bei den Wahlen auszuüben.
Die Bevölkerung von Arizona hat genauso empört reagiert wie der Rest der Menschen in den Vereinigten Staaten. Ihr Verhalten war zweifelsfrei korrekt und so habe ich es auch zum Ausdruck gebracht.
Ich habe nie an den ethischen Faktoren gezweifelt, die - unabhängig von der Regierungspolitik - die Völker für gewöhnlich auszeichnen.
So nachlässig auch die Rede von Obama bezüglich des unglaublichen Ausdrucks eines primitiven Verhaltens war, der sich im verallgemeinerten und fast unbegrenzten Gebrauch von tödlichen Schusswaffen widerspiegelt, verdient der Lagebericht zur Union doch eine politische und ethische Analyse, denn die Vereinigten Staaten sind eine Supermacht, von der - unabhängig davon, wer der Präsident bzw. wer im Kongress ist - unter anderen wichtigen Faktoren das Schicksal der menschlichen Gattung abhängig ist.
Kein Land hat isoliert und für sich allein die Antwort auf alle die Probleme, denen heute die Welt gegenübersteht, und kann es auch nicht haben.
Zunächst einmal ist Obama in einen Wahlprozess verwickelt. Er muss mit seiner Rede die Demokraten und die Republikaner erreichen; diejenigen, die wählen und diejenigen, die nicht wählen; die Multimillionäre und die Bettler; die Protestanten und die Katholiken; die Christen und die Muslime; die Gläubigen und die Nicht-Gläubigen; die Schwarzen und die Weißen; diejenigen, die für die Forschungen mit Stammzellen sind und diejenigen, die dagegen sind; die Homosexuellen und die Heterosexuellen; jeden Staatsbürger und seinen Gegenpol ansprechen, um am Ende auszurufen, dass alle US-Amerikaner sind, als ob die 95,5%, d.h. die weiteren 6,9 Milliarden Einwohner des Planeten, nicht existieren würden.
Auf den ersten Seiten seines einstündigen Redebeitrags ist er zur Sache gekommen, indem er behauptete:
„In diesem Augenblick steht nicht gerade auf dem Spiel, wer die nächsten Wahlen gewinnen wird […] Was auf dem Spiel steht, ist, ob neue Arbeitsplätze und neue Industrien geschaffen werden […] ob wir die Führerschaft, die aus den Vereinigten Staaten nicht nur einen Punkt auf der Weltkarte sondern auch das Licht der Welt machte, beibehalten können.
Wir sind bereit für den Fortschritt. […] die Börse hat sich eifrig erholt. Die Gewinne der Korporationen sind höher. Die Wirtschaft wächst wieder.“
Unmittelbar nach diesen Worten versucht er unsere Rührung mit einer Passage zu erreichen, die dem bekannten US-amerikanischen Film „Vom Winde verweht“ entnommen zu sein scheint, an den sich die Menschen meiner Generation erinnern und der über den schrecklichen Bürgerkrieg zwischen dem industriellen Norden und dem die Sklaverei ausübenden Süden handelt, der zu Zeiten von Abraham Lincoln, jenem außerordentlichen Mann, vollkommen landwirtschaftlich ausgerichtet war.
„Jene Welt hat sich verändert. Und diese Veränderung war schmerzhaft für viele“ - sagte uns Obama - „Ich habe es an den zugemauerten Fenstern der einst blühenden Fabriken und an den leeren Schaufenstern der einst gut besuchten Hauptstrassen gesehen. Ich habe es der Frustration der US- Amerikaner entnommen, die die Verringerung ihrer Löhne und das Verschwinden ihrer Arbeitsplätze erlebt haben; Männer und Frauen, die stolz auf ihre Arbeit sind, die denken, dass man ihnen nach der halben Spielzeit die Spielregeln geändert hat.“
„Die Eisenindustrien, die einst 1.000 Arbeiter brauchten, können heute dieselbe Arbeit mit nur 100 machen.“
„Währendessen haben Länder wie China oder Indien gemerkt, dass sie mit einigen inneren Veränderungen in dieser neuen Welt konkurrieren können. […] Vor kurzem wurde China zum Sitz der größten privaten Anlage für die Solarforschung und dem schnellsten Computer der Welt.“
„…aber die Vereinigten Staaten haben noch die größte und erfolgreichste Wirtschaft der Welt.“
„Wir wissen schon, was die Konkurrenz um die Industrien und die Arbeitsplätze unserer Zeiten erfordert. Wir müssen im Vergleich zu dem Rest der Welt innovativer sein, unsere Menschen besser ausbilden und mehr bauen. Wir müssen die Vereinigten Staaten in den besten Ort der Welt zum Geschäftemachen verwandeln. […] Und heute Abend würde ich gern darüber sprechen, wie wir dazu kommen können.“
Obama spricht nie über die großen Monopole, die heutzutage die Ressourcen der Welt kontrollieren und ausplündern. Er erwähnt nie das Bretton-Woods-Abkommen, das einer aufgrund des Krieges zerstörten Welt aufgezwungene System, mit dem die Vereinigten Staaten die Kontrolle der Finanzeinrichtungen und den Internationalen Währungsfonds übernahmen, in denen sie eisern das Vetorecht beibehalten. Nicht ein Wort spricht er jemals über den kolossalen Betrug von Nixon im Jahre 1971, als dieser den Umtausch des Dollars in Gold einseitig einstellte, unbegrenzte Mengen von Geldscheinen drucken ließ und weltweit unzählige Güter und Reichtümer erwarb, die er hauptsächlich mit Papierscheinen bezahlte, deren Wert innerhalb von 40 Jahren auf 2,5% des damaligen Wertes gefallen ist.
Anstatt dessen erzählt Obama gern lyrische Geschichten über kleine Unternehmer, welche angeblich die Zuhörer, die sich der Realität vielleicht nicht bewusst sind, blenden, entzücken und tief bewegen. Seine Beredsamkeit, sein Stil und Ton scheinen dafür entworfen zu sein, um wie disziplinierte Kinder seinen rührenden Geschichten zuzuhören.
„Robert und Gary Allen sind zwei Brüder, die eine kleine Dachdeckerfirma in Michigan haben. Nach dem 11. September boten sie ihre besten Arbeiter an, um einen Beitrag zum Wiederaufbau des Pentagons zu leisten. Aber die Rezession hat sie stark betroffen und ihre Fabrik wurde nur mit halber Leistung betrieben. Heutzutage werden jene Einrichtungen mit Hilfe eines Regierungsdarlehens für die Herstellung fotovoltaischer Dachplatten genutzt, die landesweit verkauft werden. Wie Robert es ausdrückt: ‚Wir haben uns neu erfunden’.
Wir verkünden hiermit eine Herausforderung. Wir sagen zu allen Wissenschaftlern und Ingenieuren der Vereinigten Staaten, dass wir, wenn sie mit den besten Genies auf ihren jeweiligen Gebieten Teams bilden und sich auf die schwierigsten Probleme der sauberen Energie konzentrieren, die Apollo- Projekte unserer Ära finanzieren werden.“
Unmittelbar danach nimmt er uns den Atem:
„Das California Institute for Technology entwickelt gerade eine Methode, um Solarenergie und Wasser in Treibstoff für unsere Fahrzeuge zu verwandeln.“
Der Planet ist gerettet! Oder zumindest wird er nicht wegen Übermaß an CO2 oder an Energiemangel sterben. Das ruft mir eine über 40 Jahre alte Geschichte ins Gedächtnis zurück, als eine Gruppe von aktiven jungen Wissenschaftlern mir sehr begeistert auf der Basis von theoretischen Grundsätzen über dieselbe Idee sprachen, und ich in einer Handlung meines blinden wissenschaftlichen Glaubens versuchte, ihnen alles zu besorgen, worum sie baten, einschließlich die isoliert gelegene Einrichtung, wo sie jahrelang mit solchem Mut blieben, dass sogar ein Motor explodierte, wobei eine Gruppe von ihnen fast ums Leben kam, und sie trotzdem weiter an der Aufgabe arbeiteten.
Ich bestreite nichts, erst recht nicht einem Super-Institut aus Kalifornien, aber, bitte, Herr Präsident, informieren sie die Welt über diese Möglichkeit, damit viele andere Wissenschaftler in derselben Richtung arbeiten können. Es ist nicht eine Sache der Gewinne, die Menschheit wird bereit sein, ihren Wissenschaftlern alles zu zahlen, was diese wollen, und ich bin fast sicher, dass sogar Michael Moore es begrüßen würde, dass man Ihnen 10 Nobelpreise verleihen würde.
Sofort, und nach einem weiteren ermutigenden Kommentar über Oak Ridge National Laboratory und Supercomputer, damit die nuklearen Einrichtungen mehr Energie erzeugen, versicherte uns der Präsident Folgendes: „Mit mehr Forschungen und Anreizen können wir unsere Erdölabhängigkeit mit Biotreibstoffen ein Ende setzen und zum ersten Land mit einer Million elektrischer Fahrzeuge in Betrieb bis zum Jahr 2015 werden. (Beifall)“
Unerschütterlich fährt der Präsident fort:
„Denken Sie darüber nach. In den nächsten zehn Jahren werden fast die Hälfte aller neuen Arbeitsplätze Hochschulausbildung und nicht nur Mittelschulbildung erfordern. Jedoch beenden bis zu einem Viertel unserer Schüler nicht einmal die Mittelschule. Die Qualität unserer Ausbildung in Mathematik und Naturwissenschaften hat ein niedrigeres Niveau als das vieler anderer Länder. Die Vereinigten Staaten sind in Bezug auf das Verhältnis der jungen Leute, die die Hochschulausbildung abgeschlossen haben, auf Platz neun gelandet. Dann besteht die Frage also darin, ob wir als Staatsbürger und Eltern dazu bereit sind, das Nötige zu tun, um jedem Kind die Möglichkeit zu geben, Erfolg zu haben.“
„…wir werden das Ziel, das ich vor zwei Jahren gesetzt habe, erreichen: dass die USA zum Ende dieses Jahrzehnts weltweit den höchsten Anteil an Universitätsabsolventen hat. (Beifall)”
„Andere kommen aus dem Ausland, um an unseren Hochschuleinrichtungen und Universitäten zu studieren. Aber sobald sie ihr Diplom bekommen, schicken wir sie in ihre Länder zurück, damit sie uns Konkurrenz machen. Das hat keinen Sinn.”
Selbstverständlich sollen wir unserem Freund Obama diesen außergewöhnlichen und erklärten Raub der besten Köpfe oder Braindraining, an dessen Verbergen er nicht das geringste Interesse hat, in Anbetracht seiner Leidenschaft für die Wissenschaft und die gesunde Konkurrenz verzeihen.
„Der dritte Schritt, um für uns die Zukunft zu gewinnen, besteht darin, die USA neu aufzubauen. Um neue Unternehmen an unsere Küsten anzuziehen brauchen wir die schnellsten Wege für die Beförderung von Personen, Produkten und Information, angefangen bei Höchstgeschwindigkeitszügen bis zu Höchstgeschwindigkeits-Internet.
Unsere Infrastruktur ist einst die Beste gewesen, aber wir sind nicht mehr die Ersten. Die Wohnungen in Südkorea haben jetzt besseren Internet-Zugang als unsere. Russland und europäische Länder investieren mehr in ihren Landstraßen und Eisenbahnnetzen als wir. China stellt schnellere Züge her und baut neuartigere Flughäfen.”
“…in den letzten zwei Jahren haben wir begonnen, ein Projekt für das 21. Jahrhundert erneut aufzubauen, das Tausende von gut bezahlten Arbeitsplätzen in dem sehr betroffenen Sektor des Bauwesens geschaffen hat. Und heute Abend schlage ich Ihnen vor, diese Anstrengungen zu verdoppeln.”
„Unser Ziel für die nächsten 25 Jahren ist es, 80 % der US-Bürger Zugang zu den Hochgeschwindigkeitszügen zu schaffen.”
„In den nächsten fünf Jahren werden wir ermöglichen, dass die Unternehmen 98 % der US-Bürger Zugang zu der darauf folgenden Generation drahtloser Hochgeschwindigkeits-Technologie verschaffen. […] Das bedeutet, dass aus einer ländlichen Gemeinde in Iowa bzw. Alabama die Arbeiter und Kleinunternehmer ihre Produkte auf der ganzen Welt verkaufen können werden.”
„…sie werden ermöglichen, dass die USA ein besserer Ort wird, um Geschäfte zu machen und Arbeitsplätze zu schaffen.”
„…ein Heer von Lobbyisten hat ermöglicht, das der Steuerkodex bestimmte Gesellschaften und Industrien begünstigt.”
„…wir haben uns das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2014 unsere Exporte zu verdoppeln, denn je mehr wir exportieren, desto mehr Arbeitsplätze werden im Lande geschaffen werden. […] Kürzlich haben wir mit Indien und China Vereinbarungen unterzeichnet, die über 250.000 Arbeitsplätze hier in den USA unterstützen werden.”
„…ich habe klargestellt, dass […] ich nur Abkommen unterzeichnen würde, die die US-Werktätigen begünstigen und Arbeitsplätze und in den USA fördern. […] das ist es, was ich bei den vorgesehenen Vereinbarungen mit Panama und Kolumbien beabsichtige …”
Einige der von Obama erzählten Sachen geben eine Vorstellung über die dramatischen Leiden, welche die Ärmsten in seinem eigenen Land noch jetzt, schon ganz im 21. Jahrhundert, zu ertragen haben. Er erzählt uns zum Beispiel Folgendes:
„Ich bin nicht bereit, James Howard, einem Hirnkrebs-Patienten aus Texas, zu sagen, dass die Möglichkeit besteht, dass die Kosten für seine Behandlung nicht gedeckt werden.”
„Wir leben mit dem Erbe eines Haushaltsdefizits, das vor ca. einem Jahrzehnt begonnen hat. Und nach der Finanzkrise war etwas davon notwendig, um den Kreditfluss fortzusetzen, die Arbeitsplätze zu schützen und Geld in die Taschen der Leute zu legen.”
„…heute Abend schlage ich vor, dass wir ab diesem Jahr die jährlichen nationalen Ausgaben für die nächsten fünf Jahre einfrieren.”
„Der Verteidigungsminister hat auch akzeptiert, Dutzende Milliarden US-Dollar von jenen Ausgaben zu kürzen, auf die er und seine Generäle verzichten zu können der Auffassung waren.”
„Und wenn unser Defizit wirklich irgendeine Bedeutung für uns hat, dann können wir uns einfach nicht den Luxus einer dauerhaften Beibehaltung von Steuerkürzungen für die 2 % jener US-Bürger mit den größten Vermögen leisten. Bevor wir unseren Schulen oder Stipendien Geld abziehen, sollten wir verlangen, dass die Millionäre auf ihre Steuerkürzung verzichten.”
„Da ihr zu wissen verdient, wann sich eure öffentlichen Funktionäre mit den Lobbyisten treffen, werde ich den Kongress darum bitten, das Gleiche zu tun, was das Weiße Haus schon gemacht hat: diese Information im Internet zu veröffentlichen.”
Ich bin der Meinung, dass das einfache Vorhandensein eines Lobbyisten-Heers, das auf die Kongress-Abgeordneten einwirkt und mit ihnen verhandelt, eine beschämende Tatsache für jedes zivilisierte Land darstellt.
„…das moralische Vorbild der USA soll stets für alle jene erstrahlen, die sich nach Freiheit, Gerechtigkeit und Würde sehnen”, sagt uns Herr Obama, und geht sofort danach zu einem anderen Thema über.
„Seht den Irak, aus dem ca. 100.000 unserer tapferen Männer und Frauen mit hocherhobenem Haupt zurückgekommen sind.”
Mission erfüllt!, erinnerte ich mich.
„Dank der Bewilligung des Neuen START-Vertrages durch Republikaner und Demokraten“ ― setzt Obama fort ― „werden viel weniger Waffen und nukleare Trägerraketen stationiert werden.”
„Infolge der diplomatischen Bemühungen, darauf zu bestehen, dass Iran seinen Verpflichtungen nachkommt, ist die iranische Regierung jetzt mit Sanktionen konfrontiert, die noch härter, noch strikter als je zuvor sind. Und auf der koreanischen Halbinsel unterstützen wir unseren Verbündeten Südkorea und bestehen darauf, dass Nordkorea seine Verpflichtung einhält, die Atomwaffen aufzugeben.”
Wie ersichtlich erwähnt der Präsident kein einziges Wort über die selektiven Morde an iranischen Wissenschaftlern, die von den US-Geheimdienst-Organen und deren Verbündeten verübt wurden und die ihm genauestens bekannt sind.
Dagegen erweitert er die Information:
„Das sind kaum einige wenige der Formen, in denen wir eine Welt schmieden, die den Frieden und den Wohlstand fördert. Mit unseren Verbündeten in Europa revitalisieren wir die NATO und erhöhen unsere Zusammenarbeit in allen Bereichen, von der Terrorismus-Bekämpfung bis zur Raketenabwehr.”
Selbstverständlich sagt unser erlauchter Freund kein einziges Wort über die dringende Notwendigkeit, das Fortschreiten der beschleunigten globalen Erwärmung, oder der katastrophalen Regen- und Schneefälle zu verhindern, von denen gerade die Welt hart betroffen wurde, auch nicht über die Ernährungskrise, die gegenwärtig 80 Länder der Dritten Welt bedroht, selbstverständlich auch nicht über die Dutzenden Millionen Tonnen Mais und Soja, die die großen US-Unternehmen der Produktion von Bio-Kraftstoff widmen, während die Weltbevölkerung, die bereits 6,900 Milliarden Einwohner beträgt, sich in den nächsten 18 Monaten auf 7 Milliarden erhöhen wird.
„Im März“ ― setzt Obama fort ― „werde ich nach Brasilien, Chile und El Salvador reisen, um neue Bündnisse auf dem ganzen amerikanischen Kontinent aufzubauen.”
In Brasilien wird er natürlich die Zerstörungen, die Todesopfer und die Vermissten besser wahrnehmen können, die durch die nie da gewesenen Regenfälle entstanden sind, die sich in Rio de Janeiro und Sao Paulo ereignet haben. Es wird ohne Zweifel ein günstiger Anlass zur Selbstkritik an der Tatsache sein, dass sich die USA geweigert haben, die Kyoto-Vereinbarung zu unterzeichnen, und schon unter seiner eigenen Regierung die selbstmörderische Politik von Kopenhagen gefördert haben.
In Chile wird die Politik jetzt kompliziert. Es ist anzunehmen, dass jemand Salvador Allende und den Tausenden Chilenen, die durch Pinochets Gewaltherrschaft ermordet wurden, einer Tyrannei, die die Vereinigten Staaten Chile aufgezwungen haben, Tribut zollen soll. Hinzu kommt das, was ich im Nachfolgenden erklären werde. Eine andere unangenehme Situation wird sicherlich in El Salvador auftreten, wo die von den Vereinigten Staaten gelieferten Waffen und die in den Militärschulen zur Aufstandsbekämpfung der Vereinigten Staaten trainierten und erzogenen Streitkräfte, schreckliche Gräueltaten gegen die Kämpfer des FMLN begangen und diese gefoltert haben, jenes FLMN, dessen Partei vor kurzem die Wahlstimmen der großen Mehrheit gewonnen hat.
Es ist kaum zu glauben, was man im Folgenden liest, wenn der Präsident wie folgt sagt:
„Rund um die Welt unterstützen wir diejenigen, die Verantwortung übernehmen, indem wir den Bauern helfen, mehr Lebensmittel anzubauen; indem wir Ärzte bei der Betreuung der Kranken unterstützen…“ Vielen Leuten ist bekannt, was die Vereinigten Staaten mit unseren Ärzten in Venezuela und in anderen Ländern von Lateinamerika gemacht haben, indem sie Pläne geschmiedet haben, um die Desertionen zu fördern und ihnen Visum und Geld in den Vereinigten Staaten geboten haben, damit sie ihre harte und opferbereite Aufgabe aufgeben sollten. Auch kann sich niemand den Freihandelsabkommen und den übermäßigen Subventionen für die Agrarprodukte der Vereinigten Staaten mit dem Ziel, die Produzenten von Getreide und anderen Kornfrüchten in Lateinamerika zu ruinieren, verschließen. Mit diesen Methoden haben sie die Maisproduktion und die von anderen Getreidearten in Mexiko ruiniert, sodass das Land jetzt von der US-amerikanischen Landwirtschaft abhängig ist.
In so armen Ländern wie Haiti, das sich beinahe selbst mit Reis versorgen konnte, haben die transnationalen Unternehmen die Produktion mittels subventionierten Überschusses ruiniert und damit haben sie verhindert, dass das Land sich selbst mit diesem Erzeugnis versorgen und tausenden Haitianern zunehmend Arbeit anbieten konnte. Nun stellt sich heraus, dass die Vereinigten Staaten gemäß Obamas Rede die Olympiasieger der ärztlichen Betreuung und der verwaltungsmäßigen Ehrlichkeit auf der Welt sind. Diese Themen sind umfangreich und es ist schwer, sie in einer einzigen Reflexion auszuschöpfen.
Wir wollen daran erinnern, dass die industrialisierten Länder die wichtigsten Plünderer von Ärzten und Wissenschaftsforschern der Länder der Dritten Welt sind. Der Militäretat der Vereinigten Staaten übertrifft den aller anderen Länder zusammen; ihre Waffenexporte sind doppelt oder dreifach so groß, wie die von den anderen Ländern; ihre entfalteten nuklearen Arsenale zählen mehr als 5.000 strategische Waffen; ihre Militärstützpunkte im Ausland sind mehr als 500; ihre nuklearen Flugzeugträger und Seeflotten beherrschen die Meere des Planeten. Kann etwa der amerikanische Traum „das Modell für die Welt“ sein? Wen versucht der Präsident der Vereinigten Staaten mit dieser Rede zu trügen?
Auf den letzten Seiten seiner Wahn-vorstellerischen Botschaft rief er aus:
„Für diesen Traum stehe ich heute Abend vor Ihnen. Wegen dieses Traumes kann ein Junge der Arbeiterklasse von Scranton sich hinter mich setzen. Wegen dieses Traumes kann jemand, der am Anfang den Fußboden der Bar seines Vaters in Cincinnati fegte, der Präsident des Abgeordnetenhauses in dem großartigsten Land der Welt sein.“
„Und dieser Traum ist der Fall eines kleines Unternehmers namens Brandon Fisher.“
„Brandon gründete eine Firma in Berlin, Pennsylvania, die sich auf eine neue Art von Abteufungstechnik spezialisiert hat. Und eines Tages im letzten Sommer sah er die Nachricht, dass auf der anderen Seite der Welt 33 Männer in einem Bergwerk in Chile gefangen waren und niemand wusste, wie man sie retten konnte.
Aber Brandon hat gedacht, dass seine Firma helfen könnte. Und dann hat er einen Rettungsplan gemacht, der als Plan B bekannt wurde. Seine Mitarbeiter haben Tag und Nacht gearbeitet, um das nötige Abteufungsgerät herzustellen. Und Brandon ist nach Chile losgefahren.
Zusammen mit anderen hat er angefangen, im Erdreich eine Grube von 2.000 Fuß zu bohren. Sie haben drei oder vier Stunden - drei oder vier Tage gleichzeitig, ohne zu schlafen, gearbeitet. Siebenunddreißig Tage später hat der Plan B Erfolg gehabt und die Bergarbeiter wurden gerettet. (Beifall) Aber da er nicht alle diese Aufmerksamkeit wollte, war Brandon nicht da, als die Bergarbeiter an die Erdoberfläche herauskamen. Er war schon wieder zu Hause, um an seinem nächsten Projekt zu arbeiten.
Und später hat einer seiner Angestellten über die Rettung gesagt:
‘Wir haben bewiesen, dass Center Rock zwar ein kleines Unternehmen ist, wir aber trotzdem große Sachen machen’. (Beifall)”
Obama hat in der Nacht vom 25. auf den 26. Januar gesprochen. Heute, am 27. Januar, hat die US-amerikanische Nachrichtenagentur AP der Weltpresse Folgendes mitgeteilt:
„Der Leiter der Rettungsleute, die die 33 während 69 Tage am Grund eines Bergwerks in Chile verschütteten Bergarbeiter lebendig geborgen haben, hat Präsident Barack Obama über die Rolle eines US-Amerikaners bei der Rettung korrigiert.
‘Ich denke, dass es vollkommen übertrieben ist, zu glauben, dass sie die einzigen Beteiligten am Erfolg waren. Das scheint mir nicht fair’, erklärte der chilenische Ingenieur Jorge Sougarret, von dem im Oktober die Rettungsarbeiten der Bergarbeiter geleitet wurden, an die Morgenzeitung El Mercurio.”
“Obama hat geäußert, dass - Brandon Fisher - ‘… eine Nachricht gesehen habe, die von der anderen Seite der Welt kam, und zwar darüber, dass 33 Männer in einem Bergwerk verschüttet waren und Niemand wusste, wie sie gerettet werden könnten’.
… Fisher ‘hat einen Rettungsplan, der als Plan B bekannt wurde, gewählt. Seine Angestellten haben unter Zeitdruck gearbeitet, um die notwendige Ausrüstung für die Rettung zu bauen. Siebenunddreißig Tage später hatte der Plan B Erfolg und die Bergarbeiter wurden gerettet’.
Sougarret hat klargestellt, dass nicht Fisher den Rettungsplan - einer der drei, der angewandt wurde, um die Bergarbeiter an die Oberfläche zu bringen - entworfen hat, sondern dass sein Unternehmen die von den Bohrern benutzten Hämmer eingebracht hat. Und ihm wurde für die Hämmer 100.000 Dollar bezahlt.
‘Was sie gemacht haben, war, uns eine Technik zur Verfügung zu stellen, wie es andere auch gemacht haben. Das war kein Exklusivrecht. Deshalb wurde es Plan B genannt. Und die Pläne A und C haben weiter funktioniert. Deshalb ist es keine exklusive Operation, was sie gemacht haben. Zweifellos hatte ihr gesamtes Team eine Beteiligung, die es schließlich erlaubt hat, dass wir erfolgreich waren’, deutete Sougarret an.
Der Leiter der Rettungsmannschaft, Geschäftsführer einer der fünf großen staatlichen Kupfervorkommen, sagte, dass das Fachkraftteam, das sich aus Mitarbeitern der staatlichen Gesellschaft Codelco und zwei großen privaten Bergwerk-Unternehmen zusammensetzte, die Ausführung des Plan B gelöst hat, der am 13. Oktober erfolgreich mit der Rettung mittels einer durch die Bohrung eingeführten Sonde geendet hat.”
Nach der Verherrlichung der Großtat des kleinen Unternehmens Center Rock, unabhängig von den persönlichen Verdiensten und der Fähigkeit, die der junge Mensch Brandon Fisher haben kann, hat Obama, in seiner übermäßigen Apologie, die ihn nicht einmal die Anstrengung der chilenischen Rettungsleute erwähnen ließ, die wochenlang mühsam gearbeitet haben, um die verschütteten Bergarbeiter zu retten, seine feurige Tirade zu Ende geführt:
“Die Idee der Vereinigten Staaten überdauert. Unser Schicksal ist weiterhin das, was wir entscheiden, das es sei. Und in dieser Nacht, mehr als zwei Jahrhunderte später, ist es so, dass unsere Zukunft Dank unserer Leute voller Hoffnung ist, unsere Reise weiter geht und die Lage unserer Nation solide ist.
Danke! Gott segne Sie und Gott segne die Vereinigten Staaten! (Beifall)”
Ich glaube kaum, dass Gott so viele Lügen segnen kann.
Fidel Castro Ruz
27. Januar 2011
19:12 Uhr
Die Rede des Präsidenten zu diesem Thema wurde mit großem Interesse erwartet, besonders nach seinen Worten vom 12. Januar in der Universität Tucson von Arizona über das vier Tage vorher in jener Stadt stattgefundene Blutbad. Sechs Menschen starben und weitere 14 wurden verletzt, darunter die zum dritten Mal in den US-amerikanischen Kongress gewählte junge demokratische Abgeordnete Gabrielle Giffords, die sich gegen das Migrantenfeindliche Einwanderungsgesetz jenes Staates ausgesprochen hatte, der einst Teil jenes mexikanischen Territoriums gewesen ist, das Mexiko während des ungerechten Krieges von 1848 entrissen worden ist.
Die Tea Party, die faschistische Rechte der Republikanischen Partei, hatte einen beachtlichen Erfolg unter jenen Wähler erreicht, die sich in jenem Land die Mühe machen, ihr Stimmrecht bei den Wahlen auszuüben.
Die Bevölkerung von Arizona hat genauso empört reagiert wie der Rest der Menschen in den Vereinigten Staaten. Ihr Verhalten war zweifelsfrei korrekt und so habe ich es auch zum Ausdruck gebracht.
Ich habe nie an den ethischen Faktoren gezweifelt, die - unabhängig von der Regierungspolitik - die Völker für gewöhnlich auszeichnen.
So nachlässig auch die Rede von Obama bezüglich des unglaublichen Ausdrucks eines primitiven Verhaltens war, der sich im verallgemeinerten und fast unbegrenzten Gebrauch von tödlichen Schusswaffen widerspiegelt, verdient der Lagebericht zur Union doch eine politische und ethische Analyse, denn die Vereinigten Staaten sind eine Supermacht, von der - unabhängig davon, wer der Präsident bzw. wer im Kongress ist - unter anderen wichtigen Faktoren das Schicksal der menschlichen Gattung abhängig ist.
Kein Land hat isoliert und für sich allein die Antwort auf alle die Probleme, denen heute die Welt gegenübersteht, und kann es auch nicht haben.
Zunächst einmal ist Obama in einen Wahlprozess verwickelt. Er muss mit seiner Rede die Demokraten und die Republikaner erreichen; diejenigen, die wählen und diejenigen, die nicht wählen; die Multimillionäre und die Bettler; die Protestanten und die Katholiken; die Christen und die Muslime; die Gläubigen und die Nicht-Gläubigen; die Schwarzen und die Weißen; diejenigen, die für die Forschungen mit Stammzellen sind und diejenigen, die dagegen sind; die Homosexuellen und die Heterosexuellen; jeden Staatsbürger und seinen Gegenpol ansprechen, um am Ende auszurufen, dass alle US-Amerikaner sind, als ob die 95,5%, d.h. die weiteren 6,9 Milliarden Einwohner des Planeten, nicht existieren würden.
Auf den ersten Seiten seines einstündigen Redebeitrags ist er zur Sache gekommen, indem er behauptete:
„In diesem Augenblick steht nicht gerade auf dem Spiel, wer die nächsten Wahlen gewinnen wird […] Was auf dem Spiel steht, ist, ob neue Arbeitsplätze und neue Industrien geschaffen werden […] ob wir die Führerschaft, die aus den Vereinigten Staaten nicht nur einen Punkt auf der Weltkarte sondern auch das Licht der Welt machte, beibehalten können.
Wir sind bereit für den Fortschritt. […] die Börse hat sich eifrig erholt. Die Gewinne der Korporationen sind höher. Die Wirtschaft wächst wieder.“
Unmittelbar nach diesen Worten versucht er unsere Rührung mit einer Passage zu erreichen, die dem bekannten US-amerikanischen Film „Vom Winde verweht“ entnommen zu sein scheint, an den sich die Menschen meiner Generation erinnern und der über den schrecklichen Bürgerkrieg zwischen dem industriellen Norden und dem die Sklaverei ausübenden Süden handelt, der zu Zeiten von Abraham Lincoln, jenem außerordentlichen Mann, vollkommen landwirtschaftlich ausgerichtet war.
„Jene Welt hat sich verändert. Und diese Veränderung war schmerzhaft für viele“ - sagte uns Obama - „Ich habe es an den zugemauerten Fenstern der einst blühenden Fabriken und an den leeren Schaufenstern der einst gut besuchten Hauptstrassen gesehen. Ich habe es der Frustration der US- Amerikaner entnommen, die die Verringerung ihrer Löhne und das Verschwinden ihrer Arbeitsplätze erlebt haben; Männer und Frauen, die stolz auf ihre Arbeit sind, die denken, dass man ihnen nach der halben Spielzeit die Spielregeln geändert hat.“
„Die Eisenindustrien, die einst 1.000 Arbeiter brauchten, können heute dieselbe Arbeit mit nur 100 machen.“
„Währendessen haben Länder wie China oder Indien gemerkt, dass sie mit einigen inneren Veränderungen in dieser neuen Welt konkurrieren können. […] Vor kurzem wurde China zum Sitz der größten privaten Anlage für die Solarforschung und dem schnellsten Computer der Welt.“
„…aber die Vereinigten Staaten haben noch die größte und erfolgreichste Wirtschaft der Welt.“
„Wir wissen schon, was die Konkurrenz um die Industrien und die Arbeitsplätze unserer Zeiten erfordert. Wir müssen im Vergleich zu dem Rest der Welt innovativer sein, unsere Menschen besser ausbilden und mehr bauen. Wir müssen die Vereinigten Staaten in den besten Ort der Welt zum Geschäftemachen verwandeln. […] Und heute Abend würde ich gern darüber sprechen, wie wir dazu kommen können.“
Obama spricht nie über die großen Monopole, die heutzutage die Ressourcen der Welt kontrollieren und ausplündern. Er erwähnt nie das Bretton-Woods-Abkommen, das einer aufgrund des Krieges zerstörten Welt aufgezwungene System, mit dem die Vereinigten Staaten die Kontrolle der Finanzeinrichtungen und den Internationalen Währungsfonds übernahmen, in denen sie eisern das Vetorecht beibehalten. Nicht ein Wort spricht er jemals über den kolossalen Betrug von Nixon im Jahre 1971, als dieser den Umtausch des Dollars in Gold einseitig einstellte, unbegrenzte Mengen von Geldscheinen drucken ließ und weltweit unzählige Güter und Reichtümer erwarb, die er hauptsächlich mit Papierscheinen bezahlte, deren Wert innerhalb von 40 Jahren auf 2,5% des damaligen Wertes gefallen ist.
Anstatt dessen erzählt Obama gern lyrische Geschichten über kleine Unternehmer, welche angeblich die Zuhörer, die sich der Realität vielleicht nicht bewusst sind, blenden, entzücken und tief bewegen. Seine Beredsamkeit, sein Stil und Ton scheinen dafür entworfen zu sein, um wie disziplinierte Kinder seinen rührenden Geschichten zuzuhören.
„Robert und Gary Allen sind zwei Brüder, die eine kleine Dachdeckerfirma in Michigan haben. Nach dem 11. September boten sie ihre besten Arbeiter an, um einen Beitrag zum Wiederaufbau des Pentagons zu leisten. Aber die Rezession hat sie stark betroffen und ihre Fabrik wurde nur mit halber Leistung betrieben. Heutzutage werden jene Einrichtungen mit Hilfe eines Regierungsdarlehens für die Herstellung fotovoltaischer Dachplatten genutzt, die landesweit verkauft werden. Wie Robert es ausdrückt: ‚Wir haben uns neu erfunden’.
Wir verkünden hiermit eine Herausforderung. Wir sagen zu allen Wissenschaftlern und Ingenieuren der Vereinigten Staaten, dass wir, wenn sie mit den besten Genies auf ihren jeweiligen Gebieten Teams bilden und sich auf die schwierigsten Probleme der sauberen Energie konzentrieren, die Apollo- Projekte unserer Ära finanzieren werden.“
Unmittelbar danach nimmt er uns den Atem:
„Das California Institute for Technology entwickelt gerade eine Methode, um Solarenergie und Wasser in Treibstoff für unsere Fahrzeuge zu verwandeln.“
Der Planet ist gerettet! Oder zumindest wird er nicht wegen Übermaß an CO2 oder an Energiemangel sterben. Das ruft mir eine über 40 Jahre alte Geschichte ins Gedächtnis zurück, als eine Gruppe von aktiven jungen Wissenschaftlern mir sehr begeistert auf der Basis von theoretischen Grundsätzen über dieselbe Idee sprachen, und ich in einer Handlung meines blinden wissenschaftlichen Glaubens versuchte, ihnen alles zu besorgen, worum sie baten, einschließlich die isoliert gelegene Einrichtung, wo sie jahrelang mit solchem Mut blieben, dass sogar ein Motor explodierte, wobei eine Gruppe von ihnen fast ums Leben kam, und sie trotzdem weiter an der Aufgabe arbeiteten.
Ich bestreite nichts, erst recht nicht einem Super-Institut aus Kalifornien, aber, bitte, Herr Präsident, informieren sie die Welt über diese Möglichkeit, damit viele andere Wissenschaftler in derselben Richtung arbeiten können. Es ist nicht eine Sache der Gewinne, die Menschheit wird bereit sein, ihren Wissenschaftlern alles zu zahlen, was diese wollen, und ich bin fast sicher, dass sogar Michael Moore es begrüßen würde, dass man Ihnen 10 Nobelpreise verleihen würde.
Sofort, und nach einem weiteren ermutigenden Kommentar über Oak Ridge National Laboratory und Supercomputer, damit die nuklearen Einrichtungen mehr Energie erzeugen, versicherte uns der Präsident Folgendes: „Mit mehr Forschungen und Anreizen können wir unsere Erdölabhängigkeit mit Biotreibstoffen ein Ende setzen und zum ersten Land mit einer Million elektrischer Fahrzeuge in Betrieb bis zum Jahr 2015 werden. (Beifall)“
Unerschütterlich fährt der Präsident fort:
„Denken Sie darüber nach. In den nächsten zehn Jahren werden fast die Hälfte aller neuen Arbeitsplätze Hochschulausbildung und nicht nur Mittelschulbildung erfordern. Jedoch beenden bis zu einem Viertel unserer Schüler nicht einmal die Mittelschule. Die Qualität unserer Ausbildung in Mathematik und Naturwissenschaften hat ein niedrigeres Niveau als das vieler anderer Länder. Die Vereinigten Staaten sind in Bezug auf das Verhältnis der jungen Leute, die die Hochschulausbildung abgeschlossen haben, auf Platz neun gelandet. Dann besteht die Frage also darin, ob wir als Staatsbürger und Eltern dazu bereit sind, das Nötige zu tun, um jedem Kind die Möglichkeit zu geben, Erfolg zu haben.“
„…wir werden das Ziel, das ich vor zwei Jahren gesetzt habe, erreichen: dass die USA zum Ende dieses Jahrzehnts weltweit den höchsten Anteil an Universitätsabsolventen hat. (Beifall)”
„Andere kommen aus dem Ausland, um an unseren Hochschuleinrichtungen und Universitäten zu studieren. Aber sobald sie ihr Diplom bekommen, schicken wir sie in ihre Länder zurück, damit sie uns Konkurrenz machen. Das hat keinen Sinn.”
Selbstverständlich sollen wir unserem Freund Obama diesen außergewöhnlichen und erklärten Raub der besten Köpfe oder Braindraining, an dessen Verbergen er nicht das geringste Interesse hat, in Anbetracht seiner Leidenschaft für die Wissenschaft und die gesunde Konkurrenz verzeihen.
„Der dritte Schritt, um für uns die Zukunft zu gewinnen, besteht darin, die USA neu aufzubauen. Um neue Unternehmen an unsere Küsten anzuziehen brauchen wir die schnellsten Wege für die Beförderung von Personen, Produkten und Information, angefangen bei Höchstgeschwindigkeitszügen bis zu Höchstgeschwindigkeits-Internet.
Unsere Infrastruktur ist einst die Beste gewesen, aber wir sind nicht mehr die Ersten. Die Wohnungen in Südkorea haben jetzt besseren Internet-Zugang als unsere. Russland und europäische Länder investieren mehr in ihren Landstraßen und Eisenbahnnetzen als wir. China stellt schnellere Züge her und baut neuartigere Flughäfen.”
“…in den letzten zwei Jahren haben wir begonnen, ein Projekt für das 21. Jahrhundert erneut aufzubauen, das Tausende von gut bezahlten Arbeitsplätzen in dem sehr betroffenen Sektor des Bauwesens geschaffen hat. Und heute Abend schlage ich Ihnen vor, diese Anstrengungen zu verdoppeln.”
„Unser Ziel für die nächsten 25 Jahren ist es, 80 % der US-Bürger Zugang zu den Hochgeschwindigkeitszügen zu schaffen.”
„In den nächsten fünf Jahren werden wir ermöglichen, dass die Unternehmen 98 % der US-Bürger Zugang zu der darauf folgenden Generation drahtloser Hochgeschwindigkeits-Technologie verschaffen. […] Das bedeutet, dass aus einer ländlichen Gemeinde in Iowa bzw. Alabama die Arbeiter und Kleinunternehmer ihre Produkte auf der ganzen Welt verkaufen können werden.”
„…sie werden ermöglichen, dass die USA ein besserer Ort wird, um Geschäfte zu machen und Arbeitsplätze zu schaffen.”
„…ein Heer von Lobbyisten hat ermöglicht, das der Steuerkodex bestimmte Gesellschaften und Industrien begünstigt.”
„…wir haben uns das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2014 unsere Exporte zu verdoppeln, denn je mehr wir exportieren, desto mehr Arbeitsplätze werden im Lande geschaffen werden. […] Kürzlich haben wir mit Indien und China Vereinbarungen unterzeichnet, die über 250.000 Arbeitsplätze hier in den USA unterstützen werden.”
„…ich habe klargestellt, dass […] ich nur Abkommen unterzeichnen würde, die die US-Werktätigen begünstigen und Arbeitsplätze und in den USA fördern. […] das ist es, was ich bei den vorgesehenen Vereinbarungen mit Panama und Kolumbien beabsichtige …”
Einige der von Obama erzählten Sachen geben eine Vorstellung über die dramatischen Leiden, welche die Ärmsten in seinem eigenen Land noch jetzt, schon ganz im 21. Jahrhundert, zu ertragen haben. Er erzählt uns zum Beispiel Folgendes:
„Ich bin nicht bereit, James Howard, einem Hirnkrebs-Patienten aus Texas, zu sagen, dass die Möglichkeit besteht, dass die Kosten für seine Behandlung nicht gedeckt werden.”
„Wir leben mit dem Erbe eines Haushaltsdefizits, das vor ca. einem Jahrzehnt begonnen hat. Und nach der Finanzkrise war etwas davon notwendig, um den Kreditfluss fortzusetzen, die Arbeitsplätze zu schützen und Geld in die Taschen der Leute zu legen.”
„…heute Abend schlage ich vor, dass wir ab diesem Jahr die jährlichen nationalen Ausgaben für die nächsten fünf Jahre einfrieren.”
„Der Verteidigungsminister hat auch akzeptiert, Dutzende Milliarden US-Dollar von jenen Ausgaben zu kürzen, auf die er und seine Generäle verzichten zu können der Auffassung waren.”
„Und wenn unser Defizit wirklich irgendeine Bedeutung für uns hat, dann können wir uns einfach nicht den Luxus einer dauerhaften Beibehaltung von Steuerkürzungen für die 2 % jener US-Bürger mit den größten Vermögen leisten. Bevor wir unseren Schulen oder Stipendien Geld abziehen, sollten wir verlangen, dass die Millionäre auf ihre Steuerkürzung verzichten.”
„Da ihr zu wissen verdient, wann sich eure öffentlichen Funktionäre mit den Lobbyisten treffen, werde ich den Kongress darum bitten, das Gleiche zu tun, was das Weiße Haus schon gemacht hat: diese Information im Internet zu veröffentlichen.”
Ich bin der Meinung, dass das einfache Vorhandensein eines Lobbyisten-Heers, das auf die Kongress-Abgeordneten einwirkt und mit ihnen verhandelt, eine beschämende Tatsache für jedes zivilisierte Land darstellt.
„…das moralische Vorbild der USA soll stets für alle jene erstrahlen, die sich nach Freiheit, Gerechtigkeit und Würde sehnen”, sagt uns Herr Obama, und geht sofort danach zu einem anderen Thema über.
„Seht den Irak, aus dem ca. 100.000 unserer tapferen Männer und Frauen mit hocherhobenem Haupt zurückgekommen sind.”
Mission erfüllt!, erinnerte ich mich.
„Dank der Bewilligung des Neuen START-Vertrages durch Republikaner und Demokraten“ ― setzt Obama fort ― „werden viel weniger Waffen und nukleare Trägerraketen stationiert werden.”
„Infolge der diplomatischen Bemühungen, darauf zu bestehen, dass Iran seinen Verpflichtungen nachkommt, ist die iranische Regierung jetzt mit Sanktionen konfrontiert, die noch härter, noch strikter als je zuvor sind. Und auf der koreanischen Halbinsel unterstützen wir unseren Verbündeten Südkorea und bestehen darauf, dass Nordkorea seine Verpflichtung einhält, die Atomwaffen aufzugeben.”
Wie ersichtlich erwähnt der Präsident kein einziges Wort über die selektiven Morde an iranischen Wissenschaftlern, die von den US-Geheimdienst-Organen und deren Verbündeten verübt wurden und die ihm genauestens bekannt sind.
Dagegen erweitert er die Information:
„Das sind kaum einige wenige der Formen, in denen wir eine Welt schmieden, die den Frieden und den Wohlstand fördert. Mit unseren Verbündeten in Europa revitalisieren wir die NATO und erhöhen unsere Zusammenarbeit in allen Bereichen, von der Terrorismus-Bekämpfung bis zur Raketenabwehr.”
Selbstverständlich sagt unser erlauchter Freund kein einziges Wort über die dringende Notwendigkeit, das Fortschreiten der beschleunigten globalen Erwärmung, oder der katastrophalen Regen- und Schneefälle zu verhindern, von denen gerade die Welt hart betroffen wurde, auch nicht über die Ernährungskrise, die gegenwärtig 80 Länder der Dritten Welt bedroht, selbstverständlich auch nicht über die Dutzenden Millionen Tonnen Mais und Soja, die die großen US-Unternehmen der Produktion von Bio-Kraftstoff widmen, während die Weltbevölkerung, die bereits 6,900 Milliarden Einwohner beträgt, sich in den nächsten 18 Monaten auf 7 Milliarden erhöhen wird.
„Im März“ ― setzt Obama fort ― „werde ich nach Brasilien, Chile und El Salvador reisen, um neue Bündnisse auf dem ganzen amerikanischen Kontinent aufzubauen.”
In Brasilien wird er natürlich die Zerstörungen, die Todesopfer und die Vermissten besser wahrnehmen können, die durch die nie da gewesenen Regenfälle entstanden sind, die sich in Rio de Janeiro und Sao Paulo ereignet haben. Es wird ohne Zweifel ein günstiger Anlass zur Selbstkritik an der Tatsache sein, dass sich die USA geweigert haben, die Kyoto-Vereinbarung zu unterzeichnen, und schon unter seiner eigenen Regierung die selbstmörderische Politik von Kopenhagen gefördert haben.
In Chile wird die Politik jetzt kompliziert. Es ist anzunehmen, dass jemand Salvador Allende und den Tausenden Chilenen, die durch Pinochets Gewaltherrschaft ermordet wurden, einer Tyrannei, die die Vereinigten Staaten Chile aufgezwungen haben, Tribut zollen soll. Hinzu kommt das, was ich im Nachfolgenden erklären werde. Eine andere unangenehme Situation wird sicherlich in El Salvador auftreten, wo die von den Vereinigten Staaten gelieferten Waffen und die in den Militärschulen zur Aufstandsbekämpfung der Vereinigten Staaten trainierten und erzogenen Streitkräfte, schreckliche Gräueltaten gegen die Kämpfer des FMLN begangen und diese gefoltert haben, jenes FLMN, dessen Partei vor kurzem die Wahlstimmen der großen Mehrheit gewonnen hat.
Es ist kaum zu glauben, was man im Folgenden liest, wenn der Präsident wie folgt sagt:
„Rund um die Welt unterstützen wir diejenigen, die Verantwortung übernehmen, indem wir den Bauern helfen, mehr Lebensmittel anzubauen; indem wir Ärzte bei der Betreuung der Kranken unterstützen…“ Vielen Leuten ist bekannt, was die Vereinigten Staaten mit unseren Ärzten in Venezuela und in anderen Ländern von Lateinamerika gemacht haben, indem sie Pläne geschmiedet haben, um die Desertionen zu fördern und ihnen Visum und Geld in den Vereinigten Staaten geboten haben, damit sie ihre harte und opferbereite Aufgabe aufgeben sollten. Auch kann sich niemand den Freihandelsabkommen und den übermäßigen Subventionen für die Agrarprodukte der Vereinigten Staaten mit dem Ziel, die Produzenten von Getreide und anderen Kornfrüchten in Lateinamerika zu ruinieren, verschließen. Mit diesen Methoden haben sie die Maisproduktion und die von anderen Getreidearten in Mexiko ruiniert, sodass das Land jetzt von der US-amerikanischen Landwirtschaft abhängig ist.
In so armen Ländern wie Haiti, das sich beinahe selbst mit Reis versorgen konnte, haben die transnationalen Unternehmen die Produktion mittels subventionierten Überschusses ruiniert und damit haben sie verhindert, dass das Land sich selbst mit diesem Erzeugnis versorgen und tausenden Haitianern zunehmend Arbeit anbieten konnte. Nun stellt sich heraus, dass die Vereinigten Staaten gemäß Obamas Rede die Olympiasieger der ärztlichen Betreuung und der verwaltungsmäßigen Ehrlichkeit auf der Welt sind. Diese Themen sind umfangreich und es ist schwer, sie in einer einzigen Reflexion auszuschöpfen.
Wir wollen daran erinnern, dass die industrialisierten Länder die wichtigsten Plünderer von Ärzten und Wissenschaftsforschern der Länder der Dritten Welt sind. Der Militäretat der Vereinigten Staaten übertrifft den aller anderen Länder zusammen; ihre Waffenexporte sind doppelt oder dreifach so groß, wie die von den anderen Ländern; ihre entfalteten nuklearen Arsenale zählen mehr als 5.000 strategische Waffen; ihre Militärstützpunkte im Ausland sind mehr als 500; ihre nuklearen Flugzeugträger und Seeflotten beherrschen die Meere des Planeten. Kann etwa der amerikanische Traum „das Modell für die Welt“ sein? Wen versucht der Präsident der Vereinigten Staaten mit dieser Rede zu trügen?
Auf den letzten Seiten seiner Wahn-vorstellerischen Botschaft rief er aus:
„Für diesen Traum stehe ich heute Abend vor Ihnen. Wegen dieses Traumes kann ein Junge der Arbeiterklasse von Scranton sich hinter mich setzen. Wegen dieses Traumes kann jemand, der am Anfang den Fußboden der Bar seines Vaters in Cincinnati fegte, der Präsident des Abgeordnetenhauses in dem großartigsten Land der Welt sein.“
„Und dieser Traum ist der Fall eines kleines Unternehmers namens Brandon Fisher.“
„Brandon gründete eine Firma in Berlin, Pennsylvania, die sich auf eine neue Art von Abteufungstechnik spezialisiert hat. Und eines Tages im letzten Sommer sah er die Nachricht, dass auf der anderen Seite der Welt 33 Männer in einem Bergwerk in Chile gefangen waren und niemand wusste, wie man sie retten konnte.
Aber Brandon hat gedacht, dass seine Firma helfen könnte. Und dann hat er einen Rettungsplan gemacht, der als Plan B bekannt wurde. Seine Mitarbeiter haben Tag und Nacht gearbeitet, um das nötige Abteufungsgerät herzustellen. Und Brandon ist nach Chile losgefahren.
Zusammen mit anderen hat er angefangen, im Erdreich eine Grube von 2.000 Fuß zu bohren. Sie haben drei oder vier Stunden - drei oder vier Tage gleichzeitig, ohne zu schlafen, gearbeitet. Siebenunddreißig Tage später hat der Plan B Erfolg gehabt und die Bergarbeiter wurden gerettet. (Beifall) Aber da er nicht alle diese Aufmerksamkeit wollte, war Brandon nicht da, als die Bergarbeiter an die Erdoberfläche herauskamen. Er war schon wieder zu Hause, um an seinem nächsten Projekt zu arbeiten.
Und später hat einer seiner Angestellten über die Rettung gesagt:
‘Wir haben bewiesen, dass Center Rock zwar ein kleines Unternehmen ist, wir aber trotzdem große Sachen machen’. (Beifall)”
Obama hat in der Nacht vom 25. auf den 26. Januar gesprochen. Heute, am 27. Januar, hat die US-amerikanische Nachrichtenagentur AP der Weltpresse Folgendes mitgeteilt:
„Der Leiter der Rettungsleute, die die 33 während 69 Tage am Grund eines Bergwerks in Chile verschütteten Bergarbeiter lebendig geborgen haben, hat Präsident Barack Obama über die Rolle eines US-Amerikaners bei der Rettung korrigiert.
‘Ich denke, dass es vollkommen übertrieben ist, zu glauben, dass sie die einzigen Beteiligten am Erfolg waren. Das scheint mir nicht fair’, erklärte der chilenische Ingenieur Jorge Sougarret, von dem im Oktober die Rettungsarbeiten der Bergarbeiter geleitet wurden, an die Morgenzeitung El Mercurio.”
“Obama hat geäußert, dass - Brandon Fisher - ‘… eine Nachricht gesehen habe, die von der anderen Seite der Welt kam, und zwar darüber, dass 33 Männer in einem Bergwerk verschüttet waren und Niemand wusste, wie sie gerettet werden könnten’.
… Fisher ‘hat einen Rettungsplan, der als Plan B bekannt wurde, gewählt. Seine Angestellten haben unter Zeitdruck gearbeitet, um die notwendige Ausrüstung für die Rettung zu bauen. Siebenunddreißig Tage später hatte der Plan B Erfolg und die Bergarbeiter wurden gerettet’.
Sougarret hat klargestellt, dass nicht Fisher den Rettungsplan - einer der drei, der angewandt wurde, um die Bergarbeiter an die Oberfläche zu bringen - entworfen hat, sondern dass sein Unternehmen die von den Bohrern benutzten Hämmer eingebracht hat. Und ihm wurde für die Hämmer 100.000 Dollar bezahlt.
‘Was sie gemacht haben, war, uns eine Technik zur Verfügung zu stellen, wie es andere auch gemacht haben. Das war kein Exklusivrecht. Deshalb wurde es Plan B genannt. Und die Pläne A und C haben weiter funktioniert. Deshalb ist es keine exklusive Operation, was sie gemacht haben. Zweifellos hatte ihr gesamtes Team eine Beteiligung, die es schließlich erlaubt hat, dass wir erfolgreich waren’, deutete Sougarret an.
Der Leiter der Rettungsmannschaft, Geschäftsführer einer der fünf großen staatlichen Kupfervorkommen, sagte, dass das Fachkraftteam, das sich aus Mitarbeitern der staatlichen Gesellschaft Codelco und zwei großen privaten Bergwerk-Unternehmen zusammensetzte, die Ausführung des Plan B gelöst hat, der am 13. Oktober erfolgreich mit der Rettung mittels einer durch die Bohrung eingeführten Sonde geendet hat.”
Nach der Verherrlichung der Großtat des kleinen Unternehmens Center Rock, unabhängig von den persönlichen Verdiensten und der Fähigkeit, die der junge Mensch Brandon Fisher haben kann, hat Obama, in seiner übermäßigen Apologie, die ihn nicht einmal die Anstrengung der chilenischen Rettungsleute erwähnen ließ, die wochenlang mühsam gearbeitet haben, um die verschütteten Bergarbeiter zu retten, seine feurige Tirade zu Ende geführt:
“Die Idee der Vereinigten Staaten überdauert. Unser Schicksal ist weiterhin das, was wir entscheiden, das es sei. Und in dieser Nacht, mehr als zwei Jahrhunderte später, ist es so, dass unsere Zukunft Dank unserer Leute voller Hoffnung ist, unsere Reise weiter geht und die Lage unserer Nation solide ist.
Danke! Gott segne Sie und Gott segne die Vereinigten Staaten! (Beifall)”
Ich glaube kaum, dass Gott so viele Lügen segnen kann.
Fidel Castro Ruz
27. Januar 2011
19:12 Uhr
Abonnieren
Posts (Atom)