Reflexionen des Genossen Fidel: Katastrophen, die die Welt bedrohen
Wenn es die Lichtgeschwindigkeit nicht gäbe; wenn der unserer Sonne am nächsten gelegene Stern nicht vier Lichtjahre von der Erde, dem einzigen bewohnten Planeten unseres Systems, entfernt wäre; wenn es die UFOs wirklich gäbe, dann würden die imaginären Besucher des Planeten ihre Reise fortsetzen, ohne die Angelegenheiten unserer leidenden Menschheit zu verstehen.
Vor knapp einigen Jahrhunderten der tausendjährigen Geschichte des Menschen war es noch so, dass niemand wusste, was auf der anderen Seite der Erdkugel geschah. Heute können wir es augenblicklich erfahren und manchmal sind es transzendente Begebenheiten, die negative Auswirkungen auf alle Völker der Welt haben.
Ohne weitere Erläuterungen beschränke ich mich auf die wichtigsten Nachrichten der letzen Tagen.
„TeleSur (Fernsehen des Südens), den 13. März 2011
Vulkanausbruch in Japan verursacht neue Unruhe
Die japanische Wetteragentur berichtete, dass der auf der Insel Kyushu, im Südwesten von Japan, gelegene Vulkan Shimoedake, am letzten Sonntag erneut bis zu viertausend Meter hoch Asche und Steine ausgestoßen hat, was nach zwei Wochen relativer Ruhe geschah und zwei Tage nach dem verheerenden Erdbeben und dem Tsunami, die das Land erschütterten.“
„…der Vulkan wurde im diesjährigen Januar zum ersten Mal nach 52 Jahren aktiv…“
„Gemäß einem BBC-Bericht sollen Bauten im Umkreis von 4km beschädigt worden und hunderte von Panik ergriffene Personen von dort geflohen sein.“
„Die gemäß der japanischen Wetteragentur mit Stärke 9,0 auf der Richterskala bestimmte seismische Bewegung hatte schon Auswirkungen auf andere Vulkane…“
„Japan, am Boden zerstört durch Erdbeben, Tsunami und Explosionen in Atomkraftwerken
SENDAI, Japan, den 14. März 2011 (AFP) – Eine doppelte Explosion in dem Reaktor Nr. 3 des Atomkraftwerks von Fukushima 1 verstärkte letzten Montag die Furcht vor einer Atomkatastrophe in Japan, einem schon wegen einem Erdbeben und einem Tsunami, die über 10.000 Tote verursacht haben könnten, am Boden zerstörten Land.
Das Unternehmen Tokyo Electric Power (TEPCO), Betreiber von Fukushima 1 (250 km nordöstlich von Tokio), gab auch die Möglichkeit zu, dass wegen einer Havarie im Kühlkreislauf eine Scmelzen des Brennstoffs vom Reaktor 2 begonnen haben könnte. Die Regierung ihrerseits spielte die Möglichkeit herunter, dass eine ernsthafte Explosion bei diesem Reaktor stattfinden könnte.
Die Rettungsteams haben circa 2000 Leichen an der Küste der Präfektur Miyagi (Nordosten) aufgefunden, während Millionen Japaner versuchten, ohne Wasser, Strom, Kraftstoff oder genügend Nahrungsmittel zu überleben, und Hunderttausende sich gezwungen sahen, aufgrund ihrer durch den Tsunami zerstörten Wohnungen Unterkunft in Notfalleinrichtungen zu suchen.“
„Rettungsteams der ganzen Welt kamen zum Archipel, um mit über 100.000 Soldaten zusammenzuarbeiten, die versuchen, in einem Land Hilfe zu leisten, das noch von den Nachbeben erschüttert wird und unter ständigem Schrecken wegen der falschen Alarmmeldungen über neue Tsunamis lebt.“
„Die Furcht vor einer Atomkatastrophe kam noch zu den aufgrund der Verheerung hervorgerufenen Ängsten hinzu. Das Erdbeben, der Tsunami und die Explosionen in den Atomkraftwerken stellen das Land vor seine “ernsthafteste Krise (…) seit Ende des Zweiten Weltkrieges”, sagte der Premierminister Naoto Kan.“
„Am Samstag war eine Explosion am Reaktor Nummer 1 erfolgt, bei der ein Fachmann ums Leben kam und elf Personen verletzt wurden.
„Die Kernfusion wird durch Überhitzung der Brennstäbe verursacht, die wie Kerzen zu schmelzen beginnen“.
„Die Behörden ordneten den Notstand in einem zweiten Atomkraftwerk, in dem von Onagawa (Nordosten), an…“
„Ein weiteres Atomkraftwerk, das von Tokai, hat eine Havarie in seinem Kühlsystem erlitten…“
„Das Erdbeben der Stärke 8,9 und der darauf folgende Tsunami von 10 Meter Höhe verwüsteten am Freitag die Nordostküste des japanischen Archipels.“
„Über 10.000 Personen könnten das Leben in der Küstenpräfektur von Miyagi (Nordosten von Japan) verloren haben…“
„Mindestens 5,6 Millionen Häuser weiterhin ohne Strom…“
„DATOS – Was passiert innerhalb der japanischen Atomreaktoren?
14. März (Reuters) – Eine zweite Explosion erschütterte das von einem Erdbeben beschädigte japanische Atomkraftwerk, in dem die Behörden verzweifelt daran arbeiten, die Kernschmelze der Reaktoren zu verhindern“
„Ein Reaktorkern besteht aus einer Reihe von metallischen Röhren bzw. Stäben aus Zirkonium, die Brennstoffbehälter aus Uran enthalten, welche in den von den Ingenieuren Brennstoffgeräte genannten Vorrichtungen eingelagert werden.“
„In den letzten 3 Tagen traten wiederholt Probleme an den Hilfskühlanlagen der Reaktoren 1, 2 und 3 im Atomkraftwerk von Fukushima auf.“
„Jedoch der natürliche Zerfall der radioaktiven Stoffe im Reaktorkern erzeugt weiter Hitze, die so genannte Nachzerfallswärme, die während der ersten Stunde auf ein Viertel ihres ursprünglichen Niveaus zurückgeht und dann langsamer schwindet.“
„Normalerweise wird diese Wärme durch Kühlwasserpumpen eliminiert, denen aber im Falle der Fukushima-Anlage aufgrund des Erdbebens, des Tsunamis bzw. durch beides die Notenergieversorgung verloren ging.“
„Nach Meinung von Experten und Beamten wurden beide Explosionen in der Fukushima-Anlage, eine in der Station Nummer 1 am Samstag und die andere im Reaktor Nummer 3 am Montag, durch jenen Wasserstoff verursacht.“
„Im Falle des Bruchs einer Stahlkuppel im Inneren eines Reaktors würden die Strahlungswerte ansteigen. Aber nach Aussagen von Experten ist jetzt schon nicht mehr genug Wärme vorhanden, um diese zu zerstören.“
„Es besteht noch das Risiko der Kernschmelze, was die Entfernung des Brennstoffs äußerst erschweren oder sie sogar unmöglich machen könnte. Genau dies geschah 1979 auf Three Mile Island in Pennsylvania.“
„EFE 14.März
Nach Feststellung von Radioaktivität bei 17 Militärangehörigen zogen die USA ihre Schiffe von der japanischen Küste ab“
„Das Pentagon verkündete heute, dass bei 17 von den Militärangehörigen, die an den Hilfsarbeiten in Japan teilnehmen, „ein niedriger radioaktiver Strahlungspiegel“ nachgewiesen wurde und dass sie die vorübergehende Neupositionierung der Schiffe der Siebten Flotte mit Stützpunkt in der japanischen Stadt Yokosuka angeordnet haben.“
„Zu dem Zeitpunkt des Austritts nach dem sich als Folge des Japan erschütternden Erdbebens von Stärke 9 auf der Richter-Skala ereigneten Tsunami befand sich der USS-Flugzeugträger ‚Ronald Reagan’ 160 Kilometer nordöstlich von der Energieanlage.“
„Kampf zur Kühlung der Reaktoren 2 und 3 in Fukushima und Erhöhung der Todesopfer“
„Internationale Redaktion, 14. März (EFE) – Das für den Reaktor 2 der japanischen Anlage Fukushima verantwortliche Personal versucht, ihn zu kühlen, nachdem er heute wegen Übererwärmung vielleicht eine teilweise Schmelze erlitten haben könnte. Sie kühlen auch den Reaktor 3 ab, wo eine Explosion stattgefunden hat, die keine radioaktive Ausströmung verursachte.“
„Während die Behörden sich bemühen, das Nuklearrisiko unter Kontrolle zu bekommen, nimmt die Anzahl der Todesopfer jenes Erdbebens zu, das die schlimmste Tragödie seit dem Zweiten Weltkrieg in Japan verursacht hat.“
„Der Erdstoß konnte stark in Tokio wahrgenommen werden, jener mit 30 Millionen Einwohnern größten Stadt der Welt, wo ein Klima der Traurigkeit herrscht und die Bürger wegen der Stromausfälle auf alternative Verkehrsmittel wie das Fahrrad zurückgreifen.“
„Eine Wetteragentur des Landes hat die japanische Bevölkerung darauf aufmerksam gemacht, dass es noch eine Woche lang Nachbeben geben wird und dass mit 70prozentiger Wahrscheinlichkeit bis zum kommenden Mittwoch in Japan ein weiteres Erdbeben der Stärke 7 auf der Richter-Skala zu verzeichnen sein würde.“
„Deutschland hebt für drei Monate die vorgesehenen Verlängerungen der Atomlaufzeiten auf“
„Berlin, 14. März (DPA)“
„Der an diesem Wochenende in der japanischen Anlage von Fukushima verzeichnete Unfall infolge des Erdbebens und des nachfolgenden Tsunamis, die das asiatische Land am Freitag heimsuchten, ’hat die globale Situation total verändert’, sagte Merkel.“
„’Die Unfälle in Japan beweisen, dass das, was wir für unmöglich hielten, möglich ist und dass die Risiken, die wir für unwahrscheinlich ansahen, nicht so unwahrscheinlich sind’, erklärte sie weiter…“
„AFP. Jemen: Drei Demonstranten tot, darunter ein 12-jähriges Kind“
12.03.2011
„SANA (AFP) – In Jemen, wo die Aufständischen die Polizei beschuldigten, Giftgas zur Auseinandersprengung der Demonstranten benutzt zu haben, starben am Samstag drei Demonstranten, darunter ein 12-jähriges Kind, und Hunderte wurden verletzt.“
„Ein Demonstrant starb und ca. 300 wurden verletzt oder durch die Gase vergiftet…“
„Aussagen der UNO zufolge sind 37 Demonstranten und zumindest sechs Polizisten seit dem Ausbruch der Unruhen in Jemen ums Leben gekommen.“
„ABU DABI, 14. März (Reuters)“
„Der Anstieg der Preise für Rohöl und die vor kurzem eingetretene und überstürzte Verminderung der globalen Getreidevorräte könnten auf eine Versorgungskrise deuten, sagte Jacques Diouf, Direktor der FAO, zu Reuters…“
„’Die hohen Preise sind Besorgnis erregend und es ist eine starke Abnahme der Vorräte zu verzeichnen’…“
„London (AP) – Einem von WikiLeaks zugespielten und veröffentlichten US-amerikanischen diplomatischen Telegramm zufolge hat das Verteidigungsunternehmen BAE Systems PLC, mit Hauptsitz in Großbritannien, Behörden in Saudiarabien bestochen, um Waffenverträge in Millionenhöhe zu erlangen.“
„..BAE, das größte Verteidigungsunternehmen in Europa, hatte einem saudiarabischen Prinzen mehr als 70 Millionen Pfund (113 Millionen Dollar) überreicht.“
„EFE. Ashton schließt die Möglichkeit nicht aus, über Libyen eine Flugverbotszone zu etablieren
Catherine Ashton, verantwortlich für die Außenpolitik der EU, hat heute in Kairo die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, über Libyen eine Flugverbotszone zu etablieren, nachdem sie sich mit dem Generalsekretär der Arabischen Liga, Amro Musa, getroffen hatte.“
„TRIPOLIS, den 14. (ANSA) – Heute haben die Streitkräfte von Muammar al-Gaddhafi Ajdabiya, im Osten von Libyen, sowie den Ort Zuwarah, im Nordwesten, angegriffen. Währenddessen versicherte der Nationalrat der Opposition, dass er Stellungen zurückerobern werde und dass er über eine internationale Zusicherung verfüge, eine Flugverbotszone einzurichten.“
„Der Rat versicherte heute, dass er die Zusicherung der Vereinigten Staaten, von Großbritannien und Frankreich bekommen hat, um eine Flugverbotszone einzurichten.“
„Der General Abd al Fattah Yunis, Mitglied des Rebellen-Militärrates, versicherte, dass sie Stellungen in den Küstengebieten und im Osten des Landes zurückerobern werden…“
„’Wir werden die Kontrolle über diese Städte wiedererlangen und bald werden sie sehen, dass unsere Armee in Richtung Tripolis, Sirte vorrücken wird’.“
„100.000 FREIWILLIGE HABEN SICH DEN GADDAFI-KRÄFTEN ANGESCHLOSSEN
TRIPOLIS, den 14. (ANSA) – Seit dem Beginn der Kämpfe zwischen den Muammar al-Gaddhafi unterstützenden Truppen und den Rebellengruppen haben sich ungefähr 100.000 Freiwillige den libyschen Streitkräften angeschlossen, ließen heute Regierungsquellen verlauten.“
„Bahrain: Nach der Ankunft von saudiarabischen Soldaten verurteilt die Opposition öffentlich die ‚Besetzung’
„MANAMA, 14. März 2011 (AFP)“
„’Die Bevölkerung von Bahrain konfrontiert eine reale Gefahr: die eines Krieges gegen die Bahrain-Staatsbürger ohne eine Kriegserklärung’, hoben die sieben Mitglieder der Opposition, darunter der schiitische Wefaq, in einer Erklärung hervor.
„’Wir halten den Eintritt von jeglichem Soldaten oder Militärfahrzeug in den Land-, Luft- oder Seeraum des Königreichs Bahrain für eine offenkundige Besetzung, für eine Verschwörung gegen das entwaffnete Volk von Bahrain sowie eine Verletzung der internationalen Abkommen und Konventionen’, fügte die Opposition hinzu.“
„WEITERE PROTESTE IN JEMEN, BAHRAIN UND MAROKKO
„MANAMA UND ADEN, den 13. (ANSA) – Die Proteste in Jemen, wo drei Menschen starben, sowie in Bahrain und Marokko, wo man Forderungen an die Regierungen dieser Länder erhoben hat, dauerten heute fort, teilten örtliche Quellen mit.“
„… In Saudi-Arabien haben sich heute Dutzende von Menschen in der Nähe des Innenministeriums in Riad versammelt, um die Freilassung einer Gruppe von Aktivisten zu fordern, die von der Polizei festgenommen wurden.“
„MANAMA (AP) – Zehntausende Demonstranten in Bahrain haben am Samstag einen königlichen Palast umzingelt, wo sie laut politische Freiheiten und den Rücktritt des Königs forderten, und zwar einen Tag nachdem die Sicherheitskräfte einen ähnlichen Protest gewaltsam unterdrückt haben.“
„Die Demonstrationen in diesem Land sind ähnlich wie die in Ägypten und Tunesien.“
„Bahrain ist für Washington besonders wichtig, da dort die 5. Flotte der US Navy stationiert ist…”
„Die Vereinigten Arabischen Emirate werden Truppen nach Bahrain schicken
DUBAI, 14. März 2011 (AFP) – Die Vereinigten Arabischen Emirate teilten am Montag mit, dass sie Truppen nach Bahrain senden werden, um einen Beitrag zum ‚Schutz der Ordnung und Stabilität’ in diesem Nachbarland zu leisten, wo sich schon mit dem gleichen Ziel saudiarabisches Militär befindet.
“MANAMA, 14. März 2011 (AFP) – Die Opposition von Bahrain sagte am Montag als Antwort auf die Ankunft der saudiarabischen Truppen im Königreich, dass ‚jegliche ausländische militärische Präsenz’ als eine ‚Besetzung’ angesehen werden wird.“
“Mehr als tausend saudiarabische Soldaten, die zu den gemeinsamen Streitkräften des Golfkooperationsrats (CCG) gehören, sind in Bahrain angekommen, das von einer Demonstrationswelle erschüttert wird, sagte ein saudiarabischer Verantwortlicher zu AFP.“
„MEXICO (AFP) – Die Operation namens ‚Fast and Furious’ (schnell und heftig) in den Vereinigten Staaten, die vermutlich das absichtliche Eindringen in Mexiko von fast 2.000 Waffen ermöglichte, hat Experten zufolge die Beziehung zwischen den beiden Ländern in eine heikle Lage gebracht und führte zur einmütigen Verärgerung der mexikanischen Gesetzgeber.“
„’Wenn die Vereinigten Staaten gehandelt haben, ohne irgendeine mexikanische Instanz einzuschließen, dann handelt es sich um eine völlig inakzeptable Einmischung und ein deutliches Misstrauenszeichen’ von Washington gegenüber der mexikanischen Polizei, kommentierte Jorge Montano, ein ehemaliger Botschafter von Mexiko in den Vereinigten Staaten, gegenüber AFP.“
„Mexiko steht einer beispiellosen Gewaltspirale gegenüber, die aufgrund der Zusammenstöße zwischen Drogenhändlern und Anti-Drogen-Einsatzkommandos fast 35.000 Tote seit Dezember 2006 hinterlassen hat. Zusätzlich dazu gibt es hunderte Opfer, die im Kreuzfeuer umgekommen sind.“
„Der mexikanische Senat beschrieb ‚Fast and Furious’ als eine ‚aggressive und einseitige’ Operation sowie eine ‚Beleidigung gegenüber der Souveränität’ von Mexiko.“
„IPS, 14.03, 15:04“
“Heute Abend wurde berichtet, dass der Kernreaktor Nummer zwei des Kernkraftwerks Fukushima 1 schmilzt, nachdem die Notkühlsysteme gescheitert sind, was die Befürchtungen einer radioaktiven Verseuchung verschärft hat. Am Samstag und Montag gab es Explosionen in den Kernreaktoren eins und drei.“
„Der Kernreaktor Nummer zwei läuft mit dem Brennstoff namens Mischoxid (MOX), der Plutonium, eine für die Gesundheit besonders schädliche Substanz enthält.“
„ROM, den 14. (ANSA) – Auf der Welt gibt es insgesamt 442 aktive Kernreaktoren, die in 29 Ländern konzentriert sind und von höchstens zehn Unternehmen gebaut wurden.
In Europa [...], wo die Regierungen heute ihre Politik auf diesem Sektor zu überprüfen begonnen haben, gibt es 148 aktive Kernreaktoren in 16 Ländern.
Zu den schon aktiven [...] kommen noch 65 im Bau befindliche Kernreaktoren hinzu…“
„Aber die Vereinigten Staaten besitzen mit 104 den Weltrekord bei den in Betrieb befindlichen Kernreaktoren, gefolgt von Frankreich (58), Japan (54) …“
Den zuletzt in Kuba angekommenen Nachrichten zufolge ist eine dritte Explosion in Fukushima erfolgt:
“EFE, am 15.03., 20:13
„Es wird eine radioaktive Ausströmung aufgrund der Kernschmelze eines Reaktors in Fukushima befürchtet
Tokio, 15. März (EFE) – Der Betreiber des Atomkraftwerks Fukushima (im Nordosten von Japan) gab heute zu, dass er eine radioaktive Ausströmung aufgrund einer möglichen Kernschmelze des Reaktors Nummer 2, der heute Morgen eine Explosion erlitt, befürchtet.
Tokyo Electric Power (TEPCO) gab zu, dass möglicherweise eine Abstrahlung vorgekommen sei, nachdem die Struktur um den Kernreaktor Nummer 2 beschädigt wurde. Währenddessen betrugen die radioaktiven Strahlungspegel in der Umgebung 8.217 Mikrosievert pro Stunde, im Vergleich zu den erlaubten 500.“
Man kann sehen, wie kompliziert die Situation in der arabischen Welt ist, in deren Völkern sich eine revolutionäre Welle ausgelöst hat.
Der saudiarabische König unterstützt den Krieg der NATO in Libyen, während die NATO in Bahrain die saudiarabische Invasion unterstützt. Das Blut der arabischen Völker wird im Namen der großen US-Konzerne vergossen werden, während die Ölpreise nicht voraussagbare Grenzen erreichen werden, und zwar in dem Maße, wie die Kriege in den förderungsstärkeren Gebieten ausbrechen, und die nuklearen Katastrophen in Japan den Widerstand der Völker gegen die Weiterverbreitung von nuklearen Anlagen multiplizieren.
Die Verschwendung und die kapitalistischen Konsumgesellschaften in ihrem neoliberalen und imperialistischen Stadium bringen die Welt in eine ausweglose Situation, wo der Klimawandel und die zunehmenden Nahrungsmittelpreise Milliarden Menschen zu den schlimmsten Armutsraten führen.
Fidel Castro Ruz
14. März 2011
21:35 Uhr
Hier finden Sie chronologisch sortiert Reden und Schriften des kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro Ruz
Montag, 14. März 2011
Freitag, 11. März 2011
Die beiden Erdbeben
Reflexionen des Genossen Fidel: Die beiden Erdbeben
Ein starkes Erdbeben der Stärke 8,9 hat heute Japan erschüttert. Was am meisten Besorgnis erregte, waren die ersten Nachrichten, die über tausende Tote und Vermisste sprachen, eine wahrhaft ungewöhnliche Zahl in einem entwickelten Land, wo man alles erdbebensicher baut. Es wurde sogar über einen Kernraktor außer Kontrolle gesprochen. Einige Stunden später wurde informiert, dass die vier Kernkraftwerke, die dem betroffenen Gebiet am nächsten liegen, unter Kontrolle sind. Ebenso wurde über einen zehn Meter hohen Tsunami informiert, der Seebebenalarm im gesamtem Pazifik auslöste.
Das Erdbeben ereignete sich in 24,4 km Tiefe und 100 km von der Küste entfernt. Wenn es weniger tief oder noch näher aufgetaucht wäre, dann würden die Folge noch schlimmer sein.
Es gab eine Verlagerung der Erdachse. Das war das dritte Phänomen hoher Intensität in weniger als zwei Jahren: Haiti, Chile und Japan. Für diese Tragödien kann man den Menschen nicht verantwortlich machen. Sicherlich wird jedes Land alles unternehmen, was in seinen Kräften steht, um diesem fleißigen Volk zu helfen, das unter den erstem sinnlosen und unmenschlichen Atombombenangriffen gelitten hat.
Dem Offiziellen Geologenkollegium Spaniens zufolge entspricht die vom Erbeben freigesetzte Energie 200 Millionen Tonnen Dynamit.
Den letzten Nachrichten von AFP zufolge hat die japanische Stromgesellschaft Tokyo Electric Power mitgeteilt, dass „gemäß Anweisungen der Regierung ein Teil des Dampfes freigesetzt wurde, der radioaktive Substanze enthält...“
„Wir verfolgen die Situation. Bis jetzt gibt es kein Problem…“
„Es wurden auch Störungen angezeigt, die mit der Abkühlung dreier Reaktoren eines zweiten Kraftwerks in der Nähe, das Fukushima 2, verbunden sind.
Die Regierung ordnete die Evakuierung im Umkreis von 10 km im Fall des ersten und von 3 km im Fall des zweiten Kraftwerks an.“
Ein anderes Erdbeben, aber politischer Art, womöglich noch ernster, spielt sich zurzeit um Libyen ab und betrifft auf die eine oder andere Weise alle Länder.
Das Drama, das dieses Land erlebt, befindet sich auf seinem Höhepunkt und der Ausgang ist immer noch ungewiss.
Großen Aufruhr gab es gestern im US-Senat, als James Clapper, US-Geheimdienstchef, vor dem Militärausschuss Folgendes bestätigte: „Ich glaube nicht, dass Gaddafi die Absicht hat, das Land zu verlassen. Nach unseren bestätigten Kenntnissen sieht so aus, dass er sich für einen langfristigen Prozess einrichtet.“
Er fügte hinzu, dass Gaddafi auf zwei „sehr treue“ Brigaden zählt.
Er sagte, dass „die Luftangriffe der Gaddafi treuen Armee ‘vor allem’ Gebäude und die Infrastruktur betrafen und weniger Verluste in der Bevölkerung herbei geführt haben.“
Generalleutnant Ronald Burgess, Direktor des Militärischen Geheimdienstes, sagte bei derselben Anhörung vor dem Senat: „Es sieht so aus, als ob Gaddafi ‘an der Macht bleiben wird, es sei denn, dass ein anderes Ereignis den jetzigen Status ändert’.“
„Die Chance, die die Rebellen am Anfang des Volksaufstandes hatten, hat sich ‘zu ändern begonnen’,“ bestätigte er.
Ich habe überhaupt keinen Zweifel, dass Gaddafi und die libysche Regierung einem Irrtum unterlag, indem sie Bush und der NATO vertrauten, wie man es aus meinen Reflexionen vom 9. März ableiten kann.
Ich zweifele auch nicht an den Absichten der Vereinigten Staaten und der NATO, in Libyen militärisch zu intervenieren und der revolutionären Welle, die die arabischen Welt erschüttert, ein vorzeitiges Ende zu bereiten.
Die Völker, die gegen eine Intervention der NATO sind und die Idee einer politischer Lösung ohne ausländisches Eingreifen verteidigen, sind davon überzeugt, dass die libyschen Patrioten ihr Vaterland bis zum letzten Atemzug verteidigen werden.
Fidel Castro Ruz
11. März 2011
22.12 Uhr
Ein starkes Erdbeben der Stärke 8,9 hat heute Japan erschüttert. Was am meisten Besorgnis erregte, waren die ersten Nachrichten, die über tausende Tote und Vermisste sprachen, eine wahrhaft ungewöhnliche Zahl in einem entwickelten Land, wo man alles erdbebensicher baut. Es wurde sogar über einen Kernraktor außer Kontrolle gesprochen. Einige Stunden später wurde informiert, dass die vier Kernkraftwerke, die dem betroffenen Gebiet am nächsten liegen, unter Kontrolle sind. Ebenso wurde über einen zehn Meter hohen Tsunami informiert, der Seebebenalarm im gesamtem Pazifik auslöste.
Das Erdbeben ereignete sich in 24,4 km Tiefe und 100 km von der Küste entfernt. Wenn es weniger tief oder noch näher aufgetaucht wäre, dann würden die Folge noch schlimmer sein.
Es gab eine Verlagerung der Erdachse. Das war das dritte Phänomen hoher Intensität in weniger als zwei Jahren: Haiti, Chile und Japan. Für diese Tragödien kann man den Menschen nicht verantwortlich machen. Sicherlich wird jedes Land alles unternehmen, was in seinen Kräften steht, um diesem fleißigen Volk zu helfen, das unter den erstem sinnlosen und unmenschlichen Atombombenangriffen gelitten hat.
Dem Offiziellen Geologenkollegium Spaniens zufolge entspricht die vom Erbeben freigesetzte Energie 200 Millionen Tonnen Dynamit.
Den letzten Nachrichten von AFP zufolge hat die japanische Stromgesellschaft Tokyo Electric Power mitgeteilt, dass „gemäß Anweisungen der Regierung ein Teil des Dampfes freigesetzt wurde, der radioaktive Substanze enthält...“
„Wir verfolgen die Situation. Bis jetzt gibt es kein Problem…“
„Es wurden auch Störungen angezeigt, die mit der Abkühlung dreier Reaktoren eines zweiten Kraftwerks in der Nähe, das Fukushima 2, verbunden sind.
Die Regierung ordnete die Evakuierung im Umkreis von 10 km im Fall des ersten und von 3 km im Fall des zweiten Kraftwerks an.“
Ein anderes Erdbeben, aber politischer Art, womöglich noch ernster, spielt sich zurzeit um Libyen ab und betrifft auf die eine oder andere Weise alle Länder.
Das Drama, das dieses Land erlebt, befindet sich auf seinem Höhepunkt und der Ausgang ist immer noch ungewiss.
Großen Aufruhr gab es gestern im US-Senat, als James Clapper, US-Geheimdienstchef, vor dem Militärausschuss Folgendes bestätigte: „Ich glaube nicht, dass Gaddafi die Absicht hat, das Land zu verlassen. Nach unseren bestätigten Kenntnissen sieht so aus, dass er sich für einen langfristigen Prozess einrichtet.“
Er fügte hinzu, dass Gaddafi auf zwei „sehr treue“ Brigaden zählt.
Er sagte, dass „die Luftangriffe der Gaddafi treuen Armee ‘vor allem’ Gebäude und die Infrastruktur betrafen und weniger Verluste in der Bevölkerung herbei geführt haben.“
Generalleutnant Ronald Burgess, Direktor des Militärischen Geheimdienstes, sagte bei derselben Anhörung vor dem Senat: „Es sieht so aus, als ob Gaddafi ‘an der Macht bleiben wird, es sei denn, dass ein anderes Ereignis den jetzigen Status ändert’.“
„Die Chance, die die Rebellen am Anfang des Volksaufstandes hatten, hat sich ‘zu ändern begonnen’,“ bestätigte er.
Ich habe überhaupt keinen Zweifel, dass Gaddafi und die libysche Regierung einem Irrtum unterlag, indem sie Bush und der NATO vertrauten, wie man es aus meinen Reflexionen vom 9. März ableiten kann.
Ich zweifele auch nicht an den Absichten der Vereinigten Staaten und der NATO, in Libyen militärisch zu intervenieren und der revolutionären Welle, die die arabischen Welt erschüttert, ein vorzeitiges Ende zu bereiten.
Die Völker, die gegen eine Intervention der NATO sind und die Idee einer politischer Lösung ohne ausländisches Eingreifen verteidigen, sind davon überzeugt, dass die libyschen Patrioten ihr Vaterland bis zum letzten Atemzug verteidigen werden.
Fidel Castro Ruz
11. März 2011
22.12 Uhr
Mittwoch, 9. März 2011
Die NATO, der Krieg, die Lüge und die Geschäfte
Reflexionen des Genossen Fidel: Die NATO, der Krieg, die Lüge und die Geschäfte
Wie einige wissen, hat Muammar al-Gaddafi, ein arabisch-beduinischer Militär von eigentümlichem Charakter und von den Ideen des ägyptischen Führers Gamal Abdel Nasser inspiriert, im September 1969 eine Bewegung innerhalb der Streitkräfte gefördert, die König Idris I. von Libyen stürzte, ein Land, dessen Territorium fast vollkommen aus Wüste besteht, wenig bevölkert ist und im Norden von Afrika, zwischen Tunesien und Ägypten liegt.
Die bedeutenden und wertvollen Energievorkommen Libyens sind nach und nach entdeckt worden.
In einer beduinischen nomadischen Schäferfamilie in der Wüste der Region Tripolis geboren, war Gaddafi ein großer Gegner des Kolonialismus. Man versichert, dass der Großvater väterlicherseits im Kampf gegen die italienische Invasionsarmee gefallen ist, als diese 1911 in Libyen einmarschierte. Das Kolonialsystem und der Faschismus änderten das Leben von allen. Ebenfalls sagt man, dass der Vater schon inhaftiert wurde, bevor er sich sein Brot als Industriearbeiter verdienen konnte.
Sogar die Gegner von Gaddafi versichern, dass er sich als Student durch seine Klugheit auszeichnete. Wegen seiner antimonarchischen Aktivitäten wurde er vom Lyzeum verwiesen. Es ist ihm gelungen, sich in einem anderen Lyzeum einzuschreiben und später, mit 21 Jahren, an der Universität von Bengasi sein Jurastudium abzuschließen. Danach tritt er in die Militärschule von Bengasi ein, in der er die so genannte Geheime Bewegung der Freien Offiziere gründete. Er beendete sein Studium an einer britischen Militärakademie.
Diese Vorgeschichte erklärt den beachtlichen Einfluss, den er später in Libyen und auf andere politische Führer hatte, ob sie heute nun für oder gegen Gaddafi sind.
Er hat sein politisches Leben mit unbestreitbar revolutionären Taten begonnen.
Im März 1970, nach massiven nationalistischen Demonstrationen, erreichte er den Abzug der britischen Soldaten aus seinem Land, und im Juni räumten die Vereinigten Staaten den großen Luftwaffenstützpunkt in der nähe von Tripolis und übergaben ihn Militärberatern aus Ägypten, ein mit Libyen verbündetes Land.
1970 sind einige westliche Öl- und Bankgesellschaften mit ausländischem Kapitalanteil durch die Revolution beeinträchtigt worden. Ende 1971 erlitt die berühmte British Petroleum das gleiche Schicksal. Im Agrarsektor wurden alle italienischen Güter beschlagnahmt, die Siedler und deren Angehörigen aus Libyen verwiesen.
Der staatliche Eingriff zielte auf die Kontrolle der Großunternehmen ab. Die Produktion dieses Landes erreichte ab diesem Zeitpunkt eins der höchsten Niveaus der arabischen Welt. Glücksspiele und Alkoholgenuss wurden verboten. Der juristische Status der Frau, durch Tradition begrenzt, wurde erhöht.
Der libysche Führer verstrickte sich in extremistische Theorien, die sich sowohl dem Kommunismus als auch dem Kapitalismus entgegen stellten. Das war eine Phase, in der sich Gaddafi der Theoretisierung widmete, die es sich nicht lohnt, in diese Analyse einzubeziehen. Erwähnenswert ist lediglich, dass im Ersten Artikel der Verkündung der Verfassung des Jahres 1969 der „sozialistische“ Charakter der Großen Sozialistischen Libysch-Arabischen Volksrepublik“ festgeschrieben wurde.
Ich möchte betonen, dass die Menschenrechte für die Vereinigten Staaten und deren Verbündete in der NATO niemals von Interesse waren.
Das Tohuwabohu, das im Sicherheitsrat, sowohl auf der Tagung des Ausschusses für Menschenrechte mit Sitz in Genf als auch auf der Generalversammlung der UNO in New York ablief, war reines Theater.
Ich verstehe vollkommen die Reaktionen der politischen Führer, die in so viele Widersprüche und fruchtlose Debatten verwickelt sind, um die sie sich aufgrund der Verkettung von Interessen und Problemen kümmern müssen.
Wir kennen alle sehr wohl den Charakter eines Ständigen Mitglieds, das Vetorecht und den Besitz von Kernwaffen. Nicht wenige Institutionen sind eine Quelle von Privilegien und Interessen, die der Menschheit gewaltsam aufgezwungen wurden. Man kann mit vielen von ihnen einverstanden sein oder nicht; aber man kann sie niemals sie als gerechte oder ethische Maßnahmen akzeptieren.
Die USA beabsichtigen jetzt, die Ereignisse um das kreisen zu lassen, was Gaddafi getan hat oder nicht, weil sie es für nötig halten, militärisch in Libyen zu intervenieren und der revolutionären Welle, die in der arabischen Welt ins Rollen gekommen ist, einen Schlag zu versetzen. Bis jetzt hat man kein Wort verlauten lassen, man hat Stillschweigen bewahrt und Geschäfte gemacht.
Der latent vorhandene libysche Widerstand ist von den Nachrichtendiensten der Yankees und durch Fehler von Gaddafi selbst gefördert worden, aber es ist wichtig, dass sich die Völker nicht täuschen lassen, da die Weltöffentlichkeit sehr bald über genügend Elemente verfügen wird, um zu wissen, woran sie ist.
Meiner Meinung nach, und ich habe das von Anfang an geäußert, muss man die Pläne der kriegslüsternen NATO anprangern.
Libyen, genau wie viele Länder der Dritten Welt, ist Mitglied der Bewegung der Blockfreien Staaten, der Gruppe der 77 und anderer internationalen Organisationen, über die Beziehungen ungeachtet des Wirtschafts- und Sozialsystems hergestellt werden.
In großen Zügen: Die Revolution in Kuba, inspiriert von den marxistisch-leninistischen und Martí’schen Prinzipien, siegte im Jahre 1959, 90 Meilen von den Vereinigten Staaten entfernt, die uns das Platt-Amendment aufgezwungen haben und die Besitzer der Wirtschaft unseres Landes waren.
Fast unmittelbar danach entfesselte das Imperium einen schmutzigen Krieg gegen unser Volk mittels konterrevolutionärer Banden, der kriminellen Wirtschaftsblockade und der söldnerischen Invasion in der Schweinebucht (Playa Girón) im Schutze eines Flugzeugträgers und mit landungsbereiter Marine-Infanterie, die zum Einsatz kommen sollte, sobald die söldnerischen Kräfte bestimmte Ziele erreicht hätten.
Kaum anderthalb Jahre später bedrohten sie uns mit der Stärke ihres Kernwaffenarsenals. Ein derartiger Krieg stand kurz vorm Ausbruch.
Alle lateinamerikanischen Länder, mit Ausnahme von Mexiko, beteiligten sich an der kriminellen Blockade, die bis heute andauert, ohne dass sich unser Land jemals ergeben hätte. Es ist wichtig, diejenigen daran zu erinnern, die kein historisches Gedächtnis haben.
In Januar 1986, die Idee ins Feld führend, dass Libyen den so genannten revolutionären Terrorismus vertrat, ordnete Reagan den Abbruch der wirtschaftlichen und kommerziellen Beziehungen mit diesem Land an.
Im Monat März haben Flugzeugträger im Golf von Syrte, der von Lybien als ein ihm zugehöriges Hoheitsgewässer angesehen wird, Angriffe durchgeführt, die die Vernichtung mehrerer Marine-Einheiten verursachten, die mit Raketenwerfern und Küstenradarsystemen ausgerüstet waren, die in der UdSSR erworben worden waren.
Am 5. April wurde eine Diskothek in Westberlin, die häufig von US-Soldaten besucht wurde, Opfer eines Plastikbomben-Anschlags, wo drei Personen, zwei davon nordamerikanische Militärs, ums Leben kamen und viele verletzt wurden.
Reagan beschuldigte Gaddafi und befahl, dass die Luftwaffe darauf antworten sollte. Drei Geschwader starteten von den Flugzeugträgern der VI. Flotte und Stützpunkten im Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland und griffen sieben militärische Ziele in Tripolis und Bengasi mit Raketen und Bomben an. Etwa vierzig Personen kamen ums Leben, 15 von ihnen Zivilisten. Vor dem Anflug der Bombenflugzeuge gewarnt, sammelte Gaddafi die Familie zusammen und schickte sich gerade an, seine Residenz im Militärkomplex von Bab Al Aziziyah südlich der Hauptstadt zu verlassen. Die Evakuierung war noch im Gange, als eine Rakete direkt in der Residenz einschlug. Seine Tochter Hanna starb und zwei weitere Söhne wurden verletzt. Diese Tat erfuhr eine starke Ablehnung; die UNO-Generalversammlung verabschiedete eine Resolution zur Verurteilung wegen Verletzung der UNO-Charta und des internationalen Rechts. Ebenso energisch äußerten sich die Bewegung der blockfreien Staaten, die Arabische Liga und die Organisation der Arabischen Einheit (OAU).
Am 21. Dezember 1988 ist eine Boeing 747 der Fluggesellschaft Pan Am, die von London nach New York flog, während des Fluges durch eine Bombenexplosion zerborsten. Die Reste sind auf die Ortschaft von Lockerbie gefallen, und die Tragödie kostete 270 Menschenopfer aus 21 Ländern.
Am Anfang hat die US-Regierung den Iran als Vergeltung für den Tod von 290 Personen aufgrund des Abschusses eines Airbusses ihrer staatlichen Fluglinie verdächtigt. Den US-amerikanischen Untersuchungen zufolge waren zwei Agenten des libyschen Geheimdienstes darin verwickelt. Ähnliche Anschuldigungen gegen Libyen wurden betreffs eines Flugzeuges der französischen Fluglinie auf der Strecke Brazzaville - N’Djamena - Paris vorgebracht, wo libysche Beamte beteiligt gewesen sein sollen, deren Auslieferung Gaddafi ablehnte. Die angeführten Ereignisse verneinte er kategorisch.
Unter Beteiligung von Reagan und Bush senior wurde eine finstere Legende über Gaddafi erfunden.
Seit 1975 bis zur letzten Phase der Reagan-Regierung hat sich Kuba seinen internationalistischen Pflichten in Angola und anderen afrikanischen Ländern gewidmet. Wir erfuhren über die sich entwickelnden Konflikte in Libyen und Umgebung dank der Lektüre oder durch Zeugenaussagen von Personen, die mit diesem Land oder mit der arabischen Welt sehr eng verbunden waren, sowie über die Meinungen zahlreicher Persönlichkeiten aus verschiedener Ländern, mit denen wir in jenen Jahren Kontakt hatten.
Viele bekannte afrikanische Führungspersönlichkeiten, mit denen Gaddafi enge Beziehungen hatte, versuchten Lösungen für die gespannten Beziehungen zwischen Libyen und dem Vereinigten Königreich zu finden.
Der Sicherheitsrat hat Sanktionen über Libyen verhängt, die aufgehoben wurden, nachdem Gaddafi akzeptierte, den zwei Angeklagten des über Schottland explodierten Flugzeuges unter bestimmten Bedingungen den Prozess zu machen.
Man begann, libysche Delegationen zu innereuropäischen Treffen einzuladen. Im Juli 1999 hat London nach einigen zusätzlichen Konzessionen die Wiederherstellung voller diplomatischer Beziehungen mit Libyen in die Wege geleitet.
Im September jenes Jahres akzeptierten die Minister der Europäischen Union, die im Jahr 1992 verhängten Handelsbeschränkungen aufzuheben.
Am 2. Dezember hat Massimo D’Alema, Premierminister von Italien, als erster den Besuch eines europäischen Regierungschefs in Libyen abgestattet.
Nach dem Verschwinden der UdSSR und des europäischen sozialistischen Lagers hat Gaddafi entschieden, die Forderungen der Vereinigten Staaten und der NATO zu akzeptieren.
Als ich Libyen im Mai 2001 besuchte, zeigte er mir die Ruinen des verräterischen Angriffs, mit dem Reagan seine Tochter ermordet hat und beinahe seine ganze Familie ausgelöscht hätte.
Anfang 2002 informierte das State Departement, dass es zu diplomatischen Gesprächen zwischen den Vereinigten Staaten und Libyen gekommen sei.
Im Mai war Libyen erneut auf die Liste der Staaten gesetzt worden, die den Terrorismus fördern, obwohl Präsident George W. Bush in seiner berühmten Rede im Januar über die Mitglieder der „Achse des Bösen“ dieses afrikanische Land nicht erwähnt hat.
Anfang 2003 hat der Sicherheitsrat der UNO die Sanktionen von 1992 gegen Libyen angesichts der Unterzeichnung des Wirtschaftsabkommens über Entschädigungen zwischen Libyen und den Antrag stellenden Ländern, d.h. dem Vereinigten Königreich und Frankreich, aufgehoben.
Noch vor Ende des Jahres 2003 kündigten Bush und Tony Blair eine Vereinbarung mit Libyen an, ein Land, das den Geheimdienstexperten des Vereinigten Königreiches und Washington die Unterlagen über seine Programme nicht konventioneller Waffen sowie über die ballistischen Raketen mit einer Reichweite von über als 300 km übergeben hat. Beamte aus beiden Ländern hatten bereits mehrere Einrichtungen besucht. Das war das Ergebnis mehrmonatiger Gespräche zwischen Tripolis und Washington, wie Bush selbst enthüllte.
Gaddafi hat seine Abrüstungsversprechen erfüllt. In wenigen Monaten hat Libyen die fünf Scud-C-Raketeneinheiten mit einer Reichweite von 800 km abgegeben und hunderte Scud-B-Raketen mit einer Reichweite, die die 300 km der Kurzstreckenverteidigungsraketen übertreffen.
Ab Oktober 2002 begann ein Besuchermarathon nach Tripolis: Berlusconi im Oktober 2002; José María Aznar im September 2003; Berlusconi erneut im Februar, August und Oktober 2004; Blair im März 2004; der Deutsche, Schröder, im Oktober jenes Jahres; Jacques Chirac im November 2004. Alle Welt war zufrieden. Mit Geld kann man alles erreichen.
Gaddafi hat Europa im Triumph durchreist. Er wurde 2004 von Romano Prodi, dem Vorsitzenden des Europarates in Brüssel empfangen. Im August jenes Jahres hat der libysche Führer Bush eingeladen, sein Land zu besuchen; Exxon Mobil, Chevron Texaco und Conoco Philips haben für die Wiederaufnahme der Rohölförderung einen Joint Venture abgeschlossen.
Im Mai 2006 kündigten die Vereinigen Staaten die Entfernung Libyens von der Liste terroristischer Staaten sowie die Aufnahme voller diplomatischer Beziehungen an.
In den Jahren 2006 und 2007 haben Frankreich und die Vereinigten Staaten Verträge über die friedliche Nutzung der Kernenergie unterzeichnet. Im Mai 2007 besuchte Blair Gaddafi in Syrte. Wie veröffentlicht wurde, hat British Petroleum einen “enorm wichtigen” Vertrag über die Erkundung von Gaslagerstätten unterzeichnet.
Im Dezember 2007 hat Gaddafi Frankreich zweimal besucht und Verträge über militärische und zivile Ausrüstung in Höhe von 10 Milliarden Euro unterzeichnet. Er besuchte auch Spanien, wo er sich mit dem Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero traf. Es wurden Verträge in Millionenhöhe mit wichtigen Ländern der NATO unterzeichnet.
Warum haben sich jetzt plötzlich die Botschaften der Vereinigten Staaten und der übrigen Mitgliedstaaten der NATO zurückgezogen?
Das alles ist äußerst merkwürdig.
George W. Bush, der Urheber des dummen Antiterror-Krieges, erklärte am 20. September 2001 den Kadetten von West Point Folgendes: „Unsere Sicherheit wird […] die von Ihnen angeführte militärische Kraft benötigen, eine Kraft, die in der Lage sein muss, unmittelbar jedweden dunklen Winkel der Welt anzugreifen. Unsere Sicherheit wird erfordern, dass wir zu einem präventiven Angriff bereit sind, wenn es nötig ist, unsere Freiheit […] und unser Leben verteidigen zu müssen.“
“Wir müssen terroristische Zellen in 60 oder mehr Ländern aufdecken […] Zusammen mit unseren Freunden und Verbündeten müssen wir uns der Ausbreitung solcher Regimes entgegen stellen, die den Terrorismus fördern, je nach dem, wie es jeder Fall verlangen wird.“
Was wird Obama über diese Rede denken?
Welche Maßnahmen wird der Sicherheitsrat über jene verhängen, die mehr als eine Million Zivillisten in Irak getötet haben und jene, die täglich Männer, Frauen und Kinder in Afghanistan ermorden, wo vor ein paar Tagen die aufgebrachte Bevölkerung auf die Straßen strömte, um gegen das Gemetzel an unschuldigen Kindern zu protestieren?
Eine Nachricht von AFP aus Kabul mit heutigem Datum, 9. März, veröffentlicht Folgendes: „Letztes Jahr gab es die meisten Toten unter den Zivilisten in den neun Kriegsjahren zwischen Taliban-Kämpfern und internationalen Truppen in Afghanistan, mit fast 2.800 Todesfällen, 15% mehr als im Jahr 2009“, legte am Mittwoch ein Bericht der UNO dar, der die Kosten an Menschenleben für die Bevölkerung bei diesem Konflikt betonte.“
„…der Aufstand der Taliban hat sich verstärkt und in den letzten Jahre an Boden gewonnen, mit Guerrilla-Aktionen, die über ihre traditionellen Bastionen im Süden und Osten weit hinausgehen.“
„Mit genau 2.777 getöteten Zivilisten im Jahr 2010 stieg die Zahl um 15% gegenüber 2009“, erläutert der gemeinsame Jahresbericht der Betreuungsmission der Vereinten Nationen in Afghanistan…“
„Präsident Barack Obama sprach am 3. März dem afghanischen Volk sein “tiefes Beileid” für die neun ums Leben gekommenen Kinder aus, ebenso wie es auch US-General David Petraeus, Oberbefehlshaber der ISAF-Truppen (International Security Assistance Force) und Verteidigungsminister Robert Gates getan haben.“
„…Der Bericht der UNAMA hebt hervor, dass die Zahl der getöteten Zivilisten im Jahr 2010 vier mal höher war als der im Kampf gefallenen Soldaten der internationalen Kräfte im selben Jahr.
Das Jahr 2010 war aus der Ferne gesehen mit 711 Todesfällen auch das tödlichste für die ausländischen Soldaten in den neun Kriegsjahren, womit bestätigt wird, dass sich die Guerrilla der Taliban verstärkt hat, trotz der 30.000 Mann Verstärkung aus den USA im letzten Jahr.“
Zehn Tage lang wurden in Genf und in den Vereinten Nationen mehr als 150 Reden über die Verletzungen der Menschenrechte gehalten, die Millionen Mal im Fernsehen, Rundfunk, Internet und in der Presse wiederholt wurden.
Der Außenminister Kubas, Bruno Rodríguez, äußerte am 1. März 2011 in seiner Rede vor den in Genf versammelten Außenministern Folgendes:
“Das menschliche Bewusstsein lehnt den Tod unschuldiger Personen unter jeglichen Umständen und an jeglichem Ort ab. Kuba teilt voll und ganz die Sorge der Welt über die Verluste an Zivilleben in Libyen und wünscht, dass dieses Volk eine friedliche und souveräne Lösung für diesen Bürgerkrieg findet, ohne jegliche ausländische Einmischung, und dass diese Lösung die Integrität dieser Nation garantiert.“
Einige der letzten Sätze seiner Rede waren kurz und bündig:
„Wenn das menschliche Grundrecht das Recht auf Leben ist, wird der Sicherheitsrat dann in der Lage sein, das Mitgliedsrecht der Staaten aufzuheben, die einen Krieg entfesseln?“
„Wird er die Mitgliedschaft der Staaten unterbrechen, die Militärhilfe finanzieren und liefern, wenn diese vom Empfängerstaat für massive, flagrante und systematische Verletzungen der Menschenrechten benutzt wird sowie für Angriffe gegen die Zivilbevölkerung, wie es in Palästina der Fall ist?
Wird er diese Maßnahme gegen die mächtigen Länder anwenden, die außergerichtliche Hinrichtungen mit Spitzentechnologie wie intelligenter Munition und unbemannten Flugzeugen im Staatsgebiet anderer Länder durchführen?
Was wird mit den Staaten passieren, die auf ihrem Staatsgebiet illegale, geheime Gefängnisse akzeptieren, den Verkehr von Geheimflügen mit entführten Personen bewilligen oder an Folterhandlungen teilnehmen?“
Wir teilen voll und ganz die mutige Haltung des bolivarianischen Anführers Hugo Chávez und der ALBA.
Wir sind gegen den inneren Krieg in Libyen, für den sofortigen Frieden und für die volle Respektierung des Lebens und der Rechte aller Bürger, ohne ausländische Einmischung, die nur zur Verlängerung des Konflikts führen und den Interessen der NATO dienen wird.
Fidel Castro Ruz
9. März 2011
21.35 Uhr
Wie einige wissen, hat Muammar al-Gaddafi, ein arabisch-beduinischer Militär von eigentümlichem Charakter und von den Ideen des ägyptischen Führers Gamal Abdel Nasser inspiriert, im September 1969 eine Bewegung innerhalb der Streitkräfte gefördert, die König Idris I. von Libyen stürzte, ein Land, dessen Territorium fast vollkommen aus Wüste besteht, wenig bevölkert ist und im Norden von Afrika, zwischen Tunesien und Ägypten liegt.
Die bedeutenden und wertvollen Energievorkommen Libyens sind nach und nach entdeckt worden.
In einer beduinischen nomadischen Schäferfamilie in der Wüste der Region Tripolis geboren, war Gaddafi ein großer Gegner des Kolonialismus. Man versichert, dass der Großvater väterlicherseits im Kampf gegen die italienische Invasionsarmee gefallen ist, als diese 1911 in Libyen einmarschierte. Das Kolonialsystem und der Faschismus änderten das Leben von allen. Ebenfalls sagt man, dass der Vater schon inhaftiert wurde, bevor er sich sein Brot als Industriearbeiter verdienen konnte.
Sogar die Gegner von Gaddafi versichern, dass er sich als Student durch seine Klugheit auszeichnete. Wegen seiner antimonarchischen Aktivitäten wurde er vom Lyzeum verwiesen. Es ist ihm gelungen, sich in einem anderen Lyzeum einzuschreiben und später, mit 21 Jahren, an der Universität von Bengasi sein Jurastudium abzuschließen. Danach tritt er in die Militärschule von Bengasi ein, in der er die so genannte Geheime Bewegung der Freien Offiziere gründete. Er beendete sein Studium an einer britischen Militärakademie.
Diese Vorgeschichte erklärt den beachtlichen Einfluss, den er später in Libyen und auf andere politische Führer hatte, ob sie heute nun für oder gegen Gaddafi sind.
Er hat sein politisches Leben mit unbestreitbar revolutionären Taten begonnen.
Im März 1970, nach massiven nationalistischen Demonstrationen, erreichte er den Abzug der britischen Soldaten aus seinem Land, und im Juni räumten die Vereinigten Staaten den großen Luftwaffenstützpunkt in der nähe von Tripolis und übergaben ihn Militärberatern aus Ägypten, ein mit Libyen verbündetes Land.
1970 sind einige westliche Öl- und Bankgesellschaften mit ausländischem Kapitalanteil durch die Revolution beeinträchtigt worden. Ende 1971 erlitt die berühmte British Petroleum das gleiche Schicksal. Im Agrarsektor wurden alle italienischen Güter beschlagnahmt, die Siedler und deren Angehörigen aus Libyen verwiesen.
Der staatliche Eingriff zielte auf die Kontrolle der Großunternehmen ab. Die Produktion dieses Landes erreichte ab diesem Zeitpunkt eins der höchsten Niveaus der arabischen Welt. Glücksspiele und Alkoholgenuss wurden verboten. Der juristische Status der Frau, durch Tradition begrenzt, wurde erhöht.
Der libysche Führer verstrickte sich in extremistische Theorien, die sich sowohl dem Kommunismus als auch dem Kapitalismus entgegen stellten. Das war eine Phase, in der sich Gaddafi der Theoretisierung widmete, die es sich nicht lohnt, in diese Analyse einzubeziehen. Erwähnenswert ist lediglich, dass im Ersten Artikel der Verkündung der Verfassung des Jahres 1969 der „sozialistische“ Charakter der Großen Sozialistischen Libysch-Arabischen Volksrepublik“ festgeschrieben wurde.
Ich möchte betonen, dass die Menschenrechte für die Vereinigten Staaten und deren Verbündete in der NATO niemals von Interesse waren.
Das Tohuwabohu, das im Sicherheitsrat, sowohl auf der Tagung des Ausschusses für Menschenrechte mit Sitz in Genf als auch auf der Generalversammlung der UNO in New York ablief, war reines Theater.
Ich verstehe vollkommen die Reaktionen der politischen Führer, die in so viele Widersprüche und fruchtlose Debatten verwickelt sind, um die sie sich aufgrund der Verkettung von Interessen und Problemen kümmern müssen.
Wir kennen alle sehr wohl den Charakter eines Ständigen Mitglieds, das Vetorecht und den Besitz von Kernwaffen. Nicht wenige Institutionen sind eine Quelle von Privilegien und Interessen, die der Menschheit gewaltsam aufgezwungen wurden. Man kann mit vielen von ihnen einverstanden sein oder nicht; aber man kann sie niemals sie als gerechte oder ethische Maßnahmen akzeptieren.
Die USA beabsichtigen jetzt, die Ereignisse um das kreisen zu lassen, was Gaddafi getan hat oder nicht, weil sie es für nötig halten, militärisch in Libyen zu intervenieren und der revolutionären Welle, die in der arabischen Welt ins Rollen gekommen ist, einen Schlag zu versetzen. Bis jetzt hat man kein Wort verlauten lassen, man hat Stillschweigen bewahrt und Geschäfte gemacht.
Der latent vorhandene libysche Widerstand ist von den Nachrichtendiensten der Yankees und durch Fehler von Gaddafi selbst gefördert worden, aber es ist wichtig, dass sich die Völker nicht täuschen lassen, da die Weltöffentlichkeit sehr bald über genügend Elemente verfügen wird, um zu wissen, woran sie ist.
Meiner Meinung nach, und ich habe das von Anfang an geäußert, muss man die Pläne der kriegslüsternen NATO anprangern.
Libyen, genau wie viele Länder der Dritten Welt, ist Mitglied der Bewegung der Blockfreien Staaten, der Gruppe der 77 und anderer internationalen Organisationen, über die Beziehungen ungeachtet des Wirtschafts- und Sozialsystems hergestellt werden.
In großen Zügen: Die Revolution in Kuba, inspiriert von den marxistisch-leninistischen und Martí’schen Prinzipien, siegte im Jahre 1959, 90 Meilen von den Vereinigten Staaten entfernt, die uns das Platt-Amendment aufgezwungen haben und die Besitzer der Wirtschaft unseres Landes waren.
Fast unmittelbar danach entfesselte das Imperium einen schmutzigen Krieg gegen unser Volk mittels konterrevolutionärer Banden, der kriminellen Wirtschaftsblockade und der söldnerischen Invasion in der Schweinebucht (Playa Girón) im Schutze eines Flugzeugträgers und mit landungsbereiter Marine-Infanterie, die zum Einsatz kommen sollte, sobald die söldnerischen Kräfte bestimmte Ziele erreicht hätten.
Kaum anderthalb Jahre später bedrohten sie uns mit der Stärke ihres Kernwaffenarsenals. Ein derartiger Krieg stand kurz vorm Ausbruch.
Alle lateinamerikanischen Länder, mit Ausnahme von Mexiko, beteiligten sich an der kriminellen Blockade, die bis heute andauert, ohne dass sich unser Land jemals ergeben hätte. Es ist wichtig, diejenigen daran zu erinnern, die kein historisches Gedächtnis haben.
In Januar 1986, die Idee ins Feld führend, dass Libyen den so genannten revolutionären Terrorismus vertrat, ordnete Reagan den Abbruch der wirtschaftlichen und kommerziellen Beziehungen mit diesem Land an.
Im Monat März haben Flugzeugträger im Golf von Syrte, der von Lybien als ein ihm zugehöriges Hoheitsgewässer angesehen wird, Angriffe durchgeführt, die die Vernichtung mehrerer Marine-Einheiten verursachten, die mit Raketenwerfern und Küstenradarsystemen ausgerüstet waren, die in der UdSSR erworben worden waren.
Am 5. April wurde eine Diskothek in Westberlin, die häufig von US-Soldaten besucht wurde, Opfer eines Plastikbomben-Anschlags, wo drei Personen, zwei davon nordamerikanische Militärs, ums Leben kamen und viele verletzt wurden.
Reagan beschuldigte Gaddafi und befahl, dass die Luftwaffe darauf antworten sollte. Drei Geschwader starteten von den Flugzeugträgern der VI. Flotte und Stützpunkten im Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland und griffen sieben militärische Ziele in Tripolis und Bengasi mit Raketen und Bomben an. Etwa vierzig Personen kamen ums Leben, 15 von ihnen Zivilisten. Vor dem Anflug der Bombenflugzeuge gewarnt, sammelte Gaddafi die Familie zusammen und schickte sich gerade an, seine Residenz im Militärkomplex von Bab Al Aziziyah südlich der Hauptstadt zu verlassen. Die Evakuierung war noch im Gange, als eine Rakete direkt in der Residenz einschlug. Seine Tochter Hanna starb und zwei weitere Söhne wurden verletzt. Diese Tat erfuhr eine starke Ablehnung; die UNO-Generalversammlung verabschiedete eine Resolution zur Verurteilung wegen Verletzung der UNO-Charta und des internationalen Rechts. Ebenso energisch äußerten sich die Bewegung der blockfreien Staaten, die Arabische Liga und die Organisation der Arabischen Einheit (OAU).
Am 21. Dezember 1988 ist eine Boeing 747 der Fluggesellschaft Pan Am, die von London nach New York flog, während des Fluges durch eine Bombenexplosion zerborsten. Die Reste sind auf die Ortschaft von Lockerbie gefallen, und die Tragödie kostete 270 Menschenopfer aus 21 Ländern.
Am Anfang hat die US-Regierung den Iran als Vergeltung für den Tod von 290 Personen aufgrund des Abschusses eines Airbusses ihrer staatlichen Fluglinie verdächtigt. Den US-amerikanischen Untersuchungen zufolge waren zwei Agenten des libyschen Geheimdienstes darin verwickelt. Ähnliche Anschuldigungen gegen Libyen wurden betreffs eines Flugzeuges der französischen Fluglinie auf der Strecke Brazzaville - N’Djamena - Paris vorgebracht, wo libysche Beamte beteiligt gewesen sein sollen, deren Auslieferung Gaddafi ablehnte. Die angeführten Ereignisse verneinte er kategorisch.
Unter Beteiligung von Reagan und Bush senior wurde eine finstere Legende über Gaddafi erfunden.
Seit 1975 bis zur letzten Phase der Reagan-Regierung hat sich Kuba seinen internationalistischen Pflichten in Angola und anderen afrikanischen Ländern gewidmet. Wir erfuhren über die sich entwickelnden Konflikte in Libyen und Umgebung dank der Lektüre oder durch Zeugenaussagen von Personen, die mit diesem Land oder mit der arabischen Welt sehr eng verbunden waren, sowie über die Meinungen zahlreicher Persönlichkeiten aus verschiedener Ländern, mit denen wir in jenen Jahren Kontakt hatten.
Viele bekannte afrikanische Führungspersönlichkeiten, mit denen Gaddafi enge Beziehungen hatte, versuchten Lösungen für die gespannten Beziehungen zwischen Libyen und dem Vereinigten Königreich zu finden.
Der Sicherheitsrat hat Sanktionen über Libyen verhängt, die aufgehoben wurden, nachdem Gaddafi akzeptierte, den zwei Angeklagten des über Schottland explodierten Flugzeuges unter bestimmten Bedingungen den Prozess zu machen.
Man begann, libysche Delegationen zu innereuropäischen Treffen einzuladen. Im Juli 1999 hat London nach einigen zusätzlichen Konzessionen die Wiederherstellung voller diplomatischer Beziehungen mit Libyen in die Wege geleitet.
Im September jenes Jahres akzeptierten die Minister der Europäischen Union, die im Jahr 1992 verhängten Handelsbeschränkungen aufzuheben.
Am 2. Dezember hat Massimo D’Alema, Premierminister von Italien, als erster den Besuch eines europäischen Regierungschefs in Libyen abgestattet.
Nach dem Verschwinden der UdSSR und des europäischen sozialistischen Lagers hat Gaddafi entschieden, die Forderungen der Vereinigten Staaten und der NATO zu akzeptieren.
Als ich Libyen im Mai 2001 besuchte, zeigte er mir die Ruinen des verräterischen Angriffs, mit dem Reagan seine Tochter ermordet hat und beinahe seine ganze Familie ausgelöscht hätte.
Anfang 2002 informierte das State Departement, dass es zu diplomatischen Gesprächen zwischen den Vereinigten Staaten und Libyen gekommen sei.
Im Mai war Libyen erneut auf die Liste der Staaten gesetzt worden, die den Terrorismus fördern, obwohl Präsident George W. Bush in seiner berühmten Rede im Januar über die Mitglieder der „Achse des Bösen“ dieses afrikanische Land nicht erwähnt hat.
Anfang 2003 hat der Sicherheitsrat der UNO die Sanktionen von 1992 gegen Libyen angesichts der Unterzeichnung des Wirtschaftsabkommens über Entschädigungen zwischen Libyen und den Antrag stellenden Ländern, d.h. dem Vereinigten Königreich und Frankreich, aufgehoben.
Noch vor Ende des Jahres 2003 kündigten Bush und Tony Blair eine Vereinbarung mit Libyen an, ein Land, das den Geheimdienstexperten des Vereinigten Königreiches und Washington die Unterlagen über seine Programme nicht konventioneller Waffen sowie über die ballistischen Raketen mit einer Reichweite von über als 300 km übergeben hat. Beamte aus beiden Ländern hatten bereits mehrere Einrichtungen besucht. Das war das Ergebnis mehrmonatiger Gespräche zwischen Tripolis und Washington, wie Bush selbst enthüllte.
Gaddafi hat seine Abrüstungsversprechen erfüllt. In wenigen Monaten hat Libyen die fünf Scud-C-Raketeneinheiten mit einer Reichweite von 800 km abgegeben und hunderte Scud-B-Raketen mit einer Reichweite, die die 300 km der Kurzstreckenverteidigungsraketen übertreffen.
Ab Oktober 2002 begann ein Besuchermarathon nach Tripolis: Berlusconi im Oktober 2002; José María Aznar im September 2003; Berlusconi erneut im Februar, August und Oktober 2004; Blair im März 2004; der Deutsche, Schröder, im Oktober jenes Jahres; Jacques Chirac im November 2004. Alle Welt war zufrieden. Mit Geld kann man alles erreichen.
Gaddafi hat Europa im Triumph durchreist. Er wurde 2004 von Romano Prodi, dem Vorsitzenden des Europarates in Brüssel empfangen. Im August jenes Jahres hat der libysche Führer Bush eingeladen, sein Land zu besuchen; Exxon Mobil, Chevron Texaco und Conoco Philips haben für die Wiederaufnahme der Rohölförderung einen Joint Venture abgeschlossen.
Im Mai 2006 kündigten die Vereinigen Staaten die Entfernung Libyens von der Liste terroristischer Staaten sowie die Aufnahme voller diplomatischer Beziehungen an.
In den Jahren 2006 und 2007 haben Frankreich und die Vereinigten Staaten Verträge über die friedliche Nutzung der Kernenergie unterzeichnet. Im Mai 2007 besuchte Blair Gaddafi in Syrte. Wie veröffentlicht wurde, hat British Petroleum einen “enorm wichtigen” Vertrag über die Erkundung von Gaslagerstätten unterzeichnet.
Im Dezember 2007 hat Gaddafi Frankreich zweimal besucht und Verträge über militärische und zivile Ausrüstung in Höhe von 10 Milliarden Euro unterzeichnet. Er besuchte auch Spanien, wo er sich mit dem Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero traf. Es wurden Verträge in Millionenhöhe mit wichtigen Ländern der NATO unterzeichnet.
Warum haben sich jetzt plötzlich die Botschaften der Vereinigten Staaten und der übrigen Mitgliedstaaten der NATO zurückgezogen?
Das alles ist äußerst merkwürdig.
George W. Bush, der Urheber des dummen Antiterror-Krieges, erklärte am 20. September 2001 den Kadetten von West Point Folgendes: „Unsere Sicherheit wird […] die von Ihnen angeführte militärische Kraft benötigen, eine Kraft, die in der Lage sein muss, unmittelbar jedweden dunklen Winkel der Welt anzugreifen. Unsere Sicherheit wird erfordern, dass wir zu einem präventiven Angriff bereit sind, wenn es nötig ist, unsere Freiheit […] und unser Leben verteidigen zu müssen.“
“Wir müssen terroristische Zellen in 60 oder mehr Ländern aufdecken […] Zusammen mit unseren Freunden und Verbündeten müssen wir uns der Ausbreitung solcher Regimes entgegen stellen, die den Terrorismus fördern, je nach dem, wie es jeder Fall verlangen wird.“
Was wird Obama über diese Rede denken?
Welche Maßnahmen wird der Sicherheitsrat über jene verhängen, die mehr als eine Million Zivillisten in Irak getötet haben und jene, die täglich Männer, Frauen und Kinder in Afghanistan ermorden, wo vor ein paar Tagen die aufgebrachte Bevölkerung auf die Straßen strömte, um gegen das Gemetzel an unschuldigen Kindern zu protestieren?
Eine Nachricht von AFP aus Kabul mit heutigem Datum, 9. März, veröffentlicht Folgendes: „Letztes Jahr gab es die meisten Toten unter den Zivilisten in den neun Kriegsjahren zwischen Taliban-Kämpfern und internationalen Truppen in Afghanistan, mit fast 2.800 Todesfällen, 15% mehr als im Jahr 2009“, legte am Mittwoch ein Bericht der UNO dar, der die Kosten an Menschenleben für die Bevölkerung bei diesem Konflikt betonte.“
„…der Aufstand der Taliban hat sich verstärkt und in den letzten Jahre an Boden gewonnen, mit Guerrilla-Aktionen, die über ihre traditionellen Bastionen im Süden und Osten weit hinausgehen.“
„Mit genau 2.777 getöteten Zivilisten im Jahr 2010 stieg die Zahl um 15% gegenüber 2009“, erläutert der gemeinsame Jahresbericht der Betreuungsmission der Vereinten Nationen in Afghanistan…“
„Präsident Barack Obama sprach am 3. März dem afghanischen Volk sein “tiefes Beileid” für die neun ums Leben gekommenen Kinder aus, ebenso wie es auch US-General David Petraeus, Oberbefehlshaber der ISAF-Truppen (International Security Assistance Force) und Verteidigungsminister Robert Gates getan haben.“
„…Der Bericht der UNAMA hebt hervor, dass die Zahl der getöteten Zivilisten im Jahr 2010 vier mal höher war als der im Kampf gefallenen Soldaten der internationalen Kräfte im selben Jahr.
Das Jahr 2010 war aus der Ferne gesehen mit 711 Todesfällen auch das tödlichste für die ausländischen Soldaten in den neun Kriegsjahren, womit bestätigt wird, dass sich die Guerrilla der Taliban verstärkt hat, trotz der 30.000 Mann Verstärkung aus den USA im letzten Jahr.“
Zehn Tage lang wurden in Genf und in den Vereinten Nationen mehr als 150 Reden über die Verletzungen der Menschenrechte gehalten, die Millionen Mal im Fernsehen, Rundfunk, Internet und in der Presse wiederholt wurden.
Der Außenminister Kubas, Bruno Rodríguez, äußerte am 1. März 2011 in seiner Rede vor den in Genf versammelten Außenministern Folgendes:
“Das menschliche Bewusstsein lehnt den Tod unschuldiger Personen unter jeglichen Umständen und an jeglichem Ort ab. Kuba teilt voll und ganz die Sorge der Welt über die Verluste an Zivilleben in Libyen und wünscht, dass dieses Volk eine friedliche und souveräne Lösung für diesen Bürgerkrieg findet, ohne jegliche ausländische Einmischung, und dass diese Lösung die Integrität dieser Nation garantiert.“
Einige der letzten Sätze seiner Rede waren kurz und bündig:
„Wenn das menschliche Grundrecht das Recht auf Leben ist, wird der Sicherheitsrat dann in der Lage sein, das Mitgliedsrecht der Staaten aufzuheben, die einen Krieg entfesseln?“
„Wird er die Mitgliedschaft der Staaten unterbrechen, die Militärhilfe finanzieren und liefern, wenn diese vom Empfängerstaat für massive, flagrante und systematische Verletzungen der Menschenrechten benutzt wird sowie für Angriffe gegen die Zivilbevölkerung, wie es in Palästina der Fall ist?
Wird er diese Maßnahme gegen die mächtigen Länder anwenden, die außergerichtliche Hinrichtungen mit Spitzentechnologie wie intelligenter Munition und unbemannten Flugzeugen im Staatsgebiet anderer Länder durchführen?
Was wird mit den Staaten passieren, die auf ihrem Staatsgebiet illegale, geheime Gefängnisse akzeptieren, den Verkehr von Geheimflügen mit entführten Personen bewilligen oder an Folterhandlungen teilnehmen?“
Wir teilen voll und ganz die mutige Haltung des bolivarianischen Anführers Hugo Chávez und der ALBA.
Wir sind gegen den inneren Krieg in Libyen, für den sofortigen Frieden und für die volle Respektierung des Lebens und der Rechte aller Bürger, ohne ausländische Einmischung, die nur zur Verlängerung des Konflikts führen und den Interessen der NATO dienen wird.
Fidel Castro Ruz
9. März 2011
21.35 Uhr
Mittwoch, 2. März 2011
Der unvermeidliche Krieg der NATO
Reflexionen des Genossen Fidel: Der unvermeidliche Krieg der NATO
Im Unterschied zu dem, was in Ägypten und Tunesien geschieht, nimmt Libyen den ersten Platz bei den Kennziffern der Humanentwicklung in Afrika ein und weist die höchste Lebenserwartung auf dem Kontinent auf. Dem Bildungs- und Gesundheitswesen widmet der Staat besondere Aufmerksamkeit. Das kulturelle Niveau der Bevölkerung ist zweifellos höher. Die Probleme liegen auf anderer Ebene. Der Bevölkerung mangelte es nicht an Lebensmitteln und unabdingbaren sozialen Dienstleistungen. Das Land benötigte viele ausländische Arbeitskräfte, um die ehrgeizigen Produktions- und Sozialpläne zu realisieren.
Deshalb gab Libyen hunderttausenden von Menschen aus Ägypten, Tunesien, China und anderen Ländern Arbeit. Es verfügte über enorme Einkommen und Reserven konvertierbarer Währungen auf den Banken der reichen Ländern, mit denen es Bedarfsgüter und sogar hoch entwickelte Waffen kaufte, die genau von denselben Ländern geliefert worden sind, die heute Libyen im Namen der Menschenrechte überfallen wollen.
Die riesige von den Massenmedien entfesselte Lügenkampagne verursachte eine große Verwirrung in der Weltöffentlichkeit. Die Zeit wird vergehen, bevor man genau rekonstruieren kann, was wirklich in Libyen geschehen ist, und bevor man die echten von den falschen Ereignissen unterscheiden kann, die verbreitet wurden.
Verantwortungsbewusste und angesehene Radiosender wie Telesur sahen sich gezwungen, Reporter und Kameramänner zu den Veranstaltungen sowohl der einen als auch der anderen Seite zu senden, um informieren zu können, was tatsächlich geschah.
Die Nachrichtenverbindungen waren unterbrochen, und die rechtschaffenen diplomatischen Beamten haben ihr Leben riskiert, in dem sie am Tage und in der Nacht durch die Straßen gelaufen sind, um die Aktivitäten zu beobachten und dann darüber zu berichten. Die USA und ihre Hauptverbündeten haben höchst ausgeklügelte Mittel benutzt, um entstellte Informationen über die Ereignisse zu verbreiten, aus denen man die Wahrheit herausfinden musste.
Zweifellos drückten die Gesichter der Jugendlichen, die in Bengasi demonstrierten, Männer und Frauen mit oder ohne Schleier, echte Entrüstung aus.
Man kann immer noch den Einfluss spüren, den die Stammesverbände in diesem arabischen Land spielen, obwohl 95% der Bevölkerung den muslimischen Glauben aufrichtig teilen.
Der Imperialismus und die NATO – ernsthaft über die revolutionäre Welle besorgt, die die arabischen Länder erfasst hat, wo ein großer Teil des Erdöls erzeugt wird, das die Konsumwirtschaften der entwickelten und reichen Ländern aufrecht erhält – versäumten es nicht, den inneren Konflikt in Libyen auszunutzen, um eine militärische Intervention zu voranzutreiben. Die Erklärungen der US-Regierung waren in diesem Sinne von Anfang an kategorisch.
Die Umstände konnten nicht vorteilhafter sein. In den Wahlen im November hat die republikanische Rechte dem Präsidenten Obama, ein Rhetorikexperte, einen harten Schlag versetzt.
Die faschistische Gruppe der “erfüllten Mission”, jetzt ideologisch von den Extremisten der Tea Party unterstützt, reduzierte die Möglichkeiten des jetzigen Präsidenten auf eine bloße dekorative Rolle, in der sogar sein Gesundheitsprogramm und der bezweifelte wirtschaftliche Aufschwung aufgrund des Haushaltsdefizits und des unkontrollierbaren Wachstums der Verschuldung der Öffentlichen Hand, die schon alle historischen Rekorde gebrochen hatten, in Gefahr waren.
Trotz der Lügenflut und der gewollten Verwirrung konnten die Vereinigten Staaten China und Russland nicht dazu verleiten, im Sicherheitsrat für eine militärische Intervention in Libyen zu stimmen, während es ihnen gelang, in der Menschenrechtskommission jene Ziele zu erreichen, die sie in diesem Moment anstrebten. Bezüglich einer militärischen Intervention erklärte die Staatsekretärin in ganz eindeutigen Worten, dass „keine Option ausgeschlossen sei“.
Es ist eine Tatsache, dass sich Libyen in einem Bürgerkrieg befindet, wie wir es voraus gesehen haben, und die Vereinten Nationen nichts tun konnten, um diesen zu verhindern, ausgenommen die Tatsache, dass ihr Generalsekretär selbst noch Öl ins Feuer gegossen hat.
Wahrscheinlich haben sich die Akteure aber nicht vorstellen können, dass die Führer des Aufstandes selbst in dieses komplizierte Thema eingriffen und erklärten, dass sie jegliche ausländische Intervention ablehnten.
Mehrere Nachrichtenagenturen informierten, dass Abdelhafiz Ghoga, Sprecher des Revolutionskomitees, am Montag, dem 28. Februar erklärte, dass „’die restlichen Gebiete Libyens vom libyschen Volk befreit werden’“.
„Für die Befreiung von Tripolis zählen wir auf die Armee“, sagte Ghoga bei der Verkündung der Bildung eines ‘Nationalen Rates’, in dem die Städte des Landes vertreten sein sollen, die sich in Händen der Aufständischen befinden.
„Was wir benötigen, sind geheimdienstliche Informationen, aber auf keinen Fall darf unsere Souveränität zu Luft, Land oder Wasser beeinträchtigt werden“, fügte er während eines Treffens mit Journalisten in dieser Stadt hinzu, die sich 1.000 km östlich von Tripolis befindet.
„Die Unnachgiebigkeit der Verantwortlichen der Opposition bezüglich der nationalen Souveränität spiegelte die spontan geäußerte Meinung vieler libyscher Bürger gegenüber der internationalen Presse in Bengasi wieder“, informierte eine Meldung der AFP-Agentur am vergangenen Montag.
Am selben Tag erklärte eine Professorin für Politikwissenschaften der Universität von Bengasi, Abeir Imneina:
„In Libyen gibt es ein sehr starkes Nationalgefühl.“
„Außerdem macht das Beispiel Irak der arabischen Welt Angst“, betont sie hinsichtlich der nordamerikanischen Invasion im Jahr 2003, die jenem Land, und schließlich übergreifend auf die anderen Länder der Region, die Demokratie bringen sollte; eine Hypothese, die durch die Tatsachen vollkommen widerlegt wurde.“
Die Professorin fährt fort:
„Wir wissen, was in Irak passierte. Das Land ist völlig instabil. und wir wollen auf keinen Fall denselben Weg gehen. Wir wollen nicht, dass die US-Amerikaner hierher kommen, und wir in eine Situation geraten, dann Gadafi hinterher weinen zu müssen“, sagte die Expertin.
Abeir Imneina zufolge „existiert auch das Gefühl, dass das unsere Revolution ist und es uns zusteht, sie zu verwirklichen.“
Wenige Stunden nach Veröffentlichung dieser Nachricht beeilten sich zwei der wichtigsten US-Presseorgane, The New York Times und The Washington Post, neue Versionen zum Thema zu verbreiten. Darüber berichtet die Presseagentur DPA am nächsten Tag, dem 1. März: „Die libysche Opposition könnte den Westen bitten, strategische Positionen der treuen Kräfte von Muamar el Gadafi aus der Luft zu bombardieren“, berichtet heute die US-Presse.
„Das Thema wird gerade innerhalb des libyschen Revolutionsrates diskutiert“, präzisieren The New York Times und The Washington Post in ihren Online-Versionen.
„The New York Times weist darauf hin, dass diese Diskussionen die wachsende Frustration der aufständischen Führer angesichts der Möglichkeit manifestieren, dass Gadafi die Macht wieder übernimmt.”
„Sollten diese Aktionen aus der Luft im Rahmen der Vereinten Nationen stattfinden, würden sie keine internationale Intervention implizieren“, erklärte ein Sprecher des Rates, der von The New York Times zitiert wurde.”
„Der Rat setzt sich aus Rechtsanwälten, Akademikern, Richtern und prominenten Mitgliedern der libyschen Gesellschaft zusammen.”
Die Nachricht bestätigt:
„The Washington Post zitierte Aufständische, die anerkannten, dass ohne westliche Unterstützung der Kampf gegen die Kräfte, die Gadafi die Treue halten, lange dauern und viele Menschenopfer kosten könnte.”
Es ist auffällig, dass in dieser Aufzählung kein einziger Arbeiter, Bauer, Bauarbeiter oder sonst jemand erwähnt wird, der mit der materiellen Produktion in Verbindung steht, oder ein junger Student oder Kämpfer aus den Reihen derer ist, die auf den Kundgebungen sind. Warum wird darauf bestanden, die Aufständischen als prominente Mitglieder der Gesellschaft darzustellen, die Bombardements von den USA und der NATO fordern, um Libyer zu töten?
Eines Tages wird man die Wahrheit erfahren, und zwar durch Personen wie die Professorin für Politikwissenschaften der Universität von Bengasi, die mit großer Beredsamkeit über die grausame Erfahrung im Irak berichtet, wo Millionen von Menschen getötet wurden, ihre Arbeit verloren haben bzw. emigrieren mussten.
Heute, am Mittwoch, dem 2. März, präsentiert die Agentur EFE den bekannten Sprecher der Aufständischen, der Erklärungen abgibt, die meines Erachtens die vom Montag bestätigen und ihnen zugleich widersprechen: “Bengasi (Libyen), 2. März. Die libysche aufständische Führung bittet den UNO-Sicherheitsrat um einen Luftangriff ‘auf die Söldner’ des Regimes von Muamar el Gadafi.
„Aufgrund der Rolle unserer Streitkräfte als reine Verteidigungsarmee kann diese die Söldner nicht angreifen“, behauptete der Sprecher der Rebellen, Abdelhafiz Ghoga, in einer Pressekonferenz in Bengasi.”
„Ein strategischer Luftangriff ist etwas anderes als eine ausländische Intervention, die lehnen wir ab“, bekräftigte der Sprecher der Oppositionskräfte, die sich stets gegen eine ausländische Militärintervention im libyschen Konflikt ausgesprochen haben”.
Welchem der zahlreichen imperialistischen Krieg würde dieser ähneln?
Dem von Spanien 1936, dem von Mussolini gegen Äthiopien 1935, dem von George W. Bush gegen den Irak 2003, oder einem von den Dutzenden von Kriegen, die von den USA gegen die Völker Lateinamerikas, von der Invasion in Mexiko 1846 bis zum Krieg gegen die Falklandinseln 1982 vom Zaun gebrochen wurden?
Selbstverständlich dürfen hierbei die söldnerische Invasion in der Schweinebucht, der schmutzige Krieg und die Blockade gegen unser Vaterland, die am kommenden 16. April 50 Jahre andauert, nicht unerwähnt bleiben.
In all diesen Kriegen, wie auch im Vietnamkrieg, der Millionen von Menschenleben kostete, regierten Rechtfertigungen und die zynischsten Maßnahmen.
Für diejenigen, die an der unvermeidlich stattfindenden Militärinvasion in Libyen zweifeln, betitelte die Nachrichtenagentur AP, die ich als eine gut informierte Agentur betrachte, eine Nachricht, die heute veröffentlicht wurde, in der bestätigt wird: „Die Mitgliedstaaten der Organisation des Nordatlantikpaktes (NATO) erarbeiten einen Einsatzplan und nehmen dafür als Vorlage die Flugsperrgebiete über dem Balkan von 1990, für den Fall, dass die internationale Staatengemeinschaft entscheidet, ein Luftembargo über Libyen zu verhängen“, sagten die Diplomaten.
In der Nachricht wird geschlussfolgert: „Die Beamten, deren Namen aufgrund dieses heiklen Themas nicht bekannt gegeben werden konnten, deuteten darauf hin, dass man Bewegungen aus den Flugsperrgebieten beobachtet, die 1993 von dem westlichen Militärbündnis mit Zustimmung des Sicherheitsrates über Bosnien verhängt worden waren, sowie auf die Bombardierungen seitens der NATO in Kosovo 1999, die keine SOLCHE ZUSTIMMUNG hatten”.
Fortsetzung folgt morgen.
Fidel Castro Ruz
2. März 2011
20.19 Uhr
Reflexionen des Genossen Fidel: Der unvermeidliche Krieg der NATO (Zweiter Teil)
Als Gaddafi, Oberst der libyschen Armee, inspiriert von seinem ägyptischen Kollegen Abdel Nasser, im Jahr 1969 im Alter von 27 Jahren König Idris I. stürzte, setzte er wichtige revolutionäre Maßnahmen wie die Agrarreform und die Verstaatlichung des Erdöls durch. Das wachsende Einkommen wurden der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung, vor allem dem Bildungs- und Gesundheitswesen der zahlenmäßig kleinen libyschen Bevölkerung zugeführt, die in einem enormen Wüstengebiet mit ganz wenig kultivierbarer Erde lebt.
Unter dieser Wüste gab es ein weites und tiefes Meer aus fossilem Wasser. Als ich eine experimentelle Anbaufläche sah, hatte ich den Eindruck, dass in Zukunft dieses Wasser wertvoller als das Erdöl sein könnte.
Der religiöse Glaube, gepredigt mit der den muslimischen Völkern eigenen Frömmigkeit, hat teilweise geholfen, die in diesem arabischen Land immer noch bestehenden starken Stammesbeziehungen auszugleichen.
Die libyschen Revolutionäre haben ihre eigenen Ideen über die juristischen und politischen Einrichtungen ausgearbeitet und umgesetzt, die Kuba, wie üblich, respektierte.
Wir haben uns jeglicher Meinung über die Konzeptionen der libyschen Führung enthalten.
Wir sehen ganz klar, dass die Hauptsorge der Vereinigen Staaten und der NATO nicht Libyen ist, sondern die in der arabischen Welt ausgelöste revolutionäre Welle, die sie unbedingt verhindern wollen.
Es ist eine unwiderlegbare Tatsache, dass die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und ihren Verbündeten aus der NATO mit Libyen in den letzten Jahre hervorragend waren, bis es zu jener Rebellion in Ägypten und Tunesien kam.
Bei den hochrangigen Treffen zwischen Libyen und den Führungskräften der NATO hatte keine der Seiten Probleme mit Gaddafi. Das Land war eine sichere Lieferquelle von hochwertigem Erdöl, Gas und sogar Kalium. Die unter ihnen in den ersten Jahrzehnten entstandenen Probleme waren überwunden worden.
Libyen öffnete sich ausländischen Investitionen in strategischen Zweigen wie der Produktion und dem Vertrieb von Erdöl.
Die Privatisierung ist in viele öffentliche Unternehmen vorgedrungen. Der Internationale Währungsfonds hat eine positive Rolle bei der Umsetzung dieser Transaktionen gespielt.
Logischerweise überschüttete Aznar Gaddafi mit Lob, später auch Blair, Berlusconi, Sarkozy, Zapatero, und sogar mein Freund, der spanische König, defilierten vor dem spöttischen Blick des libyschen Führers. Sie waren zufrieden.
Es könnte so aussehen, dass ich mich darüber lustig mache, aber dem ist nicht so. Ich frage mich nur, warum sie jetzt Libyen überfallen und Gaddafi vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag bringen wollen.
Sie beschuldigen ihn rund um die Uhr, auf unbewaffnete, protestierende Bürger geschossen zu haben. Warum erklären sie der Welt nicht, dass die Waffen und vor allem die hoch entwickelten Repressionsmittel, die Libyen besitzt, von den Vereinigten Staaten, Großbritannien und anderen bedeutenden Gastgebern Gaddafis geliefert wurden?
Ich bin gegen den Zynismus und die Lügen, mit denen man jetzt die Invasion und Besetzung Libyens rechtfertigen will.
Im Mai 2001 habe ich Gaddafi das letzte Mal besucht, 15 Jahre nach dem Reagan seine ziemlich bescheidene Residenz angegriffen hatte, und wohin er mich mitnahm, um mir zeigen, was davon übrig geblieben war. Sie war einem direkten Einschlag aus der Luft ausgesetzt worden und war beträchtlich zerstört; seine kleine Tochter, drei Jahre alt, kam während des Angriffs ums Leben: sie wurde von Ronald Reagan ermordet. Da gab es keine vorherige Abstimmung mit der NATO, der Menschenrechtskommission oder dem Sicherheitsrat.
Mein davor liegender Besuch hat 1977 stattgefunden, acht Jahre nach dem Beginn des revolutionären Prozesses in Libyen. Ich besuchte Tripolis, nahm am libyschen Volkskongress in Sebha teil, besichtigte die ersten landwirtschaftlichen Versuche mit dem Wasser aus diesem unermesslichen Meer fossiler Gewässer, lernte Bengasi kennen und wurde herzlich empfangen. Es handelte sich um ein legendäres Land mit historischen Kämpfen im letzten Weltkrieg. Es hatte damals noch nicht einmal sechs Millionen Einwohner und seine enormen Vorkommen an leichtem Erdöl und fossilem Wasser waren noch nicht bekannt. Die ehemaligen portugiesischen Kolonien in Afrika waren gerade befreit worden.
In Angola haben wir 15 Jahre lang gegen die von den Vereinigten Staaten auf Stammesbasis organisierten Söldnerbanden sowie gegen die Regierung von Mobutu und die gut ausgerüstete und trainierte rassistische Apartheid-Armee gekämpft. Diese hat den Anweisungen der Vereinigten Staaten zufolge, wie man heutzutage weiß, Angola überfallen, um dessen Unabhängigkeit im Jahr 1975 zu verhindern, und sie sind mit ihren motorisierten Kräften bis in die Nähe von Luanda vorgedrungen. Mehrere kubanische Ausbilder sind bei dieser brutalen Invasion ums Leben gekommen. Umgehend wurden die nötigen Ausrüstungen geschickt.
Die Rassisten, durch die internationalistischen kubanischen und angolanischen Truppen bis an die Grenze zu Namibia zurückgetrieben, das von Südafrika besetzt war, hatten 13 Jahre lang die Aufgabe, den revolutionären Prozess in Angola zu beseitigen.
Mit Unterstützung der Vereinigten Staaten und Israels haben sie Kernwaffen entwickelt. Sie besaßen diese Bewaffnung bereits, als die kubanischen und angolanischen Truppen deren Land- und Luftkräfte in Cuito Cuanavale besiegten, in dem sie das Risiko auf sich nahmen, konventionelle Taktiken und Mittel einsetzten, um in Richtung Namibia vorzudringen, wo die Apartheid-Truppen Widerstand leisteten. Zwei mal in ihrer Geschichte standen unsere Streitkräfte vor dem Risiko, mit Atomwaffen angegriffen zu werden: im Oktober 1962 und im Süden von Angola, aber in dem zweiten Fall hätten nicht einmal jene Waffen, die Südafrika besaß, die Niederlage verhindern können, die das Ende des gehassten Systems einläutete. Die Dinge ereigneten sich während der Regierungszeit von Ronald Reagan in den Vereinigten Staaten und Pieter Botha in Südafrika.
Davon und über die hunderttausende Leben, die das imperialistische Abenteuer kostete, spricht niemand.
Ich bedauere, an diese Tatsachen erinnern zu müssen, da jetzt den arabischen Ländern große Gefahr, weil sie nicht weiter Opfer der Ausplünderung und Unterdrückung sein wollen.
Die Revolution in der arabischen Welt, die von den Vereinigten Staaten und der NATO so gefürchtet wird, wird von denen gemacht, die keine Rechte besitzen gegenüber jenen, die alle Privilegien haben, und wird deshalb noch tiefgreifender sein als die Revolution von 1789 in Europa, die mit dem Sturm auf die Bastille ausgelöst wurde.
Nicht einmal Louis XIV., als er verkündete, er sei der Staat, hatte solche Privilegien wie heute König Abdullah in Saudi-Arabien, auch nicht den unermesslichen Reichtum unter der Oberfläche dieses fast vollständig aus Wüste bestehenden Landes, wo die transnationalen Unternehmen der Yankees über die Förderung und somit weltweit über den Erdölpreis entscheiden.
Seit der Krise in Libyen erhöhte sich die Förderung in Saudi-Arabien auf eine Million Barrels täglich, mit minimalen Kosten, und damit steigen die Einnahmen dieses Landes und derer, die es kontrollieren, auf eine Milliarde US-Dollar täglich.
Trotzdem soll niemand denken, dass das saudiarabische Volk in Geld schwimmt. Die Meldungen über die Lebensbedingungen vieler Arbeiter im Bauwesen und in anderen Zweigen, die 13 und 14 Stunden täglich für armselige Löhne arbeiten müssen, sind beeindruckend.
Erschreckt durch die revolutionäre Welle, die das herrschende Ausplünderungssystem erschüttert, und nachdem, was mit den Arbeitern in Ägypten und Tunesien passierte, aber auch mit den arbeitslosen Jugendlichen in Jordanien, in den besetzten Gebiete von Palästina, Jemen, und sogar in Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten, wo die Einkommen höher sind, steht die hohe saudiarabische Hierarchie unter dem Eindruck der Ereignisse.
Anders als damals bekommen die arabischen Völker heute unmittelbar die Information über die Ereignisse, auch wenn diese stark manipuliert sind.
Das schlimmste für den Status quo der privilegierten Schichten ist, dass die erbitterten Ereignisse mit einer beträchtlichen Erhöhung der Nahrungsmittelpreise und der zerstörerischen Wirkung des Klimawandels zusammen fallen, während die Vereinigten Staaten, der größte Maisproduzent der Welt, 40 Prozent dieses subventionierten Produkts und einen wichtigen Teil der Sojabohnen für die Produktion von Biokraftstoff- benutzen, um ihre Autos zu füttern. Sicherlich kann Lester Brown, der am besten informierte nordamerikanische Ökologe der Welt über landwirtschaftliche Produkte, uns eine Idee über die jetzige Nahrungsmittelsituation vermitteln.
Der bolivarianische Präsident, Hugo Chávez, unternimmt alle denkbaren Bemühung, um eine Lösung ohne eine Intervention der NATO in Libyen zu finden. Seine Möglichkeiten, dieses Ziel zu erreichen, könnten größer sein, wenn er eine weit verzweigte Meinungsbewegung vor und nicht erst nach der Intervention schaffte, damit die Völker die grässliche Erfahrung in Irak sich nicht in anderen Ländern wiederholen sehen.
Ende der Reflexion.
Fidel Castro Ruz
3. März 2011
22.32 Uhr
Im Unterschied zu dem, was in Ägypten und Tunesien geschieht, nimmt Libyen den ersten Platz bei den Kennziffern der Humanentwicklung in Afrika ein und weist die höchste Lebenserwartung auf dem Kontinent auf. Dem Bildungs- und Gesundheitswesen widmet der Staat besondere Aufmerksamkeit. Das kulturelle Niveau der Bevölkerung ist zweifellos höher. Die Probleme liegen auf anderer Ebene. Der Bevölkerung mangelte es nicht an Lebensmitteln und unabdingbaren sozialen Dienstleistungen. Das Land benötigte viele ausländische Arbeitskräfte, um die ehrgeizigen Produktions- und Sozialpläne zu realisieren.
Deshalb gab Libyen hunderttausenden von Menschen aus Ägypten, Tunesien, China und anderen Ländern Arbeit. Es verfügte über enorme Einkommen und Reserven konvertierbarer Währungen auf den Banken der reichen Ländern, mit denen es Bedarfsgüter und sogar hoch entwickelte Waffen kaufte, die genau von denselben Ländern geliefert worden sind, die heute Libyen im Namen der Menschenrechte überfallen wollen.
Die riesige von den Massenmedien entfesselte Lügenkampagne verursachte eine große Verwirrung in der Weltöffentlichkeit. Die Zeit wird vergehen, bevor man genau rekonstruieren kann, was wirklich in Libyen geschehen ist, und bevor man die echten von den falschen Ereignissen unterscheiden kann, die verbreitet wurden.
Verantwortungsbewusste und angesehene Radiosender wie Telesur sahen sich gezwungen, Reporter und Kameramänner zu den Veranstaltungen sowohl der einen als auch der anderen Seite zu senden, um informieren zu können, was tatsächlich geschah.
Die Nachrichtenverbindungen waren unterbrochen, und die rechtschaffenen diplomatischen Beamten haben ihr Leben riskiert, in dem sie am Tage und in der Nacht durch die Straßen gelaufen sind, um die Aktivitäten zu beobachten und dann darüber zu berichten. Die USA und ihre Hauptverbündeten haben höchst ausgeklügelte Mittel benutzt, um entstellte Informationen über die Ereignisse zu verbreiten, aus denen man die Wahrheit herausfinden musste.
Zweifellos drückten die Gesichter der Jugendlichen, die in Bengasi demonstrierten, Männer und Frauen mit oder ohne Schleier, echte Entrüstung aus.
Man kann immer noch den Einfluss spüren, den die Stammesverbände in diesem arabischen Land spielen, obwohl 95% der Bevölkerung den muslimischen Glauben aufrichtig teilen.
Der Imperialismus und die NATO – ernsthaft über die revolutionäre Welle besorgt, die die arabischen Länder erfasst hat, wo ein großer Teil des Erdöls erzeugt wird, das die Konsumwirtschaften der entwickelten und reichen Ländern aufrecht erhält – versäumten es nicht, den inneren Konflikt in Libyen auszunutzen, um eine militärische Intervention zu voranzutreiben. Die Erklärungen der US-Regierung waren in diesem Sinne von Anfang an kategorisch.
Die Umstände konnten nicht vorteilhafter sein. In den Wahlen im November hat die republikanische Rechte dem Präsidenten Obama, ein Rhetorikexperte, einen harten Schlag versetzt.
Die faschistische Gruppe der “erfüllten Mission”, jetzt ideologisch von den Extremisten der Tea Party unterstützt, reduzierte die Möglichkeiten des jetzigen Präsidenten auf eine bloße dekorative Rolle, in der sogar sein Gesundheitsprogramm und der bezweifelte wirtschaftliche Aufschwung aufgrund des Haushaltsdefizits und des unkontrollierbaren Wachstums der Verschuldung der Öffentlichen Hand, die schon alle historischen Rekorde gebrochen hatten, in Gefahr waren.
Trotz der Lügenflut und der gewollten Verwirrung konnten die Vereinigten Staaten China und Russland nicht dazu verleiten, im Sicherheitsrat für eine militärische Intervention in Libyen zu stimmen, während es ihnen gelang, in der Menschenrechtskommission jene Ziele zu erreichen, die sie in diesem Moment anstrebten. Bezüglich einer militärischen Intervention erklärte die Staatsekretärin in ganz eindeutigen Worten, dass „keine Option ausgeschlossen sei“.
Es ist eine Tatsache, dass sich Libyen in einem Bürgerkrieg befindet, wie wir es voraus gesehen haben, und die Vereinten Nationen nichts tun konnten, um diesen zu verhindern, ausgenommen die Tatsache, dass ihr Generalsekretär selbst noch Öl ins Feuer gegossen hat.
Wahrscheinlich haben sich die Akteure aber nicht vorstellen können, dass die Führer des Aufstandes selbst in dieses komplizierte Thema eingriffen und erklärten, dass sie jegliche ausländische Intervention ablehnten.
Mehrere Nachrichtenagenturen informierten, dass Abdelhafiz Ghoga, Sprecher des Revolutionskomitees, am Montag, dem 28. Februar erklärte, dass „’die restlichen Gebiete Libyens vom libyschen Volk befreit werden’“.
„Für die Befreiung von Tripolis zählen wir auf die Armee“, sagte Ghoga bei der Verkündung der Bildung eines ‘Nationalen Rates’, in dem die Städte des Landes vertreten sein sollen, die sich in Händen der Aufständischen befinden.
„Was wir benötigen, sind geheimdienstliche Informationen, aber auf keinen Fall darf unsere Souveränität zu Luft, Land oder Wasser beeinträchtigt werden“, fügte er während eines Treffens mit Journalisten in dieser Stadt hinzu, die sich 1.000 km östlich von Tripolis befindet.
„Die Unnachgiebigkeit der Verantwortlichen der Opposition bezüglich der nationalen Souveränität spiegelte die spontan geäußerte Meinung vieler libyscher Bürger gegenüber der internationalen Presse in Bengasi wieder“, informierte eine Meldung der AFP-Agentur am vergangenen Montag.
Am selben Tag erklärte eine Professorin für Politikwissenschaften der Universität von Bengasi, Abeir Imneina:
„In Libyen gibt es ein sehr starkes Nationalgefühl.“
„Außerdem macht das Beispiel Irak der arabischen Welt Angst“, betont sie hinsichtlich der nordamerikanischen Invasion im Jahr 2003, die jenem Land, und schließlich übergreifend auf die anderen Länder der Region, die Demokratie bringen sollte; eine Hypothese, die durch die Tatsachen vollkommen widerlegt wurde.“
Die Professorin fährt fort:
„Wir wissen, was in Irak passierte. Das Land ist völlig instabil. und wir wollen auf keinen Fall denselben Weg gehen. Wir wollen nicht, dass die US-Amerikaner hierher kommen, und wir in eine Situation geraten, dann Gadafi hinterher weinen zu müssen“, sagte die Expertin.
Abeir Imneina zufolge „existiert auch das Gefühl, dass das unsere Revolution ist und es uns zusteht, sie zu verwirklichen.“
Wenige Stunden nach Veröffentlichung dieser Nachricht beeilten sich zwei der wichtigsten US-Presseorgane, The New York Times und The Washington Post, neue Versionen zum Thema zu verbreiten. Darüber berichtet die Presseagentur DPA am nächsten Tag, dem 1. März: „Die libysche Opposition könnte den Westen bitten, strategische Positionen der treuen Kräfte von Muamar el Gadafi aus der Luft zu bombardieren“, berichtet heute die US-Presse.
„Das Thema wird gerade innerhalb des libyschen Revolutionsrates diskutiert“, präzisieren The New York Times und The Washington Post in ihren Online-Versionen.
„The New York Times weist darauf hin, dass diese Diskussionen die wachsende Frustration der aufständischen Führer angesichts der Möglichkeit manifestieren, dass Gadafi die Macht wieder übernimmt.”
„Sollten diese Aktionen aus der Luft im Rahmen der Vereinten Nationen stattfinden, würden sie keine internationale Intervention implizieren“, erklärte ein Sprecher des Rates, der von The New York Times zitiert wurde.”
„Der Rat setzt sich aus Rechtsanwälten, Akademikern, Richtern und prominenten Mitgliedern der libyschen Gesellschaft zusammen.”
Die Nachricht bestätigt:
„The Washington Post zitierte Aufständische, die anerkannten, dass ohne westliche Unterstützung der Kampf gegen die Kräfte, die Gadafi die Treue halten, lange dauern und viele Menschenopfer kosten könnte.”
Es ist auffällig, dass in dieser Aufzählung kein einziger Arbeiter, Bauer, Bauarbeiter oder sonst jemand erwähnt wird, der mit der materiellen Produktion in Verbindung steht, oder ein junger Student oder Kämpfer aus den Reihen derer ist, die auf den Kundgebungen sind. Warum wird darauf bestanden, die Aufständischen als prominente Mitglieder der Gesellschaft darzustellen, die Bombardements von den USA und der NATO fordern, um Libyer zu töten?
Eines Tages wird man die Wahrheit erfahren, und zwar durch Personen wie die Professorin für Politikwissenschaften der Universität von Bengasi, die mit großer Beredsamkeit über die grausame Erfahrung im Irak berichtet, wo Millionen von Menschen getötet wurden, ihre Arbeit verloren haben bzw. emigrieren mussten.
Heute, am Mittwoch, dem 2. März, präsentiert die Agentur EFE den bekannten Sprecher der Aufständischen, der Erklärungen abgibt, die meines Erachtens die vom Montag bestätigen und ihnen zugleich widersprechen: “Bengasi (Libyen), 2. März. Die libysche aufständische Führung bittet den UNO-Sicherheitsrat um einen Luftangriff ‘auf die Söldner’ des Regimes von Muamar el Gadafi.
„Aufgrund der Rolle unserer Streitkräfte als reine Verteidigungsarmee kann diese die Söldner nicht angreifen“, behauptete der Sprecher der Rebellen, Abdelhafiz Ghoga, in einer Pressekonferenz in Bengasi.”
„Ein strategischer Luftangriff ist etwas anderes als eine ausländische Intervention, die lehnen wir ab“, bekräftigte der Sprecher der Oppositionskräfte, die sich stets gegen eine ausländische Militärintervention im libyschen Konflikt ausgesprochen haben”.
Welchem der zahlreichen imperialistischen Krieg würde dieser ähneln?
Dem von Spanien 1936, dem von Mussolini gegen Äthiopien 1935, dem von George W. Bush gegen den Irak 2003, oder einem von den Dutzenden von Kriegen, die von den USA gegen die Völker Lateinamerikas, von der Invasion in Mexiko 1846 bis zum Krieg gegen die Falklandinseln 1982 vom Zaun gebrochen wurden?
Selbstverständlich dürfen hierbei die söldnerische Invasion in der Schweinebucht, der schmutzige Krieg und die Blockade gegen unser Vaterland, die am kommenden 16. April 50 Jahre andauert, nicht unerwähnt bleiben.
In all diesen Kriegen, wie auch im Vietnamkrieg, der Millionen von Menschenleben kostete, regierten Rechtfertigungen und die zynischsten Maßnahmen.
Für diejenigen, die an der unvermeidlich stattfindenden Militärinvasion in Libyen zweifeln, betitelte die Nachrichtenagentur AP, die ich als eine gut informierte Agentur betrachte, eine Nachricht, die heute veröffentlicht wurde, in der bestätigt wird: „Die Mitgliedstaaten der Organisation des Nordatlantikpaktes (NATO) erarbeiten einen Einsatzplan und nehmen dafür als Vorlage die Flugsperrgebiete über dem Balkan von 1990, für den Fall, dass die internationale Staatengemeinschaft entscheidet, ein Luftembargo über Libyen zu verhängen“, sagten die Diplomaten.
In der Nachricht wird geschlussfolgert: „Die Beamten, deren Namen aufgrund dieses heiklen Themas nicht bekannt gegeben werden konnten, deuteten darauf hin, dass man Bewegungen aus den Flugsperrgebieten beobachtet, die 1993 von dem westlichen Militärbündnis mit Zustimmung des Sicherheitsrates über Bosnien verhängt worden waren, sowie auf die Bombardierungen seitens der NATO in Kosovo 1999, die keine SOLCHE ZUSTIMMUNG hatten”.
Fortsetzung folgt morgen.
Fidel Castro Ruz
2. März 2011
20.19 Uhr
Reflexionen des Genossen Fidel: Der unvermeidliche Krieg der NATO (Zweiter Teil)
Als Gaddafi, Oberst der libyschen Armee, inspiriert von seinem ägyptischen Kollegen Abdel Nasser, im Jahr 1969 im Alter von 27 Jahren König Idris I. stürzte, setzte er wichtige revolutionäre Maßnahmen wie die Agrarreform und die Verstaatlichung des Erdöls durch. Das wachsende Einkommen wurden der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung, vor allem dem Bildungs- und Gesundheitswesen der zahlenmäßig kleinen libyschen Bevölkerung zugeführt, die in einem enormen Wüstengebiet mit ganz wenig kultivierbarer Erde lebt.
Unter dieser Wüste gab es ein weites und tiefes Meer aus fossilem Wasser. Als ich eine experimentelle Anbaufläche sah, hatte ich den Eindruck, dass in Zukunft dieses Wasser wertvoller als das Erdöl sein könnte.
Der religiöse Glaube, gepredigt mit der den muslimischen Völkern eigenen Frömmigkeit, hat teilweise geholfen, die in diesem arabischen Land immer noch bestehenden starken Stammesbeziehungen auszugleichen.
Die libyschen Revolutionäre haben ihre eigenen Ideen über die juristischen und politischen Einrichtungen ausgearbeitet und umgesetzt, die Kuba, wie üblich, respektierte.
Wir haben uns jeglicher Meinung über die Konzeptionen der libyschen Führung enthalten.
Wir sehen ganz klar, dass die Hauptsorge der Vereinigen Staaten und der NATO nicht Libyen ist, sondern die in der arabischen Welt ausgelöste revolutionäre Welle, die sie unbedingt verhindern wollen.
Es ist eine unwiderlegbare Tatsache, dass die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und ihren Verbündeten aus der NATO mit Libyen in den letzten Jahre hervorragend waren, bis es zu jener Rebellion in Ägypten und Tunesien kam.
Bei den hochrangigen Treffen zwischen Libyen und den Führungskräften der NATO hatte keine der Seiten Probleme mit Gaddafi. Das Land war eine sichere Lieferquelle von hochwertigem Erdöl, Gas und sogar Kalium. Die unter ihnen in den ersten Jahrzehnten entstandenen Probleme waren überwunden worden.
Libyen öffnete sich ausländischen Investitionen in strategischen Zweigen wie der Produktion und dem Vertrieb von Erdöl.
Die Privatisierung ist in viele öffentliche Unternehmen vorgedrungen. Der Internationale Währungsfonds hat eine positive Rolle bei der Umsetzung dieser Transaktionen gespielt.
Logischerweise überschüttete Aznar Gaddafi mit Lob, später auch Blair, Berlusconi, Sarkozy, Zapatero, und sogar mein Freund, der spanische König, defilierten vor dem spöttischen Blick des libyschen Führers. Sie waren zufrieden.
Es könnte so aussehen, dass ich mich darüber lustig mache, aber dem ist nicht so. Ich frage mich nur, warum sie jetzt Libyen überfallen und Gaddafi vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag bringen wollen.
Sie beschuldigen ihn rund um die Uhr, auf unbewaffnete, protestierende Bürger geschossen zu haben. Warum erklären sie der Welt nicht, dass die Waffen und vor allem die hoch entwickelten Repressionsmittel, die Libyen besitzt, von den Vereinigten Staaten, Großbritannien und anderen bedeutenden Gastgebern Gaddafis geliefert wurden?
Ich bin gegen den Zynismus und die Lügen, mit denen man jetzt die Invasion und Besetzung Libyens rechtfertigen will.
Im Mai 2001 habe ich Gaddafi das letzte Mal besucht, 15 Jahre nach dem Reagan seine ziemlich bescheidene Residenz angegriffen hatte, und wohin er mich mitnahm, um mir zeigen, was davon übrig geblieben war. Sie war einem direkten Einschlag aus der Luft ausgesetzt worden und war beträchtlich zerstört; seine kleine Tochter, drei Jahre alt, kam während des Angriffs ums Leben: sie wurde von Ronald Reagan ermordet. Da gab es keine vorherige Abstimmung mit der NATO, der Menschenrechtskommission oder dem Sicherheitsrat.
Mein davor liegender Besuch hat 1977 stattgefunden, acht Jahre nach dem Beginn des revolutionären Prozesses in Libyen. Ich besuchte Tripolis, nahm am libyschen Volkskongress in Sebha teil, besichtigte die ersten landwirtschaftlichen Versuche mit dem Wasser aus diesem unermesslichen Meer fossiler Gewässer, lernte Bengasi kennen und wurde herzlich empfangen. Es handelte sich um ein legendäres Land mit historischen Kämpfen im letzten Weltkrieg. Es hatte damals noch nicht einmal sechs Millionen Einwohner und seine enormen Vorkommen an leichtem Erdöl und fossilem Wasser waren noch nicht bekannt. Die ehemaligen portugiesischen Kolonien in Afrika waren gerade befreit worden.
In Angola haben wir 15 Jahre lang gegen die von den Vereinigten Staaten auf Stammesbasis organisierten Söldnerbanden sowie gegen die Regierung von Mobutu und die gut ausgerüstete und trainierte rassistische Apartheid-Armee gekämpft. Diese hat den Anweisungen der Vereinigten Staaten zufolge, wie man heutzutage weiß, Angola überfallen, um dessen Unabhängigkeit im Jahr 1975 zu verhindern, und sie sind mit ihren motorisierten Kräften bis in die Nähe von Luanda vorgedrungen. Mehrere kubanische Ausbilder sind bei dieser brutalen Invasion ums Leben gekommen. Umgehend wurden die nötigen Ausrüstungen geschickt.
Die Rassisten, durch die internationalistischen kubanischen und angolanischen Truppen bis an die Grenze zu Namibia zurückgetrieben, das von Südafrika besetzt war, hatten 13 Jahre lang die Aufgabe, den revolutionären Prozess in Angola zu beseitigen.
Mit Unterstützung der Vereinigten Staaten und Israels haben sie Kernwaffen entwickelt. Sie besaßen diese Bewaffnung bereits, als die kubanischen und angolanischen Truppen deren Land- und Luftkräfte in Cuito Cuanavale besiegten, in dem sie das Risiko auf sich nahmen, konventionelle Taktiken und Mittel einsetzten, um in Richtung Namibia vorzudringen, wo die Apartheid-Truppen Widerstand leisteten. Zwei mal in ihrer Geschichte standen unsere Streitkräfte vor dem Risiko, mit Atomwaffen angegriffen zu werden: im Oktober 1962 und im Süden von Angola, aber in dem zweiten Fall hätten nicht einmal jene Waffen, die Südafrika besaß, die Niederlage verhindern können, die das Ende des gehassten Systems einläutete. Die Dinge ereigneten sich während der Regierungszeit von Ronald Reagan in den Vereinigten Staaten und Pieter Botha in Südafrika.
Davon und über die hunderttausende Leben, die das imperialistische Abenteuer kostete, spricht niemand.
Ich bedauere, an diese Tatsachen erinnern zu müssen, da jetzt den arabischen Ländern große Gefahr, weil sie nicht weiter Opfer der Ausplünderung und Unterdrückung sein wollen.
Die Revolution in der arabischen Welt, die von den Vereinigten Staaten und der NATO so gefürchtet wird, wird von denen gemacht, die keine Rechte besitzen gegenüber jenen, die alle Privilegien haben, und wird deshalb noch tiefgreifender sein als die Revolution von 1789 in Europa, die mit dem Sturm auf die Bastille ausgelöst wurde.
Nicht einmal Louis XIV., als er verkündete, er sei der Staat, hatte solche Privilegien wie heute König Abdullah in Saudi-Arabien, auch nicht den unermesslichen Reichtum unter der Oberfläche dieses fast vollständig aus Wüste bestehenden Landes, wo die transnationalen Unternehmen der Yankees über die Förderung und somit weltweit über den Erdölpreis entscheiden.
Seit der Krise in Libyen erhöhte sich die Förderung in Saudi-Arabien auf eine Million Barrels täglich, mit minimalen Kosten, und damit steigen die Einnahmen dieses Landes und derer, die es kontrollieren, auf eine Milliarde US-Dollar täglich.
Trotzdem soll niemand denken, dass das saudiarabische Volk in Geld schwimmt. Die Meldungen über die Lebensbedingungen vieler Arbeiter im Bauwesen und in anderen Zweigen, die 13 und 14 Stunden täglich für armselige Löhne arbeiten müssen, sind beeindruckend.
Erschreckt durch die revolutionäre Welle, die das herrschende Ausplünderungssystem erschüttert, und nachdem, was mit den Arbeitern in Ägypten und Tunesien passierte, aber auch mit den arbeitslosen Jugendlichen in Jordanien, in den besetzten Gebiete von Palästina, Jemen, und sogar in Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten, wo die Einkommen höher sind, steht die hohe saudiarabische Hierarchie unter dem Eindruck der Ereignisse.
Anders als damals bekommen die arabischen Völker heute unmittelbar die Information über die Ereignisse, auch wenn diese stark manipuliert sind.
Das schlimmste für den Status quo der privilegierten Schichten ist, dass die erbitterten Ereignisse mit einer beträchtlichen Erhöhung der Nahrungsmittelpreise und der zerstörerischen Wirkung des Klimawandels zusammen fallen, während die Vereinigten Staaten, der größte Maisproduzent der Welt, 40 Prozent dieses subventionierten Produkts und einen wichtigen Teil der Sojabohnen für die Produktion von Biokraftstoff- benutzen, um ihre Autos zu füttern. Sicherlich kann Lester Brown, der am besten informierte nordamerikanische Ökologe der Welt über landwirtschaftliche Produkte, uns eine Idee über die jetzige Nahrungsmittelsituation vermitteln.
Der bolivarianische Präsident, Hugo Chávez, unternimmt alle denkbaren Bemühung, um eine Lösung ohne eine Intervention der NATO in Libyen zu finden. Seine Möglichkeiten, dieses Ziel zu erreichen, könnten größer sein, wenn er eine weit verzweigte Meinungsbewegung vor und nicht erst nach der Intervention schaffte, damit die Völker die grässliche Erfahrung in Irak sich nicht in anderen Ländern wiederholen sehen.
Ende der Reflexion.
Fidel Castro Ruz
3. März 2011
22.32 Uhr
Montag, 21. Februar 2011
Die NATO plant Libyen zu besetzen
Reflexionen des Genossen Fidel: Die NATO plant Libyen zu besetzen
Das Erdöl wurde zum hauptsächlichen Reichtum in den Händen der großen US-Transnationalen; mit dieser Energiequelle haben sie über ein Instrument verfügt, die ihre politische Macht auf der Welt deutlich erhöhte. Das war ihre Hauptwaffe, als sie beschlossen, die Kubanische Revolution einfach zu liquidieren, sobald die ersten gerechten und souveränen Gesetze in unserem Vaterland verkündet wurden, d.h., uns das Erdöl wegzunehmen.
Auf der Grundlage dieser Energiequelle hat sich die heutige Zivilisation entwickelt. Venezuela war das Land in dieser Hemisphäre, das den höchsten Preis bezahlte. Die Vereinigten Staaten bemächtigten sich der enormen Vorkommen, mit denen dieses Bruderland von der Natur gesegnet worden ist.
Nach dem Ende des letzten Weltkriegs begann die Erdölförderung im Iran, in Saudi-Arabien, im Irak und in den umliegenden arabischen Ländern. Diese wurden zu den Hauptlieferanten. Der Weltverbrauch steigerte sich bis zu der fabulösen Menge von ungefähr 80 Millionen Barrels täglich, einschließlich der Fördermenge in den Vereinigten Staaten, zu der in jüngster Zeit noch Gas, Wasserkraft- und Kernenergie hinzu kamen. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war Kohle die Hauptenergiequelle, die die industrielle Entwicklung ermöglichte, bevor man Milliarden von Autos und Motoren herstellte, die flüssigen Kraftstoff verbrauchen.
Die Verschwendung des Erdöls und des Gases sind mit einer der größten Tragödien der Menschheit verbunden, mit dem Klimawandel.
Als unsere Revolution ihren Anfang nahm, waren Algerien, Libyen und Ägypten noch keine Erdölproduzenten, und ein großer Teil der reichlichen Vorkommen von Saudi-Arabien, Irak, Iran und der Vereinigten Arabischen Emirate war noch nicht entdeckt.
Im Dezember 1951 war Libyen das erste afrikanische Land, das nach dem Zweiten Weltkrieg seine Unabhängigkeit erreichte. In jenem Krieg war es Schauplatz bedeutender Schlachten zwischen deutschen und englischen Truppen, die Generäle wie Erwin Rommel und Bernard L. Montgomery berühmt machten.
95% des Territoriums dieses Landes sind Wüste. Die Technologie machte es möglich, bedeutende Vorkommen leichten Erdöls mit hervorragender Qualität zu entdecken, die heutzutage 1,8 Millionen Barrels täglich erreichen, und zusätzlich eine große Menge von Naturgas. Dieser Reichtum ermöglichte eine Lebenserwartung von ca. 75 Jahren sowie das höchste Pro-Kopf-Einkommen in Afrika. Die unerbittliche Wüste liegt über einem enormen See aus fossilem Wasser, der ungefähr drei mal so groß wie Kuba ist. Das hat Libyen ermöglicht, ein weites Netz von Süßwasserleitungen durch das ganze Land zu bauen.
Libyen, das zum Zeitpunkt der Erlangung der Unabhängigkeit eine Million Einwohner hatte, hat gegenwärtig über sechs Millionen.
Die libysche Revolution fand im September 1969 statt. Ihr Anführer war Muammar al-Gaddafi, ein Militär beduinischer Herkunft, der seit seiner frühen Jungendzeit von den Ideen des ägyptischen Führers Gamal Abdel Nasser inspiriert worden ist. Zweifellos sind viele seiner Entscheidungen mit den Veränderungen verbunden, wie auch im Fall von Ägypten, als eine schwache und korrupte Monarchie in Libyen gestürzt wurde.
Die Einwohner dieses Landes haben tausendjährige kämpferische Traditionen. Man sagt, dass die Libyer in der Antike der Armee Hannibals angehörten, als jener mit der Armee, mit der er die Alpen überquerte, beinahe das antike Rom zu Fall gebracht hätte.
Man kann mit Gaddafi einverstanden sein oder nicht. Die Welt ist mit allerart Nachrichten überflutet worden, vor allem über die Massenmedien. Man muss eine gewisse Zeit abwarten, um wirklich zu erkennen, was Wahrheit oder Lüge ist, oder eine Mischung aus all den Ereignissen, die in Libyen zu diesem Chaos führten. Was für mich absolut klar ist, ist, dass es der Regierung der Vereinigten Staaten überhaupt nicht am Frieden in Libyen gelegen ist, und sie nicht zögern wird, der NATO den Befehl zur Invasion in dieses reiche Landes zu geben, sei es in einigen Stunden oder in den nächsten Tagen.
Diejenigen, die mit niederträchtigen Absichten die Lüge erfunden haben, das Gaddafi nach Venezuela gereist ist, wie sie es gestern Nachmittag, am Sonntag, dem 20. Februar, getan haben, erhielten heute eine würdige Antwort von Nicolás Maduro, dem Außenminister von Venezuela, als er wortwörtlich sagte, er „hoffe, dass das libysche Volk in Ausübung seiner Souveränität und ohne die Einmischung des Imperialismus eine friedliche Lösung für seine Schwierigkeiten finde, die die Integrität des Volkes und der libysche Nation bewahre…“
Ich kann mir nicht vorstellen, dass der libysche Staatsmann das Land verlässt und sich der die ihm übertragenen Verantwortung entzieht, sei diese teilweise oder ganz falsch oder nicht.
Eine ehrliche Person wird immer gegen jede Ungerechtigkeit sein, die gegenüber irgendeinem Volk der Welt verübt wird, und die schlimmste wäre in diesem Augenblick, über das von der NATO in Vorbereitung befindliche Verbrechen gegen das libysche Volk zu schweigen.
Es drängt die kriegerische Führung dieser Organisation geradezu, dieses Verbrechen zu begehen. Man muss das öffentlich anprangern!
Fidel Castro Ruz
21. Februar 2011
22:14 Uhr
Das Erdöl wurde zum hauptsächlichen Reichtum in den Händen der großen US-Transnationalen; mit dieser Energiequelle haben sie über ein Instrument verfügt, die ihre politische Macht auf der Welt deutlich erhöhte. Das war ihre Hauptwaffe, als sie beschlossen, die Kubanische Revolution einfach zu liquidieren, sobald die ersten gerechten und souveränen Gesetze in unserem Vaterland verkündet wurden, d.h., uns das Erdöl wegzunehmen.
Auf der Grundlage dieser Energiequelle hat sich die heutige Zivilisation entwickelt. Venezuela war das Land in dieser Hemisphäre, das den höchsten Preis bezahlte. Die Vereinigten Staaten bemächtigten sich der enormen Vorkommen, mit denen dieses Bruderland von der Natur gesegnet worden ist.
Nach dem Ende des letzten Weltkriegs begann die Erdölförderung im Iran, in Saudi-Arabien, im Irak und in den umliegenden arabischen Ländern. Diese wurden zu den Hauptlieferanten. Der Weltverbrauch steigerte sich bis zu der fabulösen Menge von ungefähr 80 Millionen Barrels täglich, einschließlich der Fördermenge in den Vereinigten Staaten, zu der in jüngster Zeit noch Gas, Wasserkraft- und Kernenergie hinzu kamen. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war Kohle die Hauptenergiequelle, die die industrielle Entwicklung ermöglichte, bevor man Milliarden von Autos und Motoren herstellte, die flüssigen Kraftstoff verbrauchen.
Die Verschwendung des Erdöls und des Gases sind mit einer der größten Tragödien der Menschheit verbunden, mit dem Klimawandel.
Als unsere Revolution ihren Anfang nahm, waren Algerien, Libyen und Ägypten noch keine Erdölproduzenten, und ein großer Teil der reichlichen Vorkommen von Saudi-Arabien, Irak, Iran und der Vereinigten Arabischen Emirate war noch nicht entdeckt.
Im Dezember 1951 war Libyen das erste afrikanische Land, das nach dem Zweiten Weltkrieg seine Unabhängigkeit erreichte. In jenem Krieg war es Schauplatz bedeutender Schlachten zwischen deutschen und englischen Truppen, die Generäle wie Erwin Rommel und Bernard L. Montgomery berühmt machten.
95% des Territoriums dieses Landes sind Wüste. Die Technologie machte es möglich, bedeutende Vorkommen leichten Erdöls mit hervorragender Qualität zu entdecken, die heutzutage 1,8 Millionen Barrels täglich erreichen, und zusätzlich eine große Menge von Naturgas. Dieser Reichtum ermöglichte eine Lebenserwartung von ca. 75 Jahren sowie das höchste Pro-Kopf-Einkommen in Afrika. Die unerbittliche Wüste liegt über einem enormen See aus fossilem Wasser, der ungefähr drei mal so groß wie Kuba ist. Das hat Libyen ermöglicht, ein weites Netz von Süßwasserleitungen durch das ganze Land zu bauen.
Libyen, das zum Zeitpunkt der Erlangung der Unabhängigkeit eine Million Einwohner hatte, hat gegenwärtig über sechs Millionen.
Die libysche Revolution fand im September 1969 statt. Ihr Anführer war Muammar al-Gaddafi, ein Militär beduinischer Herkunft, der seit seiner frühen Jungendzeit von den Ideen des ägyptischen Führers Gamal Abdel Nasser inspiriert worden ist. Zweifellos sind viele seiner Entscheidungen mit den Veränderungen verbunden, wie auch im Fall von Ägypten, als eine schwache und korrupte Monarchie in Libyen gestürzt wurde.
Die Einwohner dieses Landes haben tausendjährige kämpferische Traditionen. Man sagt, dass die Libyer in der Antike der Armee Hannibals angehörten, als jener mit der Armee, mit der er die Alpen überquerte, beinahe das antike Rom zu Fall gebracht hätte.
Man kann mit Gaddafi einverstanden sein oder nicht. Die Welt ist mit allerart Nachrichten überflutet worden, vor allem über die Massenmedien. Man muss eine gewisse Zeit abwarten, um wirklich zu erkennen, was Wahrheit oder Lüge ist, oder eine Mischung aus all den Ereignissen, die in Libyen zu diesem Chaos führten. Was für mich absolut klar ist, ist, dass es der Regierung der Vereinigten Staaten überhaupt nicht am Frieden in Libyen gelegen ist, und sie nicht zögern wird, der NATO den Befehl zur Invasion in dieses reiche Landes zu geben, sei es in einigen Stunden oder in den nächsten Tagen.
Diejenigen, die mit niederträchtigen Absichten die Lüge erfunden haben, das Gaddafi nach Venezuela gereist ist, wie sie es gestern Nachmittag, am Sonntag, dem 20. Februar, getan haben, erhielten heute eine würdige Antwort von Nicolás Maduro, dem Außenminister von Venezuela, als er wortwörtlich sagte, er „hoffe, dass das libysche Volk in Ausübung seiner Souveränität und ohne die Einmischung des Imperialismus eine friedliche Lösung für seine Schwierigkeiten finde, die die Integrität des Volkes und der libysche Nation bewahre…“
Ich kann mir nicht vorstellen, dass der libysche Staatsmann das Land verlässt und sich der die ihm übertragenen Verantwortung entzieht, sei diese teilweise oder ganz falsch oder nicht.
Eine ehrliche Person wird immer gegen jede Ungerechtigkeit sein, die gegenüber irgendeinem Volk der Welt verübt wird, und die schlimmste wäre in diesem Augenblick, über das von der NATO in Vorbereitung befindliche Verbrechen gegen das libysche Volk zu schweigen.
Es drängt die kriegerische Führung dieser Organisation geradezu, dieses Verbrechen zu begehen. Man muss das öffentlich anprangern!
Fidel Castro Ruz
21. Februar 2011
22:14 Uhr
Sonntag, 13. Februar 2011
Die Revolutionäre Rebellion in Ägypten
Reflexionen des Genossen Fidel: Die Revolutionäre Rebellion in Ägypten
Vor einigen Tagen sagte ich, dass das Schicksal von Mubarak besiegelt sei, und dass nicht einmal Obama ihn retten könne.
Die Welt weiß, was im Mittleren Osten geschieht. Die Nachrichten verbreiten sich unglaublich schnell. Kaum reicht den Politikern die Zeit, um die Nachrichten zu lesen, die stündlich eingehen. Alle sind sich der Bedeutung dessen bewusst, was sich dort ereignet.
Nach 18 Tagen harter Auseinandersetzungen hat das ägyptischen Volk ein wichtiges Ziel zu erreicht: den wichtigsten Verbündeten der USA innerhalb der arabischen Länder zu stürzen. Mubarak unterdrückte und plünderte sein eigenes Volk aus, war Feind der Palästinenser und Komplize Israels, ist die sechste Nuklearmacht des Erde, verbunden mit der kriegslüsternen Gruppe der NATO.
Die ägyptischen Streitkräfte haben unter dem Oberkommando von Gamal Abdel Nasser einen unterwürfigen König über Bord geworfen und die Republik gegründet, die mit Unterstützung der UdSSR das Vaterland 1956 gegen die französisch-britische und israelische Invasion verteidigte und den Besitz des Suez-Kanals sowie die Unabhängigkeit ihrer tausendjährigen Nation bewahrte.
Aus diesem Grund genoss Ägypten ein hohes Ansehen in der Dritten Welt. Nasser war als einer der herausragenden Führer der Bewegung der blockfreien Staaten, an deren Gründung er zusammen mit anderen bekannten Führern aus Asien, Afrika und Ozeanien teilnahm, die für die nationale Befreiung und die politische und ökonomische Unabhängigkeit der ehemaligen Kolonien kämpften.
Ägypten genoss stets die Unterstützung und den Respekt dieser internationalen Organisation, die über einhundert Länder umfasst. Gerade jetzt hat jenes Bruderland den Vorsitz in dieser Bewegung für den entsprechenden Zeitraum von drei Jahren inne. Und der Beistand vieler Mitgliedsländer im Kampf, den heute sein Volk führt, wird nicht auf sich warten lassen.
Was bedeuteten die Vereinbarungen von Camp David, und warum verteidigt das heldenhafte palästinensische Volk seine lebenswichtigsten Rechte so heftig?
In Camp David ―durch Vermittlung des damaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten, Jimmy Carter―, unterzeichneten der ägyptische Mandatsträger Anwar el-Sadat und der israelische Premierminister Menahem Begin die berühmten Vereinbarungen zwischen Ägypten und Israel.
Man sagt, dass sie zwölf Tage lang Geheimgespräche geführt und am 17. September 1978 zwei wichtige Vereinbarungen unterzeichneten haben: Eine über den Frieden zwischen Ägypten und Israel; und eine zweite hinsichtlich der Gründung eines autonomen Territoriums im Gaza-Streifen und Westjordanland, von dem el-Sadat dachte ―und Israel kannte und teilte diese Auffassung― dass das der Sitz des palästinensischen Staats sein sollte, dessen Bestehen ebenso wie das des israelischen Staates von der Organisation der Vereinten Nationen am 29. November 1947 während des britischen Mandats Palästinas vereinbart wurde.
Nach mühsamen und schwierigen Gesprächen akzeptierte Israel, seine Truppen aus dem ägyptischen Territorium von Sinai abzuziehen, lehnte jedoch die Teilnahme an jenen Friedensverhandlungen der palästinensischen Vertretung kategorisch ab.
Im Ergebnis der ersten Vereinbarung gab Israel innerhalb eines Jahres das während des arabisch-israelischen Krieges besetzte Territorium von Sinai an Ägypten zurück.
Kraft der zweiten Vereinbarung verpflichteten sich beide Seiten zu Verhandlungen über die Gründung eines autonomen Regimes in Westjordanien und im Gaza-Streifen. Das Westjordanland umfasste ein Gebiet von 5.640 Quadratkilometern und 2,1 Millionen Einwohner; der Gaza-Streifen 360 Quadratkilometern und 1,5 Millionen Einwohnern.
Die arabischen Länder waren über die Vereinbarung empört, da ihrer Ansicht nach Ägypten nicht mit der notwendigen Energie und Stärke einen palästinensischen Staat verteidigt habe, dessen Existenzrecht im Mittelpunkt der von den arabischen Staaten über Dekaden geführten Kämpfe gestanden hat.
Die Empörung führte zu solch extremer Reaktion dieser Länder, dass viele von ihnen die Beziehungen zu Ägypten abbrachen. Auf diese Weise wurde die UNO-Resolution von November 1947 von der Landkarte gestrichen. Das autonome „Wesen“ wurde niemals gegründet und damit den Palästinensern das Recht auf das Bestehen als unabhängiger Staat entzogen, woraus sich die unendliche Tragödie ableitet, die wir erleben und die seit über drei Jahrzehnten hätte gelöst werden sollen.
Die arabische Bevölkerung Palästinas ist Opfer einer Art von Völkermord; Grund und Boden wird ihr entrissen oder sie wird in dieser Halbwüste von der Wasserversorgung abgeschnitten und die Wohnungen werden mit Abrissbirnen zerstört. Im Gaza-Streifen werden ca. eineinhalb Million Menschen systematisch mit Explosivgeschossen, brennendem Phosphor und den als „Dummenfang“ bezeichneten Granaten attackiert. Das Gebiet des Gaza-Streifens ist see- und landseitig blockiert. Warum wird so viel über die Vereinbarungen von Camp David gesprochen und dabei Palästina nicht erwähnt?
Jedes Jahr liefern die Vereinigten Staaten an Israel die modernste und ausgefeilteste Ausrüstung im Wert von tausenden von Millionen Dollar. Ägypten, ein arabisches Land, wurde in den zweitgrößten Empfänger von Waffen aus den USA verwandelt. Um gegen wen zu kämpfen? Gegen ein anderes arabisches Land? Gegen das eigene ägyptische Volk?
Als das Volk die Respektierung seiner elementarsten Rechten und Amtsniederlegung von einem Präsidenten forderte, dessen Politik in der Ausbeutung und Ausplünderung seines eigenen Volkes bestand, haben die von den Vereinigten Staaten trainierten repressiven Kräfte nicht gezögert, auf das Volk zu schießen, wobei Hunderte von Personen getötet und Tausende verletzt wurden.
Als das ägyptische Volk Erklärungen von der Regierung seines eigenen Land erwartete, kamen die Antworten von hohen Beamten des Geheimdienstes oder von der Regierung der Vereinigten Staaten, und zwar ohne jeden Respekt vor den ägyptischen Staatsmännern.
Sollten etwa die Regierenden der USA und ihre Geheimdienste keine Ahnung von der kolossalen Ausraubung durch die Mubarak-Regierung gehabt haben?
Bevor die Massenproteste des Volkes auf dem Tahrir-Platz begannen, haben weder Regierungsbeamte noch US-Geheimdienste ein Wort über die Privilegien und den unverhüllten Raub von Milliarden von Dollar verloren.
Es wäre ein Fehler zu denken, dass die revolutionäre ägyptische Volksbewegung theoretisch eine Reaktion auf die Verletzung ihrer elementarsten Rechte ist. Völker fordern weder die Repression noch den Tod heraus, noch halten sie nächtelang den Protest nur wegen formeller Fragen aufrecht. Sie tun das, wenn ihre gesetzlichen und materiellen Rechte ohne Erbarmen den unersättlichen Forderungen korrupter Politiker und nationaler und internationaler Kreisen geopfert werden, die das Land ausplündern.
Der Index der Armut betraf bereits die große Mehrheit eines kämpferischen, jungen und patriotischen Volkes, dessen Würde, Kultur und Glauben angegriffen wurden.
Wie kann man die unaufhaltsamen Preiserhöhungen bei Nahrungsmitteln mit den Dutzenden Milliarden Dollar vereinbaren, die dem Präsidenten Mubarak und den privilegierten Regierungs- und Gesellschaftsschichten nachgeredet werden?
Jetzt reicht es nicht, einfach zu wissen, wie hoch die Summe ist. Man muss fordern, sie dem Land zurück zu geben.
Obama ist von den ägyptischen Ereignissen betroffen. Er handelt oder scheint wie der Besitzer der Erde zu handeln. Die ägyptischen Ereignisse scheinen seine eigene Angelegenheit zu sein. Er telefoniert ständig mit Chefs anderer Ländern.
Die Presse-Agentur EFE berichtet zum Beispiel Folgendes: „…er sprach mit dem britischen Premierminister, David Cameron, mit König Abdallah II aus Jordanien und mit dem türkischen Ministerpräsidenten, dem gemäßigten Islamisten Recep Tayyip Erdogan.“
„…der Präsident der USA würdigte den „historischen Wandel“, den die Ägypter in Angriff genommen haben und bekräftigte seine Bewunderung für ihre Anstrengungen…“
Die wichtigste Presseagentur der Vereinigte Staaten, AP, übermittelt folgende bemerkenswerte Überlegungen:
“Die Vereinigte Staaten wünschen im Mittleren Osten Regierungskräfte mit westlicher Orientierung, Israel freundlich gesinnt und bereit zur Kooperation im Kampf gegen den islamischen Extremismus bei gleichzeitigem Schutz der Menschenrechte.“
„…Barack Obama hat eine Liste idealistischer Anforderungen vorgelegt, die unmöglich zu erfüllen sind, nachdem zwei Verbündete Washingtons in Ägypten und Tunesien durch Volksaufstände gefallen sind, die sich laut Expertenmeinung weiter über die Region ausdehnen werden“.
„Es gibt keinen Prospekt für diesen erträumten Verlauf der Dinge und es ist sehr schwierig, dass in kurzer Zeit einer auftaucht. Das ist teilweise darauf zurück zu führen, dass die Vereinigten Staaten in den letzten 40 Jahren die edlen Ideale der Menschenrechte, die sie so stark verfechten, der Stabilität, Kontinuität und dem Erdöl in einer der instabilsten Regionen der Welt geopfert haben“.
„Ägypten wird nicht mehr das Gleiche sein’, sagte Obama am Freitag, nachdem er den Rücktritt Hosni Mubaraks begrüßt hatte.“
„Durch die friedlichen Proteste, laut Obama, haben die Ägypter ihr Land und die Welt verändert“.
„Auch wenn die Nervosität unter mehreren arabischen Regierungen fortdauert, haben die gefestigten Eliten in Ägypten und Tunesien kein Anzeichen dafür gegeben, dass sie bereit wären, weder etwas von ihrer Macht noch von ihrem großen wirtschaftlichen Einfluss abzutreten“.
„Die Regierung Obamas hat betont, dass es sich bei dem Wandel nicht um den Wechsel von ‚Persönlichkeiten’ handeln sollte“. Die US-Regierung hat diese Position seit der Flucht des Präsidenten, Zine El Abidine Ben Ali, aus Tunesien im Januar bekräftigt, einen Tag nachdem Staatssekretärin, Hillary Rodham Clinton, die arabischen Regierungschefs während einer Rede in Katar darauf aufmerksam gemacht hatte, dass ohne eine Reform die Fundamente ihrer Länder ‚im Sand versinken würden’“.
Die Leute zeigen sich nicht sehr fügsam auf dem Tahrir-Platz.
Europa Press berichtet:
“ Auf den Tahrir-Platz, den zentralen Punkt der Mobilisierung des Volkes, kamen Tausende von Demonstranten, um die Reihen jener zu verstärken, die auf dem Platz aushielten, trotz des Versuchs der Militärpolizei, sie zu vertreiben, und die schließlich den Machtrücktritt des Präsidenten Hosni Mubarak veranlassten“, so die Berichte der britischen Pressagentur BBC.
„Der Korrespondent der BBC auf dem zentral gelegenen Platz Kairos versicherte, dass sich die Armee angesichts des weiteren Zustroms von Demonstranten unentschlossen zeigte…“.
„Der ‘harte Kern’ hat sich an einer Ecke des Platzes gruppiert […] entschlossen auf dem Tahrir zu bleiben […] und um sich zu vergewissern, dass alle ihre Forderungen erfüllt werden.“
Unabhängig davon, was in Ägypten passieren könnte, ist eines der schwierigsten Probleme, dem der Imperialismus in diesem Augenblick gegenübersteht, der Mangel an Getreide, was ich in den Reflexionen vom 19. Januar analysierte.
Die Vereinigten Staaten verwenden einen großen Teil ihres Maisanbaus und ihrer Sojaernte für die Herstellung von Biokraftstoff. Europa seinerseits nutzt Millionen Hektar Landes zu diesem Zweck.
Auf der anderer Seite wird in Folge des Klimawandels, der hauptsächlich durch die entwickelten und reichen Länder verursacht wurde, ein Mangel an Trinkwasser und Nahrungsmittel ausgelöst, der unvereinbar ist mit dem Bevölkerungswachstum, das sich tatsächlich in so einem Rhythmus vollzieht, dass es in 30 Jahren etwa neun Milliarden Menschen geben wird, ohne dass die Vereinten Nationen und die einflussreichsten Regierungen der Welt nach den enttäuschenden Gipfeltreffen in Kopenhagen und Cancun die Weltöffentlichkeit auf diese Situation aufmerksam gemacht bzw. darüber berichtet hätten.
Wir stehen dem ägyptischen Volk und seinem mutigen Kampf für seine politische Rechte und soziale Gerechtigkeit bei.
Wir sind nicht gegen das israelische Volk, wir sind gegen den Völkermord des palästinischen Volkes und für sein Recht auf einem unabhängigen Staat.
Wir sind nicht für den Krieg, sondern für den Frieden unter allen Völkern.
Fidel Castro Ruz
13. Februar 2011
21.14 Uhr
Vor einigen Tagen sagte ich, dass das Schicksal von Mubarak besiegelt sei, und dass nicht einmal Obama ihn retten könne.
Die Welt weiß, was im Mittleren Osten geschieht. Die Nachrichten verbreiten sich unglaublich schnell. Kaum reicht den Politikern die Zeit, um die Nachrichten zu lesen, die stündlich eingehen. Alle sind sich der Bedeutung dessen bewusst, was sich dort ereignet.
Nach 18 Tagen harter Auseinandersetzungen hat das ägyptischen Volk ein wichtiges Ziel zu erreicht: den wichtigsten Verbündeten der USA innerhalb der arabischen Länder zu stürzen. Mubarak unterdrückte und plünderte sein eigenes Volk aus, war Feind der Palästinenser und Komplize Israels, ist die sechste Nuklearmacht des Erde, verbunden mit der kriegslüsternen Gruppe der NATO.
Die ägyptischen Streitkräfte haben unter dem Oberkommando von Gamal Abdel Nasser einen unterwürfigen König über Bord geworfen und die Republik gegründet, die mit Unterstützung der UdSSR das Vaterland 1956 gegen die französisch-britische und israelische Invasion verteidigte und den Besitz des Suez-Kanals sowie die Unabhängigkeit ihrer tausendjährigen Nation bewahrte.
Aus diesem Grund genoss Ägypten ein hohes Ansehen in der Dritten Welt. Nasser war als einer der herausragenden Führer der Bewegung der blockfreien Staaten, an deren Gründung er zusammen mit anderen bekannten Führern aus Asien, Afrika und Ozeanien teilnahm, die für die nationale Befreiung und die politische und ökonomische Unabhängigkeit der ehemaligen Kolonien kämpften.
Ägypten genoss stets die Unterstützung und den Respekt dieser internationalen Organisation, die über einhundert Länder umfasst. Gerade jetzt hat jenes Bruderland den Vorsitz in dieser Bewegung für den entsprechenden Zeitraum von drei Jahren inne. Und der Beistand vieler Mitgliedsländer im Kampf, den heute sein Volk führt, wird nicht auf sich warten lassen.
Was bedeuteten die Vereinbarungen von Camp David, und warum verteidigt das heldenhafte palästinensische Volk seine lebenswichtigsten Rechte so heftig?
In Camp David ―durch Vermittlung des damaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten, Jimmy Carter―, unterzeichneten der ägyptische Mandatsträger Anwar el-Sadat und der israelische Premierminister Menahem Begin die berühmten Vereinbarungen zwischen Ägypten und Israel.
Man sagt, dass sie zwölf Tage lang Geheimgespräche geführt und am 17. September 1978 zwei wichtige Vereinbarungen unterzeichneten haben: Eine über den Frieden zwischen Ägypten und Israel; und eine zweite hinsichtlich der Gründung eines autonomen Territoriums im Gaza-Streifen und Westjordanland, von dem el-Sadat dachte ―und Israel kannte und teilte diese Auffassung― dass das der Sitz des palästinensischen Staats sein sollte, dessen Bestehen ebenso wie das des israelischen Staates von der Organisation der Vereinten Nationen am 29. November 1947 während des britischen Mandats Palästinas vereinbart wurde.
Nach mühsamen und schwierigen Gesprächen akzeptierte Israel, seine Truppen aus dem ägyptischen Territorium von Sinai abzuziehen, lehnte jedoch die Teilnahme an jenen Friedensverhandlungen der palästinensischen Vertretung kategorisch ab.
Im Ergebnis der ersten Vereinbarung gab Israel innerhalb eines Jahres das während des arabisch-israelischen Krieges besetzte Territorium von Sinai an Ägypten zurück.
Kraft der zweiten Vereinbarung verpflichteten sich beide Seiten zu Verhandlungen über die Gründung eines autonomen Regimes in Westjordanien und im Gaza-Streifen. Das Westjordanland umfasste ein Gebiet von 5.640 Quadratkilometern und 2,1 Millionen Einwohner; der Gaza-Streifen 360 Quadratkilometern und 1,5 Millionen Einwohnern.
Die arabischen Länder waren über die Vereinbarung empört, da ihrer Ansicht nach Ägypten nicht mit der notwendigen Energie und Stärke einen palästinensischen Staat verteidigt habe, dessen Existenzrecht im Mittelpunkt der von den arabischen Staaten über Dekaden geführten Kämpfe gestanden hat.
Die Empörung führte zu solch extremer Reaktion dieser Länder, dass viele von ihnen die Beziehungen zu Ägypten abbrachen. Auf diese Weise wurde die UNO-Resolution von November 1947 von der Landkarte gestrichen. Das autonome „Wesen“ wurde niemals gegründet und damit den Palästinensern das Recht auf das Bestehen als unabhängiger Staat entzogen, woraus sich die unendliche Tragödie ableitet, die wir erleben und die seit über drei Jahrzehnten hätte gelöst werden sollen.
Die arabische Bevölkerung Palästinas ist Opfer einer Art von Völkermord; Grund und Boden wird ihr entrissen oder sie wird in dieser Halbwüste von der Wasserversorgung abgeschnitten und die Wohnungen werden mit Abrissbirnen zerstört. Im Gaza-Streifen werden ca. eineinhalb Million Menschen systematisch mit Explosivgeschossen, brennendem Phosphor und den als „Dummenfang“ bezeichneten Granaten attackiert. Das Gebiet des Gaza-Streifens ist see- und landseitig blockiert. Warum wird so viel über die Vereinbarungen von Camp David gesprochen und dabei Palästina nicht erwähnt?
Jedes Jahr liefern die Vereinigten Staaten an Israel die modernste und ausgefeilteste Ausrüstung im Wert von tausenden von Millionen Dollar. Ägypten, ein arabisches Land, wurde in den zweitgrößten Empfänger von Waffen aus den USA verwandelt. Um gegen wen zu kämpfen? Gegen ein anderes arabisches Land? Gegen das eigene ägyptische Volk?
Als das Volk die Respektierung seiner elementarsten Rechten und Amtsniederlegung von einem Präsidenten forderte, dessen Politik in der Ausbeutung und Ausplünderung seines eigenen Volkes bestand, haben die von den Vereinigten Staaten trainierten repressiven Kräfte nicht gezögert, auf das Volk zu schießen, wobei Hunderte von Personen getötet und Tausende verletzt wurden.
Als das ägyptische Volk Erklärungen von der Regierung seines eigenen Land erwartete, kamen die Antworten von hohen Beamten des Geheimdienstes oder von der Regierung der Vereinigten Staaten, und zwar ohne jeden Respekt vor den ägyptischen Staatsmännern.
Sollten etwa die Regierenden der USA und ihre Geheimdienste keine Ahnung von der kolossalen Ausraubung durch die Mubarak-Regierung gehabt haben?
Bevor die Massenproteste des Volkes auf dem Tahrir-Platz begannen, haben weder Regierungsbeamte noch US-Geheimdienste ein Wort über die Privilegien und den unverhüllten Raub von Milliarden von Dollar verloren.
Es wäre ein Fehler zu denken, dass die revolutionäre ägyptische Volksbewegung theoretisch eine Reaktion auf die Verletzung ihrer elementarsten Rechte ist. Völker fordern weder die Repression noch den Tod heraus, noch halten sie nächtelang den Protest nur wegen formeller Fragen aufrecht. Sie tun das, wenn ihre gesetzlichen und materiellen Rechte ohne Erbarmen den unersättlichen Forderungen korrupter Politiker und nationaler und internationaler Kreisen geopfert werden, die das Land ausplündern.
Der Index der Armut betraf bereits die große Mehrheit eines kämpferischen, jungen und patriotischen Volkes, dessen Würde, Kultur und Glauben angegriffen wurden.
Wie kann man die unaufhaltsamen Preiserhöhungen bei Nahrungsmitteln mit den Dutzenden Milliarden Dollar vereinbaren, die dem Präsidenten Mubarak und den privilegierten Regierungs- und Gesellschaftsschichten nachgeredet werden?
Jetzt reicht es nicht, einfach zu wissen, wie hoch die Summe ist. Man muss fordern, sie dem Land zurück zu geben.
Obama ist von den ägyptischen Ereignissen betroffen. Er handelt oder scheint wie der Besitzer der Erde zu handeln. Die ägyptischen Ereignisse scheinen seine eigene Angelegenheit zu sein. Er telefoniert ständig mit Chefs anderer Ländern.
Die Presse-Agentur EFE berichtet zum Beispiel Folgendes: „…er sprach mit dem britischen Premierminister, David Cameron, mit König Abdallah II aus Jordanien und mit dem türkischen Ministerpräsidenten, dem gemäßigten Islamisten Recep Tayyip Erdogan.“
„…der Präsident der USA würdigte den „historischen Wandel“, den die Ägypter in Angriff genommen haben und bekräftigte seine Bewunderung für ihre Anstrengungen…“
Die wichtigste Presseagentur der Vereinigte Staaten, AP, übermittelt folgende bemerkenswerte Überlegungen:
“Die Vereinigte Staaten wünschen im Mittleren Osten Regierungskräfte mit westlicher Orientierung, Israel freundlich gesinnt und bereit zur Kooperation im Kampf gegen den islamischen Extremismus bei gleichzeitigem Schutz der Menschenrechte.“
„…Barack Obama hat eine Liste idealistischer Anforderungen vorgelegt, die unmöglich zu erfüllen sind, nachdem zwei Verbündete Washingtons in Ägypten und Tunesien durch Volksaufstände gefallen sind, die sich laut Expertenmeinung weiter über die Region ausdehnen werden“.
„Es gibt keinen Prospekt für diesen erträumten Verlauf der Dinge und es ist sehr schwierig, dass in kurzer Zeit einer auftaucht. Das ist teilweise darauf zurück zu führen, dass die Vereinigten Staaten in den letzten 40 Jahren die edlen Ideale der Menschenrechte, die sie so stark verfechten, der Stabilität, Kontinuität und dem Erdöl in einer der instabilsten Regionen der Welt geopfert haben“.
„Ägypten wird nicht mehr das Gleiche sein’, sagte Obama am Freitag, nachdem er den Rücktritt Hosni Mubaraks begrüßt hatte.“
„Durch die friedlichen Proteste, laut Obama, haben die Ägypter ihr Land und die Welt verändert“.
„Auch wenn die Nervosität unter mehreren arabischen Regierungen fortdauert, haben die gefestigten Eliten in Ägypten und Tunesien kein Anzeichen dafür gegeben, dass sie bereit wären, weder etwas von ihrer Macht noch von ihrem großen wirtschaftlichen Einfluss abzutreten“.
„Die Regierung Obamas hat betont, dass es sich bei dem Wandel nicht um den Wechsel von ‚Persönlichkeiten’ handeln sollte“. Die US-Regierung hat diese Position seit der Flucht des Präsidenten, Zine El Abidine Ben Ali, aus Tunesien im Januar bekräftigt, einen Tag nachdem Staatssekretärin, Hillary Rodham Clinton, die arabischen Regierungschefs während einer Rede in Katar darauf aufmerksam gemacht hatte, dass ohne eine Reform die Fundamente ihrer Länder ‚im Sand versinken würden’“.
Die Leute zeigen sich nicht sehr fügsam auf dem Tahrir-Platz.
Europa Press berichtet:
“ Auf den Tahrir-Platz, den zentralen Punkt der Mobilisierung des Volkes, kamen Tausende von Demonstranten, um die Reihen jener zu verstärken, die auf dem Platz aushielten, trotz des Versuchs der Militärpolizei, sie zu vertreiben, und die schließlich den Machtrücktritt des Präsidenten Hosni Mubarak veranlassten“, so die Berichte der britischen Pressagentur BBC.
„Der Korrespondent der BBC auf dem zentral gelegenen Platz Kairos versicherte, dass sich die Armee angesichts des weiteren Zustroms von Demonstranten unentschlossen zeigte…“.
„Der ‘harte Kern’ hat sich an einer Ecke des Platzes gruppiert […] entschlossen auf dem Tahrir zu bleiben […] und um sich zu vergewissern, dass alle ihre Forderungen erfüllt werden.“
Unabhängig davon, was in Ägypten passieren könnte, ist eines der schwierigsten Probleme, dem der Imperialismus in diesem Augenblick gegenübersteht, der Mangel an Getreide, was ich in den Reflexionen vom 19. Januar analysierte.
Die Vereinigten Staaten verwenden einen großen Teil ihres Maisanbaus und ihrer Sojaernte für die Herstellung von Biokraftstoff. Europa seinerseits nutzt Millionen Hektar Landes zu diesem Zweck.
Auf der anderer Seite wird in Folge des Klimawandels, der hauptsächlich durch die entwickelten und reichen Länder verursacht wurde, ein Mangel an Trinkwasser und Nahrungsmittel ausgelöst, der unvereinbar ist mit dem Bevölkerungswachstum, das sich tatsächlich in so einem Rhythmus vollzieht, dass es in 30 Jahren etwa neun Milliarden Menschen geben wird, ohne dass die Vereinten Nationen und die einflussreichsten Regierungen der Welt nach den enttäuschenden Gipfeltreffen in Kopenhagen und Cancun die Weltöffentlichkeit auf diese Situation aufmerksam gemacht bzw. darüber berichtet hätten.
Wir stehen dem ägyptischen Volk und seinem mutigen Kampf für seine politische Rechte und soziale Gerechtigkeit bei.
Wir sind nicht gegen das israelische Volk, wir sind gegen den Völkermord des palästinischen Volkes und für sein Recht auf einem unabhängigen Staat.
Wir sind nicht für den Krieg, sondern für den Frieden unter allen Völkern.
Fidel Castro Ruz
13. Februar 2011
21.14 Uhr
Dienstag, 1. Februar 2011
Das Schicksal von Mubarak ist besiegelt
Reflexionen des Genossen Fidel: Das Schicksal von Mubarak ist besiegelt
Mubaraks Schicksal ist schon entschieden und nicht einmal die Unterstützung der Vereinigten Staaten kann seine Regierung retten. In Ägypten lebt ein intelligentes Volk mit einer ruhmreichen Geschichte, das seine Spuren in der menschlichen Zivilisation hinterlassen hat. „Von der Spitze dieser Pyramiden aus beobachten 40 Jahrhunderte Sie“, so rief Überlieferungen zufolge Bonaparte in einem Moment der Begeisterung aus, als die Revolution der Enzyklopädiker ihn zu diesem außerordentlichen Zivilisationsschnittpunkt gebracht hatte.
Am Ende des Zweiten Weltkriegs stand Ägypten unter der brillanten Leitung von Abdel Nasser, der neben Jawaharlal Nehru, Erbe von Mahatma Gandhi; den afrikanischen Führungspersönlichkeiten Kwame Nkrumah und Ahmed Sékou Touré, und Sukarno, Präsident des zu jener Zeit gerade befreiten Indonesiens, die Bewegung der Blockfreien Ländern gründeten und dem Kampf um die Unabhängigkeit der ehemaligen Kolonien Impulse verliehen. Solche Völker des asiatischen Südostens, des Mittleren Ostens und von Afrika wie Ägypten, Algerien, Syrien, Libanon, Palästina, Westsahara, Kongo, Angola, Mozambique und andere, die sich im Kampf gegen den von den Vereinigten Staaten unterstützten französischen, englischen, belgischen und portugiesischen Kolonialismus befanden, kämpften mit der Unterstützung der UdSSR und von China um ihre Unabhängigkeit.
Dieser in Gang gekommenen Bewegung hat sich Kuba nach dem Sieg unserer Revolution angeschlossen.
Im Jahr 1956 haben Großbritannien, Frankreich und Israel einen Überraschungsangriff gegen Ägypten begangen, welches den Suez-Kanal verstaatlicht hatte. Die verwegene und solidarische Handlung der UdSSR, die sogar mit dem Einsatz der strategischen Raketentechnologie drohte, hat die Aktion der Angreifer zum Erliegen gebracht.
Der Tod von Abdel Nasser am 28. September 1970 bedeutete einen nicht wieder gutzumachenden Schlag für Ägypten.
Die Vereinigten Staaten haben nicht aufgehört, weiter Konspirationen gegen die arabischen Völker anzuzetteln, wo sich die größten Erdölvorräte der Welt befinden.
Es ist nicht notwendig, viel darüber zu sagen, man braucht nur die Nachrichten über die unweigerlich vorkommenden Ereignisse lesen.
Die Nachrichten sind folgende:
28. Januar:
„(DPA) – Trotz dem von den Behörden verkündeten Kundgebungsverbot sind heute mehr als 100.000 Ägypter auf die Straßen gegangen, um gegen die Regierung von Präsident Hosni Mubarak zu protestieren…“
„Die Demonstranten haben die Büros der Nationaldemokratischen Partei (NDP) von Mubarak und Polizei-Wachposten in Brand gesteckt. Gleichzeitig wurden im Zentrum von Kairo Steine auf die Polizei geworfen, als diese sie mit Tränengas und Gummigeschossen auseinander zu sprengen versuchte.“
„Der US-Präsident Barack Obama traf sich heute mit einem Sachverständigen-Ausschuss, um sich über die Situation Rat zu holen. Gleichzeitig sagte Robert Gibbs, Sprecher des Weißen Hauses, dass die Vereinigten Staaten ihre Hilfe in vielfacher Millionenhöhe für Ägypten dem Verlauf der Ereignisse gemäß neu einschätzen würden.
Die Vereinten Nationen haben von Davos aus, wo sich der Generalsekretär Ban Ki- moon am Freitag befand, auch eine heftige Botschaft veröffentlicht.“
„(Reuters) - Präsident Mubarak hat Ausgangssperre in Ägypten angeordnet sowie den Aufmarsch von Armeetruppen mit Rückendeckung von gepanzerten Fahrzeugen in Kairo und anderen Städten. Es wurde brutale Zusammenstöße zwischen den Demonstranten und der Polizei gemeldet.
Am Freitag sind in Kairo und anderen Städten des Landes die ägyptischen Streitkräfte mit Unterstützung gepanzerter Fahrzeuge aufmarschiert, um die enormen Volkskundgebungen zu beenden, welche die Amtsniederlegung von Präsident Hosni Mubarak fordern.
Ärztlichen Informationsquellen zufolge sind bis jetzt 410 Personen bei den Kundgebungen verletzt worden und das staatliche Fernsehen hat die Ausgangssperre für alle Städte bekannt gegeben.“
„Die Ereignisse bedeuten ein Dilemma für die Vereinigten Staaten, die ihren Wunsch geäußert haben, dass sich die Demokratie auf die ganze Region ausbreitet. Trotzdem ist Mubarak jahrelang ein enger Verbündeter von Washington sowie der Empfänger von viel militärischer Hilfe gewesen.“
“(DPA) - Tausende Jordanier sind heute nach dem Freitagsgebet landesweit auf die Straßen gegangen, um den Rücktritt von Premierminister Samir Rifai sowie politische und wirtschaftlichen Reformen zu fordern.“
Inmitten der die arabische Welt heimsuchenden politischen Katastrophe haben in der Schweiz zusammengetroffene Führungskräfte die Ursachen dieses Phänomens analysiert, das sie sogar als gemeinsamen Selbstmord bezeichneten.
„(EFE) - Mehrere politische Führungspersönlichkeiten bitten auf dem Wirtschaftsforum von Davos um einen Wechsel beim Wachstumsmodell.“
„Das jetzige Modell für Wirtschaftwachstum, das sich ohne Berücksichtigung der Umweltfolgen auf den Konsum stützt, ist nicht mehr länger haltbar, weil es das Überleben des Planeten bedroht, warnten heute verschiedene politische Führungspersönlichkeiten in Davos.“
„’Das jetzige Modell bedeutet einen kollektiven Selbstmord. Wir brauchen eine Revolution der Denkweise und beim Handeln’, sagte Ban. ‘Die Naturressourcen sind jeden Tag geringer’, fügte er bei einer Debatte darüber, wie das nachhaltige Wachstum im Rahmen des Weltwirtschaftsforums neu zu definieren sei, hinzu.
‘Der Klimawandel zeigt uns, dass das alte Modell seit langem veraltet ist’, betonte der Verantwortliche der UNO.
Der Generalsekretär fügte hinzu, dass außer jenen Grundressourcen für das Überleben wie Wasser und Nahrungsmittel auch ‚eine andere Ressource versiegt, und zwar die Zeit, um gegen diesen Klimawandel zu kämpfen’.“
29. Januar:
„Washington (AP) - Präsident Barack Obama versuchte angesichts der ägyptischen Krise das Unmögliche: die wütende Bevölkerung mit einem Obrigkeitsregime von drei Jahrzehnten in den Bann zu ziehen und gleichzeitig einen von den Vereinigten Staaten unterstützten Schlüsselverbündeten zu sichern.
Die vierminütige Rede des Präsidenten am Freitagabend bedeutete einen vorsichtigen Versuch, ein schwieriges Gleichgewicht zu halten: Obama konnte nur verlieren, wenn er zwischen den Demonstranten, die den Rücktritt des Präsidenten Hosni Mubarak forderten, und dem Regime, das sich gewaltsam an seine Machtposition klammert, wählen sollte.
Obama […] hat keinen Regimewechsel verlangt. Er hat auch nicht gesagt, dass die Verkündigung von Mubarak unzureichend wäre.“
„Obama sagte die heftigsten Worte des Tages in Washington, hat sich aber nicht vom Skript seiner Staatssekretärin Hillary Clinton und des Sprechers des Weißen Hauses, Robert Gibbs, entfernt."
„(NTX) - Die Tageszeitung The Washington Post forderte heute von der Regierung von Obama, ihren politischen und wirtschaftlichen Einfluss zu benutzen, damit Präsident Mubarak die Macht in Ägypten aufgibt.“
„‚Die Vereinigten Staaten sollten all ihren Einfluss anwenden, einschließlich der mehr als eine Milliarde Dollar, die sie der ägyptischen Armee jedes Jahr als Hilfe geben, um das letztgenannte Ergebnis (die Abtretung der Macht seitens Mubarak) abzusichern', berichtete die Zeitung in ihrem Leitartikel.“
„…Obama sagte in seiner am Freitagabend verkündeten Botschaft, dass er weiter mit Präsidenten Mubarak arbeiten würde und bedauerte, dass dieser keine eventuellen Wahlen erwähnt habe.“
„Die Zeitung bezeichnete die Stellungnahmen als ‚nicht realistisch’, die von Obama und vom Vizepräsidenten Joe Binden abgegeben wurden. Letzterer erklärte einem Rundfunksender, dass er den ägyptischen Präsidenten nicht Diktator nennen würde und auch nicht der Meinung sei, dass dieser sein Amt niederlegen sollte.“
„(AFP) - US-amerikanische arabische Organisationen ermahnten die Regierung von Präsident Barack Obama, die Diktatur von Mubarak in Ägypten nicht mehr zu unterstützen.“
„(ANSA) - Die USA erklärten heute erneut ihre ‚Sorgen’ aufgrund der Gewalt in Ägypten und machten die Regierung von Mubarak darauf aufmerksam, dass sie nicht so handeln könne, als ob nichts geschehen wäre. Fox News berichtete, dass Obama nur zwei schlechte Möglichkeiten bezüglich Ägypten übrig bleiben würden.
…er warnte die Regierung von Kairo, dass sie ‚nicht einfach erneut die Karten mischen’ und so handeln könne, als ob im Land nichts geschehen wäre.
Das Weiße Haus und das State Department verfolgen sehr aus der Nähe die Lage in Ägypten, einer der Hauptverbündeten von Washington auf der Welt und Empfänger von ungefähr 1,5 Milliarden Dollar in Form von Zivil- und Militärhilfe pro Jahr.“
„Die US-amerikanischen Medien berichten jeden Tag ausführlich über die Unruhen in Ägypten und weisen immer wieder darauf hin, dass die Situation, unabhängig davon, wie die Lage dort gelöst wird, zu einem ständigen Kopfschmerz für Washington werden könnte.“
„Wenn Mubarak fällt, so die Meinung von Fox, könnten die Vereinigten Staaten und ihr anderer Hauptverbündeter im Mittleren Osten, Israel, einer Regierung der Muslimischen Brüder in Kairo und einer dem Westen feindlichen Wende in jenem Land von Nordafrika gegenüberstehen.“
„‚Wir haben 50 Jahre lang auf das falsche Pferd gesetzt’, erklärte Michael Scheuer, ehemaliger CIA-Agent, gegenüber der Fox. ‚Der Gedanke, dass das ägyptische Volk vergessen wird, dass wir ein halbes Jahrhundert lang Diktatoren unterstützt haben, ist ein Traum', ergänzte er.“
„(AFP).- Die internationale Gemeinschaft vervielfachte ihre Aufrufe an den ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak, damit dieser politische Reformen umsetzt und die Unterdrückung der Demonstrationen gegen seine Regierung beendet, welche am letzten Samstag schon fünf Tage hintereinander erreicht hatten.“
„Ihrerseits haben Nicolas Sarkozy, Angela Merkel und David Cameron am Samstag in einem gemeinsamen Kommuniqué den Präsidenten darum gebeten, angesichts der ‚legitimen Ansprüche’ seines Volkes ‚einen Wendeprozess in die Wege zu leiten’ und ‚die Anwendung der Gewalt gegen Zivilisten um jeden Preis zu vermeiden’.“
„Auch Iran rief die ägyptischen Behörden dazu auf, den Forderungen der Leute auf den Straßen nachzukommen.“
„König Abdala von Saudiarabien war dagegen der Meinung, dass die Protestaktionen ‚Angriffe gegen die Sicherheit und die Stabilität’ von Ägypten darstellen, die von ‚eingeschleusten Agenten’ im Namen der ‚Meinungsfreiheit’ durchgeführt würden.“
„Der Monarch rief Mubarak an, um ihm seine Solidarität zu erklären, berichtete die offizielle saudiarabische Presseagentur SPA.“
31. Januar:
„(EFE) Netanyahu fürchtet, dass ein Chaos in Ägypten die Übernahme der Macht seitens der Islamisten ermöglicht.“
„Der israelische Premierminister, Benjamin Netanyahu, erklärte heute seine Befürchtung, dass die Lage in Ägypten die Übernahme der Macht seitens der Islamisten ermöglicht; eine Beunruhigung, die er seinen Worte nach mit führenden Persönlichkeiten teilt, mit denen er sich im Laufe der letzten Tage unterhalten hat.“
„… der Premierminister lehnte es ab, jene durch örtliche Medien verbreitete Nachrichten zu kommentieren, die darauf abzielen, dass Israel heute zum ersten Mal seit drei Jahrzehnten Ägypten den Aufmarsch von Truppen auf der Sinai-Halbinsel gestattet habe, was als eine Verletzung der Friedensabkommen von 1979 zwischen beiden Nationen angesehen wird.
Andererseits und angesichts der Kritikverlautbarungen gegenüber jenen Westmächten wie den Vereinigten Staaten und Deutschland, welche enge Beziehungen zu totalitären arabischen Regimes unterhalten, hat die deutsche Kanzlerin bestätigt: ‘Wir haben Ägypten nicht verlassen’.“
„Der Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern ist seit dem vergangenen September paralysiert, hauptsächlich wegen der israelischen Weigerung, den Bau in den jüdischen Siedlungen im besetzten palästinensischen Gebiet zu stoppen.“
„Jerusalem, (EFE) – Israel neigt zur Aufrechterhaltung der Macht des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak, den der israelische Staatschef Simon Peres heute unterstützte, indem er zu verstehen gab, dass ‘eine fanatische religiöse Oligarchie nicht besser als das Fehlen von Demokratie sei ’.“
„Die Erklärungen des Staatschefs stimmen mit der Verbreitung über die örtlichen Medien von Versuchen seitens Israels überein, Druck auf seine westlichen Verbündeten auszuüben, damit diese den Ton ihrer Kritik gegenüber dem Regime von Mubarak mäßigen, welches das ägyptische Volk und die Opposition zu stürzen versuchen.“
„Nicht genannte offizielle Quellen, die gestern von der Zeitung ‘Haaretz’ zitiert wurden, haben aufgezeigt, dass das israelische Außenministerium am Samstag ein Kommuniqué an seine Botschaften in den USA, in Kanada, China, Russland und mehreren europäischen Ländern geschickt habe, um die Botschafter zu bitten, dass sie vor den jeweiligen örtlichen Behörden mit Nachdruck auf der großen Bedeutung bestehen, die die Stabilität von Ägypten für Israel hat.“
„Die israelischen politischen Beobachter zeigen auf, dass der Fall von Mubarak die Camp-David-Abkommen gefährden könnte, welche Ägypten 1978 mit Israel unterzeichnet hat, und die spätere Unterzeichnung des bilateralen Friedensabkommens von 1979, besonders, wenn dies die Machtübernahme durch die islamistischen Muslimischen Brüder zufolge hätte, die umfangreiche gesellschaftliche Unterstützung genießen.“
„Israel sieht in Mubarak den Bürgen für den Frieden an seiner Südgrenze, außerdem eine bedeutende Unterstützung, um die Blockade des Gaza-Streifens aufrecht zu erhalten und die islamistisch palästinensische Hamas-Bewegung zu isolieren.“
„Eine der größten Befürchtungen von Israel besteht darin, dass die ägyptischen Unruhen, die den tunesischen auf den Fuß folgten, ebenfalls Jordanien erreichen, und das Regime von König Abdala II schwächen, dessen Land zusammen mit Ägypten als einziges arabisches Land Israel anerkannt hat.“
„Die kürzliche Ernennung von General Omar Suleiman als ägyptischer Vizepräsident und hiermit also möglicher Nachfolger des Präsidenten, wurde in Israel willkommen geheißen, das enge Beziehungen der Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Verteidigung mit dem General unterhalten hat.“
„Aber die von den ägyptischen Protestkundgebungen eingeschlagene Richtung erlaubt es nicht, die Fortsetzung des Regimes als eine Tatsache anzusehen, die abgesichert wäre, und auch nicht, dass Israel in der Zukunft weiterhin in Kairo seinen wichtigsten regionalen Verbündeten haben werden wird.“
Wie ersichtlich konfrontiert die Welt zum ersten Mal drei Probleme gleichzeitig:
Klimakrise, Nahrungsmittelkrise und politische Krisen.
Zu diesen können noch weitere schlimme Gefahren hinzugefügt werden.
Die Gefahren eines Krieges, jedes Mal in höherem Maße zerstörerisch, sind sehr latent.
Werden die politischen Führungspersönlichkeiten die ausreichende Gelassenheit und genügend Gleichmut haben, um ihnen zu begegnen?
Davon hängt das Schicksal unserer Gattung ab.
Fidel Castro Ruz
1. Februar 2011
19:15 Uhr
Mubaraks Schicksal ist schon entschieden und nicht einmal die Unterstützung der Vereinigten Staaten kann seine Regierung retten. In Ägypten lebt ein intelligentes Volk mit einer ruhmreichen Geschichte, das seine Spuren in der menschlichen Zivilisation hinterlassen hat. „Von der Spitze dieser Pyramiden aus beobachten 40 Jahrhunderte Sie“, so rief Überlieferungen zufolge Bonaparte in einem Moment der Begeisterung aus, als die Revolution der Enzyklopädiker ihn zu diesem außerordentlichen Zivilisationsschnittpunkt gebracht hatte.
Am Ende des Zweiten Weltkriegs stand Ägypten unter der brillanten Leitung von Abdel Nasser, der neben Jawaharlal Nehru, Erbe von Mahatma Gandhi; den afrikanischen Führungspersönlichkeiten Kwame Nkrumah und Ahmed Sékou Touré, und Sukarno, Präsident des zu jener Zeit gerade befreiten Indonesiens, die Bewegung der Blockfreien Ländern gründeten und dem Kampf um die Unabhängigkeit der ehemaligen Kolonien Impulse verliehen. Solche Völker des asiatischen Südostens, des Mittleren Ostens und von Afrika wie Ägypten, Algerien, Syrien, Libanon, Palästina, Westsahara, Kongo, Angola, Mozambique und andere, die sich im Kampf gegen den von den Vereinigten Staaten unterstützten französischen, englischen, belgischen und portugiesischen Kolonialismus befanden, kämpften mit der Unterstützung der UdSSR und von China um ihre Unabhängigkeit.
Dieser in Gang gekommenen Bewegung hat sich Kuba nach dem Sieg unserer Revolution angeschlossen.
Im Jahr 1956 haben Großbritannien, Frankreich und Israel einen Überraschungsangriff gegen Ägypten begangen, welches den Suez-Kanal verstaatlicht hatte. Die verwegene und solidarische Handlung der UdSSR, die sogar mit dem Einsatz der strategischen Raketentechnologie drohte, hat die Aktion der Angreifer zum Erliegen gebracht.
Der Tod von Abdel Nasser am 28. September 1970 bedeutete einen nicht wieder gutzumachenden Schlag für Ägypten.
Die Vereinigten Staaten haben nicht aufgehört, weiter Konspirationen gegen die arabischen Völker anzuzetteln, wo sich die größten Erdölvorräte der Welt befinden.
Es ist nicht notwendig, viel darüber zu sagen, man braucht nur die Nachrichten über die unweigerlich vorkommenden Ereignisse lesen.
Die Nachrichten sind folgende:
28. Januar:
„(DPA) – Trotz dem von den Behörden verkündeten Kundgebungsverbot sind heute mehr als 100.000 Ägypter auf die Straßen gegangen, um gegen die Regierung von Präsident Hosni Mubarak zu protestieren…“
„Die Demonstranten haben die Büros der Nationaldemokratischen Partei (NDP) von Mubarak und Polizei-Wachposten in Brand gesteckt. Gleichzeitig wurden im Zentrum von Kairo Steine auf die Polizei geworfen, als diese sie mit Tränengas und Gummigeschossen auseinander zu sprengen versuchte.“
„Der US-Präsident Barack Obama traf sich heute mit einem Sachverständigen-Ausschuss, um sich über die Situation Rat zu holen. Gleichzeitig sagte Robert Gibbs, Sprecher des Weißen Hauses, dass die Vereinigten Staaten ihre Hilfe in vielfacher Millionenhöhe für Ägypten dem Verlauf der Ereignisse gemäß neu einschätzen würden.
Die Vereinten Nationen haben von Davos aus, wo sich der Generalsekretär Ban Ki- moon am Freitag befand, auch eine heftige Botschaft veröffentlicht.“
„(Reuters) - Präsident Mubarak hat Ausgangssperre in Ägypten angeordnet sowie den Aufmarsch von Armeetruppen mit Rückendeckung von gepanzerten Fahrzeugen in Kairo und anderen Städten. Es wurde brutale Zusammenstöße zwischen den Demonstranten und der Polizei gemeldet.
Am Freitag sind in Kairo und anderen Städten des Landes die ägyptischen Streitkräfte mit Unterstützung gepanzerter Fahrzeuge aufmarschiert, um die enormen Volkskundgebungen zu beenden, welche die Amtsniederlegung von Präsident Hosni Mubarak fordern.
Ärztlichen Informationsquellen zufolge sind bis jetzt 410 Personen bei den Kundgebungen verletzt worden und das staatliche Fernsehen hat die Ausgangssperre für alle Städte bekannt gegeben.“
„Die Ereignisse bedeuten ein Dilemma für die Vereinigten Staaten, die ihren Wunsch geäußert haben, dass sich die Demokratie auf die ganze Region ausbreitet. Trotzdem ist Mubarak jahrelang ein enger Verbündeter von Washington sowie der Empfänger von viel militärischer Hilfe gewesen.“
“(DPA) - Tausende Jordanier sind heute nach dem Freitagsgebet landesweit auf die Straßen gegangen, um den Rücktritt von Premierminister Samir Rifai sowie politische und wirtschaftlichen Reformen zu fordern.“
Inmitten der die arabische Welt heimsuchenden politischen Katastrophe haben in der Schweiz zusammengetroffene Führungskräfte die Ursachen dieses Phänomens analysiert, das sie sogar als gemeinsamen Selbstmord bezeichneten.
„(EFE) - Mehrere politische Führungspersönlichkeiten bitten auf dem Wirtschaftsforum von Davos um einen Wechsel beim Wachstumsmodell.“
„Das jetzige Modell für Wirtschaftwachstum, das sich ohne Berücksichtigung der Umweltfolgen auf den Konsum stützt, ist nicht mehr länger haltbar, weil es das Überleben des Planeten bedroht, warnten heute verschiedene politische Führungspersönlichkeiten in Davos.“
„’Das jetzige Modell bedeutet einen kollektiven Selbstmord. Wir brauchen eine Revolution der Denkweise und beim Handeln’, sagte Ban. ‘Die Naturressourcen sind jeden Tag geringer’, fügte er bei einer Debatte darüber, wie das nachhaltige Wachstum im Rahmen des Weltwirtschaftsforums neu zu definieren sei, hinzu.
‘Der Klimawandel zeigt uns, dass das alte Modell seit langem veraltet ist’, betonte der Verantwortliche der UNO.
Der Generalsekretär fügte hinzu, dass außer jenen Grundressourcen für das Überleben wie Wasser und Nahrungsmittel auch ‚eine andere Ressource versiegt, und zwar die Zeit, um gegen diesen Klimawandel zu kämpfen’.“
29. Januar:
„Washington (AP) - Präsident Barack Obama versuchte angesichts der ägyptischen Krise das Unmögliche: die wütende Bevölkerung mit einem Obrigkeitsregime von drei Jahrzehnten in den Bann zu ziehen und gleichzeitig einen von den Vereinigten Staaten unterstützten Schlüsselverbündeten zu sichern.
Die vierminütige Rede des Präsidenten am Freitagabend bedeutete einen vorsichtigen Versuch, ein schwieriges Gleichgewicht zu halten: Obama konnte nur verlieren, wenn er zwischen den Demonstranten, die den Rücktritt des Präsidenten Hosni Mubarak forderten, und dem Regime, das sich gewaltsam an seine Machtposition klammert, wählen sollte.
Obama […] hat keinen Regimewechsel verlangt. Er hat auch nicht gesagt, dass die Verkündigung von Mubarak unzureichend wäre.“
„Obama sagte die heftigsten Worte des Tages in Washington, hat sich aber nicht vom Skript seiner Staatssekretärin Hillary Clinton und des Sprechers des Weißen Hauses, Robert Gibbs, entfernt."
„(NTX) - Die Tageszeitung The Washington Post forderte heute von der Regierung von Obama, ihren politischen und wirtschaftlichen Einfluss zu benutzen, damit Präsident Mubarak die Macht in Ägypten aufgibt.“
„‚Die Vereinigten Staaten sollten all ihren Einfluss anwenden, einschließlich der mehr als eine Milliarde Dollar, die sie der ägyptischen Armee jedes Jahr als Hilfe geben, um das letztgenannte Ergebnis (die Abtretung der Macht seitens Mubarak) abzusichern', berichtete die Zeitung in ihrem Leitartikel.“
„…Obama sagte in seiner am Freitagabend verkündeten Botschaft, dass er weiter mit Präsidenten Mubarak arbeiten würde und bedauerte, dass dieser keine eventuellen Wahlen erwähnt habe.“
„Die Zeitung bezeichnete die Stellungnahmen als ‚nicht realistisch’, die von Obama und vom Vizepräsidenten Joe Binden abgegeben wurden. Letzterer erklärte einem Rundfunksender, dass er den ägyptischen Präsidenten nicht Diktator nennen würde und auch nicht der Meinung sei, dass dieser sein Amt niederlegen sollte.“
„(AFP) - US-amerikanische arabische Organisationen ermahnten die Regierung von Präsident Barack Obama, die Diktatur von Mubarak in Ägypten nicht mehr zu unterstützen.“
„(ANSA) - Die USA erklärten heute erneut ihre ‚Sorgen’ aufgrund der Gewalt in Ägypten und machten die Regierung von Mubarak darauf aufmerksam, dass sie nicht so handeln könne, als ob nichts geschehen wäre. Fox News berichtete, dass Obama nur zwei schlechte Möglichkeiten bezüglich Ägypten übrig bleiben würden.
…er warnte die Regierung von Kairo, dass sie ‚nicht einfach erneut die Karten mischen’ und so handeln könne, als ob im Land nichts geschehen wäre.
Das Weiße Haus und das State Department verfolgen sehr aus der Nähe die Lage in Ägypten, einer der Hauptverbündeten von Washington auf der Welt und Empfänger von ungefähr 1,5 Milliarden Dollar in Form von Zivil- und Militärhilfe pro Jahr.“
„Die US-amerikanischen Medien berichten jeden Tag ausführlich über die Unruhen in Ägypten und weisen immer wieder darauf hin, dass die Situation, unabhängig davon, wie die Lage dort gelöst wird, zu einem ständigen Kopfschmerz für Washington werden könnte.“
„Wenn Mubarak fällt, so die Meinung von Fox, könnten die Vereinigten Staaten und ihr anderer Hauptverbündeter im Mittleren Osten, Israel, einer Regierung der Muslimischen Brüder in Kairo und einer dem Westen feindlichen Wende in jenem Land von Nordafrika gegenüberstehen.“
„‚Wir haben 50 Jahre lang auf das falsche Pferd gesetzt’, erklärte Michael Scheuer, ehemaliger CIA-Agent, gegenüber der Fox. ‚Der Gedanke, dass das ägyptische Volk vergessen wird, dass wir ein halbes Jahrhundert lang Diktatoren unterstützt haben, ist ein Traum', ergänzte er.“
„(AFP).- Die internationale Gemeinschaft vervielfachte ihre Aufrufe an den ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak, damit dieser politische Reformen umsetzt und die Unterdrückung der Demonstrationen gegen seine Regierung beendet, welche am letzten Samstag schon fünf Tage hintereinander erreicht hatten.“
„Ihrerseits haben Nicolas Sarkozy, Angela Merkel und David Cameron am Samstag in einem gemeinsamen Kommuniqué den Präsidenten darum gebeten, angesichts der ‚legitimen Ansprüche’ seines Volkes ‚einen Wendeprozess in die Wege zu leiten’ und ‚die Anwendung der Gewalt gegen Zivilisten um jeden Preis zu vermeiden’.“
„Auch Iran rief die ägyptischen Behörden dazu auf, den Forderungen der Leute auf den Straßen nachzukommen.“
„König Abdala von Saudiarabien war dagegen der Meinung, dass die Protestaktionen ‚Angriffe gegen die Sicherheit und die Stabilität’ von Ägypten darstellen, die von ‚eingeschleusten Agenten’ im Namen der ‚Meinungsfreiheit’ durchgeführt würden.“
„Der Monarch rief Mubarak an, um ihm seine Solidarität zu erklären, berichtete die offizielle saudiarabische Presseagentur SPA.“
31. Januar:
„(EFE) Netanyahu fürchtet, dass ein Chaos in Ägypten die Übernahme der Macht seitens der Islamisten ermöglicht.“
„Der israelische Premierminister, Benjamin Netanyahu, erklärte heute seine Befürchtung, dass die Lage in Ägypten die Übernahme der Macht seitens der Islamisten ermöglicht; eine Beunruhigung, die er seinen Worte nach mit führenden Persönlichkeiten teilt, mit denen er sich im Laufe der letzten Tage unterhalten hat.“
„… der Premierminister lehnte es ab, jene durch örtliche Medien verbreitete Nachrichten zu kommentieren, die darauf abzielen, dass Israel heute zum ersten Mal seit drei Jahrzehnten Ägypten den Aufmarsch von Truppen auf der Sinai-Halbinsel gestattet habe, was als eine Verletzung der Friedensabkommen von 1979 zwischen beiden Nationen angesehen wird.
Andererseits und angesichts der Kritikverlautbarungen gegenüber jenen Westmächten wie den Vereinigten Staaten und Deutschland, welche enge Beziehungen zu totalitären arabischen Regimes unterhalten, hat die deutsche Kanzlerin bestätigt: ‘Wir haben Ägypten nicht verlassen’.“
„Der Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern ist seit dem vergangenen September paralysiert, hauptsächlich wegen der israelischen Weigerung, den Bau in den jüdischen Siedlungen im besetzten palästinensischen Gebiet zu stoppen.“
„Jerusalem, (EFE) – Israel neigt zur Aufrechterhaltung der Macht des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak, den der israelische Staatschef Simon Peres heute unterstützte, indem er zu verstehen gab, dass ‘eine fanatische religiöse Oligarchie nicht besser als das Fehlen von Demokratie sei ’.“
„Die Erklärungen des Staatschefs stimmen mit der Verbreitung über die örtlichen Medien von Versuchen seitens Israels überein, Druck auf seine westlichen Verbündeten auszuüben, damit diese den Ton ihrer Kritik gegenüber dem Regime von Mubarak mäßigen, welches das ägyptische Volk und die Opposition zu stürzen versuchen.“
„Nicht genannte offizielle Quellen, die gestern von der Zeitung ‘Haaretz’ zitiert wurden, haben aufgezeigt, dass das israelische Außenministerium am Samstag ein Kommuniqué an seine Botschaften in den USA, in Kanada, China, Russland und mehreren europäischen Ländern geschickt habe, um die Botschafter zu bitten, dass sie vor den jeweiligen örtlichen Behörden mit Nachdruck auf der großen Bedeutung bestehen, die die Stabilität von Ägypten für Israel hat.“
„Die israelischen politischen Beobachter zeigen auf, dass der Fall von Mubarak die Camp-David-Abkommen gefährden könnte, welche Ägypten 1978 mit Israel unterzeichnet hat, und die spätere Unterzeichnung des bilateralen Friedensabkommens von 1979, besonders, wenn dies die Machtübernahme durch die islamistischen Muslimischen Brüder zufolge hätte, die umfangreiche gesellschaftliche Unterstützung genießen.“
„Israel sieht in Mubarak den Bürgen für den Frieden an seiner Südgrenze, außerdem eine bedeutende Unterstützung, um die Blockade des Gaza-Streifens aufrecht zu erhalten und die islamistisch palästinensische Hamas-Bewegung zu isolieren.“
„Eine der größten Befürchtungen von Israel besteht darin, dass die ägyptischen Unruhen, die den tunesischen auf den Fuß folgten, ebenfalls Jordanien erreichen, und das Regime von König Abdala II schwächen, dessen Land zusammen mit Ägypten als einziges arabisches Land Israel anerkannt hat.“
„Die kürzliche Ernennung von General Omar Suleiman als ägyptischer Vizepräsident und hiermit also möglicher Nachfolger des Präsidenten, wurde in Israel willkommen geheißen, das enge Beziehungen der Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Verteidigung mit dem General unterhalten hat.“
„Aber die von den ägyptischen Protestkundgebungen eingeschlagene Richtung erlaubt es nicht, die Fortsetzung des Regimes als eine Tatsache anzusehen, die abgesichert wäre, und auch nicht, dass Israel in der Zukunft weiterhin in Kairo seinen wichtigsten regionalen Verbündeten haben werden wird.“
Wie ersichtlich konfrontiert die Welt zum ersten Mal drei Probleme gleichzeitig:
Klimakrise, Nahrungsmittelkrise und politische Krisen.
Zu diesen können noch weitere schlimme Gefahren hinzugefügt werden.
Die Gefahren eines Krieges, jedes Mal in höherem Maße zerstörerisch, sind sehr latent.
Werden die politischen Führungspersönlichkeiten die ausreichende Gelassenheit und genügend Gleichmut haben, um ihnen zu begegnen?
Davon hängt das Schicksal unserer Gattung ab.
Fidel Castro Ruz
1. Februar 2011
19:15 Uhr
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