Freitag, 30. August 2002

Fidel Castro anläßlich der Erfüllung des gesamten Programmes von Restauration, Erweiterung und Konstruktion der insgesamt 779 Grund- und Mittelschulen

Rede des Präsidenten der Republik Kuba, Fidel Castro Ruz, anläßlich der Erfüllung des gesamten Programmes von Restauration, Erweiterung und Konstruktion der insgesamt 779 Grund- und Mittelschulen der Hauptstadt; Guanabo, Habana del Este, am 30. August 2002

Liebe Bauarbeiter!

Liebe Schüler und Lehrer!

Bürger der Hauptstadt und ganz Kubas!

Wie in den ruhmreichen Tagen von Girón, als unsere tapferen Kämpfer in weniger als 72 Stunden die Söldnertruppen niederschlugen, die in unsere Heimat eingefallen waren, um die Revolution zu zerstören, haben heute die Bauarbeiter, unterstützt von der Bevölkerung der Hauptstadt, einen großen Sieg erzielt.

Für einen Zeitraum von zwanzig Monaten war ein Programm aufgestellt worden, das 779 Grund- und Mittelschulen der Hauptstadt des Landes umfaßte, in denen eine tiefgründige und noch nie dagewesene Revolution des Bildungswesens einsetzt, die für die Welt beispielgebend sein wird. Von der genannten Anzahl, die sämtliche Schulen dieser Bildungsstufen beinhaltet, sollten 734 vollständig restauriert und erweitert werden, 12 sollten rekonstruiert werden, und 33 waren neue Konstruktionen. Die Anzahl der laut Programm erforderlichen zusätzlichen Klassenräume beträgt 3287 einschließlich der Computerlabors. Am 27. April 2001 wurde die Restauration der ersten 100 Schulen erreicht; am 26. Oktober 2001 waren 202 Schule restauriert; am 10. April 2002 waren es 302 und am 29. Juni war Nummer 402 erreicht. An jenem Tag waren es noch 377 Schulen, deren Wiederherstellung, Rekonstruktion oder Neubau noch ausstand. Vor dem 1. September 2002 mußte das Programm erfüllt sein. Man verfügte also über nur 62 Tage für einen frist- und qualitätsgerechten Abschluß des Programmes der 779 Schulen, darunter 33 neue Konstruktionen, von denen bei einigen noch nicht einmal der erste Spatenstich getan worden war.

Warum nun dieses drängende Bemühen? Es hatte mit keinerlei Laune oder Wunsch nach Rekordzeit zu tun. Schlicht und einfach sollte der Unterricht wie üblich in den ersten Septembertagen beginnen – eine Riesenanstrengung im Hinblick auf eine dringende Ausbildung tausend und abertausender Junglehrer, die erfolgte und deren Ziele voll erreicht wurden. In sämtlichen Klassenräumen standen bereits Fernsehgeräte, und sämtliche Schulen besaßen Computerlabors. Es waren 1200 Junglehrer einsatzbereit, die in Intensivkursen für das Unterrichten dieser Disziplin ausgebildet worden waren. Eine Zeitspanne von 20 Monaten für die Realisierung des Programms der Restauration und Schaffung Tausender Klassenräume und anderer Konstruktionen schien eigentlich vollkommen ausreichend, um die Aufgabe ohne größeren Streß zu bewältigen.

Wie es mehr als einmal geschieht, hatte man in einige für diese Aufgabe verantwortliche Funktionäre ein zu hohes Vertrauen gesetzt. Fakt ist, daß kurz vor Ende des Schuljahres abzusehen war, daß man mit dem Programm in Verzug war, daß man die Fristen und erforderlichen Anstrengungen zu optimistisch berechnet hatte, und auch wenn in den unterrichtsfreien Sommermonaten Tag und Nacht gearbeitet werden konnte, so konnten doch die starke Hitze und die Regenfälle nicht zu unterschätzende Hindernisse darstellen.

Bei Einweihung der restaurierten Schule Nummer 402, eine exzellente Arbeit in einem großen und schönen Bau im Stadtteil La Lisa, wurden wir der Notwendigkeit einer riesenhaften Anstrengung gewahr, denn es fehlten noch 377 Schulen in knappen neun Wochen. Sämtliches Material stand bereit. Das Programm war in der vorgegebenen Frist zu erfüllen, und zwar unter striktester Qualitätskontrolle und ohne Zuhilfenahme von Arbeitskräften aus Projekten, die aufgrund ihrer wirtschaftlichen Bedeutung oder des Wertes ihrer zu erbringenden Leistungen einen hohen Stellenwert besitzen.

Hier zeigte sich nun die außerordentliche organisatorische Fähigkeit unserer Partei und des Kommunistischen Jugendverbandes, der Bevölkerung unserer Hauptstadt und ihrer Massenorganisationen. Begeisterte Unterstützung leisteten die Ministerien und zahlreiche Einrichtungen und Unternehmen, die von Anfang an mit großem Elan das Programm unterstützt hatten, durch das alle Kinder der Stadt begünstigt würden. Die Wahlkreise, die Volksräte und die Einrichtungen der Volksmacht aller Stadtbezirke widmeten dem Programm alle erforderliche Zeit und Hilfe. Ganz besonders hervorzuheben ist der vom Lehrpersonal und den Direktoren der Schulen sowie den Volksbildungsbehörden der Stadtbezirke geleistete Beitrag. Rührend war die Mitarbeit der Kinder, die allen Freude, Emotion und Courage spendeten, wenn sie tagsüber und mitunter sogar zu später Nachtstunde die in ihren Kräften stehenden Arbeiten verrichteten. Gleichfalls nachts und im Morgengrauen konnte man Eltern mit ihren Kindern antreffen.

Es gab mehrere Tage, an denen die Anzahl der Helfer – Bauarbeiter, Schulpersonal und Freiwillige – fast 40 000 betrug. Mehrere Provinzen entsandten Bauarbeiter zur Verstärkung; ausgewählte Personen mit hoher Moral und Qualität. Das Vertrauen in den Erfolg, die Sicherheit, wurde nie aufgegeben.

Heute um 21.00 Uhr begann diese Veranstaltung, also nur drei Stunden vor Ablauf der für das Bauprogramm festgesetzten Frist. Bereits vorher, um etwa 12.00 Uhr und um 14.15 Uhr wurden die beiden letzten Schulen fertiggestellt. Ein Sportreporter würde sagen, der olympische Wettkampf zwischen der verfügbaren Zeit und dem Bauprogramm der 779 Schulen wurde zugunsten des letzteren in einem Fotofinale entschieden.

Hunderttausende hatten auf die eine oder andere Weise Anteil an dem gemeinsamen Ziel. Häufig betrug die Arbeitszeit 16 und auch 20 Stunden. Den in den Monaten Juli und August an der Heldentat beteiligten Helfer wurde im Rahmen des Möglichen eine sorgsame Betreuung zuteil. Zubereitet wurden für Frühstück, Mittagessen, Abendbrot und Imbiß insgesamt 30 Millionen Rationen.

Die Gesamtkosten des Bauprogramms der Schulen, das in fast zwei Jahren realisiert wurde, belaufen sich auf 25 851 000 Dollar in konvertierbarer Währung und 215 827 000 Peso in Landeswährung. Als Wert der restaurierten und erweiterten sowie neuen Immobilien können nicht weniger als zwei Milliarden Dollar genannt werden. Nicht gemessen werden kann ihr sozialer und ihr humaner Wert. Mit 20 Schülern pro Klasse wird unser Land in der Grundschulerziehung weit über allen anderen Ländern der Welt stehen.

Während sich dieses in der Hauptstadt abspielte, wurden weitere Riesenanstrengungen von Bauarbeitern und Bevölkerung in der Schlacht zur Wiedererrichtung all dessen, was der Hurrikan „Michelle" zerstörte, unternommen, und zwar bei ebenfalls Einhaltung von Fristen und Qualität der gestellten Ziele, deren Kosten sehr viel höher liegen, die jedoch gleichfalls unumgänglich sind.

Wie bei allen großen Unterfangen gab es in unserer Stadt Widersprüche, Mängel, Diskussionen, harte Kritik, Tadel und Debatten. Dies hat zweifelsohne zu Berichtigungen, Reorganisationen, Strategien und Taktiken vor Ort, erfinderische Lösungen auf unvorhergesehene Probleme und Situationen geführt, bei denen das Talent unserer Ingenieure, Architekten, Facharbeiter des Bauwesens und Projektleiter zum Ausdruck kam.

Viel wird man über dieses edle und selbstlose Heldenepos, das für das Vaterland von so großem Nutzen sein wird, schreiben; und viele Anekdoten wird man sich erzählen. Die hier gesammelten Erfahrungen werden für andere Programme und Projekte von großem Wert sein. Das grandiose Bildungs- und Erziehungsprogramm der Revolution wird nach und nach das gesamte Land erfassen.

Zum Abschluß meiner Worte heute möchte ich nur noch hinzufügen, daß die Schlacht mit hoher Würde und Courage gewonnen wurde. Wir können auf unsere Heldentat stolz sein.

Doch ein Grundprinzip muß gesetzt werden. In den Bildungseinrichtungen, die nun wie neu sind, ist heute alles sehr schön. Doch wie es bei jedem Projekt der Fall sein kann, so können sich zweifelsohne auch hier in einigen Einrichtungen – ob neu, rekonstruiert oder restauriert – Schwierigkeiten einstellen. Es muß Personal einsatzbereit sein, um irgendwo auftretende Schwierigkeiten mit aller Dringlichkeit aus dem Weg zu räumen. Nun das Allerwichtigste: In der Hauptstadt sind sofort, ohne auch nur eine Minute zu verlieren, auf den Ebenen der Stadtbezirke und Volksräte die entsprechenden Mechanismen für erforderliche unmittelbare Reparaturen oder Ersatz in den Schulen zu schaffen. Die entsprechenden Berechnungen sind anzustellen. Sie haben präzise zu sein, sicher und absolut vernünftig und wirtschaftlich, getragen von striktem Sparsamkeitsbewußtsein und dem Schutz des erforderlichen Materials, damit die in dem abgeschlossenen Bauprogramm erfaßten 779 Schulen stets in dem optimalen, aufmunternden und schönen Zustand bleiben, in dem wir sie heute einweihen.

Bei Kindern, Lehrern, Eltern, Nachbarn und Bevölkerung generell ist eine echte Kultur des Schutzes und der Erhaltung der Schulen, ihrer Mittel und Ausrüstung zu entwickeln. Nichts ist edler, humaner, motivierender und nützlicher als eine Schule.

Keinesfalls dürfen wir erlauben, daß das, was uns heute allen Freude bringt, durch Gleichgültigkeit und Unverantwortlichkeit morgen Anlaß zu Traurigkeit und Enttäuschung gibt.

Geben wir Acht auf das Werk! Erweisen wir uns der Heldentaten würdig, deren Realisierungsvermögen wir bewiesen haben!

Es lebe die Revolution!

Es lebe der Sozialismus!

Vaterland oder Tod!

Wir werden siegen!

Dienstag, 13. August 2002

Interventio des Präsidenten der Republik Kuba, Fidel Castro Ruz, im Akt zur Wiedereinweihung der mehr als 200 Schulen der Hauptstadt des Landes

Interventio des Präsidenten der Republik Kuba, Fidel Castro Ruz, im Akt zur Wiedereinweihung der mehr als 200 Schulen der Hauptstadt des Landes, durchgeführt am 13. August 2002

Landsleute der Hauptstadt und von ganz Kuba!

Vor ungefähr 20 Monaten, im Dezember des Jahres 2001, begann eine langsame und ermüdende Anstrengung. Es waren mehr als 734 Grund- und Mittelschulen der Hauptstadt der Republik total zu restaurieren und zu möblieren, 12, die verlassen waren, wiederaufzubauen und 33 neue zu bauen, womit sich die Bedingungen aller Installationen dieser Art bedeutend verbessern würden und außerdem die Anzahl der notwendigen Klassenräume um 2 616 erhöht würde, in erster Linie für ein neues Programm der Grundschulbildung, die wenig Räumlichkeiten hat und diese mit Schülern überfüllt sind. Von den 536 Grundschulen hatten 513 Speisesaal, die mit daselbst zubereiteten Lebensmitteln oder mit von außerhalb gebrachten versorgt wurden, unter sehr ungünstigen Bedingungen. Der Zustand der bestehenden Küchen war prekär; die Geräte und Einrichtungen zur Aufbewahrung und Zubereitung der Nahrungsmittel waren obsolet und funktionierten nicht, es war alles auszuwechseln, zum Wohl der fast 130 Tausend Grundschüler, die diesen Service benötigten, da die Eltern oder anderen Familienangehörigen wegen ihrer Arbeit oder aus anderen Gründen, sich zu dieser Tageszeit nicht um sie kümmern konnten. Dazu kommen noch 10 673 der Spezialbildung, die ihre Ernährung in den Schulen erhalten.

Man stelle sich die Liste von zusätzlichen Problemen vor, wie gänzliches Fehlen oder Unterbrechungen in der Wasserversorgung, Fehlen von Trinkstellen mit gekühltem Wasser in allen, von einigen Türen und Fenstern, undichte Dächer und wirkliche Mängel und Schwierigkeiten in den Sanitäranlagen, die viele Schulen beeinträchtigten.

Die durchschnittliche Schülerzahl pro Klasse war 37, obwohl in einigen hundert von ihnen diese Ziffer sich zwischen 40 und 50 pro Klasse bewegte.

In unserer Hauptstadt waren die materiellen Studienbedingungen und das Fehlen von Grundschullehrern die schwierigsten des ganzen Landes. Die lange Blockade, und ganz speziell die Spezialperiode mit ihren riesigen Mängeln an Ressourcen, und der scheinbare Verlust der Lehrberufung unter unserer Jugend, hatten tiefe und scheinbar unüberwindbare Spuren in so einer außerordentlichen und entscheidenden revolutionären und sozialen Aufgabe hinterlassen, wie es die Bildung ist.

Durchgeführte Studien zeigten, daß die Kinder der Grundschulen der Hauptstadt ungefähr die Hälfte der Kenntnisse der Grundschüler von Santiago de Cuba aufwiesen. Im Vergleich zum übrigen Teil von Kuba war die Stadt Havanna in der gleichen Situation, wie die Grundschüler von Lateinamerika in Bezug auf Kuba. Wie aus Forschungen von internationalen Organismen bekannt ist, unsere Grundschüler, im Ganzen gesehen, verdoppeln die durchschnittlichen Kenntnisse der Schüler der Grundschulen jener Länder.

Diese Situation in den Schulen der Hauptstadt war zu verändern, egal welches die Knappheit an materiellen Ressourcen und die zu verwirklichenden Opfer wären.

Im September des Jahres 2000, zu Beginn des Schuljahres, stellten wir uns das ambiziöse Objektiv, das Problem der Grundschulbildung der Stadt in einem Zeitraum von nicht mehr als zwei Jahren zu lösen, und gleichzeitig im ganzen Land Maßnahmen und Konzepte anzuwenden, welche die Kenntnisse unserer Kinder dieses Schulniveaus optimieren und multiplizieren würden, womit unser Land einen Platz sehr oberhalb von jeglichem anderen in der Welt einnehmen würde.

Gruppiert zu hundert oder mehr Schulen, wurden während dieser Zeitspanne die beendeten Restaurierungen eingeweiht.

Im Akt, der am 27. April 2001 im Stadtbezirk Plaza de la Revolución stattfand, weihte man die ersten 144 restaurierten Schulen ein. Und am vergangenen 29. Juni, im Stadtbezirk La Lisa, mit der Schule Nummer 402, die dritte Gruppe der restaurierten Einrichtungen. An diesem Tage waren noch 344 zu restaurieren, zusätzlich die 33 neuen, deren Bau seinem Ende zugehen, und sogar bei mehreren von ihnen begonnen werden mußte.

Es blieben nur etwas mehr als zwei Monate, um die Aufgabe in der vorgesehenen Zeit zu erfüllen. September war der Grenzmonat, um das noble und riesige Unternehmen zu beenden, das mehr als eine Viertel Million von Kindern und Jugendlichen unserer Hauptstadt in weniger als zwei Jahren zu Gute kommen würde.

In diesem kurzen Zeitraum stellten wir uns ebenfalls die Aufgabe mehr als 4 Tausend freiwillige Schüler in Notkursen als Grundschullehrer vorzubereiten, die unter denen, die das letzte Jahr der Gymnasien mit pädagogischer Orientierung von Havanna-Stadt bestritten, ausgesucht wurden, die in den in der Nachbarprovinz Havanna-Land gelegenen Landschulen studierten.

Die ersten 500 begannen in einer Schule des Kreises Melena del Sur, die speziell vorbereitet und mit den entsprechenden Mitteln und den angemessenen Bedingungen für ein intensives Studium ausgerüstet wurde und mit einem sehr guten und ausgewählten pädagogischen Lehrkörper.

Obwohl sie Internatsschüler waren, die alle zwei Wochen nach Hause fuhren- um es genau zu sagen, 401 von Havanna-Stadt und 100 von Matanzas- ist keiner von ihnen vom Programm aus dem Programm ausgestiegen. Genauso ging es mit den zwei darauffolgenden Kursen. Eine wirklich großartige Leistung der Leitung und Lehrkräfte dieser ruhmreichen und schon berühmten Schule!

Die ausgezeichneten Ergebnisse dieser ersten Abgänger, ihre Beflissenheit, ihr Enthusiasmus, ihre effiziente Arbeit als Lehrer, jeder von ihnen unter der Anleitung eines diplomierten Grundschullehreres, haben endgültig die falsche Theorie widerlegt, in Bezug auf das Fehlen einer Berufung unserer Jugend, um zu studieren und die notwendigen Aufgaben zu verwirklichen, die ihrerseits mit den professionellen Interessen ihrer Präferenz und mit weitgehenden und verschiedenartigen Perspektiven, ihr Studium in den Universitäten fortzusetzen, in Einklang gebracht wurden.

Sehr jung, mit knapp 19 Jahren, würden sie schon einer bezahlten, in hohem Grade ehrenvollen Arbeit von außerordentlicher Wichtigkeit und sozialem Prestige nachgehen.

Zu Beginn dieses Programms zählte man praktisch nur mit dem Heldentum der Lehrer der Stadt, dem revolutionären Geist unseres Volkes, den vielen schulischen Einrichtungen und dem großartigen menschlichen Kapital, das von der Revolution geschaffen wurde. Die minimalen vorhandenen Ressourcen für so ein Programm mußte man optimieren und beinahe multiplizieren.

Schon nahe daran, das Ziel zu erreichen, genügt es anzuzeigen, daß die Kosten des wichtigen und vitalen Bauprogrammms in den Schulen der Hauptstadt weniger als 10 Prozent der erlittenen Schäden und verursachten Ausgaben für die Rekonstruktion und Reparatur der Totalschäden, die der Hurrikan Michelle verursachte, darstellen.

Nichts ist unmöglich für das zielbewußte, intelligente, kämpferische und patriotische Volk dieser Stadt. Der Kampf um die Schulen durfte nicht verloren werden und wird auch nicht verloren. Das war mit der größtmöglichen Ordnung, und ohne eine der anderen Bauten zu unterbrechen oder zu beeinträchtigen, die mit Produktions- und Serviceeinrichtungen von essentieller Wichtigkeit in Beziehung stehen.

Es war Ferienzeit, es gab weder Unterricht noch andere schulische Veranstaltungen; man konnte Tag und Nacht arbeiten, jeden Tag in zwei, drei oder vier verwandeln. Und genau das taten und tun weiterhin unsere tapferen Schulschmiede in fast allen Bauten. Ausgewählte Kräfte aus anderen Provinzen unterstützten solidarisch die Schulbauten der Hauptstadt.

Ungefähr 22 Tausend berufsmäßige Bauarbeiter, zum Großteil aus den Arbeitern der ruhmreichsten Kontingente der Hauptstadt und der erfahrenen Mikrobrigadisten-Bewegung zusammengesetzt, zu jeder Stunde und Minute von Tausenden von Freiwilligen unterstützt- die Männer und Frauen aller Berufe, Lehrer, Schüler, Kinder, Adoleszenten, Jugendliche und sogar Männer und Frauen mit fortgeschrittenem Alter einschließen- mit Ordnung und Disziplin, Materialversorgung, guter Organisation und politischer und technischer Leitung, sind die Autoren der großartigen Leistung, zwischen dem 29. Juni und dem 13. August die Restaurierung oder den Bau innerhalb von 45 Tagen von 254 Schulen beendet zu haben. Um das Programm abzuschließen, sind noch 123 Bildungseinrichtungen fertig zu restaurieren oder zu bauen.

Wenn ich für diese Heldentat einen Namen suchen würde, dann würde ich sie wie in jenem von Konstantin Simonov geschriebenen Roman der heroischen russischen Literatur, als die Rote Armee Moskau vor den Nazihorden verteidigte „Tage und Nächte" benennen.

Es ist wahr, daß es Fehler gegeben hat, und Ineffizienz, fehlende Disziplin, fehlende Koordination und andere menschliche Fehler in so einem komplizierten und riesigen Bauprogramm, aber es wurde unablässig und ohne Waffenstillstand gegen dieselben gekämpft. Deshalb heben sich in großem Maße der Enthusiasmus, die Disziplin, die Effizienz und der Arbeits- und Opfergeist ab, die überwogen. Nichts konnte die großartige Leistung trüben.

In dieser Schlußetappe geht man mit der schon großen angesammelten Erfahrung zählend vorwärts, auf die Verstärkung des qualifiziertesten Personals, der Bauten die man abschließt, zurückgreifend, woraus man schlußfolgernd eine viel höhere Produktivität und einen erneuerten Enthusiasmus erreicht.

Das Wetterverhalten war und ist noch die grundlegende Besorgnis. Der Zeitraum war zum Glück nicht sehr regnerisch.

Man wendete von vornherein die Taktik an, in erster Linie das Gießen der Fundamente und den Dachbau voran zubringen, um zu garantieren, daß es in den Endphasen jedes Baus keine Unterbrechung wegen Regen geben würde.

Der Erfindungsgeist unserer Techniker und das Interesse, das die Leiter von Organismen und Betrieben ohne Ausnahme widmeten, deren Bauleute und Freiwillige die Restaurierungen und Bauten unterstützten, stachen hervor.

Ein Prinzip wurde mit der größten Genauigkeit angewendet: Die Qualität jedes Bauobjekts stand über allem. Die systematische Überwachung und Kontrolle waren beständig. Da sich die Schulen ihrer Kinder in den Stolz und das höchste Interesse aller Nachbarn verwandelte, haben Millionen von Augen auf spezielle rt die Qualität und Schönheit dessen, was getan wurde, überwacht.

Man muß, zusätzlich an alles was aufgezeigt wurde, daran erinnern, daß jede fertige Schule ein modernes Computerlabor, junge Lehrer, die speziell darauf vorbereitet wurden, diesen Unterricht zu geben, audiovisuelle Mittel in allen Klassenräumen und einen Kanal für Bildung zur Verfügung hat.

Das Schauspiel unserer Hauptstadt war sehr ermutigend in diesem heißen Sommer. Die Nachrichten über die Schulen, die in den anderen Provinzen restauriert werden, sind auch ausgezeichnet.

Bewußt des riesigen Werks, daß im ganzen Land auf uns wartet, um einen Qualitätssprung in unseren Bildungsdienstleistungen und eine wirkliche Revolution auf diesem Gebiet mit einem Minimum an Ausgaben zu erreichen und in erster Linie Zuflucht nehmend auf unser menschliches Kapital, stärken sich unser Vertrauen und Sicherheit.

Und wie ich vor drei Tagen beim Abschluß von 741 Schülern der Notschule für Krankenpfleger vom Cotorro ausdrückte, ein anderer Bereich von außerordentlicher Bedeutung wurde nicht vergessen und wird nicht vergessen werden: die Dienstleistungen auf dem Gesundheitssektor, die ebenfalls von der Spezialperiode beeinträchtigt wurden, zusätzlich zur brutalen und blutigen imperialistischen Blockade, ohne daß die subjektiven Faktoren und die Unfähigkeit von Einigen in leitender Stellung eine wichtige Stellung an der Seite der objektiven Schwierigkeiten einnehmen.

Dieser Bereich wird Objekt von einer soliden und tiefgreifenden Aufmerksamkeit sein, um die großen Fortschritte, die erreicht wurden, zu garantieren und auf höhere Ebenen mit einer vollkommenen Verwendung des vorhandenen riesigen menschlichen Kapitals überzugehen, das mit seiner Wissenschaft und seinem solidarischen und humanitären Geist heute die Welt verwundert durch die Dienstleistungen, die es heute in vielen anderen Ländern leistet.

Genau heute Abend machen Tausende von Professionellen und Technikern des Gesundheitswesens ihren Abschluß. Die Kräfte unseres ruhmreichen Heeres im Kampf um das Leben, Sieger über Schmerz und den Tod, wachsen und multiplizieren sich. Ihr Kampfgeist wird jedesmal stärker sein; ihre Kenntnisse tiefgreifender. In enger Verbindung mit unseren Forschern und Wissenschaftlern werden sie Beispiele und Vorkämpfer eines neuen Konzepts der noblen Funktion der Dienstleistungen des Gesundheitswesens sein, das komplett frei vom verächtlichen merkantilistischen Geist sein muß, der vom imperialistischen, kapitalistischen und neoliberalen System gesät wurde und der heute auf der Welt herrscht.

Es darf nicht vergessen werden, daß die Stadt in diesem selben Jahr 2002 während 70 aufeinanderfolgenden Tagen unablässigen Kampfes ohne eine einzige Pause eine erfolgreiche Bataille gegen das Dengue-Fieber führte, das hier und im ganzen Land komplett ausgerottet wurde. Und auch, daß unser Volk während zehn Monaten dabei war, die Reparatur der vom Hurrikan verursachten Schäden durchzuführen, welcher der schädlichste und zerstörerischste der letzten 100 Jahre war. Diese wird in weniger als zwölf Monaten beendet sein.

Diese und andere vitale Bereiche für die Gerechtigkeit, den Wohlstand, die Freiheit und Ehrenhaftigkeit der menschlichen Wesen kommen kraftvoll voran inmitten unserer schon historischen und beeindruckenden Ideenschlacht in der konvulsiven und verzweifelten Welt, die uns umgibt.

Der folgende Monat September wird wegen seiner Tragweite für das Bildungswesen in Kuba unvergeßlich sein:

Am 2. werden mehr als 5 Tausend Jugendliche Notlehrer der Grundschulbildung werden. Sie stammen aus Havanna-Stadt, Matanzas, Cienfuegos und Ciego de Avila, denen sich im selben Festakt die ersten Tausend Abgänger anschließen, die schon voll ihren schönen Beruf ausüben.

Am 9. wird in den Einrichtungen der „Salvador Allende" die Schule für Notlehrer für Mittlere Reife eingeweiht, mit 4500 Schülern aus dem ganzen Land, was die genau so bedeutende Etappe einleitet, in der der Unterricht auf diesem Bildungsniveau radikal revolutioniert wird, der heutzutage in eine tiefe Krisis auf Weltmaßstab getaucht ist, die scheinbar unlösbar ist.

Und am 16. dieses selben Monats wird die öffentliche Einweihung des Schuljahres 2002-2003 stattfinden.

Die Kinder der Hauptstadt und die des ganzen Nationalterritoriums ihrerseits beginnen den Unterricht am 3. September.

Ich gratuliere Euch, Mitbürger der Hauptstadt und des ganzen Landes!

Schlacht auf Schlacht werden wir Gefahren bestehen und Hindernisse bezwingen.

Ich will mich nicht weiter ausbreiten. Die Tatsachen sagen immer mehr als Worte.

Danke für alles, was ihr getan habt!

Danke für die tiefgreifende Revolution auf dem Bildungssektor und im kulturellen Bereich, die Ihr verwirklicht, welche nicht nur unserem Volke zugute kommen wird, sondern auch vielen anderen!

Danke für das Beispiel, daß ihr mit ausdauerndem, heroischen und schöpferischen Kampf heute der Welt bietet!

Es lebe der Sozialismus!

Vaterland oder Tod!

Wir werden siegen!

Dienstag, 6. August 2002

Fidel Castro Ruz zur feierlichen Einweihung der Experimentalschule José Martí

Ansprache des Präsidenten der Republik Kuba, Fidel Castro Ruz, zur feierlichen Einweihung der Experimentalschule José Martí, in La Habana Vieja, am 6. September 2002


Liebe Lehrer und Schüler der Experimentalschule José Martí!

Mitbürger!

Es ist eine allgemeine Meinung, sogar von den internationalen, Bildungsfragen gewidmeten Organismen unterzeichnet, daß der Zustand der Grundausbildung in den Mittelschulen auf der Welt eine Katastrophe ist. Ich teile diese Meinung, und werde ohne jegliches Zögern meine Gesichtspunkte zu dem Thema darlegen, einschließlich der Situation in Kuba.

Das traditionelle Unterrichtssystem für die Schüler der Mittelstufe, welches vom Westen geerbt wurde, war für Minderheiteneliten ersonnen. Es paßt sich überhaupt nicht an die Erfordernisse einer Bildung für alle Kinder und Jugendliche an.

Eine der Maßnahmen, die am meisten zum Erfolg der Grundschulausbildung in Kuba beitrug, war es, daß der Lehrer dieselbe Gruppe von Kindern, die er unterrichtet und erzieht, von der ersten bis zur vierten Klasse begleitet. In der fünften und sechsten Klasse teilen sich zwei Lehrer diese Aufgabe, welche auch mit den Kindern bis zur Beendigung der Grundschule weitergehen.

Wenn das Kind in die Mittelschule kommt, welche die siebente, achte und neunte Klasse beinhaltet, vollzieht sich ein radikaler und schroffer Wechsel in seinem Leben.

Im gegenwärtigen System, das die Betreuung durch nach Fächern spezialisierten Lehrern bedeutet, die jeder viele Gruppen unterrichten, die sich auf Hunderte von Schülern belaufen können, hat keiner eine besondere Verantwortung; Keiner kennt das Kind, sein allgemeines Verhalten, Charakter, Temperament, persönliche Probleme, Schwierigkeiten im Familienkreis und kann es auch nicht kennen. Der Lehrer kann auch keine Beziehung zu seinen Eltern oder Vormunden aufbauen, welche die Unterstützung jener bei den Bemühungen der Schule und zu einer allseitigen Erziehung des Kindes gewährleistet. Der Schüler geht, je nach Schuljahr, in die Hände von 11, 12 und bis zu 13 verschiedenen Lehrern über. Sie unterrichten ihr Fach innerhalb der Woche in vier, fünf und manchmal bis zu 10 Gruppen von 30 bis 40 Schülern. An einem beliebig ausgewählten Tag durchschnittlich zweihundert bis dreihundert Zöglinge, deren Namen sie schwerlich kennen können, auch wenn es sich um einen glänzenden und fähigen Lehrer handelt. Ich frage mich oft, ob ein Lehrer unter solchen Bedingungen wirklich gründlich die von 200 oder mehr Jugendlichen mit verwickelter Schrift geschriebenen Prüfungs- oder schriftlichen Arbeiten lesen und analysieren kann.

Diese Methode hat nichts mit der Erziehung zu tun; auf jeden Fall handelt es sich nur um eine rudimentäre, unwirksame und komplizierte Unterrichtsmethode.

Es ist etwas, das die Lernenden in Schülergruppen verwandelt, die von einem Lehrer zum anderen gehen und kommen, ohne daß jemand ihre Kenntnisse, ihre Bildung und ihre Werte integriert. In diesem jungen Alter fühlen sich die Schüler einer Behandlung und verschiedenartigsten und sogar widersprüchlichen Kriterien ihrer Lehrer unterzogen. Egal welches die Bemühungen von Direktoren, führendem und leitendem Personal wären, dies ist nicht die ideale Art und Weise einen Jugendlichen von 12 Jahren zu erziehen, der in eine entscheidende und irreversible Etappe seiner Persönlichkeitsentwicklung und seines Lebens eintritt.

Die Anwendung einer solchen Methode in der Praxis ist von unüberwindbaren Hindernissen geplagt. Die Anzahl de Lehrkräfte multipliziert sich. Wenn irgendeiner erkrankt oder aus jeglichem anderen plausiblen Grund seinen Unterricht nicht halten kann, beeinträchtigt das 200 oder mehr Schüler. Unzählige Unterrichtsstunden gehen aus diesem oder ähnlichen Gründen verloren.

Die zu große Spezialisierung des Unterrichts in so jungen Altersgruppen ist absurd und unnötig. Um einen hochgebildeten Lehrer für jedes Fach auszubilden, braucht man Zeit und nicht berechenbare Ausgaben, die sich nicht in Reichweite der meisten Völker der Welt befinden. Dieser wird sehr wenig von seinen tiefgreifenden Kenntnissen auf jeglichem Gebiet der Wissenschaften oder Geisteswissenschaften vermitteln können, trotz der erschöpfenden und selbstlosen Bemühung, mehrere Stunden pro Tag vielen Kollektiven Unterricht zu geben. Das bedeutet andererseits ein unüberwindbares Hindernis, um so viele und so unterschiedliche Fachkräfte zur Verfügung zu haben. Wenn man 25 Tausend Jugendliche der Sekundärstufe in 10 Fächern unterrichten muß, ist es notwendig, 1000 Lehrer zu haben, durchschnittlich 100 pro Fach, im Falle daß die Unterrichtsfrequenz während der Woche mehr oder weniger gleich wäre. Obwohl jene Frequenz sich nicht genau so verhält, die Unterschiede gestalten die Handhabung des Programms und die genaue notwendige Lehreranzahl pro Fach noch komplizierter. In Kuba sind die entscheidenden, welche die höchste wöchentliche Frequenz haben und an denen der größte Mangel herrscht, die von Mathematik und Spanisch. Hinzu kommen die von so wichtigen Fächern wie Geschichte, Physik und Englisch.

Wenn die Jugendlichen, die das Abitur abschließen, sich entschließen in die Pädagogischen Hochschulen einzutreten, äußert jeder von ihnen seine Meinung, das liegt doch auf der Hand. Es gibt Fächer viel mehr bevorzugt werden als andere. Es kann sein, daß nur 30 von je 1000 Mathematik und Computertechnik wählen, 140 Geographie, 55 Spanische Sprache und Literatur, 35 Geschichte und 110 Biologie. Es ist logisch, daß man niemanden mit Gewalt zwingen kann Lehrer des einen oder anderen Faches zu sein. Niemals werden unter der großen Menge, die in der Mittelschule lernt, die Optionen und die Absolventen mit der genau notwendigen Zahl von Lehrern übereinstimmen. Eine wertvolle und selbstlose Lehrerin erklärte mir, daß sie allein, über Jahre, die 500 Schüler einer Mittelschule in Antiker Geschichte unterrichten mußte. Es gab keinen anderen Lehrer, um diesen Unterricht zu erteilen.

So entsteht, was die wichtigste Geißel für dieses Bildungsniveau gewesen ist: der Mangel an Lehrern für viele Fächer, die beklemmende Suche um Hilfe unter den Universitätsstudenten, damit sie eine oder mehrere Unterrichtsstunden pro Woche in den Fächern geben, wo die Lehrfachkräfte fehlen, der fast ständige Einsatz der Schüler, die an den höheren Lehranstalten studieren, das Apellieren an Freiwillige unter den Fachkräften mit Hochschulabschluß, die Veränderungen oder das Anfertigen von Stundenplänen, die sich an den Mangel an Lehrern anpassen. Die Schulen sehen sich genötigt, absolut nicht optimale Stundenpläne anzufertigen, um dem Mangel an für jedes Fach spezialisierten Lehrern entgegen zu treten. Auf diese Art und Weise ist es unmöglich, wirkliche und leistungsfähige Lehrprogramme zur Ausbildung und Erziehung auf diesem Bildungsniveau einzuführen, das so vital für die berufliche Kapazität und die Zukunft der Schüler, welche in ihm studieren, ist, und das in unserem Land fast einhundert Prozent der Jugendlichen erreicht.

Im konkreten Fall unserer Hauptstadt, als wir den Zustand der Mittelschulausbildung detailliert analysierten, fanden wir heraus, daß die Anzahl der Klassenzimmer sehr unter der Anzahl der Schülergruppen dieses Niveaus liegt, und dadurch das jene durch verschiedene Gruppen verwendet werden, gestalten sich die Stundenpläne jedes Jahrganges noch komplizierter. Die einen verwenden die Klassenräume am zeitigen Morgen und die anderen beginnen, sie ab den Mittagsstunden zu verwenden. In den freien Zeiträumen werden im Wechsel die Räume für Laboratorien und andere Zwecke verwendet. Die reale Tatsache ist, daß von den acht Stunden, die das Programm einnehmen soll, erreicht man nur sechs. Ein anderer Umstand kompliziert die Lage auf diesem Bildungsniveau. Die Schüler der Mittelstufe, im Gegensatz zur größten Mehrheit der der Grundschule haben, bis auf Ausnahmen, keinen Schulspeisesaal zur Verfügung. Sie müssen nach Hause gehen, oder das Mittagessen an irgendeinem Imbißstand erstehen. Die Kinder der einfacheren Familien, welche ihre Eltern aus Arbeits- oder anderen Gründen zu diesem Zeitpunkt nicht betreuen können, sehen sich in der Notwendigkeit, mit Gas oder flüssigen Brennstoffen betriebene Kochstellen zu benutzen, um ihre Nahrungsmittel aufzuwärmen oder anzufertigen, was Unfallrisiko hervorbringt. andere gehen in die Wohnung von engeren Freunden. Die Rückkehr zur Schule zögert sich heraus und in vielen Fällen kehren sie nicht zu den Veranstaltungen des Nachmittags zurück, und die Kontrolle der Schüler geht zum Nachteil für ihre Ausbildung, Disziplin und ihr Verhalten verloren. Die Zahl derjenigen, die in den zusätzlichen Stunden nicht erscheinen, kann 30 Prozent erreichen. Das ist nicht so in den kleineren und mittleren Gemeinden und Städten des übrigen Teils des Landes.

Andererseits gibt es Hunderttausende von Mittelschülern der Sekundärstufe I und II, die sich in Internaten von Schuleinrichtungen des ganzen Landes befinden und kostenlos alle Verpflegung und Betreuung erhalten. Die Schwierigkeiten bestehen in erster Linie in der Stadt Havanna, und von ihr gingen wir aus, um, inmitten der Spezialperiode und der Blockade, der Lage der Mittelschulbildung zu begegnen.

Wir hatten bestimmte Schlußfolgerungen gezogen und zu ergreifende Initiativen festgelegt, aber erst mußte man diese einer schnellen und rigorosen Erprobung unterwerfen. Als ersten Schritt, forderten wir die Lehrbücher für die siebente, achte und neunte Klasse an. Wir wollten überprüfen, ob wir selbst sie verstünden, ob wir in der Lage waren, sie zu erklären, trotz der vielen Jahre, die vergangen sind, seit wir diese Fächer studiert und bestanden hatten und der ohne Frage durch die pädagogischen Wissenschaften neu eingeführten Elemente. Es waren ausgezeichnete Bücher, unabhängig von möglichen und notwendigen Verbesserungen.

Einmal forderte ich einen hohen Beamten des Bildungsministeriums auf, er solle mir mit aller Ehrlichkeit ausdrücken, welchen Prozentsatz des Inhalts jener Bücher man den Schülern der Hauptstadt lehrte. Und er antwortete mir ganz offen: „45 Prozent." Andere Leute, mit denen ich das Thema besprach, sagten mir mit Skepsis, daß es ihrer Meinung nach nicht mehr als ein Drittel des Textes sei.

Wir sind zu der Schlußfolgerung gekommen, daß ein Jugendlicher, der gerade das 12. Schuljahr absolviert hatte, was ihn dazu befähigte in die Universität einzutreten, ausgezeichnet jene Kenntnisse assimilieren und weitergeben konnte.

So entstand die ehrgeizige Idee, Integrallehrer für die Mittelschulausbildung auszubilden, und wir entschlossen uns, sie mit Unterstützung einer ausgesuchten und begeisterten Gruppe von Universitätsprofessoren und Pädagogen mit großer Erfahrung einer Probe zu unterwerfen. Zu Beginn des Sommers des Jahres 2001 forderten der Kommunistische Jugendverband und die Mittelstufenschülerorganisation, 100 Freiwillige an, die gerade das Abitur bestanden haben sollten. Es war unmöglich nicht ein paar mehr einzubegreifen wegen ihrer riesigen Nachdrücklichkeit. Nachdem sie gut mit ihrem Auftrag vertraut gemacht worden waren, begannen sie am 1. August des Jahres 2001 ein intensives Lernprogramm, morgens, nachmittags, abends und manchmal bis in die späten Nachtstunden hinein, im Internatsbetrieb mit sechs Schultagen pro Woche, in Räumlichkeiten der Schule für Sozialarbeiter von Cojímar, eines Stadtteils des Stadtbezirks von Habana del Este. Es war Ferienzeit und der heißeste Monat des Jahres. Soviel Bewunderung rief in uns ihre entschiedene Antwort hervor, daß wir sie seitdem als „Die Mutigen" bezeichnen, und so werden auch die Tausende benannt werden, die heute schon ihrem Beispiel folgen.

Im wesentlichen, mußten sie ihre Kenntnisse auf einen aktuellen Stand bringen und erweitern, bis sie den Inhalt der den drei Jahren der Mittelschulgrundausbildung entsprechenden Fächer gut beherrschten, mit Ausnahme der Fremdsprache und des Sportunterrichts. Sie mußten elementare Methoden und Techniken zur Kenntnisübermittlung bei jenen Fächern erwerben, und bereit sein Schülern der Mittelschule Unterricht zu geben, gleichzeitig setzten sie ihr Hochschulstudium als Studenten der Pädagogischen Hochschulen fort.

Das nicht benutzte Gebäude eines Landinternatsgymnasiums in der Nähe von Caimito, Provinz Havanna, wurde renoviert und wiederhergestellt. Im Dezember vorigen Jahres traten 360 Schüler, Freiwillige der Mittelschulen der Sekundärstufe I aus La Lisa, Marianao und Plaza, die die siebente, achte und neunte Klasse besuchten, in die Schule ein, die mit Ehren den Namen „Juri Gagarin" trug und noch trägt, mit vorheriger Erlaubnis ihrer Eltern. Sie wurden in Gruppen zu 15 Schülern aufgeteilt, 8 pro jedes Schuljahr der Mittelstufe. Logischerweise war die schwierigste Aufgabe für „Die Mutigen" das 9. Schuljahr. Viele forderten es mit Vorrang an. Ihr Enthusiasmus und ihr Geist waren der Bewunderung wert.

Je ein „Mutiger" übernahm eine Gruppe von 15 Schülern und 6 als Reserve der 24. Die anderen der 89 Absolventen setzten das Studium und den Erfahrungserwerb in der selben Schule „Juri Gagarin" fort, wo das Experiment entwickelt wurde, unter der Aufsicht des gesamten Teams eminenter Pädagogen, das sie vorbereitet hatte.

Mehrere Wochen später wurden diese übrigen Schüler in verschiedene Mittelschulen der Stadtbezirke Marianao, La Lisa und Plaza geschickt, wo sie Gruppen von 15 Schülern des siebenten, achten und neunten Schuljahres übernahmen, die mit dem traditionellen System von nach Fächern spezialisierten Lehrern unterrichtet wurden. In jedem Fall wurde ein systematischer Kontakt mit den Eltern der Schüler gewährleistet, die an dieser Erfahrung teilnahmen. Die Veränderung der Schüler waren in ihrem erhöhten Interesse für das Studium, ihrem Fleiß und den akademischen Ergebnissen über dem nationalen Durchschnitt zu erkennen, und die Zufriedenheit der Familienangehörigen der Schüler war groß.

In der Gagarinschule bestand 98,2 Prozent der Schüler den Lehrgang mit ausreichenden Noten, es stach besonders das 9. Schuljahr hervor, wo einhundert Prozent von ihnen befördert wurden. Das zeigte, daß die Ausbildung eines Integrallehrers für die Sekundärstufe I der Mittelschule möglich war. Jedes Jahr das verstreicht, wird jeder dieser Jugendlichen ein hohes Berufsniveau erreichen, indem er seine tägliche Aufgabe eines pädagogischen Hochschulstudiums zusammen mit der ständigen Praxis simultan erfüllt, was nach unserer Ansicht die einzige Lösung für den schwierigen Mangel an Lehrkräften für diese Bildungsstufe darstellt.

Im neuen Konzept erzieht jeder Integrallehrer nur 15 Jugendliche und geht mit seinen Schülern vom siebenten bis zum neunten Schuljahr mit; er wird der Freund, der Berater und Leiter für jeden von ihnen sein; er wird engen und systematischen Kontakt zu ihren Eltern unterhalten, diese informiert halten und ihre Kooperation erbeten. Die audiovisuellen Medien und die Computerlabors werden die jetzige Lage verbessern, selbst wenn noch einige Zeit der Mangel an Klassenzimmern und Lehrern bestehen bleiben wird, während neue Schuleinrichtungen geschaffen werden und das für die neuen Wege notwendige Lehrpersonal ausgebildet wird.

Der erreichte Erfolg und das Vorhaben, das Konzept zu verbessern, hatten entscheidenden Einfluß auf die Idee, diese historische Schule, wo Julio Antonio Mella und andere hervorragende revolutionäre kubanische Persönlichkeiten studierten, in die Experimentalschule José Martí umzuwandeln. Sie liegt zwischen den Stadtbezirken von Habana Vieja und Centro Habana, zwei Gebieten von einfachen Familien der Hauptstadt, und in ihr werden die Themen und die in der Gagarinschule und den anderen Mittelschulen der Hauptstadt erreichten Ergebnisse weiter erforscht.

Die Realität ist, daß, obwohl Gruppen von nicht mehr als 15 Schülern das Ideale wären, uns das Vorhandensein von größeren Räumen, die bis zu 30 und 45 Schülern beherbergen können und der allgemeine Mangel an Klassenzimmern uns dazu zwingen, Alternativen zu suchen und es, je nach Fall, mit Gruppen von 30 und bis zu 45 Schülern mit zwei oder drei Lehrern zu probieren, aber immer das Prinzip beibehaltend, daß ein Lehrer speziell 15 von ihnen innerhalb dieser größeren Gruppen betreut. Dazu kommt die Regel, daß jeder Lehrer fähig sein soll, um jegliches Fach zu unterrichten und dies auf einem wesentlichen integrierten Prinzip beruhend tun muß. Niemals würde ein Schüler ohne Unterricht bleiben.

Die Experimentalschule José Martí beginnt das Schuljahr mit den folgenden Gruppen:

6. mit jeweils 15 Schülern der siebenten Klasse pro Klassenzimmer, mit einem „Mutigen" pro Gruppe.

10. mit jeweils 30 Schülern der siebenten Klasse pro Klassenzimmer, mit zwei „Mutigen" pro Gruppe.

6. mit jeweils 45 Schülern der achten Klasse pro Klassenzimmer, mit drei Mutigen" pro Gruppe.

1. mit 15 Schülern der neunten Klasse mit einem
„Mutigen" pro Gruppe.

10. mit jeweils 45 Schülern der neunten Klasse mit 10 der jetzigen Lehrer der Schule, die 4 oder mehr Fächer unterrichten werden.

Es ist sehr angenehm zu informieren, daß 95,9 Prozent der Lehrer der Mittelschulen der Sekundärstufe des Landes, die als spezialisierte Lehrer ein Fach unterrichten, sich angeboten haben, um Unterricht in zwei oder mehr Fächern zu geben. Andere haben ihre Bereitschaft erklärt, alle Fächer zu erteilen, etwas was ausgehend von den Kenntnissen, der Erfahrung und des hohen Ausbildungsgrades unserer selbstlosen Lehrer der Mittelschule sehr gut möglich ist. Das beseitigt seinerseits den Mangel innerhalb des jetzigen Systems und verbessert die Situation der Mittelschulen.

Wenn man in Betracht zieht, daß es eines der Probleme des übermäßig spezialisierten Bildungssystems ist, daß die Lehrer, nachdem sie nacheinander mit zahlreichen Gruppen zu 30 bis 40 oder mehr Schülern pro Gruppe gearbeitet haben, ihre Arbeit sichtbar erschöpft zu beenden geruhen, dann wird das System, welches wir vorschlagen, die jetzigen Lehrer dieses Niveaus objektiv begünstigen und von einer schweren Last befreien. Außerdem werden viele von ihnen zur höheren Mittelstufe oder sogar zur Universität übergehen können, deren Außenstellen sich landesweit und –breit multiplizieren werden, wie wir erklärten.

Diese Schule, die den ruhmreichen Namen José Martí trägt, hat schon einen zusätzlichen Vorteil: hundert Prozent der Schüler wird in der eigenen Schule Mittag essen und ihre Ernährung wird als wichtiges Experimentierzentrum der Qualität jener entsprechen, welche die Schulen der Spezialprogramme mit intensiver Tätigkeit erhalten, die vor kurzem von der Revolution geschaffen wurden.

Überzeugt von der großen Zweckmäßigkeit, Notlehrer für die Mittelschule auszubilden, ausgehend von der gesammelten Erfahrung und dem riesigen und verwirrenden Mangel, verursacht durch das dem Westen nachgeahmte System, wird am 9.September in den Abendstunden der Lehrgang der Schule Salvador Allende zur Ausbildung von Notlehrern für die Mittelschulen mit 4 500 Schülern eingeweiht. Diese wurden unter Jugendlichen des ganzen Landes, die gerade ihr Abitur bestanden haben, ausgewählt, und dort werden jedes Jahr Tausende von jungen Abiturienten eintreten, um unter der Anleitung von mehr als 400 hervorragenden Pädagogen, die auch aus ganz Kuba kommen, diesen noblen Beruf zu erlernen.

Andererseits werden die Pädagogischen Hochschulen ungefähr 3 Tausend Lehrer jedes Jahr ausbilden. Mit beschleunigtem Tempo wird die Mittelschulausbildung sich radikal verändern. Wenn es in der Primärstufe 20 Schüler pro Klassenraum geben wird, dann wird in der Mittelschule ein Lehrer 15 Schüler direkt betreuen.

Jedoch wird die Gesamtzahl der Lehrkräfte kaum anwachsen, dadurch das diese fast alle Fächer übernehmen werden. Dreißigtausend werden mehr als 350 Tausend Schüler betreuen können, einschließlich der Reserven. Man muß berücksichtigen, daß zusätzlich der Kanal für Bildung eine wichtige und wachsende Rolle bei der Unterstützung aller Bildungsniveaus spielen wird.

Es steht uns noch bevor, die Probleme der höheren Mittelstufe zu analysieren. In diesem Niveau scheint man nicht auf die Spezialisierung verzichten zu können. In diesem Alter sind die Persönlichkeit und der Charakter der Jugendlichen schon mehr ausgebildet. Aber es wird notwendig sein, ein Höchstmaß an Qualität und neue Formen zu suchen, um die Entwicklung des Gewissens, den allgemeinen integralen Bildungsstand, die Beziehung Schule- Elternhaus und die differenzierte Betreuung jedes Schülers zu gewährleisten.

Es gibt schon nichts mehr, das das unaufhaltsame Voranschreiten des kubanischen Volkes in Richtung auf eine allgemeine, integrale Bildung und den Spitzenplatz in der Bildung und Ausbildung unter allen Völkern der Welt aufhalten wird!

Es lebe der Sozialismus, der diesen grandiosen Traum in einem Land der Dritten Welt möglich gemacht hat!

Vaterland oder Tod!

Wir werden siegen!

Freitag, 26. Juli 2002

Fidel Castro anläßlich des 49. Jahrestages des Sturmes auf die Kasernen Monkada und Carlos Manuel de Cespedes

Ansprache, die von Fidel Castro Ruz, Präsident der Republik Kuba, in der offenen Tribüne der Revolution anläßlich des 49. Jahrestages des Sturmes auf die Kasernen Monkada und Carlos Manuel de Cespedes gehalten wurde, und die auf dem Revolutionsplatz „Abel Santamaría Cuadrado" in Ciego de Avila am 26. Juli 2002, im „Jahr der vom Imperium gefangengehaltenen Helden" stattfand.

Mitbürger!

Die Geschichte hat bewiesen, daß nichts unser Volk in seinem hervorragenden Kampfdrang hat besiegen können, und daß die körperlich greifbaren Waffen nicht mächtiger als die Ideen sind.

Gómez und Maceo, ihre Beständigkeit und Ihr Heldentum, reiten heute als unbesiegte Kavalleristen durch unsere Felder; Cespedes und Agramonte haben die Verfassung und Gerechtigkeit bei sich, um die sie ihr Blut in der souveränen und freien Republik vergossen haben, die sie in 1868 ausriefen. Das Gedankengut von Martí herrscht in dem Volk von Werktätigen, das wir heute sind, und auch gab es nichts, das verhindern konnte, daß aus dem proletarischen Geist eines Landes, das durch Jahrhunderte mit Blut und Schweiß von Sklaven und Arbeitern erbaut wurde, mit unauslöschlicher Kraft und für immer die vollkommenste Begierde auf Freiheit und alle die Gerechtigkeit , die unser Nationalheld forderte, hervorquoll: Der Sozialismus.

Das, was wir heute sind, das haben wir mit Ehre und einem Geist von Humanität und Gerechtigkeit zu verteidigen gewußt, welches, wie eine ewige Flamme, heute schon nicht mehr löschbar ist.

Ruhm vor allem denjenigen, an diesem 26. Juli, die an einem Tage wie dem heutigen, vor 49 Jahren, ihr Blut vergossen und ihr Leben opferten, um erneut und mit immer wachsendem Bewußtsein den Weg einzugehen, den jene in Angriff nahmen!

Ruhm dem Volk, das, in gerechten Ideen und heroischen Traditionen erzogen, diese bis heute erhalten hat, sie morgen erhalten wird und dies für immer bis zum Sieg!

Was sind wir und was werden wir sein, wenn nicht eine einzige Geschichte, eine einzige Idee, ein einziger Willen für alle Zeiten?

Ciego de Avila und Morón, gestern Schützengraben, mit dem der Feind den östlichen vom westlichen Landesteil zu trennen versuchte, was sind sie an diesem 26. Juli? Unzerstörbarer Weg, der das Gedankengut, das Heldentum und den Kampfwillen der unauslöschlichen Schutzwehr vereint, mit deren Unabhängigkeit Martí verhindern wollte und verhinderte, daß sich der mächtige und expansionistische Nachbar aus dem Norden in den Antillen ausbreite und mit dieser noch größeren Kraft über unsere amerikanischen Länder herfiele.

Bürger von Ciego de Avila und andere Mitbürger der einstigen Provinz Camagüey: Ohne die Erinnerung Eurer gestrigen Opfer, wären unsere Träume von heute unmöglich.

Vor knapp zwölf Jahren erwarteten viele auf der Welt den letzten sozialistischen Staat im Westen, Kuba, zusammenbrechen zu sehen. Es ist nicht viel Zeit vergangen und heute, im Gegensatz dazu, sind es nicht wenige auf dem Planeten, die darauf warten zu sehen, wie die entwickelten kapitalistischen Länder, mit den Vereinigten Staaten an der Spitze, aus der kolossalen und chaotischen wirtschaftlichen Unordnung, in die sie verwickelt sind, herausfinden. Die, die gestern so viel vom Ende der Geschichte redeten, könnten sich fragen, ob diese tiefe Krisis nicht vielleicht den Anfang des Endes des politischen, wirtschaftlichen und sozialen Systems bedeutet, das sie darstellen.

Daß man der Katastrophe bewußt ist, die so ein System leidet, bedeutet jedoch nicht, daß man notwendigerweise irreal sei, an Exzeß von Optimismus leidet, oder Spiegelbilder inmitten dessen sieht, was noch eine sandige Wüste ist.

Die Menschen, die auf irgendeine Art und Weise ein Fragment der Zukunft voraussahen, sahen in der Regel das Verschwinden der Tragödien ihrer Epoche viel näher und greifbarer. Man müßte jedoch wirklich blind sein, um nicht zu begreifen, daß die barbarische und grausame Weltordnung, unter der heute die Menschheit leidet, sich nicht allzu lange verlängern läßt.

Die Geschichte hat bewiesen, daß aus den tiefen Krisen jeglichen herrschenden Systems immer neue Epochen hervorgegangen sind.

Das 21. Jahrhundert wird nicht, wie das vor kurzem zu Ende gegangene sein. In ihm wuchs die Weltbevölkerung viermal mehr, als was sie in mehreren Hunderttausenden von Jahren gewachsen war, während denen der Mensch als Vagabund durch die Wälder, Waldstücke, Flüsse und Lagunen des Planeten umherschweifte, und den Unterhalt in einigen der dunklen Ecken des Planeten suchte, die heute von vorbeugenden und überraschenden Angriffen bedroht sind. Man könnte heute beinahe jene großmütigen, barbarischen Vorfahren beneiden!

Als Marx 1848 das Kommunistische Manifest schrieb, schien es, daß die beinahe einzige Beschränkung der unerschöpflichen Quelle von Reichtümern, welche die Existenz eines wirklich gerechten und dem menschlichen Wesen angemessenen sozialen Regimes möglich mache, das kapitalistische ausbeuterische und unbarmherzige System wäre, das aus der bürgerlichen Revolution hervorging. Nicht einmal sein genialer Geist war in der Lage sich vorzustellen, wieviel Schaden der Kapitalismus noch der Menschheit zufügen würde.

Lenin entdeckt und analysiert seine imperialistische Phase.

Heute, fast hundert Jahre danach, leidet die Menschheit die Grauen seiner neoliberalen Globalisierung.

Mit jeder einzigen dieser Etappen, mit denen sich seine Existenz erschöpft, entstanden neue und riesige Herausforderungen.

Vor knapp 30 Jahren erwähnten sehr Wenige auf der Welt die Umwelt. Die Konzepte oder Themen bezogen auf die Zerstörung der Wälder, die Erosion und Versalzung der Böden, die Klimaveränderungen, die schwindende Ozonschicht, riesige sich verflüssigende Eismassen, ganze Städte und Nationen, die unvermeidlich zum Verschwinden unter dem Meeresspiegel verurteilt sind, verunreinigte Luft, verseuchtes Wasser, Überbeanspruchung der Meere, schienen Erfindungen der Katastrophen-Wissenschaftler zu sein und nicht greifbare Wirklichkeiten.

Welchen Sinn haben für die größte Mehrheit der Menschheit die spektakulären Fortschritte der Wissenschaft, die Weltraumflüge, die mögliche Besiedelung des Planeten Mars und Sachen ähnlicher Art? Was versprechen diese den Tausenden von Millionen menschlicher Wesen, die den Planeten bewohnen und die hungern, krank, totale oder funktionelle Analphabeten sind?

Was sagt ihnen die scheinbare Existenz der Organisation der Vereinten Nationen und der Vollversammlung, wenn weiter nichts als nur ein Sicherheitsrat existiert, in dem fünf Staaten das Vetorecht besitzen, und die wirkliche Tyrannei in allen Themen von der hegemonischen und dominierenden Supermacht ausgeht?

Wie soll man ihnen die 200 Millionen von Kindern erklären, die arbeiten, um zu leben, andere die auf den Vergnügungsmärkten verkauft werden, oder zu Millionen jedes Jahr sterben, wenn auch sie durch Ausgabe einer weniger Centavos pro Kind gerettet werden können.

Auf was können wir stolz sein?

Was für einem Typ von Menschheit gehören wir an?

Man muß diese Realitäten zu Bewußtsein bringen!

Übermitteln wir den Tausenden von Millionen Menschen die einfache Botschaft der Wahrheit, die das auf die eine oder andere Art und Weise erleben und es erfassen können, und es wird keine ausgeklügelten Waffen und andere Mechanismen des Betrugs und der Lüge geben, die in der Lage sind, das Bewußtsein unserer Menschengattung zu überwältigen.

Egoismus, Herrschsucht, Haß, Neid, Rivalitäten, die schlimmsten Instinkte werden überall gesät. Was aber der größten Mehrheit des Planeten am meisten fehlt, ist die Bildung und Erziehung, die das sind, was die Neugeborenen in menschliche Wesen verwandelt, und ein Minimum an politischer Kultur für die Jugendlichen und Erwachsenen, das sie in die Lage versetzen würde, die Realitäten der Welt zu verstehen.

Vielleicht ist von allen Übeln, die vom entwickelten Kapitalismus geschaffen wurden, keines so unheilbringend, wie die Lebens- und Konsumgewohnheiten, die so irreal wie unerreichbar sind, und welche die Verkaufspublizität Tag für Tag, das ganze Jahr über und zu jeder Uhrzeit des Tages der Weltbevölkerung einflößt, und für die sie eine Milliarde Dollar jährlich ausgibt. Wenn man die Hälfte davon anwenden würde, Werte zu schaffen und die Völker rationell zu erziehen, würde sich das Gesicht unseres Planeten ändern.

Die menschlichen Wesen werden nicht anlehnend an ein realistisches Konsum- und Distributionsmodell erzogen, das den unendlichen kulturellen und spirituellen Reichtum einschließt, der zusammen mit der Ernährung, der Wohnung, der Bildung, der Gesundheit und anderer essentieller materieller Güter tatsächlich den Menschen zugänglich sein können ohne die Natur zu zerstören. Man tut genau das Gegenteil und das stellt eine riesige Tragödie dar.

Kuba ist ein bescheidenes Beispiel dafür, was man mit einem Minimum an Ressourcen tun könnte.

Unser aktueller Kampf bekommt spezielle Bedeutung dadurch, daß wir uns mit der Feindlichkeit und den Aggressionen der Regierung konfrontiert sehen, die die Summe der größten je bestehenden bedrückenden Mächte darstellt, und denen dennoch gänzlich ethische, soziale und humanitäre Werte fehlen, die eine bedrohte Gattung wie die unsere zum Überleben benötigt.

Zwanzig nordamerikanische Universitäten haben Kurse eingeführt, um die komplexen Verwicklungen zu erklären, die durch die neueste Heldentat des neoliberalen Kapitalismus entstehen: den Buchhaltungsbetrug.

Was ist der Buchhaltungsbetrug? Ein unverschämter Diebstahl, ein krimineller Betrug an mehreren Zehnmillionen von Nordamerikanern, die Aktien großer Unternehmen gekauft oder in sie Hunderttausende von Millionen von Dollars investiert haben, was direkt in Rente gegangene Werktätige betrifft, dessen Fonds in diesen scheinbar saftigen Aktien investiert wurden.

Der Betrugsskandal hat direkte und indirekte Polemiken und Beschuldigungen zwischen den politischen Leaders der Vereinigten Staaten hervorgerufen. Der Präsident Bush deutete in einer kürzlich in Alabama gehaltenen Rede an, daß die Schuld bei der vorangegangenen Regierung der Vereinigten Staaten läge. Er sagte, daß die Wirtschaft der Vereinigten Staaten den Kater erleide, den der wirtschaftliche Rausch der 90er Jahre hervorrief. Ohne den Präsidenten Clinton zu erwähnen, hat er diese Kultur kritisiert, in welcher der unbegrenzte Unternehmensgewinn das wichtigste an den Märkten war, ohne das jemand an die Zukunft dachte.

In Übereinstimmung mit wichtigen Presseorganen antworteten die Leader der Demokraten, mit harten direkten Kritiken, die den jetzigen Präsidenten mit denselben Praktiken in Verbindung bringen, die er jetzt „säubern will",. Sie erwähnten die Ausnutzung eines Unternehmens in Konkursnähe, von der Bush, als Kenner der Situation als Exekutive, seine Aktien verkaufte, die noch einen hohen Preis von 848.560 Dollar beibehielten.

Zusätzlich dazu bat der Leader der Demokratenmehrheit im Senat den Börsenkontrollrat, die Information über die privilegierten Darlehen zu veröffentlichen, die vom Präsidenten mit niedrigem Zinssatz erhaltenen wurden, als er in der Company Harken Energy als Vorstandsmitglied arbeitete.

Die Beschuldigungen nehmen zu, während „Millionen von Inversoren und Rentnern ihre Ersparnisse und Renten um mehr als eine Billion Dollar zusammenschrumpfen sahen", kommentierte ein wichtiges Presseorgan.

Die Effekte an den Börsen der Vereinigten Staaten und von Europa waren katastrophisch inmitten der Krise des 2000, und sie waren stark in der Weltwirtschaft zu spüren und schlugen die Hoffnungen auf geringe Erholung im Jahr 2002 an.

Mehr als 50 Prozent der nordamerikanischen Konsumenten besitzen Guthaben in der Wertpapierbörse, was die wirtschaftliche Erholung beeinträchtigen kann.

Die Arbeitslosenquote in den Vereinigten Staaten stieg schon auf 6 Prozent an.

Fünf aufeinanderfolgende Quartale häuften sich die Gewinntiefstände der Unternehmen an.

Von März 2000 bis zum heutigen Datum waren die Werte-Index der Aktien von Dow Jones und Nasdaq, die wichtigsten der Börse von New York, um 31,6 Prozent im ersten Fall und 73,9 Prozent im zweiten gefallen. Die Börse von New York hatte in den letzten zwei Wochen 1,4 Billionen Dollar verloren.

Am Dienstag, dem 23. Juli fiel die Börse von New York aufgrund des Buchhaltungsbetrugs der WorldCom, zweites Unternehmen auf Weltmaßstab im Kommunikationswesen, erneut zusammen. Am Mittwoch, den 24., schließt sie mit einer relativen Steigerung. Und gestern, am Donnerstag den 25., kündigt man an, daß 12 Investmentbanken auf mögliche Beziehungen zu den Buchhaltungsbetrügen untersucht werden. Niemand ist in der Lage zu wissen, was für eine Überraschung ihn am darauffolgenden Tag erwartet.

Die jetzige Verwaltung wird beschuldigt, mit ihrer Wirtschaftspolitik das Haushaltsdefizit wiedererscheinen zu lassen haben, nach mehreren Jahren von erhöhtem Mehrbetrag.

Die öffentliche Verschuldung erhöht sich auf 6 Billionen, was 66Tausend Dollar pro Kopf jedes Nordamerikaners entspricht.

Das Handelsdefizit wächst weiter an. Im Jahre 2002 kann es die 500 Milliarden Dollar erreichen.

Die erhaltene Fremdfinanzierung reduziert sich auf weniger als die Hälfte.

Ebenso reduziert sich die Fremdinvestierung in ähnlichem Verhältnis.

Der Dollar ist im Vergleich zum Euro und Jen gefallen.

Der Zinssatz reduzierte sich auf das niedrigste Niveau seit 40 Jahren, was ein Zeichen für Ungewißheit und Unsicherheit ist.

Es existieren einige positive wirtschaftliche Kennziffern, die die Gesamtheit der bereits erwähnten, drückenden und ungünstigen Faktoren wenig ausgleichen.

Ich habe kein Wort dazu gesagt, was in Lateinamerika geschieht, wo- nach den von unserem Volk bekannten Daten- die wirtschaftliche und soziale Situation erschreckend und jedesmal schlimmer ist.

Durch das große Gewicht der Wirtschaft der Vereinten Staaten in der Wirtschaft der übrigen Welt, einschließlich in der von Kuba, die außer der Blockade den indirekten Schaden durch die internationale Wirtschaftskrise erfährt, sind die Ziffern für niemanden vielversprechend. Die Gesamtheit der Probleme, die sich auf der Welt anhäufen, weisen objektiv auf das Versagen der neoliberalen Globalisierung und die Unhaltbarkeit solch einer Wirtschaftsordnung hin.

Da Kuba ein Land der Dritten Welt ist, leidet es auch unter den niedrigen Preisen für den Zucker und das Nickel. Das anhaltende Wachstum des Tourismus von mehr als 15 Prozent jährlich während 10 Jahren bekam den einreißenden Schlag des Terroristenangriffs auf die Zwillingstürme, die Beeinträchtigung dieser Industrie durch die Weltwirtschaftskrise und die wachsenden Kosten für Lebensversicherung und Brennstoffe. Und außerdem, wirtschaftlich seit mehr als 40 Jahren durch die Vereinten Staaten blockiert, und trotz alledem, sparend und die Ressourcen mit Effizienz und Ehrlichkeit verwaltend, haben hier schmutzige Geschäfte, Plünderung von öffentlichen Fonds, Geldwäsche, Drogenhandel und andere ähnliche Tatsachen keinen Platz. Es gibt keine Kinder ohne Schule. Sie laufen weder barfuß noch bettelnd umher. Die Kindersterblichkeitsrate ist eine der niedrigsten der Welt. Alle erhalten unmittelbare und kostenlose medizinische Betreuung. Alle kommen bis zum sechsten Schuljahr und fast hundert Prozent bis zur neunten Klasse. Alle Studienmöglichkeiten sind heute für sie erreichbar. Ihre Lebensmittel verbessern sich. Ihre Kultur und ihre Kunst wachsen. Unsere Jugendlichen haben einen Studien- oder Arbeitsplatz sicher, wenn sie 16 Jahre alt werden. Die Arbeitslosigkeit wächst nicht; sie vermindert sich: von 6 Prozent vor knapp zwei Jahren, werden wir das Jahr 2002 mit 3,5 Prozent beenden. Die Arzneiknappheit verringert sich offensichtlich. Die medizinischen Diensleistungen verbessern sich und es entstehen weitere. Die Bevölkerung erhält vorbeugenden Schutz und unmittelbare Hilfe bei Katastrophen; die Schäden werden in Rekordzeit behoben. Jährlich werden Hunderttausende von Fernsehern geliefert. Es werden Schulen restauriert und gebaut. Es werden massiv audiovisuelle Mittel und Computertechnik in der Schul- und allgemeinen Bildung eingeführt. Programme tauchen auf, wie das der massenhaften Ausbildung von Sozialarbeitern, Universität für Alle, Notlehrer für Grund- und Mittelschule, die die Anzahl des Lehrpersonals erhöhen und die Anzahl der Schüler pro Klasse verringern. Die Lehrer für Computertechnik unterrichten dieses Fach ab dem Vorschulalter. Die Universitätsausbildung multipliziert sich und unter anderem helfen wir in Bildung, Gesundheit und Sport, kostenlos, anderen Ländern.

Die sozialen und humanitären Vorteile unseres Systems sind unendlich. Wir werden in vielen wichtigen Sphären des Lebens viele Industrieländer zurücklassen, und alle, auf einigen Gebieten wie der Bildung und der Kultur, der massenhaften wissenschaftlichen Kenntnisse und andere Sphären. Nicht alle wurden genannt.

Es existiert Einigkeit, politische Kultur, Zusammenhalt und Kraft. Nichts kann auch nur unsere leuchtende Zukunft beeinträchtigen. In der Ideenschlacht wird keiner mit unserem intelligenten und jedes Mal kultivierterem Volk seine Kraft messen können. Wir waren in der Lage mehr als 40 Jahre lang der Blockade standzuhalten, einschließlich elf Jahre der Sonderperiode. Wir haben gerade einen soliden Volkskampf geführt gegen die Lügen, die Niederträchtigkeit, die politische Subversion und den Versuch, unserem Volk den launenhaften Willen der Gebieter des mächtigsten Imperiums, das je existierte, aufzuzwingen. Wir haben das mit so beeindruckender Kraft und Unterstützung des Volkes getan, daß niemandem Zweifel geblieben sein sollten, daß es keine mögliche Art und Weise geben wird, unseren unbesiegbaren Willen zu schlagen, der darin besteht zu siegen oder beim Verteidigen unseres Sozialismus als der gerechtesten, humanistischsten und ehrenhaftesten Gesellschaft, die man ersinnen kann, zu sterben. Und jede Minute, die verstreicht, werden die Lüge, die Ignoranz, die Unkultur, die Bedrohungen gegen den unbesiegbaren Geist unseres Volkes zerschellen.

Vor knapp drei Tagen gab die von der Verwaltung der Vereinigten Staaten geschaffene, genährte, trainierte und unterstützte terroristische Mafia von Miami die Millionen bekannt, die sie in Aktivitäten zur Einmischung, Destabilisierung und des Terrors gegen unser Volk investiert. Ein erneuter Nachweis, wie wenig seriös die Erklärungen, die Lügen und die scheinbaren Politiken einer Verwaltung sind, die verspricht den Terrorismus zu bekämpfen. Wenn auch nur aus politischer Scham, müßte die Regierung der Vereinigten Staaten aufhören, die Extremistengruppe zu tolerieren und zu unterstützen, die sie dazu führte an jenem 20. Mai eine so lächerliche Rolle zu spielen, was nur zu einer größeren Einigkeit, zur Kräftigung des revolutionären Geistes und des patriotischen Bewußtseins führte, das das kubanische Volk der Welt zeigen konnte.

Der kleinste Kreis von Kuba besitzt mehr Kraft als all das Gesindel, das sich mit Bush im Zentrum „James L. Knight" in Miami versammelte.

Ich habe immer gesagt- und ich werde es niemals bereuen- daß das nordamerikanische Volk, von Natur aus idealistisch veranlagt, wegen seiner ethischen Werte und seiner Traditionen der Freiheitsliebe einer der besten Freunde des kubanischen Volkes sein wird, sobald es die ganze Wahrheit über den ehrlichen und heroischen Kampf von Kuba erfährt. Es hat das auf beeindruckende Art und Weise mit seiner Unterstützung zur Rückkehr von Elián gezeigt.

Vor knapp 72 Stunden setzte die Abgeordnetenkammer ein wichtiges Zeichen, als sie, ausgehend von verschiedenen Kriterien und Gesichtspunkten, gegenüber dem hysterischen Kreischen und Schreien des mafiösen Grüppchens von Miami, die Argumente der Befürworter der Blockade und des Völkermords gegen Kuba unbeachtet ließ und entschlossen und mutig drei Beschlüsse abstimmte, die diese Institution adeln. Es ist nicht wichtig, wenn das Exekutiv sie, wie angekündigt wurde, das Veto einlegt, und auch nicht, wenn neue Tricks und Provokationen erfunden werden, um sie zu annullieren.

Wir werden diese Geste immer anerkennen. Ich möchte den Dank unseres Volkes sowohl den Gesetzgebern der Demokraten, als denen der Republikaner ausdrücken, die an diesem Tag mit Intelligenz, eigenem Kriterium und Standhaftigkeit handelten. Wir werden immer an der Seite des nordamerikanischen Volkes sein in seinem Kampf, das Leben und die Interessen seiner Landsleute zu verteidigen, die unschuldige Opfer von kriminellen Terroranschlägen sein könnten.

Ich kann zu diesem für die Kubaner historischen Datum versichern, daß wir die ehrliche, respektvolle und brüderliche Freundschaft zwischen den Völkern von Kuba und der Vereinten Staaten wünschen.

Es lebe der Sozialismus!

Vaterland oder Tod!

Wir werden siegen!

Samstag, 29. Juni 2002

Rede des Präsidenten der Republik Kuba Fidel Castro Ruz zur Wiedereröffnung von 402 sanierten Schulen in der Hauptstadt am 29. Juni 2002

Mitbürger!

Noch vor 22 Monaten war die Situation in den Grundschulen katastrophal: im Durchschnitt 37 Schüler pro Unterrichtsraum; in 340 Klassenzimmern saßen mehr als 40 Schüler, in nicht wenigen waren es 45 oder mehr. In Santiago de Cuba besaßen die Schüler das Doppelte an Kenntnissen im Vergleich zu denen der Hauptstadt. Annähernd 8000 hervorragende und selbstlose Lehrer mit durchschnittlich mehr als 20 Jahren Lehrtätigkeit hielten die Schulen in Funktion, deren Bedingungen in Bezug auf die Klassenzimmer, die Bausubstanz und die Schulmöbel gar nicht schlimmer sein konnten. Es war eine Folge der zehn Jahre Spezialperiode, durch die dem Land die für die Erhaltung der Schulen erforderlichen Mindestmittel nicht zur Verfügung gestellt werden konnten. Dazu kommen noch die subjektiven Faktoren wie Mangel an Selbstvertrauen, Pessimismus und Mutlosigkeit bei zahlreichen Verwaltungsbeamten, die, zwar standhaft und bereit, für die Revolution ihr Leben zu geben, doch nicht die Fähigkeit der Kreation und Anpassung an Situationen besaßen, an denen starker Mangel an Mitteln vorherrscht, woran sie nicht gewöhnt waren.



Zur Auffüllung der Reihen des heroischen Lehrpersonals, das die Schulen in Funktion hielt und als Nachfolge jener, die in Pension gehen, wurden knapp vier Dutzend neue Diplomlehrer für Grundschulerziehung ausgebildet. Niemand wollte in der Grundschule unterrichten. Die edle Berufung, Kinder zu unterrichten und zu erziehen, schien es nicht mehr zu geben.



Das Geschehen eines so kurzen Zeitraumes sei uns eine unvergeßliche Lektion. In nicht einmal zwei Jahren wurden in Intensivkursen fast 4500 Junglehrer für die Grundschule ausgebildet, deren größter Teil, annähernd 3400, in ein paar Tagen diese Ausbildung abschließen, die fast das Doppelte der Ausbildung der ersten 1000 Junglehrer betrug, die bei intensivem Studium vom ersten Augenblick an bewiesen hatten, über ausgezeichnete Fähigkeiten und Vorbereitung zu verfügen, um ihrer Aufgabe gerecht zu werden.



Sie alle hatten Mentoren, Diplomlehrer für Grundschulerziehung, die für die Junglehrer zum persönlichen Dozenten der höheren Bildungsstufe werden. Es ist dies eine neue revolutionäre Formel der Ausbildung von Lehrpersonal. Die Junglehrer unterrichten in den Grundschulen ihres Stadtbezirkes unweit ihres eigenen Wohnsitzes und immatrikulieren gleichzeitig eine Universitätslaufbahn.



Vom Humankapital aus gesehen war dies eine außerordentliche Heldentat. Ruhm unserem kommunistischen Jugendverband, dem die Partei diese unmöglich scheinende und nun faktisch bereits abgeschlossene Aufgabe übertragen hatte!



Doch die Ausbildung des Lehrpersonals war nicht das einzig Erforderliche. Ein weiteres Unmögliches mußte geschafft werden: die Sanierung, ja praktisch Restaurierung von 746 Grund- und Mittelschulen der Hauptstadt, einschließlich der Sonderschulen für diese Altersgruppen.



Wir wollen besser von einer Aufzählung der verschiedenen Probleme materieller Art absehen, die sich in zehn Jahren Spezialperiode angesammelt hatten. Erwähnt seien nur Klassenzimmer ohne Fenster, Toiletten ohne Türen, undichte Decken und Dächer, kaputte Rohrleitungen, mangelhafte Wasserversorgung, Schulen mit mehreren Hundert Schülern und nur einer funktionierenden Toilette. Nicht alle zeigten diese sämtlichen Kalamitäten, doch in fast allen war eine, mehrere oder sämtliche vorhanden. Es gab kein frisches Trinkwasser; die Küchen funktionierten nicht oder wiesen nicht die geeigneten Bedingungen auf; ebenso fehlte es bei mehr als 450 Küchen dieser Schulen an Kühl- und Gefrierschränken. Dazu kommt eine Mangelhafte Verfügbarkeit sowie nicht adäquate Zubereitung der Speisen.



Ich zögere nicht, diese Schwierigkeiten aufzuzählen. Sie sind ein Beweis dessen, was durchzumachen war im Ergebnis von Gesetzen wie dem Torricelli- und dem Helms-Burton-Act, im Ergebnis des Wirtschaftskrieges der Vereinigten Staaten und der doppelten Blockade, die dem Fall des sozialistischen Lagers, und hier speziell der UdSSR folgte, als diese in tausend Stücke zerbröckelte und ihr Haupterbe Rußland als Verbündeter der Vereinigten Staaten von sämtlichen Vereinbarungen zurücktrat und an Kuba Verrat übte. Ich habe dafür kein anderes Wort, obwohl ich keine Führungspersönlichkeit zu beschuldigen beabsichtige. Es war dies das Resultat ihrer Fehler und der bedauerlichen Art und Weise wie sie die Schlacht auf dem Gebiet der Ideologie gegen den unter der Ägide der Vereinigten Staaten stehenden bürgerlichen, kapitalistischen und imperialistischen Westen verloren.



Nur wenige Meilen von der siegreichen und hegemonischen Supermacht entfernt, entschloß sich ein kleines Land, im Sinne der besten Prinzipien des sozialistischen Ideals und des außerordentlichen Schatzes an Ethik und Gedankengut José Martís zu kämpfen im Verbund mit der Historie eines zähen und heldenhaften Kampfes gegen die spanische Kolonialherrschaft. Wo nun heute die kapitalistische Welt von einer schweren Wirtschafts- und sozialen Krise erfaßt ist, zeigt unser Volk Durchhaltevermögen und steht vor den anderen Völkern der Welt als beeindruckendes Beispiel.



Nicht einmal für eine Kampfpause könnten wir auf einen Vorwand zurückgreifen. Vor uns stehen neue und zahlreiche dringende Aufgaben. Im Bereich der Bildung und Erziehung befinden wir uns auf der Schlußgerade in der Verfolgung eines sehr bedeutenden Zieles, der Erfüllung des Programms – es wird mit minimalem Kostenaufwand umgesetzt, und die dafür erforderlichen Mittel sind gewährleistet – der Sanierung der genannten 746 Schulen; dazu kommen weitere 33, die weder saniert noch restauriert, sondern konstruiert werden, um über die in der Hauptstadt erforderlichen zusätzlichen 2000 Klassenräume zu verfügen und im gesamten Land den Traum von nicht mehr als 20 Schülern pro Schulklasse Wirklichkeit werden zu lassen, was nicht einmal die reichsten Industrieländer geschafft haben.



Heute, am 29. Juni, sind 402 Schulen saniert. Es fehlen noch 344 sowie die Konstruktion der 33 neuen Schulen – sämtliche wurden bereits begonnen – um die 2000 zusätzlichen Unterrichtsräume zu bekommen. Bei 264 der 344 noch zu sanierenden Schulen laufen die Arbeiten bereits. Es fehlen also nur noch 80, die in Angriff genommen werden müssen. Diese letzten sind jene, die den geringsten Aufwand erfordern.



Zur Fertigstellung sämtlicher Vorhaben, speziell von zehn der 33 sich im Bau befindlichen neuen Schulen ist in den uns verbleibenden zwei Monaten noch einmal eine spezielle Anstrengung erforderlich, und zwar aus diversen Gründen. Dazu gehört der Boden, auf dem sie stehen, die sich aus den jüngsten Regenfällen ergebenen Schwierigkeiten und die unvorhersehbaren Verzögerungen, zu denen die mehr oder minder starken Niederschläge führen können, zu denen es in den Monaten Juli und August kommen kann.



Der Idealfall wäre, daß zu Beginn des neuen Schuljahres im September nicht nur das Humankapital einsatzbereit ist, sondern auch die genannten 779 – die restaurierten und die neuen – Schulen fertig sind.



Es liegt im Bestreben und dem Willen der Partei, des Jugendverbandes und der Bevölkerung der Hauptstadt, daß die Revolution dieses Ziel in der erforderlichen Qualität erreicht, ohne daß dadurch auch nur ein einziges vorrangiges Wirtschaftsziel beeinträchtigt würde.



Alle Provinzen des Landes, die dieses Jahr ihre Programme der Sanierung von Grund- und Mittelschulen bereits eingeleitet haben, kooperieren mit der Hauptstadt ebenso wie sämtliche zentralen Staatsorgane und zahlreiche Unternehmen. So wird also die Hauptstadt wie in den Tagen der Bekämpfung des Denguefiebers, das man unter Kontrolle bekam, mit der Unterstützung der 15 Stadtbezirke, aller Volksräte, Eltern und Nachbarn einer jeden Schule, die saniert oder gebaut wird, erneut mit aller Anstrengung ans Werk gehen.



Es sind bereits mehr als 9000 Bauarbeiter eingesetzt, und in zwei Wochen werden es nicht weniger als 12 000 sein; nicht gerechnet hierin die Hilfe durch Eltern und Bürger generell.



Da Juli und August die Ferienmonate sind, in denen kein Unterricht erteilt wird, wird an den jeweiligen Schulen Tag und Nacht gearbeitet werden; speziell bei den Objekten, die einen stärkeren Einsatz erfordern. Sämtliche Maßnahmen sind vorgesehen und bereits getroffen.



Wie bei den letzten großen Demonstrationen und dem gigantischen Marsch überall im Land am 12. Juni werden auch hier Wasser und Regengüsse – wie stark sie auch sein mögen – nicht verhindern, daß wir unser Ziel erreichen. In dieser Endphase des Programms werden in fast all jenen Schulen die Innenarbeiten unter Dach ausgeführt, wodurch der Regen weniger noch schadet.



Wir werden uns nicht auf den Lorbeeren ausruhen und mit aller Sicherheit unsere Ziele erreichen, wenn wir so vorgehen, wie es zu sein hat und einschließlich auf einen Hurrikan in diesen beiden Monaten vorbereitet sind – sollte uns einer den Weg versperren wollen.



Im September werden wir einen der größten Siege zugunsten unserer wunderbaren Kinder feiern. Es ist dies nur ein Stück in unseren anspruchsvollen Plänen, in den Bereichen Bildung und Kultur, ohne die keine Gesellschaft wirklich unabhängig, demokratisch und frei sein kann, den ersten Platz auf der Welt einzunehmen.



Es lebe der Sozialismus!

Vaterland oder Tod!

Wir werden siegen!

Mittwoch, 26. Juni 2002

Fidel Castro Ruz in der ausserordentlichen Tagung der Nationalversammlung der Volksmacht

Ansprache des Präsidenten der Republik Kuba Fidel Castro Ruz, in der ausserordentlichen Tagung der Nationalversammlung der Volksmacht (asamblea nacional del poder popular). im palacio de las convenciones, am 26. juni 2002.

Genossinnen und Genossen!



Es ist alles gesagt und das viel besser, als ich es sagen kann. Eine Zusammenfassung und die Erwägung einiger Gesichtspunkte ist das einzige was ich tun kann.



In den Tagen, als er von seinem Amt Besitz ergriff, wollten wir keine rhetorischen Auseinandersetzungen mit dem neuen Präsident der Vereinigten Staaten. Obwohl wir nicht die geringsten Zweifel über seine Politik in Bezug auf Kuba hegten, sahen wir keinen Nutzen darin, den ersten Stein zu werfen. Wir würden geduldig sein.



Eine Gruppe der Ultrarechten hatte in den Vereinigten Staaten die Macht ergriffen, und wir wußten von ihren Abmachungen und Kompromissen, die sie noch vor den Wahlen mit den Mafia-Gruppen von Miami eingegangen waren, um die kubanische Revolution zu beseitigen, und welche meine eigene physische Beseitigung nicht ausschlossen. Der Zufall fügte den eigentümlichen Umstand hinzu, daß jene, mittels Wahlbetrug, die Wahl von Bush zum Präsidenten entschieden.



In der ersten Etappe fanden die gewöhnlichen antikubanischen Manöver in Genf statt. Nichts Neues, nur daß die Druckmethoden gegen die Delegationen bei der Kommission für Menschenrechte brutaler als gewöhnlich waren.



Es war fast ein erstes Jahr ohne spezielle Neuigkeit vergangen: Die traditionellen rhetorischen Attacken gegen Kuba, die Versammlung des ALCA in Quebec und die ungeschickte Bezugnahme seitens des Herrn Bush bei diesem Ereignis auf das Ideengut von Martí, welche eine Flut von Briefen der kubanischen Kinder und Jugendlichen hervorrief, wo diese dem Präsidenten der Vereinigten Staaten mit der höchstmöglichen Höflichkeit erläutern, wer unser Apostel und Nationalheld war und wie er dachte. das waren die herausragendsten Tatsachen in den bilateralen Beziehungen.



Im internationalen Bereich setzten die Entscheidung für einen nuklearen Raketenabwehrgürtel, die Mißachtung der in Kyoto eingegangenen Verpflichtungen und die Verkündung hoher militärischer Ausgaben zur Entwicklung neuer und spitzfindiger Waffen als nicht einmal mehr der kalte Krieg existierte, frühzeitige Zeichen über die Denkweise, den Stil und die Methoden der neuen Verwaltung der hegemonischen Supermacht.



Die internationale Wirtschaft begann überall beunruhigende Symptome zu zeigen: Alle Kennziffern und Prognosen verwandelten sich in pessimistische. Die Welt trat in eine ungewisse und bestürzende Rezession ein. Die Grunderzeugnisse, von denen die überaus große Mehrheit der Nationen der Dritten Welt leben, waren auf einem Tiefstand, während die neoliberale Globalisierung, die erzwungene Privatisierung, die Auslandsverschuldung und die Ölpreise ihr Zenit erreichten.



Innerhalb dieser Umstände ereignen sich die tragischen, absurden und nicht zu rechtfertigenden Tatsachen des 11. September. Die Welt unterstützte einstimmig und solidarisch das Volk der Vereinigten Staaten. Unabhängig von den Fehlern und Unstimmigkeiten der Außenpolitik der Verwaltungen dieses Landes, gab es keinen, der nicht von dem scheußlichen Blutbad an Tausenden von unschuldigen Amerikanern, von dort Geborenen oder aus den verschiedensten Ländern Abstammenden erschüttert worden war.



Es war die Stunde der Gewissensprüfung und nicht die des Schürens, Multiplizierens und Kapitalisierens des absurden während ganzen Jahrzehnten akkumulierten Hasses. Die übermächtige Nation müßte gleichmütig sein; der Rest der Welt hatte die Pflicht mutig zu sein. Ersteres hing von ihren Leadern ab; das zweite, von einem elementaren gesunden Menschenverstand und Anstand. Solche Tugenden sind nicht häufig. es geschah weder das eine, noch das andere. Der Mächtigste verfügte am 20. September, 9 Tage nach dem verwerflichen Terrorakt, einen Weltstaatsstreich, in dem er in Kriegsstimmung erklärte, daß alle Länder wählen müßten zwischen entweder seine Verbündete zu sein, oder seine Feinde. Die Vereinten Nationen verloren die geringe Autorität, die ihnen eine fehlerhafte Satzung zugestand, durch ein Verfahren, das antidemokratischer nicht sein kann: das Vetorecht. Die anderen Staaten, um die 184, die sich normalerweise damit beschäftigen Vereinbarungen, fast immer erhabener Natur, abzustimmen, die aber niemals ausgeführt werden, haben dieses Mal selbst das Stimmrecht verloren.



Seitdem hört man nur den schreienden Lärm der Irrationalität, der Drohungen und der Waffen.



Die Wirtschaftskrisen, mit ihren Folgen von Armut und Hunger, multiplizieren sich; der Egoismus wächst, die Solidarität wird schwächer; die Krankheiten, manchmal selbst schlimmer als die Kriege, bedrohen gänzliche Regionen mit dem Aussterben. Die Wirtschaftswissenschaften stehen vor Problemen, die sie sich nie vorgestellt hätten, und sind an Konzepte und Kategorien wie an einen schweren Ballast angebunden, die sie in ein Meer der Ungewißheit und Impotenz versenken. Das haben sie in den großen und anerkannten Universitäten eines Wirtschafts- und sozialen Systems gelernt, welches heute ein anachronistisches Weltimperium geworden ist. Die Politik hat aufgehört, die Illusion einer erhabenen und nützlichen Kunst zu sein, mit der sie immer träumte sich zu rechtfertigen, um sich in eine banale und entwürdigende Unterhaltung zu verwandeln. Das ist eine große Tragödie, aber nicht unlösbar. Die eigene Unhaltbarkeit des Systems wird die Menschheit dazu bringen, Lösungen zu suchen.



Stellen wir wieder beide Füße auf die Erde, in dem begrenzten Raum unseres Planeten, wo sich unser Land befindet, wir Kubaner haben das Recht, die bescheidene Freiheit der erfüllten Pflicht zu genießen. Wir sind das Ergebnis von großen Ereignissen und historischer Strömungen, die während vieler Jahrhunderte stattfanden. Koloniale und Sklavenhaltergesellschaft, mit starken Gefühlen für die Annexion und gegen die Unabhängigkeit in den reichsten Schichten der Einheimischen bis vor ein bißchen mehr als einem Jahrhundert; titanischer Kampf des wachsenden patriotischen Sektors während 30 Jahren, schon in der Nähe ihrer Ziele; die mit Zähigkeit und Heldentum seiner besten Söhne geschmiedete Nation interveniert durch Truppen der Vereinigten Staaten, verraten und verkauft, hin und her getragen von unendlich größeren Kräften, sehen wir uns heute, ein kleines Land, unabhängig und vollkommen frei, erhaben vor der stärksten imperialen Macht, die je existierte und die gar nicht dem Frieden zugeneigt ist und nicht die Rechte der Völker respektiert.



So ein einzigartiger Fall war in keinem Buch beschrieben. Vom tiefen Abgrund der Vergangenheit waren die Ideen, die Gefühle und die Kräfte hervorgequollen, die uns bis hierher gebracht haben, uns hier erhalten und erhalten werden.



Nach dem beschämenden Manöver in Genf, wo die Regierung der Vereinigten Staaten nach brutalem Druck einen knappen Pyrrhussieg erreichte, tauchen im vergangenen Mai gefährliche Tatsachen auf: Am 6. beschuldigt uns die Regierung der Vereinigten Staaten Forschungen zu biologischen Waffen durchzuführen; am 20., die Reden Bush in Washington und Miami; am 21. wird der Einschluß Kubas in die Liste der Länder, die den Terrorismus begünstigen, wiederholt; am 1.Juni, die ungewöhnlichen Urteilsfällungen von Bush in West Point.



Am 20. Mai widmete der Präsident der Vereinigten Staaten einen ganzen Tag Kuba und seiner Revolution! Was für eine große Ehre! Er erinnert sich unser, dann existieren wir!



Ich weiß nicht, wann der Präsident der Vereinigten Staaten seine Reden schreibt, wann er einen seiner intimen Berater mit dieser Arbeit beauftragt, oder ob sie ein Hybrid beider Sachen sind. Unter egal welchen dieser Umstände sind gewöhnlich die Arroganz, die Demagogie und die Lüge untrennbare Begleiter solcher Reden. An diesem Tag hielt er zwei: eine im Weißen Haus und die andere in Miami. Er zeigte sich verächtlich, beleidigend und wenig respektvoll dem Gegner gegenüber. das Wichtigste waren nicht die Beleidigungen und Beschimpfungen. Diejenigen, denen die Argumente fehlen, haben keine anderen Waffen, als die Lüge und die Adjektive. Was als wesentlich angesehen werden soll, sind ihre makabren Absichten, ihre wahnwitzigen Pläne und ihre Illusionen.



Ein Beispiel für unfaßliche Falschheit und Respektlosigkeit gegenüber der internationalen öffentlichen Meinung fand statt, als der Herr Bush in seiner Rede im Weißen Haus ruhig behauptete, daß die Vereinigten Staaten und ihre Alliierten und Freunde die Freiheit in Ländern wie Südafrika erreichten.



Die ganze Welt weiß, und die neuen Generationen müssen es erfahren, daß es in Cuito Cuanavale und im Südosten von Angola war, wo das Ende des Apartheid entschieden wurde, mit der Teilnahme von mehr als Vierzigtausend kubanischen Kämpfern an dieser Front an der Seite der angolanischen und namibischen Soldaten. Die Verwaltungen der Vereinigten Staaten haben Savimbi aufgerüstet, der Millionen von Minen säte und Hunderttausende von Zivilen ermordete. Sie haben komplizenhaft darüber geschwiegen, daß Südafrika sieben Nuklearwaffen besaß, mit der Idee, daß diese gegen die kubanischen Truppen verwendet würden.



Bush verwechselt seine Wünsche mit den seltsamsten Phantasien.



„Vor 100 Jahren,“ sagte er in Miami, „erklärte das stolze Volk von Kuba seine Unabhängigkeit und brachte Kuba auf den Weg der Demokratie. Wir sind heute hier, um diesen wichtigen Jahrestag zu feiern.“



Für ihn existierte der Platt-Zusatz nicht, der Betrug, der Verrat, das Recht zu intervenieren, die Beleidigung der Souveränität von Kuba, die dieser darstellte. Es existierte nicht einmal die Geschichte.



Er spricht von einem Peter Pan, heute einer seiner Minister. Und er sagte nicht, daß in jener monströsen Operation, die jenen Namen trug, organisiert von den Autoritäten der Vereinigten Staaten auf der Grundlage einer zynischen und abstoßenden Lüge, Vierzehntausend kubanische Kinder heimlich aus dem Land geschleust wurden.



Sofort greift er zur melodramatischen Geschichte eines kubanischen Jungen, der 1995, als er zehn Jahre alt war, in den Vereinigten Staaten ankam, der in einigen Wochen die Senior High School von Miami abschließen und der erste dieser Bildungsstätte sein würde, der in die Universität Harvard eintreten würde. Er hatte nicht und konnte auch nicht die minimal notwendige Ehrlichkeit besitzen, anzuerkennen, daß nur ein Kind aus Kuba kommend- einziges Land der Hemisphäre, wo ab der Vorschule alle eingeschult sind und hundert Prozent der Kinder die sechste Klasse mit den doppelten Durchschnittskenntnissen in Sprache und Mathematik abschließen, wie es die UNESCO bezeugt- mit einigen wenigen anschließenden Studienjahren in Harvard eintreten kann. Es ging nicht um einen in einer öffentlichen Schule erzogenen Einwanderer des Restes von Lateinamerika, auch nicht um einen indianischen oder schwarzen Nordamerikaner.



Unmittelbar ergänzt er, daß in Kuba niemand etwas zugute gekommen ist, „weder den Werktätigen, noch den Bauern oder den kubanischen Familien, nur Elend und Isolierung.“



Er versucht nicht einmal zu erklären, warum denn dann vier Jahrzehnte von Aggressionen, Terrorismus, Blockade und Wirtschaftskrieg seitens der Vereinigten Staaten. Um jenen entgegenzutreten waren eine große Dosis von Bewußtsein, Politik, Kultur, Heldentum und Unterstützung des Volkes notwendig, sie haben jedoch überhaupt nicht jene Revolution, die nichts für das Volk getan hat, zerstören oder schwächen können.



Der Herr Bush fügt hinzu, unter anderen Oberflächlichkeiten, daß, als alle Nationen der Hemisphäre den Weg zur Demokratie gewählt haben, ich den „des Gefängnisses, der Folter und des Exils für die Kubaner ausgewählt habe, die sagen, was sie denken.“ Diese verleumderische Referenz über die Anwendung der Folter in unserem Land macht genau das Oberhaupt jenes Staates, der in Spezialschulen Zehntausende von Lateinamerikanern ausbildete, die in fast allen Ländern unserer Hemisphäre verantwortlich für Hunderttausende von Gefolterten, Verschleppten und Toten waren. Unser Sicherheitspersonal hat nie Unterricht von solch geübten Meistern erhalten. Wenn der Herr Bush in der Lage wäre, einen einzigen Fall von Folter in Kuba in den mehr als vier Jahrzehnten der Revolution zu beweisen, wären wir bereit, eine Goldskulptur zu errichten, selbst wenn wir dafür die Kollektion unseres Numismatikmuseums einschmelzen müßten, um sein Andenken zu ehren, als einer der weniger Lügenhaften aller Lügenhaften der Welt.



Die unser Vaterland und seine lange und unheilvolle Geschichte von Grund auf kennen, wissen, daß die ethischen Prinzipien der Revolution, etwas was ihre außerordentliche Kraft und Widerstandskraft erklärt, ganz und gar nicht die Prinzipien des Herrn Bush sind.



In den ungehörigen Reden, die er am 20. Mai hielt, kündigte er an:



„Meine Administration wird auch daran arbeiten, Wege zur Modernisierung der `Martí´- Radio- und Fernsehsender suchen.“



Wie man ersehen kann, während Kuba jeden Tag mehr Stunden im Fernsehen den Schul- und Universität-für-Alle-Programmen widmet und Ressourcen für die Erweiterung eines Erziehungskanals auf das ganze Land investiert, der wachsendes Prestige und Unterstützung im Volk gewinnt, verspricht die Regierung der Vereinigten Staaten, ganz abgesehen von der Beleidigung, den Namen unserer heiligsten historischen Figur zu verwenden, mehr Geld in die Modernisierung von Radio- und Fernsehsendern zu investieren, um unsere Kultur anzugreifen und Desinformation, Lügen, Gift und Subversion in unserem Land zu säen.



In einem Anflug der phantasierend erscheinen würde, erklärt er sich sprachlos, da er gelesen habe- ohne daß jemand wüßte, wo er es las- daß in dieser modernen Ära das kubanische Regime den öffentlichen Verkauf von Komputern verbietet. Er behandelt uns, als wären wir ein entwickeltes und reiches Land. Niemand ist es in den Sinn gekommen, ihm zu sagen, daß dennoch Kuba in diesem Moment das einzige Land dieser Hemisphäre ist, möglicherweise die Vereinigten Staaten eingeschlossen, wo hundert Prozent der Schulen und Lehranstalten, beginnend bei der Vorschule bis zum letzten Jahr der Universität, Computerlabors und -lehrer zur Verfügung haben, trotz der eisernen und grausamen wirtschaftlichen und technologischen Blockade, die unserem Volk auferlegt wurde, um ihm jeglichen Fortschritt auf jeglichem Gebiet unmöglich zu machen.



Der Herr Bush könnte berechtigt sprachlos werden, ,wenn er in der Lage wäre zu glauben, daß unser Land heute möglicherweise das einzige des Planeten ist, das um eine allgemeine integrale Kultur kämpft, wo derjenige, der nur die Kenntnisse einer Universitätskarriere besitzt, in nur wenigen Jahren als funktioneller Analphabet angesehen werden wird. Dann werden wir mit den Bürgern der Vereinigten Staaten und anderer entwickelter Länder nicht nur in den Kommunikationsmöglichkeiten in mehreren Sprachen per Internet, sondern auch in Erziehungs- und Kulturniveau wetteifern können. Es wäre besser, er würde die Kinder und Jugendlichen seines Landes auf diese nicht ferne Zukunft vorbereiten, und besonders sie vor dem zerstörenden und entfremdenden Effekt der Kommerziellen und Konsumpublizität schützen.



Noch etwas schamhaftes und unzulässiges: Der Herr Bush versicherte, daß „wenn Kuba beginnt, wichtige grundlegende auf den Markt orientierte Reformen anzunehmen“- das heißt, auf den Kapitalismus orientierte, -„dann und nur dann würde er mit dem Kongreß der Vereinigten Staaten daran arbeiten, die Einschränkungen in Bezug auf die Reisen und den Handel zwischen unseren beiden Ländern zu flexibilisieren.“



„Wir werden weiterhin die nordamerikanische Finanzierung der kubanischen Einkäufe von nordamerikanischen landwirtschaftlichen Produkten verbieten, weil das nichts anderes als ein Programm verkleideter, ausländischer Hilfe sein würde, das nur dem aktuellen Regimen Nutzen bringen würde.“



„Wenn der Herr Castro unser Angebot abschlägt, würde er seine Parteigänger auf Kosten seines Volkes beschützen und am Ende wird er, trotz aller dieser Unterdrückungsinstrumente, sich vor seinem Volk verantworten müssen.“ Das ist genau das, was ich tue, Herr Bush: mich vor dem Volk verantworten, Rechenschaft über mein Leben und meine revolutionäres Betragen abzulegen, um gemeinsam mit ihm die Antwort zu erarbeiten, die wir auf die Forderungen und Drohungen, die sie einem Volk mit der Ehre und Würde eines Volkes wie dem kubanischen nicht hätten stellen sollen und nicht das Recht haben zu stellen.



Mit unschuldiger und anmaßender Verwegenheit, erklärt der Herr Bush, daß „er Stipendien an kubanische Studenten und Fachleute, die versuchen, unabhängige zivile Institutionen innerhalb Kubas zu schaffen, und an die Angehörigen von politischen Gefangenen verleihen wird.“



In Kuba genießen unsere Heranwachsenden und Jugendlichen fast eine halbe Million von Stipendien für alle Arten von Schulbildung. Diese Stipendien werden nach akademischer Leistung oder nach den Bedürfnissen unserer Studenten vergeben, je nachdem, um welche Einrichtungen es sich handelt. Keiner der Kinder oder Jugendlichen wird diskriminiert. Die Idee, daß so etwas aus politischen Gründen gemacht werden könnte, ist beleidigend und unzulässig.



Der Herr Bush bietet Stipendien an, die das Land absolut nicht braucht, und er tut das mit anderer Zielstellung. Er darf sich nicht der Vorstellung hingeben, daß wir zu einem Plan beitragen werden, der etwas Ähnliches wie die School of the Americas schaffen will, um umstürzlerische und Destabilisierungs-Agenten im Dienste seiner imperialen Einmischungspläne zu formen.



In Kuba werden jedes Jahr, zusätzlich, Tausende von Stipendien an junge Ausländer verliehen und wir diskriminieren niemand aus etnischen oder ideologischen Gründen. Es wäre besser, der Herr Bush würde diese Stipendien jungen Schwarzen, Indianern oder lateinamerikanischen Ursprungs in den Vereinigten Staaten gewähren, die nicht studieren können.



Die Regierung der Vereinigten Staaten begeht gleichfalls einen Fehler, wenn sie im voraus damit rechnet, daß jene Bürger straflos ausgehen, die im Sold einer ausländischen Macht stehen – ein Delikt, für das die US-amerikanischen Gesetze harte Strafen vorsehen – oder wenn sie meint, daß jene, die, in welcher Tarnung auch immer, Kuba zum Zwecke des Transports von Mitteln und der offenen Verschwörung gegen die Revolution besuchen, Erleichterungen erfahren werden oder daß die Mitarbeiter ihrer Interessenvertretung ein Recht haben, unter dem Vorwand der Prüfung der Lage der nach Kuba zurückgeführten illegalen Emigranten über Land zu fahren und nach Gutdünken Netze zu organisieren und Verschwörungen anzuzetteln und dabei die Verhaltensnormen von Diplomaten verletzen. Wir sind nicht bereit, weder Verletzungen unserer Souveränität noch demütigende Mißachtung der für Diplomaten geltenden Verhaltensnormen zu gestatten. Ebenfalls unzulässig ist Warenschmuggel im Diplomatengepäck. Es wird der Regierung der Vereinigten Staaten zuzuschreiben sein, sollte die Fortsetzung dieser Praktiken zur Aufhebung des Migrationsabkommens, ja einschließlich zur Schließung der Interessenvertretung in Havanna führen. Wir wünschen es nicht, denn es wäre dieser ein bedauerlicher Schritt zurück in den wenigen Aspekten der Beziehungen zwischen beiden Ländern, bei denen man vorangekommen ist.



Doch wir sind bereit, auf alles Mögliche, ja sogar auf das Leben zu verzichten, nur nicht auf die Würde und die Souveränität unseres Landes. Wir sind es nicht, die wir die Vereinigten Staaten angreifen, anfeinden und blockieren. Wir verlangen von ihnen nicht, ihre Verfassung und ihr Wirtschafts- und politisches System zu ändern. Wir respektieren strikt die Rechte der anderen Staaten. Die unseren sind also ebenfalls zu respektieren.



Beweise für einen ehrlichen Geist der Kooperation in Fragen gemeinsamen Interesses haben wir mehr als genug geliefert. Von uns sind drei Projekte für bilaterale Vereinbarungen zur Bekämpfung des Drogenhandels, des Menschenschmuggels und des Terrorismus ausgegangen.



Noch ein Beispiel: Angesichts der illegalen Nutzung des Militärstützpunktes Guantánamo als Gefangenenlager für ausländische Gefangene trafen wir die entsprechenden Maßnahmen und schufen Erleichterungen in diesem unebenen und bergigen Gelände, um Unfälle sowohl unter dem US-amerikanischen Militärpersonal als auch unter den Gefangenen zu vermeiden.



In seiner Rede spricht Herr Bush von politischen Gefangenen in Kuba, erwähnt jedoch mit keinem Wort die kubanischen Helden, die Gefangene des Imperiums sind und in den Vereinigten Staaten zu Unrecht zu Dutzenden Jahren Haft und einige zu lebenslänglicher Haft verurteilt wurden. So reden sie von Spionen dort und von politischen Gefangenen hier. Wir sprechen von politischen Gefangenen dort und von konterrevolutionären Gefangenen und Spionen hier.



Zum Schluß noch ein Punkt, den wir nicht übergehen dürfen: die Diffamierung und grobe Beleidigung, als er in Miami behauptete, der Handel mit Kuba bewirke nichts anderes als das Füllen der Taschen von Castro und seiner Anhänger.



Herr Bush, ich bin den korrupten Figuren, die Sie in der Welt mit Ihrer Freundschaft beehren, absolut nicht ähnlich; oder jenen, die nach kapitalistischen und neoliberalen Rezepten den Staat konfiszierten und Hunderte Milliarden Dollar ins Ausland schafften, wovon ein großer Teil von renommierten und einflußreichen US-amerikanischen Banken gewaschen wurde. Sie, der Sie als Millionär und Sohn eines Millionärs an den hohen Vermögensbeträgen so eng verbunden sind, werden vielleicht niemals begreifen können, daß es Menschen gibt, die unbestechlich sind und denen das Geld gleichgültig ist.



Ich bin nicht vollkommen arm geboren. Mein Vater besaß Tausende Hektar Land. Mit dem Sieg der Revolution wurde dieser Boden den Arbeitern und Bauern übergeben. Ich habe die Ehre, sagen zu dürfen, daß ich nicht einen einzigen Dollar weder besitze noch einnehme. Mein gesamtes Vermögen, Herr Bush, hat in der Tasche Ihres Hemdes Platz. Sollte ich diese eines Tages benötigen, um mein Vermögen an einem gut geschützten Ort vor Präventiv- und Überraschungsüberfällen zu bewahren, dann würde ich Sie darum bitten; und sollte es umfangreich sein, dann spende ich es im voraus als Mietzahlung.



Es ist schon sonderbar zu sehen, wie in der Rede von Präsident Bush am 20. Mai, die er am gleichen Tag zweimal hielt, ein subtiler Unterschied enthalten ist. In der Rede im Weißen Haus wird weder das Wort Folter noch der plumpe Satz über die Taschen Castros und seiner Parteigänger erwähnt. Diese Worte fügte er im James L. Knight Center zum vollen Vergnügen seiner Spezis in Miami ein, der gleichen, die nach der Rückführung von Elián zu seinen Angehörigen nach Hause wutentbrannt die US-amerikanischen Fahnen mit Füßen traten und anzündeten. So etwas hat es in Kuba seit dem Sieg der Revolution nie gegeben.



Auf Ihre Rede in West Point nahm ich bereits in Santiago de Cuba Bezug. Es sind heute nicht wenige auf der Welt, einschließlich in Ihrem eigenen Lande, die die Besorgnis hinsichtlich der Philosophie teilen, die Sie dort zum Ausdruck brachten. Ich werde dem hier nichts hinzufügen. Mir bleibt lediglich das Vergnügen, Ihnen mitzuteilen, daß Sie mit Ihren Drohungen eines schnellen Überraschungsangriffes hier in diesem dunklen Winkel der Welt niemandem Furcht einjagen.



Alle unsere Frauen und Männer leben den Countdown. Seit langem widmen wir unserer Sache jede Minute unseres Lebens.



Sie, Herr Bush, verlieren an Autorität. Theoretisch haben Sie die Macht, über einen großen Teil der Welt den Tod zu verhängen; doch Sie können dies nicht allein tun. Um die übrige Welt zu töten, benötigen Sie die Hilfe vieler. Unter den militärischen und zivilen Befehlshabern in den Machtstrukturen Ihres Landes gibt es viele fähige und gebildete Personen. Bei ihnen ist ein Befehl nicht ausreichend. Sie müssen überzeugt werden, und man wird dies immer weniger erreichen in dem Maße wie Ihre politischen Berater ohne militärische, ja nicht einmal politische Fähigkeit und Erfahrung einen Fehler nach dem anderen begehen. Schaurige Lügen und gelegentliche Erfindungen reichen nicht aus, um Präventiv- und Überraschungsattacken gegen eines der 60 oder noch mehr Länder, gegen mehrere oder gegen alle zu starten.



Auch leben in Ihrem Land Millionen Wissenschaftler, Intellektuelle, Berufskader der unterschiedlichsten Disziplinen, die gut zu unterscheiden wissen zwischen dem Guten und dem Bösen, denen die Historie und die schrecklichen Realitäten der Welt von heute bekannt sind, die eine Meinung haben und Meinungen formen. Auch der Rest der Welt vergißt nicht so leicht die Tragödien, zu denen die von Ihnen vertretenen Ideen und Konzeptionen führen können.



Das sagt Ihnen ohne Sie persönlich kränken oder beleidigen zu wollen jemand, der lediglich die bescheidene Fähigkeit der kalten Überlegung besitzt und für den es, ebenso wie für ein ganzes mutiges und heldenhaftes Volk, seit langer Zeit das Bewußtsein der Furcht nicht mehr gibt.



Es lebe der Sozialismus!