Mittwoch, 29. Januar 2003

Rede zum Abschluß der Internationalen Konferenz Für das Gleichgewicht der Welt

Rede des Präsidenten der Republik Kuba, Fidel Castro Ruz, zum Abschluß der Internationalen Konferenz Für das Gleichgewicht der Welt, veranstaltet als Hommage auf den 150. Geburtstag unseres Nationalhelden, José Martí, am 29. Januar 2003

Sehr geehrte Teilnehmer des Internationalen Treffens Für das Gleichgewicht der Welt, veranstaltet zu Ehren des 150. Geburtstages von José Martí!

Sehr geehrte Gäste!

Mitbürger!

Was bedeutet Martí für die Kubaner?

In seinem Aufsatz „Das Politische Gefängnis in Kuba" – Martí war kaum 18 Jahre alt, als er ihn verfaßte, nachdem er mit 16 Jahren, an Fußeisen gekettet, eine grausame Haft erdulden mußte – behauptet José Martí: „Es gibt einen Gott, doch im Sinne des Guten, der über die Geburt eines jeden Wesens wacht und in der Seele, die sich ihm einverleibt, eine unverfälschte Träne hinterläßt. Das Gute ist Gott. Die Träne ist die Quelle des ewigen Leides."

Für uns Kubaner verkörpert Martí das Gute, so wie er es beschrieb.

Wir, die am 26. Juli 1953 den am 10. Oktober 1868 begonnen Unabhängigkeitskampf im hundertsten Geburtsjahr Martís wieder aufnahmen, hatten uns von ihm vor allem die ethischen Prinzipien zu eigen gemacht, ohne die an eine Revolution nicht einmal zu denken ist. Ebenso hatte er uns seinen inspirierenden Patriotismus vermittelt sowie einen derartig hohen Begriff von Ehre und Menschenwürde, wie es kein anderer auf der Welt hätte tun können.

Er war ein außergewöhnlicher Mensch; Sohn eines Militärs und geboren als Kind spanischer Eltern, wird er Verkünder und Schmied der Unabhängigkeit des Landes, in dem er das Licht der Welt erblickte. Intellektueller und Dichter, bei Beginn des ersten großen Krieges noch ein Heranwachsender, war er später dann fähig, das Herz und die Achtung, das Vertrauen und die Ehrfurcht der alten und erprobten militärischen Führer zu gewinnen, die in jenem Kriege zu Ruhm gelangten.

Den Frieden, den Zusammenhalt und die Harmonie zwischen den Menschen leidenschaftlich liebend, zögerte er nicht, den gerechten und notwendigen Krieg gegen das Kolonialsystem, die Sklaverei und die Ungerechtigkeit zu organisieren und zu beginnen. Sein Blut war das erste, das vergossen wurde und sein Leben das erste, das als unauslöschliches Symbol von Opferwilligkeit und persönlichem Einsatz hingegeben wurde. Bei einem großen Teil des Volkes, für dessen Unabhängigkeit er gekämpft hatte, war dies viele Jahre lang in Vergessenheit geraten oder unbekannt, und nun stiegen seine unsterblichen Ideen wie ein Phönix aus der Asche empor und ließen fast ein halbes Jahrhundert nach seinem Tode ein ganzes Volk einen kolossalen Kampf führen, bei dem es dem mächtigsten Gegner gegenüberstand, den es je für ein Land, ob groß oder klein, gegeben hat.

Heute nun – nur einige Stunden nach seinem 150. Geburtstag – veranstalten Hunderte brillante Denker und Intellektuelle aus aller Welt eine Hommage auf ihn in tiefster Anerkennung seines Lebens und seines Werkes.

Was vermachte er der Welt über die Grenzen Kubas hinaus? Ein außergewöhnliches Vorbild als Schöpfer und Humanist, der es wert ist, daß man seiner noch Jahrhunderte lang gedenkt.

Für wen und warum tat er es? Für all jene, die heute kämpfen und die, die morgen kämpfen werden für die gleichen Träume und Hoffnungen auf die Rettung der Welt und weil es der Zufall wollte, daß sich heute die Menschheit der Risiken bewußt wird, die er vorausgesehen und vor denen er mit seiner ausgeprägten Vision und seinem hochbegabten Talent gewarnt hat.

Der Tag, an dem er fiel, am 19. Mai 1895, opferte sich Martí dem Recht auf Leben aller Menschen unserer Erde.

In dem berühmten unvollendeten Brief an seinen innigen Freund Manuel Mercado – er unterbricht ihn, um sich in ein unerwartetes Gefecht einzureihen, ohne daß es jemand hätte verhindern können – enthüllt er seine innersten Gedanken, die, obwohl bekannt und wiederholt, ich hier erneut darlegen will: „Ich bin jeden Tag in Gefahr, mein Leben für mein Land und meine Pflicht hinzugeben ..., um rechtzeitig mit der Unabhängigkeit Kubas zu verhindern, daß sich die USA über die Antillen ausdehnen und mit dieser Kraft mehr über die Länder unseres Amerikas herfallen. Was ich bis heute tat und weiter tun werde, tue ich dafür."

Wochen vorher, als er und der vorbildliche lateinamerikanische Patriot Máximo Gómez – gebürtiger Dominikaner und von Martí zum militärischen Führer der kubanischen Truppen bestimmt, der bald nach Kuba aufbrechen sollte – das Manifest von Montecristi unterzeichneten, schrieb Martí, neben den vielen anderen brillanten revolutionären Ideen, etwas so Bewundernswertes, daß ich es, auch wenn ich damit langweilig werden sollte, hier wiederholen muß: „Der Krieg für die Unabhängigkeit Kubas ... ist ein Ereignis von großer menschlicher Tragweite und ein zweckmäßiger Dienst, den der vernünftige Heldenmut der Antillen der Standhaftigkeit und gerechten Behandlung der amerikanischen Nationen und dem noch wankenden Gleichgewicht der Welt erweist."

Wie früh schon hat er doch diesen letzten Satz formuliert, der zum Hauptthema dieses Treffens geworden ist. Heute gibt es nichts, das notwendiger und lebenswichtiger wäre als jenes entfernte und augenscheinlich utopische Gleichgewicht.

106 Jahre, vier Monate und zwei Tage nach dem Brief Martís an Manuel Mercado und 106 Jahre, fünf Monate und 26 Tage nach der Unterzeichnung des Manifestes von Montecristi durch José Martí und Máximo Gómez machte der Präsident der Vereinigten Staaten in einer Rede vor dem Kongreß jener Nation am 20. September 2001 folgende Äußerungen:

„Wir werden jede notwendige Kriegswaffe einsetzen, die gebraucht wird."

„Das Land hat keine einzelne Schlacht zu erwarten, sondern einen langen Feldzug, einen Feldzug, der in unserer Geschichte nicht seinesgleichen hat."

„Alle Nationen, wo auch immer, müssen sich jetzt entscheiden: Entweder sind sie für uns oder für den Terrorismus."

„Ich habe die Streitkräfte ersucht, sich in Alarmbereitschaft zu halten; und es gibt einen Grund dafür: Es nähert sich die Stunde, da wir zur Tat schreiten müssen, und ihr werdet uns stolz machen."

„Dieser ist ein Kampf der Zivilisation."

„Die Errungenschaften unserer Zeit und die Hoffnungen aller Zeiten hängen von uns ab."

„Wir wissen nicht, wie der Ablauf dieses Konfliktes sein wird, doch wir wissen, wie er ausgehen wird. ... Und wir wissen, daß Gott nicht neutral ist."

In seiner Rede zum 200. Jahrestag der Militärakademie in West Point am 1. Juni 2002 erklärte der Präsident der Vereinigten Staaten unter anderem:

„In der Welt, in der wir leben, ist der einzige Weg zur Sicherheit der Weg des Handelns. Und diese Nation wird handeln."

„Unsere Sicherheit wird die Umgestaltung des Militärs erfordern, daß Sie anführen werden –ein Militär, daß jeder Zeit bereit sein muß, in jeder dunklen Ecke der Welt einzugreifen, ... daß wir bereit sind für den Präventivschlag, wenn es notwendig ist, unsere Freiheit und unsere Leben zu verteidigen.."

„In 60 oder mehr Ländern müssen wir terroristischen Zellen aufdecken."

...

„Wir werden Diplomaten dorthin entsenden, wo sie gebraucht werden, und wir werden Sie, unsere Soldaten, dorthin entsenden, wo Sie gebraucht werden."

...

Wir befinden uns in einem Konflikt zwischen Gut und Böse... Wir schaffen kein Problem, sondern wir decken ein Problem auf. Und wir werden die Welt gegen dieses Problem anführen."

Ich frage mich, welche Gedanken wären in Lichtgeschwindigkeit durch das geniale Gehirn eines Mannes wie Martí gegangen, um ihn im tiefsten Grunde seines unendlichen Herzens zu verwunden, hätte er diese Worte vernommen in einer Welt, in der heute mehr als 6,4 Milliarden Menschen leben und in der, aus welchem Grund auch immer, sowohl die Superreichen als auch die Superarmen ihre Überlebenschancen bedroht sehen.

Jene Worte stammen nicht von einem Verrückten aus einer dunklen Ecke einer Irrenanstalt. Ihr Fundament bilden Kernwaffen in vierstelligem Umfang; Millionen Bomben und Geschosse; Abertausende ferngesteuerte und Präzisionsraketen; Tausende Bomben- und Kampfflugzeuge mit und ohne Piloten; Dutzende Geschwader und Flotteneinheiten mit Flugzeugträgern und Unterseebooten mit konventionellem oder Kernantrieb; Militärstützpunkte – mit und ohne Genehmigung – an allen Enden der Welt; Militärsatelliten, die jeden Quadratkilometer unseres Planeten ausspionieren; sichere und sofortige Kommunikationssysteme mit der Fähigkeit, die Systeme eines jeden anderen Landes zu überspielen sowie der Möglichkeit, sich in Milliarden Gespräche gleichzeitig einzuschalten; enorme Arsenale an chemischen und biologischen Waffen und Militärbudgets von etwa 400 Milliarden Dollar, womit viele der Hauptprobleme der Welt angegangen und gelöst werden könnten. Die Worte der Bedrohung sprach jemand aus, der über diese Mittel verfügt und ihren Einsatz befehlen kann. Der Vorwand? Der brutale Terroristenangriff vom 11. September, der Tausenden US-Amerikanern das Leben kostete. Die ganze Welt bekundete Solidarität mit dem US-amerikanischen Volk und verurteilte entrüstet den Angriff. Mit einmütiger Unterstützung durch die Weltöffentlichkeit konnte gegen die Geißel des Terrorismus von allen Ecken der Welt und allen politischen und religiösen Strömungen aus vorgegangen werden.

Die Schlacht hat, wie von Kuba vorgeschlagen, grundsätzlich eine politische und ethische sein, im Interesse und mit der Unterstützung aller Völker der Welt. Niemand darf absurde, verwerfliche und volksfeindliche terroristische Gedanken hegen, die unschuldige Menschen in Mitleidenschaft ziehen, umgesetzt von Einzelnen, Gruppen, Organisationen, diesem oder jenem Staat oder Regierung. Sie soll zur Bekämpfung eines brutalen universalen Staatsterrorismus dienen, der als das Recht einer Supermacht die mögliche Ausrottung ganzer Nationen durch Einsatz sogar von Kern- und anderen Massenvernichtungswaffen proklamiert.

Zu dieser Stunde, da des 150. Geburtstages von José Martí gedacht wird, des Mannes, der möglicherweise als erster in der Geschichte den Begriff des Gleichgewichts der Welt ansprach, steht die Welt vor einem Krieg als Folge des überaus kolossalen Ungleichgewichts aus militärischem Gebiet, wie es dieses auf unserer Erde noch nie gegeben hat. Gestern lief die Frist ab, derzufolge der mächtigste Staat der Welt sein einseitiges Recht bekundete, sein Arsenal hochmodernster Waffen gegen ein anderes Land zu lancieren, und zwar mit oder ohne Zustimmung des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, wobei sich diese Institution sowieso schon fragwürdig gemacht hat, da das Vetorecht eine Prärogative ausschließlich der fünf ständigen Mitgliedsländer ist und damit den fast 200 in der Vollversammlung der Vereinten Nationen vertretenen Staaten das elementarste Demokratieprinzip verwehrt bleibt.

Vom Privileg des Vetorechtes wurde ausgerechnet von der Regierung Gebrauch gemacht, die heute ihr Recht proklamiert, sich über den Sicherheitsrat hinwegzusetzen. Sehr wenig von den übrigen Mitgliedern geltend gemacht, läßt es der in den letzten zwölf Jahren erfolgte radikale Wandel im militärischen Kräfteverhältnis der Mitgliedsländer faktisch unmöglich werden, von diesem Vorrecht gegen jenen Gebrauch zu machen, der nicht nur in seiner erdrückenden militärischen Stärke, sondern auch auf wirtschaftlichem, politischem und technologischem Gebiet das Sagen hat.

Die Weltöffentlichkeit ist mehrheitlich gegen diesen angekündigten Krieg. Doch das Wichtigste hierbei ist, daß kürzlichen Umfragen zufolge 65 % des US-amerikanischen Volkes ohne die Zustimmung des Sicherheitsrates diesen Angriff ablehnen. Jedoch stellt das kein unüberwindbares Hindernis dar: Sind einmal die Truppenverbände vor Ort und einsatzbereit und müssen die modernsten Waffen getestet werden, dann ist es äußerst unwahrscheinlich, daß dieser Krieg nicht ausbricht, wenn die Behörden des mit Vernichtung bedrohten Landes nicht allen Forderungen derer nachkommen, die es bedrohen.

Keiner kann wissen oder vorhersehen, was in einem Krieg oder einer ähnlichen Situation geschehen kann. Das einzige, was gesagt werden kann, ist, daß die Gefahr eines Irakkrieges die Weltwirtschaft beträchtlich belastet hat, die heute eine schwere und tiefe Krise durchlebt, was neben dem faschistischen Putsch gegen die bolivarianische Regierung Venezuelas, eines der stärksten erdölexportierenden Länder, den Preis dieses lebenswichtigen Produktes für die große Mehrheit der übrigen, insbesondere der ärmeren Länder auf unerträgliche Höhen getrieben hat, und dabei ist in Irak noch kein Schuß gefallen.

Man ist allgemein der Meinung, daß das Bestreben eines Irakkrieges auf der Besitzergreifung an den weltweit drittgrößten Erdöl- und Erdgasvorkommen fußt. Dieser Aspekt beschäftigt fast alle anderen Industrieländer, wie die Länder Europas, die 80 % ihrer Energie importieren, ganz im Gegenteil zu den Vereinigten Staaten, deren Import gegenwärtig 20 bis 25 % ihres Verbrauches ausmacht.

Am gestrigen 28. Januar erklärte der Präsident der Vereinigten Staaten vor dem Kongreß:

„Die Vereinigten Staaten werden beim UN-Sicherheitsrat beantragen, am 5. Februar zu tagen, um die Aspekte zu den Herausforderungen Iraks der Welt gegenüber zu behandeln.

...

„Wir werden uns beraten lassen, doch dieses soll nicht falsch verstanden werden. Kommt es nicht zu einer kompletten Entwaffnung durch Saddam Hussein, dann werden wir für die Sicherheit unseres Volkes und für den Frieden der Welt uns an die Spitze einer ihn entwaffnenden Koalition stellen."

...

„Werden wir zum Krieg gezwungen, so werden wir mit der ganzen Stärke unserer Streitkräfte kämpfen."

Nicht ein Wort wird gesagt über die vorherige Zustimmung durch den Sicherheitsrat.

Abgesehen von den schrecklichen Folgen eines Krieges in jener Region, den die einzig existierende Supermacht nach ihrem Gutdünken aufzwingen könnte, so ist doch das wirtschaftliche Ungleichgewicht, unter dem die Welt gegenwärtig leidet, gleichermaßen eine enorme Tragödie.

Es wachsen und vertiefen sich die Unterschiede zwischen den reichen und den armen Ländern, zwischen ihnen und in den Ländern selbst; das heißt, es vergrößert sich der Abgrund bei der Verteilung des Reichtums, die härteste Geißel unserer Ära. Die Folgeerscheinungen sind Armut, Hunger, mangelnde Bildung, Krankheiten, Schmerz und Leid, die allesamt für den Menschen unerträglich sind.

Warum sagen wir nicht einfach, daß es keine Demokratie, keine freie Wahl noch wahre Freiheit geben kann inmitten jener entsetzlichen Ungleichheiten, der Unkenntnis, des totalen oder partiellen Analphabetentums, des Mangels an Kenntnissen und des erstaunlichen Mangels einer politischen, ökonomischen, wissenschaftlichen und künstlerischen Bildung, zu der nur geringe Minderheiten Zutritt haben, sogar in den Industrieländern; dabei wird die Welt von einer Billion Dollar zu Zwecken der kommerziellen und Verbrauchswerbung überschwemmt, die die breiten Massen mit unerfüllbaren Träumen und Wünschen vergiftet; die zur Verschwendung, zur Entfremdung und der unerbittlichen Zerstörung der natürlichen Lebensbedingungen des Menschen führt. In knapp eineinhalb Jahrhundert werden wir die Energieressourcen sowie ihre vorhandenen und noch zu erschließenden Reserven erschöpft haben, die die Natur in 300 Millionen Jahren schuf und für die kein äquivalenter Ersatz in Sicht ist.

Was wissen die breiten Massen von den komplexen ökonomischen Probleme der heutigen Welt? Wer hat ihnen erklärt, was der Internationale Währungsfonds, die Weltbank, die WTO und andere ähnliche Institutionen sind? Wer hat ihnen die Wirtschaftskrisen, ihre Ursachen und Folgen erklärt? Wer hat ihnen gesagt, daß es den Kapitalismus, die Unternehmensfreiheit, die freie Konkurrenz kaum noch gibt und daß 500 Monopole 80 % der Weltproduktion und des Welthandels unter ihrer Kontrolle haben? Wer belehrte sie über die Wertpapierbörse, die steigende Spekulation mit den Produkten, von denen die Dritte Welt abhängig ist, und über die Währungsgeschäfte, deren Umfang sich heutzutage auf Billionen Dollar täglich beläuft? Wer hat ihnen beigebracht, daß die Währungen der Dritten Welt einer ständigen Abwertung ausgesetzte Scheine sind und daß ihre realen oder fast realen Geldreserven, unbeirrbar wie das physikalische Energiegesetz Newtons, in die reichen Länder abwandern und welche schrecklichen materiellen und sozialen Folgen sich aus dieser Realität ergeben? Oder warum wir unbezahlbare und nicht beitreibbare Billionen Dollar schulden, während Dutzende Millionen Menschen, einschließlich Kinder von Null bis zu fünf Jahren, Jahr für Jahr an Hunger und heilbaren Krankheiten sterben? Wieviel Menschen wissen, daß es die Souveränität der Staaten kaum noch gibt infolge der Abkommen, an deren Ausarbeitung wir Länder der Dritten Welt gar nicht mehr beteiligt werden, durch die wir jedoch von Mal zu Mal mehr ausgebeutet und unterworfen werden? Wie viele sind sich bewußt, daß unsere nationalen Kulturen immer mehr zerstört werden?

Man könnte noch unendlich viele Fragen stellen. Doch noch eine soll genügen für all jene, die von Heuchelei und Lüge über die heiligsten Rechte des Menschen, der Völker und der Menschheit insgesamt leben: Warum setzt man nicht der schönen und tiefgründigen Wahrheit, die der martianische Denkspruch „Gebildet sein ist die einzige Art, frei zu sein" enthält, ein lebendes Denkmal?

Ich bekräftige dieses im Namen eines Volkes, das unter den Bedingungen einer harten Blockade und eines unerbittlichen Wirtschaftskrieges, dazu mit dem Zerfall des sozialistischen Lagers und der UdSSR der Verlust des fast gesamten Absatzmarktes, des Handels und der Importe, mehr als vier Jahrzehnte standhaft durchgehalten hat und das heute eines der Völker der Welt mit der ausgeprägtesten Einigkeit, sozialer Entwicklung, Grundkenntnissen, politischer und künstlerischer Bildung ist.

Wenn es etwas gibt, worin wir den Helden zu ehren verstanden haben, dessen Geburtstages und fruchtbaren Lebens wir heute gedenken, so ist es der Beweis, daß ein kleines und armes Land mit sehr wenig sehr viel erreichen kann, auch wenn es zu vielen unvermeidlichen Fehlern in den Lehrjahren kam

gegeben hat.

Das beste Denkmal, das ihm die Kubaner setzen konnten, war die Errichtung und die Verteidigung dieses Schützengrabens, damit niemand mit einer Kraft mehr über die Völker Amerikas und der Welt herfallen kann.

Er lehrte uns den unendlichen Wert und die Kraft der Ideen.

Die von dem mächtigen Nachbarn des Nordens der Menschheit aufgezwungene Wirtschaftsordnung ist unhaltbar und untragbar. Auch die modernsten Waffen werden den Lauf der Geschichte nicht aufzuhalten vermögen.

Die Jahrhunderte lang Mehrwert und billige Arbeitskraft geliefert haben und noch liefern, sind heute Milliarden Menschen. Sie können nicht einfach wie Fliegen ausgerottet werden. Immer stärker werden sie sich der Ungerechtigkeiten bewußt, deren Opfer sie sind durch Hunger, Leiden, Demütigungen, die sie als menschliche Wesen zu erdulden haben, mehr noch als durch die ihnen verwehrten Schulen und Bildung und als die abgedroschenen Lügen, mit denen die Monopole und der Gebrauch und Mißbrauch der Medien sie in ewiger und unmöglicher Unterwürfigkeit zu halten trachten. Sie haben ziemlich neue, bedeutungsvolle Lektionen gelernt, wie die von Iran, Indonesien, Ecuador und Argentinien. Die breiten Massen können Regierungen hinwegfegen, ohne auch nur einen Schuß abzugeben, ja sogar ohne im Besitz von Waffen zu sein.

Der Soldaten sind es immer weniger, die bereit sind, auf ihre Landsleute zu schießen und sie in Blut zu ersticken. Die Welt kann nicht regiert werden, indem man einen ausländischen Soldaten mit Gewehr, Helm und Bajonett in jede Fabrik, jede Schule, jeden Park, in jede große und kleine Gemeinde stellt.

Eine steigende Anzahl Intellektueller, gebildeter Arbeiter, Fachkräfte und Angehöriger des Mittelstandes der Industrieländer schließen sich dem Kampf zur Rettung der Menschheit vor unerbittlichen Kriegen gegen die Völker und gegen die Natur an.

Die Geschichte hat bewiesen, daß die großen Krisen zu großen Lösungen führten; und in ihnen und aus ihnen sind die Führungskräfte hervorgegangen.

Keiner glaubt, daß die Geschichte von einzelnen gemacht wird. Die subjektiven Faktoren haben ihren Einfluß; mit ihren zutreffenden Entscheidungen beschleunigen sie die historischen Prozesse oder sie verlangsamen sie durch ihre Mängel und Fehler, doch das Endergebnis bestimmen sie nicht. Nicht einmal ein so überragender Mensch wie Martí – dasselbe könnte man von Bolívar, Sucre, Juárez, Lincoln und vielen anderen bewunderungswürdigen Männern sagen – wäre in die Geschichte eingegangen, wenn er beispielsweise dreißig Jahre früher oder später geboren wäre.

Nehmen wir den Fall Kuba. Wäre unser Nationalheld 1823 geboren und 1853 dreißig Jahre als gewesen inmitten einer Sklavenhalter- und Gesellschaft mit Annexionsbestrebungen mit Eigentum an großen Plantagen und zahlreichen Sklaven und ohne die Existenz eines starken patriotischen und Nationalgefühls, gestählt durch die ruhmreichen Vorkämpfer, die 1868 unseren ersten Unabhängigkeitskrieg auslösten, dann hätte er in der Geschichte unseres Vaterlandes unmöglich diese überragende Rolle spielen können.

Deshalb glaube ich ganz fest, daß die große Schlacht im Bereich der Ideen und nicht mit den Waffen geschlagen werden wird, ohne jedoch auf ihren Einsatz zu verzichten in Fällen wie dem unseres oder eines anderen Landes unter ähnlichen Umständen, sollte man uns zu einem Krieg zwingen; denn jede Kraft, jede Waffe, jede Strategie und jede Taktik hat ihre Antithese, die aus dem unerschöpflichen Intellekt und Bewußtsein derer quillt, die für eine gerechte Sache kämpfen.

Selbst im US-amerikanischen Volk, das wir nie als einen Feind betrachtet noch es der Drohungen und Aggressionen beschuldigt haben, die wir mehr als vierzig Jahre lang erlitten, spüren wir, von seinen ethischen Wurzeln ausgehend, einen Freund und potentiellen Verbündeten jeder gerechten Sache der Menschheit. Wir sahen es im Zusammenhang mit dem Krieg in Vietnam. Wir sahen es bei einem uns sehr nahe gehenden Fall, der Entführung des Kindes Elián González. Wir sahen es bei der Unterstützung des Kampfes von Martin Luther King. Wir sahen es in Seattle und Quebec neben Kanadiern, Lateinamerikanern und Europäern, gegen die neoliberale Globalisierung protestierend. Wir konnten bereits seine Opposition gegen einen unnötigen Krieg sehen, ohne daß zumindest die Zustimmung des Sicherheitsrates vorliegt. Wir werden es morgen neben allen anderen Völkern der Welt sehen, den einzig möglichen Weg zur Erhaltung der Gattung Mensch vor den wahnsinnigen Aktionen der Menschen selbst verteidigend.

Wenn ich mich den illustren Gästen hier etwas zu empfehlen erdreiste, dann das, was sie offensichtlich bereits tun. Und trotzdem, auch auf das Risiko hin, Sie zu langweilen, gestatte ich mir, zu wiederholen und erneut darauf hinzuweisen: Gegenüber den modernen und zerstörerischen Waffen, mit denen sie uns einschüchtern und eine ungerechte, unvernünftige und unhaltbare internationale Wirtschafts- und soziale Ordnung aufzwingen wollen: Ideen säen! Ideen säen! Ideen säen! Bewußtsein säen! Bewußtsein säen! Bewußtsein säen!

Vielen Dank.

Dienstag, 21. Januar 2003

Bei der Einweihung des 5-Sterne-Hotels Playa Pesquero und des touristischen Entwicklungsgebiets von Holguin am 21. Januar 2003

ANSPRACHE DES PRÄSIDENTEN DER REPUBLIK KUBA, FIDEL CASTRO RUZ, BEI DER EINWEIHUNG DES 5 STERNE- HOTELS PLAYA PESQUERO UND DES TOURISTISCHEN ENTWICKLUNGSGEBIETS VON HOLGUÍN AM 21. JANUAR 2003

Sehr geehrte Gäste und Touristen!

Mitbürger!

Heute, 48 Stunden nach den Allgemeinen Wahlen zu denen das Volk 609 Deputierte bei einer Teilnahme von 97,61 der Wähler wählte, weihen wir in der Provinz Holguín, im nordöstlichen Teil Kubas, ein außergewöhnliches Hotel, das größte Hotel des Landes ein, und ein singuläres touristisches internationales Entwicklungsgebiet, das insgesamt schon 4 Tausend 799 Zimmer erreicht hat, einschließlich der 550 des Hotels Yuraguanal, die demnächst beendet werden, in denen fast 10 000 Reisenden Unterkunft finden können.

Alles wurde mit kubanischen Mitteln gebaut, vom ersten bis zum letzten Stein.

Was gab es an dieser Stelle? Ein Großgrundbesitzer besaß hier ein riesiges Latifund von 41Tausend 400 Hektar; 13 Tausend 319 davon unproduktiv und der andere Teil Fohlenweiden, lichter Forst und Zuckerrohr mit extensivem Anbau. 1959 gab es kaum einen Zugang zu ihm, und die gesundheitliche Betreuung seiner Bewohner war prekär oder fast inexistent.

Das gesamte Küstengebiet und seine angrenzenden Gebiete hatten ausgehend von ihren natürlichen, historischen und archäologischen Reichtümern eine der größten touristischen Potentiale des Landes, mit 41 Stränden von 58,5 Kilometer Länge, 22 Buchten, 21 Höhlen, 6 Heilschlammvorkommen und Heil- und Mineralwasserquellen, 12 jetzt geschützte Gebiete und 5 Gebiete mit schönen Unterwasserlandschaften und versenkten spanischen Schiffen. Genau dort war Christoph Kolumbus am Sonntag, den 28. Oktober 1492 gelandet.

Die ersten Anstrengungen der Revolution auf touristischem Gebiet waren unvermeidlicherweise bescheiden.

Schon 1988 wurde eine erste Variante des Meisterplanes erarbeitet. Später wurde die Halbinsel Ramón, in Antilla, mit 3,7 Km Strand, Corintia mit 7,8 Km Strand und Cayo Saetía am Buchtausgang von Nipe dazugefügt, welches heute ein Paradies der Flora und Fauna unseres Landes ist, mit dem Hinzufügen von 19 exotischen Tierarten: Antilopen, Hirschen, Zebras, Büffeln und anderen. Es ist möglich im weitläufigen Gebiet ohne Baudichte bis mehr als 25 Tausend Zimmer zu erreichen und dabei seine schöne Natur zu erhalten und zu schützen.

1996 wurde vorgesehen 5 Tausend Zimmer bis zum Jahr 2003 zu erreichen, dessen erste Tage wir jetzt erleben. Es wurden schon 18 Hotels mit 4 Tausend 799 Zimmern gebaut; 2 Tausend 933 von ihnen, 61,3 Prozent, in den letzten sechs Jahren, Zeitraum in dem die Hotelkapazität 2,58 Mal gewachsen ist. Das Ziel für die erste Etappe ist praktisch erreicht. Es wurde Hotel nach Hotel gebaut, fast alle in voller Sonderperiode, jedes mit Hunderten von Zimmern.

Es gibt bereits 1 796 Zimmer mit Kategorie 5 Sterne, 37,4 Prozent des Totals. 1 690 der vorhandenen Zimmer, d.h. 35,2 Prozent des Totals haben 4- Sterne Kategorie. Beide Kategorien stellen das 72,6 % der Zimmer dar.

Die wichtigsten Touristen- Entsendeländer für dieses Entwicklungsgebiet in Holguín sind: Kanada mit 36 Prozent, Deutschland mit 24 Prozent, England mit 11 Prozent, Italien und Frankreich mit jeweils 7 Prozent, Die Schweiz mit 5 Prozent.

Essentielle und unveränderliche Normen seiner Konzeption und Entwicklung waren der Schutz der biologischen Diversität, die nachhaltige Entwicklung, die rationelle Verwendung der Naturressourcen, das Einfügen der Einrichtungen in die Umwelt, der Schutz derselben, höchstmögliche Integration mit der Natur, Wiedergewinnung des kulturellen und historischen Erbes.

Drei kubanische Hotelketten wirken im Moment im touristischen Entwicklungsgebiet: Cubanacán, Islazul und Gaviota. Das Hauptgewicht bei seiner Konzeption, Planung und Entwicklung fiel auf diese letztere. Ihr gehört dieses Hotel, das wir heute einweihen, welches mit der technischen Teilnahme eines wichtigen internationalen Unternehmens, Bouygues, und einer kubanischen Bauvereinigung und der Kooperation von 53 nationalen Unternehmen gebaut wurde. Es ist das erste Mal, daß eine Einrichtung dieser Art in 22 Monaten schlüsselfertig übergeben wird - 60 Tage vor dem Termin, mit einer Kennziffer von 0,55 Tage pro Zimmer und wichtigen Budgeteinsparungen, die mit 99,4 Millionen berechnet sind, davon 75,2 Millionen Dollar in konvertierbarer Währung. Die durchschnittliche Anzahl der an dem Bauwerk beteiligten Bauarbeiter: 892, unter Verwendung von 23 neuen Technologien und 37 Maschinen und Geräten neuer Art. Gesamtoberfläche der Einrichtung: 29,41 Hektar, 85 Tausend 59 bebaute Quadratmeter, 140 Bauobjekte, 944 Zimmer, 7 Sportplätze, 5 Schwimmbäder, 5 Restaurants, ein Veranstaltungsplatz mit 642 Sitzplätzen, Klub für Spezialveranstaltungen mit 184 Räumen, 775 Mitarbeiter bei voller Kapazität in der Hochsaison, vorhandene Belegschaft in diesem Moment der Einweihung: 382. Deren kulturelles und berufliches Niveau: 78 mit Hochschulabschluß, 103 technische Fachkräfte, 178 Abiturabschluß, 23 mit Mittelschulabschluß. Sprachen: Englisch 179; Französisch 43; Deutsch 14; andere 42. Kategorie: 5 Sterne.

Ausbildungsprogramm des Personals des Entwicklungsgebiets: Zwei Filialen, in denen in den letzten zehn Jahren 5 Tausend 235 Jugendliche in verschiedenen Fachrichtungen ihr Studium abschlossen und es wurden Ausbildungskurse bzw. Umschulungskurse für tausende Mitarbeiter erteilt.

Erholungsplätze außerhalb der Hotelanlage:

Der Naturpark Parque Cristóbal Colón, an der Nordküste der Provinz Holguín gelegen, dehnt sich von der Bucht von Gibara bis Maita aus. Er hat als Ziel die Schaffung und Vermarktung von touristischen Zusatzangeboten auf der Grundlage der Erhaltung, Wiederherstellung, Bereicherung und der nachhaltigen Verwendung der natürlichen, historischen und soziokulturellen Ressourcen als Zusatz für die All Inklusive Hotels.

Es sind 101 umzäunte Quadratkilometer vorgesehen, um ihre Umwelt zu erhalten und eine spezielle Verwaltung der Ökosysteme festzulegen, welche es ermöglicht Tierarten in freier Wildbahn zu halten.

Naturpark Bahía de Naranjo: Die Schau der Delphine und Seelöwen, Baden mit Delphinen, Wassersportaktivitäten und Meeresessen.

Der ökoarchäologische Wanderweg Las Guanas. Er nimmt eine Oberfläche von 16 Hektar ein. Es ist ein selbstleitender Wanderweg von 1 060 Metern, mit einem System von feststehenden und beweglichen Anzeigen mit der notwendigen Information, um die Umwelt zu interpretieren.

Der Park Monumento Nacional Bariay: Eine spanische Festung des

19. Jahrhunderts, die Rekonstruktion des Dorfes bei der Ankunft des Admirals, ein Museum zum Ort und Werk des Aufeinandertreffens der zwei Kulturen. Das Ökosystem vor Kolumbus wird wiederhergestellt, ausgehend von 70 Arten der Flora, die vor der Ankunft von Christoph Kolumbus existierten.

Die Internationale Marine von Puerto Vita: Sie zählt 38 Anlegeplätze, Brennstoffversorgung, Lebensmittel, Wäscherei, Bad- und Sanitäreinrichtungen und Wassersportmöglichkeiten wie Tauchen, Fischen und andere.

Das Museum des Ortes Chorro de Maita: Ureinwohnerfriedhof und Reproduktion eines Taíno-Dorfes.

Der Unterwasserpark vor dem Strand Esmeralda, mit versenkten technischen Kampfmitteln: Kriegspanzer, gepanzerte Fahrzeuge, Kanonen, Lastkraftwagen und anderes.

Projektierte touristische Angebote:

Eine touristische Schmalspureisenbahn: Sie wird Guardalavaca mit Gibara verbinden. Es müssen 45 Kilometer Eisenbahnlinien gebaut werden. Man verwendet Dampflokomotiven des 19. Jahrhunderts.

Das Reproduktionszentrum für die Fauna: In Punta Haite, an der Süd- Südwestküste der Bucht Bahía de Naranjo gelegen, hat es zum Ziel, die notwendigen Tierarten zu reproduzieren, um die wiederaufgeforsteten Gebiete wieder zu besiedeln und für die Verwendung in den Bioparks.

Biopark Roca Azul: Am westlichen Ufer der Bucht Bahía de Naranjo gelegen, ermöglicht er den interaktiven Austausch mit Tieren der nationalen und internationalen Fauna, die Förderung der Aktivitäten mit Teilnahmecharakter, zum Kenntniserwerb, zur Unterhaltung und Vergnügung, wo der Besucher die Erfahrungen bezogen auf den Ökotourismus, Agrotourismus, die Meeresspaziergänge, Kinderspiele, historisch-künstlerische Routen und Erlebnisse mit der exotischen Fauna unter anderem genießen kann.

Der Park Cartacuba: Im Cayo Jutía, angrenzend an das Delphinarium, gelegen, wird er die kubanische Fauna zur Schau stellen, indem er die Tiere in Halbfreiheit zeigt.

Cayo Mono: Im Süden von Cayo Jutía gelegen, wird es zwei bis drei Affenfamilien haben, die darauf trainiert sein werden, mit den Touristen interaktiv auszutauschen.

Der Wanderweg der Seeräuber: Auf der Halbinsel Haite gelegen, wird er die Lebensweise und die Aktivitäten der Schmuggler widerspiegeln, die in dem Gebiet zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert wirkten.

Zuckermuseum: In der Zuckerfabrik „Rafael Freyre" gelegen, wird es die Geschichte von der vor Ort erhaltenen Zuckersiederei bis zur Zuckerindustrie unserer Tage widerspiegeln.

Regionalvergnügungspark: Am Eingang der Bucht Bahía de Naranjo gelegen, schließt er Wasserpark und Vergnügungspark mit Geräten ein.

Touristischer Ort Pesquero: Gebiet, wo man Büros, kulturelle Anlagen, Banken, Shops und andere Einrichtungen in Form eines kleinen Dorfes bauen wird.

Einkaufszentrum Guardalavaca: Schließt die Handelstätigkeit von Shops überhaupt und den Kulturplatz ein.

Landebahn Guardalavaca: Ermöglicht die Luftverbindung des Entwicklungsgebiets mit anderen Gebieten des Ostens wie Baracoa, Manzanillo, Santiago de Cuba und Bayamo.

Heliport: Gelegen in Estero Ciego, ermöglicht er Luftausflüge, sowie als andere Aktivitäten und Ausflüge im Entwicklungsgebiet und anderen Territorien.

Golfplätze: Einer mit 18 Löchern in Playa Esmeralda und ein anderer in Pesquero, der bis zu 36 Löchern haben kann oder zwei zu 18.

Die Tourismus- Investitionen in der Provinz haben sich positiv auf die Entwicklung anderer Wirtschaftszweige und –sektoren ausgewirkt, sowie als die Errichtung von Bauten, die durch ihre Auswirkungen der Bevölkerung zugute kommen, unter denen 916 fertige Wohnungen in den Gemeinden Guardalavaca, Aguada La Piedra und Melilla herausragen.

Der Gesamtumfang der Investitionen in der Infrastruktur von 1995 bis 2002 ist 221,7 Millionen, davon 111 Millionen Dollar in konvertierbarer Währung.

Es ragen die folgenden Bauobjekte hervor:

o 6 Systeme zur Abwasserbehandlung, an das außerdem 2 011 Wohnungen des Wohngebiets angeschlossen sind.

o 6 neue Wasserversorgungssysteme und die Sanierung von 2, womit außerdem 1 599 Wohnungen des Wohngebiets versorgt werden.

o Ein Staudamm in der Bauphase.

o Wiederherstellung der Strände Estero Ciego und Don Lino.

o Verbesserung von Playa Pesquero und Guardalavaca.

o Internationaler Flughafen von Holguín, mit einer Kapazität von 300 ankommenden und 300 abfliegenden Passagieren pro Stunde.

o Landebahn von 750 Metern in Guardalavaca.

o Alleen von Pesquero, Yuraguanal, Cayo Bariay, Cayo Saetía, Estero Ciego und Los Bajos (In der Bauphase).

o Reparatur der Straßen Holguín- Guardalavaca und Floro Pérez- Santa Lucía (beide in der Bauphase ).

o 5 elektrische Zwischenstationen.

o 2 Linien von 33 Kilowatt.

o 2 Linien von 110 Kilowatt.

o Elektrifizierung von 11 Siedlungen, die zum touristischen Entwicklungsgebiet in Verbindung stehen, was 1 350 Wohnungen Nutzen bringt.

o Installierung eines digitalen Mikrowellennetzes, Teilgebiet Gibara-Banes.

o Das drahtlose System von Guardalavaca.

o Die Digitalstation von Guardalavaca, Estero Ciego, Pesquero und Rafael Freyre, die 1 530 Anschlüsse hat, davon sind 484 private und 98 öffentliche Telefone.

o Installierung des Satellitenfernsehsystems in den Hotels des Strandes Guardalavaca.

o Sanierung des Strandes Los Bajos zum Genuß der Bevölkerung, wobei die Landstraße Fray Benito- Caliche- Los Bajos, der Spielplatz, das Restaurant, die Cafeteria, die Wasserleitung und das Abwasserbehandlungssystem, der Strom, die Reparatur des Strandes, der Umziehkabinen und des Tanzplatzes aufgebaut wurden.

Der Impuls des Tourismus hat sich in der Entwicklung der Wirtschaft des Gebietes durch die Schaffung von 13 Tausend 470 neuen Arbeitsplätzen, davon 8 046 direkte und 5 Tausend 424 indirekte, und die Reaktivierung anderer Sektoren ausgewirkt.

Hierzu muß man noch hinzufügen, daß der Tourismus der Provinz im Jahre 2002 68 Prozent des notwendigen Inputs bei der nationalen Industrie kaufte, was bedeutet, das in jenem Jahr die nationalen Hersteller dem Sektor 49,6 Millionen Dollar verkauften. Dieses Ergebnis war besser als das des Jahres 2001, wo eine Teilnahme von 67 Prozent erreicht wurde.

Die Landwirtschafts-, Lebensmittelindustrie- und Fischerei- Ministerien haben zusammengenommen in den letzten 10 Jahren 120 Millionen Dollar aus dem Verkauf an den Tourismussektor eingenommen.

Es wurde das System der kulturellen Veranstaltungen in Verbindung mit dem Tourismus entwickelt, wie die Fiesta de la Cultura Iberoamericana (Festveranstaltung der Iberoamerikanischen Kultur) und die Romerías de Mayo (Maikirmes), die Durchführung von Projekten zur Ausschmückung/Gestaltung der Zimmer mit Werken von Persönlichkeiten der Plastik und der Literatur, sowie die systematischen Vorstellungen des künstlerischen Talents der Provinz in den verschiedenen Einrichtungen des touristischen Entwicklungsgebiets.

Andere wichtige Daten für die Provinz: Gesundheitswesen und Bildung vor und nach 1959.

Gesundheitswesen:

o 1959, zu Beginn der Revolution gab es nur 166 Ärzte. Heute 4 Tausend 820.

o 7 Zahnärzte. Heute 740.

o 40 Krankenschwestern. Heute 5 Tausend 840.

o 23 Einrichtungen des Gesundheitswesens. Heute 2 Tausend 229.

o 538 Betten zur medizinischen Betreuung. Heute 5 Tausend 638.

o Das Budget für das Gesundheitswesen in 1959 war nur 98 Tausend Pesos. Heute 119,5 Millionen.

o Die Lebenserwartung 50 Jahre. Heute 76,57 Jahre.

o Kindersterblichkeit bei Kindern unter einem Jahr- 80 je Tausend Lebendgeborene. Heute 7,33.

o 1999 wurde das Zentrum „Carlos J. Finlay" zur Erforschung und Rehabilitierung der vererbbaren Ataxien geschaffen, das zum Ziel hat, die wissenschaftliche Forschung und die ärztliche, soziale und kommunitäre Betreuung zu entwickeln.

o Es besteht das Provinzzentrum für die Betreuung des chronisch nierenkranken Patienten mit 25 Betten.

o Es wurde ein Programm für Nieren-, Leber- und Hornhaut- Transplantationen entwickelt.

o Eines der wichtigsten Bauten des Gesundheitswesens der Revolution in der Provinz ist das klinisch- chirurgische Krankenhaus „Lucía Íñiguez Landín", dessen erste zwei Etappen fertiggestellt wurden. Es begann 1998 Dienstleistungen zu erbringen. Es hat 330 Betten, von 600, die es nach der Beendigung haben wird.

Es wird an 4 wichtigen medizinischen Projekten gearbeitet:

o Das Territorialzentrum für Neurologische Wiederherstellung im Krankenhaus „Lucía Íñiguez Landín".

+ die dritte Bauetappe des selben Krankenhauses.

+ Personalausbildung und Schaffung der Bedingungen für die künftige Errichtung eines Zentrums für Cardiovaskuläre Chirurgie.

+ Vorantreiben der Entwicklung für die Krebsbehandlung im Krankenhaus „Vladimir Ilich Lenin".

Bildung:

o 1959 gab es nur 386 Schulen. Heute gibt es 1 530.

o Es lernten nur 19 Tausend Kinder und Jugendliche, nur 9,8 Prozent der Kinder und Jugendlichen im Schulalter, die insgesamt 194 Tausend 213 waren. Heute lernen 206 Tausend 800.

o Es gab 1 288 Lehrer. Heute ist das auf 19 Tausend 542 erhöht.

o Es gibt 50 Kindereinrichtungen mit Kapazität für 8 Tausend 486 Kinder und 9 Tausend 164 Mütter, denen das zugute kommt.

o Es gab keine Universitäten. Heute zählt sie fünf Hochschuleinrichtungen und einer Matrikel von 12 Tausend 160, davon 6 Tausend 498 in normalen Studiengängen (bei Tage).

o Das Budget war 2 Millionen 500 Tausend Pesos. Heute beläuft es sich auf 154 Millionen.

o In der Schule verbleiben [retención escolar] 99,5 Prozent bis zur Beendigung und 96,8 Prozent erreichen einen erfolgreichen Schuljahresabschluß.

o 24 Tausend 139 Fachkräfte haben ihren Abschluß gemacht, was im Moment einen Jahresrhythmus von 1 700 Abgängern ausmacht.

Die Entwicklung des Tourismus auf nationaler Ebene:

Das System für den internationalen Tourismus ist von 44 Hauptunternehmen integriert. Davon sind 33 direkt dem Tourismusministerium untergeordnet; 8 der Kette Gaviota, 3 dem Historikerbüro.

Zum Tourismusministerium gehören sechs Hotelketten: Hoteles Cubanacán, Gran Caribe, Hoteles Horizontes, Islazul, Turismo y Salud und Las Terrazas; 3 Unternehmen für Erholung und Restaurants; 2 für Transport; 5 als Empfänger und Reiseagenturen: 2 von Tourismus-Shops; 2 von Nautik-Shops; 13 zur Versorgung und für Dienstleistungen.

Die Gaviota-Kette: ein Hotelunternehmen, ein Unternehmen für Zusatzangebote, eine Reiseagentur, zwei Transportunternehmen, eins für Shops, ein nautisches und eins für Hilfs- und Dienstleistungen.

Das Historikerbüro vereint in einem einzigen Unternehmen die Unterkunft und Zusatzdienstleistungen, was mit einer Reiseagentur und einem Transportunternehmen vervollständigt wird.

Zusätzlich hat der Campismo Popular drei Einrichtungen, die dem internationalen Tourismus gewidmet sind.

1990 wurden 340 Tausend internationale Touristen empfangen und die einnahmen aus dem Tourismus betrugen 243 Millionen Dollar.

Im Jahr 2000, mit einem Million 773 Tausend 986 internationalen Besuchern, betrug das Bruttoeinkommen 1 948 Millionen Dollar; Im 2001, mit einer Million 774 Tausend 541, wurden 1 846 Millionen eingenommen; und im 2002, mit einer Million 683 Tausend 716, zwei Billionen. Die Voraussage für 2003 ist eine Million 900 Tausend internationale Besucher. Man rechnet mit einem proportional höheren Einkommen.

Unter den 25 wichtigsten touristischen Bestimmungsorten in Amerika nahm Kuba 1990 nach den Besucherzahlen die Position 23 ein. Im Jahr 2001 nahm es den neunten Platz ein.

Zwischen 1990 und 2002 wurden 13,6 Millionen Besucher empfangen.

Kuba verwandelte sich in den ersten Bestimmungsort in der Karibik für Kanadier, Italiener und Spanier, und in den zweiten karibischen Bestimmungsort für die Deutschen.

Der prozentuale Anteil des Tourismus an den Zahlungsbilanzeinnahmen erhöhte sich von 4 Prozent 1990 bis auf 41 Prozent im Jahr 2001.

Die Zimmerzahl, die dem internationalen Tourismus gewidmet sind hat sich mehr als verdreifacht, von 12 Tausend 900 Zimmern 1990 bis auf 40 Tausend in der Gegenwart.

Der Großteil des investierten Kapitals ist Inlandskapital.

Die hauptsächlichsten Hotelinvestitionen wurden in acht Tourismusgebieten getätigt, die 92 Prozent der Zimmerkapazitäten konzentrieren. Diese sind: Havanna-Stadt, Varadero, Jardines del Rey, Santa Lucía, Holguín, Santiago de Cuba, Costa Sur Central (Trinidad- Cienfuegos) und Canarreos Archipel.

1990 hatte man 17 Hotels der 4 oder 5 Sterne Kategorie zur Verfügung. Heute gibt es in diesen zwei Kategorien 102 Hotels mit 26 Tausend Zimmern, zwei Drittel der Hotelkapazitäten.

Es wurde ebenfalls daran gearbeitet, die Zusatzangebote zu erweitern, indem man den Touristen vielfache Anziehungsmittel zur Verfügung stellt: Das gastronomische Netz, Shops, touristische Transportmittel, musikalische Unterhaltungszentren, Museen, Spezialkliniken, Wassersportangebote, Sportmöglichkeiten, Angebote für Konventionen und Kongresse, Kulturveranstaltungen usw.

Kuba hat eine Diversität von Bestimmungsorten zur Entwicklung eines vielseitigen Angebots mit Auswahlmöglichkeiten. Die Gastfreundlichkeit und der brüderliche Geist seiner Bevölkerung, das Interesse, das die Revolution hervorruft, ihre Errungenschaften auf den verschiedenen Gebieten und die in ihrer sozialen Entwicklung beschrittenen Wege sind Attribute von großer Anziehungskraft und werden es jedesmal mehr sein; das hohe Betreuungsniveau für Gesundheit und Sicherheit; die Bewahrung der Umwelt und Institutionalisierung ihres Schutzes; der Geist der Solidarität und Kooperation mit den Inseln der Karibik und den anderen touristischen Bestimmungsorten der Region, die ausgezeichnete Naturreichtümer und Einrichtungen für den Tourismus mit kombinierten Bestimmungsorten hat.

Die direkte Beschäftigung im Tourismus stieg in diesen Jahren von 54 Tausend Mitarbeitern auf 100 Tausend, und die indirekte Beschäftigung (bei dem entsprechenden Teil der nationalen Produktionen für den Tourismus, gemäß der durchgeführten Untersuchungen) stieg von 30 Tausend auf ungefähr 200 Tausend Personen. Insgesamt wurden direkt und indirekt mehr als 200 Tausend neue Arbeitsplätze geschaffen.

Die Hochschulabsolventen betragen 20 Prozent der Tourismus- Arbeitskräfte. Es wird eingeschätzt, daß zu Beginn des vorangegangenen Jahrzehnts nur 2 Tausend 500 von ihnen im Tourismus arbeiteten; gegenwärtig sind es 20 Tausend, achtmal mehr, dank der Vorrangigkeit , die man dem Tourismus bei der Zuweisung von einem Arbeitskräftepotential hoher Qualität einräumt, sowie dem Zugang aus anderen Sektoren, besonders in den schwierigsten Jahren der Sonderperiode.

1994 wurden die verschiedenen Unternehmen zur touristischen Ausbildung und Weiterbildung, die bis dahin bestanden, in ein einziges System integriert. Das jetzige Ausbildungssystem setzt sich aus 19 Schulen im gesamten Inland zusammen, mit einem Lehrstuhl von Tausend Lehrkräften und Ausbildern, die in dieser Etappe 108 Tausend 332 Kollegen auf verschiedenen Gebieten ausgebildet haben.

Seit dem Jahr 2000 werden die Reisepakete im Euro- Raum in dieser Währung fakturiert. Der Euro ist seit Juni 2002 bei sehr guter Akzeptanz in Varadero im Umlauf, und seit November in Jardines del Rey und Cayo Largo, was sich immer mehr erweitern wird.

Es wird an den wichtigsten internationalen Tourismus- Messen teilgenommen, mit Stands zum Bestimmungsort Kuba und Entwicklung von Publizitätskampagnen in spezialisierten Medien und für das große Publikum, in Kanada, In Großbritannien, Italien, Frankreich, Deutschland, Spanien und Mexiko, in erster Linie.

In Varadero wurde der Kongreß der Internationalen Föderation der Tourismus- und Fremdenverkehrsjournalisten (FIJET) organisiert und durchgeführt.

Es wurde die Jahreskonvention einer der größten Reiseveranstalter der Welt, des TUI INSIDE, mit 600 Mitarbeitern veranstaltet.

Es bestehen weiterhin 12 Büros zur Tourismusförderung im Ausland: Montreal, Toronto, Mexiko, Brasil, Argentinien Spanien, Frankreich, Deutschland, Schweden, Italien, Großbritannien und Rußland.

60 Prozent der empfangenen Touristen kommen mittels Langflugreisen, sie brauchen zwischen 14 und 16 Stunden ab dem Moment, wo sie von ihrem Zuhause weggehen bis daß sie in das Zimmer ihres Hotels hineingehen. Die Entwicklung von verschiedenen Entwicklungsgebieten und der Zeitfaktor des Touristen waren die entscheidenden Elemente, um in den letzten Jahren die Anzahl der internationalen Flughäfen zu erweitern. Von 1990 bis 2002 wurde die Flughafenkapazität verdreifacht.

Heute gibt es elf internationale Flughäfen, nachdem vor kurzem der von Jardines del Rey eingeweiht wurde.

61 Fluglinien fliegen nach Kuba, davon 23 mit Linienflügen und 38 per Charter.

Im Jahr 2002 wurden in den Flughäfen eine Million 677 Tausend 643 Passagiere empfangen.

Cubana de Aviación transportiert 17 Prozent des internationalen Touristenstroms.

Die gesamte Entwicklung des Tourismus hat dem Land während dieser Jahre große Anstrengungen im Investitionsprozeß gekostet.

Von 1990 bis zum heutigen Datum wurden etwa 27 Tausend neue Zimmer gebaut, sowie als Bauten der technischen Infrastruktur, für Zusatzangebote und für Unterstützungsleistungen.

In Investitionen für die technische Infrastruktur, die der Elektrizität, den Wasserleitungen, Abwasserleitungen, Kommunikationen, Wegen und Steindämmen entsprechen, wurde eine Billion investiert, davon 363 Millionen Dollar; in Flughafeninvestitionen 500 Millionen; in Investitionen für Unterstützungsleistungen und Zusatzangebote 783 Millionen, davon 300 Millionen Dollar.

Der Tourismus schuf eine Nachfrage, die zur Reanimierung von anderen Sektoren der nationalen Wirtschaft beitrug. Die durchgeführte Politik bestand darin, die nationalen Produktionen für die Gewährleistung der touristischen Aktivitäten zu unterstützen, ohne ihre Konkurrenzfähigkeit, Stabilität und Qualität außer Acht zu lassen.

Zu Beginn der 90ziger Jahre konnten die nationalen Hersteller nur 12 Prozent der Einkäufe befriedigen, die der Tourismus betätigte. 1999 deckten sie 51 Prozent, und im vergangenen Jahr, wie schon aufgezeigt wurde, konnten sie 68 Prozent der Nachfrage der Tourismusunternehmen befriedigen.

Mit großem Optimismus und Sicherheit in die glänzende wirtschaftliche Zukunft des Landes weihen wir heute dieses Hotel und dieses Entwicklungsgebiet für einen Tourismus des Friedens, der Gesundheit und Sicherheit ein, damit ihn Kinder und Familien, Jugendliche, Erwachsene und Personen des Seniorenalters genießen können; für einen Tourismus der gesunden Zerstreuung, der Kultur und der Erholung; für einen Tourismus ohne Kasinos und Glücksspiele; für einen Tourismus ohne Arbeitslose und Bettler; für einen Tourismus ohne Rauschgifte und Verbrechen, in dem Land, das mit gigantischen Schritten schon unaufhaltsam zu einer allgemeinen integralen Kultur voranschreitet.

Es lebe das Vaterland!

Es lebe der Fortschritt!

Es lebe der Frieden!

Es lebe die Menschheit!

Sonntag, 8. Dezember 2002

Fidel Castro Ruz anläßlich des dreißigjährigen Bestehens der diplomatischen Beziehungen zu Barbados, Guyana, Jamaika und Trinidad und Tobago

Rede des Präsidenten der Republik Kuba Fidel Castro Ruz anläßlich des dreißigjährigen Bestehens der diplomatischen Beziehungen zu Barbados, Guyana, Jamaika und Trinidad und Tobago, im Palast der Konventionen am 8. Dezember 2002.

Ehrwürdige Staats- sowie Regierungschefs von Barbados, Guyana, Jamaika uns Trinidad und Tobago, jener vier Karibikstaaten, die 1972 bereits ihre Unabhängigkeit erzielt hatten und vor nunmehr dreißig Jahren so mutig waren, zu Kuba diplomatische Beziehungen aufzunehmen;

ehrwürdige Staats- sowie Regierungschefs der anderen Mitgliedstaaten des CARICOM, mit denen wir enge und ausgezeichnete Beziehungen der Brüderlichkeit, der Solidarität und der Zusammenarbeit in zahlreichen Bereichen unterhalten, die beispielgebend sind für Beziehungen zwischen kleinen und wirtschaftlich unterentwickelten Ländern;

sehr geehrte Delegationsleiter, Minister und speziell geladene Gäste:

Heute vor genau dreißig Jahren beschlossen vier kleine englischsprachige Karibikstaaten, die eben erst ihre lang ersehnte Unabhängigkeit erzielt hatten, diplomatische Beziehungen zu Kuba aufzunehmen.

Schon vorher hatten sie seit dem Sieg der kubanischen Revolution ihre Sympathie und Achtung unserem Prozeß gegenüber zum Ausdruck gebracht. Zu einem so frühen Zeitpunkt wie dem Januar 1959 hatte die Regierung der damals noch englischen Kolonie Guyana unter Dr. Cheddi Jagan, Führer der Fortschrittspartei des Volkes, ihre Solidarität mit der Kubanischen Revolution erklärt.

Im zweiten Halbjahr 1972 ist Guyana dann Tagungsort der Bewegung der Blockfreien. An der Spitze der kubanischen Delegation stand Genosse Raúl Roa, der Kanzler der Würde. Kanzler von Guyana war damals Sir Shridath Ramphall, den wir zu dieser Tagung einluden aufgrund seines fortwährenden Einsatzes für eine regionale Integration und speziell für die Integration Kubas nicht nur im Rahmen der Karibik, sondern auch in die Gruppe der afrikanischen, Karibik- und Pazifiknationen (ACP). Jenes Treffen bildete das Vorfeld für die Entscheidung der Ministerpräsidenten von Barbados, Guyana, Jamaika und Trinidad und Tobago zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Kuba.

Die Führungspersönlichkeiten dieser Länder, die als Gründungsväter sowohl der Unabhängigkeit ihrer Nationen als auch der karibischen Integration gelten – Errol Barrow von Barbados, Forbes Burnham von Guyana, Michael Manley von Jamaika und Eric Williams von Trinidad und Tobago – waren sich wahrscheinlich im Klaren, als sie die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Kuba beschlossen, daß sie den Weg bahnten dafür, was später einmal die Außenpolitik der Gemeinschaft der Karibikstaaten werden sollte, die bis heute drei Hauptmerkmale kennzeichnen: Unabhängigkeit, Mut und konzertierte Aktion.

Unterzeichnet wurde die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen am 8. Dezember 1972 in der Vertretung Jamaikas bei den Vereinten Nationen und parallel dazu in unserer Botschaft in Ottawa. Dann nahmen auch die übrigen CARICOM-Staaten, so wie sie ihre Unabhängigkeit eroberten und sich in die Karibikfamilie einreihten, volle Beziehungen zu Kuba auf.

Dieser Entschluß von unfragwürdig politischem Mut jener kleinen eben erst selbständig gewordenen Länder in einem feindseligen starken Druck ausübenden Umfeld war ein ganz wesentlicher Schritt, in der Region die gegen Kuba errichtete diplomatische und Handelsblockade zu durchbrechen; und es war eine Bresche gegen die Isolierung, in die man uns unter Benutzung der OAS getrieben hatte. Niemals wird Kuba diese edle Geste der karibischen Bruderländer vergessen.

Wir Karibikstaaten stehen vor der Herausforderung zu überleben und uns weiter zu entwickeln inmitten der schwersten Wirtschafts-, sozialen und politischen Krise, die es je auf unserer Erdhälfte und auf der Welt überhaupt gegeben hat, und inmitten einer neoliberalen Globalisierung, die nicht nur unser Recht auf Entwicklung, sondern sogar unsere kulturelle Vielfalt und unsere Identitäten zu ersticken droht. Der einzige Ausweg für unsere Völker besteht in der Integration und der Zusammenarbeit, und zwar nicht nur zwischen den Ländern, sondern auch zwischen den verschiedenen Ebenen und regionalen Organisationen.

Es ist dies ein Muß, will man gegen die nachteiligen Wirkungen eines ungerechten und exkludierenden Weltsystems angehen, unter dem ganz besonders unsere kleinen und verletzlichen Länder zu leiden haben. Daher haben wir mit so großem Enthusiasmus die Gemeinschaft der Staaten der Karibik seit ihrer Gründung unterstützt und arbeiten am Abschluß eines Abkommens über Handel und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen CARICOM und Kuba.

Unser Vaterland stand stets hinter dem Recht der kleinen und verletzlichen Länder auf eine unterschiedliche und besondere Behandlung in bezug auf den Zutritt zu den Märkten und Investitionen, den Erhalt von zusätzlichen finanziellen Mitteln zu Konzessionsbedingungen, den kostenfreien Zutritt zu sauberen und effizienten Technologien bei geeigneten Bedingungen. Für dieses Recht werden wir auch in Zukunft eintreten.

Stets wird sich Kuba gegen das Abwerben von Fachkräften, von ÄrztInnen, KrankenpflegerInnen und LehrerInnen der Karibikstaaten durch die reichen Länder stellen; Kuba verwirft den zügellosen und üppigen Konsum einer kleinen Gruppe reicher Länder, die die Meere und die Luft vergiften und das Leben in unseren kleinen Inselstaaten großen Risiken aussetzen.

In unserem vorgeschlagenen Thema sollen die hauptsächlichen Herausforderungen angesprochen werden, die vor der Region stehen, sowie die konzertierte und energische Art und Weise, ihnen die Stirn zu bieten.

Wir bekräftigen noch einmal unsere feste und unabänderliche Verpflichtung zur Zusammenarbeit mit unseren Bruderländern der Karibik. Unser Land ist bereit, seine bescheidenen Errungenschaften mit ihnen zu teilen. Wenn es auch stimmt, daß von 1961 bis 2002 insgesamt 1085 Studierende aus 14 Ländern der Karibischen Gemeinschaft in mehr als 33 Fachrichtungen ausgebildet wurden, davon 818 mit Hochschulabschluß, so soll sich ihre Anzahl jedoch mit jedem Jahr erhöhen und wird es auch. De facto stehen heute die Hochschuleinrichtungen Kubas Tausenden Jugendlichen der Karibik zur Verfügung - unter ihnen gibt es etwa 1000 Medizinstudenten – mit kostenfreier Ausbildung.

Gegenwärtig sind 1174 kubanische Zivilhelfer in CARICOM-Ländern im Einsatz, davon 964 im Bereich des Gesundheitswesens, mehr als zwei Drittel in Form einer Spende von Leistungen. Einige Bruderländer könnten die finanziellen Mittel für diese doch so lebenswichtigen professionellen Leistungen nicht aufbringen.

Uns ist bekannt, daß die Länder der Region unter Führung der CARICOM im Februar 2001 die „Initiative zur Bekämpfung des HIV/AIDS für die Karibik“ beschlossen haben. Kuba ist bereit, mit allen wissenschaftlichen Kenntnissen und der in der Bekämpfung von HIV/AIDS gesammelten Erfahrung diese Initiative entsprechend den in der regionalen Strategie für den Kampf gegen diese furchtbare und vernichtende Krankheit gesetzten Prioritäten zu unterstützen.

Unser Land ist bereit, zu dieser entscheidenden und lebenswichtigen Anstrengung mit der Entsendung von 1000 Gesundheitshelfern beizutragen, deren Gehalt von unserem Staat bezahlt wird. Dieses Personal kann außerdem zur Ausbildung und Qualifizierung der tätigen Spezialisten und Techniker der jeweiligen Länder beitragen.

Auch stellen wir die Dozenten und Techniker zur Verfügung, die für eine in einem von CARICOM bestimmten Land der Karibik zu gründende Fachschule für Krankenpflege und andere Disziplinen dieser Bildungsstufe der medizinischen Wissenschaften erforderlich sind. Diese Schule könnte pro Jahr bis zu 200 Jugendliche aus allen zur Gemeinschaft gehörenden Ländern ausbilden, speziell für Betreuung von HIV-positiven und AIDS-Patienten.

Kostenfreier Beitrag von mindestens 30 Prozent des Wertes der in unserem Land hergestellten Diagnosekits und Ausrüstungen für Labors mit Ultramikroanalysesystemen (SUMA) zur Reihenuntersuchung der Bevölkerung. Es handelt sich hierbei um eine leicht zu handhabende Technik, in Kuba entwickelt und eingesetzt nicht nur hier, sondern bereits in mehr als 35 Ländern. Unsere Zusammenarbeit würde sich nicht nur auf die Montage, Inbetriebnahme und technische Serviceleistungen an den Geräten beschränken, sondern umfaßt auch die Ausbildung von einheimischem Personal in der Nutzung dieser Technik. Bei Haiti wäre Kuba bereit – in Anbetracht der ungeheuren Armut des Landes, der Einwohnerzahl und dem hohen Anteil der betroffenen Personen – zusammen mit anderen Spenderländern bis zu 40 Prozent des Wertes dieser Geräte und Diagnosekits zu übernehmen. Ein solches Projekt, das eine echte Rettung für die karibischen Völker bedeutete, bedarf unbedingt der Unterstützung von internationalen Organen und von Ländern mit größeren Möglichkeiten, insbesondere hinsichtlich der antiretroviralen Medikamente. Hier könnte Kuba mit der hier vorhandenen Erfahrung und den großen in der Produktion, dem Einsatz und der Wirksamkeit dieser Medikamente erzielten Fortschritten dazu beitragen, ihre Kosten auf ein Minimum zu senken, ohne sich Gewinn zu verbuchen.

Die karibischen Länder haben mit aller Kraft für die Mitgliedschaft Kubas im Abkommen von Cotonou gekämpft. Die Karibikstaaten standen an der Spitze der solidarischen Bemühungen der Gruppe der Länder Afrikas, der Karibik und des Pazifik (ACP), die 1998 die Aufnahme Kubas in die ACP-Gruppe als Beobachter und ab 2000 als Mitglied beschlossen.

Sich dem Willen Kubas und der Karibikstaaten entziehende Faktoren zwangen unser Land, seinen Aufnahmeantrag zurückzuziehen, den Kuba vor allem im Hinblick auf karibische Interessen im März 2000 gestellt hatte.

Die Situation hat sich zum Teil geändert. Einige erniedrigende Bedingungen sind in gewisser Weise gemäßigter geworden. Kuba, von der ACP-Gruppe, speziell den Karibikstaaten, wiederholt ersucht, seine Aufnahme in das Abkommen von Cotonou zu beantragen und in dem Wunsch der engeren Gestaltung seiner Bande zu den Bruderländern der Karibik und der ACP-Gruppe möchte Ihnen, sehr geehrte Staats- und Regierungschefs der Karibik, seinen Entschluß mitteilen, daß es den Antrag für die Aufnahme in das Assoziierungsabkommen zwischen den ACP-Staaten und der Europäischen Union, bekannt als Vertrag von Cotonou, stellen wird.

Kuba wird seinen karibischen Brüdern für ihre gerade Haltung der Achtung und Solidarität unserem Land gegenüber ewig dankbar sein. Der jüngste Beweis dafür war die Stimmabgabe der gesamten Gemeinschaft der karibischen Länder mit nur einer Stimme ohne jegliche Ausnahme auf der Vollversammlung der Vereinten Nationen gegen die unserem Land auferlegte ungerechte und erbarmungslose Blockade, die nun bereits fast 44 Jahre andauert, ein ganz ungewöhnlicher und in der Geschichte noch nie dagewesener Fall.

Einigkeit, Würde und rationelle und solidarische Integration sind der einzige Weg, sich den allgemeinen Herausforderungen der globalisierten, ungleichen und exkludierenden Welt zu stellen, die für uns alle eine Bedrohung darstellt.

Im Namen der Freundschaft und der uns verbindenden historischen, kulturellen, familiären und Bande aller Art danke ich Ihnen allen, liebe Brüder, daß Sie uns die überaus große Ehre erwiesen und unserer Einladung anläßlich des dreißigjährigen Bestehens diplomatischer Beziehungen zwischen Barbados, Guyana, Jamaika und Trinidad und Tobago und unserem Vaterland Folge geleistet haben, eine auf unserer Erdhälfte noch niemals dagewesene schöne Seite von Solidarität. Edle und selbstlose karibische Landsleute, die Söhne Kubas stehen heute wie morgen voll und ganz zu Ihrer Verfügung.

Im Namen unseres edlen und heldenhaften Volkes wiederhole ich Ihnen: die Karibik wird stets mit der Freundschaft fürs Leben, der Selbstlosigkeit, der Dankbarkeit und vollen Unterstützung ihrer kubanischen Brüder rechnen können.

Vielen Dank!

Freitag, 29. November 2002

Ansprache des Präsidenten der Republik Kuba, Fidel Castro Ruz bei der Einweihung der Man´s Chapell, Quito, Republik Ecuador, am 29. November 2002

Hochgeschätzer Herr Präsident!

Persönlichkeiten von Ecuador und Quito!

Inniger Verwandten!

Geehrter Gäste!



Ich kann mich an jenes Mal ganz am Anfang der kubanischen Revolution erinnern, als inmitten der stürmischen Tage ein Mann mit Eingeborenengesicht, hartnäckig und unruhig, der schon bei unseren Intellektuellen bekannt war und bewundert wurde, ein Porträt von mir machen wollte.

Ich sah mich das erste Mal der quälenden Aufgabe unterworfen. Ich mußte still dastehen, so wie man es mir sagte. Ich wußte nicht, ob das eine Stunde oder ein Jahrhundert dauerte. Ich habe nie jemanden sich so geschwind bewegen gesehen, die Farben mischen sehen, die in Aluminiumtuben verpackt waren, wie die Zahnpasta, sie zu vermischen, Flüssigkeiten zuzufügen, ausdauernd mit Adleraugen schauend, Pinselstriche aufs Geratewohl auf einer Leinwand zu geben im Zeitraum von einem Blitzschlag, und seine Augen erneut dem verwunderten lebenden Objekt seiner fiebrigen Tätigkeit zuzuwenden, stark atmend wie ein Athlet bei einem Wettrennen.

Am Ende beobachtete ich, was bei alle dem herauskam. Das war nicht ich. Das war das, was er wollte, daß ich wäre, so wie er mich sehen wollte: eine Mischung aus Quijote und Merkmalen von berühmten Persönlichkeiten der Unabhängigkeitskriege von Bolívar. Bei dem Ruf der Berühmtheit, der er sich schon damals erfreute, traute ich mir kein einziges Wort zu sagen. Vielleicht sagte ich ihm endlich, daß das Bild „ausgezeichnet sei“. Ich schämte mich meiner Ignoranz in Bezug auf die Bildenden Künste. Ich befand mich in Gesellschaft eines großen Meisters und einer hervorragenden Persönlichkeit, die ich anschließend mit wachsender Bewunderung und tiefem Wohlwollen kennen lernen würde, in Gesellschaft keines Geringeren als: Oswaldo Guayasamín. Er muß damals ungefähr 42 Jahre alt gewesen sein.

Dreimal erlebte ich dieselbe unvergeßliche Erfahrung während 35 Jahren, und das letzte Mal mehrere Male. Er malte weiter auf die selbe Art und Weise, selbst als sein Sehvermögen schon schwere und grausame Begrenzungen für einen Maler wie ihn, unermüdlich und unaufhaltsam, erlitten hatte. Das letzte war ein Bildnis mit einem Gesicht mehr oder weniger den vorangegangenen ähnlich und langen, knochigen Händen, die das Bild des Ritters von der traurigen Gestalt unterstrichen, den er, fast am Ende seines Lebens, noch in mir sah.

Guayasamín war vielleicht die edelste, durchsichtigste und menschlichste Person, die ich kennengelernt habe. Er schuf bei Lichtgeschwindigkeit, und seine menschliche Dimension hatte keine Grenzen.

Aus den mit ihm geführten Gesprächen lernte ich viel; sie bereicherten mein Bewußtsein über das schreckliche Drama der Eroberung, Kolonisation, des Genozid und der Ungerechtigkeiten, die gegen die Eingeborenenvölker dieser Hemisphäre begangen wurden: ein reißender Schmerz, den er ganz tief in seinen Gefühlen trug. Er war ein großer Kenner der Geschichte jenes Dramas.

Ich fragte ihn eines Tages, an dem wir in seinem Studio der Residenz hier in Quito waren, wieviel Eingeborenenleben seiner Meinung nach die Eroberung und Kolonisation gekostet hatten. Er antwortete sofort, ohne das geringste Zögern: 70 Millionen. Sein Verlangen nach Gerechtigkeit und Reivindikation für die, welche den Holocaust überlebten, war die grundlegende Motivierung seiner Kämpfe. Aber für ihn war es notwendig, nicht nur um Gerechtigkeit für die Eingeborenen zu kämpfen, sondern auch für alle Völker von Nord-, Mittel- und Südamerika, die iberisch- amerikanische Kolonien in dieser Hemisphäre waren, entstanden im Schmelztiegel des Martyriums und aus der Mischung von Opferern und Opfern, die zusammen mit den Nachkommen der unterworfenen Afrikaner und der Emigranten aus Europa und Asien die aktuellen lateinamerikanischen Gesellschaften darstellen, in denen die unbarmherzige Ausbeutung, die Ausplünderung und das Aufzwingen einer unhaltbaren, zerstörerischen und völkermörderischen Weltordnung alle zehn Jahre durch Armut, Hunger und Krankheiten so viele Menschen töten, wie die von Guayasamín erwähnten 70 Millionen, die während Jahrhunderten starben. Ich erwähne nicht diejenigen, die englische Kolonien waren, weil es in ihnen weder Schmelztiegel noch Mischung gab; sondern Ausrottung.

Die sozialen Angaben, die sich auf Lateinamerika beziehen, bestätigt durch die am meisten bevollmächtigten internationalen Organismen, jagen Furcht ein. Es ist ausreichend jene in Bezug auf die Kinderarbeit und die sexuelle Ausbeutung der Kinder zu nennen.

Es gibt 20 Millionen Kinder unter fünfzehn Jahren, die arbeiten, um zu überleben; die meisten sind Mädchen. Das trägt zur sexuellen Ausbeutung bei, der viele Mädchen und Jungen unterworfen sind. In einer zahlreichen Gruppe von Ländern, beginnt fast die Hälfte der Mädchen- meistens sehr arm, die in ihren eigenen Heimen Opfer von Vergewaltigung und sexuellem Mißbrauch gewesen sind- das Sexgeschäft zwischen 9 und 13 Jahren, und zwischen 50 und 80 Prozent von ihnen verwenden Rauschgift.

Hunderttausende Mädchen und Jungen leben heute auf den Straßen und vielen von ihnen sind auch Opfer der sexuellen Ausbeutung. Es gibt Städte in denen 40% der als Prostituierte arbeitenden Frauen unter 16 Jahre alt sind. Eine kleine Stichprobe unter den Dutzenden verschämender sozialer statistischer Referenzen davon, was es bedeutet, weltweit die Region mit der schlechtesten Einkommensverteilung zu sein.

Nichts davon entging dem tiefgreifenden Denken, der Wärme und dem Sinn für Menschenwürde von Osvaldo Guayasamin. Er hat seine Kunst und sein Leben dem gewidmet, Bewußtsein herauszubilden, die negativen Tendenzen anzuprangern, zu bekämpfen und alles zu tun, um sie zu überwinden.

„Ich male seit ca. Drei- oder Fünftausend Jahren, mehr oder weniger”, sagte er eines Tages mit tiefbewegenden Worten.

„Meine Gemälde“, gab er zu, „sind dazu da, das Herz der Menschen zu verletzen, an ihm zu kratzen und zu klopfen, um zu zeigen, was der Mensch gegen den Menschen tut.“

Malen ist gleichzeitig eine Art Gebet und ein Schrei [...] und ist die höchste Konsequenz der Liebe und der Einsamkeit“, urteilte er.

Guayasamín wollte seiner Eingeborenen- Ethnie, seinem mestizen und vielrassigen Volk ein fortdauerndes Werk hinterlassen.

Heute wird die erste Etappe eines seiner liebsten Träume eingeweiht: Die Man´s Chapell, die majestätische Verkörperung der Wahrheit, der Geschichte und des Schicksals unserer Völker seit der Zeit vor der Entdeckung Amerikas bis heute, was ein außerordentliches Ereignis internationaler Resonanz darstellt.

Der Sohn vom Ecuador, geboren vor 83 Jahren in Quito als Sohn eines Eingeborenen- Vaters und einer mestizen Mutter, armer Herkunft, der erste von zehn Kindern einer in Armut im Viertel La Tola lebenden Familie hat in der von Bergen und Vulkanen umgebenen legendären Stadt gelernt, das zu sein, was er war: ein Genie der Plastik, ein Gladiator der menschlichen Würde und ein Prophet der Zukunft. Er hat sein Erbgut Ecuador, Amerika und der Welt zur Verfügung gestellt.

Wieviele Genien wie er, werden die Weltkultur und -wissenschaft unter den Hunderten von Millionen Eingeborenen und Mestizen verloren haben, die im Verlauf der zwei letzten Jahrhunderte niemals Lesen und Schreiben lernten!

Ich hatte das große Privileg, seine Freundschaft gehabt zu haben, und heute habe ich das Privileg dieses Tages, indem durch die Bemühungen von Vielen sein geschätztester Traum in etwas Faßbares und Reales verwirklicht wird. Ich kann seinen Mut bezeugen, der den Zorn des Imperiums hervorgerufen hat, und seine soziale Verpflichtung als fortgeschrittener Mensch, der mit den Armen der Welt eng verbunden war.

Das Sterben bedeutet die Reise fortzusetzen und 1988, als ich in gleicher innigster Atmosphäre bei kurzen Begrüßungsworten humorvoll auf den Tod anspielte, äußerte er sofort: „Wir werden schon nicht mehr sterben, wir werden schon nicht mehr sterben.“ Bei der Einweihung der Man´s Chapel, der er seine letzten körperlichen Energien vor seinem Ableben gewidmet hat, ist es möglich zu bestätigen, daß das, was er in einer Minute der Euphorie und des brüderlichen Glücks geäußert hat, für den Autor dieser prophetischen Voraussage der Wahrheit entsprach.

Heute können wir ganz klar sehen, daß er und sein Werk im Bewußtsein und im Herzen der heutigen und künftigen Generationen fortdauern werden.

Wir danken Dir, Osvaldo Guayasamin, inniger Bruder, für das Erbe, das Du der Welt hinterlassen hast !
Vielen Dank

Dienstag, 26. November 2002

Fidel Castro Ruz zur Eröffnung der Ersten Nationalen Olympiade des Kubanischen Sports auf dem Plaza de la Revolucion am 26. November 2002

Ich grüße besonders die Teilnehmer am II. Hemisphärischen Treffen im Kampf gegen das ALCA und danke Ihnen im Namen unseres Volkes für ihre Anwesenheit zu dieser Veranstaltung, die uns sehr ehrt. Ich grüße auch unseren lieben Freund und unübertroffenen Schriftsteller, Gabriel García Márquez, dessen Bücher unser ganzes Volk kennt, das schon lange lesen, schreiben und das Talent und die Kunst zu schätzen gelernt hat, weiterhin Adolfo Pérez Esquivel, dessen ständiger Kampf um die Menschenrechte und mutige Anklagen gegen das Verschwinden von Personen und die schrecklichen Verbrechen, die in Argentinien und anderen Ländern des Kontinents durch die faschistische, proimperialistische Unterdrückung begangen wurden, ihn der so hohen Achtung würdig machten, die er in unserer Hemisphäre und in der Welt genießt.

Ebenso grüße ich den Reverend Lucius Walker, inniger amerikanischer Freund; Marcela, Evo, Bertinotti und die anderen angesehenen und freundschaftlich gesinnten Persönlichkeiten, die hier anwesend sind.

Hochgeachtete Gäste!

Liebe Athleten, Sporttrainer und –leiter von Kuba!

Mitbürger!

Nach einem Jahr harter Anstrengungen der Vorbereitung und des Trainings sahen wir uns, vollkommen gegen unseren Willen, gezwungen, die Teilnahme unserer Athleten an einer Sportveranstaltung abzusagen, zu der unser Land während mehrerer Jahrzehnte und seit ihrer eigenen Gründung, niemals fehlte, selbst nicht in jenen Zeiten, wo nur einige wenige Athleten unserer Delegation angehörten. Durch Mut und Patriotismus erreichten sie einige Medaillen, als ehrenhafte Vorgänger der Sportmacht, in die unser Vaterland sich heute verwandelt hat, Ergebnis der Gerechtigkeit eines großen revolutionären Werkes und des unvergleichbaren Heroismus unseres Volkes.

Auf die eine oder andere Art und Weise hat man oftmals versucht, uns von den internationalen Wettkämpfen auszuschließen. Ständig sind die Veranstaltungen Schauplatz für Provokationen und Anfeindungen, denen unsere mutigen Delegationen immer trotz baten. Einmal waren wir sogar bereit, schwimmend von unserem Transportmittel auf der See zu den mittelamerikanischen Wettkämpfen zu gelangen. Aber dieses Mal war es nicht wert, etwas Ähnliches zu tun. Ein Land, das bei vollkommener Unterstützung seiner Regierung Zufluchtsort für Söldner ist, die bis vor sehr wenigen Jahren terroristische Anschläge auf unsere Hotels verübt haben, Projekte entwickelt haben, um historische Denkmäler zu zerstören selbst auf die Gefahr von blutigen Massakern für unsere Bevölkerung hin und die von der terroristischen Mafia von Miami angeführt und bezahlt werden; ein Land, dessen Autoritäten Komplizen beim Waffenhandel und bei der Organisierung von Mordplänen gegen die kubanische Vertretung zu wichtigen internationalen Veranstaltungen sind, wo das Gesetz und die innere Ordnung aufgehört haben zu bestehen, war nicht in der Lage die geringste Garantie für die körperliche und moralische Integrität unserer Athleten zu gewährleisten. Zu dieser Situation kam noch das hinzu, was dem Faß den Boden ausschlug: Man hat nicht einmal dem Gesuch für einen Kontakt zu den Autoritäten dieses Landes stattgegeben, um die Sicherheitsfragen für eine Delegation von fast Tausend kubanischen Bürgern zu besprechen, dort, wo es nicht einmal eine diplomatische Vertretung von Kuba gibt.

Scheinbar dachten die Terroristen und ihre Alliierten, daß unser Land nicht auf die Medaillen und Rekorde verzichten würde, die seine Delegation zu dieser Veranstaltung erreichen würde, und es vorziehen würde, seine Athleten, Sporttrainer und sportliches Leitungspersonal Risiken auszusetzen, sie feigen Kriminalen auszusetzen, die keinerlei Skrupel haben; daß es möglich wäre zu vergessen und nicht zu berücksichtigen, daß genau dort, in der Stadt, die Sitz dieser Sportveranstaltung ist, einer der wichtigsten Verantwortlichen der Explosion während des Fluges der Maschine, in der die kubanische Jugendmannschaft für Fechten reiste, mit der Gesamtheit der Goldmedaillen einer ähnlichen Veranstaltung wie dieser, die alle ohne Ausnahme und ohne irgendeine Spur zu hinterlassen starben, unbehelligt operierte.

Die terroristische Mafia und ihre Komplizen sollten nicht ignorieren, daß Kuba aus Gründen der Ehre und Prinzipien mehr als einmal bereit war, Ruhm und Interessen zu opfern. Es schmerzte uns nur, daß wir nicht der Sportbewegung von El Salvador und ihren Leitern Unterstützung geben können, wie wir es wollten, und diesem Brudervolk, viele dessen heroische Söhne und Töchter immer solidarisch und freundschaftlich gesinnt zu Kuba gewesen sind. Uns tröstet die Überzeugung, daß die Umstände, die unsere Mitwirkung auf vielen Gebieten, wo es nützlich sein könnte, behindern, nicht ewig sein werden. Wenn jemand an der Ehrlichkeit der Position Kubas gegenüber dem Volk von El Salvador zweifelt, ist es ausreichend daran zu erinnern, daß trotz der erwähnten Tatsachen, Dutzende von kubanischen Ärzten keinen Moment gezweifelt haben, um mit materiellen und technischen Mitteln dem edlen Volk von El Salvador zu helfen, als eine schwerwiegende Dengue-Epidemie, die zwischen September und Dezember des Jahres 2000 das Leben von mehr als dreißig Kindern forderte, und ein zerstörerisches Erdbeben, das im Januar des Jahres 2001 dieses Bruderland heimsuchte, es notwendig machten. Wir werden immer den Solidaritätsprinzipien treu bleiben.

Jedoch was sollte man mit den fast 500 Athleten machen, die sich lange angestrengt und hart trainiert haben? Ausgehend von dieser gerechten Sorge entstand eine Idee, die ohne Zweifel fruchtbringend sein wird. Warum sollten wir nicht eine nationale Olympiade abhalten? Hat unser Land vielleicht nicht genug Athleten von ausgezeichneter Qualität, um drei Sportmannschaften zu bilden, von denen jede von ihnen in El Salvador den ersten Platz in vielen Sportarten einnehmen könnte, und vielleicht den ersten Platz nach der Gesamtzahl von Medaillen? Warum sind wir nie auf die Idee gekommen, eine nationale Olympiade mit der Teilnahme unser besten Athleten in jeder der Sportarten nach Regionen zu organisieren, da doch jährlich die schulischen Sportspiele stattfinden? So eine Veranstaltung, die in konvertierbarer Währung weniger als 30% dessen was die Entsendung der kubanischen Delegation zu Mittelamerikanischen Spielen kosten würde, könnte alle zwei Jahre als optimale Vorbereitung für den olympischen Zyklus und zur besseren Entwicklung des Sports in unserem Vaterland stattfinden, ohne die Vorbereitung für internationale Wettkämpfe negativ zu beeinflussen, im Gegenteil könnte sie diese intensivieren.

So eine Veranstaltung wie diese würde die Anstrengungen anregen, in Bezug auf die Anstrengungen, um unsere Sporteinrichtungen zu verbessern und zu entwickeln, und Anreiz geben für die Anwendung der fortgeschrittensten Techniken in den verschiedenen Sportarten dieser lebenswichtigen Tätigkeit, wie das mit der Baseball- Nationalmeisterschaft nach Baltimore geschah.

Die Idee, eine Alternative zu suchen, welche die Anstrengungen prämiert, die unsere Sportler in Vorbereitung auf die Mittelamerikanischen Spiele unternahmen, ermöglicht durch die Organisierung dieser nationalen Olympiade die Teilnahme von mehr als 1 500 ausgezeichneten Athleten von den 2 000, die an dem Prozeß zur Vorbereitung und Auswahl der kubanischen Delegation teilnahmen, das heißt, dreimal mehr Athleten, als diejenige, die nach El Salvador reisen würden.

Die Medaillen, die sie erreichen, werden der Erfolgsliste der Athleten angerechnet und werden zu den ehrenhaftesten in ihrem Leben erreichten Preisen und Anerkennungen zählen. Sie werden moralisch die wirklichen Champions der Veranstaltung sein, zu der ihnen der Terrorismus und das Verbrechen die Teilnahme verwehrten.

Wie bekannt ist, wurde in Kuba- vielleicht ist es das erste Land, das dies tut- eine Internationale Schule für Körperkultur und Sport geschaffen, wo schon mehr als 1 000 Jugendliche aus 68 Ländern der Dritten Welt Hochschulstudien absolvierten, alle haben sportliche Fähigkeiten in verschiedenen Sportarten. Die Schule wurde aufgefordert, hervorragende Athleten zu unserer Ersten Nationalen Olympiade zu entsenden, sei es als Mannschaften oder individuell. Das gleiche Recht wurde den jungen hervorragenden Athleten oder Mannschaften zuerkannt, die unter den 6 073 Jugendlichen aus 24 Ländern ausgewählt wurden, die in der Lateinamerikanischen Schule für Medizin studieren.

Genauso, wie wir es bei anderen nationalen Sportveranstaltungen tun, wurden Athleten aus anderen Ländern zur Teilnahme eingeladen, die nicht zu dem Gebiet gehören, das die Mittelamerikanischen und Karibischen Spiele umfaßt.

Unsere Sportbewegung wird rigoros alle Normen und Prinzipien der Internationalen Olympischen Bewegung respektieren, deren neuer Präsident, der Doktor Jacques Rogge, uns vor ein paar Tagen die große Ehre erwies, unser Land zu besuchen, und der bei den Kubanern viel Sympathie und Respekt hinterließ. Die Schlacht gegen das Dopping, die er ankündigt, wird dazu beitragen, in der olympischen Bewegung den Merkantilismus und Professionalismus zu bremsen, bei denen das Dopping gewöhnlich ist, und wo niemals die Laboruntersuchungen gemacht werden.

Mit Stolz, Ehre, Enthusiasmus und Zufriedenheit wird unser Volk beginnen, diese neue, singuläre Sportveranstaltung zu genießen. Insgesamt werden 687,5 Stunden per Radio und mehr als 180 Stunden im Fernsehen übertragen werden, wobei gründlichst darauf geachtet wird, die Bildungsprogramme nicht zu beeinträchtigen, die unser Vaterland jetzt mit so viel Erfolg auf der Suche nach der allgemeinen, integralen Bildung für unser Volk voranbringt, und dies trotzdem, daß die Sendemöglichkeiten beim Fernsehen noch sehr begrenzt sind. Das dritte Bildungsprogramm wird schon in den nächsten zehn Monaten alle Provinzen des Landes abdecken, und die für das Fernsehen disponible Übertragungsstunden werden sich vervielfachen. Sowohl im Sport, als in vielen anderen Sphären erwartet uns eine glänzende Zukunft.

Der heutige Tag wird ein historischer sein, der eine neue Etappe im kubanischen Sport darstellen wird.

Vorwärts hervorragende Athleten, die in diesen Minuten die erste Nationale Olympiade von Kuba eröffnen!

Es lebe der Sport!

Es lebe das Vaterland!

Es lebe der Sozialismus!

Es lebe die Revolution!

Wir werden siegen!

Samstag, 19. Oktober 2002

Fidel Castro Ruz zur Eröffnung des XVIII. Internationalen Ballettfestivals von Havanna am 19. Oktober 2002

Sehr geehrte Prominente und Künstler!

Werte Gäste!

Es ist eine Ehre für mich, daß man mich eingeladen hat, das Achtzehnte Internationale Ballettfestival zu eröffnen und einige Worte zu sagen, die einleuchtenderweise sehr kurz sein werden.

Wenn die Theaterlichter jede Bewegung und jeden Schritt der Künstler beleuchten, dann wird diese wichtige Veranstaltung beginnen, zu der sich immer ein leidenschaftliches und treues Publikum einstellt, das sie mit Enthusiasmus und Dankbarkeit genießt.

Während der schwärzesten Tage der Batista- Tyrannei hielten Alicia, Fernando und andere wertvolle Kubaner mit Würde und Ehre den Traum aufrecht, der 1948 entstanden war, gegenüber scheinbar unlösbaren Hindernissen das Ballett Alicia Alonso zu gründen. Die tapferen Jugendlichen des Bundes der Universitätsstudenten boten ihnen in ihren schwierigsten Stunden Hilfe und Genugtuung an.

Die kubanische Revolution stellte, ab der ersten Monate seit dem Sieg, die vorhandenen Mittel jener Tanztruppe zur Verfügung, in dem Streben, daß sie sich entwickeln, ausbreiten und wachsen sollte. Die Vortrefflichkeit von Alicia, ihr Talent, ihre Zähigkeit und ihr Vorbild, die Generationen von glänzenden Künstlern inspirierten, machten das Wunder möglich: Die Existenz des Nationalballetts von Kuba, das Qualität und Weltprestige hat; die Geburt der Kubanischen Ballettschule, Synthese der Universalität, Tradition, des Kubanischen und des eigenen Stils, die überall auf dem Planeten anerkannt und applaudiert wird; die Ausbildung von neuen und außergewöhnlichen Werten und die Möglichkeit ehrgeizige Träume zu verwirklichen.

Das erste dieser Festivals, das 1960 stattfand, bestätigte die kulturelle Begabung, die kubanische Identität und die Nationalität selbst unter den widrigsten Umständen, als große Gefahren und Bedrohungen dem Land auflauerten.

Seit damals haben an diesen Treffen der Tanzkunst 52 Ballettgruppen und mehr als Tausend ausländische Gäste, einschließlich Tänzer, Choreographen, Pädagogen, Designer, Komponisten, Musikdirektoren und Kritiker teilgenommen. In seinen Szenerien wurden 192 Welturaufführungen vorgestellt, was es wirklich in eine Feier für die Tanzkunst verwandelt hat, gestützt in das Einberufungsniveau und das Prestige unseres Balletts.

Das Nationalballett Kubas war in den Gipfelmomenten unserer größten kulturellen Veranstaltungen anwesend, in der langen Schlacht um die Unabhängigkeit und den Sozialismus, der von unserem Volk während mehr als 43 Jahren geführt wurde. Mit ihrem eigenen Stempel und der Qualität seiner Kunst, stellt es heute eine der am meisten anerkannten Ballett der Welt dar. Gleichzeitig entstanden in unserem Land andere wichtige und anerkannte Gruppen der verschiedenen Genres der Tanzkunst, als Beweis des unaufhaltbaren Aufschwungs der verschiedenen künstlerischen und intellektuellen Ausdrucksformen, die zusammen mit einem riesigen Kraftaufwand auf dem Gebiet der Bildung, mit besonderem Nachdruck in der Qualität derselben, und dem Fortschritt der wissenschaftlichen Einrichtungen die absolute Sicherheit darstellen, daß Kuba schon beginnt, sich in eines der gebildetsten Völker der Welt zu verwandeln.

Dank der Methoden, der Disziplin und der Strenge der Nationalen Ballettschule wurden in ihr große Künstler ausgebildet.

Die kürzliche Renovierung und Erweiterung der Einrichtungen, wo heute die Nationale Ballettschule ihren Sitz hat, ihre Ausrüstung, und besonders ihre Lehrer haben sie in eine ausgezeichnete Einrichtung verwandelt, mit einer dreimal größeren Kapazität.

Beim Vertiefen in diesen Themen haben wir gemerkt, das die Zeit heran ist, neue Ziele zu erreichen. Das Ballett und andere künstlerische Ausdrucksweisen waren in unserem Land sehr unterschiedlich entwickelt. Von den 14 Provinzen, hatten 7 keinen einzigen Absolventen der Nationalen Ballettschule. Heute, mit den neu geschaffenen Kapazitäten, hat sie schon Schüler aus allen Provinzen, und in diese, wie in alle Kunstschulen, tritt man durch eine strenge Auswahl ein.

Im Sommer dieses Jahres reisten 318 Havannaer Kinder der Werkstätten des Nationalballetts, begleitet von Eltern, Lehrern und professionellen Tänzern nach Santiago de Cuba, um dort im Theater Heredia ein herrliches Schauspiel vorzustellen: „Der verzauberte Krebs". Es gab drei Vorstellungen, zu denen bei vollem Theater 7710 Personen anwesend waren, die meisten waren Kinder aller Kreise der Provinz. Viele von ihnen sahen zum ersten Mal Ballett und viele waren noch nie in einem Theater gewesen.

Die Havannaer Schüler lernten ihrerseits viel über unsere Geschichte in Santiago de Cuba und sahen auch künstlerische Stücke, die von den Kindern dieser Provinz vorgeführt wurden.

Initiativen dieser Art zeigen überraschende Ergebnisse.

Die Idee, die Talente-Werkstätten auszuweiten, die das Nationalballett gegründet hat, beginnt auch Gestalt anzunehmen, und bald wird ein Versuch in der Hauptstadt begonnen, der nach und nach erweitert werden wird und der eines nicht weit entfernten Tages in die anderen Teile des Landes gelangen wird.

In den nächsten Monaten wird die Nationale Ballettschule eine Spezialwerkstatt beginnen und in ihren Unterrichtsräumen und Salons 4050 Kinder und Jugendliche zwischen 7 und 14 Jahren aus allen Stadtbezirken der Hauptstadt empfangen. Ein Fakt, der das wachsende kulturelle Interesse und Niveau unseres Volkes zeigt: Nach dem Aufruf in den Grund- und Mittelschulen haben sich bis jetzt 41 488 Anwärter vorgestellt. Diejenigen, die nicht ausgewählt werden, können sich in die Werkstätten zur Tanzkunstbetrachtung Stadtbezirksebene einschreiben, die man im Moment organisiert.

Von vielen wurde festgestellt, daß das klassische Ballett ein Grundausdruck ist, der allen anderen Tanzkunst- Ausdrucksweisen gemeinsam ist. Diese Eigenschaft ermöglicht es, daß die Herausbildung der Begabung und der Technik die Entwicklung aller anderen Tanzgenres unterstützt. Dieses Konzept schließt natürlich nicht andere Ausbildungsformen aus.

Ohne Kultur ist keine Freiheit möglich. Die Wahrheit dieser Denkweise, die sich nicht auf die Kunst als Kultur beschränkt, sondern das Konzept einer integralen allgemeinen Kultur bedeutet, schließt die berufliche Vorbereitung und Elementarkenntnisse einer weiten Palette von Fächern ein, die Bezug zu den Wissenschaften, den Geisteswissenschaften und Humanwissenschaften haben. Das gibt unseren Anstrengungen Auftrieb.

Während man auf der Welt die Kriegstrommeln hört oder Mittel verschwendet werden, um immer spitzfindigere und zerstörerischere Waffen zu produzieren, revolutionieren wir in Kuba die Bildung, um die Kenntnisse der neuen Generationen zu vervielfachen, gestalten wir den Zugang zu den Hochschuleinrichtungen universaler, richten wir die Kunstschulen in das ganze Land ein und haben wir vorgesehen, die Bedingungen zu schaffen, damit der Genuß und das Vergnügen seiner wundervollen Werke allen zugänglich ist.

In der Hoffnung, daß dieses Festival dazu beiträgt und mit dem tiefsten Dank an alle, die das möglich gemacht haben, erfülle ich meine Pflicht, diese Worte zu beenden.

Mögen das Gewissen, die Kultur und die Kunst unsere Menschengattung zu einem besseren Geschick führen!

Vielen Dank!

Donnerstag, 17. Oktober 2002

Fidel Castro zur Feierstunde anläßlich des 40. Jahrestages des Instituts für Grundlagen- und Präklinische Wissenschaften „Victoria de Girón"

Ansprache des Präsidenten der Republik Kuba, Fidel Castro Ruz, zur Feierstunde anläßlich des 40. Jahrestages des Instituts für Grundlagen- und Präklinische Wissenschaften „Victoria de Girón", am 17. Oktober 2002

Professoren, Forscher und Studenten!

Werte Gäste!

Jene Veranstaltung fand an einem Tag wie heute, am 17 Oktober vor 40 Jahren statt, fünf Tage bevor die Oktoberkrise von 1962 ausbrach, über die in den letzten Tagen viel nachgedacht und analysiert wurde. Um Haaresbreite kam ein Atomholocaust zum Ausbruch.

Genau eineinhalb Jahre waren vergangen seit der Söldner- Invasion von Girón und 10 Monate seitdem die heroische Alphabetisierungs - Kampagne beendet war. Mehr als 2 000 Ärzte und die meisten von ihnen Professoren für Medizin hatten das Land verlassen. Es war notwendig geworden jene Verluste zu kompensieren und mit Dringlichkeit die auszubilden, die das ehrgeizige revolutionäre Programm für das Gesundheitswesen benötigte. Teil jener Anstrengungen war die Gründung eines wichtigen Instituts für Grundwissenschaften, um den Prozeß zur Vorbereitung und Graduierung von Ärzten mit revolutionären Eigenschaften und den erwünschten Kenntnissen zu beschleunigen. Innerhalb von Wochen wurde dieses Institut in einer großen Einrichtung geschaffen, die Sitz einer der wichtigsten Einrichtungen der hohen Bourgeoisie gewesen war, von denen ein Großteil schon mit ihren Familienangehörigen in den Vereinigten Staaten lebte.

Zu Ehren des heroischen Sieges unserer Kämpfer in Girón gab man dem Institut diesen Namen.

Wegen der besonderen Umstände in jenem Moment und der Bedeutung des Instituts für Grundlagen- und präklinische Wissenschaften Victoria de Girón in Bezug auf die darauffolgende Entwicklung der kubanischen Medizin, scheint es mir angebracht, einige der Ideen, die ich an diesem Tag darlegte, ins Gedächtnis zurückzurufen, und zwar mit den selben Worten, die verwendet worden waren. Wegen ihrer Gültigkeit werde ich einen wichtigen Teil meiner Ansprache dazu verwenden.

Zufällig begann ich vom Krankenpflegewesen zu sprechen:

„Wir dachten," sagte ich, „daß in dieser Versammlung der Ärztefamilie die Medizinstudenten anwesend sein würden. Wir haben gesehen, daß auch die Mädchen der Krankenschwester- Schulen anwesend sind. Und das freut uns sehr, ich weiß nicht was passiert, als man über alle Probleme der Medizin und der Ärzte sprach, vergaß man die Krankenschwestern. Als man von den Studentenorganisationen sprach, vergaß man die Krankenschwester- Schulen. die Krankenschwestern sind ein wichtiger, grundlegender Bestandteil der gesamten medizinischen Betreuung und die Revolution ist sehr daran interessiert, revolutionäre Krankenschwestern auszubilden. Schaut nur was sie für einen Enthusiasmus haben! „

„Die Frage des Gesundheitswesens ist eines der empfindlichsten Probleme, mit dem unsere Feinde versuchten, unser Volk zu verwunden. Es ist sehr logisch, daß wir Kubaner danach streben, daß die Kindersterblichkeit sich vermindere; daß die mittlere Lebenserwartung jedes Bürgers sich verlängert; die Krankheiten zu bekämpfen, gegen den Tod zu kämpfen. Es gibt kein rechtmäßigeres Streben als dieses, und man könnte sagen, kein heiligeres."

„Leute ohne Skrupel versuchten unser Volk damit zu verwunden. Versuchten unserem Volk die Mittel zu entreißen, um das Leben zu kämpfen, um gegen die Krankheit zu kämpfen, um Tausende, Zehntausende, Hunderttausende von Leben zu retten, besonders die Leben von Kindern. Wie? Indem man uns der Ärzte beraubte."

"Als sie uns in Playa Girón angriffen, war ihre Absicht, sich eines Landstück zu bemächtigen und von dort aus zu beginnen alle Tage und Nächte zu bombardieren, unser Land einem Abnutzungskrieg auszusetzen, der Hunderttausende von Leben gefordert hätte. Aber trotzt alledem, eine der schurkischsten Handlungen, die der Imperialismus gegen unser Land durchführte, war die Politik Ärzte zu bestechen und zu versuchen, den Exodus der Ärzte nach den Vereinigten Staaten zu erreichen, unser Land des technisch-qualifizierten Personals zu berauben, um unsere Kranken zu betreuen. Und tatsächlich gelang es ihm, eine gewissen Anzahl von Ärzten mitzureißen.

„Sie wußten, daß sie Schaden anrichteten, sie schadeten nicht uns, sondern dem Volk. Uns schmerzte der grausame Schaden, den sie dem Volk mit dieser Politik antaten. Wir kennen die Sehnsucht, die Versessenheit, die die ärmere Bevölkerung in Bezug auf ärztliche Assistenz haben; wie sehr die Bauern die ländliche ärztliche Betreuung danken, die Arzneien, die man ihnen schickt, die Krankenhäuser, die gebaut wurden."

„Einer der Sachen, bei denen man den Einfluß der Revolution gespürt hat, ist das Gesundheitswesen. In unserem Land gab es nur 9000 Betten in Staatlichen Krankenhäusern."

„Jedermann weiß, wie man früher die Kranken in den Krankenhäusern behandelte, sie mußten oft auf den Fußboden schlafen; der Grad der Armut, des Schreckens, der in vielen Krankenhäusern herrschte".

„Jedermann weiß, daß in unserer ländlichen Gebieten niemals ein Arzt ging; daß die Landbevölkerung praktisch verlassen war, daß ein Bauer, um einen Arzt zu konsultieren, vorerst ein Ferkel, ein halbes Dutzend Hühner, oder irgend etwas verkaufen mußte.

„Als unser Volk keine medizinische Betreuung hatte, sorgten sie sich nicht darum, die Ärzte nach den Vereinigten Staaten mit zu nehmen, das war ihnen gleichgültig. Als in unserem Land ein außergewöhnliches Programm zur medizinischen Betreuung begann, daß das dem Gesundheitswesen zugewiesene Budget von 21 Millionen auf 103 Millionen Peso erhöhen, ja da begannen sie sich zu sorgen, um zu versuchen, unser Volk der Ärzte zu berauben."

„Natürlich waren die Ärzte die sie mitnahmen, weder Lämmer noch Heilige, das ist klar.

„Die Studenten- besonders die des übrigen Teils des Landes- mußten riesige Schwierigkeiten überwinden, um Arzt zu werden und danach fanden sie nirgends eine Anstellung. Die Ärzte akkumulierten sich in der Hauptstadt. Der Arzt, der gerade seinen Abschluß gemacht hatte und dem man im Rathaus, in einem Krankenhaus eine geringfügige Anstellung gab, konnte sich sehr glücklich schätzen, und man bezahlte ihm 100 Peso oder 120, irgend etwas.

„Wenn ein Arzt in der Klassengesellschaft die wir hatten, in der Ausbeutergesellschaft in der wir lebten, sich in einem erfahrenen Spezialisten verwandelte und berühmt wurde, dann konnte das Volk nicht mehr mit diesem Arzt rechnen, nur in Ausnahmefällen: weil es natürlich immer gewisse Ausnahmen gibt: Da war er schon Arzt der Reichsten. Es war sehr schwierig, für einen einfachen Menschen des Volkes seine Dienste zu erhalten.

„Viele jener Ärzte waren die Ärzte der Besitzer der Zuckerfabriken , der Millionäre, und als die Millionäre gingen, sehnten sie sich nach ihnen und gingen auch.

„Unabhängig davon, daß man viele von den Ärzten, die man dazu verführt hatte, in die Vereinigten Staaten zu gehen, zum Tellerwaschen anstellte, zum Liftbedienen und ähnliche Arbeiten; unabhängig davon, gibt es keine Zweifel, daß die Handlungsweise der Ärzte, die gingen, eine sehr unmoralische war. Das ist ein Verbrechen gegen das Volk, gegen den Kranken, gegen den Unglücklichen, gegen den der leidet."

„Mit wem müssen wir die Probleme lösen? An erster Stelle müssen wir die Probleme mit den guten Ärzten lösen, weil es gerecht ist zu zeigen, daß obwohl es korrupte, herabgewürdigte und käufliche Ärzte gegeben hat, so gab es auch viele, wirklich viele gute Ärzte, gewissenhafte, humane, die ihren Beruf verstehen, wie man ihn verstehen muß.

„Die einen machten den Schwur von Hippokrates und die anderen den Schwur von Heuchlern [Wortspiel im spanischen: Hipócrates= Hipokkrates, hipócritas= Heuchler, Scheinheiliger]. Diejenigen, die den wirklichen Schwur taten und ihre Mission als eine heilige Mission verstanden, die sind nicht weggegangen und werden nie weggehen. Mit diesen müssen wir das Problem lösen.

„Die Menschen, die inmitten einer Gesellschaft der Korruption und des Egoismus rein geblieben sind, können als Samen und als Lehrer dienen."

„Was bedeuten die, die gegangen sind? Mit medizinischen Vokabular ausgedrückt, dasselbe, wie wenn man einen Tumor ausdrückt."

„Die Imperialisten versuchen mit denen, die gegangen sind, Propaganda zu machen. Das entspricht dem, als wenn man mit dem Eiter Propaganda macht, weil die die gegangen sind, der Eiter der kubanischen Gesellschaft sind, als die Revolution diese Gesellschaft ausdrückte."

„Den kleinbürgerlichen, weichen, schwankenden Geist der ersten Zeit, sieht man nirgends."

„Was müssen wir tun? Weiter vorangehen und die Probleme auf immer lösen."

„Was ist es, was vor unserem Volk, vor unseren revolutionären Gefühlen die Abscheu und den Ekel vor den Verrätern und Fahnenflüchtigen kompensiert? Dies: Diese neue Menge, dieses Kontingent, das zu studieren beginnt und die genügend bereinigte Menge der heutigen Studenten."

„Ich kann heute sagen und versichern, daß unser Land heute in der Medizinschule über eine wunderbare Menge guter Studenten, revolutionärer Studenten verfügt."

„Womit können wir jetzt schon rechnen, ab sofort? Mit mehreren Hundert ausgezeichneten Studenten, die Jahr für Jahr ihr Studium beenden und Ärzte werden und dem Land den Beitrag einer neuen Mentalität geben werden , eines neuen Konzepts über die Funktion des Arztes; eine Funktion, die unser Volk in höchster Hochachtung haben muß, genau wir die des Lehrers. Natürlich sind die schlechten Ärzten so etwas wie eine Verschwörung gegen das gute Konzept, das die Bevölkerung über den Arzt haben soll."

„Diese Menge wird ein Beitrag Jahr für Jahr sein und ein standhaftes, sauberes Gewissen von Ärzten, die arbeiten."

„Dieses Kontingent wird einen Geist schaffen, der sich dem egoistischen Geist entgegenstellt, den Resten des egoistischen anpässlichen Geistes; dieser Geist, der dazu neigt, den Studenten zu korrumpieren, sogar den Studenten!"

„Unser Volk kann sicher sein, daß alle Jugendlichen, die in der medizinischen Fakultät studieren, tun dies ganztägig und wir werden Ärzte in großen Mengen ausbilden, viel bessere Ärzte. Und wir verstehen, daß das eine Pflicht ist, die die Revolution dem Volk gegenüber hat."

„Nun gut: Bestand die endgültige Lösung des Problems darin? Nein ! Es gibt z.B. den folgenden Umstand: Die Ärzten häuften sich in Havanna an. Jene Gesellschaft häufte Ärzte in Havanna an, und dann wollten sie nicht gehen. Nach Miami, Ja! In das Sierra-Maestra-Gebirge, Nein! Und viele von jenen zogen es vor, den Weg ins Ausland als den, dem Volk zu dienen."

„Die Probleme konnte man nicht einmal mit den aufgeführten Maßnahmen lösen. Wo ist die wirkliche und endgültige Lösung des Problems? Wo? In Bezug auf die Zukunft, ist die wirkliche endgültige Lösung die massenhafte Ausbildung von Ärzten. Die Revolution hat heute Kräfte und Mittel und hat die Organisation und hat Menschen, Menschen! Das ist das Wichtigste um einen Ärzte-Ausbildungsplan mit der notwendigen Auszahl zu beginnen. Und nicht nur viele, sondern vor allem gute Ärzte; und sie sollen nicht nur gut als Ärzte sein, sondern gut als Männer und als Frauen, als Patrioten und als Revolutionäre!"

„Und wer hat gesagt, daß die Revolution das nicht tun kann? Wir sind bereits dabei, es zu können! Und der beste Beweis ist dieser Akt heute abend?"

„Natürlich um in der Universität, ein Studium aufzunehmen, muß man zumindest Abiturient sein. Was haben wir gemacht? Wir entschlossen uns, sowohl Abiturienten der Wissenschaften (bachelor of Science) als auch der Geisteswissenschaften (bachelor of Arts) als Medizinstudenten anzunehmen, nachdem sie einen kurzen Kurs, der Morgen beginnt, absolvieren."

„Auf Grund dessen", sagte ich den Jugendlichen an jenem Abend vor 40 Jahren, „werden in diesem Institut für Grundlegende Studien ungefähr 800 Studenten aufgenommen und in der Universität Oriente, (vor kurzer Zeit eingeweiht)) 240 Studenten, was insgesamt mehr als 100 sind. Mehr als tausend beginnen zu studieren! Das ist dieses Jahr."

„Aber gleichzeitig beginnen 1300 Studenten der höhere mittlere Reife einen Kurz von 15 Monaten in diesem Institut, welche, zusammen mit denen die das Abitur abschließen, ermöglichen, daß im folgenden Jahr die akademischen Abgänge mitgerechnet, hier oder in der Universität , d.h. hier selbst, 1250 Studenten beginnen."

„Gleichzeitig, beginnen dieses Jahr zumindest 2500 Jugendliche der Mittelschule eine spezielle höhere mittlere Reife von zwei Jahren, um sofort danach in die Medizinschule einzutreten."

„Und danach? Danach wird es schon einen Strom von Medizinstudenten geben: 1000 dieses Jahr, die 1963 zu studieren beginnen; 1250 die 1964 beginnen, 2500 beginnen 1965 und natürlich, da die Revolution nicht umsonst gearbeitet hat, kann sie das tun, weil sie riesige Kontingente von Stipendiaten hat, wo sie die Studenten nach ihrem Berufswunsch und ihren Fähigkeiten aussuchen kann, weil die Revolution ein Bildungswerk von Anfang zu leisten begann. Man muß berücksichtigen, daß es 120 000 Mittelschüler gab als die Revolution die Macht ergrifft und jetzt gibt es ca. 250 000. Das sind Ziffer, das sind Tatsachen und sie sind Ergebnis des eigenen Werks der Revolution. Und jetzt müssen wir Spezialkurse organisieren, aber ab 1965 werden die die Medizin studieren können werden, nicht hier oder in ein anderes Gebäude wie dieses mehr passen. Und das ist die Lösung, die einzige und endgültige Lösung!"

„Nicht nur das, sondern wir können noch etwas tun, obwohl das vor allem symbolischen Charakter hat als etwas anderes, um anderen Länder zu helfen."

„Zum Beispiel haben wir den Fall Algerien, dort war der Großteil der Ärzte Franzosen, und viele sind gegangen. Mit 4 Millionen Einwohnern mehr als wir, einer großen Anzahl von Krankheiten, welche die koloniale Abhängigkeit dort hinterließ, haben sie weniger als ein Drittel der Ärzte zur Verfügung als die, die wir haben. Sie haben eine wirklich tragische Situation auf dem Gebiets des Gesundheitswesens. Und deshalb haben wir heute als wir uns mit den Studenten unterhielten, ihnen gesagt, daß 50 freiwillige Ärzte notwendig sind. Und wir sind dessen sicher, daß diese Freiwilligen nicht fehlen werden. Nur fünfzig, nicht mehr. Und ebenfalls sind wir dessen sicher, daß sich mehr bereit stellen werden als Ausdruck des solidarischen Geistes unseres Volkes gegenüber einem befreundeten Volk, dem es schlechter geht als uns."

„Heute können wir 50 Ärzten schicken; in 8 bzw. 10 Jahren, ich weiß nicht wieviel. Wir werden unseren Brüdervölkern Hilfe anbieten können. Weil wir jedes Jahr mehr Ärzten haben werden und jedes Jahr mehr Studenten in die Medizinschule eintreten werden. Weil die Revolution das Recht hat, zu ernten, was sie gesät hat und sie hat das Recht die Früchte dessen zu ernten, was sie gesät hat."

„Und unser Land wird sehr bald- das können wir mit Stolz verkünden- mehr Ärzte pro Einwohner haben, als jedes andere lateinamerikanische Land; und unsere Universitäten werden wachsen, und die Studenten unserer Universitäten wird man nach Dutzenden und Zehntausenden zählen, und unsere Lehrkörper werden jedes Mal mehr Erfahrung haben. Die Jahre vergehen, und vergehen schnell, und die Anstrengung der Revolution wird man sehen."

„Wir sagen Jahre, aber Jahre, die vergehen werden und uns ermöglichen werden dieses Bild von 40 000 oder 50 000 Universitätsstudenten zu sehen, und von Jugendlichen, die zu Tausenden und Zehntausenden ihren Abschluß machen, weil das die Revolution kann, weil es die Revolution ist, und nur die Revolution, die diese Heldentaten verwirklichen kann; und es ist ein revolutionäres Volk und nur ein revolutionäres Volk, das solche Aufgaben voran bringen kann."

Heute ist ein Tag von innerem Vergnügen, weil die Revolution sich nicht durch das Darlegen von Ideen verwirklicht, sondern indem man sie ausführt; die Revolution ist nicht Theorie, sie ist vor allem Tatsachen. Und das , was die Revolution sich vorgenommen hat, das hat sie erreicht; was die Revolution begonnen hat, das hat sie vorwärts gebracht. Und das ist Ergebnis der Idee, die in Wirklichkeit verwandelt wurde, eines begonnenen Werks, das voran gebracht wird, Grund optimistisch zu sein; Grund, um immer mehr in den Dynamismus einer Revolution zu glauben und in die kreative Fähigkeit unseres Volkes."

„Wir wissen, was das bedeutet, wir wissen, das wir uns damit vor den niederträchtigsten Schlägen des Feindes in dem empfindlichsten Aspekt unseres Volkes verteidigen, wir wissen, daß das Hunderttausende von Kindern bedeutet, die für das Vaterland gerettet werden, das bedeutet Gesundheit für unser Volk, das bedeutet das Anheben des durchschnittlichen Lebensalters für jeden Bürger unseres Vaterlandes, die Schaffung von den Bedingungen nicht nur um die Krankheiten zu bekämpfen, sondern um ihnen vorzubeugen. Weil wir in der Zukunft immer mehr Ärzte und jeden Tag weniger Kranke haben werden."

„Das sind die Tatsachen: Seit sechs Monaten hat es keinen einzigen Fall von Kinderlähmung in unserem Land gegeben; sechs Monate hat keine Mutter, keine Familie den unbeschreiblichen Schmerz erleiden müssen, ihr Kind als Behinderte zu sehen. Es wurden schon hunderte von Kindern gerettet, Hunderte von glücklichen Leben wurden gerettet; das Glück und die Freude von Hunderten von Familien wurde gerettet."

„Erneut greift die Revolution die Krankheiten an, und schickt sich an, Tausende von Leben vor dem Tetanus, der Diphtherie und dem Keuchhusten zu retten, das sind andere Krankheiten, die alle Jahre Tausende von Kindern opfern, und mit der jegliches Kind von jeglicher Familie sich anstecken kann. Wie? Indem sie durch die Schutzimpfungen diesen Krankheitsarten vorbeugt. Und so werden wir Krankheit für Krankheit bekämpfen, so werden wir die Zahl der Epidemien, die Zahl der Toten, die Zahl der Opfer vermindern. So wird dieses große Anliegen erfüllt: Von der therapeutischen zur vorbeugenden Medizin überzugehen."

„Und die Zukunft unseres Volkes muß glänzend sein, glänzend die Gesundheit unseres Volkes, wenn wir einerseits die Krankheiten bekämpfen, ihre Opfer vermindern, gegen sie kämpfen, bis daß sie verschwinden; und andererseits, Kontingente von jungen Schwärmern, welche die Hoffnung des Vaterlandes sind, die Schmiede der Gesundheit unseres Volkes, Lebensretter, in eine Einrichtung wie diese eintreten."

Bis hier die grundlegenden Punkte und das Programm. das ich an jenem Abend behandelte.

Nach 40 Jahren braucht man fast gar nichts zu diesen Ideen hinzu zu fügen, die vor vier Jahrzehnten ausgearbeitet wurden, die am genauesten erfüllt wurden und viele bei weitem übertroffen wurden.

Einige Beispiele:

* 1958 gab es im Land 826 Krankenschwestern und Hilfspersonal zur Krankenpflege.

* Heute gibt es 84 232.

* Auf jede Krankenschwester, die es in 1958 gab, kommen heute 101.

* 1959 hatte das Land 8 bescheidene Krankenpflege-Schulen.

* Heute gibt es 24 polytechnische Schulen des Gesundheitswesens, wo Krankenschwestern ausgebildet werden, 14 polytechnische Schulen des Gesundheitswesens nur für Krankenpflege und zwei Notschulen, insgesamt 40 Ausbildungszentren für Krankenschwestern, die, wenn sie ihr Studium fortsetzen den Universitätstitel einer Diplomkrankenschwester erreichen können.

* Die Kindersterblichkeitsrate betrug 1959 nach Schätzungen 60 auf je Tausend Lebendgeburten. Das Land beendete das Jahr 2001 mit einer Rate von 6,2 pro Tausend Lebendgeborenen. Das bedeutet eine Verminderung von 90 %.

* Wenn die Kindersterblichkeitsrate so geblieben wäre, wie vor der Revolution, 60 pro Tausend Lebendgeborenen, hätten in den vergangenen Jahren 479 830 kubanische Kinder das Leben verloren.

* Die aktuelle Kindersterblichkeitsrate in Lateinamerika und der Karibik ist 6 Mal größer als die von Kuba, das eine der niedrigsten Kennzahlen der Welt hat.

* Die aktuelle Lebenserwartung in den reichsten und am meisten entwickelten Ländern dieser Hemisphäre und von Europa: Kanada 78,5; Vereinigte Staaten 76,5; Frankreich 78,1; Großbritannien 77,2; Deutschland 77,3; Dänemark 75,9. Kuba hat schon 76,15 erreicht. Wie man ersehen kann, ist es auf dem selben Niveau oder sehr nahe an dem Niveau von ihnen, und die Ziffer wird steigen.

* 1958 gab es im Land 6 286 Ärzte. 1962 blieben 3 960. ein Exodus bis zu diesem Datum von 2 326, das später weiter anstieg.

* Im Jahre 1962 blieben 16 Professoren von den 157 Professoren der Medizinischen Fakultät in 1955.

* Heutzutage hat das Land 67 128 Ärzte, das bedeutet, daß es für jede 167 Einwohner einen Arzt gibt, die höchste Kennziffer von Ärzten pro Einwohner auf der Welt.

* In den reichsten Ländern ist diese Kennziffer ein Arzt pro jede 358 Einwohner in den Vereinigten Staaten; pro jede 437 in Kanada; pro jede 330 in Frankreich; pro jede 286 in Deutschland, pro jede 610 in Großbritannien. In Lateinamerika, zum Beispiel, ist sie einer pro jede 538 in Mexiko und einer pro jede 909 in Chile, alles weit entfernt von Kuba.

* Für jeden Arzt, der zwischen 1959 und 1962 das Land verließ, gibt es heute 29 Ärzte.

* Die aktuelle Kapazität der 22 Medizinfakultäten, die das Land hat, beläuft sich auf über 40 tausend Studenten.

* 1997 hatten wir 81 016 Betten, was 7,3 Betten pro Tausend Einwohner bedeutete.

* In dem Maß, in dem die Tätigkeit des Familienarztes und der Familienschwester fortschritten, verminderten sich die Krankenhausaufnahmen und deshalb ist die aktuelle Bettenzahl 70 927, was 61 927 Betten mehr als die 1959 in den staatlichen Krankenhäusern bestehenden entspricht. Die grundlegenden Faktoren, die diese Verminderung beeinflußten beziehen sich auf eine gesündere Bevölkerung und auf den Beginn seit 1984 der häuslichen „Krankenhausaufnahme".

* Von 1999 bis Juli des laufenden Jahres verbrachten 2 071 996 Personen ihren „Krankenhausaufenthalt " zu Hause.

* Von den 267 Krankenhäusern, die das Land hat, befinden sich 62 in ländlichen Gebieten. Die Gesundheitsbetreuung ruht heute in erster Linie auf der Arbeit der ärztlichen Beratungsstellen der Familienärzte.

* 4 158 von ihnen arbeiten heute in ländlichen Gemeinden und 974 in Gemeinden in den Bergen.

* Das Budget des Gesundheitswesens im Jahr 2002 ist 87,3 Mal größer als das von 1958.

* Von Beginn der Revolution bis zum Datum haben 91 Länder Hilfe von Kuba erhalten, mit der Teilnahme von 51 059 Mitarbeitern des Gesundheitswesens.

* Heute unterhält Kuba simultan Kooperation zu 61 Ländern, wo 4 335 Ärzte und Mitarbeiter des Gesundheitswesens arbeiten. Nur durch das Integrale Gesundheitsprogramm, das wegen dem Hurrikan „Mitch" entstand, der Zentralamerika geißelte und die Region Zehntausende Leben kostete, leistet Kuba heute 21 Ländern medizinische Hilfe, mit der Teilnahme von 2 878 Ärzten und Technikern des Gesundheitswesens.

* In der Lateinamerikanischen Medizinschule studieren mehr als 6 000 Jugendliche, die im wesentlichen aus Lateinamerika stammen und von Kuba Stipendien erhalten. In anderen Zentren studieren Hunderte von Jugendlichen aus Afrika, Haiti und anderen Ländern der Karibik.

* Im Institut für Grundlagen- und präklinische Wissenschaften „Victoria de Girón" studierten 46 463 Studenten im Zeitraum von 1962 bis zum Jahre 2001. Obwohl die größte Mehrheit Kubaner waren, haben Studenten aus 55 Ländern in ihren Aulas und Hörsälen gelernt.

* Dieselbe hat 1 110 Mitarbeiter, von denen 202 Professoren sind und 32 sind Forscher.

* Es gibt zwei Verdienstreiche Professoren, 11 Beratende Professoren , 31 Doktoren in Wissenschaften, was 17 % des Lehrkörpers entspricht.

* 74 Mitglieder seines Kollektivs haben internationalistische Missionen erfüllt.

1981 verbreitete sich eine brutale und unerwartete Epidemie des Blutsturz- Dengue- Fiebers über das ganze Land, verursacht durch den Virus 2, den man vorher nicht kannte. Es befiel 344 203 Bürger und kostete das Leben von 158 Personen, davon 101 Kinder mit einem Durchschnittsalter von 4 Jahren, was eine harte und strenge Probe für das kubanische Sanitätssystem darstellte. Zu diesem Zeitpunkt belief sich die Zahl der Ärzte auf 16 210, viermal weniger als heute, aber sie war schon vier Mal größer als die Zahl der Ärzte, die wir 1962 zur Verfügung hatten.

Mit bedeutendem Aufwand und einer übermenschlichen Anstrengung wurde die Epidemie besiegt, die Anzahl der Erreger auf unbedeutende Ziffern reduziert und der Virus aus dem nationalen Territorium beseitigt. Die Tatsache, als noch eine Herausforderung, vervielfachte die Anstrengungen der Revolution auf dem Gebiet des Gesundheitswesens. Das war, als man beschloß 15 neue Medizinfakultäten zu schaffen, außer den bestehenden, um zumindest eine pro Provinz, die sich nach der neuen politischen und Verwaltungsaufgliederung auf 14 erhöht hatten, zur Verfügung stehen zu haben. In der Hauptstadt und in Santiago de Cuba ist beträgt die Zahl der Fakultäten insgesamt mehr als sechs. Es wurden neue fortschrittliche Techniken eingeführt, neue Dienstleistungen geschaffen, neue Krankenhäuser gebaut und viele der vorhandenen erweitert. Die wissenschaftlichen Forschungszentren, verschiedene von ihnen mit dem Gesundheitswesen verbunden, erhielten besondere Impulse.

So war es, wie das Land sich in eine wirkliche medizinische Macht zu verwandeln begann. Dutzende von Maßnahmen wurden ergriffen; wirklich revolutionäre Ideen entstanden, unter ihnen die Einführung des Familienarztes in Städten, auf dem Land und in den Bergen des ganzen Landes, die ein Gesundheitswesen ohne Präzedenzfall und einzig auf der Welt hervorbrachten.

Es ereignet sich der Zusammenbruch der Sowjetunion und der sozialistischen Länder Europas. Wir stiegen voll, und das plötzlich, in die Spezialperiode ein. Das Volk war in der Lage, die bewundernswerte Heldentat zu überleben zu verwirklichen, aber solche Umstände verursachten bemerkenswerten Schaden an dem Fortschritt der Gesundheitsprogramme, die in vollem Gange waren. Nachweis ihres Ungestüms war es, daß während der Spezialperiode mehr als 30 Tausend Ärzte ihren Abschluß machten, fast so viele, wie zu Beginn dieser Periode schon vorhanden waren.

Objektive und subjektive Faktoren trugen dazu bei, Schwierigkeiten in den Dienstleistungen des Gesundheitswesens zu schaffen und zu verschärfen. Gegenüber den heldenhaften Anstrengungen von einer Großzahl von unseren Wissenschaftlern, Ärzten, Technikern und Mitarbeitern des Sektors, verursachten fehlerhafte Entscheidungen, bürokratische Normen und absurde Arbeitsschemen bedeutenden Schaden, der scheinbar nur durch das kritische Fehlen von materiellen Mitteln und die Schwierigkeiten, die uns die neue Situation brachte, verbunden mit der wissentlichen und opportunistischen Verschärfung der Blockade und des Wirtschaftskrieges seitens der Regierungen der Vereinigten Staaten, verursacht worden war.

Von den Programmen war es das des Familienarztes, das am besten das Gewicht der Dummheiten aushielt, ohne Zweifel das vielversprechendste von allen. Alte Vorurteile und Unverständnisse einer Anzahl von Fachleuten und Autoritäten des Sektors verbunden mit Maßnahmen, die Überheblichkeit, Mittelmäßigkeit und inkorrekte Leitungsmethoden widerspiegelten, konnten vieles von den besten Sachen vernichten, was die kubanische Medizin mit Ehre gehäuft hatte.

Die Betreuung und die Maßnahmen, die von unserer Parteiführung gegenüber den Schwierigkeiten und Problemen, die inmitten der durch die Materialmangel hervorgerufenen Verwirrung entstanden, getroffen wurden, verhinderten einen größeren Schaden.

Inmitten der Ideenschlacht, die wir ausfechten, wurde immer mehr die Notwendigkeit sichtbar, Situationen zu überwinden, die falsche Methoden und Leitungsgewohnheiten verursachten und sogar in bestimmten Fällen merkantilistische Laster, die in den von der Revolution geschaffenen Dienstleistungen des Gesundheitswesens unzuläßlich sind.

Solche Tatsachen erforderten Änderungen in der Leitung des Sektors, neue Konzepte und Ideen, angepaßt an die großartigen erreichten Fortschritte und die gesammelte Erfahrung seit jenen ruhmreichen und schwierigen Tagen, als vor vierzig Jahren dieses historische Institut eingeweiht wurde.

In der neu begonnenen Etappe zeigen folgende Sachen die riesige durch unser Volk, seine Mitarbeiter des Gesundheitswesens und unsere medizinischen Wissenschaften erreichte Macht und werden es weiterhin kundtun: Der riesige Schatz der entstandenen menschlichen Ressourcen und der traditionelle Opfergeist und das Heldentum. das von unseren Fachkräften, Technikern und Mitarbeitern des Gesundheitswesens bewiesen wurde; die außerordentlichen Dienstleistungen, die sie innerhalb und außerhalb von Kuba leisten; die neuen Mittel und Schritte, die in der Arzneimittel- Produktion getan wurden; die niederschmetternde Offensive, die in 70 Tagen, in den ersten Monaten dieses Jahres, Schluß mit der perfiden Anwesenheit des letzten Dengue- Fieber – Krankheitsherdes machte; der solide Schutz vor der Gefahr des wachsenden Kontakts zu Reisenden, die aus Gebieten kommen, wo die Krankheit endemisch ist, und vor der Bedrohung durch neue und alte Krankheiten, die latent sind.

Die Anstrengung, um die Vortrefflichkeit in unserer Gesundheitsbetreuung zu erreichen, wird groß und tiefgreifend sein. Die Tragweite der neuen Gesundheitsideen und -projekte für die Sicherheit und das Wohlergehen unseres Volkes wurde weder innerhalb noch außerhalb unseres Landes erträumt. Die schon begonnenen Gesundheitsprogramme werden keinen Moment unterbrochen, obwohl sie komplexer sind und mehr Zeit und Mittel als die Bildungsprogramme erfordern, die heute schon zu den Gipfeln emporsteigen.

Wenn wir schweigsam arbeiten und ohne Tendenzen zu schrillen Versprechungen und Publizitätsausschreitungen zuzulassen, kann nichts den Sieg verhindern, wie nichts es bis heute verhindern konnte.

Es lebe der Sozialismus!

Vaterland oder Tod!

Wir werden siegen!