Reflexionen des Genossen Fidel: Eine Hervorragende und Mutige Erklärung
Da ich anderen, vorrangigen Angelegenheiten meine Aufmerksamkeit schenken musste, habe ich für eine gewisse Zeit nicht mit jener im Jahr 2010 üblichen Häufigkeit Reflexionen verfasst, jedoch die vom führenden Revolutionär Hugo Chávez Frías am vergangenen Donnerstag, dem 30. Juni, abgegebene Erklärung zwingt mich, diese Zeilen zu schreiben.
Der Präsident von Venezuela ist einer jener Männer, die am meisten für Gesundheit und Bildung seines Volkes getan haben. Da dies Themen sind, bei denen die kubanische Revolution die größten Erfahrungen gesammelt hat, arbeiten wir gern auf beiden Gebieten intensiv mit jenem Bruderland zusammen.
Es handelt sich absolut nicht darum, dass dieses Land keine Ärzte hätte, im Gegenteil, es besaß reichlich viele und darunter sogar angesehene Fachleute, wie in anderen Ländern Lateinamerikas. Es handelt sich um eine soziale Frage. Die besten Ärzte und die am höchsten entwickelten Geräte konnten, wie in allen kapitalistischen Ländern, im Dienst der privaten medizinischen Einrichtungen stehen. Manchmal nicht einmal das, denn in einem unterentwickelten Kapitalismus, wie dem, den es in Venezuela gegeben hat, verfügte die wohlhabende Klasse über ausreichend Mittel, um in die besten Krankenhäuser der Vereinigten Staaten bzw. von Europa zu gehen, etwas, was Brauch war und ist, ohne dass jemand das verneinen kann.
Schlimmer noch, die Vereinigten Staaten und Europa haben sich dadurch ausgezeichnet, die besten Fachleute jeglichen ausgebeuteten Landes der Dritten Welt dazu zu verführen, ihr Vaterland zu verlassen und in die Konsum-orientierten Gesellschaften zu emigrieren. Ärzte für diese Welt in den entwickelten Ländern auszubilden, bedeutet riesige Summen, die Millionen von armen Familien von Lateinamerika und der Karibik niemals zahlen könnten. In Kuba geschah das, bis die Revolution die Herausforderung annahm, nicht nur Ärzte auszubilden, die fähig sind, unserem Land zu dienen, sondern ebenfalls anderen Völkern von Lateinamerika und der Karibik bzw. der Welt.
Wir haben niemals anderen Völkern die intelligenten Köpfe geraubt. Stattdessen wurden in Kuba gratis zehntausende Ärzte und andere hoch qualifizierte Fachleute ausgebildet, um sie ihren eigenen Ländern zurückzusenden.
Dank ihrer tief greifenden bolivarianischen und martianischen Revolutionen sind Venezuela und Kuba Länder, wo sich das Bildungs- und Gesundheitswesen außerordentlich entwickelt hat. Alle Bürger haben ein reales Recht darauf, kostenlos eine Allgemeinbildung und berufliche Ausbildung zu erhalten, etwas, was die Vereinigten Staaten nicht ihren gesamten Bürgern haben absichern können. Tatsache ist, dass die Regierung jenes Landes jedes Jahr eine Billion Dollar für ihren Militärapparat und ihre Kriegsabenteuer aufwendet. Es ist außerdem der größte Exporteur von Waffen und Todesinstrumenten und der größte Drogenmarkt der Welt. Aufgrund dieses Handels verlieren jedes Jahr zehntausende Lateinamerikaner das Leben.
Das ist etwas, was so real und bekannt ist, dass vor über 50 Jahren ein Präsident militärischer Herkunft mit bitterem Ton die entscheidende, von der Rüstungsindustrie jenes Landes angehäufte Macht angeprangert hat.
Diese Worte wären überflüssig, wenn es nicht die verhasste und ekelhafte, von den Massenmedien der im Dienste jenes Imperiums stehenden venezolanischen Oligarchie entfesselte Kampagne geben würde, welche die zeitweiligen Gesundheitsprobleme des bolivarianischen Präsidenten ausnutzt. Uns verbindet eine enge und unzerstörbare Freundschaft mit ihm, die sich schon herausgebildet hat, als er unser Land am 13. Dezember 1994 zum ersten Mal besucht hat.
Manche fanden die Koinzidenz seines Besuches in Kuba mit der eingetretenen Notwendigkeit der ärztlichen Behandlung ungewohnt. Der venezolanische Präsident hat unser Land mit der gleichen Zielstellung besucht, die ihn nach Brasilien und Ecuador geführt hatte. Er hatte absolut nicht die Absicht, medizinische Behandlung in unserem Land zu erhalten.
Wie bekannt, leistet seit Jahren eine Gruppe von kubanischen Fachleuten des Gesundheitswesens dem venezolanischen Präsidenten ihre Dienste, der – seiner bolivarianischen Überzeugung treu – niemals in ihnen unerwünschte Ausländer gesehen hat, sondern Söhne und Töchter des großen Lateinamerikanischen Vaterlandes, um das „El Libertador“ bis zu seinem letzten Atemzug gekämpft hat.
Das erste Kontingent kubanischer Ärzte reiste nach Venezuela, als sich die Tragödie im Bundesstaat Vargas ereignet hatte, die diesem noblen Volk tausende Menschenleben gekostet hat. Diese Solidaritätsaktion war nicht neu, sie stellte in unserem Land seit den ersten Revolutionsjahren eine tief verwurzelte Tradition dar; vor knapp einem halben Jahrhundert wurden Ärzte in das gerade erst unabhängig gewordene Algerien geschickt. Diese Tradition vertiefte sich in dem Maße, in dem die kubanische Revolution inmitten einer grausamen Blockade internationalistische Ärzte ausgebildet hat. Länder wie Peru, das Nicaragua von Somoza und andere dieser Hemisphäre und der Dritten Welt haben Katastrophen aufgrund von Erdbeben und anderen Ursachen erlitten und bedurften der Solidarität von Kuba. So wurde unser Land zur Nation mit der höchsten Pro-Kopf-Kennziffer an Ärzten und medizinischem Fachpersonal, und mit hohem Grad an Erfahrung und beruflichem Können.
Präsident Chávez hat sich bei der Betreuung des Personals unseres Gesundheitswesens besonders hervorgetan. So entstand und entwickelte sich das Vertrauens- und Freundschaftsverhältnis zwischen ihm und den kubanischen Ärzten, die immer sehr feinfühlig für die Behandlungsweise der venezolanischen Führungspersönlichkeit waren, der seinerseits imstande gewesen ist, tausende Gesundheitseinrichtungen zu schaffen und sie mit den erforderlichen Geräten auszurüsten, um allen Venezolanern kostenlos Gesundheitsdienste zu bieten. Keine Regierung der Welt hat in so kurzer Zeit so viel für die Gesundheit ihres Volkes getan.
Eine hohe Prozentzahl von kubanischem Personal des Gesundheitswesens hat seine Dienste in Venezuela geleistet, und viele von ihnen haben außerdem in der Ausbildung von 20.000 jungen Venezolanern, die schon beginnen, ihren Abschluss als Ärzte zu machen, als Dozenten bestimmte Lehrstoffe unterrichtet. Viele von den neuen Medizinern haben ihr Studium in unserem Land begonnen. Die internationalistischen Ärzte, die Mitglieder des Bataillon 51 und Absolventen der Lateinamerikanischen Medizinschule sind, haben ein solides Prestige bei der Erfüllung von komplizierten und schwierigen Missionen gewonnen. Auf diesen Grundlagen haben sich meine Beziehungen zum Präsidenten Hugo Chávez auf diesem Gebiet entwickelt.
Ich muss hinzufügen, dass der venezolanische Präsident und Revolutionsführer während zwölf Jahren, d.h. seit dem 2. Februar 1999, keinen einzigen Tag ausgeruht hat, und hierbei nimmt er einen einmaligen Platz in der Geschichte dieser Hemisphäre ein. Er hat alle seine Energien der Revolution gewidmet.
Man könnte behaupten, dass für jede von Chávez seiner Arbeit gewidmete Überstunde, ein US-Präsident zwei Stunden zur Erholung verwendet.
Es war schwierig, fast unmöglich, dass seine Gesundheit dabei nicht irgendwie zerrüttet würde und das geschah in den letzten Monaten.
Als ein Mensch, der an die Härte des Militärlebens gewohnt ist, ertrug er stoisch die Schmerzen und Beschwerden, die ihn mit zunehmender Häufigkeit heimsuchten. Aufgrund der entwickelten Freundschaftsbeziehungen und des ständigen Austauschs zwischen Kuba und Venezuela, zusammen mit meiner eigenen Erfahrung bezüglich der Gesundheit, die ich seit dem Appell vom 30. Juli 2005 erlebte, ist es gar nicht seltsam, dass ich die Notwendigkeit zu einem rigorosen Check-up der Gesundheit des Präsidenten erkannte. Es ist zu großzügig seinerseits, mir irgendein besonderes Verdienst in dieser Angelegenheit zuzuschreiben.
Ich gebe jedoch zu, dass die mir selbst auferlegte Aufgabe nicht leicht war. Für mich war es nicht schwierig festzustellen, dass es nicht gut um seine Gesundheit bestellt war. Seit seinem letzten Besuch in Kuba waren sieben Monate vergangen. Das ihn betreuende Ärzteteam hatte mich darum gebeten, diesen Schritt zu tun. Vom ersten Augenblick an wollte der Präsident sein Volk mit aller Klarheit über seinen Gesundheitszustand informieren. Deshalb hat er, als er schon im Begriff war zurückzukehren, über seinen Außenminister die Bevölkerung informieren lassen, wie es bis zu jenem Moment mit seiner Gesundheit aussah und versprach, sie weiterhin detailliert auf dem Laufenden zu halten.
Jede Heilbehandlung war von rigorosen Zelluntersuchungen und Laborproben begleitet, die unter solchen Umständen durchgeführt werden.
Eine jener Untersuchungen, schon einige Tage nach der ersten Operation, ergab Resultate, die einen in höherem Maße radikalen chirurgischen Eingriff bestimmten und die besondere Behandlung des Patienten.
In seiner würdigen Botschaft vom 30. Juni spricht der Präsident, schon beachtlich wiederhergestellt, mit aller Klarheit über seinen Gesundheitszustand.
Ich muss zugeben, dass die Aufgabe, den Freund über die neue Situation zu informieren, für mich nicht einfach war. Ich konnte die Würde beobachten, mit der er die Nachricht aufnahm, die – für ihn, die er so viele wichtige Aufgaben im Kopf hatte, darunter die Gedenkveranstaltung anlässlich des zweihundertsten Jahrestages und den Abschluss des Abkommens über die Einheit von Lateinamerika und der Karibik – mehr noch als körperliches Leiden, die ein radikaler chirurgischer Eingriff bedeutete, eine Probe darstellte, die ihn, wie er sagte, dazu brachte, Vergleiche zu den härtesten Augenblicken in seinem Leben als unbeugsamer Kämpfer anzustellen.
Zusammen mit ihm hat das Team von Personen, die ihn behandeln und betreuen, und die er als erhaben bezeichnete, eine wunderbare Schlacht geliefert, deren Zeuge ich war.
Ohne Zögern bestätige ich, dass die Ergebnisse beeindruckend sind und dass der Patient eine entscheidende Schlacht geliefert hat, die ihn zu einem großen Sieg führen wird und zusammen mit ihm Venezuela.
Sein Plädoyer muss wortwörtlich in allen Sprachen mitgeteilt werden, aber besonders ist es ins Englische zu übersetzen und mit Untertiteln in dieser Sprache zu versehen, welche in dieser babylonischen Sprachenverwirrung verstanden werden kann, in die der Imperialismus die Welt verwandelt hat.
Jetzt sind die äußeren und inneren Feinde von Hugo Chávez seinen Worten und seinen Initiativen ausgesetzt. Es wird ohne Zweifel Überraschungen für sie geben. Geben wir ihm unsere unerschütterliche Unterstützung und unser festes Vertrauen. Die Lügen des Imperiums und der Verrat der Vaterlandsverräter werden besiegt werden. Es gibt heutzutage Millionen kämpferische und bewusste Venezolaner, welche die Oligarchie und das Imperium nie wieder erneut unterwerfen können werden.
Fidel Castro Ruz
3. Juli 2011
16:12 Uhr
Hier finden Sie chronologisch sortiert Reden und Schriften des kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro Ruz
Sonntag, 3. Juli 2011
Donnerstag, 19. Mai 2011
Die unhaltbare Position des Imperiums
Reflexionen des Genossen Fidel: Die unhaltbare Position des Imperiums
Niemand kann versichern, dass das Imperium in seiner Agonie nicht die Menschheit zur Katastrophe mitreißt.
Wie bekannt, hat jede Person die heilige Pflicht, optimistisch zu sein, solange das Leben unserer menschlichen Gattung fortbesteht. Ethisch wäre keine andere Haltung zulässig. Ich erinnere mich gut daran, dass ich an einem Tag vor knapp 20 Jahren gesagt habe, dass eine Gattung die Gefahr des Aussterbens laufe - der Mensch.
Vor einer erlesenen Gruppe von jenen dem Imperium schmeichelnden Regierenden der Bourgeoisie, darunter die immense, gut ernährte massige Gestalt des Deutschen Helmut Kohl und anderer Ähnlicher, die Bush Senior – nicht ganz so finster und geistesgestört wie sein eigener Sohn W. Bush – beipflichteten, konnte ich nicht umhin, jene Wahrheit mit der größten Aufrichtigkeit auszusprechen, die ich für sehr real ansah, wenn auch noch weiter entfernt als heute.
Als ich gegen circa 12:15 Uhr mittags den Fernseher eingeschaltet habe, weil irgendjemand mir gesagt hatte, dass Barack Obama gerade seine angekündigte Rede über Außenpolitik halten würde, schenkte ich seinen Worten Aufmerksamkeit.
Ich weiß nicht, aber trotz der Berge von Agenturmeldungen und der täglich von mir gehörten Nachrichten habe ich nirgendwo gesehen, dass jene Person um diese Uhrzeit eine Rede halten würde. Ich kann den Lesern versichern, dass die Menge an Unfug und Lügen, die ich zusammen mit dramatischen Wahrheiten und Tatsachen aller Art täglich lese, höre und bildlich verfolge, nicht gering ist. Aber dieser Fall war etwas Besonderes. Was würde der Mann um jene Uhrzeit sagen, in jener von imperialen Verbrechen, Massakern bzw. tödliche Bomben abwerfenden, unbemannten Flugzeugen überhäuften und gebeugten Welt, die sich nicht einmal Obama – jetzt Herr über einige Entscheidungen über Leben oder Tod – vorstellen konnte, als er vor wenigen Jahrzehnten in Harvard studierte.
Natürlich darf niemand glauben, dass Obama Herr der Situation ist. Er handhabt nur einige wenige wichtige Worte, die das alte System in seinem Ursprung dem „verfassungsmäßigen Präsidenten“ der Vereinigten Staaten zugesprochen hat. Zum jetzigen Zeitpunkt, d.h. 234 Jahren nach der Unabhängigkeitserklärung, sind es der Pentagon und der CIA, welche die hauptsächlichen Instrumente der geschaffenen imperialen Macht in Händen bewahren: die Technologie, die fähig ist, die menschliche Gattung in wenigen Minuten zu zerstören, und die Mittel, um in jene Gesellschaften solange einzudringen, sie zu täuschen und zu betrügen und sie schamlos zu manipulieren, wie sie es brauchen, wobei sie meinen, dass die Macht des Imperiums keine Grenzen hat. Sie vertrauen darauf, für die gesamte Zukunft eine fügsame Welt ohne jegliche Unruhen beeinflussen und steuern zu können.
Das ist die absurde Idee, auf die sie die Welt von Morgen stützen, unter der „Herrschaft der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Chancengleichheit und der Menschenrechte“ - unfähig zu sehen, was in Wirklichkeit geschieht: die Armut, der Mangel an elementaren Diensten im Bildungs- und Gesundheitswesen, an Beschäftigung und etwas noch Schlimmeres: die ungenügende Befriedigung solcher vitaler Bedürfnisse wie Lebensmittel, Trinkwasser, ein Dach überm Kopf und vieler anderer.
Kurioserweise kann sich jemand zum Beispiel fragen: Was wird mit den jährlich 10.000 Toten geschehen, welche die aufgrund der Drogen hervorgerufene Gewalt verursacht, besonders in Mexiko, wozu noch die mittelamerikanischen Länder und mehrere der am dichtesten bevölkerten Länder des Südens unseres Kontinents hinzugefügt werden können?
Ich habe absolut nicht die Absicht, jene Völker zu beleidigen; mein Ziel besteht allein darin, aufzuzeigen, was den anderen fast täglich geschieht.
Aber eine Frage muss man sofort stellen: Was wird in Spanien geschehen, wo die Volksmassen in den wichtigsten Städten des Landes protestieren, weil bis zu 40% der jungen Menschen arbeitslos sind, um nur eine der Ursachen der Kundgebungen jenes kämpferischen Volkes aufzuzeigen? Werden jetzt etwa die Bombardierungen der NATO gegen jenes Land beginnen?
Es ist jedoch schon 16:12 Uhr und die amtliche Version auf Spanisch von Obamas Rede ist immer noch nicht veröffentlicht worden.
Ich hoffe, ihr entschuldigt mich wegen dieser improvisierten Reflexion. Ich muss mich anderen Dingen widmen.
Fidel Castro Ruz
19. Mai 2011
16:16 Uhr
Niemand kann versichern, dass das Imperium in seiner Agonie nicht die Menschheit zur Katastrophe mitreißt.
Wie bekannt, hat jede Person die heilige Pflicht, optimistisch zu sein, solange das Leben unserer menschlichen Gattung fortbesteht. Ethisch wäre keine andere Haltung zulässig. Ich erinnere mich gut daran, dass ich an einem Tag vor knapp 20 Jahren gesagt habe, dass eine Gattung die Gefahr des Aussterbens laufe - der Mensch.
Vor einer erlesenen Gruppe von jenen dem Imperium schmeichelnden Regierenden der Bourgeoisie, darunter die immense, gut ernährte massige Gestalt des Deutschen Helmut Kohl und anderer Ähnlicher, die Bush Senior – nicht ganz so finster und geistesgestört wie sein eigener Sohn W. Bush – beipflichteten, konnte ich nicht umhin, jene Wahrheit mit der größten Aufrichtigkeit auszusprechen, die ich für sehr real ansah, wenn auch noch weiter entfernt als heute.
Als ich gegen circa 12:15 Uhr mittags den Fernseher eingeschaltet habe, weil irgendjemand mir gesagt hatte, dass Barack Obama gerade seine angekündigte Rede über Außenpolitik halten würde, schenkte ich seinen Worten Aufmerksamkeit.
Ich weiß nicht, aber trotz der Berge von Agenturmeldungen und der täglich von mir gehörten Nachrichten habe ich nirgendwo gesehen, dass jene Person um diese Uhrzeit eine Rede halten würde. Ich kann den Lesern versichern, dass die Menge an Unfug und Lügen, die ich zusammen mit dramatischen Wahrheiten und Tatsachen aller Art täglich lese, höre und bildlich verfolge, nicht gering ist. Aber dieser Fall war etwas Besonderes. Was würde der Mann um jene Uhrzeit sagen, in jener von imperialen Verbrechen, Massakern bzw. tödliche Bomben abwerfenden, unbemannten Flugzeugen überhäuften und gebeugten Welt, die sich nicht einmal Obama – jetzt Herr über einige Entscheidungen über Leben oder Tod – vorstellen konnte, als er vor wenigen Jahrzehnten in Harvard studierte.
Natürlich darf niemand glauben, dass Obama Herr der Situation ist. Er handhabt nur einige wenige wichtige Worte, die das alte System in seinem Ursprung dem „verfassungsmäßigen Präsidenten“ der Vereinigten Staaten zugesprochen hat. Zum jetzigen Zeitpunkt, d.h. 234 Jahren nach der Unabhängigkeitserklärung, sind es der Pentagon und der CIA, welche die hauptsächlichen Instrumente der geschaffenen imperialen Macht in Händen bewahren: die Technologie, die fähig ist, die menschliche Gattung in wenigen Minuten zu zerstören, und die Mittel, um in jene Gesellschaften solange einzudringen, sie zu täuschen und zu betrügen und sie schamlos zu manipulieren, wie sie es brauchen, wobei sie meinen, dass die Macht des Imperiums keine Grenzen hat. Sie vertrauen darauf, für die gesamte Zukunft eine fügsame Welt ohne jegliche Unruhen beeinflussen und steuern zu können.
Das ist die absurde Idee, auf die sie die Welt von Morgen stützen, unter der „Herrschaft der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Chancengleichheit und der Menschenrechte“ - unfähig zu sehen, was in Wirklichkeit geschieht: die Armut, der Mangel an elementaren Diensten im Bildungs- und Gesundheitswesen, an Beschäftigung und etwas noch Schlimmeres: die ungenügende Befriedigung solcher vitaler Bedürfnisse wie Lebensmittel, Trinkwasser, ein Dach überm Kopf und vieler anderer.
Kurioserweise kann sich jemand zum Beispiel fragen: Was wird mit den jährlich 10.000 Toten geschehen, welche die aufgrund der Drogen hervorgerufene Gewalt verursacht, besonders in Mexiko, wozu noch die mittelamerikanischen Länder und mehrere der am dichtesten bevölkerten Länder des Südens unseres Kontinents hinzugefügt werden können?
Ich habe absolut nicht die Absicht, jene Völker zu beleidigen; mein Ziel besteht allein darin, aufzuzeigen, was den anderen fast täglich geschieht.
Aber eine Frage muss man sofort stellen: Was wird in Spanien geschehen, wo die Volksmassen in den wichtigsten Städten des Landes protestieren, weil bis zu 40% der jungen Menschen arbeitslos sind, um nur eine der Ursachen der Kundgebungen jenes kämpferischen Volkes aufzuzeigen? Werden jetzt etwa die Bombardierungen der NATO gegen jenes Land beginnen?
Es ist jedoch schon 16:12 Uhr und die amtliche Version auf Spanisch von Obamas Rede ist immer noch nicht veröffentlicht worden.
Ich hoffe, ihr entschuldigt mich wegen dieser improvisierten Reflexion. Ich muss mich anderen Dingen widmen.
Fidel Castro Ruz
19. Mai 2011
16:16 Uhr
Freitag, 6. Mai 2011
Die Lügen und Rätsel um den Tod von bin Laden
Reflexionen des Genossen Fidel: Die Lügen und Rätsel um den Tod von bin Laden
Diejenigen, die bin Laden hingerichtet haben, haben nicht auf eigene Faust gehandelt. Sie führten Befehle der US-Regierung aus. Sie wurden genau ausgewählt und für Sonderoperationen ausgebildet. Es ist bekannt, dass der Präsident der Vereinigten Staaten sich sogar mit einem im Kampf befindlichen Soldat in Verbindung setzen kann.
Stunden nach der in der pakistanischen Stadt Abbottabad durchgeführten Operation, einer Stadt, die Sitz der Militärakademie mit dem größten Ansehen jenes Landes und von wichtigen Kampfeinheiten ist, bot das Weiße Haus der Weltöffentlichkeit eine sorgfältig ausgearbeitete Version über den Tod des Al Qaeda-Chefs Osama bin Laden an. Natürlich konzentrierte sich die Aufmerksamkeit der Welt und der internationalen Presse auf das Thema, womit die anderen Nachrichten von öffentlichem Interesse verdrängt wurden. Die US-Fernsehketten verbreiteten die tadellos ausgearbeitete Rede des Präsidenten und zeigten Bilder über die Reaktion der Öffentlichkeit.
Es war offensichtlich, dass der Welt bewusst wurde, wie sensibel diese Angelegenheit ist, denn Pakistan [wo die Vereinigten Staaten und die NATO einen verheerenden Krieg führen, der schon zehn Jahre dauert] ist ein Land mit 171,841 Millionen Einwohnern, besitzt Atomwaffen und ist ein traditioneller Verbündeter der Vereinigten Staaten.
Ohne Zweifel kann das muslimische Land nicht mit jenem blutigen Krieg einverstanden sein, den die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten gegen Afghanistan führen, einem weiteren muslimischen Land, mit dem es eine komplexe gemeinsame Grenze in den Bergen hat, die vom englischen Kolonialimperium gezogen wurde und wo auf beiden Seiten der Trennlinie dieselben Stämme leben.
Die US-Presse selbst hat begriffen, dass der Präsident fast alles verborgen hat. Die westlichen Nachrichtenagenturen ANSA, AFP, AP, Reuters und EFE, die Printmedien und wichtige Websites haben interessante Informationen über das Ereignis gebracht.
The New York Times schreibt, dass die Tatsachen weit von der am Dienstag vom Weißen Haus und hohen Geheimdienstbeamten öffentlich dargelegten Situation entfernt liegen, gemäß der der Tod von Bin Laden – über den sie schließlich anerkannt haben, dass er nicht bewaffnet war, obwohl sie versicherten, dass er ‚Widerstand geleistet’ habe – inmitten einer intensiven Schießerei erfolgt sei.
Aber gemäß der Zeitung aus New York war die Operation, »wenn auch chaotisch und blutig, doch äußerst einseitig, und wurde von einer Truppe von über 20 Mitgliedern der SEAL ausgeführt, die schnell die Handvoll Leute beseitigten, die bin Laden schützten.«
Die »Times« versichert jetzt, dass »die einzigen Schüsse, die von denen abgegeben wurden, die im Wohnkomplex waren, zu Beginn der Operation erfolgten«.
Genau gesagt, erfolgten diese, als Abu Ahmed al Kuwaiti, der Vertrauensbote von Bin Laden, hinter der Tür des Gästehauses, das neben dem Haus liegt, wo sich bin Laden verbarg, das Feuer eröffnete.
»Nachdem die SEALs Kuwaiti und eine Frau im Gästehaus getötet hatten, sind die US-Amerikaner kein einzigen Mal mehr mit Schüssen angegriffen worden«, berichtet die Zeitung, indem sie sich auf jene Quelle beruft, deren Identität sie nicht enthüllt.
»Am Dienstag hatte Jay Carney, Regierungssprecher des Weißen Hauses, bei einer ‚Nacherzählung’ der Ereignisse zum Tagesanbruch vom Sonntag zum Montag versichert, dass das US-Kommando ‚während der gesamten Operation’ einer Beschießung ausgesetzt gewesen sei. Auch der CIA-Direktor Leon Panetta hatte von ‚einigen Schießereien’ gesprochen, während die US-Elitemilitärs dabei waren, die Etagen des Wohnsitzes zu räumen, wo Bin Laden sich versteckt hielt.«
Andererseits versichert die Zeitung jedoch, dass der Al Qaida-Führer Bin Laden, auch wenn er keine Waffe erhoben hat, als er erschossen wurde, doch »eine AK-47 und eine Pistole Makarow in Reichweite hatte«, wie die Kommandoleute festgestellt hätten, die ihn in einem der Zimmer auffanden.
Heute, am 6. Mai gibt es weitere Nachrichten. Eine der Agenturen berichtet aus Washington, dass ein einziger Mann auf die US-Kräfte geschossen habe. Anschließend schreibt diese: »Tief in der Nacht vom Sonntag näherten sich mehrere Hubschrauber mit 79 Mitgliedern eines US-Kommandos an Bord dem Wohnsitz von Osama Bin Laden in Abbottabad, im Norden von Islamabad. Sie waren von einem nicht angegebene Ort abgeflogen und flogen recht tief, um nicht vom Radar entdeckt zu werden, da Pakistan nicht über die Razzia informiert worden war. Zwei Hubschrauber setzen mehr als 20 Mann der Navy Seals im Gelände der Residenz ab, das vier bis sechs Meter hohe, mit Stacheldraht besetzte Mauern hat. Einer der Hubschrauber, ein MH-60 Blackhawk, scheinbar gegen Radarerkennung geschützt, landete aufgrund eines ‚mechanischen Defekts’ brüsk und ist gemäß einem ersten Bericht von US-Beamten nicht mehr zu gebrauchen. Ein Trupp begab sich zu einem Nebengebäude des Hauptwohnsitzes. Der Bote von Bin Laden sah ihn, eröffnete das Feuer auf den Kommandotrupp und wurde zusammen mit seiner Frau erschossen. Dieser Mann ist der einzige der Bewohner der Residenz, der auf die US-Amerikaner geschossen hat. Diese Behauptung steht im Gegensatz zu einem ersten Bericht von Washington, in dem ein Schusswechsel während der 40 Minuten beschrieben wurde, die die Operation gedauert hat.«
»Ein anderer Trupp ging in das dreistöckige Hauptgebäude hinein, traf auf den Bruder des Boten, der gemäß einem US-Beamten, welcher keine weiteren Details gab, ebenfalls erschossen wurde. Die Fernsehkette NBC ließ verlauten, dass der Mann eine Hand auf dem Rücken hielt, als das Kommando in das Zimmer trat, wo er sich befand. Deshalb glaubten die Kommandoleute, dass er eine Waffe habe, obwohl dies nicht der Fall war. Die US-Streitkräfte stiegen die Treppen hoch, und in einem der Zimmer fanden sie einen erwachsenen Sohn von Bin Laden, Khalid, der ebenfalls erschossen wurde. Im letzten Stock fanden die Kommandoleute Osama Bin Laden und seine Ehefrau im Schlafzimmer. Seine Ehefrau versuchte, sich vor ihren Mann zu stellen und wurde an einem Bein verletzt. Bin Laden machte keinerlei Zeichen, sich ergeben zu wollen und erhielt einen Kopfschuss und einigen US-Medien zufolge ebenfalls einen Brustschuss. Die ersten Versionen der Razzia zeigen auf, dass Bin Laden ‚Widerstand geleistet’ und seine Frau als menschliches Schild verwendet habe, aber diese Information wurde später vom Weißen Haus dementiert.
Präsident Barack Obama, der die Ereignisse vom Weißen Haus aus verfolgte, wurde informiert, dass das Kommando Bin Laden identifiziert habe. Ein Bericht der Zeitschrift Time, der sich auf ein Interview mit dem CIA-Direktor Leon Panetta beruft, deutet an, dass Bin Laden in weniger als 25 Minuten nach Operationsbeginn ermordet worden ist. Im Zimmer von Bin Laden finden die Navy Seals ein sowjetisches Sturmgewehr AK-47 und eine russische 9 mm-Pistole. Sie finden auch andere Waffen in der Residenz, aber es werden keine Details darüber bekannt. Die Sondertruppen finden ebenfalls Geld und an die Kleidung des Al Qaida-Chefs angenähte Telefonnummern…«
»Das Kommando nimmt alles mit, was als Informationsquelle dienen kann: Schreibblocks, fünf Computer,10 Festplatten und circa hundert Speichergeräte (CD's, DVD's, USB). Sie bringen circa zwanzig in der Residenz anwesende Frauen und Kinder an einen sicheren Ort und zerstören anschließend den verunglückten Hubschrauber. 38 Minuten nach Operationsbeginn fliegen die Hubschrauber mit der Leiche von Bin Laden ab.«
Die AP veröffentlicht Daten von politischer und menschlicher Bedeutung: »Eine der drei Ehefrauen, die bei Osama Bin Laden lebten, sagte ihren pakistanischen Vernehmungsbeamten, dass sie fünf Jahre lang im Haus gewohnt hat, wo der Flüchtling sich versteckt hielt, deshalb könnte sie eine wichtige Informationsquelle dafür sein, wie er so lange die Festnahme vermeiden konnte, sagte am Freitag ein Beamter des pakistanischen Geheimdienstes. Bin Ladens Frau Amal Ahmed Abdullfattah, geboren in Jemen, sagte, dass sie in den fünf Jahren, die sie dort lebte, nie die oberen Etagen des Hauses verlassen habe. Sie und die anderen zwei Ehefrauen von Bin Laden werden zurzeit in Pakistan verhört, nachdem sie am Montag während des gegen die Residenz von Bin Laden im Dorf Abotabad von US-Marine-Kommandoleuten verübten Angriffs verhaftet wurden. Die pakistanischen Behörden haben auch acht oder neun Kinder festgenommen, die im Haus gefunden wurden, als die Kommandoleute weggegangen sind.«
Aufgrund der sich ändernden und unvollständigen Berichte der US-Beamten über die Geschehnisse während des Angriffs könnten die Aussagen der Ehefrauen von Bin Laden Details über die Operation vermitteln. Darüber hinaus könnten ihre Aussagen helfen zu schildern, wie Bin Laden seine Zeit verbracht hat und wie er in einem großen Haus in der Nähe einer Militärakademie einer militarisierten Stadt, nur zweieinhalb Autostunden von der Hauptstadt Islamabad entfernt, versteckt bleiben konnte. Der pakistanische Beamte sagte, dass die CIA-Agenten keinen Zugang zu den verhafteten Frauen hätten. »Die Nähe von Bin Ladens Versteck zur Garnison und zur pakistanischen Hauptstadt ließ in Washington Verdächtigungen aufkommen, dass der Flüchtling wohl durch die Sicherheitskräfte von Pakistan geschützt worden sei.«
EFE ermittelt über die Meinung der Einwohner von Pakistan: »Nach einer gemeinsamen Umfrage des britischen demoskopischen Instituts YouGov und von Polis, aus der Universität von Cambridge, glauben 66 Prozent der Pakistaner nicht, dass die US-Spezialeinheiten den Führer von Al-Qaida, Osama Bin Laden, getötet haben, sondern eine andere Person. Die Umfrage wurde unter Internet-Benutzern durchgeführt, die normalerweise eine höhere Bildung haben, und dies in drei Städten, Karachi, Islamabad und Lahore, wobei ländliche Bevölkerungsgruppen ausgeschlossen wurden, was den Forschern zufolge die Ergebnisse noch überraschender macht. 75 Prozent der Befragten sagten, dass sie die Verletzung der pakistanischen Souveränität durch die USA während der Operation zur Festnahme und Tötung von Bin Laden missbilligen. Weniger als drei Viertel der Befragten glauben nicht, dass Bin Laden die Anschläge vom 11. September gegen die Vereinigten Staaten bewilligt hat, die die US-Invasion in Afghanistan und die Bekämpfung des islamistischen Terrorismus gerechtfertigten. 74 Prozent der Befragten glauben, dass die US-Regierung den Islam nicht respektiert und dass sie der islamischen Welt den Krieg erklärt hat; 70 Prozent der Befragten missbilligt die pakistanische Politik über die Akzeptanz der US-Wirtschaftshilfe. 86 Prozent der Befragten ist außerdem dagegen, dass die pakistanische Regierung in der Zukunft Angriffe mit unbemannten Flugzeugen gegen die militanten Gruppen zulässt bzw. kritisiert, dass die Regierung diese schon vorher zugelassen hat. 61 Prozent der befragten Pakistaner bekundeten, mit den Taliban zu sympathisieren oder zu glauben, dass sie respektable Standpunkte vertreten, im Vergleich zu nur 21 Prozent der Befragten, die radikal dagegen sind.«
Reuters bietet auch interessante Daten: »Eine der Ehefrauen von Osama Bin Laden sagte ihren pakistanischen Vernehmungsbeamten, dass der Al-Qaeda-Führer und seine Familie fünf Jahre lang in der Villa wohnten, wo er diese Woche von US-Kommandoleuten getötet wurde, sagte am Freitag ein Sicherheitsbeamter. Die Quelle, die die Identität der Frau als Amal Ahmed Abdulfattah angab, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass die jüngste der drei Ehefrauen von Bin Laden während der Operation verletzt wurde. Dem Beamten zufolge sagte Abdulfattah den pakistanischen Ermittlern: ‚Wir wohnten dort seit fünf Jahren’.«
»Die pakistanischen Sicherheitskräfte haben 15 bis 16 Menschen verhaftet, die in der Anlage wohnten, nachdem die US-Kommandos den Leichnam von Bin Laden weggeholt hatten, sagte der Beamte. Unter den Verhafteten befinden sich die drei Ehefrauen von Bin Laden und mehrere Kinder.«
Der Agentur ANSA zufolge hat ein unbemanntes Yankee-Flugzeug heute mindestens 15 Personen in Waziristan, im Norden von Pakistan, getötet. Andere erlitten schwere Verletzungen. Aber wer wird sich schon um diese täglichen Morde in jenem Land kümmern?
Trotzdem frage ich mich: Warum gibt es so viele Übereinstimmungen zwischen dem in Abbottabad durchgeführten Mord und dem gleichzeitigen Versuch, Gaddafi zu ermorden? Einer seiner jüngeren Söhne, Saif al Arab, der nichts mit politischen Angelegenheiten zu tun hatte, befand sich im Haus, wo er mit einem kleinen Sohn und zwei jüngeren Cousins lebte; Gaddafi und seine Frau haben ihn kurz vor dem Angriff der NATO-Bomber besucht. Das Haus wurde zerstört; Saif al Arab und die drei Kinder sind gestorben; Gaddafi und seine Frau hatten kurz vorher das Haus verlassen. Es war ein Ereignis ohne Präzedenzfall, aber die Welt hat kaum darüber erfahren.
War dieses Zusammentreffen vielleicht ein reiner Zufall, der zwischen diesem Ereignis und dem Angriff gegen den Zufluchtsort von Osama Bin Laden besteht, den die US-Regierung perfekt kannte und mit allen Details beobachtete?
Eine heutige Agenturmeldung aus dem Vatikan berichtete: »Giovanni Innocenzo Martinelli, der apostolische Vikar von Tripolis, sagte der Vatikan-Nachrichtenagentur Fides, dass er nicht die Absicht habe, ‚sich in die politische Tätigkeit von irgend jemandem einzumischen’, aber er habe die Pflicht zu warnen, dass die Bombardierung Libyens ‚unmoralisch sei’. ‚Ich bin überrascht, dass erklärt wurde, dass ich mich nur um geistige Fragen zu kümmern habe, und dass die Bombardierungen von der UNO autorisiert worden seien. Aber dies bedeutet nicht, dass die UNO, die NATO oder die Europäische Union die moralische Autorität haben würden, um Bombardierung zu beschließen’, fügte er hinzu. ‚Ich möchte betonen’, - sagte er weiter - ‚dass Bombardieren keine vom zivilen und moralischen Gewissen des Westens bzw. der Menschheit allgemein eingegebene Handlung ist. Bombardieren ist immer eine unmoralische Handlung’.«
Eine andere Nachricht von der Agentur ANSA berichtete über die Position von China und Russland: »Die Regierungen von China und Russland erklärten heute, dass sie wegen dem Krieg in Libyen ‚äußerst besorgt’ seien und sagten, dass sie gemeinsam handeln werden, um einen Waffenstillstand zu fordern. ‚Wir glauben, dass das wichtigste Ziel darin besteht, einen sofortigen Waffenstillstand zu erreichen’, sagte Yang Jiechi, der chinesische Außenminister.«
Es ereignen sich wirklich beunruhigende Geschehnisse.
Fidel Castro Ruz
6. Mai 2011
20:17 Uhr
Diejenigen, die bin Laden hingerichtet haben, haben nicht auf eigene Faust gehandelt. Sie führten Befehle der US-Regierung aus. Sie wurden genau ausgewählt und für Sonderoperationen ausgebildet. Es ist bekannt, dass der Präsident der Vereinigten Staaten sich sogar mit einem im Kampf befindlichen Soldat in Verbindung setzen kann.
Stunden nach der in der pakistanischen Stadt Abbottabad durchgeführten Operation, einer Stadt, die Sitz der Militärakademie mit dem größten Ansehen jenes Landes und von wichtigen Kampfeinheiten ist, bot das Weiße Haus der Weltöffentlichkeit eine sorgfältig ausgearbeitete Version über den Tod des Al Qaeda-Chefs Osama bin Laden an. Natürlich konzentrierte sich die Aufmerksamkeit der Welt und der internationalen Presse auf das Thema, womit die anderen Nachrichten von öffentlichem Interesse verdrängt wurden. Die US-Fernsehketten verbreiteten die tadellos ausgearbeitete Rede des Präsidenten und zeigten Bilder über die Reaktion der Öffentlichkeit.
Es war offensichtlich, dass der Welt bewusst wurde, wie sensibel diese Angelegenheit ist, denn Pakistan [wo die Vereinigten Staaten und die NATO einen verheerenden Krieg führen, der schon zehn Jahre dauert] ist ein Land mit 171,841 Millionen Einwohnern, besitzt Atomwaffen und ist ein traditioneller Verbündeter der Vereinigten Staaten.
Ohne Zweifel kann das muslimische Land nicht mit jenem blutigen Krieg einverstanden sein, den die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten gegen Afghanistan führen, einem weiteren muslimischen Land, mit dem es eine komplexe gemeinsame Grenze in den Bergen hat, die vom englischen Kolonialimperium gezogen wurde und wo auf beiden Seiten der Trennlinie dieselben Stämme leben.
Die US-Presse selbst hat begriffen, dass der Präsident fast alles verborgen hat. Die westlichen Nachrichtenagenturen ANSA, AFP, AP, Reuters und EFE, die Printmedien und wichtige Websites haben interessante Informationen über das Ereignis gebracht.
The New York Times schreibt, dass die Tatsachen weit von der am Dienstag vom Weißen Haus und hohen Geheimdienstbeamten öffentlich dargelegten Situation entfernt liegen, gemäß der der Tod von Bin Laden – über den sie schließlich anerkannt haben, dass er nicht bewaffnet war, obwohl sie versicherten, dass er ‚Widerstand geleistet’ habe – inmitten einer intensiven Schießerei erfolgt sei.
Aber gemäß der Zeitung aus New York war die Operation, »wenn auch chaotisch und blutig, doch äußerst einseitig, und wurde von einer Truppe von über 20 Mitgliedern der SEAL ausgeführt, die schnell die Handvoll Leute beseitigten, die bin Laden schützten.«
Die »Times« versichert jetzt, dass »die einzigen Schüsse, die von denen abgegeben wurden, die im Wohnkomplex waren, zu Beginn der Operation erfolgten«.
Genau gesagt, erfolgten diese, als Abu Ahmed al Kuwaiti, der Vertrauensbote von Bin Laden, hinter der Tür des Gästehauses, das neben dem Haus liegt, wo sich bin Laden verbarg, das Feuer eröffnete.
»Nachdem die SEALs Kuwaiti und eine Frau im Gästehaus getötet hatten, sind die US-Amerikaner kein einzigen Mal mehr mit Schüssen angegriffen worden«, berichtet die Zeitung, indem sie sich auf jene Quelle beruft, deren Identität sie nicht enthüllt.
»Am Dienstag hatte Jay Carney, Regierungssprecher des Weißen Hauses, bei einer ‚Nacherzählung’ der Ereignisse zum Tagesanbruch vom Sonntag zum Montag versichert, dass das US-Kommando ‚während der gesamten Operation’ einer Beschießung ausgesetzt gewesen sei. Auch der CIA-Direktor Leon Panetta hatte von ‚einigen Schießereien’ gesprochen, während die US-Elitemilitärs dabei waren, die Etagen des Wohnsitzes zu räumen, wo Bin Laden sich versteckt hielt.«
Andererseits versichert die Zeitung jedoch, dass der Al Qaida-Führer Bin Laden, auch wenn er keine Waffe erhoben hat, als er erschossen wurde, doch »eine AK-47 und eine Pistole Makarow in Reichweite hatte«, wie die Kommandoleute festgestellt hätten, die ihn in einem der Zimmer auffanden.
Heute, am 6. Mai gibt es weitere Nachrichten. Eine der Agenturen berichtet aus Washington, dass ein einziger Mann auf die US-Kräfte geschossen habe. Anschließend schreibt diese: »Tief in der Nacht vom Sonntag näherten sich mehrere Hubschrauber mit 79 Mitgliedern eines US-Kommandos an Bord dem Wohnsitz von Osama Bin Laden in Abbottabad, im Norden von Islamabad. Sie waren von einem nicht angegebene Ort abgeflogen und flogen recht tief, um nicht vom Radar entdeckt zu werden, da Pakistan nicht über die Razzia informiert worden war. Zwei Hubschrauber setzen mehr als 20 Mann der Navy Seals im Gelände der Residenz ab, das vier bis sechs Meter hohe, mit Stacheldraht besetzte Mauern hat. Einer der Hubschrauber, ein MH-60 Blackhawk, scheinbar gegen Radarerkennung geschützt, landete aufgrund eines ‚mechanischen Defekts’ brüsk und ist gemäß einem ersten Bericht von US-Beamten nicht mehr zu gebrauchen. Ein Trupp begab sich zu einem Nebengebäude des Hauptwohnsitzes. Der Bote von Bin Laden sah ihn, eröffnete das Feuer auf den Kommandotrupp und wurde zusammen mit seiner Frau erschossen. Dieser Mann ist der einzige der Bewohner der Residenz, der auf die US-Amerikaner geschossen hat. Diese Behauptung steht im Gegensatz zu einem ersten Bericht von Washington, in dem ein Schusswechsel während der 40 Minuten beschrieben wurde, die die Operation gedauert hat.«
»Ein anderer Trupp ging in das dreistöckige Hauptgebäude hinein, traf auf den Bruder des Boten, der gemäß einem US-Beamten, welcher keine weiteren Details gab, ebenfalls erschossen wurde. Die Fernsehkette NBC ließ verlauten, dass der Mann eine Hand auf dem Rücken hielt, als das Kommando in das Zimmer trat, wo er sich befand. Deshalb glaubten die Kommandoleute, dass er eine Waffe habe, obwohl dies nicht der Fall war. Die US-Streitkräfte stiegen die Treppen hoch, und in einem der Zimmer fanden sie einen erwachsenen Sohn von Bin Laden, Khalid, der ebenfalls erschossen wurde. Im letzten Stock fanden die Kommandoleute Osama Bin Laden und seine Ehefrau im Schlafzimmer. Seine Ehefrau versuchte, sich vor ihren Mann zu stellen und wurde an einem Bein verletzt. Bin Laden machte keinerlei Zeichen, sich ergeben zu wollen und erhielt einen Kopfschuss und einigen US-Medien zufolge ebenfalls einen Brustschuss. Die ersten Versionen der Razzia zeigen auf, dass Bin Laden ‚Widerstand geleistet’ und seine Frau als menschliches Schild verwendet habe, aber diese Information wurde später vom Weißen Haus dementiert.
Präsident Barack Obama, der die Ereignisse vom Weißen Haus aus verfolgte, wurde informiert, dass das Kommando Bin Laden identifiziert habe. Ein Bericht der Zeitschrift Time, der sich auf ein Interview mit dem CIA-Direktor Leon Panetta beruft, deutet an, dass Bin Laden in weniger als 25 Minuten nach Operationsbeginn ermordet worden ist. Im Zimmer von Bin Laden finden die Navy Seals ein sowjetisches Sturmgewehr AK-47 und eine russische 9 mm-Pistole. Sie finden auch andere Waffen in der Residenz, aber es werden keine Details darüber bekannt. Die Sondertruppen finden ebenfalls Geld und an die Kleidung des Al Qaida-Chefs angenähte Telefonnummern…«
»Das Kommando nimmt alles mit, was als Informationsquelle dienen kann: Schreibblocks, fünf Computer,10 Festplatten und circa hundert Speichergeräte (CD's, DVD's, USB). Sie bringen circa zwanzig in der Residenz anwesende Frauen und Kinder an einen sicheren Ort und zerstören anschließend den verunglückten Hubschrauber. 38 Minuten nach Operationsbeginn fliegen die Hubschrauber mit der Leiche von Bin Laden ab.«
Die AP veröffentlicht Daten von politischer und menschlicher Bedeutung: »Eine der drei Ehefrauen, die bei Osama Bin Laden lebten, sagte ihren pakistanischen Vernehmungsbeamten, dass sie fünf Jahre lang im Haus gewohnt hat, wo der Flüchtling sich versteckt hielt, deshalb könnte sie eine wichtige Informationsquelle dafür sein, wie er so lange die Festnahme vermeiden konnte, sagte am Freitag ein Beamter des pakistanischen Geheimdienstes. Bin Ladens Frau Amal Ahmed Abdullfattah, geboren in Jemen, sagte, dass sie in den fünf Jahren, die sie dort lebte, nie die oberen Etagen des Hauses verlassen habe. Sie und die anderen zwei Ehefrauen von Bin Laden werden zurzeit in Pakistan verhört, nachdem sie am Montag während des gegen die Residenz von Bin Laden im Dorf Abotabad von US-Marine-Kommandoleuten verübten Angriffs verhaftet wurden. Die pakistanischen Behörden haben auch acht oder neun Kinder festgenommen, die im Haus gefunden wurden, als die Kommandoleute weggegangen sind.«
Aufgrund der sich ändernden und unvollständigen Berichte der US-Beamten über die Geschehnisse während des Angriffs könnten die Aussagen der Ehefrauen von Bin Laden Details über die Operation vermitteln. Darüber hinaus könnten ihre Aussagen helfen zu schildern, wie Bin Laden seine Zeit verbracht hat und wie er in einem großen Haus in der Nähe einer Militärakademie einer militarisierten Stadt, nur zweieinhalb Autostunden von der Hauptstadt Islamabad entfernt, versteckt bleiben konnte. Der pakistanische Beamte sagte, dass die CIA-Agenten keinen Zugang zu den verhafteten Frauen hätten. »Die Nähe von Bin Ladens Versteck zur Garnison und zur pakistanischen Hauptstadt ließ in Washington Verdächtigungen aufkommen, dass der Flüchtling wohl durch die Sicherheitskräfte von Pakistan geschützt worden sei.«
EFE ermittelt über die Meinung der Einwohner von Pakistan: »Nach einer gemeinsamen Umfrage des britischen demoskopischen Instituts YouGov und von Polis, aus der Universität von Cambridge, glauben 66 Prozent der Pakistaner nicht, dass die US-Spezialeinheiten den Führer von Al-Qaida, Osama Bin Laden, getötet haben, sondern eine andere Person. Die Umfrage wurde unter Internet-Benutzern durchgeführt, die normalerweise eine höhere Bildung haben, und dies in drei Städten, Karachi, Islamabad und Lahore, wobei ländliche Bevölkerungsgruppen ausgeschlossen wurden, was den Forschern zufolge die Ergebnisse noch überraschender macht. 75 Prozent der Befragten sagten, dass sie die Verletzung der pakistanischen Souveränität durch die USA während der Operation zur Festnahme und Tötung von Bin Laden missbilligen. Weniger als drei Viertel der Befragten glauben nicht, dass Bin Laden die Anschläge vom 11. September gegen die Vereinigten Staaten bewilligt hat, die die US-Invasion in Afghanistan und die Bekämpfung des islamistischen Terrorismus gerechtfertigten. 74 Prozent der Befragten glauben, dass die US-Regierung den Islam nicht respektiert und dass sie der islamischen Welt den Krieg erklärt hat; 70 Prozent der Befragten missbilligt die pakistanische Politik über die Akzeptanz der US-Wirtschaftshilfe. 86 Prozent der Befragten ist außerdem dagegen, dass die pakistanische Regierung in der Zukunft Angriffe mit unbemannten Flugzeugen gegen die militanten Gruppen zulässt bzw. kritisiert, dass die Regierung diese schon vorher zugelassen hat. 61 Prozent der befragten Pakistaner bekundeten, mit den Taliban zu sympathisieren oder zu glauben, dass sie respektable Standpunkte vertreten, im Vergleich zu nur 21 Prozent der Befragten, die radikal dagegen sind.«
Reuters bietet auch interessante Daten: »Eine der Ehefrauen von Osama Bin Laden sagte ihren pakistanischen Vernehmungsbeamten, dass der Al-Qaeda-Führer und seine Familie fünf Jahre lang in der Villa wohnten, wo er diese Woche von US-Kommandoleuten getötet wurde, sagte am Freitag ein Sicherheitsbeamter. Die Quelle, die die Identität der Frau als Amal Ahmed Abdulfattah angab, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass die jüngste der drei Ehefrauen von Bin Laden während der Operation verletzt wurde. Dem Beamten zufolge sagte Abdulfattah den pakistanischen Ermittlern: ‚Wir wohnten dort seit fünf Jahren’.«
»Die pakistanischen Sicherheitskräfte haben 15 bis 16 Menschen verhaftet, die in der Anlage wohnten, nachdem die US-Kommandos den Leichnam von Bin Laden weggeholt hatten, sagte der Beamte. Unter den Verhafteten befinden sich die drei Ehefrauen von Bin Laden und mehrere Kinder.«
Der Agentur ANSA zufolge hat ein unbemanntes Yankee-Flugzeug heute mindestens 15 Personen in Waziristan, im Norden von Pakistan, getötet. Andere erlitten schwere Verletzungen. Aber wer wird sich schon um diese täglichen Morde in jenem Land kümmern?
Trotzdem frage ich mich: Warum gibt es so viele Übereinstimmungen zwischen dem in Abbottabad durchgeführten Mord und dem gleichzeitigen Versuch, Gaddafi zu ermorden? Einer seiner jüngeren Söhne, Saif al Arab, der nichts mit politischen Angelegenheiten zu tun hatte, befand sich im Haus, wo er mit einem kleinen Sohn und zwei jüngeren Cousins lebte; Gaddafi und seine Frau haben ihn kurz vor dem Angriff der NATO-Bomber besucht. Das Haus wurde zerstört; Saif al Arab und die drei Kinder sind gestorben; Gaddafi und seine Frau hatten kurz vorher das Haus verlassen. Es war ein Ereignis ohne Präzedenzfall, aber die Welt hat kaum darüber erfahren.
War dieses Zusammentreffen vielleicht ein reiner Zufall, der zwischen diesem Ereignis und dem Angriff gegen den Zufluchtsort von Osama Bin Laden besteht, den die US-Regierung perfekt kannte und mit allen Details beobachtete?
Eine heutige Agenturmeldung aus dem Vatikan berichtete: »Giovanni Innocenzo Martinelli, der apostolische Vikar von Tripolis, sagte der Vatikan-Nachrichtenagentur Fides, dass er nicht die Absicht habe, ‚sich in die politische Tätigkeit von irgend jemandem einzumischen’, aber er habe die Pflicht zu warnen, dass die Bombardierung Libyens ‚unmoralisch sei’. ‚Ich bin überrascht, dass erklärt wurde, dass ich mich nur um geistige Fragen zu kümmern habe, und dass die Bombardierungen von der UNO autorisiert worden seien. Aber dies bedeutet nicht, dass die UNO, die NATO oder die Europäische Union die moralische Autorität haben würden, um Bombardierung zu beschließen’, fügte er hinzu. ‚Ich möchte betonen’, - sagte er weiter - ‚dass Bombardieren keine vom zivilen und moralischen Gewissen des Westens bzw. der Menschheit allgemein eingegebene Handlung ist. Bombardieren ist immer eine unmoralische Handlung’.«
Eine andere Nachricht von der Agentur ANSA berichtete über die Position von China und Russland: »Die Regierungen von China und Russland erklärten heute, dass sie wegen dem Krieg in Libyen ‚äußerst besorgt’ seien und sagten, dass sie gemeinsam handeln werden, um einen Waffenstillstand zu fordern. ‚Wir glauben, dass das wichtigste Ziel darin besteht, einen sofortigen Waffenstillstand zu erreichen’, sagte Yang Jiechi, der chinesische Außenminister.«
Es ereignen sich wirklich beunruhigende Geschehnisse.
Fidel Castro Ruz
6. Mai 2011
20:17 Uhr
Mittwoch, 4. Mai 2011
Der Mord an Osama bin Laden
Reflexionen des Genossen Fidel: Der Mord an Osama bin Laden
Diejenigen, die sich mit diesen Themen beschäftigen, wissen, dass sich unser Volk am 11. September 2001 solidarisch mit dem Volk der USA erklärt und ihm einen bescheidenen Beitrag angeboten hat, den wir den Opfern der brutalen Anschläge auf die Zwillingstürme des New York World Trade Center auf dem Gebiet des Gesundheitswesens zu leisten gewillt waren.
Wir stellten auch sofort die Rollbahnen unseres Landes für jene US-Flugzeuge zur Verfügung, denen wegen dem Chaos in den ersten Stunden nach dem Anschlag keine anderen Landebahnen zu Gebote standen.
Die Haltung der kubanischen Revolution ist gut bekannt, sie war schon immer gegen jede Art von Aktionen gerichtet, die das Leben von Zivilisten in Gefahr brachten.
Wir waren entschlossene Anhänger des bewaffneten Kampfes gegen die Batista-Tyrannei, haben uns aber prinzipiell entschieden allen Terroranschlägen widersetzt, die zum Tode unschuldiger Personen führen. Solcherart Verhalten, das über 50 Jahre beibehalten worden ist, erteilt uns das Recht, einen Standpunkt zum heiklen Thema zum Ausdruck zu bringen.
Ich äußerte an jenem Tag während der öffentlichen Massenveranstaltung im Sportkomplex Ciudad Deportiva die Überzeugung, dass der internationale Terrorismus niemals mit Gewalt und Krieg beseitigt werden kann.
Übrigens war Bin Laden jahrelang Freund der USA, die ihn militärisch ausgebildet hat, und Gegner der UdSSR und des Sozialismus; aber unabhängig davon, welche Terroranschläge ihm auch zugeschrieben werden, ist der Mord an einem waffenlosen, von Familienangehörigen umringten Menschen eine abscheuliche Tat. Und das ist anscheinend das, was die Regierung der mächtigsten Nation getan hat, die es jemals gegeben hat.
Die von Obama sorgfältig durchdachte Rede zur Bekanntgabe des Todes von Bin Laden behauptet wie folgt: „… wir wissen, dass die schlimmsten Bilder jene sind, die unsichtbar für die Welt sind. Der leere Platz am Tisch. Die Kinder, die sich gezwungen sahen, ohne ihre Mutter bzw. ihren Vater aufwachsen zu müssen. Die Eltern, die nie wieder die Umarmung eines ihrer Söhne fühlen werden. Circa 3.000 Bürger sind weit weg von uns gegangen und haben eine große leere Stelle in unseren Herzen hinterlassen.“
Dieser Abschnitt enthält eine dramatische Wahrheit, kann aber nicht vermeiden, dass die ehrlichen Menschen sich an die von den Vereinigten Staaten im Irak und in Afghanistan entfesselten ungerechten Kriege erinnern, an die Hunderttausenden von Kinder, die sich gezwungen sahen, ohne ihre Mutter bzw. ihren Vater aufwachsen zu müssen, und an die Eltern, die nie wieder die Umarmung eines ihrer Söhne erleben werden.
Millionen Bürger marschierten weit weg von ihren Wohnorten im Irak, in Afghanistan, Vietnam, Laos, Kambodscha, Kuba und vielen anderen Ländern der Welt.
Mehreren hundert Millionen Menschen gehen nie jene schrecklichen Bilder von schweigend vorbeiziehenden Menschen aus dem Gedächtnis, die in Guantanamo, besetztes Territorium von Kuba, monatelang und sogar jahrelang unerträglichen Foltern zum Verrücktwerden ausgesetzt waren und sind. Diese sind Menschen, die unter der scheinheiligen Mittäterschaft von angeblich zivilisierten Gesellschaften entführt und in Geheimgefängnisse gebracht wurden.
Es ist Obama unmöglich zu verbergen, dass Osama in Anwesenheit seiner Söhne und Ehefrauen hingerichtet wurde; die sich jetzt in der Macht der Behörden von Pakistan befinden, ein moslemisches Land mit knapp 200 Millionen Einwohnern, dessen Gesetze verletzt, dessen nationale Würde beleidigt und dessen religiöse Traditionen geschändet wurden.
Wie wird er jetzt verhindern, dass die Frauen und Söhne jener außerhalb des Rechts und ohne Gerichtsprozess hingerichteten Person das Geschehen erläutern und der Welt die Bilder übertragen werden?
Am 28. Januar 2002 verbreitete Dan Rather, Journalist der CBS, über diese Fernsehstation, dass Osama Bin Laden am 10. September 2001, einen Tag vor den Anschlägen auf das Word Trade Center und den Pentagon, einer Hämodialyse in einem Militärkrankenhaus in Pakistan unterzogen wurde. Er war nicht in der Lage, sich in tiefen Höhlen zu verstecken und zu schützen.
Seine Ermordung und das Versenken seines Körpers in die Tiefen des Meeres beweisen Furcht und Unsicherheit, verwandeln ihn in eine noch viel gefährlichere Person.
Die öffentliche Meinung der USA selbst wird nach der anfänglichen Euphorie schließlich dazu übergehen, die Methoden zu kritisieren, welche die Hass- und Rachegefühle gegen ihre Bürger vervielfachen werden, anstatt sie zu schützen.
Fidel Castro Ruz
4. Mai 2011
20:34 Uhr
Diejenigen, die sich mit diesen Themen beschäftigen, wissen, dass sich unser Volk am 11. September 2001 solidarisch mit dem Volk der USA erklärt und ihm einen bescheidenen Beitrag angeboten hat, den wir den Opfern der brutalen Anschläge auf die Zwillingstürme des New York World Trade Center auf dem Gebiet des Gesundheitswesens zu leisten gewillt waren.
Wir stellten auch sofort die Rollbahnen unseres Landes für jene US-Flugzeuge zur Verfügung, denen wegen dem Chaos in den ersten Stunden nach dem Anschlag keine anderen Landebahnen zu Gebote standen.
Die Haltung der kubanischen Revolution ist gut bekannt, sie war schon immer gegen jede Art von Aktionen gerichtet, die das Leben von Zivilisten in Gefahr brachten.
Wir waren entschlossene Anhänger des bewaffneten Kampfes gegen die Batista-Tyrannei, haben uns aber prinzipiell entschieden allen Terroranschlägen widersetzt, die zum Tode unschuldiger Personen führen. Solcherart Verhalten, das über 50 Jahre beibehalten worden ist, erteilt uns das Recht, einen Standpunkt zum heiklen Thema zum Ausdruck zu bringen.
Ich äußerte an jenem Tag während der öffentlichen Massenveranstaltung im Sportkomplex Ciudad Deportiva die Überzeugung, dass der internationale Terrorismus niemals mit Gewalt und Krieg beseitigt werden kann.
Übrigens war Bin Laden jahrelang Freund der USA, die ihn militärisch ausgebildet hat, und Gegner der UdSSR und des Sozialismus; aber unabhängig davon, welche Terroranschläge ihm auch zugeschrieben werden, ist der Mord an einem waffenlosen, von Familienangehörigen umringten Menschen eine abscheuliche Tat. Und das ist anscheinend das, was die Regierung der mächtigsten Nation getan hat, die es jemals gegeben hat.
Die von Obama sorgfältig durchdachte Rede zur Bekanntgabe des Todes von Bin Laden behauptet wie folgt: „… wir wissen, dass die schlimmsten Bilder jene sind, die unsichtbar für die Welt sind. Der leere Platz am Tisch. Die Kinder, die sich gezwungen sahen, ohne ihre Mutter bzw. ihren Vater aufwachsen zu müssen. Die Eltern, die nie wieder die Umarmung eines ihrer Söhne fühlen werden. Circa 3.000 Bürger sind weit weg von uns gegangen und haben eine große leere Stelle in unseren Herzen hinterlassen.“
Dieser Abschnitt enthält eine dramatische Wahrheit, kann aber nicht vermeiden, dass die ehrlichen Menschen sich an die von den Vereinigten Staaten im Irak und in Afghanistan entfesselten ungerechten Kriege erinnern, an die Hunderttausenden von Kinder, die sich gezwungen sahen, ohne ihre Mutter bzw. ihren Vater aufwachsen zu müssen, und an die Eltern, die nie wieder die Umarmung eines ihrer Söhne erleben werden.
Millionen Bürger marschierten weit weg von ihren Wohnorten im Irak, in Afghanistan, Vietnam, Laos, Kambodscha, Kuba und vielen anderen Ländern der Welt.
Mehreren hundert Millionen Menschen gehen nie jene schrecklichen Bilder von schweigend vorbeiziehenden Menschen aus dem Gedächtnis, die in Guantanamo, besetztes Territorium von Kuba, monatelang und sogar jahrelang unerträglichen Foltern zum Verrücktwerden ausgesetzt waren und sind. Diese sind Menschen, die unter der scheinheiligen Mittäterschaft von angeblich zivilisierten Gesellschaften entführt und in Geheimgefängnisse gebracht wurden.
Es ist Obama unmöglich zu verbergen, dass Osama in Anwesenheit seiner Söhne und Ehefrauen hingerichtet wurde; die sich jetzt in der Macht der Behörden von Pakistan befinden, ein moslemisches Land mit knapp 200 Millionen Einwohnern, dessen Gesetze verletzt, dessen nationale Würde beleidigt und dessen religiöse Traditionen geschändet wurden.
Wie wird er jetzt verhindern, dass die Frauen und Söhne jener außerhalb des Rechts und ohne Gerichtsprozess hingerichteten Person das Geschehen erläutern und der Welt die Bilder übertragen werden?
Am 28. Januar 2002 verbreitete Dan Rather, Journalist der CBS, über diese Fernsehstation, dass Osama Bin Laden am 10. September 2001, einen Tag vor den Anschlägen auf das Word Trade Center und den Pentagon, einer Hämodialyse in einem Militärkrankenhaus in Pakistan unterzogen wurde. Er war nicht in der Lage, sich in tiefen Höhlen zu verstecken und zu schützen.
Seine Ermordung und das Versenken seines Körpers in die Tiefen des Meeres beweisen Furcht und Unsicherheit, verwandeln ihn in eine noch viel gefährlichere Person.
Die öffentliche Meinung der USA selbst wird nach der anfänglichen Euphorie schließlich dazu übergehen, die Methoden zu kritisieren, welche die Hass- und Rachegefühle gegen ihre Bürger vervielfachen werden, anstatt sie zu schützen.
Fidel Castro Ruz
4. Mai 2011
20:34 Uhr
Mittwoch, 27. April 2011
Ein Feuer, das alle verbrennen kann
Reflexionen des Genossen Fidel: Ein Feuer, das alle verbrennen kann
Man kann mit den politischen Ideen von Gaddafi übereinstimmen oder nicht, aber niemand hat das Recht, die Existenz von Libyen als unabhängigen Staat und Mitglied der Vereinten Nationen in Frage zu ziehen.
Die Welt hat noch nicht das erreicht, was von meinem Gesichtspunkt aus gesehen eine elementare Frage des Überlebens unserer Gattung darstellt: den Zugang aller Völker zu den materiellen Ressourcen dieses Planeten. Unseren Kenntnissen zufolge gibt es keinen anderen im Sonnensystem, der die elementarsten Bedingungen für das Leben besitzt.
Die Vereinigten Staaten selbst waren immer bemüht, ein Schmelztiegel aller Rassen, aller Glaubensrichtungen und aller Nationen zu sein – Weiße, Schwarze, Gelbe, Indios und Mestizen – ohne andere Unterscheidungsmerkmale als Herren und Sklaven, Reiche und Arme. Aber alles das innerhalb ihrer Grenzen: im Norden, Kanada; im Süden, Mexiko; im Osten, der Atlantische Ozean und im Westen der Pazifische Ozean. Alaska, Puerto Rico und Hawaii stellten einfach historische Unfälle dar.
Die Kompliziertheit der Angelegenheit besteht nicht darin, dass es sich um einen edlen Wunsch derjenigen handelt, die um eine bessere Welt kämpfen, was so sehr Hochachtung verdient, wie der jeweilige religiöse Glauben der Völker. Ein paar radioaktive Isotope, abgegeben von jenem angereicherten Uran, das von den Atomkraftwerken in relativ kleinen Mengen verbraucht wird, können – da es sie in der Natur nicht gibt – der zarten Existenz unserer Gattung ein Ende setzen. Diese Abfälle in zunehmenden Mengen unter Stahlbetonsarkophagen aufzubewahren, stellt eine der größten technologischen Herausforderungen dar.
Ereignisse wie der Unfall von Tschernobyl und das Erdbeben von Japan haben die tödlichen Risiken offenbart.
Aber das ist nicht das Thema, was ich heute erörtern möchte, sondern das Erstaunen, mit dem ich gestern im venezolanischen Fernsehen über das Programm Dossier von Walter Martínez das Filmmaterial über das Treffen des Verteidigungsministers Robert Gates und von Liam Fox, Verteidigungsminister des Vereinigten Königreichs, verfolgt habe. Letzterer stattete den Vereinigten Staaten einen Besuch ab, um den von der NATO ausgelösten kriminellen Krieg gegen Libyen zu erörtern. Es war kaum zu glauben, der englische Minister hat den „Oskar“ gewonnen; er war ein Nervenbündel, war angespannt, redete wie ein Verrückter, sodass man den Eindruck gewann, dass er die Worte ausspucken würde.
Natürlich kam er zuerst zum Eingang des Pentagon, wo Gates ihn lächelnd erwartete. Die Flaggen beider Länder, die des ehemaligen britischen Kolonialimperiums und die seines Stiefsohns, des Imperiums der Vereinigten Staaten, wehten hoch oben zu beiden Seiten, während die Hymnen erklungen und sie die Hand rechts auf die Brust gelegt hatten, der rigorose und feierliche militärische Gruß der Zeremonie des Gastlandes. Das war die Eröffnungsveranstaltung. Danach traten beide Minister in das US-Verteidigungsministerium ein. Es ist anzunehmen, dass sie lange Gespräche geführt haben, zumindest dem von mir gesehenen Bildmaterial zufolge, gemäß dem jeder von ihnen mit einer Rede in der Hand zurückkehrte, die ohne Zweifel jeweils vorher ausgearbeitet worden war.
Den Rahmen des gesamten Szenariums bildete das uniformierte Personal. Auf der linken Seite sah man einen jungen Militär, hoch gewachsen, schmal, scheinbar rothaarig, mit geschorenem Kopf, Uniformmütze mit schwarzem Schild, fast bis zum Hals hinunter gezwängt, der ein Gewehr mit aufgesetztem Bajonett präsentierte und den man weder die Augenwimpern bewegen noch atmen sah, wie das Abbild eines Soldaten, der bereit ist, eine Kugel aus einem Gewehr abzuschießen oder eine atomare Rakete mit der Zerstörungskraft von 100.000 Tonnen TNT. Gates sprach mit dem Lächeln und der Natürlichkeit eines Herrn und Besitzers. Der Engländer tat es dagegen auf die von mir erläuterte Art und Weise.
Ich habe selten etwas Schrecklicheres gesehen. Er stellte Hass, Frustration, Wut und eine drohende Sprache gegen den libyschen Führer zur Schau und forderte seine bedingungslose Kapitulation. Er sah empört darüber aus, dass es den Flugzeugen der mächtigen NATO nicht gelungen war, den libyschen Widerstand in 72 Stunden zu brechen.
Es fehlte nur, dass er ausgerufen hätte: „Tränen, Schweiß und Blut“, wie es Winston Churchill tat, als er den von seinem Land im Kampf gegen die Flugzeuge der Nazis zu bezahlenden Preis einschätzte. In diesem Fall wurde die nazifaschistische Rolle von der NATO übernommen, und zwar mittels ihrer tausenden von Bombardierungsmissionen mit den modernsten je der Welt bekannten Flugzeugen.
Doch der Gipfel war die Entscheidung der US-Regierung, die Verwendung von unbemannten Flugzeugen zum Töten von libyschen Männern, Frauen und Kindern zu genehmigen, genauso wie in Afghanistan, tausende Kilometer von Westeuropa entfernt, aber dieses Mal gegen ein afrikanisches arabisches Volk, und dies vor den Augen von Hunderten von Millionen Europäern und im Namen der Organisation der Vereinten Nationen höchstpersönlich.
Der Premierminister von Russland, Vladimir Putin, hat gestern erklärt, dass diese Kriegshandlungen illegal sind und den Rahmen der Vereinbarungen des Sicherheitsrat der Vereinten Nationen überschreiten.
Die plumpen Angriffe gegen das libysche Volk, die nazifaschistischen Charakter annehmen, können gegen jegliches Volk der Dritten Welt angewandt werden.
Ich bin wirklich über den von Libyen gebotenen Widerstand erstaunt.
Jetzt hängt jene kriegerische Organisation von Gaddafi ab. Wenn er widersteht und nicht ihren Forderungen nachkommt, dann wird er als einer der großen Persönlichkeiten der arabischen Länder in die Geschichte eingehen.
Die NATO schürt ein Feuer, das alle verbrennen kann!
Fidel Castro Ruz
27. April 2011
19:34 Uhr
Man kann mit den politischen Ideen von Gaddafi übereinstimmen oder nicht, aber niemand hat das Recht, die Existenz von Libyen als unabhängigen Staat und Mitglied der Vereinten Nationen in Frage zu ziehen.
Die Welt hat noch nicht das erreicht, was von meinem Gesichtspunkt aus gesehen eine elementare Frage des Überlebens unserer Gattung darstellt: den Zugang aller Völker zu den materiellen Ressourcen dieses Planeten. Unseren Kenntnissen zufolge gibt es keinen anderen im Sonnensystem, der die elementarsten Bedingungen für das Leben besitzt.
Die Vereinigten Staaten selbst waren immer bemüht, ein Schmelztiegel aller Rassen, aller Glaubensrichtungen und aller Nationen zu sein – Weiße, Schwarze, Gelbe, Indios und Mestizen – ohne andere Unterscheidungsmerkmale als Herren und Sklaven, Reiche und Arme. Aber alles das innerhalb ihrer Grenzen: im Norden, Kanada; im Süden, Mexiko; im Osten, der Atlantische Ozean und im Westen der Pazifische Ozean. Alaska, Puerto Rico und Hawaii stellten einfach historische Unfälle dar.
Die Kompliziertheit der Angelegenheit besteht nicht darin, dass es sich um einen edlen Wunsch derjenigen handelt, die um eine bessere Welt kämpfen, was so sehr Hochachtung verdient, wie der jeweilige religiöse Glauben der Völker. Ein paar radioaktive Isotope, abgegeben von jenem angereicherten Uran, das von den Atomkraftwerken in relativ kleinen Mengen verbraucht wird, können – da es sie in der Natur nicht gibt – der zarten Existenz unserer Gattung ein Ende setzen. Diese Abfälle in zunehmenden Mengen unter Stahlbetonsarkophagen aufzubewahren, stellt eine der größten technologischen Herausforderungen dar.
Ereignisse wie der Unfall von Tschernobyl und das Erdbeben von Japan haben die tödlichen Risiken offenbart.
Aber das ist nicht das Thema, was ich heute erörtern möchte, sondern das Erstaunen, mit dem ich gestern im venezolanischen Fernsehen über das Programm Dossier von Walter Martínez das Filmmaterial über das Treffen des Verteidigungsministers Robert Gates und von Liam Fox, Verteidigungsminister des Vereinigten Königreichs, verfolgt habe. Letzterer stattete den Vereinigten Staaten einen Besuch ab, um den von der NATO ausgelösten kriminellen Krieg gegen Libyen zu erörtern. Es war kaum zu glauben, der englische Minister hat den „Oskar“ gewonnen; er war ein Nervenbündel, war angespannt, redete wie ein Verrückter, sodass man den Eindruck gewann, dass er die Worte ausspucken würde.
Natürlich kam er zuerst zum Eingang des Pentagon, wo Gates ihn lächelnd erwartete. Die Flaggen beider Länder, die des ehemaligen britischen Kolonialimperiums und die seines Stiefsohns, des Imperiums der Vereinigten Staaten, wehten hoch oben zu beiden Seiten, während die Hymnen erklungen und sie die Hand rechts auf die Brust gelegt hatten, der rigorose und feierliche militärische Gruß der Zeremonie des Gastlandes. Das war die Eröffnungsveranstaltung. Danach traten beide Minister in das US-Verteidigungsministerium ein. Es ist anzunehmen, dass sie lange Gespräche geführt haben, zumindest dem von mir gesehenen Bildmaterial zufolge, gemäß dem jeder von ihnen mit einer Rede in der Hand zurückkehrte, die ohne Zweifel jeweils vorher ausgearbeitet worden war.
Den Rahmen des gesamten Szenariums bildete das uniformierte Personal. Auf der linken Seite sah man einen jungen Militär, hoch gewachsen, schmal, scheinbar rothaarig, mit geschorenem Kopf, Uniformmütze mit schwarzem Schild, fast bis zum Hals hinunter gezwängt, der ein Gewehr mit aufgesetztem Bajonett präsentierte und den man weder die Augenwimpern bewegen noch atmen sah, wie das Abbild eines Soldaten, der bereit ist, eine Kugel aus einem Gewehr abzuschießen oder eine atomare Rakete mit der Zerstörungskraft von 100.000 Tonnen TNT. Gates sprach mit dem Lächeln und der Natürlichkeit eines Herrn und Besitzers. Der Engländer tat es dagegen auf die von mir erläuterte Art und Weise.
Ich habe selten etwas Schrecklicheres gesehen. Er stellte Hass, Frustration, Wut und eine drohende Sprache gegen den libyschen Führer zur Schau und forderte seine bedingungslose Kapitulation. Er sah empört darüber aus, dass es den Flugzeugen der mächtigen NATO nicht gelungen war, den libyschen Widerstand in 72 Stunden zu brechen.
Es fehlte nur, dass er ausgerufen hätte: „Tränen, Schweiß und Blut“, wie es Winston Churchill tat, als er den von seinem Land im Kampf gegen die Flugzeuge der Nazis zu bezahlenden Preis einschätzte. In diesem Fall wurde die nazifaschistische Rolle von der NATO übernommen, und zwar mittels ihrer tausenden von Bombardierungsmissionen mit den modernsten je der Welt bekannten Flugzeugen.
Doch der Gipfel war die Entscheidung der US-Regierung, die Verwendung von unbemannten Flugzeugen zum Töten von libyschen Männern, Frauen und Kindern zu genehmigen, genauso wie in Afghanistan, tausende Kilometer von Westeuropa entfernt, aber dieses Mal gegen ein afrikanisches arabisches Volk, und dies vor den Augen von Hunderten von Millionen Europäern und im Namen der Organisation der Vereinten Nationen höchstpersönlich.
Der Premierminister von Russland, Vladimir Putin, hat gestern erklärt, dass diese Kriegshandlungen illegal sind und den Rahmen der Vereinbarungen des Sicherheitsrat der Vereinten Nationen überschreiten.
Die plumpen Angriffe gegen das libysche Volk, die nazifaschistischen Charakter annehmen, können gegen jegliches Volk der Dritten Welt angewandt werden.
Ich bin wirklich über den von Libyen gebotenen Widerstand erstaunt.
Jetzt hängt jene kriegerische Organisation von Gaddafi ab. Wenn er widersteht und nicht ihren Forderungen nachkommt, dann wird er als einer der großen Persönlichkeiten der arabischen Länder in die Geschichte eingehen.
Die NATO schürt ein Feuer, das alle verbrennen kann!
Fidel Castro Ruz
27. April 2011
19:34 Uhr
Samstag, 23. April 2011
Der in Aufruhr Versetzte und Brutale Norden
Reflexionen des Genossen Fidel: Der in Aufruhr Versetzte und Brutale Norden
Ich war damit beschäftigt, Materialien und Bücher in großem Umfang zu lesen, um mein Versprechen einzuhalten, die Reflexionen vom 14. April über die Schlacht an der Schweinebucht fortzusetzen, als ich einen Blick auf die neuesten gestrigen Nachrichten warf, die wie immer sehr umfangreich sind. Es können jede Woche Berge davon zusammenkommen, angefangen vom Erdbeben in Japan bis zum Sieg von Ollanta Humala über Keiko, die Tochter von Alberto Fujimori, dem ehemaligen Präsidenten von Peru.
Peru ist ein bedeutender Exporteur von Silber, Kupfer, Zink, Zinn und anderen Mineralien; es verfügt über große Uranvorkommen, die mächtige transnationale Unternehmen auszubeuten trachten. Aus dem angereicherten Uran werden die schrecklichsten Waffen gewonnen, die die Menschheit je kennen gelernt hat, und der Brennstoff für die Atomkraftwerke, die in den Vereinigten Staaten, Europa und Japan trotz der Warnungen der Umweltschützer im beschleunigten Rhythmus gebaut wurden.
Es wäre natürlich nicht gerecht, Peru dafür die Schuld zu geben. Die Peruaner haben nicht den Kolonialismus, den Kapitalismus und den Imperialismus geschaffen. Auch dem Volk der Vereinigten Staaten kann dafür nicht die Schuld gegeben werden. Es ist ebenfalls Opfer jenes Systems, das dort die im höchsten Grade unbesonnenen Politiker hervorgebracht hat, die je die Erde kennen gelernt hat.
Am vergangenen 8. April haben die Herrscher über die Welt ihren gewöhnlichen Jahresbericht über die Verletzungen der “Menschenrechte” herausgegeben, der eine scharfsinnige Analyse auf der Website Rebelión hervorrief, die von dem Kubaner Manuel E. Yepe unterzeichnet ist und sich auf die vom Staatsrat von China gegebene Antwort stützt, bei der Tatsachen aufgezählt werden, welche die katastrophale Situation jener Rechte in den Vereinigten Staaten belegen.
„…die Vereinigten Staaten sind das Land, wo die Menschenrechte am meisten verletzt werden, sowohl innerhalb des eigenen Landes als auf der ganzen Welt. Sie sind eine jener Nationen, die am wenigsten das Leben, das Eigentum und die persönliche Sicherheit ihrer Bewohner absichert.
Jedes Jahr wird eine von 5 Personen Opfer eines Verbrechens, die höchste Rate des gesamten Planeten. Offiziellen Angaben zufolge haben die Personen über 12 Jahre 4,3 Millionen gewalttätige Handlungen erlitten.
Die Kriminalität hat in den vier größten Städten des Landes (Philadelphia, Chicago, Los Angeles und New York) alarmierend zugenommen und es wurden bedeutende Steigerungen in Bezug auf das Vorjahr in anderen Großstädten verzeichnet (San Luis und Detroit).
Der Oberste Gerichtshof hat festgelegt, dass der Waffenbesitz zur persönlichen Verteidigung ein aus der Verfassung hervorgehendes Recht ist, das von den Regierungen der Bundesstaaten nicht ignoriert werden kann. 90 Millionen der 300 Millionen Einwohner des Landes besitzen insgesamt 200 Millionen Feuerwaffen.
Im Land wurden 12.000 durch Feuerwaffen verursachte Morde registriert, während 47 Prozent der Raubüberfälle ebenfalls mit Feuerwaffen begangen wurden.
Unter Ausnutzung der Sektion ‚terroristische Aktivitäten’ des Patriot Act sind die Folter und die äußerste Gewalt, um von Verdächtigen Geständnisse zu erreichen, zur gebräuchlichen Praxis geworden. Die ungerechten Verurteilungen werden bei jenen 266 Menschen offensichtlich – 17 von ihnen schon im Korridor des Todes – die dank ADN-Tests freigesprochen wurden.
Washington setzt sich für die Freiheit im Internet ein, um aus dem Netzwerk aller Netzwerke eine wichtige diplomatische Waffe zum Druckausüben und der Hegemonie zu machen, erlegt aber strikte Einschränkungen im Cyberspace in seinem eigenen Gebiet auf und versucht, eine rechtliche Einkesselung aufzustellen, um gegen die Herausforderungen anzugehen, die Wikileaks und das Durchsickern seiner Informationen bedeuten.
Bei einer hohen Arbeitslosenrate hat die Proportion der US-Bürger, die in Armut leben, ein Rekordniveau erreicht – je einer von jeweils acht Bürgern, die im vergangenen Jahr an den Nahrungsmittelkupon-Programmen teilgenommen haben.
Die Anzahl der in Obdachlosenasylen aufgenommenen Familien hat sich um 7 Prozent erhöht und die Familien mussten eine längere Zeit in diesen verbleiben. Die Gewaltverbrechen gegen diese Familien ohne Obdach nehmen ständig zu.
Die Rassendiskriminierung durchdringt jeden Aspekt des gesellschaftlichen Lebens. Die Minderheiten werden bei ihren Beschäftigungen diskriminiert, unwürdig behandelt und nicht für Beförderungen, Vorteile bzw. bei beruflichen Auswahlprozessen berücksichtigt. Ein Drittel der schwarzen Bevölkerung hat Diskriminierung an ihrem Arbeitsplatz erlitten, obwohl nur 16% von ihnen es sich getraut hat, Beschwerde dagegen einzulegen.
Die Arbeitslosenrate der weißen Bevölkerung beträgt 16,2%, unter den Hispanoamerikanern und Asiaten 22% und unter den Schwarzen 33%. Die Afroamerikaner und Lateinamerikaner stellen 41 Prozent der Gefängnisinsassen dar. Die Rate der Afroamerikaner, die eine lebenslängliche Gefängnisstrafe absitzen, ist 11 Mal höher als die der Weißen.
90 Prozent der Frauen hat in irgendeiner Weise sexuelle Diskriminierung an ihrem Arbeitsplatz erlitten. Zwanzig Millionen Frauen sind Opfer der Vergewaltigung, knapp 60.000 haben sexuelle Aggression oder Gewalt erlitten. Ein Fünftel der Universitätsstudentinnen werden sexuell belästigt und 60 Prozent der Vergewaltigungen im Universitätsgelände geschieht in den weiblichen Schlafzimmern.
Neun von zehn homosexuellen, bisexuellen bzw. transsexuellen Schülern erleiden Belästigung in ihrer Schuleinrichtung.
Der Bericht widmet ein ganzes Kapitel dem, an die Menschenrechtsverletzungen zu erinnern, für welche die Vereinigten Staaten außerhalb ihrer Grenzen verantwortlich sind. Die Kriege in Irak und Afghanistan, unter Führung der Vereinigten Staaten, haben äußerst hohe Zahlen an Opfern unter der Zivilbevölkerung jener Länder verursacht.
Die ‘antiterroristischen’ Aktionen der USA haben riesige Skandale bezüglich des Missbrauchs an Gefangenen eingeschlossen, Verhaftungen auf unbestimmte Zeit ohne Anklage oder Gerichtsprozesse in solchen Haftanstalten wie Guantánamo und an anderen Orten der Welt, die dazu geschaffen wurden, die so genannten ‘besonders wertvollen Gefangenen’ Gehören zu unterziehen, und dort werden die schlimmsten Foltermethoden angewandt.
Das chinesische Dokument erinnert ebenfalls daran, dass die USA das Existenz- und Entwicklungsrecht der kubanischen Bevölkerung verletzt haben, ohne dem weltweit vorhandenen Willen nachzukommen, der von der Vollversammlung der UNO während 19 aufeinander folgenden Jahren im Dokument ‘Über die Notwendigkeit, der Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade gegen Kuba ein Ende zu setzen’ zum Ausdruck gekommen ist.
Die USA haben nicht solche internationale Konventionen über Menschenrechte ratifiziert wie den Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, die Konvention zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frauen, die Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen und die Konvention über die Rechte der Kinder.
Die in der von der chinesischen Regierung vorgelegten Aufzählung enthaltenen Angaben belegen, dass der unheilvolle Werdegang der USA auf diesem Gebiet diese als ‘Richter über die Menschenrechte auf der Welt’ diskreditieren. Ihre ‘Diplomatie der Menschenrechte’ ist reine doppelzüngige Scheinheiligkeit im Dienste ihrer strategischen imperialen Interessen. Die chinesische Regierung rät der US-Regierung, konkrete Maßnahmen zu treffen, um ihre eigene Situation der Menschenrechte zu verbessern, außerdem ihre Aktivitäten auf diesem Gebiet zu überprüfen und zu berichtigen und ihre hegemonischen Handlungen zu unterlassen, die darin bestehen, die Menschenrechte dafür auszunutzen, um sich in die inneren Angelegenheiten anderer Länder einzumischen.“
Das Bedeutsame dieser Analyse besteht unseres Erachtens nach darin, dass diese Anprangerung in einem vom chinesischen Staat unterzeichneten Dokument erfolgt, einem Land von 1,341 Milliarden Einwohnern, das 2 Billionen Dollar an Währungsreserven hat und ohne dessen Zusammenarbeit auf kommerziellem Gebiet das Imperium untergeht. Es schien mir wichtig, dass unserer Bevölkerung diese präzisen, in diesem Dokument des chinesischen Staatsrats enthaltenen Angaben bekannt würden.
Wenn Kuba es sagen würde, dann würde es kaum Bedeutung haben; wir prangern seit über 50 Jahren diese Scheinheiligen an.
Martí hat vor 116 Jahren, im Jahr 1895, wie folgt gesagt: „…der Weg, der versperrt werden muss, und den wir jetzt mit unserem Blut versperren, den Weg der Annexion der Völker Unseres Amerika durch den in Aufruhr versetzten und brutalen Norden, der uns verachtet…“
„Ich habe in dem Ungeheuer gelebt und kenne seine Eingeweide“.
Fidel Castro Ruz
23. April 2011
19:32 Uhr
Ich war damit beschäftigt, Materialien und Bücher in großem Umfang zu lesen, um mein Versprechen einzuhalten, die Reflexionen vom 14. April über die Schlacht an der Schweinebucht fortzusetzen, als ich einen Blick auf die neuesten gestrigen Nachrichten warf, die wie immer sehr umfangreich sind. Es können jede Woche Berge davon zusammenkommen, angefangen vom Erdbeben in Japan bis zum Sieg von Ollanta Humala über Keiko, die Tochter von Alberto Fujimori, dem ehemaligen Präsidenten von Peru.
Peru ist ein bedeutender Exporteur von Silber, Kupfer, Zink, Zinn und anderen Mineralien; es verfügt über große Uranvorkommen, die mächtige transnationale Unternehmen auszubeuten trachten. Aus dem angereicherten Uran werden die schrecklichsten Waffen gewonnen, die die Menschheit je kennen gelernt hat, und der Brennstoff für die Atomkraftwerke, die in den Vereinigten Staaten, Europa und Japan trotz der Warnungen der Umweltschützer im beschleunigten Rhythmus gebaut wurden.
Es wäre natürlich nicht gerecht, Peru dafür die Schuld zu geben. Die Peruaner haben nicht den Kolonialismus, den Kapitalismus und den Imperialismus geschaffen. Auch dem Volk der Vereinigten Staaten kann dafür nicht die Schuld gegeben werden. Es ist ebenfalls Opfer jenes Systems, das dort die im höchsten Grade unbesonnenen Politiker hervorgebracht hat, die je die Erde kennen gelernt hat.
Am vergangenen 8. April haben die Herrscher über die Welt ihren gewöhnlichen Jahresbericht über die Verletzungen der “Menschenrechte” herausgegeben, der eine scharfsinnige Analyse auf der Website Rebelión hervorrief, die von dem Kubaner Manuel E. Yepe unterzeichnet ist und sich auf die vom Staatsrat von China gegebene Antwort stützt, bei der Tatsachen aufgezählt werden, welche die katastrophale Situation jener Rechte in den Vereinigten Staaten belegen.
„…die Vereinigten Staaten sind das Land, wo die Menschenrechte am meisten verletzt werden, sowohl innerhalb des eigenen Landes als auf der ganzen Welt. Sie sind eine jener Nationen, die am wenigsten das Leben, das Eigentum und die persönliche Sicherheit ihrer Bewohner absichert.
Jedes Jahr wird eine von 5 Personen Opfer eines Verbrechens, die höchste Rate des gesamten Planeten. Offiziellen Angaben zufolge haben die Personen über 12 Jahre 4,3 Millionen gewalttätige Handlungen erlitten.
Die Kriminalität hat in den vier größten Städten des Landes (Philadelphia, Chicago, Los Angeles und New York) alarmierend zugenommen und es wurden bedeutende Steigerungen in Bezug auf das Vorjahr in anderen Großstädten verzeichnet (San Luis und Detroit).
Der Oberste Gerichtshof hat festgelegt, dass der Waffenbesitz zur persönlichen Verteidigung ein aus der Verfassung hervorgehendes Recht ist, das von den Regierungen der Bundesstaaten nicht ignoriert werden kann. 90 Millionen der 300 Millionen Einwohner des Landes besitzen insgesamt 200 Millionen Feuerwaffen.
Im Land wurden 12.000 durch Feuerwaffen verursachte Morde registriert, während 47 Prozent der Raubüberfälle ebenfalls mit Feuerwaffen begangen wurden.
Unter Ausnutzung der Sektion ‚terroristische Aktivitäten’ des Patriot Act sind die Folter und die äußerste Gewalt, um von Verdächtigen Geständnisse zu erreichen, zur gebräuchlichen Praxis geworden. Die ungerechten Verurteilungen werden bei jenen 266 Menschen offensichtlich – 17 von ihnen schon im Korridor des Todes – die dank ADN-Tests freigesprochen wurden.
Washington setzt sich für die Freiheit im Internet ein, um aus dem Netzwerk aller Netzwerke eine wichtige diplomatische Waffe zum Druckausüben und der Hegemonie zu machen, erlegt aber strikte Einschränkungen im Cyberspace in seinem eigenen Gebiet auf und versucht, eine rechtliche Einkesselung aufzustellen, um gegen die Herausforderungen anzugehen, die Wikileaks und das Durchsickern seiner Informationen bedeuten.
Bei einer hohen Arbeitslosenrate hat die Proportion der US-Bürger, die in Armut leben, ein Rekordniveau erreicht – je einer von jeweils acht Bürgern, die im vergangenen Jahr an den Nahrungsmittelkupon-Programmen teilgenommen haben.
Die Anzahl der in Obdachlosenasylen aufgenommenen Familien hat sich um 7 Prozent erhöht und die Familien mussten eine längere Zeit in diesen verbleiben. Die Gewaltverbrechen gegen diese Familien ohne Obdach nehmen ständig zu.
Die Rassendiskriminierung durchdringt jeden Aspekt des gesellschaftlichen Lebens. Die Minderheiten werden bei ihren Beschäftigungen diskriminiert, unwürdig behandelt und nicht für Beförderungen, Vorteile bzw. bei beruflichen Auswahlprozessen berücksichtigt. Ein Drittel der schwarzen Bevölkerung hat Diskriminierung an ihrem Arbeitsplatz erlitten, obwohl nur 16% von ihnen es sich getraut hat, Beschwerde dagegen einzulegen.
Die Arbeitslosenrate der weißen Bevölkerung beträgt 16,2%, unter den Hispanoamerikanern und Asiaten 22% und unter den Schwarzen 33%. Die Afroamerikaner und Lateinamerikaner stellen 41 Prozent der Gefängnisinsassen dar. Die Rate der Afroamerikaner, die eine lebenslängliche Gefängnisstrafe absitzen, ist 11 Mal höher als die der Weißen.
90 Prozent der Frauen hat in irgendeiner Weise sexuelle Diskriminierung an ihrem Arbeitsplatz erlitten. Zwanzig Millionen Frauen sind Opfer der Vergewaltigung, knapp 60.000 haben sexuelle Aggression oder Gewalt erlitten. Ein Fünftel der Universitätsstudentinnen werden sexuell belästigt und 60 Prozent der Vergewaltigungen im Universitätsgelände geschieht in den weiblichen Schlafzimmern.
Neun von zehn homosexuellen, bisexuellen bzw. transsexuellen Schülern erleiden Belästigung in ihrer Schuleinrichtung.
Der Bericht widmet ein ganzes Kapitel dem, an die Menschenrechtsverletzungen zu erinnern, für welche die Vereinigten Staaten außerhalb ihrer Grenzen verantwortlich sind. Die Kriege in Irak und Afghanistan, unter Führung der Vereinigten Staaten, haben äußerst hohe Zahlen an Opfern unter der Zivilbevölkerung jener Länder verursacht.
Die ‘antiterroristischen’ Aktionen der USA haben riesige Skandale bezüglich des Missbrauchs an Gefangenen eingeschlossen, Verhaftungen auf unbestimmte Zeit ohne Anklage oder Gerichtsprozesse in solchen Haftanstalten wie Guantánamo und an anderen Orten der Welt, die dazu geschaffen wurden, die so genannten ‘besonders wertvollen Gefangenen’ Gehören zu unterziehen, und dort werden die schlimmsten Foltermethoden angewandt.
Das chinesische Dokument erinnert ebenfalls daran, dass die USA das Existenz- und Entwicklungsrecht der kubanischen Bevölkerung verletzt haben, ohne dem weltweit vorhandenen Willen nachzukommen, der von der Vollversammlung der UNO während 19 aufeinander folgenden Jahren im Dokument ‘Über die Notwendigkeit, der Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade gegen Kuba ein Ende zu setzen’ zum Ausdruck gekommen ist.
Die USA haben nicht solche internationale Konventionen über Menschenrechte ratifiziert wie den Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, die Konvention zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frauen, die Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen und die Konvention über die Rechte der Kinder.
Die in der von der chinesischen Regierung vorgelegten Aufzählung enthaltenen Angaben belegen, dass der unheilvolle Werdegang der USA auf diesem Gebiet diese als ‘Richter über die Menschenrechte auf der Welt’ diskreditieren. Ihre ‘Diplomatie der Menschenrechte’ ist reine doppelzüngige Scheinheiligkeit im Dienste ihrer strategischen imperialen Interessen. Die chinesische Regierung rät der US-Regierung, konkrete Maßnahmen zu treffen, um ihre eigene Situation der Menschenrechte zu verbessern, außerdem ihre Aktivitäten auf diesem Gebiet zu überprüfen und zu berichtigen und ihre hegemonischen Handlungen zu unterlassen, die darin bestehen, die Menschenrechte dafür auszunutzen, um sich in die inneren Angelegenheiten anderer Länder einzumischen.“
Das Bedeutsame dieser Analyse besteht unseres Erachtens nach darin, dass diese Anprangerung in einem vom chinesischen Staat unterzeichneten Dokument erfolgt, einem Land von 1,341 Milliarden Einwohnern, das 2 Billionen Dollar an Währungsreserven hat und ohne dessen Zusammenarbeit auf kommerziellem Gebiet das Imperium untergeht. Es schien mir wichtig, dass unserer Bevölkerung diese präzisen, in diesem Dokument des chinesischen Staatsrats enthaltenen Angaben bekannt würden.
Wenn Kuba es sagen würde, dann würde es kaum Bedeutung haben; wir prangern seit über 50 Jahren diese Scheinheiligen an.
Martí hat vor 116 Jahren, im Jahr 1895, wie folgt gesagt: „…der Weg, der versperrt werden muss, und den wir jetzt mit unserem Blut versperren, den Weg der Annexion der Völker Unseres Amerika durch den in Aufruhr versetzten und brutalen Norden, der uns verachtet…“
„Ich habe in dem Ungeheuer gelebt und kenne seine Eingeweide“.
Fidel Castro Ruz
23. April 2011
19:32 Uhr
Montag, 18. April 2011
Meine Abwesenheit im ZK
Reflexionen des Genossen Fidel: Meine Abwesenheit im ZK
Ich kannte den Rechenschaftsbericht des Genossen Raúl an den 6. Parteitag.
Aus eigener Initiative hatte er ihn mir einige Tage vorher gezeigt, genauso wie er es anlässlich anderer Angelegenheiten gemacht hatte, ohne dass ich ihn darum gebeten hätte, weil ich, wie ich schon erklärt habe, durch den Appell vom 31. Juli 2006 alle meine Ämter in der Partei und im Staat übertragen hatte.
Das zu machen war eine Pflicht, die ich ohne Zögern erfüllte.
Ich wusste, dass mein Gesundheitszustand schlimm war, aber ich war ruhig: die Revolution würde weiter vorangehen; es war nicht ihre schlimmste Zeit nach der Auflösung der UdSSR und des Sozialistischen Lagers. Bush saß auf dem Thron seit 2001 und hatte schon eine Regierung für Kuba ernannt. Aber ein weiteres Mal sind die Söldner und die Bourgeois mit ihren gepackten Koffern und Truhen in ihrem goldenen Exil geblieben.
Die Yankees hatten jetzt, auβer der von Kuba, in Venezuela eine weitere Revolution. Die enge Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern wird auch in die Geschichte Amerikas als Beispiel des großen revolutionären Potenzials der Völker gleicher Herkunft, die eine gleiche Geschichte teilen, eingehen.
Unter den vielen im Projekt des Berichts an den 6. Parteitag behandelten Punkten, war einer derjenigen, die mich am meisten interessiert haben, der bezüglich der Macht. Wortwörtlich besagt er wie folgt: „…sind wir zu dem Schluss gekommen, dass es ratsam ist, die Ausübung der wichtigsten politischen und staatlichen Ämter maximal auf zwei aufeinander folgende Amtszeiten von fünf Jahren zu begrenzen. Dies ist möglich und notwendig unter den aktuellen Umständen, die ganz anders als jene der ersten Jahrzehnte der Revolution sind, als diese noch nicht konsolidiert und auch konstanten Bedrohungen und Angriffen unterworfen war.“
Die Idee gefiel mir. Es war ein Thema, worüber ich viel nachgedacht habe. Da ich seit den ersten Jahren der Revolution an die tägliche Lektüre der Agenturmeldungen gewöhnt war, waren mir die Entwicklung der Ereignisse in unserer Welt, die Erfolge und Fehler der Parteien und der Menschen bekannt. Es gibt zahlreiche Beispiele dafür in den letzten 50 Jahren.
Ich werde sie nicht zitieren, um dies nicht in die Länge zu ziehen und auch niemanden zu verletzen. Ich bin davon überzeugt, dass das Schicksal der Welt jetzt ein ganz anderes sein könnte, wenn es nicht jene Fehler gegeben hätte, die von revolutionären Führer, die sich durch ihr Talent und ihre Verdienste auszeichneten, begangen wurden. Ich gebe mich auch nicht der Vorstellung hin, dass die Aufgabe in der Zukunft einfacher sein wird, eher umgekehrt.
Ich sage einfach nur das, was ich meiner Meinung nach für eine Grundpflicht der kubanischen Revolutionäre halte. Je kleiner ein Land ist, desto schwieriger die Umstände und in desto höherem Grade ist es gezwungen, Fehler zu vermeiden.
Ich muss gestehen, dass ich mir eigentlich niemals Sorgen wegen der Zeitdauer gemacht habe, während der ich mein Amt als Präsident des Staats- und Ministerrates und als Erster Sekretär der Partei ausüben würde. Seit unserer Landung war ich außerdem Comandante en Jefe (Befehlshaber) der kleinen Truppe, die nachher so groß wurde. Schon in der Sierra Maestra hatte ich darauf verzichtet, das provisorische Präsidentenamt des Landes nach dem Sieg zu übernehmen, der von mir für unsere 1957 noch eher bescheidenen Streitkräfte früh vorhergesehen worden war. Ich machte es, weil der Ehrgeiz rund um die Übernahme dieses Amtes den Kampf schon behinderte.
Ich wurde beinahe dazu gezwungen, das Premierministeramt in den ersten Monaten 1959 zu übernehmen.
Raúl wusste, dass ich gegenwärtig kein Amt in der Partei übernehmen würde. Er ist immer derjenige gewesen, der mich als Erster Sekretär und Comandante en Jefe bezeichnete. Wie bekannt, habe ich diese Ämter durch den oben genannten Appell anlässlich meiner schweren Krankheit abgegeben. Ich hatte nie versucht und es war mir körperlich auch nicht möglich, sie auszuüben, auch wenn ich meine Analyse- und Schreibfähigkeit deutlich wiedererlangt hatte.
Trotzdem hörte er nie auf, mir die Ideen zu übermitteln, die er plante.
Es entstand ein weiteres Problem. Der Organisationsausschuss diskutierte, was für eine Mitgliederzahl des Zentralkomitees sie dem Parteitag vorschlagen sollten. Er unterstützte sehr treffend die Ideen von Raúl, im Schoße des Zentralkomitees die Teilnahme der Frauen und jene der Nachkommen der Sklaven aus Afrika zu erhöhen. Beide waren die ärmsten und von dem Kapitalismus am meisten ausgebeuteten Sektoren in unserem Land.
Gleichzeitig gab es einige Genossen, die entweder aufgrund ihres Alters oder ihrer Gesundheit der Partei keine großen Dienste mehr leisten könnten. Aber Raúl war der Meinung, dass es für sie sehr hart gewesen wäre, aus der Kandidatenliste ausgeschlossen worden zu sein. Ich zögerte nicht, ihm vorzuschlagen, dass jenen Genossen diese Ehre nicht entzogen würde, und fügte hinzu, dass es das Wichtigste war, dass ich nicht auf jener Liste erschiene.
Ich bin der Meinung, dass ich zu viel geehrt worden bin. Ich dachte nie, dass ich so viele Jahre leben würde. Der Feind hat alles Mögliche getan, um es zu verhindern. Unzählige Male versuchten sie, mich zu beseitigen und mehrmals habe ich ihnen „Beihilfe“ dabei geleistet.
Der Parteitag entwickelte sich in so raschem Tempo, dass ich keine Zeit hatte, ein Wort über dieses Thema zu äußern, bevor ich die Stimmzettel bekommen habe.
Gegen Mittag schickte mir Raúl mit seinem Adjutanten einen Stimmzettel und so konnte ich von meinem Wahlrecht als Delegierter zum Parteitag Gebrauch machen, eine Ehre, die mir die Mitglieder der Partei in Santiago de Cuba verliehen, ohne dass ich ein Wort davon wusste. Ich machte es nicht mechanisch. Ich las die Biographien aller neu vorgeschlagenen Mitglieder. Sie sind ausgezeichnete Menschen, mehrere von ihnen hatte ich in der Aula Magna der Universität Havanna bei der Lancierung eines Buches über unseren revolutionären Krieg, bei den Treffen mit den Komitees zur Verteidigung der Revolution, bei den Zusammenkünften mit den Wissenschaftlern und den Intellektuellen, und bei anderen Veranstaltungen kennen gelernt. Ich gab meine Stimme ab und bat sogar darum, dass man Fotos von dem Moment aufnehme, in dem ich von diesem Recht Gebrauch machte.
Ich habe mich auch daran erinnert, dass ich noch vieles über den Kampf in Girón zu schreiben habe. Ich arbeite daran und bin dazu verpflichtet, es bald abzugeben. Außerdem habe ich vor, über ein anderes, danach geschehenes wichtiges Ereignis zu schreiben.
Alles, bevor die Welt zu Ende geht!
Was haltet ihr davon?
Fidel Castro Ruz
18. April 2011
16:55 Uhr
Ich kannte den Rechenschaftsbericht des Genossen Raúl an den 6. Parteitag.
Aus eigener Initiative hatte er ihn mir einige Tage vorher gezeigt, genauso wie er es anlässlich anderer Angelegenheiten gemacht hatte, ohne dass ich ihn darum gebeten hätte, weil ich, wie ich schon erklärt habe, durch den Appell vom 31. Juli 2006 alle meine Ämter in der Partei und im Staat übertragen hatte.
Das zu machen war eine Pflicht, die ich ohne Zögern erfüllte.
Ich wusste, dass mein Gesundheitszustand schlimm war, aber ich war ruhig: die Revolution würde weiter vorangehen; es war nicht ihre schlimmste Zeit nach der Auflösung der UdSSR und des Sozialistischen Lagers. Bush saß auf dem Thron seit 2001 und hatte schon eine Regierung für Kuba ernannt. Aber ein weiteres Mal sind die Söldner und die Bourgeois mit ihren gepackten Koffern und Truhen in ihrem goldenen Exil geblieben.
Die Yankees hatten jetzt, auβer der von Kuba, in Venezuela eine weitere Revolution. Die enge Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern wird auch in die Geschichte Amerikas als Beispiel des großen revolutionären Potenzials der Völker gleicher Herkunft, die eine gleiche Geschichte teilen, eingehen.
Unter den vielen im Projekt des Berichts an den 6. Parteitag behandelten Punkten, war einer derjenigen, die mich am meisten interessiert haben, der bezüglich der Macht. Wortwörtlich besagt er wie folgt: „…sind wir zu dem Schluss gekommen, dass es ratsam ist, die Ausübung der wichtigsten politischen und staatlichen Ämter maximal auf zwei aufeinander folgende Amtszeiten von fünf Jahren zu begrenzen. Dies ist möglich und notwendig unter den aktuellen Umständen, die ganz anders als jene der ersten Jahrzehnte der Revolution sind, als diese noch nicht konsolidiert und auch konstanten Bedrohungen und Angriffen unterworfen war.“
Die Idee gefiel mir. Es war ein Thema, worüber ich viel nachgedacht habe. Da ich seit den ersten Jahren der Revolution an die tägliche Lektüre der Agenturmeldungen gewöhnt war, waren mir die Entwicklung der Ereignisse in unserer Welt, die Erfolge und Fehler der Parteien und der Menschen bekannt. Es gibt zahlreiche Beispiele dafür in den letzten 50 Jahren.
Ich werde sie nicht zitieren, um dies nicht in die Länge zu ziehen und auch niemanden zu verletzen. Ich bin davon überzeugt, dass das Schicksal der Welt jetzt ein ganz anderes sein könnte, wenn es nicht jene Fehler gegeben hätte, die von revolutionären Führer, die sich durch ihr Talent und ihre Verdienste auszeichneten, begangen wurden. Ich gebe mich auch nicht der Vorstellung hin, dass die Aufgabe in der Zukunft einfacher sein wird, eher umgekehrt.
Ich sage einfach nur das, was ich meiner Meinung nach für eine Grundpflicht der kubanischen Revolutionäre halte. Je kleiner ein Land ist, desto schwieriger die Umstände und in desto höherem Grade ist es gezwungen, Fehler zu vermeiden.
Ich muss gestehen, dass ich mir eigentlich niemals Sorgen wegen der Zeitdauer gemacht habe, während der ich mein Amt als Präsident des Staats- und Ministerrates und als Erster Sekretär der Partei ausüben würde. Seit unserer Landung war ich außerdem Comandante en Jefe (Befehlshaber) der kleinen Truppe, die nachher so groß wurde. Schon in der Sierra Maestra hatte ich darauf verzichtet, das provisorische Präsidentenamt des Landes nach dem Sieg zu übernehmen, der von mir für unsere 1957 noch eher bescheidenen Streitkräfte früh vorhergesehen worden war. Ich machte es, weil der Ehrgeiz rund um die Übernahme dieses Amtes den Kampf schon behinderte.
Ich wurde beinahe dazu gezwungen, das Premierministeramt in den ersten Monaten 1959 zu übernehmen.
Raúl wusste, dass ich gegenwärtig kein Amt in der Partei übernehmen würde. Er ist immer derjenige gewesen, der mich als Erster Sekretär und Comandante en Jefe bezeichnete. Wie bekannt, habe ich diese Ämter durch den oben genannten Appell anlässlich meiner schweren Krankheit abgegeben. Ich hatte nie versucht und es war mir körperlich auch nicht möglich, sie auszuüben, auch wenn ich meine Analyse- und Schreibfähigkeit deutlich wiedererlangt hatte.
Trotzdem hörte er nie auf, mir die Ideen zu übermitteln, die er plante.
Es entstand ein weiteres Problem. Der Organisationsausschuss diskutierte, was für eine Mitgliederzahl des Zentralkomitees sie dem Parteitag vorschlagen sollten. Er unterstützte sehr treffend die Ideen von Raúl, im Schoße des Zentralkomitees die Teilnahme der Frauen und jene der Nachkommen der Sklaven aus Afrika zu erhöhen. Beide waren die ärmsten und von dem Kapitalismus am meisten ausgebeuteten Sektoren in unserem Land.
Gleichzeitig gab es einige Genossen, die entweder aufgrund ihres Alters oder ihrer Gesundheit der Partei keine großen Dienste mehr leisten könnten. Aber Raúl war der Meinung, dass es für sie sehr hart gewesen wäre, aus der Kandidatenliste ausgeschlossen worden zu sein. Ich zögerte nicht, ihm vorzuschlagen, dass jenen Genossen diese Ehre nicht entzogen würde, und fügte hinzu, dass es das Wichtigste war, dass ich nicht auf jener Liste erschiene.
Ich bin der Meinung, dass ich zu viel geehrt worden bin. Ich dachte nie, dass ich so viele Jahre leben würde. Der Feind hat alles Mögliche getan, um es zu verhindern. Unzählige Male versuchten sie, mich zu beseitigen und mehrmals habe ich ihnen „Beihilfe“ dabei geleistet.
Der Parteitag entwickelte sich in so raschem Tempo, dass ich keine Zeit hatte, ein Wort über dieses Thema zu äußern, bevor ich die Stimmzettel bekommen habe.
Gegen Mittag schickte mir Raúl mit seinem Adjutanten einen Stimmzettel und so konnte ich von meinem Wahlrecht als Delegierter zum Parteitag Gebrauch machen, eine Ehre, die mir die Mitglieder der Partei in Santiago de Cuba verliehen, ohne dass ich ein Wort davon wusste. Ich machte es nicht mechanisch. Ich las die Biographien aller neu vorgeschlagenen Mitglieder. Sie sind ausgezeichnete Menschen, mehrere von ihnen hatte ich in der Aula Magna der Universität Havanna bei der Lancierung eines Buches über unseren revolutionären Krieg, bei den Treffen mit den Komitees zur Verteidigung der Revolution, bei den Zusammenkünften mit den Wissenschaftlern und den Intellektuellen, und bei anderen Veranstaltungen kennen gelernt. Ich gab meine Stimme ab und bat sogar darum, dass man Fotos von dem Moment aufnehme, in dem ich von diesem Recht Gebrauch machte.
Ich habe mich auch daran erinnert, dass ich noch vieles über den Kampf in Girón zu schreiben habe. Ich arbeite daran und bin dazu verpflichtet, es bald abzugeben. Außerdem habe ich vor, über ein anderes, danach geschehenes wichtiges Ereignis zu schreiben.
Alles, bevor die Welt zu Ende geht!
Was haltet ihr davon?
Fidel Castro Ruz
18. April 2011
16:55 Uhr
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