Reflexionen des Genossen Fidel: Die bolivarianische Revolution und der Frieden
Ich kenne Chávez sehr gut. Es gibt niemanden, der so sehr gegen ein Blutvergießen zwischen Venezolanern und Kolumbianern wäre wie er. Dies sind zwei so brüderlich verbundene Völker, wie jene Kubaner, die im Osten, im Zentralteil und im äußersten Westen unserer Insel leben. Ich verfüge über keine andere Art der Darstellung, um den Grad der zwischen Venezolanern und Kolumbianern bestehenden Brüderlichkeit zum Ausdruck zu bringen.
Die verleumderische Anschuldigung der Yankees, dass Chávez einen Krieg gegen das benachbarte Kolumbien plant, hat ein einflussreiches kolumbianisches Presseorgan dazu geführt, am vergangenen Sonntag, dem 15. November, unter dem Titel „Kriegstrommeln” einen beleidigenden und in einem abfälligen Ton gehaltenen Leitartikel gegen den venezolanischen Präsidenten zu veröffentlichen, wo unter anderem behauptet wird, dass „Kolumbien diese Bedrohung seiner Sicherheit sehr ernst nehmen muss, welche die schwerwiegendste in sieben Jahrzehnten darstellt, da sie von einem Präsidenten kommt, der außerdem militärische Erziehung und Ausbildung besitzt…“
„Der Grund ist“ – so schreiben sie weiter, –„dass die Möglichkeiten einer Provokation ständig zunehmen und dass diese von einem Grenzzwischenfall bis zu Angriffen auf zivile bzw. militärische Einrichtungen in Kolumbien gehen können.“
Weiter unten im Leitartikel wird als wahrscheinlich hinzugefügt „…dass Hugo Chávez seine Angriffe auf die ‘Haifische’ – Spitzname, mit dem er die zu ihm in Opposition Stehenden bezeichnet - verschärfen und versuchen wird, jene, die ihm widersprechen, von Machtpositionen auf lokaler und regionales Ebene zu verdrängen. Das hat er schon mit dem Bürgermeister von Caracas gemacht… und jetzt will er es mit den Gouverneuren der an Kolumbien angrenzenden Bundesstaaten versuchen, die es ablehnen, sich seiner Zuchtrute unterzuordnen… Ein Zwischenfall mit kolumbianischen Streitkräften oder die Anschuldigung, dass paramilitärische Elemente Aktionen auf venezolanischem Gebiet planen, können den Vorwand darstellen, den das Chávez-Regime braucht, um die verfassungsmäßigen Garantien aufzuheben.“
Solche Worte dienen einzig und allein dazu, die aggressiven Pläne der Vereinigten Staaten und den plumpen Verrat an ihrem Vaterland seitens der Oligarchie und der Konterrevolution in Venezuela zu rechtfertigen.
Der bolivarianische Revolutionsführer hatte zur gleichen Zeit der Veröffentlichung jenes Leitartikels seiner wöchentlichen Kolumne “Las líneas de Chávez” geschrieben, in dem er die schamlose Bewilligung von sieben Militärstützpunkten an die Vereinigten Staaten auf dem Hoheitsgebiet von Kolumbien – einem Land, das eine 2050 Kilometer lange Grenze zu Venezuela hat - verurteilte.
In diesem Artikel hat der Präsident der Bolivarianischen Republik mutig und mit Klarheit seine Haltung dargelegt.
„…ich habe es an diesem Freitag während der Kundgebung für den Frieden und gegen die Militärstützpunkte der Vereinigten Staaten auf kolumbianischem Grund und Boden gesagt: Ich bin verpflichtet, euch alle, Männer und Frauen, dazu aufzurufen, uns auf die Verteidigung von Bolívars Vaterland, dem Vaterland unserer Kinder, vorzubereiten. Würde ich das nicht tun, wäre das Hochverrat… Unser Vaterland ist heute frei und wir werden es mit unserem Leben verteidigen. Venezuela wird nie wieder eine Kolonie von irgendwem sein: wird nie wieder vor irgendeinem Invasor bzw. Imperium auf die Knie fallen... das schwerwiegende und transzendentale Problem, das sich in Kolumbien abspielt, kann für die lateinamerikanischen Regierungen nicht unbemerkt bleiben…“
Weiter unten im Text führt er wichtige Konzeptionen hinzu: „…das gesamte Kriegsarsenal der Yankees, das im Vertrag berücksichtigt wurde, entspricht der Konzeption von exterritorialen Operationen… verwandelt das kolumbianische Hoheitsgebiet in eine gigantische Militär-Enklave der Yankees…, die größte Bedrohung für den Frieden und die Sicherheit der südamerikanischen Region und Unseres Amerikas insgesamt.“
„Der Vertrag... verhindert, dass Kolumbien irgendwem Sicherheitsgarantien und Achtung bieten kann - nicht einmal den Kolumbianern und Kolumbianerinnen. Ein Land, das aufgehört hat, souverän zu sein und das ein Instrument der ‘neuen kolonialen Unterwerfung’ ist, welche unser Befreier voraussah, kann diese nicht bieten.”
Chávez ist ein echter Revolutionär, ein tiefgründiger Denker, er ist ehrlich, mutig und arbeitet unermüdlich. Er ist nicht durch einen Putsch an die Macht gekommen. Er hat sich gegen die Unterdrückung und den Völkermord der neoliberalen Regierungen aufgelehnt, welche die enormen natürlichen Ressourcen seines Landes den Vereinigten Staaten auslieferten. Er erlitt eine Gefängnishaft, ist gereift und hat seine Ideen entwickelt. Er ist nicht mittels der Waffen an die Macht gekommen, trotz seiner militärischen Herkunft.
Er hat das große Verdienst, den schwierigen Weg einer tiefgründigen sozialen Revolution ausgehend von der so genannten repräsentativen Demokratie und der größtmöglichen Redefreiheit eingeleitet zu haben, und dies, wo die mächtigsten Medien-Ressourcen des Landes sich in den Händen der Oligarchie und im Dienste der Interessen des Imperiums befanden und weiterhin befinden.
In nur 11 Jahren hat Venezuela die größten je einem Land der Welt gelungenen Fortschritte im Bildungswesen und auf sozialem Gebiet erreicht, und dies trotz des Putsches und der seitens der Vereinigten Staaten mit Zwang ausgeführten Pläne zur Destabilisierung und um das Land in Misskredit zu bringen.
Das Imperium hat nach dem Scheitern seiner sehr ausgetüftelten Schläge gegen das venezolanische Volk keine Blockade gegen Venezuela verhängt, – wie es das gegenüber Kuba getan hat – denn dann hätte es sich selbst einer Blockade ausgesetzt, und zwar aufgrund seiner Energieabhängigkeit vom Ausland. Aber es hat seine Absicht nicht aufgegeben, den bolivarianischen Prozess und dessen großzügige Hilfe an Erdöl für die Länder der Karibik und von Mittelamerika zu beseitigen, und ebenso die umfangreichen Handelsbeziehungen mit Südamerika, China, Russland und zahlreichen Ländern von Asien, Afrika und Europa. Die Bolivarianische Revolution genießt Sympathie in vielen Sektoren aller Kontinente. Ihre Beziehungen zu Kuba schmerzen das Imperium besonders – nach einer kriminellen Blockade gegenüber unserem Land, die schon über ein halbes Jahrhundert andauert. Das Venezuela von Bolívar und das Kuba von Martí fördern über die ALBA neue Art und Weisen der Beziehungen und des Handels auf rationalen und gerechten Grundlagen.
Die Bolivarianische Revolution ist in äußerst schwierigen Augenblicken der Energiekrise besonders gegenüber den Ländern der Karibik sehr großzügig gewesen.
In der neuen Etappe, die wir erleben, muss die Revolution in Venezuela Problemen die Stirn bieten, die vollkommen neu sind und die es vor beinahe genau 50 Jahren, als unsere Revolution in Kuba siegte, noch nicht gab.
Den Drogenhandel, die organisierte Kriminalität, die Gewalttätigkeit in der Gesellschaft und die paramilitärischen Organisationen gab es kaum. In den Vereinigten Staaten war noch nicht jener jetzige enorme Drogenmarkt entstanden, den der Kapitalismus und die Konsumgesellschaft in jenem Land geschaffen haben. Für die Revolution war es kein großes Problem in Kuba, den Transit von Drogen zu bekämpfen und die Einführung ihrer Produktion und ihres Verbrauchs zu verhindern.
Für Mexiko, Mittelamerika und Südamerika stellen diese Geißeln heute eine wachsende Tragödie dar, die bei Weitem nicht überwunden ist. Zum ungleichen Handelsaustausch, dem Protektionismus und der Ausplünderung ihrer natürlichen Ressourcen sind noch der Drogenhandel und die Gewalttätigkeit der organisierten Kriminalität hinzugekommen, die durch die Unterentwicklung, die Armut, die Arbeitslosigkeit und den gigantischen Drogenmarkt der Vereinigten Staaten in den lateinamerikanischen Gesellschaften geschaffen wurden. Die Unfähigkeit jenes imperialen und reichen Landes, den Drogenhandel und –verbrauch zu verhindern, führte in vielen Teilen Lateinamerikas zum Anbau von Pflanzen, deren Wert als Rohstoff für die Rauschgifte mehrmals den aller anderen landwirtschaftlichen Erzeugnisse übersteigt, was schwerwiegende soziale und politische Probleme hervorruft.
Die Paramilitärs von Kolumbien stellen heutzutage den Stoßtrupp des Imperialismus zur Bekämpfung der Bolivarianischen Revolution dar.
Und eben gerade aufgrund seiner militärischen Vorgeschichte ist Chávez sehr genau bekannt, dass die Bekämpfung des Drogenhandels nur einen vulgären Vorwand für die Vereinigten Staaten darstellt, um einen militärischen Vertrag zu rechtfertigen, der vollkommen der strategischen Konzeption der Vereinigten Staaten zum Ende des kalten Krieges entspricht, um ihre Weltherrschaft auszuweiten.
Die Luftstützpunkte, die Mittel, die Operationsrechte und die vollkommene Straflosigkeit, die den Militärs und Zivilen der Yankees seitens Kolumbiens in seinem Hoheitsgebiet bewilligt wurden, haben nichts mit der Bekämpfung des Anbaus, der Herstellung und des Handels von Rauschgiften zu tun. Das stellt heute ein weltweites Problem dar und breitet sich schon nicht mehr nur auf die Länder Südamerikas aus, sondern beginnt, sich ebenfalls auf Afrika und andere Gebiete auszuweiten. Es herrscht schon in Afghanistan, trotz der massiven Stationierung von Yankee-Truppen.
Das Rauschgift darf kein Vorwand zur Errichtung von Stützpunkten und zum Überfallen von Ländern sein, bzw. um den Ländern der Dritten Welt die Gewalt, den Krieg und die Ausplünderung zu bringen. Das ist die schlechteste Atmosphäre, um staatsbürgerliche Tugenden zu säen und anderen Völkern die Bildung, die Gesundheit und die Entwicklung zu bringen.
Diejenigen, die glauben, in ihren konterrevolutionären Plänen erfolgreich sein zu können, indem sie die Kolumbianer und die Venezolaner entzweien, täuschen sich. Viele der besten und einfachsten Beschäftigten in Venezuela sind Kolumbianer, und die Revolution hat ihnen Bildung, Gesundheit, Beschäftigung, das Recht auf die Staatsbürgerschaft und andere Vorteile gebracht, und zwar für sie und ihre liebsten Angehörigen. Gemeinsam werden Venezolaner und Kolumbianer das große Vaterland des Befreiers von Amerika verteidigen; gemeinsam werden sie für die Freiheit und den Frieden kämpfen.
Die tausenden kubanischen Ärzte, Lehrer und anderen Entwicklungshelfer, die ihre internationalistischen Pflichten in Venezuela erfüllen, werden an ihrer Seite sein!
Fidel Castro Ruz
18. November 2009
14:23 Uhr
Mittwoch, 18. November 2009
Mittwoch, 11. November 2009
Eine Science Fiction Story
Reflexionen des Genossen Fidel: Eine Science Fiction Story
Ich bedauere es sehr, Kritik an Obama ausüben zu müssen, wo mir doch bekannt ist, dass es in jenem Land andere mögliche Präsidenten gibt, die schlechter als er sind. Ich sehe ein, dass dieses Amt heutzutage ein großes Kopfzerbrechen bedeutet. Es gibt nichts, was dies besser erläutern kann, als jene gestrige Information der Zeitung Granma darüber, dass 237 US-Kongressmitglieder Millionäre sind, d.h. 44% der Gesamtzahl. Das bedeutet nicht, dass jeder von ihnen verpflichtet ist, ein unverbesserlicher Reaktionär zu sein, aber es ist kaum möglich, dass er wie irgendeiner der vielen Millionen US-Amerikaner denkt, die über keine Gesundheitsfürsorge verfügen, arbeitslos sind bzw. hart arbeiten müssen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
Obama ist selbstverständlich kein Bettler, er besitzt Millionen Dollar. Er war hervorragend in seiner beruflichen Tätigkeit, seine Beherrschung der Sprache, seine Sprachgewandtheit und seine Intelligenz stehen außer Frage. Trotzdem er Afro-Amerikaner ist, wurde er - zum ersten Mal in der Geschichte seines Landes - in einer rassistischen Gesellschaft zum Präsidenten gewählt; einer Gesellschaft, die unter einer tief greifenden Weltwirtschaftskrise leidet, dessen Verantwortung auf sie selbst zurückzuführen ist.
Es geht nicht darum, US-feindlich zu sein oder nicht, wie die kolossalen Medien ihre Widersacher zu charakterisieren versuchen.
Das US-amerikanische Volk ist Opfer und nicht der Schuldige eines unhaltbaren Systems, schlimmer noch: eines schon mit dem Leben der Menschheit unvereinbaren Systems.
Jener intelligente und rebellische Obama, der in seiner Kindheit und Jugendzeit die Demütigung und den Rassismus erlitten hat, begreift das, aber der im Sinne des Systems erzogene und ihm und den Methoden, die ihn an die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten brachten, verpflichtete Obama, kann der Versuchung nicht widerstehen, Druck auszuüben, zu drohen und sogar die anderen zu betrügen.
Er ist besessen in seiner Arbeit. Möglicherweise kein anderer Präsident der Vereinigten Staaten würde in der Lage sein, sich für so ein intensives Programm zu engagieren, wie er es in den kommenden acht Tagen zu verwirklichen beabsichtigt.
Gemäß diesem Programm wird ihn eine umfangreiche Rundreise zuerst nach Alaska führen, wo er zu den dort stationierten Truppen sprechen wird, dann nach Japan, Singapur, in die Volksrepublik China und nach Südkorea. Er wird an dem Treffen des Forums für Asiatisch–Pazifische Wirtschaftliche Zusammenarbeit (APEC) und des Verbandes Südostasiatischer Staaten (ASEAN) teilnehmen; Gespräche mit dem Premierminister von Japan und seiner Hoheit, dem Kaiser Akihito, im Land der aufgehenden Sonne führen; mit den Premierministern von Singapur und Korea, dem Präsidenten von Indonesien, Susilo Bambang; dem von Russland, Dmitri Medwedew; und dem der Volksrepublik China, Hu Jintao. Er wird Reden halten und Pressekonferenzen geben; seinen Atomkoffer bei sich haben, und wir hoffen, dass er es nicht nötig haben wird, den bei seiner beschleunigten Rundreise zu verwenden.
Sein Sicherheitsberater teilt mit, dass er mit dem Präsidenten von Russland den Anspruch auf das START-1-Abkommen, das am 5. Dezember abläuft, diskutieren wird. Ohne Zweifel wird ein gewisser Abbau von einem Teil des riesigen Atomarsenals vereinbart werden, der ohne Transzendenz für die Weltwirtschaft und den Frieden auf der Welt ist.
Was gedenkt unser erlauchter Freund auf seiner intensiven Reise zu behandeln? Das Weiße Haus hat es feierlich verkündet: den Klimawechsel, den wirtschaftlichen Aufschwung, die atomare Abrüstung, den Krieg in Afghanistan, die Kriegsrisiken in Iran und der Demokratischen Volksrepublik Korea. Hier ist genügend Material enthalten, um ein Sciencefiction-Buch zu schreiben.
Aber wie wird Obama die Klimaprobleme lösen, wo doch die Position seiner Delegation bei den Vorbereitungstreffen des Gipfels von Kopenhagen über die Treibhausgas-Emissionen die schlimmste aller reichen Industrieländer war, sowohl in Bangkok als in Barcelona, denn die Vereinigten Staaten haben weder das Kyoto-Protokoll unterzeichnet, noch ist die Oligarchie jenes Landes zur wirklichen Kooperation bereit.
Wie wird er zur Lösung der schwerwiegenden Wirtschaftsprobleme beitragen, die einen Großteil der Menschheit betreffen, wo doch die Gesamtschuld der Vereinigten Staaten – einschließlich die der Bundesregierung, die der Regierungen der Bundesstaaten und Lokalverwaltungen, der Unternehmen und Familien – 57 Billionen zum Jahresschluss 2008 betrug, was mehr als 400 % ihres BIP entspricht, und das Haushaltsdefizit jenes Landes sich im Steuerjahr 2009 auf knapp 13% seines BIP erhöhte. Eine Angabe, die Obama ohne Zweifel nicht unbekannt ist.
Was kann er Hu Jintao anbieten, wo doch seine Politik offen protektionistisch gewesen ist, um die chinesischen Exporte zu schädigen; wo er um jeden Preis fordert, dass die chinesische Regierung den Yuan aufwertet, was die zunehmenden Importe der Dritten Welt aus China beeinträchtigen würde.
Der brasilianische Theologe Leonardo Boff – der kein Jünger von Karl Marx ist, sondern ein ehrlicher Katholik, von denjenigen, die nicht bereit sind, dem Imperialismus in Lateinamerika Hilfestellung zu leisten – hat kürzlich Folgendes behauptet: „…wir setzen uns der Gefahr unser Zerstörung und der Verwüstung der Lebensvielfalt aus.”
„…Knapp die Hälfte der Menschheit lebt heute auf einem Lebensniveau unterhalb der Armutsgrenze. Von den 20% der Reichsten werden 82,49% aller Reichtümer der Erde verbraucht und die 20% der Ärmsten müssen sich mit einem so kleinen Anteil wie 1,6% für ihren Lebensunterhalt begnügen.“ Er zitiert die FAO und warnt, dass: „…in den kommenden Jahren wird es 150 bis 200 Millionen Klimaflüchtlinge geben.“ Und er fügt seinerseits hinzu: „die Menschheit verbraucht heute 30 % mehr als die Regenerierfähigkeit beträgt… Die Erde gibt unmissverständliche Zeichen, dass das für sie nicht mehr haltbar ist.”
Das, was er behauptet, stimmt, aber Obama und der Kongress der Vereinigten Staaten haben es noch nicht mitbekommen.
Was hinterlässt er uns in der Hemisphäre? Das beschämende Problem von Honduras und die Annexion von Kolumbien, wo die Vereinigten Staaten sieben Militärstützpunkte einrichten werden. In Kuba haben sie vor über 100 Jahren einen Militärstützpunkt angelegt und diesen halten sie immer noch gewaltsam besetzt. Dort haben sie das schreckliche, weltweit bekannte Folterzentrum installiert, dessen Schließung Obama immer noch nicht gelungen ist.
Ich bleibe bei meiner Meinung, dass es in Lateinamerika sechs bis acht rechte Regierungen, Verbündete des Imperiums, geben wird, bevor Obama sein Mandat beendet. Bald wird auch der am weitesten rechtsorientierte Sektor der Vereinten Staaten versuchen, sein Mandat auf vier Regierungsjahre zu beschränken. Ein Nixon, ein Bush, oder jemand wie Cheney wird erneut Präsident sein. Dann würde vollkommen klar zutage kommen, was diese absolut ungerechtfertigten Militärstützpunkte bedeuten, die heute unter dem Vorwand der Bekämpfung des Drogenhandels – einem Problem, das aufgrund der vielen, aus den USA der organisierten Kriminalität und zur Drogenherstellung in Lateinamerika injizierten Milliarden Dollar geschaffen wurde - alle Völker von Südamerika bedrohen.
Kuba hat bewiesen, dass das, was zur Drogenbekämpfung benötigt wird, Gerechtigkeit und soziale Entwicklung sind. In unserem Land ist der Kriminalitätsindex d.h. die Anzahl der Verbrechen pro 100.000 Einwohner, einer der niedrigsten der Welt. Kein anderes Land dieser Hemisphäre kann so geringe Kennziffern der Gewalttätigkeit aufweisen. Es ist bekannt, dass trotz der Blockade kein anderes Land so ein hohes Bildungsniveau besitzt.
Die Völker Lateinamerikas werden den heftigen Angriffen des Imperiums standzuhalten wissen!
Die Reise von Obama scheint eine Sciencefiction Story zu sein.
Fidel Castro Ruz
11. November 2009
19:16 Uhr
Ich bedauere es sehr, Kritik an Obama ausüben zu müssen, wo mir doch bekannt ist, dass es in jenem Land andere mögliche Präsidenten gibt, die schlechter als er sind. Ich sehe ein, dass dieses Amt heutzutage ein großes Kopfzerbrechen bedeutet. Es gibt nichts, was dies besser erläutern kann, als jene gestrige Information der Zeitung Granma darüber, dass 237 US-Kongressmitglieder Millionäre sind, d.h. 44% der Gesamtzahl. Das bedeutet nicht, dass jeder von ihnen verpflichtet ist, ein unverbesserlicher Reaktionär zu sein, aber es ist kaum möglich, dass er wie irgendeiner der vielen Millionen US-Amerikaner denkt, die über keine Gesundheitsfürsorge verfügen, arbeitslos sind bzw. hart arbeiten müssen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
Obama ist selbstverständlich kein Bettler, er besitzt Millionen Dollar. Er war hervorragend in seiner beruflichen Tätigkeit, seine Beherrschung der Sprache, seine Sprachgewandtheit und seine Intelligenz stehen außer Frage. Trotzdem er Afro-Amerikaner ist, wurde er - zum ersten Mal in der Geschichte seines Landes - in einer rassistischen Gesellschaft zum Präsidenten gewählt; einer Gesellschaft, die unter einer tief greifenden Weltwirtschaftskrise leidet, dessen Verantwortung auf sie selbst zurückzuführen ist.
Es geht nicht darum, US-feindlich zu sein oder nicht, wie die kolossalen Medien ihre Widersacher zu charakterisieren versuchen.
Das US-amerikanische Volk ist Opfer und nicht der Schuldige eines unhaltbaren Systems, schlimmer noch: eines schon mit dem Leben der Menschheit unvereinbaren Systems.
Jener intelligente und rebellische Obama, der in seiner Kindheit und Jugendzeit die Demütigung und den Rassismus erlitten hat, begreift das, aber der im Sinne des Systems erzogene und ihm und den Methoden, die ihn an die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten brachten, verpflichtete Obama, kann der Versuchung nicht widerstehen, Druck auszuüben, zu drohen und sogar die anderen zu betrügen.
Er ist besessen in seiner Arbeit. Möglicherweise kein anderer Präsident der Vereinigten Staaten würde in der Lage sein, sich für so ein intensives Programm zu engagieren, wie er es in den kommenden acht Tagen zu verwirklichen beabsichtigt.
Gemäß diesem Programm wird ihn eine umfangreiche Rundreise zuerst nach Alaska führen, wo er zu den dort stationierten Truppen sprechen wird, dann nach Japan, Singapur, in die Volksrepublik China und nach Südkorea. Er wird an dem Treffen des Forums für Asiatisch–Pazifische Wirtschaftliche Zusammenarbeit (APEC) und des Verbandes Südostasiatischer Staaten (ASEAN) teilnehmen; Gespräche mit dem Premierminister von Japan und seiner Hoheit, dem Kaiser Akihito, im Land der aufgehenden Sonne führen; mit den Premierministern von Singapur und Korea, dem Präsidenten von Indonesien, Susilo Bambang; dem von Russland, Dmitri Medwedew; und dem der Volksrepublik China, Hu Jintao. Er wird Reden halten und Pressekonferenzen geben; seinen Atomkoffer bei sich haben, und wir hoffen, dass er es nicht nötig haben wird, den bei seiner beschleunigten Rundreise zu verwenden.
Sein Sicherheitsberater teilt mit, dass er mit dem Präsidenten von Russland den Anspruch auf das START-1-Abkommen, das am 5. Dezember abläuft, diskutieren wird. Ohne Zweifel wird ein gewisser Abbau von einem Teil des riesigen Atomarsenals vereinbart werden, der ohne Transzendenz für die Weltwirtschaft und den Frieden auf der Welt ist.
Was gedenkt unser erlauchter Freund auf seiner intensiven Reise zu behandeln? Das Weiße Haus hat es feierlich verkündet: den Klimawechsel, den wirtschaftlichen Aufschwung, die atomare Abrüstung, den Krieg in Afghanistan, die Kriegsrisiken in Iran und der Demokratischen Volksrepublik Korea. Hier ist genügend Material enthalten, um ein Sciencefiction-Buch zu schreiben.
Aber wie wird Obama die Klimaprobleme lösen, wo doch die Position seiner Delegation bei den Vorbereitungstreffen des Gipfels von Kopenhagen über die Treibhausgas-Emissionen die schlimmste aller reichen Industrieländer war, sowohl in Bangkok als in Barcelona, denn die Vereinigten Staaten haben weder das Kyoto-Protokoll unterzeichnet, noch ist die Oligarchie jenes Landes zur wirklichen Kooperation bereit.
Wie wird er zur Lösung der schwerwiegenden Wirtschaftsprobleme beitragen, die einen Großteil der Menschheit betreffen, wo doch die Gesamtschuld der Vereinigten Staaten – einschließlich die der Bundesregierung, die der Regierungen der Bundesstaaten und Lokalverwaltungen, der Unternehmen und Familien – 57 Billionen zum Jahresschluss 2008 betrug, was mehr als 400 % ihres BIP entspricht, und das Haushaltsdefizit jenes Landes sich im Steuerjahr 2009 auf knapp 13% seines BIP erhöhte. Eine Angabe, die Obama ohne Zweifel nicht unbekannt ist.
Was kann er Hu Jintao anbieten, wo doch seine Politik offen protektionistisch gewesen ist, um die chinesischen Exporte zu schädigen; wo er um jeden Preis fordert, dass die chinesische Regierung den Yuan aufwertet, was die zunehmenden Importe der Dritten Welt aus China beeinträchtigen würde.
Der brasilianische Theologe Leonardo Boff – der kein Jünger von Karl Marx ist, sondern ein ehrlicher Katholik, von denjenigen, die nicht bereit sind, dem Imperialismus in Lateinamerika Hilfestellung zu leisten – hat kürzlich Folgendes behauptet: „…wir setzen uns der Gefahr unser Zerstörung und der Verwüstung der Lebensvielfalt aus.”
„…Knapp die Hälfte der Menschheit lebt heute auf einem Lebensniveau unterhalb der Armutsgrenze. Von den 20% der Reichsten werden 82,49% aller Reichtümer der Erde verbraucht und die 20% der Ärmsten müssen sich mit einem so kleinen Anteil wie 1,6% für ihren Lebensunterhalt begnügen.“ Er zitiert die FAO und warnt, dass: „…in den kommenden Jahren wird es 150 bis 200 Millionen Klimaflüchtlinge geben.“ Und er fügt seinerseits hinzu: „die Menschheit verbraucht heute 30 % mehr als die Regenerierfähigkeit beträgt… Die Erde gibt unmissverständliche Zeichen, dass das für sie nicht mehr haltbar ist.”
Das, was er behauptet, stimmt, aber Obama und der Kongress der Vereinigten Staaten haben es noch nicht mitbekommen.
Was hinterlässt er uns in der Hemisphäre? Das beschämende Problem von Honduras und die Annexion von Kolumbien, wo die Vereinigten Staaten sieben Militärstützpunkte einrichten werden. In Kuba haben sie vor über 100 Jahren einen Militärstützpunkt angelegt und diesen halten sie immer noch gewaltsam besetzt. Dort haben sie das schreckliche, weltweit bekannte Folterzentrum installiert, dessen Schließung Obama immer noch nicht gelungen ist.
Ich bleibe bei meiner Meinung, dass es in Lateinamerika sechs bis acht rechte Regierungen, Verbündete des Imperiums, geben wird, bevor Obama sein Mandat beendet. Bald wird auch der am weitesten rechtsorientierte Sektor der Vereinten Staaten versuchen, sein Mandat auf vier Regierungsjahre zu beschränken. Ein Nixon, ein Bush, oder jemand wie Cheney wird erneut Präsident sein. Dann würde vollkommen klar zutage kommen, was diese absolut ungerechtfertigten Militärstützpunkte bedeuten, die heute unter dem Vorwand der Bekämpfung des Drogenhandels – einem Problem, das aufgrund der vielen, aus den USA der organisierten Kriminalität und zur Drogenherstellung in Lateinamerika injizierten Milliarden Dollar geschaffen wurde - alle Völker von Südamerika bedrohen.
Kuba hat bewiesen, dass das, was zur Drogenbekämpfung benötigt wird, Gerechtigkeit und soziale Entwicklung sind. In unserem Land ist der Kriminalitätsindex d.h. die Anzahl der Verbrechen pro 100.000 Einwohner, einer der niedrigsten der Welt. Kein anderes Land dieser Hemisphäre kann so geringe Kennziffern der Gewalttätigkeit aufweisen. Es ist bekannt, dass trotz der Blockade kein anderes Land so ein hohes Bildungsniveau besitzt.
Die Völker Lateinamerikas werden den heftigen Angriffen des Imperiums standzuhalten wissen!
Die Reise von Obama scheint eine Sciencefiction Story zu sein.
Fidel Castro Ruz
11. November 2009
19:16 Uhr
Freitag, 6. November 2009
Die Annexion von Kolumbien durch die Vereinigten Staaten
Reflexionen des Genossen Fidel: Die Annexion von Kolumbien durch die Vereinigten Staaten
Jede einigermaßen informierte Person begreift sofort, dass der mit Honig versüßte, am 30. Oktober unterzeichnete „Zusatzvertrag über die Zusammenarbeit und technische Hilfe im Verteidigungs- und Sicherheitsbereich zwischen den Regierungen der Vereinigten Staaten und von Kolumbien”, der am Nachmittag des 2. November veröffentlicht wurde, einer Annexion von Kolumbien durch die Vereinigten Staaten gleichkommt.
Der Vertrag bringt die Theoretiker und Politiker in Verlegenheit. Es ist nicht ehrbar, jetzt zu schweigen und anschließend über Souveränität, Demokratie, Menschenrechte, Meinungsfreiheit und andere Feinheiten zu sprechen, wenn ein Land vom Imperium so einfach verschlungen wird, wie eine Fliege von einer Eidechse. Es handelt sich um das kolumbianische Volk, das opferbereit, arbeitsam und kämpferisch ist. Ich habe in dem langen Wälzer nach einer verdaulichen Rechtfertigung gesucht, und habe absolut keinen Grund gefunden.
Von 48 Seiten zu je 21 Zeilen sind fünf dazu bestimmt, über die Vorgeschichte der beschämenden Absorption zu philosophieren, welche Kolumbien zu einem Überseegebiet macht. Alle basieren auf jenen Verträgen mit den Vereinigten Staaten, die nach der Ermordung des angesehenen fortschrittlichen Volksführers Jorge Eliécer Gaitán am 9. April 1948 und der Schaffung der Organisation der Amerikanischen Staaten am 30. April 1948 unterzeichnet wurden. Die Gründung der OAS war in Bogota von den dort versammelten Außenministern unserer Hemisphäre unter Leitung der Vereinigten Staaten diskutiert worden, und zwar in jenen tragischen Tagen, als die Oligarchie dem Leben jener führenden Persönlichkeit ein Ende setzte und den bewaffneten Kampf in jenem Land auslöste.
Der Vertrag beruft sich auf das Abkommen über militärische Hilfe zwischen der Republik Kolumbien und den Vereinigten Staaten vom April 1952; das in Bezug auf „eine Mission der Armee, eine Mission der Marine und eine Mission der Luftstreitkräfte der Vereinigten Staaten”, unterzeichnet am 7. Oktober 1974; das Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen den unerlaubten Verkehr mit Suchtstoffen und psychotropischen Stoffen von 1988; das Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität vom Jahr 2000; die Resolution Nr. 1373 des Sicherheitsrates vom Jahr 2001 und die Interamerikanische Demokratische Charta; die Charta für Verteidigungspolitik und demokratische Sicherheit und andere, die in dem genannten Dokument angeführt werden. Keines dieser Abkommen rechtfertigt es, ein Land von 1.141.748 Quadratkilometern im Herzen von Südamerika zu einem Militärstützpunkt der Vereinigten Staaten zu machen. Kolumbien verfügt über ein Gebiet, das 1,6 Mal dem von Texas entspricht, dem territorial zweitgrößten Bundesstaat, der Mexiko entrissen worden ist und anschließend als Ausgangspunkt zur Eroberung mit Feuer und Schwert von mehr als der Hälfte dieses Bruderlandes diente.
Andererseits sind schon 59 Jahre seit dem Zeitpunkt vergangen, als kolumbianische Soldaten in das entfernt liegende Asien geschickt wurden, um im Oktober 1950 an der Seite der Yankee-Truppen gegen Chinesen und Koreaner zu kämpfen. Jetzt beabsichtigt das Imperium, sie gegen ihre venezolanischen, ecuadorianischen und anderen bolivarianischen Brüdervölker und die des ALBA in den Kampf zu schicken, um die Venezolanische Revolution zu vernichten, wie sie es im April 1961 mit der Kubanischen Revolution versucht haben.
Über mehr als eineinhalb Jahre vor der Invasion hat die Yankee-Regierung die konterrevolutionären Banden des Escambray-Gebirges unterstützt, bewaffnet und ausgenutzt, wie sie heute die kolumbianischen Paramilitärs gegen Venezuela verwendet.
Als der Angriff auf Girón an der Schweinebucht stattfand, haben die von Söldnerbesatzungen, - deren Kampfflugzeuge auf einem Flugzeugträger in das Operationsgebiet gebracht worden waren - geflogenen B-26 ihre Operationen ausgehend von Nicaragua durchgeführt, und die Invasoren kubanischer Abstammung, die an jenem Punkt mit Booten gelandet sind, kamen eskortiert von Kriegschiffen und der Marineinfanterie der Vereinigten Staaten. Jetzt werden ihre Kriegsmittel und Truppen in Kolumbien sein, nicht nur als eine Bedrohung für Venezuela sondern für alle Staaten von Mittel- und Südamerika.
Es ist wirklich zynisch zu verkünden, dass der infame Vertrag eine Notwendigkeit im Kampf gegen den Drogenhandel und den internationalen Terrorismus darstelle. Kuba hat bewiesen, dass es nicht ausländischer Truppen bedarf, um den Anbau und Handel von Drogen zu verhindern und eine innere Ordnung aufrecht zu erhalten, und dies, trotzdem die Vereinigten Staaten, die stärkste Macht der Erde, über Jahrzehnte terroristische Aktionen gegen die kubanische Revolution unterstützt, finanziert und mit Waffen ausgerüstet hat.
Der innere Frieden ist ein elementares Vorrecht jedes Staates. Die Anwesenheit von Yankee-Truppen in irgendeinem Land von Lateinamerika zu diesem Zweck, ist eine unverschämte ausländische Einmischung in seine inneren Angelegenheiten, die unvermeidbar die Ablehnung seiner Bevölkerung hervorrufen wird.
Bei der Lektüre des Dokuments wird offensichtlich, dass nicht nur die kolumbianischen Militärstützpunkte in die Hände der Yankees übergeben werden, sondern ebenfalls die Zivilflughäfen und schließlich jegliche Einrichtung, die ihren Streitkräften nützlich ist. Der funktechnische Raum steht ebenfalls zur Verfügung jenes Landes, das eine andere Kultur und andere Interessen vertritt, die absolut nichts mit denen der kolumbianischen Bevölkerung zu tun haben.
Die US-amerikanischen Streitkräfte werden außerordentliche Privilegien genießen.
Die Besatzer können überall in Kolumbien Verbrechen gegen die kolumbianischen Familien, Besitztümer und Gesetze begehen, ohne sich vor den Behörden des Landes verantworten zu müssen. An nicht wenige Orte haben sie Skandale und Krankheiten gebracht, wie sie es mit dem Militärstützpunkt Palmerola in Honduras getan haben. In Kuba haben sie sich, wenn sie die Neokolonie besuchten, rittlings auf den Hals der Statue von José Martí im Zentralpark der Hauptstadt gesetzt. Die Einschränkung in Bezug auf die Anzahl der Soldaten insgesamt kann auf Antrag der Vereinigten Staaten verändert werden und das ohne irgendeine Beschränkung. Die Flugzeugträger und Kriegsschiffe, welche die zugestandenen Flottenstützpunkte besuchen werden, dürfen soviel Besatzungsmitglieder befördern, wie sie wollen, und es können tausende in einem einzigen ihrer großen Flugzeugträger sein.
Der Vertrag wird jeweils auf 10 Jahre verlängert und niemand kann ihn bis zum Ablauf der jeweiligen Frist verändern, und über diese Veränderung müsste ein Jahr vorher Bescheid gegeben werden. Was werden die Vereinigten Staaten tun, wenn solch eine Regierung wie die von Johnson, Nixon, Reagan, Bush Senior bzw. Bush Junior oder eine ähnliche den Antrag erhält, Kolumbien zu verlassen? Die Yankees sind in der Lage gewesen, Dutzende Regierungen in unserer Hemisphäre zu stürzen. Wie lange könnte eine Regierung in Kolumbien bestehen, wenn sie solche Absichten kundtun würde?
Die Politiker von Lateinamerika haben jetzt ein heikles Problem vor sich: die elementare Pflicht, ihren jeweiligen Standpunkt bezüglich des Annexionsdokuments zu erläutern. Ich begreife, dass das, was in diesem entscheidenden Augenblick von Honduras dort geschieht, die Aufmerksamkeit der Medien und der Außenminister der Hemisphäre in Anspruch nimmt, aber das schwerwiegende und transzendentale Problem, das sich in Kolumbien abspielt, darf nicht unbemerkt von den lateinamerikanischen Regierungen bleiben.
Ich hege nicht den geringsten Zweifel über die Reaktion der Völker; sie werden den Dolch spüren, der sie bis ins Tiefste ihrer Gefühle durchbohrt, besonders das Volk von Kolumbien. Sie werden sich widersetzen, niemals werden sie sich mit dieser Niederträchtigkeit abfinden!
Die Welt steht heute schwerwiegenden und dringlichen Problemen gegenüber. Der Klimawechsel bedroht die gesamte Menschheit. Führende Persönlichkeiten von Europa bitten fast auf den Knien flehentlich um irgendeine Übereinkunft in Kopenhagen, welche die Katastrophe verhindert. Sie stellen es als eine Realität dar, dass das Ziel solch eines Abkommens, das die Treibhausgas-Emissionen drastisch vermindert, auf dem Gipfel nicht erreicht werden wird. Sie versprechen, den Kampf fortzusetzen, um es vor 2012 zu erreichen. Es besteht die reale Gefahr, es nicht erreichen zu können, bevor es zu spät ist.
Die Länder der Dritten Welt haben mit Recht von den am meisten entwickelten und reichen eine jährliche Summe in dreistelliger Milliardenhöhe gefordert, um die Kosten der Klimaschlacht zu decken.
Hat es irgendeinen Sinn, dass die Regierung der Vereinigten Staaten Zeit und Geld dafür aufwendet, Militärstützpunkte in Kolumbien zu errichten, um unseren Völkern ihre verhasste Tyrannei aufzuzwingen? Auf diesem Wege und wenn es auch so ist, dass die Welt von einer Katastrophe bedroht ist, dann bedroht eine noch größere Katastrophe noch schneller das Imperium, und alles würde Folge desselben Ausbeutungs- und Ausplünderungssystems des Planeten sein.
Fidel Castro Ruz
6. November 2009
10:39 Uhr
Jede einigermaßen informierte Person begreift sofort, dass der mit Honig versüßte, am 30. Oktober unterzeichnete „Zusatzvertrag über die Zusammenarbeit und technische Hilfe im Verteidigungs- und Sicherheitsbereich zwischen den Regierungen der Vereinigten Staaten und von Kolumbien”, der am Nachmittag des 2. November veröffentlicht wurde, einer Annexion von Kolumbien durch die Vereinigten Staaten gleichkommt.
Der Vertrag bringt die Theoretiker und Politiker in Verlegenheit. Es ist nicht ehrbar, jetzt zu schweigen und anschließend über Souveränität, Demokratie, Menschenrechte, Meinungsfreiheit und andere Feinheiten zu sprechen, wenn ein Land vom Imperium so einfach verschlungen wird, wie eine Fliege von einer Eidechse. Es handelt sich um das kolumbianische Volk, das opferbereit, arbeitsam und kämpferisch ist. Ich habe in dem langen Wälzer nach einer verdaulichen Rechtfertigung gesucht, und habe absolut keinen Grund gefunden.
Von 48 Seiten zu je 21 Zeilen sind fünf dazu bestimmt, über die Vorgeschichte der beschämenden Absorption zu philosophieren, welche Kolumbien zu einem Überseegebiet macht. Alle basieren auf jenen Verträgen mit den Vereinigten Staaten, die nach der Ermordung des angesehenen fortschrittlichen Volksführers Jorge Eliécer Gaitán am 9. April 1948 und der Schaffung der Organisation der Amerikanischen Staaten am 30. April 1948 unterzeichnet wurden. Die Gründung der OAS war in Bogota von den dort versammelten Außenministern unserer Hemisphäre unter Leitung der Vereinigten Staaten diskutiert worden, und zwar in jenen tragischen Tagen, als die Oligarchie dem Leben jener führenden Persönlichkeit ein Ende setzte und den bewaffneten Kampf in jenem Land auslöste.
Der Vertrag beruft sich auf das Abkommen über militärische Hilfe zwischen der Republik Kolumbien und den Vereinigten Staaten vom April 1952; das in Bezug auf „eine Mission der Armee, eine Mission der Marine und eine Mission der Luftstreitkräfte der Vereinigten Staaten”, unterzeichnet am 7. Oktober 1974; das Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen den unerlaubten Verkehr mit Suchtstoffen und psychotropischen Stoffen von 1988; das Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität vom Jahr 2000; die Resolution Nr. 1373 des Sicherheitsrates vom Jahr 2001 und die Interamerikanische Demokratische Charta; die Charta für Verteidigungspolitik und demokratische Sicherheit und andere, die in dem genannten Dokument angeführt werden. Keines dieser Abkommen rechtfertigt es, ein Land von 1.141.748 Quadratkilometern im Herzen von Südamerika zu einem Militärstützpunkt der Vereinigten Staaten zu machen. Kolumbien verfügt über ein Gebiet, das 1,6 Mal dem von Texas entspricht, dem territorial zweitgrößten Bundesstaat, der Mexiko entrissen worden ist und anschließend als Ausgangspunkt zur Eroberung mit Feuer und Schwert von mehr als der Hälfte dieses Bruderlandes diente.
Andererseits sind schon 59 Jahre seit dem Zeitpunkt vergangen, als kolumbianische Soldaten in das entfernt liegende Asien geschickt wurden, um im Oktober 1950 an der Seite der Yankee-Truppen gegen Chinesen und Koreaner zu kämpfen. Jetzt beabsichtigt das Imperium, sie gegen ihre venezolanischen, ecuadorianischen und anderen bolivarianischen Brüdervölker und die des ALBA in den Kampf zu schicken, um die Venezolanische Revolution zu vernichten, wie sie es im April 1961 mit der Kubanischen Revolution versucht haben.
Über mehr als eineinhalb Jahre vor der Invasion hat die Yankee-Regierung die konterrevolutionären Banden des Escambray-Gebirges unterstützt, bewaffnet und ausgenutzt, wie sie heute die kolumbianischen Paramilitärs gegen Venezuela verwendet.
Als der Angriff auf Girón an der Schweinebucht stattfand, haben die von Söldnerbesatzungen, - deren Kampfflugzeuge auf einem Flugzeugträger in das Operationsgebiet gebracht worden waren - geflogenen B-26 ihre Operationen ausgehend von Nicaragua durchgeführt, und die Invasoren kubanischer Abstammung, die an jenem Punkt mit Booten gelandet sind, kamen eskortiert von Kriegschiffen und der Marineinfanterie der Vereinigten Staaten. Jetzt werden ihre Kriegsmittel und Truppen in Kolumbien sein, nicht nur als eine Bedrohung für Venezuela sondern für alle Staaten von Mittel- und Südamerika.
Es ist wirklich zynisch zu verkünden, dass der infame Vertrag eine Notwendigkeit im Kampf gegen den Drogenhandel und den internationalen Terrorismus darstelle. Kuba hat bewiesen, dass es nicht ausländischer Truppen bedarf, um den Anbau und Handel von Drogen zu verhindern und eine innere Ordnung aufrecht zu erhalten, und dies, trotzdem die Vereinigten Staaten, die stärkste Macht der Erde, über Jahrzehnte terroristische Aktionen gegen die kubanische Revolution unterstützt, finanziert und mit Waffen ausgerüstet hat.
Der innere Frieden ist ein elementares Vorrecht jedes Staates. Die Anwesenheit von Yankee-Truppen in irgendeinem Land von Lateinamerika zu diesem Zweck, ist eine unverschämte ausländische Einmischung in seine inneren Angelegenheiten, die unvermeidbar die Ablehnung seiner Bevölkerung hervorrufen wird.
Bei der Lektüre des Dokuments wird offensichtlich, dass nicht nur die kolumbianischen Militärstützpunkte in die Hände der Yankees übergeben werden, sondern ebenfalls die Zivilflughäfen und schließlich jegliche Einrichtung, die ihren Streitkräften nützlich ist. Der funktechnische Raum steht ebenfalls zur Verfügung jenes Landes, das eine andere Kultur und andere Interessen vertritt, die absolut nichts mit denen der kolumbianischen Bevölkerung zu tun haben.
Die US-amerikanischen Streitkräfte werden außerordentliche Privilegien genießen.
Die Besatzer können überall in Kolumbien Verbrechen gegen die kolumbianischen Familien, Besitztümer und Gesetze begehen, ohne sich vor den Behörden des Landes verantworten zu müssen. An nicht wenige Orte haben sie Skandale und Krankheiten gebracht, wie sie es mit dem Militärstützpunkt Palmerola in Honduras getan haben. In Kuba haben sie sich, wenn sie die Neokolonie besuchten, rittlings auf den Hals der Statue von José Martí im Zentralpark der Hauptstadt gesetzt. Die Einschränkung in Bezug auf die Anzahl der Soldaten insgesamt kann auf Antrag der Vereinigten Staaten verändert werden und das ohne irgendeine Beschränkung. Die Flugzeugträger und Kriegsschiffe, welche die zugestandenen Flottenstützpunkte besuchen werden, dürfen soviel Besatzungsmitglieder befördern, wie sie wollen, und es können tausende in einem einzigen ihrer großen Flugzeugträger sein.
Der Vertrag wird jeweils auf 10 Jahre verlängert und niemand kann ihn bis zum Ablauf der jeweiligen Frist verändern, und über diese Veränderung müsste ein Jahr vorher Bescheid gegeben werden. Was werden die Vereinigten Staaten tun, wenn solch eine Regierung wie die von Johnson, Nixon, Reagan, Bush Senior bzw. Bush Junior oder eine ähnliche den Antrag erhält, Kolumbien zu verlassen? Die Yankees sind in der Lage gewesen, Dutzende Regierungen in unserer Hemisphäre zu stürzen. Wie lange könnte eine Regierung in Kolumbien bestehen, wenn sie solche Absichten kundtun würde?
Die Politiker von Lateinamerika haben jetzt ein heikles Problem vor sich: die elementare Pflicht, ihren jeweiligen Standpunkt bezüglich des Annexionsdokuments zu erläutern. Ich begreife, dass das, was in diesem entscheidenden Augenblick von Honduras dort geschieht, die Aufmerksamkeit der Medien und der Außenminister der Hemisphäre in Anspruch nimmt, aber das schwerwiegende und transzendentale Problem, das sich in Kolumbien abspielt, darf nicht unbemerkt von den lateinamerikanischen Regierungen bleiben.
Ich hege nicht den geringsten Zweifel über die Reaktion der Völker; sie werden den Dolch spüren, der sie bis ins Tiefste ihrer Gefühle durchbohrt, besonders das Volk von Kolumbien. Sie werden sich widersetzen, niemals werden sie sich mit dieser Niederträchtigkeit abfinden!
Die Welt steht heute schwerwiegenden und dringlichen Problemen gegenüber. Der Klimawechsel bedroht die gesamte Menschheit. Führende Persönlichkeiten von Europa bitten fast auf den Knien flehentlich um irgendeine Übereinkunft in Kopenhagen, welche die Katastrophe verhindert. Sie stellen es als eine Realität dar, dass das Ziel solch eines Abkommens, das die Treibhausgas-Emissionen drastisch vermindert, auf dem Gipfel nicht erreicht werden wird. Sie versprechen, den Kampf fortzusetzen, um es vor 2012 zu erreichen. Es besteht die reale Gefahr, es nicht erreichen zu können, bevor es zu spät ist.
Die Länder der Dritten Welt haben mit Recht von den am meisten entwickelten und reichen eine jährliche Summe in dreistelliger Milliardenhöhe gefordert, um die Kosten der Klimaschlacht zu decken.
Hat es irgendeinen Sinn, dass die Regierung der Vereinigten Staaten Zeit und Geld dafür aufwendet, Militärstützpunkte in Kolumbien zu errichten, um unseren Völkern ihre verhasste Tyrannei aufzuzwingen? Auf diesem Wege und wenn es auch so ist, dass die Welt von einer Katastrophe bedroht ist, dann bedroht eine noch größere Katastrophe noch schneller das Imperium, und alles würde Folge desselben Ausbeutungs- und Ausplünderungssystems des Planeten sein.
Fidel Castro Ruz
6. November 2009
10:39 Uhr
Dienstag, 3. November 2009
Die beste Ehrung für die Mutter eines heldenhaften Patrioten
Reflexionen des Genossen Fidel: Die beste Ehrung für die Mutter eines heldenhaften Patrioten
Gestern ist Carmen Nordelo Tejera verstorben, die selbstlose Mutter des Helden der Republik Kuba Gerardo Hernández Nordelo, welcher zu Unrecht zu doppelter lebenslänglicher Freiheitsstrafe plus 15 Jahren Gefängnishaft verurteilt worden ist.
Dabei ist es unerhört, dass die Yankee-Justiz vor kaum 12 Tagen Santiago Álvarez Fernández-Magriñá freigelassen hat, bei dem Kriegswaffen, Handgranaten und andere Mittel, für die terroristischen Pläne gegen unser Volk bestimmte Mittel beschlagnahmt worden waren.
Es handelte sich um Waffenposten, welcher bei diesem CIA-Agenten beschlagnahmt worden ist, der im Dienst der Regierung der Vereinigten Staaten einen Großteil seines Lebens dem Terrorismus gegen Kuba gewidmet hat.
Es wäre lohnenswert, dass die Berater von Barack Obama, die seine Reden so viel über das Fernsehen verbreiten, eine Videokopie des Cubavision-Fernsehprogramms Mesa Redonda anfordern und ihm vorführen würden, wo die Santiago Álvarez auferlegte lächerliche Strafe von vier Jahren in einem Gefängnis von niedriger Sicherheit wegen der bei ihm beschlagnahmten Waffen angeschnitten wurde, und das Schlimmste dabei war, dass die Strafe gekürzt wurde, nachdem der Staatsanwaltschaft eine weitere und noch größere Partie Waffen übergeben worden war. Das Subjekt hat außerdem eine Gruppe geschickt, die sich in Kuba einschleuste und die er unter anderem damit beauftragte, einen Sprengsatz im Nachtclub Tropicana zum Explodieren zu bringen, welcher immer voller Zuschauer ist. Über diese Anweisung ist der unwiderlegbare dokumentarische Beweis vorhanden.
Im Juli 1991 wurden bei einem weiteren Terroristen kubanischer Herkunft, Roberto Ferro, Verbündeter der terroristischen Mafia von Posada Carriles und Santiago Álvarez, 300 Waffen, Sprengstoffzünder und Plastik-Sprengstoffe beschlagnahmt. Er wurde mit zwei Jahren Freiheitsentzug bestraft. Im April 2006 wurden bei ihm 1571 in Verstecken seiner Wohnung aufbewahrte Waffen und Handgranaten konfisziert. Er wurde mit fünf Jahren Freiheitsentzug bestraft.
Was man auch über den Zynismus der USA-Politik sagt, - die Kuba in die Liste der Terroristenländer mit einschließt, das mörderische Cuban-Adjustment-Gesetz ausschließlich auf unsere Nation anwendet und diese wirtschaftlich der Blockade unterwirft, wobei sie sogar den Verkauf von medizinischen Ausrüstungen und Arzneimitteln verbietet - es wird nie genug sein.
Gestern, während des Programms Mesa Redonda unseres Fernsehens, wurden zusätzlich zur Aufzählung der Verbrechen von Santiago Álvarez Fernsehprogramme aus Miami gezeigt, in denen Antonio Veciana, ein namhafter Agent der Vereinigten Staaten, die Pläne mit Sprengstoffen und Geschossen zur Ermordung von führenden kubanischen Persönlichkeiten erzählte, unter anderen von Camilo und dem Che, die zusammen mit mir auf einer großen Massenkundgebung mit mehreren hunderttausend Menschen vor dem ehemaligen Präsidentenpalast waren, bzw. meine Ermordung bei einem Presseinterview in Chile, als ich Präsident Salvador Allende besuchte. Schließlich sind in beiden Fällen die Mörder im Dienst des CIA zum Handlungszeitpunkt zurückgeschreckt, wie der Söldner gesteht. Dabei handelte es sich nur um zwei der so zahlreichen Mordpläne der Regierung jenes Landes an hochgestellten Persönlichkeiten.
Man kann sich an solche Missetaten mit kühlem Kopf erinnern, ausgenommen es handelt sich, wie bei diesem Fall, darum, dass die Erzählung mit der Nachricht vom Tod nach langer Krankheit einer ehrbaren und mutigen Mutter wie Carmen Nordelo Tejera zusammenfällt, deren Sohn zu Unrecht zu doppelter lebenslänglicher Freiheitsstrafe plus 15 Jahren isolierter und grausamer Gefängnishaft in einem Hochsicherheitsgefängnis verurteilt worden ist. Was für einen zäheren Schmerz konnte es für sie geben, als den der ungerechten lebenslänglichen Gefängnishaft ihres Sohnes wegen Delikten, die er niemals begangen hat?
Es ist unmöglich, eine Blume auf ihrem Sarg niederzulegen, ohne ein weiteres Mal den abstoßenden Zynismus des Imperiums anzuprangern.
Hier hinzu kommt noch eine weitere, heute Nachmittag gehörte, grauenhafte Nachricht: die offizielle Unterzeichnung des Abkommens, kraft dessen die Vereinigten Staaten im Herzen Unseres Amerika sieben Militärstützpunkte aufzwingen, mit denen sie nicht nur Venezuela bedrohen, sondern alle Völker des zentralen Teils und des Südens unserer Hemisphäre. Es handelt sich nicht um einen Akt der Regierung Bush; Barack Obama ist es, der dieses Abkommen unterzeichnet und dabei Rechts-, Verfassungs- und Ethik-Normen verletzt, zu einem Zeitpunkt, wo die Auswirkungen des unheilvollen Yankee-Militärstützpunktes von Palmerola in Honduras noch vor der Welt zur Schau stehen. Der Militärputsch in jenem mittelamerikanischen Land wurde unter der jetzigen Regierung durchgeführt.
Niemals wurden die lateinamerikanischen Völker dieser Hemisphäre mit größerer Verachtung behandelt.
Ein Land wie Kuba weiß sehr gut, dass die Vereinigten Staaten - nachdem sie einen ihrer Militärstützpunkte aufzwingen – sich zurückziehen, wenn sie es wollen, oder mit Gewalt bleiben, wie sie es seit über einhundert Jahren in Guantánamo getan haben. Dort haben sie das verhasste Folterzentrum errichtet, dessen Verliese – mit zahlreichen Gefangenen – unser frisch gebackener Nobelpreisträger noch nicht hat beseitigen können. Auf die Rückgabe von Manta in Ecuador folgte sofort die öffentliche Bekanntgabe der sieben, dem Volk von Kolumbien aufgezwungenen Militärstützpunkte. Als Vorwand wurde der Kampf gegen den Drogenhandel verwendet, der, wie die schreckliche Geißel des Paramilitarismus ausgehend von dem riesigen US-amerikanischen Markt für Kokain und andere Rauschgifte entstanden ist. Die Yankee-Militärstützpunkte in Lateinamerika sind viel eher entstanden als die Drogen, und zwar zu interventionistischen Zwecken.
Kuba hat während einem halben Jahrhundert gezeigt, dass es möglich ist zu kämpfen und standzuhalten. Der Präsident der Vereinigten Staaten irrt sich, und seine Berater irren sich, wenn er diesen Weg des gemeinen und geringschätzigen Verhaltens gegenüber den Völkern von Lateinamerika weiter beschreitet. Unsere Gefühle, und das ohne jegliches Zögern, neigen zur Unterstützung des bolivarianischen Volkes von Venezuela, seines Präsidenten Hugo Chávez und seines Außenministers, indem wir den niederträchtigen, dem kolumbianischen Volk aufgezwungenen Militärpakt anprangern, dessen expansionistische Klauseln sich seine Autoren nicht einmal zu veröffentlichen getraut haben.
Kuba wird weiterhin zu den Programmen im Gesundheits- und Bildungswesen und zur sozialen Entwicklung der Bruderländer beitragen, die trotz Hindernissen, Fortschritten und Rückschritten immer mehr unbeugsam frei sein werden.
Wie schon Lincoln sagte: „… man kann nicht die ganze Zeit das ganze Volk täuschen.“
Wir werden nicht nur Blumen auf das Grab von Carmen Nordelo legen. Wir werden den Kampf ohne Unterbrechung zur Befreiung von Gerardo, Antonio, Fernando, Ramón und René fortsetzen, indem wir der unendlichen Scheinheiligkeit und dem Zynismus des Imperiums die Maske vom Gesicht reißen, indem wir die Wahrheit verteidigen!
Nur so ehren wir das Gedächtnis der Legion von Müttern und Frauen wie sie, die in Kuba das Beste und Wertvollste ihres Lebens für die Revolution und den Sozialismus geopfert haben.
Fidel Castro Ruz
3. November 2009
12:35 Uhr
Gestern ist Carmen Nordelo Tejera verstorben, die selbstlose Mutter des Helden der Republik Kuba Gerardo Hernández Nordelo, welcher zu Unrecht zu doppelter lebenslänglicher Freiheitsstrafe plus 15 Jahren Gefängnishaft verurteilt worden ist.
Dabei ist es unerhört, dass die Yankee-Justiz vor kaum 12 Tagen Santiago Álvarez Fernández-Magriñá freigelassen hat, bei dem Kriegswaffen, Handgranaten und andere Mittel, für die terroristischen Pläne gegen unser Volk bestimmte Mittel beschlagnahmt worden waren.
Es handelte sich um Waffenposten, welcher bei diesem CIA-Agenten beschlagnahmt worden ist, der im Dienst der Regierung der Vereinigten Staaten einen Großteil seines Lebens dem Terrorismus gegen Kuba gewidmet hat.
Es wäre lohnenswert, dass die Berater von Barack Obama, die seine Reden so viel über das Fernsehen verbreiten, eine Videokopie des Cubavision-Fernsehprogramms Mesa Redonda anfordern und ihm vorführen würden, wo die Santiago Álvarez auferlegte lächerliche Strafe von vier Jahren in einem Gefängnis von niedriger Sicherheit wegen der bei ihm beschlagnahmten Waffen angeschnitten wurde, und das Schlimmste dabei war, dass die Strafe gekürzt wurde, nachdem der Staatsanwaltschaft eine weitere und noch größere Partie Waffen übergeben worden war. Das Subjekt hat außerdem eine Gruppe geschickt, die sich in Kuba einschleuste und die er unter anderem damit beauftragte, einen Sprengsatz im Nachtclub Tropicana zum Explodieren zu bringen, welcher immer voller Zuschauer ist. Über diese Anweisung ist der unwiderlegbare dokumentarische Beweis vorhanden.
Im Juli 1991 wurden bei einem weiteren Terroristen kubanischer Herkunft, Roberto Ferro, Verbündeter der terroristischen Mafia von Posada Carriles und Santiago Álvarez, 300 Waffen, Sprengstoffzünder und Plastik-Sprengstoffe beschlagnahmt. Er wurde mit zwei Jahren Freiheitsentzug bestraft. Im April 2006 wurden bei ihm 1571 in Verstecken seiner Wohnung aufbewahrte Waffen und Handgranaten konfisziert. Er wurde mit fünf Jahren Freiheitsentzug bestraft.
Was man auch über den Zynismus der USA-Politik sagt, - die Kuba in die Liste der Terroristenländer mit einschließt, das mörderische Cuban-Adjustment-Gesetz ausschließlich auf unsere Nation anwendet und diese wirtschaftlich der Blockade unterwirft, wobei sie sogar den Verkauf von medizinischen Ausrüstungen und Arzneimitteln verbietet - es wird nie genug sein.
Gestern, während des Programms Mesa Redonda unseres Fernsehens, wurden zusätzlich zur Aufzählung der Verbrechen von Santiago Álvarez Fernsehprogramme aus Miami gezeigt, in denen Antonio Veciana, ein namhafter Agent der Vereinigten Staaten, die Pläne mit Sprengstoffen und Geschossen zur Ermordung von führenden kubanischen Persönlichkeiten erzählte, unter anderen von Camilo und dem Che, die zusammen mit mir auf einer großen Massenkundgebung mit mehreren hunderttausend Menschen vor dem ehemaligen Präsidentenpalast waren, bzw. meine Ermordung bei einem Presseinterview in Chile, als ich Präsident Salvador Allende besuchte. Schließlich sind in beiden Fällen die Mörder im Dienst des CIA zum Handlungszeitpunkt zurückgeschreckt, wie der Söldner gesteht. Dabei handelte es sich nur um zwei der so zahlreichen Mordpläne der Regierung jenes Landes an hochgestellten Persönlichkeiten.
Man kann sich an solche Missetaten mit kühlem Kopf erinnern, ausgenommen es handelt sich, wie bei diesem Fall, darum, dass die Erzählung mit der Nachricht vom Tod nach langer Krankheit einer ehrbaren und mutigen Mutter wie Carmen Nordelo Tejera zusammenfällt, deren Sohn zu Unrecht zu doppelter lebenslänglicher Freiheitsstrafe plus 15 Jahren isolierter und grausamer Gefängnishaft in einem Hochsicherheitsgefängnis verurteilt worden ist. Was für einen zäheren Schmerz konnte es für sie geben, als den der ungerechten lebenslänglichen Gefängnishaft ihres Sohnes wegen Delikten, die er niemals begangen hat?
Es ist unmöglich, eine Blume auf ihrem Sarg niederzulegen, ohne ein weiteres Mal den abstoßenden Zynismus des Imperiums anzuprangern.
Hier hinzu kommt noch eine weitere, heute Nachmittag gehörte, grauenhafte Nachricht: die offizielle Unterzeichnung des Abkommens, kraft dessen die Vereinigten Staaten im Herzen Unseres Amerika sieben Militärstützpunkte aufzwingen, mit denen sie nicht nur Venezuela bedrohen, sondern alle Völker des zentralen Teils und des Südens unserer Hemisphäre. Es handelt sich nicht um einen Akt der Regierung Bush; Barack Obama ist es, der dieses Abkommen unterzeichnet und dabei Rechts-, Verfassungs- und Ethik-Normen verletzt, zu einem Zeitpunkt, wo die Auswirkungen des unheilvollen Yankee-Militärstützpunktes von Palmerola in Honduras noch vor der Welt zur Schau stehen. Der Militärputsch in jenem mittelamerikanischen Land wurde unter der jetzigen Regierung durchgeführt.
Niemals wurden die lateinamerikanischen Völker dieser Hemisphäre mit größerer Verachtung behandelt.
Ein Land wie Kuba weiß sehr gut, dass die Vereinigten Staaten - nachdem sie einen ihrer Militärstützpunkte aufzwingen – sich zurückziehen, wenn sie es wollen, oder mit Gewalt bleiben, wie sie es seit über einhundert Jahren in Guantánamo getan haben. Dort haben sie das verhasste Folterzentrum errichtet, dessen Verliese – mit zahlreichen Gefangenen – unser frisch gebackener Nobelpreisträger noch nicht hat beseitigen können. Auf die Rückgabe von Manta in Ecuador folgte sofort die öffentliche Bekanntgabe der sieben, dem Volk von Kolumbien aufgezwungenen Militärstützpunkte. Als Vorwand wurde der Kampf gegen den Drogenhandel verwendet, der, wie die schreckliche Geißel des Paramilitarismus ausgehend von dem riesigen US-amerikanischen Markt für Kokain und andere Rauschgifte entstanden ist. Die Yankee-Militärstützpunkte in Lateinamerika sind viel eher entstanden als die Drogen, und zwar zu interventionistischen Zwecken.
Kuba hat während einem halben Jahrhundert gezeigt, dass es möglich ist zu kämpfen und standzuhalten. Der Präsident der Vereinigten Staaten irrt sich, und seine Berater irren sich, wenn er diesen Weg des gemeinen und geringschätzigen Verhaltens gegenüber den Völkern von Lateinamerika weiter beschreitet. Unsere Gefühle, und das ohne jegliches Zögern, neigen zur Unterstützung des bolivarianischen Volkes von Venezuela, seines Präsidenten Hugo Chávez und seines Außenministers, indem wir den niederträchtigen, dem kolumbianischen Volk aufgezwungenen Militärpakt anprangern, dessen expansionistische Klauseln sich seine Autoren nicht einmal zu veröffentlichen getraut haben.
Kuba wird weiterhin zu den Programmen im Gesundheits- und Bildungswesen und zur sozialen Entwicklung der Bruderländer beitragen, die trotz Hindernissen, Fortschritten und Rückschritten immer mehr unbeugsam frei sein werden.
Wie schon Lincoln sagte: „… man kann nicht die ganze Zeit das ganze Volk täuschen.“
Wir werden nicht nur Blumen auf das Grab von Carmen Nordelo legen. Wir werden den Kampf ohne Unterbrechung zur Befreiung von Gerardo, Antonio, Fernando, Ramón und René fortsetzen, indem wir der unendlichen Scheinheiligkeit und dem Zynismus des Imperiums die Maske vom Gesicht reißen, indem wir die Wahrheit verteidigen!
Nur so ehren wir das Gedächtnis der Legion von Müttern und Frauen wie sie, die in Kuba das Beste und Wertvollste ihres Lebens für die Revolution und den Sozialismus geopfert haben.
Fidel Castro Ruz
3. November 2009
12:35 Uhr
Freitag, 30. Oktober 2009
Relevante Nachrichten
Reflexionen des Genossen Fidel: Relevante Nachrichten
Vor wenigen Tagen gab es in unserem Land bedeutende Ereignisse.
Am 28. Oktober, morgens um 7.30 Uhr, waren genau 50 Jahre vergangen, seitdem Camilo Cienfuegos körperlich verschwunden ist. Das traurige Geschehnis ereignete sich an einem stürmischen Tag bei Einbruch der Dunkelheit, als er in einem Sportflugzeug auf nördlicher Route von Camagüey in die Hauptstadt geflogen ist.
Er hatte in Yaguajay seinen letzten siegreichen Kampf gegen die Tyrannei ausgefochten, Ende Dezember 1958. Jetzt wurde dort ein Mausoleum eingerichtet, wo die Gebeine der während des Krieges an der Nordfront von Las Villas bzw. nach dem 1. Januar Gefallenen ruhen. Dort werden alle jene ihre Ruhestätte finden, die zu seiner Invasionskolonne gehört haben, bzw. sich ihr im zentralen Teil des Landes angeschlossen haben und noch leben. Jemand hat ihn Héroe de Yaguajay (Held von Yaguajay) genannt und dieser Titel hat überdauert. Er war mehr als das: er war der Held der Invasionskolonne Antonio Maceo. Der kühne Comandante hatte mit seiner leicht bewaffneten Kolonne Pinar del Rio als Bestimmungsort und bis in jene Berge wäre er gelangt, wenn ihm nicht aus dem Sierra-Maestra-Gebirge befohlen worden wäre, in seinem Vormarsch inne zu halten und an der Seite des Che und unter dessen Befehl im zentralen Teil des Landes zu kämpfen. Es war nicht notwendig, sein Leben in jener Mission zu riskieren, welche eine Fehldeutung der historischen Umstände darstellte. Am 2. Januar begann er mit dem Che den historischen Marsch in Richtung Hauptstadt. Wie viel doch hierüber nachgeforscht und Überlegungen angestellt werden könnten!
Auf Beschluss von Partei und Regierung wird seit diesem 50. Jahrestag seine Silhouette aus Stahl zusammen mit der des Guerrillero Heroico (heldenhaften Guerillakämpfers, d.h. des Che Guevara) den hinteren Teil des Revolutionsplatzes festlich beleuchten, wo sie vor der Statue unseres Nationalhelden José Martí Wache bezogen haben.
Der Zufall wollte, dass ebenfalls am 28. Oktober, um 9.00 Uhr morgens, die Debatte zur von Kuba vorgelegten Resolution über die gegen unser Vaterland seitens der Vereinigten Staaten ausgeübte Wirtschafts-, Finanz- und Handelsblockade begonnen wurde. Es wurden emotionsgeladene Worte der Vertreter zahlreicher Länder der Dritten Welt laut, welche ihre Hochachtung vor dem unbeugsamen und solidarischen Land zum Ausdruck brachten, das über ein halbes Jahrhundert gegenüber jenem erbarmungslosen und völkermörderischen Imperium standgehalten hat, das in der Nachbarschaft unserer Insel errichtet wurde. Ein Großteil der Länder hat im Widerstand von Kuba einen Kampf um ihr eigenes Recht auf Souveränität gesehen.
Die überwältigende Mehrheit der 192 souveränen Staaten der Welt haben das verschwiegene Werk unseres Volkes seit den ersten Revolutionsjahren und seinen heldenhaften Widerstand gegenüber der grausamen Blockade der Vereinigten Staaten nicht vergessen.
Die unwiderlegbaren Argumente unseres Außenministers Bruno Rodríguez haben wie Hammerschläge in jenem Saal wiedergehallt, der sich im Herzen von New York und ganz in der Nähe von Wall Street befindet.
Zum ersten Mal in so vielen Jahren der Debatte haben alle Staaten, die den Vereinten Nationen angehören, an der Diskussion des dornigen und heiklen Themas teilgenommen.
Sogar die europäischen Verbündeten der NATO und die Mitglieder der europäischen Gemeinschaft, -entwickelte, auf Konsum ausgelegte und reiche Länder- sahen sich gezwungen, ihre Ablehnung der Wirtschaftsblockade gegen Kuba zum Ausdruck zu bringen. Die Erwiderung unseres Außenministers auf die rechtfertigende und weinerliche Rede der Vertretung der Vereinigten Staaten war überzeugend und schlagkräftig.
Als der Vorsitzende der Vollversammlung zur Abstimmung überging, haben von den 192 Staaten nur drei Delegationen gegen den Entwurf von Kuba gestimmt: die Vereinigten Staaten; Israel, ihr Verbündeter im palästinensischen Holocaust, und die Insel Palau. Ein US-amerikanischer Rechtsanwalt mit israelischer Staatsbürgerschaft als Vertreter von Palau, einem Territorium von 450 Quadratkilometern in der Pazifik, das beinahe 50 Jahre unter Yankee-Verwaltung gestanden hat, stimmte in der UNO für die Vereinigten Staaten. Zwei Staaten haben sich der Stimme enthalten und 187 haben die Blockade verurteilt.
Diese Tatsachen waren jedoch rein zufällig nicht die einzigen wichtigen für die Kubaner an jenem Tag. Am Nachmittag beendete Frau Doktor Margaret Chan, Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), ihren Besuch in unserem Land. Sie war begleitet von Mirta Roses, Direktorin der panamerikanischen Gesundheitsorganisation (PHO). Beide vertreten die zwei wichtigsten internationalen Organisationen, welche die Verantwortung für diese vitale Aufgabe übernehmen. Am vergangenen Dienstag, d.h. am 27., hatte ich die Ehre, einen Austausch mit ihnen führen zu können.
Angesichts der Tatsache, dass das Thema der Grippeepidemie A H1N1 von besonderem Interesse für alle Völker ist, besonders für die der Dritten Welt, – d.h. diejenigen, die die Folgen der Ausbeutung und Ausplünderung am meisten erlitten haben –bat ich sie um ein Treffen innerhalb ihres zeitlich sehr straffen Programms.
Trotz der Sorge und der Bemühungen unseres Gesundheitsministers und seiner Informationsprogramme für unsere Bevölkerung dachte ich, dass es angebracht sei, das Thema der Epidemie zu vertiefen.
Das öffentliche Gesundheitswesen war einer der Gründe dafür, dass in Kuba eine Revolution notwendig wurde. Ich beabsichtige nicht, die erreichten Fortschritte darzulegen, die uns als das Land der Welt mit mehr Ärzten pro Kopf ausweisen –ein Beispiel dessen, was für andere Völker getan werden kann– trotzdem wir eine Nation sind, die seit einem halben Jahrhundert einer Blockade durch das mächtige Imperium untersteht und von diesem angegriffen wird. Unser Vaterland ist nicht nur Opfer der erbarmungslosen Abwerbung der besten Köpfe gewesen, sondern ebenfalls Ziel der biologischen Aggressionen der Regierung der Vereinigten Staaten, die sich nicht darauf beschränkt hat, Viren und Bakterien gegen Pflanzen und Tiere einzusetzen, sondern diese gegen die Bevölkerung selbst eingesetzt hat. Über 300 000 Menschen erlitten das Denguefieber. Den Serotyp Nummer 2 haben sie in Kuba und in der Hemisphäre eingeschleust, als es diesen noch in keinem anderen Land als Epidemie gab.
Wenn wir der Kürze wegen viele andere Angaben auslassen, so ist es doch bezüglich dieser Reflexion ausreichend, daran zu erinnern, dass das Denguefieber durch den Moskito übertragen wird, aber die Grippe A H1N1 verbreitet sich viel einfacher und direkt über die Atemwege.
Unsere Bevölkerung muss erfahren, dass am Ende des Ersten Weltkrieges eine Grippeepidemie Dutzende Millionen Menschen tötete, und das zu einer Zeit, als die Weltbevölkerung etwas über 1,5 Milliarden Einwohner betrug. Die wissenschaftlichen und technischen Mittel der Menschheit waren viel geringer als die von Heute.
Diese Realität darf uns nicht zu einem Übermaß an Optimismus führen. Wenn Epidemien dieser Art auftauchen, werden Mittel benötigt, um ihnen vorzubeugen bzw. sie zu bekämpfen, wie es mit dem Gelbfieber, der Kinderlähmung, dem Tetanus und anderen geschah und wie es bei den Impfstoffen ist, die seit Jahren die Kinder und die Bevölkerung insgesamt vor zahlreichen äußerst schweren Krankheiten schützen.
Heutzutage gibt es außerdem andere Impfstoffe, besonders diejenigen, welche die Bevölkerung vor den Virusgrippen schützen und bei den Bevölkerungsgruppen mit dem größten Krankheitsrisiko aufgrund von vorübergehenden oder chronischen Ursachen angewandt werden.
Unserer Bevölkerung muss bewusst sein, dass die Impfstoffe gegen bestimmte Viren aufgrund der genetischen Mutationen schwieriger herzustellen sind, wie z.B. die im Zusammenhang mit der Grippe A H1N1 und anderen.
Die am meisten entwickelten und reichsten Länder verfügen über recht hoch entwickelte und teure Labors. Kuba selbst ist trotz der Unterentwicklung und der Yankee-Blockade fähig gewesen, einige Labors zur Herstellung von Impfstoffen und Arzneimitteln zu schaffen.
Auf internationaler Ebene ist eine logische Furcht bezüglich der genannten Grippe entstanden, aufgrund ihrer Verbreitungsfähigkeit und ihrer Auswirkungen auf bestimmte, am meisten anfällige Menschen. Außer den Aspekten bezüglich der internationalen Kooperation unserer Ärzte –die Kuba große moralische Autorität und Prestige verliehen haben– wollte ich gemeinsam mit der Generaldirektorin der WHO das Thema der A H1N1-Epidemie besprechen. Sie hat mir gegenüber betont, dass die Schwierigkeiten bezüglich der Impfstoffe darin liegen, dass die Labors in Europa, den Vereinigten Staaten und Kanada, die in der Lage sind, sie herzustellen, viel geringere Impfstoffvolumen erreichen als notwendig sind. Die Nachfrage in den entwickelten Ländern war groß und die ersten, für die anderen Länder zur Verfügung stehenden Impfstoffe werden erst gegen Ende des Jahres bereit sein und ihre Preise weisen eine in hohem Maße steigende Tendenz auf. Sie hat Kuba bei den Ländern mit eingeschlossen, denen Priorität einzuräumen ist, aufgrund der internationalen Kooperation des Landes und seiner Fähigkeit, die Impfungen sofort über sein System an Gesundheitseinrichtungen bei jenen Personen anzuwenden, die vorrangig geimpft werden müssen.
Frau Doktor Chan ist bekannt, dass die kubanischen Ärzte, unabhängig davon, wo sie sich aufhalten, bei der schnellen Anwendung der Impfungen mitwirken werden.
Das sind offensichtlich positive Nachrichten für unsere Bevölkerung. Wir müssen jedoch bestimmte Umstände berücksichtigen.
Die ersten Impfstoffe werden erst in einigen Wochen bzw. vielleicht in zwei bis drei Monaten eintreffen.
Für die WHO besteht die größte Besorgnis darin, dass die Mutationsfähigkeit des Epidemievirus schnell die Wirkungen der Impfstoffe übersteigt und es notwendig werden könnte, erneut die Suche nach einem anderen wirksamen Impfstoff zu beginnen. Das bestimmt meines Erachtens die Bedeutung eines angebrachten Systems ärztlicher Dienste, wie es in unserem Land besteht, und die systematische Information einer Bevölkerung, die über ein hohes Bildungsniveau verfügt, damit diese die entsprechenden Maßnahmen unterstützt.
Fehlende adäquate Einrichtungen zur Gesundheitsvorsorge in vielen Ländern, einschließlich den Vereinigten Staaten, wo knapp 50 Millionen Menschen keine medizinische Betreuung genießen, erhöht die Zahl der möglichen Opfer bedeutend. In jenem Land wurde der sanitäre Notstand ausgerufen. Vor zwei Tagen habe ich die Nachricht gehört, dass die Grippe A H1N1 zwischen November und März 90.000 Tote in den Vereinigten Staaten verursachen könnte, da die kalten Monate die Entfaltung der Grippe begünstigen. Wenn doch jene Schätzungen nur irrtümlich wären und der Schaden geringer. Bei einer Bevölkerung, welche 27 Mal größer als die von Kuba ist, wäre das Äquivalent in unserem Land 3.000 Verstorbene und auf der Welt viele Millionen Menschen, trotz der wissenschaftlichen Fortschritte.
Die anfänglichen Symptome der A H1N1 begannen in Mexiko ab dem ersten Quartal dieses Jahres und fast zeitgleich in den Vereinigten Staaten und Kanada. Von dort griff sie auf Spanien über, einem der ersten Länder von Europa, wo die Grippe sich ausbreitete.
Als der jetzige Präsident der USA die Beschränkungen für die Reisen der Kubaner-Amerikaner nach Kuba aufhob, hatte sich die Epidemie in einer großen Anzahl von Bundesstaten jener Nation schon verbreitet. So war es also so, dass die vier Länder der Welt, die am meisten Tourismus in unser Land betreiben bzw. aus anderen Gründen hierher reisen, jene waren, in denen sich die Epidemie im höchsten Maße ausgebreitet hatte.
Die ersten Virus-positiven Fälle waren aus dem Ausland kommende Reisende. Die Zahl der in unserem Land angesteckten Personen war relativ gering, monatelang gab es keinen einzigen Verstorbenen. Aber in dem Maße, in dem der Virus sich in alle Provinzen ausbreitete, besonders in jene, mit einem höheren Anteil von in den Vereinigten Staaten ansässigen Angehörigen, wurde der Erwerb von neuen Analysegeräten für das Institut für Tropenmedizin „Pedro Kourí” und die Vervielfältigung der Bemühungen notwendig, da gleichzeitig ein Kampf gegen das Denguefieber bestritten wurde.
So geschah der seltsame Fall, dass es einerseits die Vereinigten Staaten waren, die der größten Anzahl von Virus-positiven Personen ihre Reisen genehmigten, dass sie aber andererseits den Erwerb von Geräten und Medikamenten zur Bekämpfung der Epidemie verbieten. Ich denke natürlich nicht, dass dies Absicht der Regierung der Vereinigten Staaten gewesen sei, aber es ist die Realität, die Ergebnis der absurden und beschämenden Blockade ist, die unserem Land aufgezwungen wurde.
Mit den Geräten anderer Herkunft sind wir in der Lage, mit absoluter Genauigkeit die Anzahl der insgesamt von der Epidemie Betroffenen in Erfahrung zu bringen und die Anzahl derjenigen, dessen Verscheiden im Bezug zum Virus steht, der sie verursacht.
Zum Glück gibt es – außer dem in unserem Land vorhandenen, gut ausgebildeten medizinischen Personal und dessen qualifizierten Gesundheitsdiensten – auf dem internationalen Markt ein wirksames virusbekämpfenden Arzneimittel, besonders für Personen mit unverwechselbaren Symptomen von Virus-Positiven und diejenigen, die diese direkt betreuen.
Wir verfügen über dieses Anti-Virus-Mittel und zusätzlich über die notwendigen Rohstoffe, um weiter zu produzieren, und zwar eine ebenso große Menge wie die Vorhandene, und wir werden alle Anstrengungen unternehmen, um über die unerlässliche Anzahl Dosen zu verfügen.
Obwohl den internationalen Organisationen von vielen Ländern aufgrund unzureichender Gesundheitseinrichtungen und ungenügendem medizinischem Personal nicht die entsprechende Information über die Epidemie übermittelt wird, ist uns die feste Absicht unserer Regierung bekannt, jenen Organisationen mit aller Genauigkeit die Anzahl der Fälle und die im Zusammenhang mit der Epidemie Verschiedenen mitzuteilen, wie wir es immer mit den Angaben des Gesundheitswesens von Kuba gehandhabt haben.
Unserem Land steht seinerseits glücklicherweise ein breit gefächertes Netz von Gesundheitsdiensten zur Verfügung. Die Möglichkeit der sofortigen Behandlung der Betroffenen ist real und es gibt eine ausreichende Anzahl sehr guter Ärzte, von denen viele ehrenvolle und unvergessliche internationalistische Missionen erfüllt haben.
Fidel Castro Ruz
30. Oktober 2009
14.52 Uhr
Vor wenigen Tagen gab es in unserem Land bedeutende Ereignisse.
Am 28. Oktober, morgens um 7.30 Uhr, waren genau 50 Jahre vergangen, seitdem Camilo Cienfuegos körperlich verschwunden ist. Das traurige Geschehnis ereignete sich an einem stürmischen Tag bei Einbruch der Dunkelheit, als er in einem Sportflugzeug auf nördlicher Route von Camagüey in die Hauptstadt geflogen ist.
Er hatte in Yaguajay seinen letzten siegreichen Kampf gegen die Tyrannei ausgefochten, Ende Dezember 1958. Jetzt wurde dort ein Mausoleum eingerichtet, wo die Gebeine der während des Krieges an der Nordfront von Las Villas bzw. nach dem 1. Januar Gefallenen ruhen. Dort werden alle jene ihre Ruhestätte finden, die zu seiner Invasionskolonne gehört haben, bzw. sich ihr im zentralen Teil des Landes angeschlossen haben und noch leben. Jemand hat ihn Héroe de Yaguajay (Held von Yaguajay) genannt und dieser Titel hat überdauert. Er war mehr als das: er war der Held der Invasionskolonne Antonio Maceo. Der kühne Comandante hatte mit seiner leicht bewaffneten Kolonne Pinar del Rio als Bestimmungsort und bis in jene Berge wäre er gelangt, wenn ihm nicht aus dem Sierra-Maestra-Gebirge befohlen worden wäre, in seinem Vormarsch inne zu halten und an der Seite des Che und unter dessen Befehl im zentralen Teil des Landes zu kämpfen. Es war nicht notwendig, sein Leben in jener Mission zu riskieren, welche eine Fehldeutung der historischen Umstände darstellte. Am 2. Januar begann er mit dem Che den historischen Marsch in Richtung Hauptstadt. Wie viel doch hierüber nachgeforscht und Überlegungen angestellt werden könnten!
Auf Beschluss von Partei und Regierung wird seit diesem 50. Jahrestag seine Silhouette aus Stahl zusammen mit der des Guerrillero Heroico (heldenhaften Guerillakämpfers, d.h. des Che Guevara) den hinteren Teil des Revolutionsplatzes festlich beleuchten, wo sie vor der Statue unseres Nationalhelden José Martí Wache bezogen haben.
Der Zufall wollte, dass ebenfalls am 28. Oktober, um 9.00 Uhr morgens, die Debatte zur von Kuba vorgelegten Resolution über die gegen unser Vaterland seitens der Vereinigten Staaten ausgeübte Wirtschafts-, Finanz- und Handelsblockade begonnen wurde. Es wurden emotionsgeladene Worte der Vertreter zahlreicher Länder der Dritten Welt laut, welche ihre Hochachtung vor dem unbeugsamen und solidarischen Land zum Ausdruck brachten, das über ein halbes Jahrhundert gegenüber jenem erbarmungslosen und völkermörderischen Imperium standgehalten hat, das in der Nachbarschaft unserer Insel errichtet wurde. Ein Großteil der Länder hat im Widerstand von Kuba einen Kampf um ihr eigenes Recht auf Souveränität gesehen.
Die überwältigende Mehrheit der 192 souveränen Staaten der Welt haben das verschwiegene Werk unseres Volkes seit den ersten Revolutionsjahren und seinen heldenhaften Widerstand gegenüber der grausamen Blockade der Vereinigten Staaten nicht vergessen.
Die unwiderlegbaren Argumente unseres Außenministers Bruno Rodríguez haben wie Hammerschläge in jenem Saal wiedergehallt, der sich im Herzen von New York und ganz in der Nähe von Wall Street befindet.
Zum ersten Mal in so vielen Jahren der Debatte haben alle Staaten, die den Vereinten Nationen angehören, an der Diskussion des dornigen und heiklen Themas teilgenommen.
Sogar die europäischen Verbündeten der NATO und die Mitglieder der europäischen Gemeinschaft, -entwickelte, auf Konsum ausgelegte und reiche Länder- sahen sich gezwungen, ihre Ablehnung der Wirtschaftsblockade gegen Kuba zum Ausdruck zu bringen. Die Erwiderung unseres Außenministers auf die rechtfertigende und weinerliche Rede der Vertretung der Vereinigten Staaten war überzeugend und schlagkräftig.
Als der Vorsitzende der Vollversammlung zur Abstimmung überging, haben von den 192 Staaten nur drei Delegationen gegen den Entwurf von Kuba gestimmt: die Vereinigten Staaten; Israel, ihr Verbündeter im palästinensischen Holocaust, und die Insel Palau. Ein US-amerikanischer Rechtsanwalt mit israelischer Staatsbürgerschaft als Vertreter von Palau, einem Territorium von 450 Quadratkilometern in der Pazifik, das beinahe 50 Jahre unter Yankee-Verwaltung gestanden hat, stimmte in der UNO für die Vereinigten Staaten. Zwei Staaten haben sich der Stimme enthalten und 187 haben die Blockade verurteilt.
Diese Tatsachen waren jedoch rein zufällig nicht die einzigen wichtigen für die Kubaner an jenem Tag. Am Nachmittag beendete Frau Doktor Margaret Chan, Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), ihren Besuch in unserem Land. Sie war begleitet von Mirta Roses, Direktorin der panamerikanischen Gesundheitsorganisation (PHO). Beide vertreten die zwei wichtigsten internationalen Organisationen, welche die Verantwortung für diese vitale Aufgabe übernehmen. Am vergangenen Dienstag, d.h. am 27., hatte ich die Ehre, einen Austausch mit ihnen führen zu können.
Angesichts der Tatsache, dass das Thema der Grippeepidemie A H1N1 von besonderem Interesse für alle Völker ist, besonders für die der Dritten Welt, – d.h. diejenigen, die die Folgen der Ausbeutung und Ausplünderung am meisten erlitten haben –bat ich sie um ein Treffen innerhalb ihres zeitlich sehr straffen Programms.
Trotz der Sorge und der Bemühungen unseres Gesundheitsministers und seiner Informationsprogramme für unsere Bevölkerung dachte ich, dass es angebracht sei, das Thema der Epidemie zu vertiefen.
Das öffentliche Gesundheitswesen war einer der Gründe dafür, dass in Kuba eine Revolution notwendig wurde. Ich beabsichtige nicht, die erreichten Fortschritte darzulegen, die uns als das Land der Welt mit mehr Ärzten pro Kopf ausweisen –ein Beispiel dessen, was für andere Völker getan werden kann– trotzdem wir eine Nation sind, die seit einem halben Jahrhundert einer Blockade durch das mächtige Imperium untersteht und von diesem angegriffen wird. Unser Vaterland ist nicht nur Opfer der erbarmungslosen Abwerbung der besten Köpfe gewesen, sondern ebenfalls Ziel der biologischen Aggressionen der Regierung der Vereinigten Staaten, die sich nicht darauf beschränkt hat, Viren und Bakterien gegen Pflanzen und Tiere einzusetzen, sondern diese gegen die Bevölkerung selbst eingesetzt hat. Über 300 000 Menschen erlitten das Denguefieber. Den Serotyp Nummer 2 haben sie in Kuba und in der Hemisphäre eingeschleust, als es diesen noch in keinem anderen Land als Epidemie gab.
Wenn wir der Kürze wegen viele andere Angaben auslassen, so ist es doch bezüglich dieser Reflexion ausreichend, daran zu erinnern, dass das Denguefieber durch den Moskito übertragen wird, aber die Grippe A H1N1 verbreitet sich viel einfacher und direkt über die Atemwege.
Unsere Bevölkerung muss erfahren, dass am Ende des Ersten Weltkrieges eine Grippeepidemie Dutzende Millionen Menschen tötete, und das zu einer Zeit, als die Weltbevölkerung etwas über 1,5 Milliarden Einwohner betrug. Die wissenschaftlichen und technischen Mittel der Menschheit waren viel geringer als die von Heute.
Diese Realität darf uns nicht zu einem Übermaß an Optimismus führen. Wenn Epidemien dieser Art auftauchen, werden Mittel benötigt, um ihnen vorzubeugen bzw. sie zu bekämpfen, wie es mit dem Gelbfieber, der Kinderlähmung, dem Tetanus und anderen geschah und wie es bei den Impfstoffen ist, die seit Jahren die Kinder und die Bevölkerung insgesamt vor zahlreichen äußerst schweren Krankheiten schützen.
Heutzutage gibt es außerdem andere Impfstoffe, besonders diejenigen, welche die Bevölkerung vor den Virusgrippen schützen und bei den Bevölkerungsgruppen mit dem größten Krankheitsrisiko aufgrund von vorübergehenden oder chronischen Ursachen angewandt werden.
Unserer Bevölkerung muss bewusst sein, dass die Impfstoffe gegen bestimmte Viren aufgrund der genetischen Mutationen schwieriger herzustellen sind, wie z.B. die im Zusammenhang mit der Grippe A H1N1 und anderen.
Die am meisten entwickelten und reichsten Länder verfügen über recht hoch entwickelte und teure Labors. Kuba selbst ist trotz der Unterentwicklung und der Yankee-Blockade fähig gewesen, einige Labors zur Herstellung von Impfstoffen und Arzneimitteln zu schaffen.
Auf internationaler Ebene ist eine logische Furcht bezüglich der genannten Grippe entstanden, aufgrund ihrer Verbreitungsfähigkeit und ihrer Auswirkungen auf bestimmte, am meisten anfällige Menschen. Außer den Aspekten bezüglich der internationalen Kooperation unserer Ärzte –die Kuba große moralische Autorität und Prestige verliehen haben– wollte ich gemeinsam mit der Generaldirektorin der WHO das Thema der A H1N1-Epidemie besprechen. Sie hat mir gegenüber betont, dass die Schwierigkeiten bezüglich der Impfstoffe darin liegen, dass die Labors in Europa, den Vereinigten Staaten und Kanada, die in der Lage sind, sie herzustellen, viel geringere Impfstoffvolumen erreichen als notwendig sind. Die Nachfrage in den entwickelten Ländern war groß und die ersten, für die anderen Länder zur Verfügung stehenden Impfstoffe werden erst gegen Ende des Jahres bereit sein und ihre Preise weisen eine in hohem Maße steigende Tendenz auf. Sie hat Kuba bei den Ländern mit eingeschlossen, denen Priorität einzuräumen ist, aufgrund der internationalen Kooperation des Landes und seiner Fähigkeit, die Impfungen sofort über sein System an Gesundheitseinrichtungen bei jenen Personen anzuwenden, die vorrangig geimpft werden müssen.
Frau Doktor Chan ist bekannt, dass die kubanischen Ärzte, unabhängig davon, wo sie sich aufhalten, bei der schnellen Anwendung der Impfungen mitwirken werden.
Das sind offensichtlich positive Nachrichten für unsere Bevölkerung. Wir müssen jedoch bestimmte Umstände berücksichtigen.
Die ersten Impfstoffe werden erst in einigen Wochen bzw. vielleicht in zwei bis drei Monaten eintreffen.
Für die WHO besteht die größte Besorgnis darin, dass die Mutationsfähigkeit des Epidemievirus schnell die Wirkungen der Impfstoffe übersteigt und es notwendig werden könnte, erneut die Suche nach einem anderen wirksamen Impfstoff zu beginnen. Das bestimmt meines Erachtens die Bedeutung eines angebrachten Systems ärztlicher Dienste, wie es in unserem Land besteht, und die systematische Information einer Bevölkerung, die über ein hohes Bildungsniveau verfügt, damit diese die entsprechenden Maßnahmen unterstützt.
Fehlende adäquate Einrichtungen zur Gesundheitsvorsorge in vielen Ländern, einschließlich den Vereinigten Staaten, wo knapp 50 Millionen Menschen keine medizinische Betreuung genießen, erhöht die Zahl der möglichen Opfer bedeutend. In jenem Land wurde der sanitäre Notstand ausgerufen. Vor zwei Tagen habe ich die Nachricht gehört, dass die Grippe A H1N1 zwischen November und März 90.000 Tote in den Vereinigten Staaten verursachen könnte, da die kalten Monate die Entfaltung der Grippe begünstigen. Wenn doch jene Schätzungen nur irrtümlich wären und der Schaden geringer. Bei einer Bevölkerung, welche 27 Mal größer als die von Kuba ist, wäre das Äquivalent in unserem Land 3.000 Verstorbene und auf der Welt viele Millionen Menschen, trotz der wissenschaftlichen Fortschritte.
Die anfänglichen Symptome der A H1N1 begannen in Mexiko ab dem ersten Quartal dieses Jahres und fast zeitgleich in den Vereinigten Staaten und Kanada. Von dort griff sie auf Spanien über, einem der ersten Länder von Europa, wo die Grippe sich ausbreitete.
Als der jetzige Präsident der USA die Beschränkungen für die Reisen der Kubaner-Amerikaner nach Kuba aufhob, hatte sich die Epidemie in einer großen Anzahl von Bundesstaten jener Nation schon verbreitet. So war es also so, dass die vier Länder der Welt, die am meisten Tourismus in unser Land betreiben bzw. aus anderen Gründen hierher reisen, jene waren, in denen sich die Epidemie im höchsten Maße ausgebreitet hatte.
Die ersten Virus-positiven Fälle waren aus dem Ausland kommende Reisende. Die Zahl der in unserem Land angesteckten Personen war relativ gering, monatelang gab es keinen einzigen Verstorbenen. Aber in dem Maße, in dem der Virus sich in alle Provinzen ausbreitete, besonders in jene, mit einem höheren Anteil von in den Vereinigten Staaten ansässigen Angehörigen, wurde der Erwerb von neuen Analysegeräten für das Institut für Tropenmedizin „Pedro Kourí” und die Vervielfältigung der Bemühungen notwendig, da gleichzeitig ein Kampf gegen das Denguefieber bestritten wurde.
So geschah der seltsame Fall, dass es einerseits die Vereinigten Staaten waren, die der größten Anzahl von Virus-positiven Personen ihre Reisen genehmigten, dass sie aber andererseits den Erwerb von Geräten und Medikamenten zur Bekämpfung der Epidemie verbieten. Ich denke natürlich nicht, dass dies Absicht der Regierung der Vereinigten Staaten gewesen sei, aber es ist die Realität, die Ergebnis der absurden und beschämenden Blockade ist, die unserem Land aufgezwungen wurde.
Mit den Geräten anderer Herkunft sind wir in der Lage, mit absoluter Genauigkeit die Anzahl der insgesamt von der Epidemie Betroffenen in Erfahrung zu bringen und die Anzahl derjenigen, dessen Verscheiden im Bezug zum Virus steht, der sie verursacht.
Zum Glück gibt es – außer dem in unserem Land vorhandenen, gut ausgebildeten medizinischen Personal und dessen qualifizierten Gesundheitsdiensten – auf dem internationalen Markt ein wirksames virusbekämpfenden Arzneimittel, besonders für Personen mit unverwechselbaren Symptomen von Virus-Positiven und diejenigen, die diese direkt betreuen.
Wir verfügen über dieses Anti-Virus-Mittel und zusätzlich über die notwendigen Rohstoffe, um weiter zu produzieren, und zwar eine ebenso große Menge wie die Vorhandene, und wir werden alle Anstrengungen unternehmen, um über die unerlässliche Anzahl Dosen zu verfügen.
Obwohl den internationalen Organisationen von vielen Ländern aufgrund unzureichender Gesundheitseinrichtungen und ungenügendem medizinischem Personal nicht die entsprechende Information über die Epidemie übermittelt wird, ist uns die feste Absicht unserer Regierung bekannt, jenen Organisationen mit aller Genauigkeit die Anzahl der Fälle und die im Zusammenhang mit der Epidemie Verschiedenen mitzuteilen, wie wir es immer mit den Angaben des Gesundheitswesens von Kuba gehandhabt haben.
Unserem Land steht seinerseits glücklicherweise ein breit gefächertes Netz von Gesundheitsdiensten zur Verfügung. Die Möglichkeit der sofortigen Behandlung der Betroffenen ist real und es gibt eine ausreichende Anzahl sehr guter Ärzte, von denen viele ehrenvolle und unvergessliche internationalistische Missionen erfüllt haben.
Fidel Castro Ruz
30. Oktober 2009
14.52 Uhr
Montag, 19. Oktober 2009
Die ALBA und Kopenhagen
Reflexionen des Genossen Fidel: Die ALBA und Kopenhagen
Während der Feierlichkeiten des Siebten Gipfeltreffens der ALBA, das in Cochabamba, einer historischen Region Boliviens stattgefunden hat, konnte man merken, wie reich die Kultur der lateinamerikanischen Länder ist, und welche Sympathien der Gesang, der Tanz, die Trachten und die ausdrucksvollen Gesichter der Menschen aller Etnien, Farben und Nuancen: der Eingeborenen, Schwarzen, Weißen und Mestizen, bei den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen erwecken. Dort wurden Jahrtausende der Menschengeschichte und eine reiche Kultur gezeigt, die die Entschlossenheit verständlich machen, mit der die Führer mehrerer Länder der Karibik und Mittel- und Südamerikas dieses Gipfeltreffen einberufen hatten.
Das Treffen war ein großer Erfolg. Es fand in Bolivien statt. Vor ein paar Tagen habe ich über die ausgezeichneten Perspektiven dieses Landes geschrieben, das eine Aimara-Quechua Kultur geerbt hat. Eine kleine Gruppe von Völkern dieser Region hat die Absicht zu zeigen, dass eine bessere Welt möglich ist. Die ALBA, von der Bolivarianischen Republik Venezuela und Kuba gegründet und von den Ideen Bolivars und Martis geprägt, ein nie dagewesenes Vorbild revolutionärer Solidarität; hat gezeigt, wie viel in knapp fünf Jahren friedlicher Zusammenarbeit gemacht werden kann. Es begann kurz nach dem politischen und demokratischen Sieg von Hugo Chávez. Der Imperialismus hat ihn unterschätzt; In einer groben Form, versuchte er, ihn zu stürzen und zu eliminieren. Da Venezuela im 20. Jahrhundert jahrelang weltweit der größte Erdölproduzent und im virtuellen Besitz der Yankee-Multinationalen gewesen ist, war der eingeschlagene Weg besonders schwierig.
Der mächtige Gegner hatte den Neoliberalismus und die ALCA: zwei Beherrschungsinstrumente, mit denen nach dem Sieg der kubanischen Revolution stets jeder Widerstand in der Hemisphäre zunichte gemacht wurde.
Uns empört die abwertende und grobe Art und Weise, in der die US-Administration die Regierung des Millionärs Pedro Carmona aufzwang und versuchte, den gewählten Präsidenten Hugo Chávez zu ermorden, als die UdSSR zusammengebrochen war und die Volksrepublik China kurz davor war, dank des zwei Jahrzehnte langen Wachstums von über 10% die Wirtschaft- und Handelsmacht zu werden, die sie heute ist. Das Volk Venezuelas, genauso wie das kubanische Volk, hat den brutalen Schlag überstanden. Die Sandinisten haben sich erholt, und der Kampf um die Souveränität, die Unabhängigkeit und den Sozialismus hat in Bolivien und Ecuador an Kraft gewonnen. Honduras, das sich der ALBA angeschlossen hatte, wurde Opfer eines brutalen Staatsstreichs, vom Yankee-Botschafter angestiftet und von der US-Militärbasis in Palmerola angeregt.
Jetzt gibt es 4 lateinamerikanische Länder, die das Analphabetentum abgeschafft haben: Kuba, Venezuela, Bolivien und Nicaragua; das fünfte Land, Ecuador, nähert sich diesem Ziel beschleunigt. Die Integralgesundheit-Pläne schreiten in den fünf Ländern so schnell voran, wie niemals zuvor in Ländern der Dritten Welt. Die wirtschaftlichen Entwicklungsprogramme der sozialen Gerechtigkeit sind heute Projekte der fünf Länder geworden, die aufgrund der tapferen Haltung gegen die wirtschaftliche, militärische und Medien-Macht des Imperiums bereits ein anerkanntes Prestige haben. Der ALBA gehören weitere drei englisch sprechende Länder der Karibik mit schwarzer Herkunft an, die entschlossen um ihre Entwicklung kämpfen.
An und für sich, ist das ein großes politisches Verdienst, wenn dieses Ereignis das einzige große Problem der Geschichte der Menschheit wäre.
Das Hauptproblem der Menschheit war bis zu diesem Zeitpunkt das wirtschaftliche und politische System, das in einem sehr kurzen historischen Zeitabschnitt zum Vorhandensein von mehr als einer Milliarde Hungriger geführt hat, sowie von Hunderten Millionen Menschen, deren Lebenserwartung knapp die Hälfte der durchschnittlichen Lebenserwartung übersteigt, die von den Menschen der privilegierten reichen Ländern genossen wird.
Beim ALBA-Gipfeltreffen wurde mit großem Nachdruck ein neues extrem ernstes Problem aufgeworfen: der Klimawandel. In keinem anderen Moment der menschlichen Geschichte ist eine Gefahr solches Ausmaßes entstanden.
Während Hugo Chávez, Evo Morales und Daniel Ortega sich gestern, am Sonntag von der Bevölkerung auf den Straßen Cochabambas verabschiedeten, leitete am gleichen Tag Gordon Brown in London - gemäß den von BBC World verbreiteten Nachrichten- eine Sitzung des Major Economies Forums der Welt, zu dem überwiegend die entwickeltesten kapitalistischen Länder gehören, welche die Hauptverantwortlichen der Emissionen von Kohlendioxid sind, einem Gas, das den Treibhauseffekt herbeiführt.
Die Wichtigkeit der Worte von Brown liegt darin, dass sie nicht von einem ALBA-Vertreter oder einem der 150 Schwellen- oder Entwicklungsländer der Welt ausgesprochen werden, sondern von Großbritannien, dem Land, wo die industrielle Entwicklung begann und einem der Länder, von wo aus die größten Mengen Kohlendioxid in die Atmosphäre abgegeben worden sind. Der britische Premierminister hat darauf hingewiesen, dass wenn beim Gipfeltreffen der Vereinten Nationen in Kopenhagen keine Vereinbarung getroffen wird, die Folgen „katastrophal“ sein werden.
Überflutungen, Dürren und tödliche Hitzewellen sind einige der „katastrophalen“ Folgen, behauptete seinerseits die ökologische Gruppe Weltfond für die Natur hinsichtlich der Aussagen von Brown. „Der Klimawandel wird in den nächsten 5 bis 10 Jahren außer Kontrolle geraten, wenn die CO2-Emissionen nicht drastisch gekürzt werden. Es wird keinen Plan B geben, wenn Kopenhagen scheitert.“
Die selbe Nachrichtenquelle behauptet, dass: „Der Fachmann von BBC James Landale erklärte, dass nicht alles wie erwartet läuft.“
Newsweek veröffentlichte folgendes: „Es scheint jeden Tag unwahrscheinlicher, dass sich die Staaten in Kopenhagen zu etwas verpflichten.“
Der Vorsitzende des Treffens Gordon Brown erklärte –gemäß der Bekanntmachung des wichtigen US-amerikanischen Presseorgans- dass, „wenn keine Vereinbarung getroffen wird, wird der Schaden durch die unkontrollierten Emissionen zweifellos nicht mit einer zukünftiger Vereinbarung behoben werden können.“ Danach nannte er eine Reihe von Konflikten wie „unkontrollierte Auswanderung und 1,8 Milliarden Menschen mit Wassermangel“.
In der Tat, wie es von der kubanischen Delegation in Bangkok mitgeteilt wurde, waren die Vereinigten Staaten an der Spitze der Industrieländer, die sich am meisten der notwendigen Reduktion der Emissionen widersetzt haben.
Beim Treffen von Cochabamba wurde zu einem neuen ALBA-Gipfel aufgerufen. Sodann wird das Chronogramm so aussehen: Am 6. Dezember - Wahlen in Bolivien; am 13. Dezember – ALBA-Treffen in Havanna; am 16. Dezember – Teilnahme am Gipfeltreffen der Vereinten Nationen in Kopenhagen. Dort wird die kleine Gruppe der ALBA-Länder vertreten sein. Es ist keine Frage mehr von „Vaterland oder Tod“; es ist in Wirklichkeit und ohne Übertreibung eine Frage von „Leben oder Tod“ für die Menschengattung.
Das kapitalistische System unterdrückt und plündert uns nicht nur aus. Die reichsten Industrieländer wollen dem Rest der Welt das Hauptgewicht der Bekämpfung des Klimawandels aufzwingen. Wen wollen sie damit trügen? In Kopenhagen werden die ALBA-Länder und die der Dritten Welt um das Überleben der Gattung kämpfen.
Fidel Castro Ruz
19. Oktober 2009
18:05 Uhr
Während der Feierlichkeiten des Siebten Gipfeltreffens der ALBA, das in Cochabamba, einer historischen Region Boliviens stattgefunden hat, konnte man merken, wie reich die Kultur der lateinamerikanischen Länder ist, und welche Sympathien der Gesang, der Tanz, die Trachten und die ausdrucksvollen Gesichter der Menschen aller Etnien, Farben und Nuancen: der Eingeborenen, Schwarzen, Weißen und Mestizen, bei den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen erwecken. Dort wurden Jahrtausende der Menschengeschichte und eine reiche Kultur gezeigt, die die Entschlossenheit verständlich machen, mit der die Führer mehrerer Länder der Karibik und Mittel- und Südamerikas dieses Gipfeltreffen einberufen hatten.
Das Treffen war ein großer Erfolg. Es fand in Bolivien statt. Vor ein paar Tagen habe ich über die ausgezeichneten Perspektiven dieses Landes geschrieben, das eine Aimara-Quechua Kultur geerbt hat. Eine kleine Gruppe von Völkern dieser Region hat die Absicht zu zeigen, dass eine bessere Welt möglich ist. Die ALBA, von der Bolivarianischen Republik Venezuela und Kuba gegründet und von den Ideen Bolivars und Martis geprägt, ein nie dagewesenes Vorbild revolutionärer Solidarität; hat gezeigt, wie viel in knapp fünf Jahren friedlicher Zusammenarbeit gemacht werden kann. Es begann kurz nach dem politischen und demokratischen Sieg von Hugo Chávez. Der Imperialismus hat ihn unterschätzt; In einer groben Form, versuchte er, ihn zu stürzen und zu eliminieren. Da Venezuela im 20. Jahrhundert jahrelang weltweit der größte Erdölproduzent und im virtuellen Besitz der Yankee-Multinationalen gewesen ist, war der eingeschlagene Weg besonders schwierig.
Der mächtige Gegner hatte den Neoliberalismus und die ALCA: zwei Beherrschungsinstrumente, mit denen nach dem Sieg der kubanischen Revolution stets jeder Widerstand in der Hemisphäre zunichte gemacht wurde.
Uns empört die abwertende und grobe Art und Weise, in der die US-Administration die Regierung des Millionärs Pedro Carmona aufzwang und versuchte, den gewählten Präsidenten Hugo Chávez zu ermorden, als die UdSSR zusammengebrochen war und die Volksrepublik China kurz davor war, dank des zwei Jahrzehnte langen Wachstums von über 10% die Wirtschaft- und Handelsmacht zu werden, die sie heute ist. Das Volk Venezuelas, genauso wie das kubanische Volk, hat den brutalen Schlag überstanden. Die Sandinisten haben sich erholt, und der Kampf um die Souveränität, die Unabhängigkeit und den Sozialismus hat in Bolivien und Ecuador an Kraft gewonnen. Honduras, das sich der ALBA angeschlossen hatte, wurde Opfer eines brutalen Staatsstreichs, vom Yankee-Botschafter angestiftet und von der US-Militärbasis in Palmerola angeregt.
Jetzt gibt es 4 lateinamerikanische Länder, die das Analphabetentum abgeschafft haben: Kuba, Venezuela, Bolivien und Nicaragua; das fünfte Land, Ecuador, nähert sich diesem Ziel beschleunigt. Die Integralgesundheit-Pläne schreiten in den fünf Ländern so schnell voran, wie niemals zuvor in Ländern der Dritten Welt. Die wirtschaftlichen Entwicklungsprogramme der sozialen Gerechtigkeit sind heute Projekte der fünf Länder geworden, die aufgrund der tapferen Haltung gegen die wirtschaftliche, militärische und Medien-Macht des Imperiums bereits ein anerkanntes Prestige haben. Der ALBA gehören weitere drei englisch sprechende Länder der Karibik mit schwarzer Herkunft an, die entschlossen um ihre Entwicklung kämpfen.
An und für sich, ist das ein großes politisches Verdienst, wenn dieses Ereignis das einzige große Problem der Geschichte der Menschheit wäre.
Das Hauptproblem der Menschheit war bis zu diesem Zeitpunkt das wirtschaftliche und politische System, das in einem sehr kurzen historischen Zeitabschnitt zum Vorhandensein von mehr als einer Milliarde Hungriger geführt hat, sowie von Hunderten Millionen Menschen, deren Lebenserwartung knapp die Hälfte der durchschnittlichen Lebenserwartung übersteigt, die von den Menschen der privilegierten reichen Ländern genossen wird.
Beim ALBA-Gipfeltreffen wurde mit großem Nachdruck ein neues extrem ernstes Problem aufgeworfen: der Klimawandel. In keinem anderen Moment der menschlichen Geschichte ist eine Gefahr solches Ausmaßes entstanden.
Während Hugo Chávez, Evo Morales und Daniel Ortega sich gestern, am Sonntag von der Bevölkerung auf den Straßen Cochabambas verabschiedeten, leitete am gleichen Tag Gordon Brown in London - gemäß den von BBC World verbreiteten Nachrichten- eine Sitzung des Major Economies Forums der Welt, zu dem überwiegend die entwickeltesten kapitalistischen Länder gehören, welche die Hauptverantwortlichen der Emissionen von Kohlendioxid sind, einem Gas, das den Treibhauseffekt herbeiführt.
Die Wichtigkeit der Worte von Brown liegt darin, dass sie nicht von einem ALBA-Vertreter oder einem der 150 Schwellen- oder Entwicklungsländer der Welt ausgesprochen werden, sondern von Großbritannien, dem Land, wo die industrielle Entwicklung begann und einem der Länder, von wo aus die größten Mengen Kohlendioxid in die Atmosphäre abgegeben worden sind. Der britische Premierminister hat darauf hingewiesen, dass wenn beim Gipfeltreffen der Vereinten Nationen in Kopenhagen keine Vereinbarung getroffen wird, die Folgen „katastrophal“ sein werden.
Überflutungen, Dürren und tödliche Hitzewellen sind einige der „katastrophalen“ Folgen, behauptete seinerseits die ökologische Gruppe Weltfond für die Natur hinsichtlich der Aussagen von Brown. „Der Klimawandel wird in den nächsten 5 bis 10 Jahren außer Kontrolle geraten, wenn die CO2-Emissionen nicht drastisch gekürzt werden. Es wird keinen Plan B geben, wenn Kopenhagen scheitert.“
Die selbe Nachrichtenquelle behauptet, dass: „Der Fachmann von BBC James Landale erklärte, dass nicht alles wie erwartet läuft.“
Newsweek veröffentlichte folgendes: „Es scheint jeden Tag unwahrscheinlicher, dass sich die Staaten in Kopenhagen zu etwas verpflichten.“
Der Vorsitzende des Treffens Gordon Brown erklärte –gemäß der Bekanntmachung des wichtigen US-amerikanischen Presseorgans- dass, „wenn keine Vereinbarung getroffen wird, wird der Schaden durch die unkontrollierten Emissionen zweifellos nicht mit einer zukünftiger Vereinbarung behoben werden können.“ Danach nannte er eine Reihe von Konflikten wie „unkontrollierte Auswanderung und 1,8 Milliarden Menschen mit Wassermangel“.
In der Tat, wie es von der kubanischen Delegation in Bangkok mitgeteilt wurde, waren die Vereinigten Staaten an der Spitze der Industrieländer, die sich am meisten der notwendigen Reduktion der Emissionen widersetzt haben.
Beim Treffen von Cochabamba wurde zu einem neuen ALBA-Gipfel aufgerufen. Sodann wird das Chronogramm so aussehen: Am 6. Dezember - Wahlen in Bolivien; am 13. Dezember – ALBA-Treffen in Havanna; am 16. Dezember – Teilnahme am Gipfeltreffen der Vereinten Nationen in Kopenhagen. Dort wird die kleine Gruppe der ALBA-Länder vertreten sein. Es ist keine Frage mehr von „Vaterland oder Tod“; es ist in Wirklichkeit und ohne Übertreibung eine Frage von „Leben oder Tod“ für die Menschengattung.
Das kapitalistische System unterdrückt und plündert uns nicht nur aus. Die reichsten Industrieländer wollen dem Rest der Welt das Hauptgewicht der Bekämpfung des Klimawandels aufzwingen. Wen wollen sie damit trügen? In Kopenhagen werden die ALBA-Länder und die der Dritten Welt um das Überleben der Gattung kämpfen.
Fidel Castro Ruz
19. Oktober 2009
18:05 Uhr
Donnerstag, 15. Oktober 2009
Ein Nobelpreis für Evo
Reflexionen des Genossen Fidel: Ein Nobelpreis für Evo
Wenn Obama der Preis zuerkannt wurde, weil er die Wahlen in einer rassistischen Gesellschaft gewonnen hat – trotz dass er Afroamerikaner ist -, dann verdient Evo den Preis ebenso, weil er die Wahlen seines Landes gewonnen hat – trotz dass er Indianer ist –, und außerdem, weil er seine Versprechen erfüllt hat.
Zum ersten Mal treten in beiden Ländern die eine oder die andere der dort lebenden Volksgruppen das Präsidentenamt an.
Wiederholt habe ich darauf hingewiesen, dass Obama ein intelligenter Mensch ist, ausgebildet in einem politischen und gesellschaftlichen System, an das er glaubt. Er möchte die Dienstleistungen des Gesundheitswesens auf etwa 50 Millionen Amerikaner ausdehnen, die Wirtschaft aus der tiefen Krise herausholen, in der sie sich befindet, und das Ansehen der USA verbessern, das durch die Ausrottungskriege und Folterungen geschädigt wurde. Weder hat er vor, noch wünscht er, noch kann er das politische und wirtschaftliche System seines Landes ändern.
Drei US-Präsidenten, ein ehemaliger Präsident, und ein Präsidentschaftskandidat haben den Friedensnobelpreis bekommen.
Der erste war Theodore Roosevelt, 1901 gewählt, Mitglied der Rough Riders, der während der Intervention der USA in Kuba im Jahr 1898 „seine Reiter“, allerdings ohne Pferde, an Land gesetzt hat, um die Unabhängigkeit unseres Vaterlandes zu verhindern.
Der zweite war Thomas Woodrow Wilson, der die USA in den ersten Krieg um die Aufteilung der Welt geführt hat. Im Vertrag von Versailles hat er solche harten Bedingungen für das besiegte Deutschland durchgesetzt, dass damit die Grundlagen für die Geburt des Faschismus und den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges geschaffen wurden.
Der dritte ist Barack Obama.
Carter war der ehemalige Präsident, der den Nobelpreis einige Jahre nach seiner Amtszeit erhalten hat. Er war ohne Zweifel einer der wenigen Präsidenten jenes Land, der niemals einen Gegner hätte ermorden lassen, wie andere es getan haben. Und er hat den Kanal an Panama zurückgegeben. Er richtete die Interessenvertretung der USA in Havanna ein und verhinderte das Entstehen eines großen Haushaltsdefizits und die Verschwendung des Geldes zugunsten des militärisch-industriellen Komplexes, wie Reagan es getan hat.
Der Präsidentschaftskandidat war Al Gore, als er bereits Vizepräsident gewesen ist, der amerikanische Politiker, der am meisten um die furchtbaren Auswirkungen des Klimawandels wusste. Später, als er als Präsidentschaftskandidat aufgestellt wurde, war er Opfer des Wahlbetrugs und wurde durch W. Bush des Sieges beraubt.
Die Meinungen zur Verleihung dieses Preises sind sehr geteilt. Viele stützen sich auf ethische Konzepte oder verweisen auf offensichtliche Widersprüche in der überraschenden Entscheidung.
Sie hätten diesen Preis im Ergebnis bereits erfüllter Aufgaben vorgezogen. Nicht immer wurde der Friedensnobelpreis an Personen verliehen, die dessen auch würdig sind. Manchmal haben ihn nachtragende, selbstgefällige Personen oder noch ärgere bekommen. Als Lech Walesa davon erfuhr, sagte er verächtlich: „Wer? Obama? Das ist verfrüht. Er hat noch keine Zeit gehabt, etwas zu tun.“
Ehrliche und revolutionäre Genossen äußerten sich kritisch in unserer Presse und in CubaDebate. Einer von ihnen sagte: „In derselben Woche, in der Obama den Friedensnobelpreis erhielt, hat der Senat der USA den höchsten Militäretat der Geschichte genehmigt, 626 Milliarden Dollar.“ In den Fernsehnachrichten hat ein anderer Journalist kommentiert: „Was hat Obama gemacht, um diese Auszeichnung zu bekommen?“ Andere haben gefragt: „Und der Krieg in Afghanistan und die wachsenden Bombardierungen?“ Das sind Standpunkte, die sich auf Tatsachen stützen.
In Rom sprach der Filmregisseur Michael Moore einen lapidaren Satz aus: „Gratulation zum Friedensnobelpreis, Präsident Obama, bitte, jetzt heißt es, ihn sich zu verdienen.“
Ich bin sicher, dass Obama mit dem Satz von Moore einer Meinung sein wird. Er ist Intelligent genug, um die Umstände in diesem Zusammenhang zu verstehen. Er weiß, dass er diesen Preis noch nicht verdient hat. Am Vormittags jenes Tages erklärte er: „Ich habe nicht den Eindruck, dass ich es verdient habe, mit solchen Persönlichkeiten in einer Reihe zu stehen, die große Veränderungen bewirkt haben und mit diesem Preis geehrt wurden.“
Es ist bekannt, dass das berühmte Komitee, das den Friedensnobelpreis verleiht, aus fünf Mitgliedern besteht. Ein Sprecher bestätigte, dass der Vorschlag einstimmig angenommen worden ist. Es drängt sich die Frage auf, ob man den Preisträger konsultiert hat oder nicht. Kann man eine solche Entscheidung treffen, ohne zuvor der Person einen Hinweis zu geben, die diesen Preis bekommen soll? Eine moralische Beurteilung des Preisträgers kann nicht die gleiche sein, wenn er davon wusste oder es nicht wusste. Das gleiche gilt für die Personen, die die Entscheidung über die Verleihung zu treffen hatten.
Vielleicht ist es nötig, einen Nobelpreis für Transparenz zu schaffen! Stattdessen hat niemand den Namen Evo genannt
Es ist unverkennbar, dass zum ersten Mal in der Geschichte Boliviens ein leibhaftiger Aimara-Indianer das Präsidentenamt dieses Lands bekleidet. Ein Land, das vom Befreiungshelden Simón Bolívar nach der Schlacht von Ayacucho geschaffen wurde, als der letzte spanische Vizekönig gegenüber General Antonio José de Sucre die Waffen streckte.
Damals verfügte Bolivien über 2.343.769 Quadratkilometer.
Seine Bevölkerung setzte sich hauptsächlich aus den Nachkommen der Aimara- und der Quichua-Zivilisation zusammen, deren Wissen auf verschiedenen Gebieten die Welt überrascht hat. Mehr als einmal haben sie sich gegen ihre Unterdrücker aufgelehnt
Trotz der Bluts- und Kulturverwandtschaft haben die benachbarten und proimperialistischen Oligarchien Brudermord begangen und Bolivien 1.247.284 Quadratkilometer seines Territoriums an sich gerissen. Das ist mehr als die Hälfte der Oberfläche. Es ist bekannt, dass Jahrhunderte lang Gold, Silber und andere Naturressourcen Boliviens von den wirtschaftlich privilegierten Besitzern ausgebeutet wurden. Enorme Vorkommen an Kupfer, die größten der Welt, sowie andere Minerale wurden Bolivien nach dem Erringen der Unabhängigkeit in einem der Kriege streitig gemacht, der von britischen und US-amerikanischen Imperialisten entfacht worden war.
Trotzdem besitzt Bolivien wichtige Gas- und Erdölvorkommen und außerdem die größten bekannten Lithiumvorräte, ein Mineral von großer Bedeutung in unserer Zeit für die Lagerung und Nutzung von Energie.
Evo Morales, ein sehr armer indianischer Bauer, hat zusammen mit seinem Vater in den Anden Lamas von Indianergemeinden gehütet, noch bevor er 6 Jahre alt wurde. Sie liefen mit den Lamas 15 Tage lang bis zum Markt, wo sie verkauft wurden, um Lebensmittel für die Gemeinde zu erwerben. Ich habe ihn einmal nach dieser außergewöhnlichen Erfahrung gefragt, und er antwortete mir, das er “im Hotel Tausend Sterne” übernachtet hat, eine schöne Art, den wolkenlosen Himmel in den Kordilleren zu beschreiben, wo das eine oder andere Teleskop aufgestellt wurde.
In jenen schwierigen Jahren seiner Kindheit war für die Bauern der Gemeinde, in der er geboren wurde, das Zuckerrohrschneiden in der argentinischen Provinz Jujuy die einzige Alternative, wo manchmal ein Teil der Aimara-Gemeinde während der Ernte Zuflucht gefunden hat.
Evo wurde am 26.Oktober 1959 nicht weit entfernt von La Higuera geboren und war noch keine acht Jahre alt, als dort am 9. Oktober 1967 der verwundete und entwaffnete Che umgebracht wurde. Evo hat Schreiben und Lesen in spanischer Sprache gelernt. Er ist zu der kleinen öffentlichen Schule gelaufen, die 5 km von der Hütte entfernt war, in der er mit seinen Geschwistern und Eltern in einem einfachen Raum wohnten.
Während seiner ungewissen Kindheit war er immer dort zu finden, wo ein Lehrer zugegen war. Von seiner Rasse hat er drei ethische Prinzipien geerbt: nicht lügen, nicht stehlen, nicht schwach sein.
Als er dreizehn Jahre alt wurde, hat sein Vater ihm erlaubt, nach San Pedro de Oruro umzuziehen, um das Abitur zumachen. Einer seiner Biographen erzählt, dass er besser in Geographie, Geschichte und Philosophie war als in Physik und Mathematik. Das Bemerkenswerteste ist, dass Evo um 2 Uhr morgens aufgestanden ist, um als Bäcker, Bauarbeiter oder sonstiges zu arbeiten, damit er seine Ausbildung bezahlen konnte. Zum Unterricht ging er am Nachmittag. Seine Schulkameraden bewunderten und unterstützten ihn. Seit der Grundschule lernte er Blassinstrumente zu spielen und war Trompeter einer angesehenen Band aus Oruro.
In seiner Jugend hat er die Fußballmannschaft seiner Gemeinde organisiert und war deren Kapitän.
Die Universität war für ihn als armer Aimara-Indianer unerreichbar.
Nach dem letzten Jahr der Abiturstufe hat er den Wehrdienst geleistet und kam anschließend in seine hoch oben in den Kordilleren gelegene Gemeinde zurück. Armut und Naturkatastrophen zwangen seine Familie, sich in der subtropischen Region El Chapare niederzulassen, wo sie ein wenig Ackerland bekam. 1983 starb der Vater. Evo war 23 Jahre alt. Er hat die harte Landarbeit verrichtet, war eine Kämpfernatur, organisierte die Werktätigen, gründete Gewerkschaften und füllte damit Lücken, um der die sich der Staat nicht kümmerte.
Die Bedingungen zu einer sozialen Revolution in Bolivien sind in den letzten fünfzig Jahren herangereift. Am 9. April 1952, vor Beginn unseres bewaffneten Kampfes, kam es unter der Führung der von Víctor Paz Estenssoro gegründeten Nationalistischen Revolutionären Bewegung (MNR) zum Ausbruch der Revolution in jenem Land. Die revolutionären Bergarbeiter besiegten die repressiven Kräfte, und die MNR hat die Macht ergriffen.
Die Zersplitterung der internationalen revolutionären Bewegung bekam man auch in Bolivien zu spüren. Es standen noch über vierzig Jahre Blockade gegen Kuba sowie der Neoliberalismus und seine unheilvollen Konsequenzen bevor. Erst musste es noch zur Bolivarianischen Revolution in Venezuela und zur Gründung der ALBA (Bolivarianische Alternative für Amerika) kommen, und vor allem mussten in Bolivien erst Evo und die MAS-Bewegung auf den Plan treten.
Es wäre zu lang, seine reiche Geschichte auf einigen Seiten zusammenzufassen
Ich sage nur soviel, dass Evo fähig gewesen ist, die schrecklichen, verleumderischen Kampagnen des Imperialismus, dessen Staatsstreiche und die Einmischung in die inneren Angelegenheiten zu bezwingen und die Souveränität Boliviens und das Rechts seines tausendjährigen Volkes auf die Respektierung seiner Sitten und Gebräuche zu verteidigen. „Koka ist nicht Kokain“, hat er dem größten Marihuana-Produzenten und Drogenverbraucher der Welt auf den Kopf zu gesagt, dessen Markt das organisierte Verbrechen unterstützt und jährlich abertausende Menschenleben in Mexiko fordert. Die weltweit größten Drogenproduzenten sind zwei von den Ländern, in denen sich Yankee-Truppen und ihre Militärstützpunkte befinden.
Bolivien, Venezuela und Ecuador gehen nicht in die tödliche Falle des Drogenhandels, denn sie sind revolutionäre Länder, die wie Kuba zur ALBA gehören und wissen, was sie tun können und müssen, um ihren Völkern zu Gesundheit, Ausbildung und Wohlstand zu verhelfen. Sie benötigen keine ausländischen Truppen, um den Drogenhandel zu bekämpfen.
Bolivien bringt unter der Führung eines Aimara-Präsidenten, der mit der Unterstützung seines Volkes rechnen kann, ein traumhaftes Programm auf den Weg.
In weniger als drei Jahren wurde das Analphabetentum abgeschafft: 824.101 Bolivianer haben Lesen und Schreiben gelernt; davon 24.699 in der Aimara- und 13.599 in der Quichua-Sprache. Bolivien ist nach Kuba und Venezuela das dritte Land, das frei von Analphabeten ist.
Dieses Land bietet Millionen Menschen kostenlose ärztliche Versorgung, die sie vorher niemals bekommen haben. Es ist eines der sieben Länder der Welt, die in den letzten fünf Jahren die Kindersterblichkeit am stärksten gesenkt haben, und nähert sich der Erfüllung des Ziels dieses Jahrtausends bis 2015, und in ähnlicher Größenordnung auch bei der Müttersterblichkeit. Es wurden 454,161 Personen an den Augen operiert, darunter 75,974 Brasilianer, Argentinier, Peruaner und Paraguayer.
In Bolivien ist ein ehrgeiziges Sozialprogramm in Kraft gesetzt worden: Alle Kinder der öffentlichen Schulen bekommen von der ersten bis zur achten Klasse eine jährliche Zuwendung, um das Schulmaterial zu kaufen. Das betrifft fast zwei Millionen Schüler.
Über 700.000 Menschen im Alter über 60 Jahre erhalten einen Gutschein in Höhe von rund 342 Dollar im Jahr
Alle Schwangeren und die Kinder unter zwei Jahren bekommen einen Zuschuss im Wert von rund 257 Dollars.
Bolivien, eines der drei ärmsten Länder dieser Hemisphäre, hat die hauptsächlichen Energie- und Mineralressourcen des Landes unter staatliche Kontrolle gestellt und dabei die Interessen der Betroffenen respektiert und kompensiert. Man geht vorsichtig zu Werke, weil es nicht geschehen soll, dass man einen Schritt zurückgehen muss. Die Devisenreserven sind gestiegen. Evo verfügt über dreimal mehr als zu Beginn seiner Regierungszeit. Es gehört zu den Ländern, die die externe Kooperation am besten nutzen und die Umwelt bewusst schützten.
In sehr kurzer Zeit ist es gelungen, das Biometrische Einwohnerwahlverzeichnis aufzustellen, und es haben sich etwa 4,8 Millionen Wähler eintragen lassen, das heißt, fast eine Million mehr als bei der letzten Eintragung, die 3,8 Millionen im Januar 2009 betrug.
Am 6. Dezember wird es Wahlen geben. Die Unterstützung des Volkes für seinen Präsidenten wird mit Sicherheit wachsen. Nichts hat sein wachsendes Ansehen und seine Popularität aufhalten können
Warum wird ihm der Friedensnobelpreis nicht verliehen?
Ich verstehe seinen großen Nachteil: Es handelt sich nicht um einen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika.
Fidel Castro Ruz
15. Oktober 2009
16:25 Uhr
Wenn Obama der Preis zuerkannt wurde, weil er die Wahlen in einer rassistischen Gesellschaft gewonnen hat – trotz dass er Afroamerikaner ist -, dann verdient Evo den Preis ebenso, weil er die Wahlen seines Landes gewonnen hat – trotz dass er Indianer ist –, und außerdem, weil er seine Versprechen erfüllt hat.
Zum ersten Mal treten in beiden Ländern die eine oder die andere der dort lebenden Volksgruppen das Präsidentenamt an.
Wiederholt habe ich darauf hingewiesen, dass Obama ein intelligenter Mensch ist, ausgebildet in einem politischen und gesellschaftlichen System, an das er glaubt. Er möchte die Dienstleistungen des Gesundheitswesens auf etwa 50 Millionen Amerikaner ausdehnen, die Wirtschaft aus der tiefen Krise herausholen, in der sie sich befindet, und das Ansehen der USA verbessern, das durch die Ausrottungskriege und Folterungen geschädigt wurde. Weder hat er vor, noch wünscht er, noch kann er das politische und wirtschaftliche System seines Landes ändern.
Drei US-Präsidenten, ein ehemaliger Präsident, und ein Präsidentschaftskandidat haben den Friedensnobelpreis bekommen.
Der erste war Theodore Roosevelt, 1901 gewählt, Mitglied der Rough Riders, der während der Intervention der USA in Kuba im Jahr 1898 „seine Reiter“, allerdings ohne Pferde, an Land gesetzt hat, um die Unabhängigkeit unseres Vaterlandes zu verhindern.
Der zweite war Thomas Woodrow Wilson, der die USA in den ersten Krieg um die Aufteilung der Welt geführt hat. Im Vertrag von Versailles hat er solche harten Bedingungen für das besiegte Deutschland durchgesetzt, dass damit die Grundlagen für die Geburt des Faschismus und den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges geschaffen wurden.
Der dritte ist Barack Obama.
Carter war der ehemalige Präsident, der den Nobelpreis einige Jahre nach seiner Amtszeit erhalten hat. Er war ohne Zweifel einer der wenigen Präsidenten jenes Land, der niemals einen Gegner hätte ermorden lassen, wie andere es getan haben. Und er hat den Kanal an Panama zurückgegeben. Er richtete die Interessenvertretung der USA in Havanna ein und verhinderte das Entstehen eines großen Haushaltsdefizits und die Verschwendung des Geldes zugunsten des militärisch-industriellen Komplexes, wie Reagan es getan hat.
Der Präsidentschaftskandidat war Al Gore, als er bereits Vizepräsident gewesen ist, der amerikanische Politiker, der am meisten um die furchtbaren Auswirkungen des Klimawandels wusste. Später, als er als Präsidentschaftskandidat aufgestellt wurde, war er Opfer des Wahlbetrugs und wurde durch W. Bush des Sieges beraubt.
Die Meinungen zur Verleihung dieses Preises sind sehr geteilt. Viele stützen sich auf ethische Konzepte oder verweisen auf offensichtliche Widersprüche in der überraschenden Entscheidung.
Sie hätten diesen Preis im Ergebnis bereits erfüllter Aufgaben vorgezogen. Nicht immer wurde der Friedensnobelpreis an Personen verliehen, die dessen auch würdig sind. Manchmal haben ihn nachtragende, selbstgefällige Personen oder noch ärgere bekommen. Als Lech Walesa davon erfuhr, sagte er verächtlich: „Wer? Obama? Das ist verfrüht. Er hat noch keine Zeit gehabt, etwas zu tun.“
Ehrliche und revolutionäre Genossen äußerten sich kritisch in unserer Presse und in CubaDebate. Einer von ihnen sagte: „In derselben Woche, in der Obama den Friedensnobelpreis erhielt, hat der Senat der USA den höchsten Militäretat der Geschichte genehmigt, 626 Milliarden Dollar.“ In den Fernsehnachrichten hat ein anderer Journalist kommentiert: „Was hat Obama gemacht, um diese Auszeichnung zu bekommen?“ Andere haben gefragt: „Und der Krieg in Afghanistan und die wachsenden Bombardierungen?“ Das sind Standpunkte, die sich auf Tatsachen stützen.
In Rom sprach der Filmregisseur Michael Moore einen lapidaren Satz aus: „Gratulation zum Friedensnobelpreis, Präsident Obama, bitte, jetzt heißt es, ihn sich zu verdienen.“
Ich bin sicher, dass Obama mit dem Satz von Moore einer Meinung sein wird. Er ist Intelligent genug, um die Umstände in diesem Zusammenhang zu verstehen. Er weiß, dass er diesen Preis noch nicht verdient hat. Am Vormittags jenes Tages erklärte er: „Ich habe nicht den Eindruck, dass ich es verdient habe, mit solchen Persönlichkeiten in einer Reihe zu stehen, die große Veränderungen bewirkt haben und mit diesem Preis geehrt wurden.“
Es ist bekannt, dass das berühmte Komitee, das den Friedensnobelpreis verleiht, aus fünf Mitgliedern besteht. Ein Sprecher bestätigte, dass der Vorschlag einstimmig angenommen worden ist. Es drängt sich die Frage auf, ob man den Preisträger konsultiert hat oder nicht. Kann man eine solche Entscheidung treffen, ohne zuvor der Person einen Hinweis zu geben, die diesen Preis bekommen soll? Eine moralische Beurteilung des Preisträgers kann nicht die gleiche sein, wenn er davon wusste oder es nicht wusste. Das gleiche gilt für die Personen, die die Entscheidung über die Verleihung zu treffen hatten.
Vielleicht ist es nötig, einen Nobelpreis für Transparenz zu schaffen! Stattdessen hat niemand den Namen Evo genannt
Es ist unverkennbar, dass zum ersten Mal in der Geschichte Boliviens ein leibhaftiger Aimara-Indianer das Präsidentenamt dieses Lands bekleidet. Ein Land, das vom Befreiungshelden Simón Bolívar nach der Schlacht von Ayacucho geschaffen wurde, als der letzte spanische Vizekönig gegenüber General Antonio José de Sucre die Waffen streckte.
Damals verfügte Bolivien über 2.343.769 Quadratkilometer.
Seine Bevölkerung setzte sich hauptsächlich aus den Nachkommen der Aimara- und der Quichua-Zivilisation zusammen, deren Wissen auf verschiedenen Gebieten die Welt überrascht hat. Mehr als einmal haben sie sich gegen ihre Unterdrücker aufgelehnt
Trotz der Bluts- und Kulturverwandtschaft haben die benachbarten und proimperialistischen Oligarchien Brudermord begangen und Bolivien 1.247.284 Quadratkilometer seines Territoriums an sich gerissen. Das ist mehr als die Hälfte der Oberfläche. Es ist bekannt, dass Jahrhunderte lang Gold, Silber und andere Naturressourcen Boliviens von den wirtschaftlich privilegierten Besitzern ausgebeutet wurden. Enorme Vorkommen an Kupfer, die größten der Welt, sowie andere Minerale wurden Bolivien nach dem Erringen der Unabhängigkeit in einem der Kriege streitig gemacht, der von britischen und US-amerikanischen Imperialisten entfacht worden war.
Trotzdem besitzt Bolivien wichtige Gas- und Erdölvorkommen und außerdem die größten bekannten Lithiumvorräte, ein Mineral von großer Bedeutung in unserer Zeit für die Lagerung und Nutzung von Energie.
Evo Morales, ein sehr armer indianischer Bauer, hat zusammen mit seinem Vater in den Anden Lamas von Indianergemeinden gehütet, noch bevor er 6 Jahre alt wurde. Sie liefen mit den Lamas 15 Tage lang bis zum Markt, wo sie verkauft wurden, um Lebensmittel für die Gemeinde zu erwerben. Ich habe ihn einmal nach dieser außergewöhnlichen Erfahrung gefragt, und er antwortete mir, das er “im Hotel Tausend Sterne” übernachtet hat, eine schöne Art, den wolkenlosen Himmel in den Kordilleren zu beschreiben, wo das eine oder andere Teleskop aufgestellt wurde.
In jenen schwierigen Jahren seiner Kindheit war für die Bauern der Gemeinde, in der er geboren wurde, das Zuckerrohrschneiden in der argentinischen Provinz Jujuy die einzige Alternative, wo manchmal ein Teil der Aimara-Gemeinde während der Ernte Zuflucht gefunden hat.
Evo wurde am 26.Oktober 1959 nicht weit entfernt von La Higuera geboren und war noch keine acht Jahre alt, als dort am 9. Oktober 1967 der verwundete und entwaffnete Che umgebracht wurde. Evo hat Schreiben und Lesen in spanischer Sprache gelernt. Er ist zu der kleinen öffentlichen Schule gelaufen, die 5 km von der Hütte entfernt war, in der er mit seinen Geschwistern und Eltern in einem einfachen Raum wohnten.
Während seiner ungewissen Kindheit war er immer dort zu finden, wo ein Lehrer zugegen war. Von seiner Rasse hat er drei ethische Prinzipien geerbt: nicht lügen, nicht stehlen, nicht schwach sein.
Als er dreizehn Jahre alt wurde, hat sein Vater ihm erlaubt, nach San Pedro de Oruro umzuziehen, um das Abitur zumachen. Einer seiner Biographen erzählt, dass er besser in Geographie, Geschichte und Philosophie war als in Physik und Mathematik. Das Bemerkenswerteste ist, dass Evo um 2 Uhr morgens aufgestanden ist, um als Bäcker, Bauarbeiter oder sonstiges zu arbeiten, damit er seine Ausbildung bezahlen konnte. Zum Unterricht ging er am Nachmittag. Seine Schulkameraden bewunderten und unterstützten ihn. Seit der Grundschule lernte er Blassinstrumente zu spielen und war Trompeter einer angesehenen Band aus Oruro.
In seiner Jugend hat er die Fußballmannschaft seiner Gemeinde organisiert und war deren Kapitän.
Die Universität war für ihn als armer Aimara-Indianer unerreichbar.
Nach dem letzten Jahr der Abiturstufe hat er den Wehrdienst geleistet und kam anschließend in seine hoch oben in den Kordilleren gelegene Gemeinde zurück. Armut und Naturkatastrophen zwangen seine Familie, sich in der subtropischen Region El Chapare niederzulassen, wo sie ein wenig Ackerland bekam. 1983 starb der Vater. Evo war 23 Jahre alt. Er hat die harte Landarbeit verrichtet, war eine Kämpfernatur, organisierte die Werktätigen, gründete Gewerkschaften und füllte damit Lücken, um der die sich der Staat nicht kümmerte.
Die Bedingungen zu einer sozialen Revolution in Bolivien sind in den letzten fünfzig Jahren herangereift. Am 9. April 1952, vor Beginn unseres bewaffneten Kampfes, kam es unter der Führung der von Víctor Paz Estenssoro gegründeten Nationalistischen Revolutionären Bewegung (MNR) zum Ausbruch der Revolution in jenem Land. Die revolutionären Bergarbeiter besiegten die repressiven Kräfte, und die MNR hat die Macht ergriffen.
Die Zersplitterung der internationalen revolutionären Bewegung bekam man auch in Bolivien zu spüren. Es standen noch über vierzig Jahre Blockade gegen Kuba sowie der Neoliberalismus und seine unheilvollen Konsequenzen bevor. Erst musste es noch zur Bolivarianischen Revolution in Venezuela und zur Gründung der ALBA (Bolivarianische Alternative für Amerika) kommen, und vor allem mussten in Bolivien erst Evo und die MAS-Bewegung auf den Plan treten.
Es wäre zu lang, seine reiche Geschichte auf einigen Seiten zusammenzufassen
Ich sage nur soviel, dass Evo fähig gewesen ist, die schrecklichen, verleumderischen Kampagnen des Imperialismus, dessen Staatsstreiche und die Einmischung in die inneren Angelegenheiten zu bezwingen und die Souveränität Boliviens und das Rechts seines tausendjährigen Volkes auf die Respektierung seiner Sitten und Gebräuche zu verteidigen. „Koka ist nicht Kokain“, hat er dem größten Marihuana-Produzenten und Drogenverbraucher der Welt auf den Kopf zu gesagt, dessen Markt das organisierte Verbrechen unterstützt und jährlich abertausende Menschenleben in Mexiko fordert. Die weltweit größten Drogenproduzenten sind zwei von den Ländern, in denen sich Yankee-Truppen und ihre Militärstützpunkte befinden.
Bolivien, Venezuela und Ecuador gehen nicht in die tödliche Falle des Drogenhandels, denn sie sind revolutionäre Länder, die wie Kuba zur ALBA gehören und wissen, was sie tun können und müssen, um ihren Völkern zu Gesundheit, Ausbildung und Wohlstand zu verhelfen. Sie benötigen keine ausländischen Truppen, um den Drogenhandel zu bekämpfen.
Bolivien bringt unter der Führung eines Aimara-Präsidenten, der mit der Unterstützung seines Volkes rechnen kann, ein traumhaftes Programm auf den Weg.
In weniger als drei Jahren wurde das Analphabetentum abgeschafft: 824.101 Bolivianer haben Lesen und Schreiben gelernt; davon 24.699 in der Aimara- und 13.599 in der Quichua-Sprache. Bolivien ist nach Kuba und Venezuela das dritte Land, das frei von Analphabeten ist.
Dieses Land bietet Millionen Menschen kostenlose ärztliche Versorgung, die sie vorher niemals bekommen haben. Es ist eines der sieben Länder der Welt, die in den letzten fünf Jahren die Kindersterblichkeit am stärksten gesenkt haben, und nähert sich der Erfüllung des Ziels dieses Jahrtausends bis 2015, und in ähnlicher Größenordnung auch bei der Müttersterblichkeit. Es wurden 454,161 Personen an den Augen operiert, darunter 75,974 Brasilianer, Argentinier, Peruaner und Paraguayer.
In Bolivien ist ein ehrgeiziges Sozialprogramm in Kraft gesetzt worden: Alle Kinder der öffentlichen Schulen bekommen von der ersten bis zur achten Klasse eine jährliche Zuwendung, um das Schulmaterial zu kaufen. Das betrifft fast zwei Millionen Schüler.
Über 700.000 Menschen im Alter über 60 Jahre erhalten einen Gutschein in Höhe von rund 342 Dollar im Jahr
Alle Schwangeren und die Kinder unter zwei Jahren bekommen einen Zuschuss im Wert von rund 257 Dollars.
Bolivien, eines der drei ärmsten Länder dieser Hemisphäre, hat die hauptsächlichen Energie- und Mineralressourcen des Landes unter staatliche Kontrolle gestellt und dabei die Interessen der Betroffenen respektiert und kompensiert. Man geht vorsichtig zu Werke, weil es nicht geschehen soll, dass man einen Schritt zurückgehen muss. Die Devisenreserven sind gestiegen. Evo verfügt über dreimal mehr als zu Beginn seiner Regierungszeit. Es gehört zu den Ländern, die die externe Kooperation am besten nutzen und die Umwelt bewusst schützten.
In sehr kurzer Zeit ist es gelungen, das Biometrische Einwohnerwahlverzeichnis aufzustellen, und es haben sich etwa 4,8 Millionen Wähler eintragen lassen, das heißt, fast eine Million mehr als bei der letzten Eintragung, die 3,8 Millionen im Januar 2009 betrug.
Am 6. Dezember wird es Wahlen geben. Die Unterstützung des Volkes für seinen Präsidenten wird mit Sicherheit wachsen. Nichts hat sein wachsendes Ansehen und seine Popularität aufhalten können
Warum wird ihm der Friedensnobelpreis nicht verliehen?
Ich verstehe seinen großen Nachteil: Es handelt sich nicht um einen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika.
Fidel Castro Ruz
15. Oktober 2009
16:25 Uhr
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