Reflexionen des Genossen Fidel: Die 7 Kongressabgeordneten, die uns besuchen
Eine bedeutende politische Delegation der Vereinigten Staaten befindet sich unter uns. Es handelt sich um die Kongressfraktion Congressional Black Caucus (CBC), die in der Praxis als ein Teil des am fortschrittlichsten eingestellten Flügels der Demokratischen Partei funktioniert hat.
Diese wurde im Januar 1969 von den zwölf US-afroamerikanischen Kongressabgeordneten gegründet, die zu jenem Zeitpunkt zum Kongress der Vereinigten Staaten gehörten. In den ersten 50 Jahren des 20. Jahrhunderts sind nur vier US-Afroamerikaner in den Kongress gewählt worden. Zurzeit und infolge ihres Kampfes verfügt die CBC über 42 Mitglieder. Mehrere ihrer Vertreter haben sehr aktive konstruktive Haltungen bei Themen im Zusammenhang mit Kuba beibehalten.
Die erste, bei uns zu Besuch weilende Delegation der Fraktion stand unter dem Vorsitz von Maxine Waters, das war im Februar 1999; die zweite kam im Januar 2000.
Einflussreiche Mitglieder jener Kongressfraktion haben im Kampf zur Rückkehr in die Heimat des Kindes Elian öffentlich Stellung bezogen und andere positive Aktionen durchgeführt.
Im Mai 2000 hat uns eine weitere Caucus-Delegation besucht. Diese stand unter dem Vorsitz von ihrem damaligen wichtigsten Fraktionsführer, James Clyburn, von North Carolina, und zu ihr gehörten Bennie Thompson von Mississippi und Gregory Meeks von New York. Diese Kongressabgeordneten waren die ersten, welchen ich die Bereitschaft von Kuba erklärte, eine Anzahl von Studienplätzen für Jugendliche mit niedrigem Einkommen zur Aufnahme eines Medizinstudiums in unserem Land zur Verfügung stellen zu wollen, die von der Congressional Black Caucus ausgewählt werden sollten. Denselben Vorschlag machten wir der NRO Pastors of Peace, welche von Reverend Lucius Walker geleitet wird, der die ersten Studenten in die Lateinamerikanische Medizinschule (ELAM) schickte.
Als die Ausübung von Druck und antikubanische Aktionen der Bush-Regierung gegen Reisen und die Anwesenheit in Kuba von Personen unter Jurisdiktion der Vereinigten Staaten heftiger wurden, haben die Parlamentarier der CBC sich an Staatssekretär Colin Powell gerichtet und die Genehmigung erreicht, die es den jungen US-Amerikanern ermöglichte, gesetzlich anerkannt ihr Medizinstudium in Kuba fortsetzen zu können, das sie schon begonnen hatten.
Vielleicht wäre Powell, Militärchef mit großer Autorität und hohem Prestige, der erste schwarze Präsident der Vereinigten Staaten gewesen, aber er verzichtete auf eine Nominierung mit Rücksicht auf seine Familie, welche aufgrund der Ermordung von Martin Luther King hartnäckig dagegen war.
Die im Augenblick in Kuba weilende Delegation der CBC-Fraktion wird von Barbara Lee geleitet, Abgeordnete des Bundesstaates Kalifornien. Das erste Mal reiste sie als Begleitung des damaligen schwarzen Kongressabgeordneten Ronald Dellums, dessen Assistentin sie war und dessen Sitz sie einnahm, als dieser sich zurückzog. Bei jenem Anlass hatte ich die Ehre, sie kennen zu lernen und ihren Kampfgeist und ihre Kampffähigkeit zu bewundern.
Die Gruppe unter ihrem Vorsitz besteht aus sieben Kongressabgeordneten der Demokraten. Die anderen Delegationsmitglieder sind: Melvin Luther Watt, von North Carolina; Michael Makoto Honda, von Kalifornien; Laura Richardson, ebenfalls von Kalifornien; Bobby Rush, von Illinois; Marcia L. Fudge, von Ohio, und Emanuel Cleaver II, von Missouri.
Patrice Willoughby, Exekutiv-Assistentin der Congress Black Caucus und vier Militärs der Verbindungsstelle mit dem Kongress, unter Befehl von Oberst Daniel Wolf, begleiten die Delegation.
Ich weiß die Geste der Gruppe von Parlamentariern zu schätzen. Sie halten sich strikt an das von ihnen beantragte Programm. Der von Luther King erreichte Nimbus begleitet sie. Unsere Presse hat umfangreich über ihre Anwesenheit berichtet. Sie sind einzigartige Zeugen des Respekts, mit dem die unser Land besuchenden US-Amerikaner immer empfangen werden. Schwerlich hat die Delegation auch nur ein Gesicht mit einem Ausdruck von Hass gesehen, und vielleicht bewundern sie das vollkommene Fehlen von Analphabeten bzw. minderjährigen Schuhputzern auf den Straßen. Keinem kritischen Auge werden die Reihen von Kindern, Teenagern und Jugendlichen entgehen, die die Schulen und Universitäten besuchen, die Kindertagesstätten, die Seniorenheime, die Krankenhäuser und Polikliniken mit hoch qualifiziertem Personal des Gesundheitswesens, die alle Bürger betreuen. Inmitten der internationalen Wirtschaftskrise gibt es keine Schlangen von Bürgern auf Arbeitssuche. Die sich auf den Straßen bewegenden Menschen - aktiv und fast immer fröhlich - entsprechen nicht jenen klischeehaften Bildern, mit denen Kuba oft im Ausland dargestellt wird.
Unser Vaterland zeigt, dass ein kleines Land der Dritten Welt, das während Jahrzehnten angefeindet, angegriffen und einer Blockade ausgesetzt wurde, mit Würde seine Armut zu tragen weiß. Viele Bürger der reichsten Nation der Welt erhalten nicht dieselbe Behandlung, und ein Großteil von ihnen nimmt nicht einmal an den Wahlen teil. Jedoch weit über 90% unserer Bevölkerung übt dieses Recht aus und sie kann lesen und schreiben und verfügt über einen nicht zu verachtenden Bildungsstandard und ein ebenso anerkanntes Niveau an politischen Kenntnissen.
Unter den Besuchern gibt es gemeinschaftliche Meinungen und andere, die persönliche Gesichtspunkte darstellen. Im Allgemeinen sind sie der Meinung, dass 68% der US-amerikanischen öffentlichen Meinung eine Veränderung der Politik bezüglich Kuba befürworten.
Einer von ihnen brachte zum Ausdruck, dass es notwendig sei, diesen historischen Augenblick zu nutzen, in der ein schwarzer Präsident im Weißen Haus und eine Strömung von Meinungen zusammentreffen, die der Normalisierung der Beziehungen günstig gesinnt sind.
Als Alarcón darlegte, dass es eine moralische Pflicht sei, die willkürliche Aufführung von Kuba in der Liste der Terroristen-Länder abzuschaffen, erinnerte man ihn daran, dass sowohl Nelson Mandela als auch der Afrikanische Nationalkongress (African Nacional Congress) vom US-Kongress als Terroristen bezeichnet wurden.
Ein anderes Delegationsmitglied dankte der kubanischen Regierung und dem Präsidium der Black Caucus, dass sie diese Reise und diese Art Austausch ermöglicht haben.
Ein anderer Vertreter erläuterte die große Bedeutung von Obama für die Vereinigten Staaten und die Notwendigkeit seiner Wiederwahl. Der Präsident selbst betrachtet sich als einen politischen Führer, der im Interesse aller sozialen Schichten des Landes regieren muss, erklärte er. Dessen ungeachtet brachte er seine Sicherheit darüber zum Ausdruck, dass Obama seine Politik gegenüber Kuba verändern wird, aber Kuba müsse ihm auch dabei helfen.
Ein viertes Delegationsmitglied der Fraktion sagte, dass die US-amerikanische Gesellschaft trotz dem Wahlsieg von Obama weiterhin rassistisch ist. Dass Obama die einzige Möglichkeit für diese Nation darstellt, voranzukommen und all den von den vorangegangenen Regierungen angesammelten Ballast zurückzulassen. „Der Präsident kann nicht über die Aufhebung der Beschränkungen bezüglich der Reisen und Geldüberweisungen für die kubanisch-amerikanischen Bürger hinausgehen, denn die Aufhebung der Blockade oder vollkommene Normalisierung der bilaterales Beziehungen würde die Unmöglichkeit seiner Wiederwahl bedeuten.” Zusätzlich behauptete er, dass die antikubanische Rechte noch die ausreichende Macht besitzt, um ihn in die Enge zu treiben und seine Wiederwahl zu verhindern.
Zu guter Letzt sagte ein anderer Kongressabgeordneter im Außenministerium unumwunden, dass die Vereinigten Staaten nicht die Möglichkeit vorbeigehen lassen sollten, um anzuerkennen, dass ihre Politik bezüglich Kuba ein vollkommener Misserfolg gewesen ist. Er fügte hinzu, dass seine Regierung Kuba wegen all der Jahre der Anfeindung und der Blockadepolitik um Verzeihung bitten müsse, denn nur so wären die Bedingungen geschaffen, um gemeinsam bei der Lösung des bilateralen Konflikts voranzukommen. Er kündigte an, dass er von seinem Posten aus alles nur erdenklich Mögliche zur Beseitigung der Blockade tun wird.
Während des Besuchs im Gentechnik- und Biotechnologie-Zentrum bezeichnete einer von ihnen, indem er auch die Meinung der anderen zum Ausdruck brachte, die Ergebnisse von Kuba in der Biotechnologie als ausgezeichnet und sagte, dass im Augenblick die politische Atmosphäre günstig sei, um Brücken der Verständigung und Kommunikation zwischen den Wissenschaftsgemeinschaften unserer Länder zu errichten. Er empfahl, dass wir sehr darauf achten sollen, alles gemäß den internationalen Normen für geistiges Eigentum patentieren zu lassen, um zu verhindern, dass uns die Anstrengungen solch einer wunderbaren Arbeit gestohlen würden.
Alle brachten zum Ausdruck, wie sehr sie der Besuch des Zentrums beeindruckt habe, wo der Minister für Wissenschaft, Technik und Umwelt zusammen mit mehreren Direktoren der wissenschaftlichen Einrichtungen ihnen die Arbeit unseres Landes auf diesem Gebiet erklärte.
Die wichtigste Aktivität am 4. April, dem Tag an dem sich zum 41. Mal der Todestag des Märtyrers der Menscherechte jährte, erfolgte der Besuch im Park der Hauptstadt von Kuba, der seinen Namen trägt, Martin Luther King, wo sich ein Monolith aus dunkelgrünem, schwarz gesprenkeltem Marmor mit dem Abbild als Bronzerelief des großen schwarzen Kämpfers befindet, der von den Rassisten ermordet wurde. Dort sprachen Barbara Lee, Laura Richardson, Emanuel Cleaver II und Bobby Rush. Die vier hoben öffentlich den positiven Eindruck der verschiedenen von ihnen gehabten Möglichkeiten zum Meinungsaustausch hervor.
Gestern, d.h. am Sonntag, kam die Kongressabgeordnete Barbara Lee um 13:20 Uhr in der Kirche Ebenezer des Zentrums Martin Luther King an, wo sie von Raúl Suárez und leitenden Mitgliedern des Nationalen Kirchenrates von Kuba empfangen wurde. Dort befanden sich Alarcón und führende Persönlichkeiten des Außenministeriums.
Vorher war Barbara Lee in zwei anderen Kirchen des Stadtteils Vedado gewesen. Sie ergriff das Wort, wiederholte vorherige öffentliche Aussage drückte ihre Absicht aus, Schritte bei der Regierung unternehmen zu wollen, um zu einer Veränderung der Politik gegenüber Kuba und zur Wiederbelebung des Austauschs zwischen den Kirchen beider Länder beizutragen.
Ich habe mit der größtmöglichen Kürze den unterhaltenen Austausch wiedergegeben und habe dabei sorgsam die Namen der Autoren der verschiedenen Aussagen weggelassen, da ich nicht weiß, ob sie daran interessiert sind oder nicht, dass sie öffentlich bekannt werden.
Ich wollte einfach nur die notwendigen Angaben zur Meinungsbildung bieten, damit unsere öffentliche Meinung im Lande die größtmögliche Information über das sensible Thema der Beziehungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten unter der Präsidentschaft von Barack Obama und den Besuch der Black Caucus in Kuba hat.
Fidel Castro Ruz
6. April 2009
14:03 Uhr
Hier finden Sie chronologisch sortiert Reden und Schriften des kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro Ruz
Montag, 6. April 2009
Sonntag, 5. April 2009
Mit beiden Füßen auf der Erde
Reflexionen des Genossen Fidel: Mit beiden Füßen auf der Erde
Während in London der Gipfel der G-20 begonnen und am 2. April abgeschlossen wurde, schrieb Karen DeYoung, die bekannte Journalistin der Washington Post, in diesem einflussreichen Presseorgan: »Senator Richard G. Lugar hat Präsident Obama eindringlich gebeten, einen Sonderbeauftragten zu benennen, um direkte Gespräche mit der kommunistischen Regierung der Insel zu beginnen.«
»Die knapp 50 Jahre des Wirtschaftsembargos gegen Kuba« – sagt Lugar (Republikaner aus Indiana) – »stellen die Vereinigten Staaten in Widerspruch zur Meinung der anderen Länder Lateinamerikas, der Europäischen Union und der Vereinten Nationen« und »unterminieren unsere weite Sicherheit und politischen Interessen in der westlichen Hemisphäre«.
»Der Amerika-Gipfel in Trinidad y Tobago vom 17. bis zum 19. April würde eine Möglichkeit bieten, damit Sie ein gastfreundlicheres Klima aufbauen, um Fortschritte für die Interessen der Vereinigten Staaten in der Region durch eine Veränderung unserer Haltung bezüglich Kuba zu erreichen.«
»Lugar, der prominenteste Republikaner im Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten des Senats«, - so Karen DeYoung – »gehört zur Avantgarde einer breiten, sich für eine neue Politik einsetzenden Bewegung, welche die Handelskammer der USA, andere Unternehmensgruppen, eine Anzahl von Regierungen der Bundesstaaten und Menschenrechtsgruppen einschließt. Eine Mehrheit der zwei Parteien des Kongresses hat zu Zeiten der Bush-Regierung mehrfach dafür gestimmt, die Beschränkungen bezüglich Reisen und anderer Kontakte zu Kuba zu lockern, und das trotz gescheiterter Maßnahmen nachdem mit dem Veto seitens des Präsidenten gedroht worden war«.
»Lugar ist einer der Schirmherren eines diese Woche im Senat eingebrachten Zweiparteien-Gesetzentwurfes, welches alle Reisebeschränkungen nach Kuba aufheben soll, ausgenommen im Kriegsfall bzw. bei Gefahr für die Gesundheit und die Sicherheit«.
»Lugar erklärte, dass die Ernennung eines Beauftragten und der Beginn von direkten Gesprächen über solche Themen wie Migration und Rauschgifthandel ‘den vitalen Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten dienlich sein würde’… und, wenn keine andere Wahl bleiben würde, die Voraussetzungen für eine bedeutende Debatte von strittigeren Themen schaffen könnte.«
Der Artikel von Karen lässt keine Zweifel darüber aufkommen, dass der Senator von Indiana mit beiden Füßen fest auf dem Boden steht. Er geht nicht von philanthropischen Haltungen aus. Er arbeitet, wie sie es zum Ausdruck bringt, mit »der Handelskammer der USA und anderen Unternehmensgruppen, anderen Regierungen der Bundesstaaten und Menschenrechtsgruppen«.
Ich bin sicher, dass Richard G. Lugar sich nicht vor dem Unfug fürchtet, als weich bzw. Sozialismus-freundlich bezeichnet zu werden.
Wenn Präsident Barack Obama bei seiner Reise durch die Welt erklärt, - wie er es in seinem eigenen Land getan hat - dass es notwendig ist, die erforderlichen Summen zu investieren, um aus der Finanzkrise herauszukommen; die Wohnungen abzusichern, in denen unzählige Familien leben; den US-amerikanischen arbeitenden Menschen, die zu Millionen ihre Beschäftigung verlieren, diese zu garantieren; allen Bürgern die Dienstleistungen des Gesundheitswesens und einer hochwertigen Bildung zur Verfügung zu stellen, - wie kann er das mit den Blockademaßnahmen vereinbaren, um einem Land wie Kuba seinen Willen aufzuzwingen?
Die Drogen stellen heutzutage eines der schwerwiegendsten Probleme dieser Hemisphäre und von Europa dar. Die lateinamerikanischen Länder verzeichnen im Kampf gegen den Drogenhandel und das organisierte Verbrechen, die durch den enormen Markt der Vereinigten Staaten stimuliert werden, pro Jahr schon Verluste von knapp zehntausend Mann – mehr als das Doppelte der Verluste der Vereinigten Staaten im Krieg von Irak. Diese Zahl nimmt zu und das Problem ist weit davon entfernt, gelöst zu werden.
Jene Erscheinung existiert in Kuba, geographisch nahe gelegener Nachbar der Vereinigten Staaten, nicht. In diesem dornigen Thema und im Kampf gegen die illegale Auswanderung haben die US-amerikanische und kubanische Küstenwache über viele Jahre zusammengearbeitet. Andererseits ist kein US-Amerikaner infolge von Terror-Handlungen seitens unseres Landes zu Tode gekommen, weil das Handlungen sind, die nicht geduldet würden.
Die Kubanische Revolution, die nicht durch die Blockade und die schmutzigen Machenschaften zerstört werden konnte, ist auf ethische und politische Prinzipien gegründet; deshalb konnte sie standhalten.
Ich beabsichtige nicht, das Thema erschöpfend zu behandeln. Weit davon entfernt, habe ich bei dieser Reflexion den unserem Land durch die arrogante Haltung der Vereinigten Staaten gegen Kuba zugefügten Schaden ausgelassen.
Diejenigen, die in der Lage sind, die Ereignisse gelassen zu analysieren, wie es beim Senator von Indiana der Fall ist, verwenden ein unwiderlegbares Argument: die Maßnahmen der Vereinigten Staaten gegen Kuba über knapp ein halbes Jahrhundert stellen einen vollkommenen Misserfolg dar.
Es ist nicht notwendig, das zu unterstreichen, was Kuba immer gesagt hat: wir haben keine Angst vor dem Dialog mit den Vereinigten Staaten. Wir brauchen ebenfalls nicht die Konfrontation für unseren Bestand, wie manche Dummköpfe glauben. Wir existieren gerade deshalb, weil wir an unsere Ideen glauben und niemals Angst davor hatten, mit unseren Gegnern zu sprechen. Das ist die einzige Art und Weise, die Freundschaft und den Frieden zwischen den Völkern abzusichern.
Fidel Castro Ruz
5. April 2009
13:04 Uhr
Während in London der Gipfel der G-20 begonnen und am 2. April abgeschlossen wurde, schrieb Karen DeYoung, die bekannte Journalistin der Washington Post, in diesem einflussreichen Presseorgan: »Senator Richard G. Lugar hat Präsident Obama eindringlich gebeten, einen Sonderbeauftragten zu benennen, um direkte Gespräche mit der kommunistischen Regierung der Insel zu beginnen.«
»Die knapp 50 Jahre des Wirtschaftsembargos gegen Kuba« – sagt Lugar (Republikaner aus Indiana) – »stellen die Vereinigten Staaten in Widerspruch zur Meinung der anderen Länder Lateinamerikas, der Europäischen Union und der Vereinten Nationen« und »unterminieren unsere weite Sicherheit und politischen Interessen in der westlichen Hemisphäre«.
»Der Amerika-Gipfel in Trinidad y Tobago vom 17. bis zum 19. April würde eine Möglichkeit bieten, damit Sie ein gastfreundlicheres Klima aufbauen, um Fortschritte für die Interessen der Vereinigten Staaten in der Region durch eine Veränderung unserer Haltung bezüglich Kuba zu erreichen.«
»Lugar, der prominenteste Republikaner im Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten des Senats«, - so Karen DeYoung – »gehört zur Avantgarde einer breiten, sich für eine neue Politik einsetzenden Bewegung, welche die Handelskammer der USA, andere Unternehmensgruppen, eine Anzahl von Regierungen der Bundesstaaten und Menschenrechtsgruppen einschließt. Eine Mehrheit der zwei Parteien des Kongresses hat zu Zeiten der Bush-Regierung mehrfach dafür gestimmt, die Beschränkungen bezüglich Reisen und anderer Kontakte zu Kuba zu lockern, und das trotz gescheiterter Maßnahmen nachdem mit dem Veto seitens des Präsidenten gedroht worden war«.
»Lugar ist einer der Schirmherren eines diese Woche im Senat eingebrachten Zweiparteien-Gesetzentwurfes, welches alle Reisebeschränkungen nach Kuba aufheben soll, ausgenommen im Kriegsfall bzw. bei Gefahr für die Gesundheit und die Sicherheit«.
»Lugar erklärte, dass die Ernennung eines Beauftragten und der Beginn von direkten Gesprächen über solche Themen wie Migration und Rauschgifthandel ‘den vitalen Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten dienlich sein würde’… und, wenn keine andere Wahl bleiben würde, die Voraussetzungen für eine bedeutende Debatte von strittigeren Themen schaffen könnte.«
Der Artikel von Karen lässt keine Zweifel darüber aufkommen, dass der Senator von Indiana mit beiden Füßen fest auf dem Boden steht. Er geht nicht von philanthropischen Haltungen aus. Er arbeitet, wie sie es zum Ausdruck bringt, mit »der Handelskammer der USA und anderen Unternehmensgruppen, anderen Regierungen der Bundesstaaten und Menschenrechtsgruppen«.
Ich bin sicher, dass Richard G. Lugar sich nicht vor dem Unfug fürchtet, als weich bzw. Sozialismus-freundlich bezeichnet zu werden.
Wenn Präsident Barack Obama bei seiner Reise durch die Welt erklärt, - wie er es in seinem eigenen Land getan hat - dass es notwendig ist, die erforderlichen Summen zu investieren, um aus der Finanzkrise herauszukommen; die Wohnungen abzusichern, in denen unzählige Familien leben; den US-amerikanischen arbeitenden Menschen, die zu Millionen ihre Beschäftigung verlieren, diese zu garantieren; allen Bürgern die Dienstleistungen des Gesundheitswesens und einer hochwertigen Bildung zur Verfügung zu stellen, - wie kann er das mit den Blockademaßnahmen vereinbaren, um einem Land wie Kuba seinen Willen aufzuzwingen?
Die Drogen stellen heutzutage eines der schwerwiegendsten Probleme dieser Hemisphäre und von Europa dar. Die lateinamerikanischen Länder verzeichnen im Kampf gegen den Drogenhandel und das organisierte Verbrechen, die durch den enormen Markt der Vereinigten Staaten stimuliert werden, pro Jahr schon Verluste von knapp zehntausend Mann – mehr als das Doppelte der Verluste der Vereinigten Staaten im Krieg von Irak. Diese Zahl nimmt zu und das Problem ist weit davon entfernt, gelöst zu werden.
Jene Erscheinung existiert in Kuba, geographisch nahe gelegener Nachbar der Vereinigten Staaten, nicht. In diesem dornigen Thema und im Kampf gegen die illegale Auswanderung haben die US-amerikanische und kubanische Küstenwache über viele Jahre zusammengearbeitet. Andererseits ist kein US-Amerikaner infolge von Terror-Handlungen seitens unseres Landes zu Tode gekommen, weil das Handlungen sind, die nicht geduldet würden.
Die Kubanische Revolution, die nicht durch die Blockade und die schmutzigen Machenschaften zerstört werden konnte, ist auf ethische und politische Prinzipien gegründet; deshalb konnte sie standhalten.
Ich beabsichtige nicht, das Thema erschöpfend zu behandeln. Weit davon entfernt, habe ich bei dieser Reflexion den unserem Land durch die arrogante Haltung der Vereinigten Staaten gegen Kuba zugefügten Schaden ausgelassen.
Diejenigen, die in der Lage sind, die Ereignisse gelassen zu analysieren, wie es beim Senator von Indiana der Fall ist, verwenden ein unwiderlegbares Argument: die Maßnahmen der Vereinigten Staaten gegen Kuba über knapp ein halbes Jahrhundert stellen einen vollkommenen Misserfolg dar.
Es ist nicht notwendig, das zu unterstreichen, was Kuba immer gesagt hat: wir haben keine Angst vor dem Dialog mit den Vereinigten Staaten. Wir brauchen ebenfalls nicht die Konfrontation für unseren Bestand, wie manche Dummköpfe glauben. Wir existieren gerade deshalb, weil wir an unsere Ideen glauben und niemals Angst davor hatten, mit unseren Gegnern zu sprechen. Das ist die einzige Art und Weise, die Freundschaft und den Frieden zwischen den Völkern abzusichern.
Fidel Castro Ruz
5. April 2009
13:04 Uhr
Samstag, 4. April 2009
Warum wird Kuba ausgeschlossen?
Reflexionen des Genossen Fidel: Warum wird Kuba ausgeschlossen?
Gestern Mittag, das heißt am Freitag den 3. April, hatte ich ein knapp zweistündiges Treffen mit Daniel Ortega und seiner Ehefrau Rosario Murillo.
Wie ich Daniel in einem am Nachmittag an ihn gesendeten Brief erläuterte, war ich angenehm von dem Treffen beeindruckt. Ich habe ihm für die Gelegenheit gedankt, Einzelheiten seines Kampfes in Nicaragua kennen lernen zu können.
Ich gab ihm meine Traurigkeit über jene Kader zu erkennen, die versagt haben und brachte Tomás Borge, Bayardo, Jaime Wheelock, Miguel D´Escoto und andere in Erinnerung, die den Träumen von Sandino und den revolutionären Ideen treu geblieben sind, welche die Sandinistische Front nach Nicaragua gebracht hat.
Ich bat ihn, er möchte mir bitte so oft als möglich Nachrichten zukommen lassen, um die Wechselfälle eines kleinen Landes der Dritten Welt gegenüber den unersättlichen Ambitionen der G-7 informiert zu sein.
Rosario habe ich ein Exemplar des Buches “Geología de Cuba para todos” (“Geologie von Kuba für alle“) geschickt, welches ich vor drei Tagen erhalten hatte – eine wunderbare Biographie der Natur unserer Insel über mehrere hundert Millionen Jahre, illustriert mit sehr schönen Bildern und Fotografien, welche von 12 kubanischen Wissenschaftlern verfasst wurde und die mit ihren Erzählungen und Analysen ein literarisches Kleinod darstellt. Ich hatte sie ihr gezeigt und sie hatte großes Interesse daran gezeigt.
Mit Daniel habe ich mich ausführlich über das „berühmte“ Gipfeltreffen von Amerika unterhalten, welches am 17., 18. und 19. in Port of Spain, der Hauptstadt von Trinidad und Tobago, stattfinden wird.
Jene Gipfeltreffen haben ihre Geschichte, die übrigens recht düster ist. Das erste wurde in Miami durchgeführt, der Hauptstadt der Konterrevolution, der Blockade und der schmutzigen Machenschaften gegen Kuba. Jener Gipfel fand am 9., 10. und 11. Dezember 1994 statt. Es wurde von Bill Clinton einberufen, der im November 1992 zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt worden war.
Die UdSSR war untergegangen und unser Land befand sich voll und ganz unter den Bedingungen der Sonderperiode. Der Fall des Sozialismus in unserem Vaterland wurde als unabwendbar angesehen, wie es zuerst in Osteuropa und anschließend in der Sowjetunion selbst geschehen war.
Die Konterrevolutionäre bereiteten ihre Koffer vor, um siegreich nach Kuba zurückzukehren. Bush Senior hatte die Wahlen verloren, vor allem infolge des Kriegsabenteuers im Irak. Clinton bereitete sich bezüglich Lateinamerika auf die postrevolutionäre Ära von Kuba vor. Der Konsens von Washington war voll gültig.
Die schmutzigen Machenschaften gegen Kuba standen kurz vor ihrem erfolgreichen Abschluss. Der Kalte Krieg endete mit dem Sieg des Westens und für die Welt eröffnete sich eine neue Ära.
Zum Gipfel in Miami im Jahr 1994 fanden sich, ermuntert durch die Einladung von Clinton, enthusiastisch die Präsidenten von Süd- und Mittelamerika ein.
Der Präsident von Argentinien Carlos Ménem, stand an oberster Stelle der Liste der südamerikanischen Präsidenten, welche zu dem Treffen erschienen, gefolgt von Lacalle, dem rechtsorientierten Nachbarn Uruguay, Eduardo Frei von den Christdemokraten von Chile, der Bolivianer Sánchez de Lozada, Fujimori aus Peru, Rafael Caldera von Venezuela. Es war nichts Sonderbares daran, dass sie Itamar Franco und Fernando Enrique Cardoso, seinen Nachfolger im Präsidentenamt, Samper von Kolumbien und Sixto Durán von Ecuador mit sich rissen.
Die Anwesenheitsliste in Miami bezüglich Mittelamerika wurde von Calderón Sol angeführt, von der Partei ARENA in El Salvador und Violeta Chamorro, welche kraft der schmutzigen Machenschaften gegen die Sandinisten von Reagan und Bush Senior in Nicaragua auferlegt worden war.
Ernesto Zedillo vertrat Mexiko auf dem Gipfel in Miami.
Im Hintergrund dieses Gipfels stand ein strategisches Ziel: der imperialistische Traum eines von Kanada bis nach Patagonien einschließenden Freihandelsabkommens.
Hugo Chávez, Präsident der Bolivarianischen Republik Venezuela, war bis zu dem Gipfel im Jahr 2001 in Quebec noch nicht in Erscheinung getreten. Ebenfalls nicht George W. Bush mit seiner düsteren Rolle auf internationalem Gebiet.
Die Geschichte hat es so gewollt, dass José Martí, unser Nationalheld und Paladin der Unabhängigkeit von Kuba, die erste große Krise des Kapitalismus in den Vereinigten Staaten kennen gelernt hat, welche bis 1893 andauerte. Er hat begriffen, dass die Wirtschaftsunion mit den Vereinigten Staaten das Ende der Unabhängigkeit und der Kultur der Völker von Lateinamerika bedeuten würde.
Im Mai 1888, hatte der Präsident der Vereinigten Staaten seitens des Senats und des Repräsentantenhauses jenes Landes eine Einladung an die Völker Amerikas und des Königreichs Hawaii im Pazifik zu einer internationalen Konferenz in Washington ergehen lassen, um unter anderem „die Annahme durch jede einzelne der Regierungen einer gemeinsamen Silberwährung, die in den gegenseitigen Handelsgeschäften der Bürger aller Länder Amerikas verpflichtend sei,“ zu prüfen.
Ohne Zweifel müssen die Kongressmitglieder die Folgen jener Maßnahmen gut untersucht haben.
Knapp zwei Jahre danach hat die Internationale Amerikanische Konferenz empfohlen, der die Vereinigten Staaten angehörten, eine internationale Währungsunion einzuführen und dass als deren Grundlage eine oder mehrere Währungen geprägt werden sollten, die in den vertretenen Ländern verwendet werden könnten.
Wie Martí selbst erzählt, erklärte die Delegation der Vereinigten Staaten schließlich, nach einer Verlängerung von einem Monat, im Internationalen Währungsausschuss im März 1891, dass „es ein faszinierender Traum sei, der nicht ohne ein Übereinkommen mit den anderen Ländern des Planeten gestartet werden könne“. Sie empfahlen ebenfalls, Gold und Silber zur Prägung der Währungen zu verwenden.
Es war eine Vorahnung von dem, was 55 Jahre später in Bretton Woods geschehen würde – ihnen wurde das Privileg erteilt, eine internationale Devisenwährung in Geldscheinen zu prägen und das Gold und das Silber zu verwenden.
Jenes Ereignis führte jedoch dazu, dass Martí eine der beeindruckendsten politischen und wirtschaftlichen Analysen erarbeitete, die ich je gelesen habe, welche in der Illustrierten von New York im Mai 1891 veröffentlicht wurde und in der er sich entschlossen gegen die Idee wendete.
Während des Treffens mit Daniel hat er mir eine Vielzahl von jenen Abschnitten übergeben, die bezüglich der Schlusserklärung des nächsten Gipfels in Port of Spain diskutiert werden.
Die OAS stellt als ständiges Sekretariat die Regeln für die Gipfeltreffen von Amerika auf: das ist die Rolle, welche ihr von Bush zugewiesen wurde. Der Entwurf enthält 100 Abschnitte - scheinbar gefallen der Institution die runden Zahlen, um die Pille zu vergolden und dem Dokument mehr Kraft zu verleihen. Ein Epigraph für jedes der 100 besten Gedichte der wunderschönen Sprache.
Übrigens war eine Vielzahl von unzulässigen Auffassungen vorhanden. Es wird eine Feuerprobe für die Völker der Karibik und von Lateinamerika sein. Wird es etwa ein Rückschritt sein? Blockade und außerdem Ausschluss nach 50 Jahren Widerstand?
Wer wird jene Verantwortung übernehmen? Wer ist es, der jetzt unseren Ausschluss fordert? Hat man etwa nicht verstanden, dass die Zeiten jener, unser Land ausschließenden Abkommen lange vorbei sind? Es wird bedeutende Vorbehalte bei dieser von Staatschefs unterzeichneten Erklärung geben, damit verstanden wird, dass es trotz der in harten Diskussionen erreichten Veränderungen Ideen gibt, die für sie unannehmbar sind.
Kuba hat unter den neuen Umständen immer seine Bereitschaft gezeigt, ein Höchstmaß an Kooperation bei den diplomatischen Aktivitäten der Länder Lateinamerikas und der Karibik zu bieten. Das wissen diejenigen sehr gut, die es wissen müssen, aber man kann uns nicht gegenüber von unnötigen und unzulässigen Zugeständnissen zu schweigen bitten.
Selbst die Wände werden reden!
Fidel Castro Ruz
4. April 2009
19:34 Uhr
Gestern Mittag, das heißt am Freitag den 3. April, hatte ich ein knapp zweistündiges Treffen mit Daniel Ortega und seiner Ehefrau Rosario Murillo.
Wie ich Daniel in einem am Nachmittag an ihn gesendeten Brief erläuterte, war ich angenehm von dem Treffen beeindruckt. Ich habe ihm für die Gelegenheit gedankt, Einzelheiten seines Kampfes in Nicaragua kennen lernen zu können.
Ich gab ihm meine Traurigkeit über jene Kader zu erkennen, die versagt haben und brachte Tomás Borge, Bayardo, Jaime Wheelock, Miguel D´Escoto und andere in Erinnerung, die den Träumen von Sandino und den revolutionären Ideen treu geblieben sind, welche die Sandinistische Front nach Nicaragua gebracht hat.
Ich bat ihn, er möchte mir bitte so oft als möglich Nachrichten zukommen lassen, um die Wechselfälle eines kleinen Landes der Dritten Welt gegenüber den unersättlichen Ambitionen der G-7 informiert zu sein.
Rosario habe ich ein Exemplar des Buches “Geología de Cuba para todos” (“Geologie von Kuba für alle“) geschickt, welches ich vor drei Tagen erhalten hatte – eine wunderbare Biographie der Natur unserer Insel über mehrere hundert Millionen Jahre, illustriert mit sehr schönen Bildern und Fotografien, welche von 12 kubanischen Wissenschaftlern verfasst wurde und die mit ihren Erzählungen und Analysen ein literarisches Kleinod darstellt. Ich hatte sie ihr gezeigt und sie hatte großes Interesse daran gezeigt.
Mit Daniel habe ich mich ausführlich über das „berühmte“ Gipfeltreffen von Amerika unterhalten, welches am 17., 18. und 19. in Port of Spain, der Hauptstadt von Trinidad und Tobago, stattfinden wird.
Jene Gipfeltreffen haben ihre Geschichte, die übrigens recht düster ist. Das erste wurde in Miami durchgeführt, der Hauptstadt der Konterrevolution, der Blockade und der schmutzigen Machenschaften gegen Kuba. Jener Gipfel fand am 9., 10. und 11. Dezember 1994 statt. Es wurde von Bill Clinton einberufen, der im November 1992 zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt worden war.
Die UdSSR war untergegangen und unser Land befand sich voll und ganz unter den Bedingungen der Sonderperiode. Der Fall des Sozialismus in unserem Vaterland wurde als unabwendbar angesehen, wie es zuerst in Osteuropa und anschließend in der Sowjetunion selbst geschehen war.
Die Konterrevolutionäre bereiteten ihre Koffer vor, um siegreich nach Kuba zurückzukehren. Bush Senior hatte die Wahlen verloren, vor allem infolge des Kriegsabenteuers im Irak. Clinton bereitete sich bezüglich Lateinamerika auf die postrevolutionäre Ära von Kuba vor. Der Konsens von Washington war voll gültig.
Die schmutzigen Machenschaften gegen Kuba standen kurz vor ihrem erfolgreichen Abschluss. Der Kalte Krieg endete mit dem Sieg des Westens und für die Welt eröffnete sich eine neue Ära.
Zum Gipfel in Miami im Jahr 1994 fanden sich, ermuntert durch die Einladung von Clinton, enthusiastisch die Präsidenten von Süd- und Mittelamerika ein.
Der Präsident von Argentinien Carlos Ménem, stand an oberster Stelle der Liste der südamerikanischen Präsidenten, welche zu dem Treffen erschienen, gefolgt von Lacalle, dem rechtsorientierten Nachbarn Uruguay, Eduardo Frei von den Christdemokraten von Chile, der Bolivianer Sánchez de Lozada, Fujimori aus Peru, Rafael Caldera von Venezuela. Es war nichts Sonderbares daran, dass sie Itamar Franco und Fernando Enrique Cardoso, seinen Nachfolger im Präsidentenamt, Samper von Kolumbien und Sixto Durán von Ecuador mit sich rissen.
Die Anwesenheitsliste in Miami bezüglich Mittelamerika wurde von Calderón Sol angeführt, von der Partei ARENA in El Salvador und Violeta Chamorro, welche kraft der schmutzigen Machenschaften gegen die Sandinisten von Reagan und Bush Senior in Nicaragua auferlegt worden war.
Ernesto Zedillo vertrat Mexiko auf dem Gipfel in Miami.
Im Hintergrund dieses Gipfels stand ein strategisches Ziel: der imperialistische Traum eines von Kanada bis nach Patagonien einschließenden Freihandelsabkommens.
Hugo Chávez, Präsident der Bolivarianischen Republik Venezuela, war bis zu dem Gipfel im Jahr 2001 in Quebec noch nicht in Erscheinung getreten. Ebenfalls nicht George W. Bush mit seiner düsteren Rolle auf internationalem Gebiet.
Die Geschichte hat es so gewollt, dass José Martí, unser Nationalheld und Paladin der Unabhängigkeit von Kuba, die erste große Krise des Kapitalismus in den Vereinigten Staaten kennen gelernt hat, welche bis 1893 andauerte. Er hat begriffen, dass die Wirtschaftsunion mit den Vereinigten Staaten das Ende der Unabhängigkeit und der Kultur der Völker von Lateinamerika bedeuten würde.
Im Mai 1888, hatte der Präsident der Vereinigten Staaten seitens des Senats und des Repräsentantenhauses jenes Landes eine Einladung an die Völker Amerikas und des Königreichs Hawaii im Pazifik zu einer internationalen Konferenz in Washington ergehen lassen, um unter anderem „die Annahme durch jede einzelne der Regierungen einer gemeinsamen Silberwährung, die in den gegenseitigen Handelsgeschäften der Bürger aller Länder Amerikas verpflichtend sei,“ zu prüfen.
Ohne Zweifel müssen die Kongressmitglieder die Folgen jener Maßnahmen gut untersucht haben.
Knapp zwei Jahre danach hat die Internationale Amerikanische Konferenz empfohlen, der die Vereinigten Staaten angehörten, eine internationale Währungsunion einzuführen und dass als deren Grundlage eine oder mehrere Währungen geprägt werden sollten, die in den vertretenen Ländern verwendet werden könnten.
Wie Martí selbst erzählt, erklärte die Delegation der Vereinigten Staaten schließlich, nach einer Verlängerung von einem Monat, im Internationalen Währungsausschuss im März 1891, dass „es ein faszinierender Traum sei, der nicht ohne ein Übereinkommen mit den anderen Ländern des Planeten gestartet werden könne“. Sie empfahlen ebenfalls, Gold und Silber zur Prägung der Währungen zu verwenden.
Es war eine Vorahnung von dem, was 55 Jahre später in Bretton Woods geschehen würde – ihnen wurde das Privileg erteilt, eine internationale Devisenwährung in Geldscheinen zu prägen und das Gold und das Silber zu verwenden.
Jenes Ereignis führte jedoch dazu, dass Martí eine der beeindruckendsten politischen und wirtschaftlichen Analysen erarbeitete, die ich je gelesen habe, welche in der Illustrierten von New York im Mai 1891 veröffentlicht wurde und in der er sich entschlossen gegen die Idee wendete.
Während des Treffens mit Daniel hat er mir eine Vielzahl von jenen Abschnitten übergeben, die bezüglich der Schlusserklärung des nächsten Gipfels in Port of Spain diskutiert werden.
Die OAS stellt als ständiges Sekretariat die Regeln für die Gipfeltreffen von Amerika auf: das ist die Rolle, welche ihr von Bush zugewiesen wurde. Der Entwurf enthält 100 Abschnitte - scheinbar gefallen der Institution die runden Zahlen, um die Pille zu vergolden und dem Dokument mehr Kraft zu verleihen. Ein Epigraph für jedes der 100 besten Gedichte der wunderschönen Sprache.
Übrigens war eine Vielzahl von unzulässigen Auffassungen vorhanden. Es wird eine Feuerprobe für die Völker der Karibik und von Lateinamerika sein. Wird es etwa ein Rückschritt sein? Blockade und außerdem Ausschluss nach 50 Jahren Widerstand?
Wer wird jene Verantwortung übernehmen? Wer ist es, der jetzt unseren Ausschluss fordert? Hat man etwa nicht verstanden, dass die Zeiten jener, unser Land ausschließenden Abkommen lange vorbei sind? Es wird bedeutende Vorbehalte bei dieser von Staatschefs unterzeichneten Erklärung geben, damit verstanden wird, dass es trotz der in harten Diskussionen erreichten Veränderungen Ideen gibt, die für sie unannehmbar sind.
Kuba hat unter den neuen Umständen immer seine Bereitschaft gezeigt, ein Höchstmaß an Kooperation bei den diplomatischen Aktivitäten der Länder Lateinamerikas und der Karibik zu bieten. Das wissen diejenigen sehr gut, die es wissen müssen, aber man kann uns nicht gegenüber von unnötigen und unzulässigen Zugeständnissen zu schweigen bitten.
Selbst die Wände werden reden!
Fidel Castro Ruz
4. April 2009
19:34 Uhr
Freitag, 3. April 2009
Obamas Lied
Reflexionen des Genossen Fidel: Obamas Lied
Der Präsident der Vereinigten Staaten erklärte auf einer Konferenz zum Abschluss des Gipfels der G-20 um 14:30 Uhr Ortszeit Kuba, dass die Arbeitslosigkeit in seinem Land ihren Höchstwert innerhalb der letzten 26 Jahre erreicht hat.
In der Vergangenheit hat die Welt gegenüber Krisen dieser Art nicht mit der notwendigen Schnelligkeit reagiert, sagte er. Wir haben jetzt die Geschichtslektionen gelernt. Manche Presseleute haben Zweifel über unsere Fähigkeit zur Erreichung eines Übereinkommens zum Ausdruck gebracht. Sie haben die ehrliche Debatte mit unvereinbaren Meinungsverschiedenheiten verwechselt, aber wir haben bewiesen, dass es möglich ist, Konsense zu erreichen.
Wir haben Maßnahmen zur Lösung der Situation vereinbart und zur Absicherung dessen, dass wir in der Zukunft nicht bis an diesen Punkt kommen werden. Wir haben eine Übereinkunft, um die Schaffung von Arbeitsplätzen zu fördern. Die Vereinigten Staaten werden ihre Finanzeinrichtungen von den toxischen Aktiva säubern, um den Kredit für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erneut zu fördern. Die G-20 wird ähnliche Programme in Angriff nehmen.
Wir werden mittels Kreditbereitstellungen eine Initiative zur Unterstützung der Volkswirtschaften der Entwicklungsländer in die Tat umsetzen. Gleichzeitig lehnen wir den Protektionismus ab, der zur Verschlimmerung der Probleme beitragen könnte.
Wir werden die Überwachung der wichtigen Einrichtungen und Bereiche ausdehnen und umfangreicher gestalten. Wir werden den IWF und die anderen internationalen Finanzierungseinrichtungen reformieren und erweitern, um sie so zu stärken.
Circa 448 Milliarden Dollar werden dazu bestimmt sein, die Wirtschaften der Entwicklungsländer zu unterstützen. Zur Verhinderung von humanitären Katastrophen werden wir ebenfalls die UNO und die Weltbank unterstützen.
Auf viele der direkten Fragen der akkreditierten Presse antwortete der US-amerikanische Präsident.
Unter anderem behauptete er:
Ich bin der Meinung, dass alles recht gut gelaufen ist. Ich bin mit der Absicht zuzuhören, zu lernen und Führerschaft anzubieten, hierher gekommen. Ich bin mit den vereinbarten Übereinkommen und damit, dazu einen Beitrag geleistet zu haben, zufrieden.
Wir haben eine globalisierte Wirtschaft und so müssen wir die Initiativen ebenfalls auf globaler Ebene ergreifen, damit sie wirksam sein können. Die Vereinigten Staaten haben eine drastische Exportverminderung erfahren und die Tatsache, dass andere Volkswirtschaften davon angesteckt wurden, übt negativen Einfluss auf andere US- Unternehmen aus, die solider aussahen.
Unter anderem sagte er Folgendes:
Dies ist ein gemeinschaftliches Dokument, aber ohne Zweifel hat jedes Land seine eigenen Ideen und Probleme, die vielleicht für das jeweilige Land nicht verhandelbar sind. Wir haben versucht, diese Elemente so anzupassen, dass wir die Effektivität des Dokuments im Allgemeinen nicht behindern.
Das löst aber noch nicht das Problem der toxischen Aktiva, und die Art und Weise, wie jedes Land damit umgehen wird, erreicht äußerste Bedeutung, und ebenso die Pläne für den wirtschaftlichen Aufschwung jedes Einzelnen. Vollkommen klar ist aber, je schneller gehandelt wird, desto schneller werden wir alle Nutzen daraus ziehen.
Ich glaube, dass es immer ein breites Meinungsspektrum darüber gegeben hat, wie ungerecht der freie Markt sein kann und diesen Ruf verfolgend argwöhnen einige bezüglich der Globalisierung und andere sind der Meinung, dass der Markt immer Herrscher ist; aber derjenige, der die Geschichte studiert hat, weiß, dass der Markt der effektivste Mechanismus ist, um Reichtum zu erzeugen. Nur manchmal gerät er aus dem Gleis und wenn er nicht reguliert ist, und wenn es keine Rahmen gibt, durch welche die Energien des Marktes kanalisiert werden können, kann uns das zu etwas führen, was wir nicht möchten.
Bezüglich der lokalen Politik – ich bin Präsident der Vereinigten Staaten, ich bin nicht Präsident von China oder Japan, bzw. Europa. Also muss ich direkte Antworten für meine Wählerschaft haben, um ihr Leben zu verbessern. Meine Anwesenheit hier hilft, dass die US-Bürger eine Wohnung, eine Beschäftigung haben können, und dass ihre Kinder zur Schule gehen können; kurz und gut, damit sie den amerikanischen Traum haben können.
Gemäß den internationalen Umfragen scheinen die Menschen größere Hoffnungen bezüglich der Führerschaft der Vereinigten Staaten zu haben.
Ich wäre nicht hier, wenn ich nicht der Meinung wäre, dass wir als Nation wichtige Dinge zeigen können.
Wir haben über Bretton Woods gesprochen. Wir befinden uns nicht in jener Epoche, wo wir einen Roosevelt oder Churchill erwarten können. Die Welt, in der wir jetzt leben, ist nicht wie jene. Europa wurde wiederaufgebaut, China und Indien sind Mächte. Einige andere Länder sind dabei, sich zu mobilisieren und das ist gut.
Es gab ab und zu Kommentare über die Rolle der Vereinigten Staaten in dieser Krise. Es wurde davon gesprochen, dass die Vereinigten Staaten die Krise in Wall Street begonnen haben könnten, und wir haben gehört, dass ein Teil davon in Wall Street begonnen hat.
Einige Gesellschaften bzw. Firmen sind ungerechtfertigt große Risiken eingegangen und dass hat eine riesige Auswirkung auf unsere Wirtschaft ausgeübt und das wurde in der Weltwirtschaft diskutiert.
Wie ersichtlich, waren die Antworten von Obama an die Journalisten vor allem an seine Wähler gerichtet. Sie drücken das aus, was der Präsident der Vereinigten Staaten denkt. Ohne Zweifel ist er viel besser als Bush und McCain, aber seine Denkweise wird den realen Problemen der heutigen Welt nicht gerecht. Das Imperium ist viel mächtiger als er und seine guten Absichten.
Der Gipfel der G-20 kündigte in seinem Schlusskommuniqué Folgendes an:
Sie werden die Fonds für den Weltwährungsfond verdreifachen - auf 750 Milliarden Dollar; 500 Milliarden Dollar sind für Darlehen an die am härtesten von der Krise betroffenen Länder vorgesehen und 250 Milliarden für eine neue Zuweisung von Sonderziehungsrechten (SZR).
Sie werden zusätzliche 100 Milliarden der Stärkung der multilateralen Entwicklungsbanken widmen.
Sie werden 250 Milliarden zur Ankurbelung des Welthandels zur Verfügung stellen.
Ich muss darauf hinweisen, dass die Europäische Union, Japan, China und andere Länder diese Fonds einbringen werden und andererseits außerdem durch den Verkauf eines Teils der Goldreserven des IWF.
Der britische Premierminister äußerte, dass „eine neue Weltordnung am Entstehen ist“; und fügte hinzu, dass “der Konsens von Washington übertroffen wurde” und dass “die Entscheidungen von heute die Krise nicht unmittelbar lösen werden”.
Der französische Präsident erklärte sich „wirklich glücklich“ über die auf dem Gipfel erreichten Ergebnisse, indem er bei seinen Erwägungen äußerte, dass die getroffenen Maßnahmen ein Beweis für „die tiefgreifendste Reform des Finanzwesens seit 1945“ sind. Er musste den Konferenzraum nicht verlassen.
Das US-Arbeitsministerium berichtete, dass im März die Anzahl derjenigen, die weiterhin Arbeitslosengeld empfangen haben, auf einen neuen historischen Höchstwert von 5,73 Millionen gestiegen ist.
Obama sprach von Bretton Woods. Damals, am Ende des letzten Weltkrieges, besaßen die Vereinigten Staaten 80% des Goldes der Welt und ihre aufstrebende Wirtschaft war intakt. Bretton Woods hat ihnen das Privileg gegeben, die konvertierbaren Devisen in Umlauf zu bringen, als die anderen Länder ruiniert waren.
Sie verfügten über Dollars und Gold. Dessen Wert blieb während über 25 Jahren stabil, bis zu dem Zeitpunkt, als die Vereinigten Staaten – ruiniert durch den imperialistischen Krieg in Vietnam – einseitig die Konvertierung des Dollar abgesetzt und nach ihrem Belieben die Wirtschaft der anderen Länder der Welt manipuliert haben.
Die Krise ist unlösbar an das kapitalistische System der Produktion und Verteilung gebunden. Dessen wichtigsten Exponenten, die Vereinigten Staaten, haben während ihrer Geschichte zwei große Krisen erlitten, welche ihre Wirtschaft über Zeiträume beeinträchtigt haben, die 20 Jahre überschritten. Dies ist die dritte und sie werden sich nur sehr langsam von ihr erholen. Das weiß Europa aus eigener bitterer Erfahrung.
Die transnationalen US-Unternehmen haben kraft Bretton Woods überall auf der Welt Besitztümer erworben. Sie zahlten mit Gold und mit Wertpapieren; heutzutage kaufen sie diese mit Geldscheinen oder wie die Chinesen sie zu bezeichnen pflegen mit Schrottwährung. Ihr Land besitzt außerdem das eigentümliche Privileg des Vetorechts im Internationalen Währungsfond. In London wurde kein einziges Wort darüber verlauten lassen, dass die Vereinigten Staaten zum Verzicht auf solch ein Privileg verpflichtet. Die nächste Krise wird viel schneller erfolgen und wird viel schwerwiegender sein, als sich das Obama und mehrere seiner wichtigsten Verbündeten der G-7 vorstellen. Die Krisen können weder durch verwaltungsmäßige noch durch technische Maßnahmen gelöst werden, weil sie systemisch sind und jedes Mal die Weltwirtschaft und die Globalisierung des Planeten beeinträchtigen.
Nicht alle haben sich von der Hochstimmung von London mitreißen lassen.
Eine Agenturmeldung von AFP berichtet, dass die UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, an diesem Donnerstag den Gipfel der G-20 kritisiert hat, wobei sie bedauerte, dass die Demonstranten und die ärmsten Länder ausgeschlossen worden waren.
„Als Hochkommissarin für Menschenrechte würde ich sagen, dass die Finanzpolitik sich nicht auf die Banken beschränken, sondern sich den Menschen widmen sollte, deren Interessen im Zentrum der Debatten stehen müssten. Der Gipfel der G-20 sollte sofort die Sorgen der armen Arbeiter und Bauern in den Mittelpunkt stellen.”
Zahlreiche Demonstrationen gegen den Gipfel fanden gleichzeitig in London statt.
Eine weitere Agenturmeldung teilt mit, dass der Kommissionsvorsitzender der Afrikanischen Union, Jean Ping, bezüglich des Gipfels erklärte: „Wir bitten die Länder nicht darum, dass sie ihre Hände in die Taschen stecken, um uns Geld zu geben, denn sie haben versprochen, versprochen und abermals versprochen und haben nichts getan. Das ist eine Maßnahme, die schon im vergangenen Jahr getroffen worden war“.
Während in London die angeblich rettenden Maßnahmen getroffen wurden, erschien das Gespenst des Klimawechsels am selben Tag, als das Schlussabkommen der G-20 verabschiedet wurde, als eine noch schwerwiegendere Tragödie als die Finanzkrise.
Eine AFP-Agenturmeldung berichtete Folgendes: „Circa 80% der arktischen Polarkappe könnte bis zu einem so nahe liegenden Zeitpunkt wie dem Jahr 2040 verschwinden, anstelle der bis jetzt geschätzten Zeitspanne bis zum Jahr 2100, wie aus einer neuen wissenschaftlichen Studie hervorgeht“.
„Die gegen Ende des Sommers mit Eis bedeckte Oberfläche des Nordpolarmeeres könnte in jener Epoche unter einer Million Quadratmeter bleiben, gegen 4,6 Millionen Km2 heute”. Jener Bericht wurde aus den von Wissenschaftlern einer gemeinsamen Studie der Universität des Bundesstaates Washington und der US-Behörde für Ozeane und Atmosphäre zur Verfügung gestellten Angaben erarbeitet. Gemäß derselben hat die arktische Polarkappe an den Sommer-Enden der Jahre 2007 und 2008 eine spektakuläre Verminderung erlitten, als die Eisoberfläche jeweils 4,3 und 4,7 Millionen Km2 erreichte.
Die angewandten Modelle ermöglichen vorauszusehen, dass der Nordpol in 32 Jahren praktisch ohne Eis sein wird. Wie die Wissenschaftler zu berichten wissen, sahen die vorherigen Modelle diesen Ausgang für Ende des 21. Jahrhunderts vor. Eine riesige Wassermenge ist dort in der sehr dickschichtigen Polarkappe gespeichert.
Die Zeitung Granma hat in ihrer heutigen Ausgabe jene Nachrichten wiedergegeben.
Über beide Probleme, die internationale Finanzkrise und den Klimawechsel habe ich am 1. April geschrieben. Die Absicht besteht nicht darin, Mutlosigkeit zu säen, sondern Bewusstsein zu schaffen. Nichts ist schlimmer, als die Unwissenheit. Wie wunderbar auch die klassischen Sportwettkämpfe sein mögen, wir dürfen nicht verzagen und solche Themen, die unbedingt Aufmerksamkeit erfordern, wie zum Beispiel die Wirtschaft, das Klima und die Wissenschaft, ignorieren. Ich bin Sportfanatiker wie alle anderen, aber der Mensch lebt nicht vom Brot allein.
Fidel Castro Ruz
3. April 2009
15:49 Uhr
Der Präsident der Vereinigten Staaten erklärte auf einer Konferenz zum Abschluss des Gipfels der G-20 um 14:30 Uhr Ortszeit Kuba, dass die Arbeitslosigkeit in seinem Land ihren Höchstwert innerhalb der letzten 26 Jahre erreicht hat.
In der Vergangenheit hat die Welt gegenüber Krisen dieser Art nicht mit der notwendigen Schnelligkeit reagiert, sagte er. Wir haben jetzt die Geschichtslektionen gelernt. Manche Presseleute haben Zweifel über unsere Fähigkeit zur Erreichung eines Übereinkommens zum Ausdruck gebracht. Sie haben die ehrliche Debatte mit unvereinbaren Meinungsverschiedenheiten verwechselt, aber wir haben bewiesen, dass es möglich ist, Konsense zu erreichen.
Wir haben Maßnahmen zur Lösung der Situation vereinbart und zur Absicherung dessen, dass wir in der Zukunft nicht bis an diesen Punkt kommen werden. Wir haben eine Übereinkunft, um die Schaffung von Arbeitsplätzen zu fördern. Die Vereinigten Staaten werden ihre Finanzeinrichtungen von den toxischen Aktiva säubern, um den Kredit für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erneut zu fördern. Die G-20 wird ähnliche Programme in Angriff nehmen.
Wir werden mittels Kreditbereitstellungen eine Initiative zur Unterstützung der Volkswirtschaften der Entwicklungsländer in die Tat umsetzen. Gleichzeitig lehnen wir den Protektionismus ab, der zur Verschlimmerung der Probleme beitragen könnte.
Wir werden die Überwachung der wichtigen Einrichtungen und Bereiche ausdehnen und umfangreicher gestalten. Wir werden den IWF und die anderen internationalen Finanzierungseinrichtungen reformieren und erweitern, um sie so zu stärken.
Circa 448 Milliarden Dollar werden dazu bestimmt sein, die Wirtschaften der Entwicklungsländer zu unterstützen. Zur Verhinderung von humanitären Katastrophen werden wir ebenfalls die UNO und die Weltbank unterstützen.
Auf viele der direkten Fragen der akkreditierten Presse antwortete der US-amerikanische Präsident.
Unter anderem behauptete er:
Ich bin der Meinung, dass alles recht gut gelaufen ist. Ich bin mit der Absicht zuzuhören, zu lernen und Führerschaft anzubieten, hierher gekommen. Ich bin mit den vereinbarten Übereinkommen und damit, dazu einen Beitrag geleistet zu haben, zufrieden.
Wir haben eine globalisierte Wirtschaft und so müssen wir die Initiativen ebenfalls auf globaler Ebene ergreifen, damit sie wirksam sein können. Die Vereinigten Staaten haben eine drastische Exportverminderung erfahren und die Tatsache, dass andere Volkswirtschaften davon angesteckt wurden, übt negativen Einfluss auf andere US- Unternehmen aus, die solider aussahen.
Unter anderem sagte er Folgendes:
Dies ist ein gemeinschaftliches Dokument, aber ohne Zweifel hat jedes Land seine eigenen Ideen und Probleme, die vielleicht für das jeweilige Land nicht verhandelbar sind. Wir haben versucht, diese Elemente so anzupassen, dass wir die Effektivität des Dokuments im Allgemeinen nicht behindern.
Das löst aber noch nicht das Problem der toxischen Aktiva, und die Art und Weise, wie jedes Land damit umgehen wird, erreicht äußerste Bedeutung, und ebenso die Pläne für den wirtschaftlichen Aufschwung jedes Einzelnen. Vollkommen klar ist aber, je schneller gehandelt wird, desto schneller werden wir alle Nutzen daraus ziehen.
Ich glaube, dass es immer ein breites Meinungsspektrum darüber gegeben hat, wie ungerecht der freie Markt sein kann und diesen Ruf verfolgend argwöhnen einige bezüglich der Globalisierung und andere sind der Meinung, dass der Markt immer Herrscher ist; aber derjenige, der die Geschichte studiert hat, weiß, dass der Markt der effektivste Mechanismus ist, um Reichtum zu erzeugen. Nur manchmal gerät er aus dem Gleis und wenn er nicht reguliert ist, und wenn es keine Rahmen gibt, durch welche die Energien des Marktes kanalisiert werden können, kann uns das zu etwas führen, was wir nicht möchten.
Bezüglich der lokalen Politik – ich bin Präsident der Vereinigten Staaten, ich bin nicht Präsident von China oder Japan, bzw. Europa. Also muss ich direkte Antworten für meine Wählerschaft haben, um ihr Leben zu verbessern. Meine Anwesenheit hier hilft, dass die US-Bürger eine Wohnung, eine Beschäftigung haben können, und dass ihre Kinder zur Schule gehen können; kurz und gut, damit sie den amerikanischen Traum haben können.
Gemäß den internationalen Umfragen scheinen die Menschen größere Hoffnungen bezüglich der Führerschaft der Vereinigten Staaten zu haben.
Ich wäre nicht hier, wenn ich nicht der Meinung wäre, dass wir als Nation wichtige Dinge zeigen können.
Wir haben über Bretton Woods gesprochen. Wir befinden uns nicht in jener Epoche, wo wir einen Roosevelt oder Churchill erwarten können. Die Welt, in der wir jetzt leben, ist nicht wie jene. Europa wurde wiederaufgebaut, China und Indien sind Mächte. Einige andere Länder sind dabei, sich zu mobilisieren und das ist gut.
Es gab ab und zu Kommentare über die Rolle der Vereinigten Staaten in dieser Krise. Es wurde davon gesprochen, dass die Vereinigten Staaten die Krise in Wall Street begonnen haben könnten, und wir haben gehört, dass ein Teil davon in Wall Street begonnen hat.
Einige Gesellschaften bzw. Firmen sind ungerechtfertigt große Risiken eingegangen und dass hat eine riesige Auswirkung auf unsere Wirtschaft ausgeübt und das wurde in der Weltwirtschaft diskutiert.
Wie ersichtlich, waren die Antworten von Obama an die Journalisten vor allem an seine Wähler gerichtet. Sie drücken das aus, was der Präsident der Vereinigten Staaten denkt. Ohne Zweifel ist er viel besser als Bush und McCain, aber seine Denkweise wird den realen Problemen der heutigen Welt nicht gerecht. Das Imperium ist viel mächtiger als er und seine guten Absichten.
Der Gipfel der G-20 kündigte in seinem Schlusskommuniqué Folgendes an:
Sie werden die Fonds für den Weltwährungsfond verdreifachen - auf 750 Milliarden Dollar; 500 Milliarden Dollar sind für Darlehen an die am härtesten von der Krise betroffenen Länder vorgesehen und 250 Milliarden für eine neue Zuweisung von Sonderziehungsrechten (SZR).
Sie werden zusätzliche 100 Milliarden der Stärkung der multilateralen Entwicklungsbanken widmen.
Sie werden 250 Milliarden zur Ankurbelung des Welthandels zur Verfügung stellen.
Ich muss darauf hinweisen, dass die Europäische Union, Japan, China und andere Länder diese Fonds einbringen werden und andererseits außerdem durch den Verkauf eines Teils der Goldreserven des IWF.
Der britische Premierminister äußerte, dass „eine neue Weltordnung am Entstehen ist“; und fügte hinzu, dass “der Konsens von Washington übertroffen wurde” und dass “die Entscheidungen von heute die Krise nicht unmittelbar lösen werden”.
Der französische Präsident erklärte sich „wirklich glücklich“ über die auf dem Gipfel erreichten Ergebnisse, indem er bei seinen Erwägungen äußerte, dass die getroffenen Maßnahmen ein Beweis für „die tiefgreifendste Reform des Finanzwesens seit 1945“ sind. Er musste den Konferenzraum nicht verlassen.
Das US-Arbeitsministerium berichtete, dass im März die Anzahl derjenigen, die weiterhin Arbeitslosengeld empfangen haben, auf einen neuen historischen Höchstwert von 5,73 Millionen gestiegen ist.
Obama sprach von Bretton Woods. Damals, am Ende des letzten Weltkrieges, besaßen die Vereinigten Staaten 80% des Goldes der Welt und ihre aufstrebende Wirtschaft war intakt. Bretton Woods hat ihnen das Privileg gegeben, die konvertierbaren Devisen in Umlauf zu bringen, als die anderen Länder ruiniert waren.
Sie verfügten über Dollars und Gold. Dessen Wert blieb während über 25 Jahren stabil, bis zu dem Zeitpunkt, als die Vereinigten Staaten – ruiniert durch den imperialistischen Krieg in Vietnam – einseitig die Konvertierung des Dollar abgesetzt und nach ihrem Belieben die Wirtschaft der anderen Länder der Welt manipuliert haben.
Die Krise ist unlösbar an das kapitalistische System der Produktion und Verteilung gebunden. Dessen wichtigsten Exponenten, die Vereinigten Staaten, haben während ihrer Geschichte zwei große Krisen erlitten, welche ihre Wirtschaft über Zeiträume beeinträchtigt haben, die 20 Jahre überschritten. Dies ist die dritte und sie werden sich nur sehr langsam von ihr erholen. Das weiß Europa aus eigener bitterer Erfahrung.
Die transnationalen US-Unternehmen haben kraft Bretton Woods überall auf der Welt Besitztümer erworben. Sie zahlten mit Gold und mit Wertpapieren; heutzutage kaufen sie diese mit Geldscheinen oder wie die Chinesen sie zu bezeichnen pflegen mit Schrottwährung. Ihr Land besitzt außerdem das eigentümliche Privileg des Vetorechts im Internationalen Währungsfond. In London wurde kein einziges Wort darüber verlauten lassen, dass die Vereinigten Staaten zum Verzicht auf solch ein Privileg verpflichtet. Die nächste Krise wird viel schneller erfolgen und wird viel schwerwiegender sein, als sich das Obama und mehrere seiner wichtigsten Verbündeten der G-7 vorstellen. Die Krisen können weder durch verwaltungsmäßige noch durch technische Maßnahmen gelöst werden, weil sie systemisch sind und jedes Mal die Weltwirtschaft und die Globalisierung des Planeten beeinträchtigen.
Nicht alle haben sich von der Hochstimmung von London mitreißen lassen.
Eine Agenturmeldung von AFP berichtet, dass die UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, an diesem Donnerstag den Gipfel der G-20 kritisiert hat, wobei sie bedauerte, dass die Demonstranten und die ärmsten Länder ausgeschlossen worden waren.
„Als Hochkommissarin für Menschenrechte würde ich sagen, dass die Finanzpolitik sich nicht auf die Banken beschränken, sondern sich den Menschen widmen sollte, deren Interessen im Zentrum der Debatten stehen müssten. Der Gipfel der G-20 sollte sofort die Sorgen der armen Arbeiter und Bauern in den Mittelpunkt stellen.”
Zahlreiche Demonstrationen gegen den Gipfel fanden gleichzeitig in London statt.
Eine weitere Agenturmeldung teilt mit, dass der Kommissionsvorsitzender der Afrikanischen Union, Jean Ping, bezüglich des Gipfels erklärte: „Wir bitten die Länder nicht darum, dass sie ihre Hände in die Taschen stecken, um uns Geld zu geben, denn sie haben versprochen, versprochen und abermals versprochen und haben nichts getan. Das ist eine Maßnahme, die schon im vergangenen Jahr getroffen worden war“.
Während in London die angeblich rettenden Maßnahmen getroffen wurden, erschien das Gespenst des Klimawechsels am selben Tag, als das Schlussabkommen der G-20 verabschiedet wurde, als eine noch schwerwiegendere Tragödie als die Finanzkrise.
Eine AFP-Agenturmeldung berichtete Folgendes: „Circa 80% der arktischen Polarkappe könnte bis zu einem so nahe liegenden Zeitpunkt wie dem Jahr 2040 verschwinden, anstelle der bis jetzt geschätzten Zeitspanne bis zum Jahr 2100, wie aus einer neuen wissenschaftlichen Studie hervorgeht“.
„Die gegen Ende des Sommers mit Eis bedeckte Oberfläche des Nordpolarmeeres könnte in jener Epoche unter einer Million Quadratmeter bleiben, gegen 4,6 Millionen Km2 heute”. Jener Bericht wurde aus den von Wissenschaftlern einer gemeinsamen Studie der Universität des Bundesstaates Washington und der US-Behörde für Ozeane und Atmosphäre zur Verfügung gestellten Angaben erarbeitet. Gemäß derselben hat die arktische Polarkappe an den Sommer-Enden der Jahre 2007 und 2008 eine spektakuläre Verminderung erlitten, als die Eisoberfläche jeweils 4,3 und 4,7 Millionen Km2 erreichte.
Die angewandten Modelle ermöglichen vorauszusehen, dass der Nordpol in 32 Jahren praktisch ohne Eis sein wird. Wie die Wissenschaftler zu berichten wissen, sahen die vorherigen Modelle diesen Ausgang für Ende des 21. Jahrhunderts vor. Eine riesige Wassermenge ist dort in der sehr dickschichtigen Polarkappe gespeichert.
Die Zeitung Granma hat in ihrer heutigen Ausgabe jene Nachrichten wiedergegeben.
Über beide Probleme, die internationale Finanzkrise und den Klimawechsel habe ich am 1. April geschrieben. Die Absicht besteht nicht darin, Mutlosigkeit zu säen, sondern Bewusstsein zu schaffen. Nichts ist schlimmer, als die Unwissenheit. Wie wunderbar auch die klassischen Sportwettkämpfe sein mögen, wir dürfen nicht verzagen und solche Themen, die unbedingt Aufmerksamkeit erfordern, wie zum Beispiel die Wirtschaft, das Klima und die Wissenschaft, ignorieren. Ich bin Sportfanatiker wie alle anderen, aber der Mensch lebt nicht vom Brot allein.
Fidel Castro Ruz
3. April 2009
15:49 Uhr
Donnerstag, 2. April 2009
Der Beginn des Gipfels
Reflexionen des Genossen Fidel: Der Beginn des Gipfels
Heute begann das G-20-Gipfeltreffen. Die Wirtschaftsexperten haben enorme Anstrengungen unternommen. Einige haben Erfahrung in der Ausübung wichtiger internationaler Ämter, andere als gelehrte Forscher. Das Thema ist komplex und die Sprache neu; eine Sprache, die verlangt, dass man sich mit den Begriffen, den ökonomischen Daten, den internationalen Organisationen und den bedeutendsten internationalen politischen Führungskräften auskennt. Deshalb bemühen wir uns, das, was in London geschieht, zu vereinfachen und auf verständliche Weise zu erklären, so, wie ich die Dinge sehe.
Es sollte niemanden wundern, dass Obama der Star des Londoner Treffens ist. Er vertritt das mächtigste und reichste Land der Welt. Ihm kommen besondere Umstände zugute. Bush, verlogen, zynisch, kriegslustig und gehässig ist nicht anwesend. Auch der mittelmäßige und ignorante McCain nicht, eben dank des erstaunlichen Sieges von Obama, eines Schwarzen im Land der Rassendiskriminierung, wo eine Mehrheit der weißen Wähler für McCain stimmte, auch wenn es nicht ausreichte, um die Stimmen von mehr als 90% der US-amerikanischen Schwarzen und Mestize, der Staatsbürger lateinischer Herkunft, der Armen und von der Krise Betroffenen auszugleichen. Obama ist gerade erst gewählt worden, während andere Führer der G-20 fast am Ende ihrer Amtszeit stehen und er möglicherweise in den nächsten acht Jahren der Präsident der Vereinigten Staaten sein wird. So ist es nicht verwunderlich, dass sich die Nachrichten aus London um ihn drehen.
Was die Welt interessiert, ist, was dabei herauskommt, wenn überhaupt etwas herauskommt. Jeder der Anwesenden hat sowohl seine eigenen nationalen als auch seine persönlichen Ziele in seiner Eigenschaft als politische Führer, die die Geschichte beurteilen wird.
Das Ziel von Obama ist, an erster Stelle, das Image seines Landes zu verändern, das Land, das der Hauptverantwortliche der Tragödie ist, die die Welt erleidet, und dem die Weltöffentlichkeit mit Recht die Schuld für die gegenwärtigen verheerenden Wirtschaftskrise gibt, für die Obama keine politische Verantwortung trägt. Der ehemalige ökonomische Leiter des Internationalen Währungsfonds und heutige Dozent der Technischen Hochschule von Massachusetts, Joseph Stiglitz, sagte: „Er sollte sogar einiges Tages sagen, er sei für nichts verantwortlich und versuche gerade, es so schnell wie möglich zu lösen."
Sein Hauptverbündeter in Europa, Premierminister Gordon Brown, ist der Gastgeber des Gipfels und maßlos bemüht, die durch den Unsinn seines Vorgängers Toni Blair ausgelöste aktuelle Anti-Labour-Tendenz abzuwenden. Obama bietet er die Ehre des Buckingham Palastes, wo dieser zusammen mit seiner Frau Michelle empfangen wurde. Der Präsident schenkte der Königin ein modernes digitales Wiedergabegerät, ein Ergebnis hoch entwickelter US-amerikanischer Technologie, einen Ipod mit Liedern und Bildaufzeichnungen vom Staatsbesuch der Königin in den Vereinigten Staaten im Jahr 2007, sowie ein von Richard Rogers gezeichnetes Partiturbuch. Mit seiner Majestät gab es nichts über das unbedeutende Treffen der G-20 zu besprechen.
Brown seinerseits setzt mit der Krise alles aufs Spiel. Er strebt danach, die Regelung des Bankensystems zu ändern, das wirtschaftliche Wachstum voranzutreiben, die Zusammenarbeit zu verstärken und dem Protektionismus ein Ende zu setzen. Er gibt zu, dass die Verhandlungen schwer sein werden.
Sein Motto lautet: „Es ist besser vor- als rückwärts zu schauen“. Klar ist, dass, wenn die Wähler rückwärts schauen würden, er sehr wenige Stimmen bekommen würde.
Den beiden Verbündeten geht es auf dem G-20-Gipfel darum, die Differenzen mit Frankreich und Deutschland auf ein Minimum zu verringern.
Sarkozy lässt sich den Ärger über die Politik der Vereinigten Staaten anmerken. Er ist explosiv. Vor kurzem drohte er, das Treffen zu verlassen. Gestern erklärte er dem Sender Europe 1 gegenüber, dass es zurzeit keine befriedigende Vereinbarung über den Gipfel gebe, obwohl er seine Drohungen, vom Tisch auszustehen, sollte es keine Fortschritte in Richtung einer strengeren Regelung geben, gemildert hat: „Ich werde mich keinem Gipfel anschließen, der keine strengere Regulierung hervorbringt." Er versichert, dass die Unterhändler keine Vereinbarung erreicht haben.
Der Entwurf des Kommuniqués des Gipfels, der schon unter den Journalisten zirkuliert, berichtet von Maßnahmen zur Wiederherstellung des globalen Wachstums, zur Erhaltung der Marktöffnung und zur Förderung des Welthandels. „Es gibt keine andere Möglichkeit, es müssen Ergebnisse erzielt werden“, sagte Sarkozy gestern.
Vor ein paar Tage verkündete Obama, dass die Vereinigten Staaten Veränderungen in ihrem Regulierungs- und Überwachungssystem einführen wollen, in der Hoffnung, dass diese Erklärung einem Teil der europäischen Forderungen entspricht und er sich einem vorrangigen Angriffspunkt entzieht.
Sarkozy antwortete, dass sein Streben, den Steuerparadiesen ein Ende zu bereiten, ernst gemeint sei.
Die deutsche Kanzlerin, Angela Merkel, die der Position von Sarkozy sehr nahe steht, verlangt, dass weder die Forderung eines für die fortgeschrittenen Länder bestimmten Plans des Steueranreizes in das Abkommen aufgenommen werde, noch die Debatte um die Verkündigung einer neuen internationalen Währung eröffnet werde, was die Forderung der Schwellenländer der G-7 ist.
„Die Welt steht an einem Scheideweg", erklärte Merkel, „wir müssen alles Mögliches unternehmen, damit sich die Krise nicht wiederholt.
Wir müssen über das hinausgehen, was in Washington besprochen wurde", und sie fügte hinzu, „dass alles, was in London vereinbart wird, eine Garantie der Anwendung haben muss. Es darf keinen Ort, kein Produkt, keine einzige Institution ohne Überwachung und Transparenz bleiben."
Merkel befürwortete, die Ausstattung des Internationalen Währungsfonds zu erhöhen und den Entwicklungsländern, die von der Auswirkung der Krise besonders betroffen sind, mehr Hilfe zu geben.
Die Erhöhung der Mittel des Internationalen Währungsfonds scheint schon eine Tatsache zu sein. Der Präsident von Mexiko sagte bei seiner Ankunft in London, dass er mit dem Fonds eine Kreditlinie über 26 Milliarden Euro aushandelt. In London berichtete gestern der stellvertretende Leiter des Internationalen Währungsfonds, John Lipsky, dass der IWF Mexiko eine Kreditlinie über 47 Milliarden Dollar geben wird, um die Liquidität zu garantieren, falls sich die Lage der Märkte durch die Krise verschlechtere. Die Ziffer ist höher, als die von Mexiko beantragte.
Da die USA die Mehrheit der Aktien im IWF besitzt, wäre ohne ihre Unterstützung solch ein Kredit nicht möglich, was den Einfluss Obamas auf dem London-Gipfel abstützt.
Die Agenturmeldungen berichteten, dass Obama sich in London mit Dmitri Medwedew und Hu Jintao, den Präsidenten von Russland und China, treffen wird, um die schwierigen existierenden Probleme zwischen den beiden Ländern und den USA zu besprechen.
In bilateralen Treffen der Supermacht mit den zwei Großmächten wurden sicher wirtschaftliche Probleme besprochen, und vielleicht werden geduldig diskutierte und von ihren diplomatischen Vertretern genehmigte Vereinbarungen verkündigt.
Heute, am 2. April, habe ich eine umfangreiche und detaillierte Xinhua-Agenturmeldung vom 1. April gelesen, wo berichtet wurde, dass „der chinesische Präsident Hu Jintao und der US-Präsident Barack Obama heute vereinbarten, dass ihre Länder zusammenarbeiten werden, um im 21. Jahrhundert eine positive, kooperative und umfassende Beziehung aufzubauen“.
Die Präsidenten haben auch beschlossen, den bilateralen Mechanismus für Strategische und Wirtschaftliche Dialoge festzulegen.
Die neue, während ihres Treffens in London von beiden Staatschefs übernommene Verpflichtung wird den Kurs abstecken und der anhaltenden, soliden und stabilen Entwicklung der Beziehungen zwischen beiden Länder einen starken Antrieb geben.
Die Beziehung zwischen China und den USA ist nach wie vor eine der wichtigsten bilateralen Beziehungen der Welt im 21. Jahrhundert, dem Jahrhundert, in dem die Menschheit große Möglichkeiten hat und großen Herausforderungen gegenübersteht. In der neuen Ära haben beide Länder wichtige Verantwortungen bezüglich des Friedens, der Beständigkeit und der weltweiten Entwicklung, und sie haben auch große gemeinsame Interessen.
Beide Seiten müssen mit dem Rhythmus der Epoche gehen und die bilateralen Verbindungen immer mit einer strategischen Perspektive und auf lange Sicht gestalten.
Sie müssen die grundlegenden Interessen der anderen Seite respektieren und berücksichtigen und die Gelegenheiten nutzen. Außerdem müssen sie zusammenarbeiten, um sich den Herausforderungen des Jahrhunderts stellen zu können.
Die Gründung des Mechanismus der Strategischen und Wirtschaftlichen Dialoge China-USA ist ein wichtiger Schritt, um der bilateralen Beziehung noch mehr Impulse zu geben. Damit wurde der vorherige strategische Dialog zwischen beiden Ländern auf eine neue Ebene gehoben.
Zu einem Zeitpunkt, wo die internationale finanzielle Krise sich weiter ausweitet, müssen sich beide Länder gegenseitig unterstützen und zusammenarbeiten, um den Sturm zu überwinden, was die gemeinsamen Grundinteressen von China und den USA begünstigen wird.
China und die USA dürfen nicht nur den Austausch und die Zusammenarbeit in Bereichen wie Wirtschaft, Terrorbekämpfung, Bekämpfung transnationaler Verbrechen, Klimawandel, Energie und Umwelt verbessern, sie müssen auch die Verständigung und die Koordination bei regionalen und globalen Themen verstärken."
Solch ein Abkommen kann nicht auf einer 60-minütigen Versammlung diskutiert werden. Er war schon in allen Details ausgearbeitet worden.
China, dessen gegenwärtigen Verbündeten auf dem asiatischen Kontinent das Land vor knapp sieben Jahrzehnten überfallen und ausgeplündert haben, schreitet heute voran zu einem Spitzenplatz in der Weltwirtschaft.
China ist der größte Gläubiger der Vereinigten Staaten und bespricht ruhig mit dem Präsidenten jenes mächtigen Landes die Regeln, die in einer Welt voller Risiken die Beziehungen zwischen den beiden Ländern bestimmen werden.
Vielleicht wird die Agenturmeldung von Xinhua eine der wichtigsten Nachrichten in Bezug auf den Gipfel der G-20 übermitteln.
Der Gipfel begann heute und endete, als ich diese Zeilen schrieb! Erstaunlich!
Fidel Castro Ruz
2. April 2009
15:07 Uhr
Heute begann das G-20-Gipfeltreffen. Die Wirtschaftsexperten haben enorme Anstrengungen unternommen. Einige haben Erfahrung in der Ausübung wichtiger internationaler Ämter, andere als gelehrte Forscher. Das Thema ist komplex und die Sprache neu; eine Sprache, die verlangt, dass man sich mit den Begriffen, den ökonomischen Daten, den internationalen Organisationen und den bedeutendsten internationalen politischen Führungskräften auskennt. Deshalb bemühen wir uns, das, was in London geschieht, zu vereinfachen und auf verständliche Weise zu erklären, so, wie ich die Dinge sehe.
Es sollte niemanden wundern, dass Obama der Star des Londoner Treffens ist. Er vertritt das mächtigste und reichste Land der Welt. Ihm kommen besondere Umstände zugute. Bush, verlogen, zynisch, kriegslustig und gehässig ist nicht anwesend. Auch der mittelmäßige und ignorante McCain nicht, eben dank des erstaunlichen Sieges von Obama, eines Schwarzen im Land der Rassendiskriminierung, wo eine Mehrheit der weißen Wähler für McCain stimmte, auch wenn es nicht ausreichte, um die Stimmen von mehr als 90% der US-amerikanischen Schwarzen und Mestize, der Staatsbürger lateinischer Herkunft, der Armen und von der Krise Betroffenen auszugleichen. Obama ist gerade erst gewählt worden, während andere Führer der G-20 fast am Ende ihrer Amtszeit stehen und er möglicherweise in den nächsten acht Jahren der Präsident der Vereinigten Staaten sein wird. So ist es nicht verwunderlich, dass sich die Nachrichten aus London um ihn drehen.
Was die Welt interessiert, ist, was dabei herauskommt, wenn überhaupt etwas herauskommt. Jeder der Anwesenden hat sowohl seine eigenen nationalen als auch seine persönlichen Ziele in seiner Eigenschaft als politische Führer, die die Geschichte beurteilen wird.
Das Ziel von Obama ist, an erster Stelle, das Image seines Landes zu verändern, das Land, das der Hauptverantwortliche der Tragödie ist, die die Welt erleidet, und dem die Weltöffentlichkeit mit Recht die Schuld für die gegenwärtigen verheerenden Wirtschaftskrise gibt, für die Obama keine politische Verantwortung trägt. Der ehemalige ökonomische Leiter des Internationalen Währungsfonds und heutige Dozent der Technischen Hochschule von Massachusetts, Joseph Stiglitz, sagte: „Er sollte sogar einiges Tages sagen, er sei für nichts verantwortlich und versuche gerade, es so schnell wie möglich zu lösen."
Sein Hauptverbündeter in Europa, Premierminister Gordon Brown, ist der Gastgeber des Gipfels und maßlos bemüht, die durch den Unsinn seines Vorgängers Toni Blair ausgelöste aktuelle Anti-Labour-Tendenz abzuwenden. Obama bietet er die Ehre des Buckingham Palastes, wo dieser zusammen mit seiner Frau Michelle empfangen wurde. Der Präsident schenkte der Königin ein modernes digitales Wiedergabegerät, ein Ergebnis hoch entwickelter US-amerikanischer Technologie, einen Ipod mit Liedern und Bildaufzeichnungen vom Staatsbesuch der Königin in den Vereinigten Staaten im Jahr 2007, sowie ein von Richard Rogers gezeichnetes Partiturbuch. Mit seiner Majestät gab es nichts über das unbedeutende Treffen der G-20 zu besprechen.
Brown seinerseits setzt mit der Krise alles aufs Spiel. Er strebt danach, die Regelung des Bankensystems zu ändern, das wirtschaftliche Wachstum voranzutreiben, die Zusammenarbeit zu verstärken und dem Protektionismus ein Ende zu setzen. Er gibt zu, dass die Verhandlungen schwer sein werden.
Sein Motto lautet: „Es ist besser vor- als rückwärts zu schauen“. Klar ist, dass, wenn die Wähler rückwärts schauen würden, er sehr wenige Stimmen bekommen würde.
Den beiden Verbündeten geht es auf dem G-20-Gipfel darum, die Differenzen mit Frankreich und Deutschland auf ein Minimum zu verringern.
Sarkozy lässt sich den Ärger über die Politik der Vereinigten Staaten anmerken. Er ist explosiv. Vor kurzem drohte er, das Treffen zu verlassen. Gestern erklärte er dem Sender Europe 1 gegenüber, dass es zurzeit keine befriedigende Vereinbarung über den Gipfel gebe, obwohl er seine Drohungen, vom Tisch auszustehen, sollte es keine Fortschritte in Richtung einer strengeren Regelung geben, gemildert hat: „Ich werde mich keinem Gipfel anschließen, der keine strengere Regulierung hervorbringt." Er versichert, dass die Unterhändler keine Vereinbarung erreicht haben.
Der Entwurf des Kommuniqués des Gipfels, der schon unter den Journalisten zirkuliert, berichtet von Maßnahmen zur Wiederherstellung des globalen Wachstums, zur Erhaltung der Marktöffnung und zur Förderung des Welthandels. „Es gibt keine andere Möglichkeit, es müssen Ergebnisse erzielt werden“, sagte Sarkozy gestern.
Vor ein paar Tage verkündete Obama, dass die Vereinigten Staaten Veränderungen in ihrem Regulierungs- und Überwachungssystem einführen wollen, in der Hoffnung, dass diese Erklärung einem Teil der europäischen Forderungen entspricht und er sich einem vorrangigen Angriffspunkt entzieht.
Sarkozy antwortete, dass sein Streben, den Steuerparadiesen ein Ende zu bereiten, ernst gemeint sei.
Die deutsche Kanzlerin, Angela Merkel, die der Position von Sarkozy sehr nahe steht, verlangt, dass weder die Forderung eines für die fortgeschrittenen Länder bestimmten Plans des Steueranreizes in das Abkommen aufgenommen werde, noch die Debatte um die Verkündigung einer neuen internationalen Währung eröffnet werde, was die Forderung der Schwellenländer der G-7 ist.
„Die Welt steht an einem Scheideweg", erklärte Merkel, „wir müssen alles Mögliches unternehmen, damit sich die Krise nicht wiederholt.
Wir müssen über das hinausgehen, was in Washington besprochen wurde", und sie fügte hinzu, „dass alles, was in London vereinbart wird, eine Garantie der Anwendung haben muss. Es darf keinen Ort, kein Produkt, keine einzige Institution ohne Überwachung und Transparenz bleiben."
Merkel befürwortete, die Ausstattung des Internationalen Währungsfonds zu erhöhen und den Entwicklungsländern, die von der Auswirkung der Krise besonders betroffen sind, mehr Hilfe zu geben.
Die Erhöhung der Mittel des Internationalen Währungsfonds scheint schon eine Tatsache zu sein. Der Präsident von Mexiko sagte bei seiner Ankunft in London, dass er mit dem Fonds eine Kreditlinie über 26 Milliarden Euro aushandelt. In London berichtete gestern der stellvertretende Leiter des Internationalen Währungsfonds, John Lipsky, dass der IWF Mexiko eine Kreditlinie über 47 Milliarden Dollar geben wird, um die Liquidität zu garantieren, falls sich die Lage der Märkte durch die Krise verschlechtere. Die Ziffer ist höher, als die von Mexiko beantragte.
Da die USA die Mehrheit der Aktien im IWF besitzt, wäre ohne ihre Unterstützung solch ein Kredit nicht möglich, was den Einfluss Obamas auf dem London-Gipfel abstützt.
Die Agenturmeldungen berichteten, dass Obama sich in London mit Dmitri Medwedew und Hu Jintao, den Präsidenten von Russland und China, treffen wird, um die schwierigen existierenden Probleme zwischen den beiden Ländern und den USA zu besprechen.
In bilateralen Treffen der Supermacht mit den zwei Großmächten wurden sicher wirtschaftliche Probleme besprochen, und vielleicht werden geduldig diskutierte und von ihren diplomatischen Vertretern genehmigte Vereinbarungen verkündigt.
Heute, am 2. April, habe ich eine umfangreiche und detaillierte Xinhua-Agenturmeldung vom 1. April gelesen, wo berichtet wurde, dass „der chinesische Präsident Hu Jintao und der US-Präsident Barack Obama heute vereinbarten, dass ihre Länder zusammenarbeiten werden, um im 21. Jahrhundert eine positive, kooperative und umfassende Beziehung aufzubauen“.
Die Präsidenten haben auch beschlossen, den bilateralen Mechanismus für Strategische und Wirtschaftliche Dialoge festzulegen.
Die neue, während ihres Treffens in London von beiden Staatschefs übernommene Verpflichtung wird den Kurs abstecken und der anhaltenden, soliden und stabilen Entwicklung der Beziehungen zwischen beiden Länder einen starken Antrieb geben.
Die Beziehung zwischen China und den USA ist nach wie vor eine der wichtigsten bilateralen Beziehungen der Welt im 21. Jahrhundert, dem Jahrhundert, in dem die Menschheit große Möglichkeiten hat und großen Herausforderungen gegenübersteht. In der neuen Ära haben beide Länder wichtige Verantwortungen bezüglich des Friedens, der Beständigkeit und der weltweiten Entwicklung, und sie haben auch große gemeinsame Interessen.
Beide Seiten müssen mit dem Rhythmus der Epoche gehen und die bilateralen Verbindungen immer mit einer strategischen Perspektive und auf lange Sicht gestalten.
Sie müssen die grundlegenden Interessen der anderen Seite respektieren und berücksichtigen und die Gelegenheiten nutzen. Außerdem müssen sie zusammenarbeiten, um sich den Herausforderungen des Jahrhunderts stellen zu können.
Die Gründung des Mechanismus der Strategischen und Wirtschaftlichen Dialoge China-USA ist ein wichtiger Schritt, um der bilateralen Beziehung noch mehr Impulse zu geben. Damit wurde der vorherige strategische Dialog zwischen beiden Ländern auf eine neue Ebene gehoben.
Zu einem Zeitpunkt, wo die internationale finanzielle Krise sich weiter ausweitet, müssen sich beide Länder gegenseitig unterstützen und zusammenarbeiten, um den Sturm zu überwinden, was die gemeinsamen Grundinteressen von China und den USA begünstigen wird.
China und die USA dürfen nicht nur den Austausch und die Zusammenarbeit in Bereichen wie Wirtschaft, Terrorbekämpfung, Bekämpfung transnationaler Verbrechen, Klimawandel, Energie und Umwelt verbessern, sie müssen auch die Verständigung und die Koordination bei regionalen und globalen Themen verstärken."
Solch ein Abkommen kann nicht auf einer 60-minütigen Versammlung diskutiert werden. Er war schon in allen Details ausgearbeitet worden.
China, dessen gegenwärtigen Verbündeten auf dem asiatischen Kontinent das Land vor knapp sieben Jahrzehnten überfallen und ausgeplündert haben, schreitet heute voran zu einem Spitzenplatz in der Weltwirtschaft.
China ist der größte Gläubiger der Vereinigten Staaten und bespricht ruhig mit dem Präsidenten jenes mächtigen Landes die Regeln, die in einer Welt voller Risiken die Beziehungen zwischen den beiden Ländern bestimmen werden.
Vielleicht wird die Agenturmeldung von Xinhua eine der wichtigsten Nachrichten in Bezug auf den Gipfel der G-20 übermitteln.
Der Gipfel begann heute und endete, als ich diese Zeilen schrieb! Erstaunlich!
Fidel Castro Ruz
2. April 2009
15:07 Uhr
Mittwoch, 1. April 2009
Was Notimex nicht gesagt hat
Reflexionen des Genossen Fidel: Was Notimex nicht gesagt hat
Am Dienstag, dem 31. März, habe ich zeitig eine Notimex-Agenturmeldung vom 30. März mit folgendem Wortlaut gelesen:
„Alan García, Präsident von Peru, hat den Rückzug seines Landes aus dem unter der Schirmherrschaft der Regierungen von Venezuela und Kuba stehenden humanitären Programm ‘Misión Milagro’ zur Behandlung von Augenheilkunde-Patienten heute als ‘vernünftig’ bezeichnet.“
„Indem er die Effizienz der staatlichen Essalud bei Grauer Star-Operationen unterstrich, sagte das peruanische Staatsoberhaupt gegenüber den Journalisten, dass ‘es keinen Grund mehr für die Weiterführung der’ aus ausländischen Ärzten bestehenden ‘Mission’ gäbe.“
„Der Staatschef teilte mit, dass in zwei Jahren über die ‘Misión Milagro’ insgesamt 1500 Personen operiert wurden, während Essalud in einem Jahr in Peru 25000 Patienten behandelt hat.“
Im weiteren Text fährt die Meldung fort, García andere ähnliche Argumente in den Mund zu legen.
Erstens verstand ich nicht, warum Notimex Venezuela in diese Mission verwickelt hatte, die von Kuba im Juli 2004 nach dem starken Erdbeben begonnen wurde, das das Gebiet von Pisco in Peru heimgesucht hatte. Venezuela ist ein bewährter Freund von Kuba und hat unserem Volk gegenüber große Solidaritäts-Beweise gegeben, hat aber absolut nichts mit der Aktion unseres Landes in Peru zu tun, mit welcher wir eine Solidaritätstradition auf dem Gebiet der Gesundheitsdienste fortsetzen, welche im Jahr 1960 in Algerien begonnen wurde, als dessen Volk um die Unabhängigkeit vom französischen Kolonialismus kämpfte. Chávez wurde am 28. Juli 1954 geboren, d.h. er war zu jenem Zeitpunkt noch keine sechs Jahre alt. Eine ähnliche Aktion der Solidarität mit Peru wurde 1970 ausgeführt, als ein anderes Erdbeben 70.000 Peruaner das Leben gekostet hat und nicht einmal diplomatische Beziehungen zwischen beiden Ländern bestanden. Unsere großzügige Bevölkerung lieferte zu jenem Anlass 100.000 Blutspenden.
Da ich an die Falschinformationen über Kuba gewöhnt bin und verwundert über diese seltsame Agenturmeldung war, bat ich darum, bei unserem Botschafter in Lima einige Informationen bezüglich der Situation unserer Ärzte einzuholen:
„Die Operation Milagro hat seit dem Jahr 2006 das Sehvermögen von 19.496 Peruanern wiederhergestellt bzw. verbessert, 16.907 in der Augenheilklinik von Kuba in Bolivien und 2.589 in der Augenheilklinik von Kuba im Cuzco, welche am 15. Dezember 2008 ihre Arbeit begonnen hat.“
„Weder bei diesen abgegebenen Erklärungen, noch an anderer Stelle erwähnte der Staatschef Kuba oder unsere Klinik der Operation Milagros im Cuzco.“
„Zur gleichen Zeit dieser Erklärungen hat der Ministerratsvorsitzende Yehude Simón sich lobend über die kubanische Zusammenarbeit mit Peru auf dem Gebiet des Gesundheitswesens geäußert, als er vor den in Lima zusammengekommenen Gesundheitsministern von Südamerika sprach. Simón brachte den Dank seiner Regierung und des peruanischen Volkes an Kuba zum Ausdruck und sprach sich für die Erweiterung dieser Beziehungen zwischen unseren Ländern aus.“
„Wir verfügen ebenfalls über direkte Informationen darüber, dass sich García selbst kürzlich sowohl öffentlich als auch privat respektvoll über Kuba geäußert hat und dabei den Dank für den entscheidenden Beitrag unseres medizinischen Personals in Peru zum Ausdruck brachte.”
Ich werde keinen einzigen Cent dafür verlangen, dass ich die Agenturmeldung mit dem vervollständigt habe, was Notimex zu sagen vergessen hat. Die großen Zeitungen von Lima und andere öffentliche Medien haben solche Behauptungen weiterverbreitet.
Fidel Castro Ruz
1. April 2009
19:23 Uhr
Am Dienstag, dem 31. März, habe ich zeitig eine Notimex-Agenturmeldung vom 30. März mit folgendem Wortlaut gelesen:
„Alan García, Präsident von Peru, hat den Rückzug seines Landes aus dem unter der Schirmherrschaft der Regierungen von Venezuela und Kuba stehenden humanitären Programm ‘Misión Milagro’ zur Behandlung von Augenheilkunde-Patienten heute als ‘vernünftig’ bezeichnet.“
„Indem er die Effizienz der staatlichen Essalud bei Grauer Star-Operationen unterstrich, sagte das peruanische Staatsoberhaupt gegenüber den Journalisten, dass ‘es keinen Grund mehr für die Weiterführung der’ aus ausländischen Ärzten bestehenden ‘Mission’ gäbe.“
„Der Staatschef teilte mit, dass in zwei Jahren über die ‘Misión Milagro’ insgesamt 1500 Personen operiert wurden, während Essalud in einem Jahr in Peru 25000 Patienten behandelt hat.“
Im weiteren Text fährt die Meldung fort, García andere ähnliche Argumente in den Mund zu legen.
Erstens verstand ich nicht, warum Notimex Venezuela in diese Mission verwickelt hatte, die von Kuba im Juli 2004 nach dem starken Erdbeben begonnen wurde, das das Gebiet von Pisco in Peru heimgesucht hatte. Venezuela ist ein bewährter Freund von Kuba und hat unserem Volk gegenüber große Solidaritäts-Beweise gegeben, hat aber absolut nichts mit der Aktion unseres Landes in Peru zu tun, mit welcher wir eine Solidaritätstradition auf dem Gebiet der Gesundheitsdienste fortsetzen, welche im Jahr 1960 in Algerien begonnen wurde, als dessen Volk um die Unabhängigkeit vom französischen Kolonialismus kämpfte. Chávez wurde am 28. Juli 1954 geboren, d.h. er war zu jenem Zeitpunkt noch keine sechs Jahre alt. Eine ähnliche Aktion der Solidarität mit Peru wurde 1970 ausgeführt, als ein anderes Erdbeben 70.000 Peruaner das Leben gekostet hat und nicht einmal diplomatische Beziehungen zwischen beiden Ländern bestanden. Unsere großzügige Bevölkerung lieferte zu jenem Anlass 100.000 Blutspenden.
Da ich an die Falschinformationen über Kuba gewöhnt bin und verwundert über diese seltsame Agenturmeldung war, bat ich darum, bei unserem Botschafter in Lima einige Informationen bezüglich der Situation unserer Ärzte einzuholen:
„Die Operation Milagro hat seit dem Jahr 2006 das Sehvermögen von 19.496 Peruanern wiederhergestellt bzw. verbessert, 16.907 in der Augenheilklinik von Kuba in Bolivien und 2.589 in der Augenheilklinik von Kuba im Cuzco, welche am 15. Dezember 2008 ihre Arbeit begonnen hat.“
„Weder bei diesen abgegebenen Erklärungen, noch an anderer Stelle erwähnte der Staatschef Kuba oder unsere Klinik der Operation Milagros im Cuzco.“
„Zur gleichen Zeit dieser Erklärungen hat der Ministerratsvorsitzende Yehude Simón sich lobend über die kubanische Zusammenarbeit mit Peru auf dem Gebiet des Gesundheitswesens geäußert, als er vor den in Lima zusammengekommenen Gesundheitsministern von Südamerika sprach. Simón brachte den Dank seiner Regierung und des peruanischen Volkes an Kuba zum Ausdruck und sprach sich für die Erweiterung dieser Beziehungen zwischen unseren Ländern aus.“
„Wir verfügen ebenfalls über direkte Informationen darüber, dass sich García selbst kürzlich sowohl öffentlich als auch privat respektvoll über Kuba geäußert hat und dabei den Dank für den entscheidenden Beitrag unseres medizinischen Personals in Peru zum Ausdruck brachte.”
Ich werde keinen einzigen Cent dafür verlangen, dass ich die Agenturmeldung mit dem vervollständigt habe, was Notimex zu sagen vergessen hat. Die großen Zeitungen von Lima und andere öffentliche Medien haben solche Behauptungen weiterverbreitet.
Fidel Castro Ruz
1. April 2009
19:23 Uhr
Ein weiteres großes Problem der Welt von heute
Reflexionen des Genossen Fidel: Ein weiteres großes Problem der Welt von heute
Die Finanzkrise ist nicht das einzige Problem, es gibt ein noch schlimmeres, da es nicht mit der Art und Weise von Produktion und Vertrieb zu tun hat, sondern mit der Existenz selbst. Ich meine den Klimawechsel. Beide sind sehr gegenwärtig und es wird über beide gleichzeitig diskutiert werden.
Am folgenden Sonntag, dem 5. April, werden in Bonn die Gespräche der UNO über den Klimawechsel wieder aufgenommen. Circa 190 Länder versuchen, ein Abkommen über die Verminderung der Treibhausgase für die Zeit nach 2012 zu erreichen, wenn das Kyoto-Protokoll abläuft.
Die Vereinigten Staaten haben dieses Protokoll nie ratifiziert. Der neue Präsident, dem dieses Problem von Bush hinterlassen wurde, hat am Samstag die Schaffung eines Forums „über die Energie und das Klima“ angekündigt, zu dem am 27. und 28. April Vertreter von 17 wichtigen Volkswirtschaften der Welt zusammenkommen werden, darunter Brasilien, Mexiko, China und die Europäische Union.
Das Treffen in Bonn wird 11 Tage dauern und die Delegation der Vereinigten Staaten wird unter dem Vorsitz von Todd Stern stehen, der vorgesehen hat, ein Kommuniqué zu lesen.
Ivo de Boer, oberster Verantwortlicher der UNO, sagte bezüglich des Klimas: „ich hoffe, dass Stern die Richtlinien festlegen wird, von welchen die Vereinigten Staaten sich leiten lassen werden.”
Es bestehen heftige Widersprüche über den Beitrag der jeweiligen Volkswirtschaften.
Es wird über die den verschiedenen Ländern der Welt zu genehmigenden Grenzen des Kohlendioxids diskutiert werden, ein Gas, welches die Lebensbedingungen des Planeten ernsthaft bedroht.
Es bestehen starke Meinungsverschiedenheiten zwischen den Industrieländern und den Schwellenländern, wie China, Indien und Brasilien; diese sagen, dass sie erst sehen wollen, wie die reichen Länder sich zur Emissions-Verminderung des CO2 verpflichten.
Währenddessen zerschmelzen augenscheinlich auf beschleunigte Art und Weise riesige, in den Eisbergen des Südpols gestaute Wassermassen infolge des bis jetzt in die Atmosphäre abgegeben unheilvollen Gases und das wird noch unzählige Jahre so weitergehen. „Die Wissenschaftler übertreiben!”, rufen die Skeptiker aus und träumen weiter auf der Grundlage solcher haltlosen Hoffnungen.
Über die Nachrichtenagenturen, einschließlich Xinhua und TASS, erscheinen weiterhin Informationen über die Weltwirtschaftskrise. Aus diesen geht hervor, dass nach Meinung der Asiatischen Bank für Entwicklung, die chinesische Wirtschaft im Jahr 2009 nur 7% Wachstum verzeichnen wird. Das scheint wie eine Ironie, wenn man berücksichtigt, dass gemäß den Analysen der Weltbank, die Wirtschaft der zur OECD gehörenden entwickelten Länder sich um 3% vermindern wird, die der Euro-Zone 2,7%, die der Vereinigten Staaten 2,4% und der Welthandel verringert sich um 6,1%.
Dimitri Medwedew, Präsident von Russland, schlägt in einem von The Washington Post veröffentlichten Artikel vor, dass Russland und die Vereinigten Staaten gemeinsam Maßnahmen zur Bekämpfung der Finanzkrise ausarbeiten und die Notwendigkeit zur Schaffung einer Weltreservewährung untersuchen.
Der Präsident von China, Hu Jintao, hat darum gebeten, zwischen verschiedenen Nationen die Koordinierung über die jeweilige Wirtschaftspolitik zu verstärken und gemeinsame Anstrengungen gegen den Protektionismus im Handel und bei den Investitionen zu unternehmen, um die Erholung der Weltwirtschaft zu unterstützen. „Das internationale Finanzwesen muss die notwendigen Reformen auf integrale Art und Weise in Angriff nehmen, ausgewogen, graduell und wirksam, um eine Weltkrise in der Zukunft zu verhindern“, fügte er hinzu.
George Soros, der bekannte US-Großindustrielle ungarischer Herkunft, erklärte: „China wird schneller aus der Rezession herauskommen als die anderen Länder der Welt“. Er wies darauf hin, das „China über ein System verfügt, das für solche Notsituationen angebrachter ist.”
Ähnliche lobende Meinungen können in den gestern veröffentlichten Nachrichten verfolgt werden:
„Den wirtschaftlichen Schwierigkeiten im eigenen Land und im Ausland trotzend hat die chinesische Wertpapierbörse das erste Quartal dieses Jahres mit einer Steigerung von 30 Prozent abgeschlossen, was diese bei weitem zu einer wichtigen Börse mit besten Ergebnissen im laufenden Jahr macht“, berichtet Reuters auf der Grundlage geäußerter Meinungen von Börsenfachleuten.
Während China seinerseits erklärt, dass die Schaffung einer neuen internationalen Reservewährung notwendig ist, erklärt der Weltbankpräsident, Robert Zoellick, Folgendes: „Der Dollar wird weiterhin die hauptsächliche Reservewährung bleiben … ein auf dem Dollar begründetes System und die Stärke des Dollar werden grundlegende Bedeutung haben, um uns aus dieser tiefen Grube herauszuholen… Um eine neue Reservewährung festzulegen, wird mehr als nur ein Gipfel der Gruppe der 20 industriell am höchsten entwickelten Länder und Entwicklungsländer benötigt.”
Die Weltbank vertritt die Meinung, dass der Weltwirtschaft ein gefährliches Jahr bevorsteht und dass sich die Rezession noch vertiefen kann. Sie gab zu, dass China weiter wachsen wird, aber mit einer geringeren Wachstumsrate.
Gemäß der Bank befinden sich die am höchsten entwickelten Länder in einer schlechteren Situation, da sie einen klaren Rückgang zu verzeichnen haben werden. Es ist möglich, behauptet sie, dass die Finanzierungsbedürfnisse der Entwicklungsländer aus dem Ausland für 2009 auf 1,3 Billionen Dollar ansteigen werden. Durch die Verminderung des Kapitalflusses würde das eine Lücke verursachen, die zwischen 270 und 700 Milliarden Dollar liegen würde.
Deshalb wird gemäß ihrem Kriterium niemand den Folgen der Weltwirtschaftskrise entkommen, vor allem die ärmsten nicht, wo bei vielen Jahre des Fortschritts verloren gehen werden. Die Welt der Entwicklungsländer läuft Gefahr, aufgrund der in den Ländern des Nordens verursachten Krise einen schweren Tribut zollen zu müssen.
Der Direktor der Welthandelsorganisation, Pascal Lamy, bittet die G-20 dringend dem Protektionismus entgegenzutreten und Aktionen „geringer Intensität“ zu verhindern, die dazu bestimmt sind, ihre Industrien vor einem eventuellen Zusammenbruch zu schützen.
Die oben bezüglich ihrer Meinung über die Verminderung des BIP erwähnte OECD weist ihrerseits bei dem Thema Arbeitslosigkeit darauf hin, dass diese stark zunehmen und 10% überschreiten wird: sie wird sich in Bezug auf das Niveau von 2007 in den Ländern der G-7, d.h. Vereinigte Staaten, Japan, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Kanada, „beinahe verdoppeln“.
Der Vorsitzende der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, bat die am Gipfel der G-20 teilnehmenden europäischen Mitglieder um „Mut“, um die Aufnahme mehrerer Staaten und Gebiete der Vereinigten Staaten in die schwarze Liste der schädlichen Steuerparadiese zu fordern. „Herr Brown soll Obama sagen, dass er Schluss mit den Steuerparadiesen auf US-amerikanischem Gebiet machen soll”, erklärte er in einem Ausschuss für Wirtschafts- und Währungsfragen des Europäischen Parlaments.
Die zukünftige Regulierung des internationalen Finanzsystems ist zu einem Reibungspunkt zwischen London und Washington einerseits und Paris andererseits geworden.
Die Informationen und die Angaben, die das belegen, sind zahlreich.
Der Präsident der Europäischen Union, José Manuel Durão Barroso, drückte seinerseits seine Sicherheit über das Erreichen eines Konsenses diplomatischer aus, indem er verneinte, dass die Positionen der Europäischen Union und der Vereinigten Staaten einander ausschließen. Er behauptet, dass „wir erneut die Ethik in das System bringen müssen“ und verlangt Maßnahmen gegen die Steuerparadiese.
Die OXFAM, eine bekannte Nichtregierungsorganisation, erklärte, dass mit 8,42 Billionen Dollar öffentlicher Gelder, die von den Regierungen der reichen Länder der Rettung des Bankensektors gewidmet wurden, die Armut auf der Welt während der nächsten 50 Jahre beseitigt werden könnte. Sie führt auch umfangreich Argumente zugunsten der vielen Armen der Welt an, deren Zahl eine dreistellige Millionenhöhe erreicht, die noch ärmer sein werden und zugunsten der Frauen, welche am härtesten von der Krise betroffen sein werden.
Die Gewerkschaften fordern über ihre internationalen Organisationen von den G-20, dass der die Krise begleitenden Arbeitslosigkeit ausreichend Aufmerksamkeit geschenkt wird und verlangen, dass die würdige Arbeit und die Arbeitsrechte in die Erklärung des Gipfels aufgenommen werden.
Morgen beginnt das Classic zwischen den größten Volkswirtschaften der Welt, den am weitesten entwickelten und denen, die sich noch in Entwicklung befinden. Die Spielregeln sind nicht sehr klar. Mal sehen, was diskutiert wird und wie diskutiert wird. Ob wohl die abschließende Erklärung schon fertig ausgearbeitet und vorher bestätigt worden ist? Vielleicht ja, vielleicht nicht. Auf alle Fälle wird es sehr interessant sein zu erfahren – inmitten von so viel Diplomatie – welche Position jeder einzelne einnehmen wird. Auf die eine oder andere Art und Weise wird es kein Geheimnis geben können. Alles hat sich verändert.
Fidel Castro Ruz
1. April 2009
16:35 Uhr
Die Finanzkrise ist nicht das einzige Problem, es gibt ein noch schlimmeres, da es nicht mit der Art und Weise von Produktion und Vertrieb zu tun hat, sondern mit der Existenz selbst. Ich meine den Klimawechsel. Beide sind sehr gegenwärtig und es wird über beide gleichzeitig diskutiert werden.
Am folgenden Sonntag, dem 5. April, werden in Bonn die Gespräche der UNO über den Klimawechsel wieder aufgenommen. Circa 190 Länder versuchen, ein Abkommen über die Verminderung der Treibhausgase für die Zeit nach 2012 zu erreichen, wenn das Kyoto-Protokoll abläuft.
Die Vereinigten Staaten haben dieses Protokoll nie ratifiziert. Der neue Präsident, dem dieses Problem von Bush hinterlassen wurde, hat am Samstag die Schaffung eines Forums „über die Energie und das Klima“ angekündigt, zu dem am 27. und 28. April Vertreter von 17 wichtigen Volkswirtschaften der Welt zusammenkommen werden, darunter Brasilien, Mexiko, China und die Europäische Union.
Das Treffen in Bonn wird 11 Tage dauern und die Delegation der Vereinigten Staaten wird unter dem Vorsitz von Todd Stern stehen, der vorgesehen hat, ein Kommuniqué zu lesen.
Ivo de Boer, oberster Verantwortlicher der UNO, sagte bezüglich des Klimas: „ich hoffe, dass Stern die Richtlinien festlegen wird, von welchen die Vereinigten Staaten sich leiten lassen werden.”
Es bestehen heftige Widersprüche über den Beitrag der jeweiligen Volkswirtschaften.
Es wird über die den verschiedenen Ländern der Welt zu genehmigenden Grenzen des Kohlendioxids diskutiert werden, ein Gas, welches die Lebensbedingungen des Planeten ernsthaft bedroht.
Es bestehen starke Meinungsverschiedenheiten zwischen den Industrieländern und den Schwellenländern, wie China, Indien und Brasilien; diese sagen, dass sie erst sehen wollen, wie die reichen Länder sich zur Emissions-Verminderung des CO2 verpflichten.
Währenddessen zerschmelzen augenscheinlich auf beschleunigte Art und Weise riesige, in den Eisbergen des Südpols gestaute Wassermassen infolge des bis jetzt in die Atmosphäre abgegeben unheilvollen Gases und das wird noch unzählige Jahre so weitergehen. „Die Wissenschaftler übertreiben!”, rufen die Skeptiker aus und träumen weiter auf der Grundlage solcher haltlosen Hoffnungen.
Über die Nachrichtenagenturen, einschließlich Xinhua und TASS, erscheinen weiterhin Informationen über die Weltwirtschaftskrise. Aus diesen geht hervor, dass nach Meinung der Asiatischen Bank für Entwicklung, die chinesische Wirtschaft im Jahr 2009 nur 7% Wachstum verzeichnen wird. Das scheint wie eine Ironie, wenn man berücksichtigt, dass gemäß den Analysen der Weltbank, die Wirtschaft der zur OECD gehörenden entwickelten Länder sich um 3% vermindern wird, die der Euro-Zone 2,7%, die der Vereinigten Staaten 2,4% und der Welthandel verringert sich um 6,1%.
Dimitri Medwedew, Präsident von Russland, schlägt in einem von The Washington Post veröffentlichten Artikel vor, dass Russland und die Vereinigten Staaten gemeinsam Maßnahmen zur Bekämpfung der Finanzkrise ausarbeiten und die Notwendigkeit zur Schaffung einer Weltreservewährung untersuchen.
Der Präsident von China, Hu Jintao, hat darum gebeten, zwischen verschiedenen Nationen die Koordinierung über die jeweilige Wirtschaftspolitik zu verstärken und gemeinsame Anstrengungen gegen den Protektionismus im Handel und bei den Investitionen zu unternehmen, um die Erholung der Weltwirtschaft zu unterstützen. „Das internationale Finanzwesen muss die notwendigen Reformen auf integrale Art und Weise in Angriff nehmen, ausgewogen, graduell und wirksam, um eine Weltkrise in der Zukunft zu verhindern“, fügte er hinzu.
George Soros, der bekannte US-Großindustrielle ungarischer Herkunft, erklärte: „China wird schneller aus der Rezession herauskommen als die anderen Länder der Welt“. Er wies darauf hin, das „China über ein System verfügt, das für solche Notsituationen angebrachter ist.”
Ähnliche lobende Meinungen können in den gestern veröffentlichten Nachrichten verfolgt werden:
„Den wirtschaftlichen Schwierigkeiten im eigenen Land und im Ausland trotzend hat die chinesische Wertpapierbörse das erste Quartal dieses Jahres mit einer Steigerung von 30 Prozent abgeschlossen, was diese bei weitem zu einer wichtigen Börse mit besten Ergebnissen im laufenden Jahr macht“, berichtet Reuters auf der Grundlage geäußerter Meinungen von Börsenfachleuten.
Während China seinerseits erklärt, dass die Schaffung einer neuen internationalen Reservewährung notwendig ist, erklärt der Weltbankpräsident, Robert Zoellick, Folgendes: „Der Dollar wird weiterhin die hauptsächliche Reservewährung bleiben … ein auf dem Dollar begründetes System und die Stärke des Dollar werden grundlegende Bedeutung haben, um uns aus dieser tiefen Grube herauszuholen… Um eine neue Reservewährung festzulegen, wird mehr als nur ein Gipfel der Gruppe der 20 industriell am höchsten entwickelten Länder und Entwicklungsländer benötigt.”
Die Weltbank vertritt die Meinung, dass der Weltwirtschaft ein gefährliches Jahr bevorsteht und dass sich die Rezession noch vertiefen kann. Sie gab zu, dass China weiter wachsen wird, aber mit einer geringeren Wachstumsrate.
Gemäß der Bank befinden sich die am höchsten entwickelten Länder in einer schlechteren Situation, da sie einen klaren Rückgang zu verzeichnen haben werden. Es ist möglich, behauptet sie, dass die Finanzierungsbedürfnisse der Entwicklungsländer aus dem Ausland für 2009 auf 1,3 Billionen Dollar ansteigen werden. Durch die Verminderung des Kapitalflusses würde das eine Lücke verursachen, die zwischen 270 und 700 Milliarden Dollar liegen würde.
Deshalb wird gemäß ihrem Kriterium niemand den Folgen der Weltwirtschaftskrise entkommen, vor allem die ärmsten nicht, wo bei vielen Jahre des Fortschritts verloren gehen werden. Die Welt der Entwicklungsländer läuft Gefahr, aufgrund der in den Ländern des Nordens verursachten Krise einen schweren Tribut zollen zu müssen.
Der Direktor der Welthandelsorganisation, Pascal Lamy, bittet die G-20 dringend dem Protektionismus entgegenzutreten und Aktionen „geringer Intensität“ zu verhindern, die dazu bestimmt sind, ihre Industrien vor einem eventuellen Zusammenbruch zu schützen.
Die oben bezüglich ihrer Meinung über die Verminderung des BIP erwähnte OECD weist ihrerseits bei dem Thema Arbeitslosigkeit darauf hin, dass diese stark zunehmen und 10% überschreiten wird: sie wird sich in Bezug auf das Niveau von 2007 in den Ländern der G-7, d.h. Vereinigte Staaten, Japan, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Kanada, „beinahe verdoppeln“.
Der Vorsitzende der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, bat die am Gipfel der G-20 teilnehmenden europäischen Mitglieder um „Mut“, um die Aufnahme mehrerer Staaten und Gebiete der Vereinigten Staaten in die schwarze Liste der schädlichen Steuerparadiese zu fordern. „Herr Brown soll Obama sagen, dass er Schluss mit den Steuerparadiesen auf US-amerikanischem Gebiet machen soll”, erklärte er in einem Ausschuss für Wirtschafts- und Währungsfragen des Europäischen Parlaments.
Die zukünftige Regulierung des internationalen Finanzsystems ist zu einem Reibungspunkt zwischen London und Washington einerseits und Paris andererseits geworden.
Die Informationen und die Angaben, die das belegen, sind zahlreich.
Der Präsident der Europäischen Union, José Manuel Durão Barroso, drückte seinerseits seine Sicherheit über das Erreichen eines Konsenses diplomatischer aus, indem er verneinte, dass die Positionen der Europäischen Union und der Vereinigten Staaten einander ausschließen. Er behauptet, dass „wir erneut die Ethik in das System bringen müssen“ und verlangt Maßnahmen gegen die Steuerparadiese.
Die OXFAM, eine bekannte Nichtregierungsorganisation, erklärte, dass mit 8,42 Billionen Dollar öffentlicher Gelder, die von den Regierungen der reichen Länder der Rettung des Bankensektors gewidmet wurden, die Armut auf der Welt während der nächsten 50 Jahre beseitigt werden könnte. Sie führt auch umfangreich Argumente zugunsten der vielen Armen der Welt an, deren Zahl eine dreistellige Millionenhöhe erreicht, die noch ärmer sein werden und zugunsten der Frauen, welche am härtesten von der Krise betroffen sein werden.
Die Gewerkschaften fordern über ihre internationalen Organisationen von den G-20, dass der die Krise begleitenden Arbeitslosigkeit ausreichend Aufmerksamkeit geschenkt wird und verlangen, dass die würdige Arbeit und die Arbeitsrechte in die Erklärung des Gipfels aufgenommen werden.
Morgen beginnt das Classic zwischen den größten Volkswirtschaften der Welt, den am weitesten entwickelten und denen, die sich noch in Entwicklung befinden. Die Spielregeln sind nicht sehr klar. Mal sehen, was diskutiert wird und wie diskutiert wird. Ob wohl die abschließende Erklärung schon fertig ausgearbeitet und vorher bestätigt worden ist? Vielleicht ja, vielleicht nicht. Auf alle Fälle wird es sehr interessant sein zu erfahren – inmitten von so viel Diplomatie – welche Position jeder einzelne einnehmen wird. Auf die eine oder andere Art und Weise wird es kein Geheimnis geben können. Alles hat sich verändert.
Fidel Castro Ruz
1. April 2009
16:35 Uhr
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