Reflexionen des Genossen Fidel: 10 Jahre Lehren und Lernen
»Aló Presidente« hat seine Übertragungen am 23. Mai 1999 begonnen. Dieses Jahr war Chávez an diesem Tag anlässlich der Feierlichkeiten zum 187. Jahrestag der Schlacht von Pichincha in Ecuador. Morgen beginnen die Feierlichkeiten zum 10. Jubiläum des Programms.
Der Fall Hugo Chávez ist in der Politikgeschichte außergewöhnlich. Andere Persönlichkeiten sind dank der Printmedien, dank Rundfunk oder Fernsehen berühmt und gefeiert geworden. Aber nie zuvor hat eine revolutionäre Idee ein Massenmedium so wirksam genutzt. Im Fall des heroischen Kampfes der Bolivarianischen Revolution hätten der Imperialismus und die Oligarchie mit ihrer fast absoluten Kontrolle über die Massenmedien, mit ihren Verleumdungen und Lügen, die Revolution in Venezuela ohne dieses Programm zerstört.
Ich habe vorsichtig geschätzt, dass in diesen zehn Jahren der Präsident Venezuelas, Hugo Chávez, 1536 Nettostunden, d.h. das Äquivalent von 64 Tagen, einem Programm zur Information, Erziehung und Bildung der Nation gewidmet hat.
Bei diesem ständigen Meinungsaustausch hat er gelehrt und gelernt, hat er das Volk erzogen und gebildet und wurde auch von ihm erzogen und gebildet. Er hat gelesen und hat Kenntnisse erworben und übermittelt. Er hat aus Büchern gelernt und sie empfohlen. Er hat sich auf die reiche Geschichte seines Landes bezogen und an den Kampf und die prophetischen Träume von Bolivar erinnert, von dem er viele Reden auswendig kannte.
»Aló Presidente« wurde ein Programm für Venezuela und für diejenigen auf diesem Planeten, die erfahren möchten, was passiert und was passieren kann. Zu meinen wöchentlichen Aufgaben gehört es, dem »Aló« eine gewisse Zeit zu widmen.
Was am meisten ermutigt, ist, dass das einfache und kämpferische Volk Venezuelas Chávez immer mehr unterstützt. Jeden Tag nimmt die Zahl der Arbeiter und jungen Leute zu, die in die Reihen der revolutionären Kräfte eintreten. Er ist dabei, die Schlacht der Ideen zu gewinnen.
Enge Verwandte von ihm haben mir gesagt, dass es ihm gesundheitlich sehr gut geht, nie zuvor haben sie ihn mit so viel Begeisterung und Lebenskraft gesehen. Er läuft 40 Minuten täglich und hat in einem Monat einige Pfunde abgenommen. Das freut uns sehr. Er ist ein großartiger Freund in schwierigen Tagen der Revolution gewesen. Wir haben standgehalten und wir werden weiterhin beharrlich standhaft bleiben. Wir haben heute mehr Gründe dafür als je zuvor.
Fidel Castro Ruz
27. Mai 2009
20.37 Uhr
Hier finden Sie chronologisch sortiert Reden und Schriften des kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro Ruz
Mittwoch, 27. Mai 2009
Folter kann niemals gerechtfertigt werden
Reflexionen des Genossen Fidel: Folter kann niemals gerechtfertigt werden
Als ich am Sonntag der Reflexion über Haiti den letzten Schliff gab, hörte ich im Fernsehen die Gedenkfeier zur Schlacht von Pichincha, die vor 187 Jahren, am 24. Mai 1822, in Ecuador stattgefunden hat. Die zur Gestaltung der Veranstaltung verwendete Musik war sehr schön und ansprechend.
Ich betrachtete eine ganze Weile die prächtigen Uniformen jener Zeit und andere Details der Gedenkfeier.
Wie viele emotionsgeladene Erinnerungen es bezüglich der heldenhaften Schlacht gibt, welche die Unabhängigkeit von Ecuador entschied! Die Ideale und Träume dieser Zeit waren bei der Veranstaltung zu spüren. An der Seite des Präsidenten von Ecuador, Rafael Correa, waren als Ehrengäste Hugo Chávez und Evo Morales anwesend – die heute eine Neuauflage des Verlangens nach Unabhängigkeit und Gerechtigkeit verkörpern, für welche die lateinamerikanischen Patrioten kämpften und starben. Sucre war, angetrieben von den Träumen Bolívars, der Protagonist jener unvergänglichen Heldentat.
Der Kampf ist noch nicht zu Ende. Er lebt unter ganz anderen Bedingungen, von denen man damals vielleicht nicht einmal träumte, wieder auf.
Mir kam die Version einer Rede von Dick Cheney über Nationale Sicherheit in den Sinn, die ich am Samstag gelesen hatte, welche er am Donnerstag um 11:20 Uhr im Institut für US-Unternehmen hielt und die von CNN auf Spanisch und CNN auf Englisch übertragen wurde. Es war eine Antwort auf die vom US-Präsidenten Barack Obama am selben Tag um 10:27 Uhr zum gleichen Thema gehaltene Rede, der er eine Erklärung bezüglich der Schließung des Gefängnisses von Guantánamo hinzufügte. Ich hatte seine Rede an jenem Tag gehört.
Die Erwähnung jenes Stücks unseres gewaltsam besetzt gehaltenen Hoheitsgebiets erweckte meine Aufmerksamkeit, außer dem logischen Interesse überhaupt zu dem Thema. Mir war ganz und gar nicht bekannt, dass Cheney unmittelbar danach sprechen würde. Das ist für gewöhnlich nicht so.
Zuerst dachte ich, dass es eine offene Herausforderung an den neuen Präsidenten sein könnte, aber als ich die offizielle Version las, begriff ich, dass die schnelle Antwort vorher abgesprochen worden war.
Der ehemalige Vizepräsident hatte seine Rede sorgfältig ausgearbeitet, in einem respektvollen und manchmal beschönigenden Ton.
Aber die Rede von Cheney zeichnete sich besonders durch die Verteidigung der Folter als einer Methode aus, durch die unter bestimmten Umständen Information gewonnen werden können.
Unser nördlicher Nachbar ist ein planetarisches Machtzentrum, die reichste und mächtigste Nation, Besitzer von 5.000 bis 10.000 nuklearen Sprengköpfen, die an jeglichem Punkt des Planeten mit Millimetergenauigkeit zum Explodieren gebracht werden können. Dazu wären noch ihre anderen Kriegsausrüstungen hinzuzufügen: chemische, biologische, elektromagnetische Waffen, ein riesiges Arsenal an Kampfmitteln zur Anwendung auf dem Land-, See- und Luftwege. Jene Waffen befinden sich in Händen derjenigen, die auf das Recht zur Verwendung der Folter appellieren.
Unser Land besitzt ausreichend politische Bildung, um solche Argumente zu analysieren. Viele Menschen auf der Welt verstehen ebenfalls, was die Worte von Cheney besagen. Ich werde eine kurze Zusammenfassung machen, indem ich Absätze aus seinen eigenen Zeilen auswähle und sie mit kurzen Kommentaren und Meinungen versehe.
Er begann die Rede von Obama zu kritisieren: „es ist offensichtlich, dass dem Präsidenten in einem Repräsentantenhaus eine Strafe auferlegt würde, weil dort die ein-paar-Minuten-Regel gilt“, sagte er als Scherz, obwohl er seinerseits recht lange sprach, die übersetzte offizielle Version besteht aus 31 Seiten mit je 22 Zeilen.
„…ich war der erste Vizepräsident, der ebenfalls das Amt des Verteidigungsministers ausübte… meine Pflichten waren logischerweise auf die nationale Sicherheit gerichtet, ich konzentrierte mich größtenteils auf jene Herausforderungen… Jetzt verfüge ich über mehr Freiheit. Ich habe keine Wahl zu gewinnen bzw. zu verlieren, noch bin ich auf der Suche nach Gefälligkeiten.
Ich spreche hier nicht im Namen von George W. Bush. Niemand möchte mehr als wir, dass die jetzige Regierung erfolgreich ist.
Heute möchte ich über die strategische Philosophie sprechen, auf der unsere Politikrichtlinien aufgebaut waren. Ich tue dies als jemand, der jeden Tag der Bush-Regierung dort war, der die jeweilige Politik unterstützte, wenn die Entscheidungen getroffen wurden und der es ohne Zweifel unter den selben Umständen erneut tun würde.
Präsident Obama verdient unsere Unterstützung, wenn er weise Entscheidungen trifft, wie er es meines Erachtens bei bestimmten Angelegenheiten bezüglich Afghanistan getan hat, und wenn es darum geht, seinen Plan zur Veröffentlichung von aufwieglerischen Fotos umzuändern und wenn er beschuldigt bzw. die von uns getroffenen Entscheidungen über nationale Sicherheit verfälscht, dann verdient er eine Antwort.“
„Unsere Regierung musste immer Kritiken die Stirn bieten, die im Fall bestimmter Kreise immer sehr heftig waren, besonders in den letzten Regierungsjahren, als die Gefahren so schwerwiegend oder schwerwiegender denn je waren, aber sich das Gefühl für die Gefahr nach dem 11. September schon im Gedächtnis verflüchtigte.”
Anschließend macht er eine Aufzählung der gegen die Vereinigten Staaten in den letzten 16 Jahren sowohl innerhalb ihrer Grenzen als im Ausland verübten terroristischen Angriffe, wobei er ein halbes Dutzend davon nannte.
Das Problem bestand für Cheney darin, das dornige Problem der Folter anzusprechen, welche die offizielle Politik der Vereinigten Staaten so oft verurteilt hat.
„Der 11. September machte einen Wandel in der Politik notwendig, und zwar orientiert auf eine strategische Bedrohung, welche der Kongress als eine unübliche und außerordentliche Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA bewertete… Wir haben vom ersten Augenblick an beschlossen, Angriffe zu verhindern.”, versicherte er.
Er nennt die Anzahl der am 11. September ums Leben gekommenen Menschen und vergleicht dies mit dem Angriff auf Pearl Harbor. Er erklärt nicht, warum die komplizierte Aktion relativ leicht organisiert werden konnte, welche vorherigen Geheimdienst-Mitteilungen Bush hatte, was zur Abwendung hätte getan werden können. Bush war schon knapp acht Monate als Präsident im Amt. Es war bekannt, dass er wenig arbeitete und sich viel erholte. Er ging ständig weg in seine Farm von Texas.
„Al Qaeda war auf der Suche von atomarer Technik“ – behauptet er – „und A. Q. Khan verkaufte atomare Technik auf dem Schwarzmarkt”, – ruft er aus und fügt hinzu: „Es gab die Angriffe unbekannter Herkunft mit Anthrax, die Trainingslager in Afghanistan und Diktatoren wie Saddam Hussein, mit bekannten Verbindungen zu Terroristen im Mittleren Osten.
Wie Sie sich erinnern werden, war ich in jenen ersten Stunden in meinem Büro, als der Radar ein Flugzeug entdeckte, Flugnummer 77, dass mit einer Geschwindigkeit von 500 Meilen pro Stunde in Richtung auf das Weiße Haus flog und das schließlich im Pentagon aufschlug. Als das Flugzeug noch in der Luft war, traten die Agenten des Geheimdienstes in mein Amtszimmer und sagten mir, dass wir sofort gehen müssten. Ein paar Augenblicke später befand ich mich in einem befestigten Befehlsstand an irgendeinem Ort unter dem Weißen Haus.”
Die Erzählung von Cheney macht offensichtlich, dass niemand jene Situation vorgesehen hatte und tut dem Stolz der US-Amerikaner keinen großen Gefallen, da sie von der Annahme ausgeht, dass jemand versteckt in einer 15 bis 20 Kilometer entfernten Höhle den Präsidenten der Vereinigten Staaten dazu zwingen konnte, seine Befehlshaberstelle im Keller des Weißen Hauses einzunehmen.
„Von diesem Augenblick an“ – erzählt Cheney – habe ich gelegentliche Mutmaßungen gehört, dass ich mich nach dem 11. September verändert hätte. Ich würde das nicht sagen, aber ich muss zugeben, dass die Beobachtung eines koordinierten und verheerenden Angriffs gegen unser Land von einem unterirdischen Bunker unter dem Weißen Haus aus, die Sichtweise von jedermann bezüglich seiner Pflichten verändern kann.”
„ Da man die Kriege nicht gewinnen kann, indem man sich in der Verteidigung befindet, haben wir direkt gegen die Terroristen, gegen ihre Verstecke und Heiligtümer gehandelt.
Die Politikrichtlinien wurden mit Zweiparteien-Unterstützung angewandt.
Wir haben die Staatsgewalt nicht erfunden. Sie ist im Artikel zwei der Verfassung enthalten.
Nach dem 11. September haben der Kongress und ein Gemischter Ausschuss alles Notwendige zum Schutz der USA genehmigt.
Diese Initiative hat es uns erlaubt, Telefonanrufe abzufangen und Kontakte zwischen Al Quaeda–Stützpunkten und Personen innerhalb der USA zu verfolgen.
Das Programm war ‘top secret’ und aus gutem Grund, bis zu dem Zeitpunkt, wo die Herausgeber der New York Times Zugang bekamen und es auf der Titelseite veröffentlichten. Nach dem 11. September hat die Tageszeitung monatelang damit zugebracht, Fotos der an jenem Tag durch al Quaeda verursachten Toten zu veröffentlichen.
Das beeindruckte den Pulitzer-Preis-Ausschuss, hat aber offensichtlich weder den Interessen des Landes gedient noch das Volk geschützt.
Jahre später begriff unsere Regierung, dass es die Sicherheit des Landes erforderlich machte, Information zusammenzutragen, die in einigen Fällen nur über harte Verhöre erlangt werden konnte.
Ich war und bleibe ein starker Verteidiger des Verhöre-Programms.” (Er meint die Verhöre unter Anwendung der Folter.)
„Jene Methode wurde bei Terroristen angewendet, nachdem andere Techniken scheiterten.
Sie waren legal, unerlässlich, sehr gerechtfertigt, erfolgreich und die richtige Handlungsweise.
Aber unsere Nachfolger haben ihren eigenen Standpunkt hierzu.
Wir sahen im vergangenen Monat, wie auf Beschluss des Präsidenten Dokumente veröffentlicht wurden, die in Bezug zu diesen Verhörpraktiken stehen. Das wurde in voller Ausübung der Regierungsgewalt gemacht, um dem Recht der Bevölkerung, die Wahrheit zu erfahren, gerecht zu werden.
…Das Publikum erhielt weniger als die Hälfte der Wahrheit.
Es ist schwierig, sich einen schlimmeren Präzedenzfall vorzustellen, als eine ihre Amtszeit beginnende Regierung, welche öffentliche Anschuldigungen gegen die politischen Entscheidungen ihrer Vorgänger erhebt.
Eine der Personen, die dagegen war, die Memos über Verhörtechniken freizugeben, war der Direktor der Central Intelligence Agency, Leon Panetta.”
Als Cheney bei diesem Punkt angekommen war, musste er jedoch die Geschehnisse im Gefängnis von Abu Ghraib erklären, welche die Welt mit Schrecken erfüllten. „Dort herrschte der Sadismus“ – sagte er – „und das hatte überhaupt nichts mit den Verhören auf der Suche nach Information zu tun.
In Abu Ghraib haben sadistische Wächter Gefangene missbraucht, und dabei die Gesetze der USA, die militärischen Vorschriften und den Anstand verletzt.
Wir kennen den Unterschied zwischen Gerechtigkeit und Rache. Wir versuchten nicht, Rache an den Autoren des 11. Septembers auszuüben.
Seit Beginn des Programms haben wir nur die wichtigste Priorität anvisiert, das heißt, Information über die Terrorpläne zu erlangen.
Sie hatten wegen dem den irakischen Gefangenen und der Sache der Vereinigten Staaten zugefügten Schaden verdient, der Justiz überstellt zu werden und ihnen wurde Gerechtigkeit zuteil.”
Abgesehen von den tausenden, im Krieg von Irak gefallenen, verkrüppelten und verletzten jungen US-Amerikanern und den fabelhaften dort aufgewandten Fonds haben in jenem Land nach der von Bush befohlenen Invasion einige hunderttausende Kinder, junge und greise Menschen, Männer und Frauen ihr Leben verloren, die absolut keine Schuld an dem Angriff auf die Zwillingstürme hatten. Jene enorme Masse an unschuldigen Opfern wurde in der Rede von Cheney nicht einmal erwähnt.
Er geht über sie hinweg und fährt fort:
„Wenn die Liberalen mit einigen der Entscheidungen nicht konform gehen und die Konservativen mit anderen, dann würde es scheinen, als ob der Präsident sich auf dem Weg zu einer besonnenen Lösung befindet.
Aber im Kampf gegen den Terrorismus, gibt es keine Dinge auf halbem Wege und halbe Maßnahmen setzen einen halb Risiken aus.
Wenn du eine einzige Spur verpasst, kann uns das zu einer Katastrophe führen.
An seinem zweiten Regierungstag verkündete Präsident Obama die Schließung des Gefängnisses von Guantánamo. Jener Schritt wurde mit geringer Beratschlagung und ohne Plan getan.
Für jene Regierung (Obama) war es einfach, in Europa Applaus wegen der Schließung von Guantánamo zu erhalten, aber ihr fällt es schwer, eine den Interessen der Gerechtigkeit und der US-amerikanischen nationalen Sicherheit dienende Alternative zu finden.
In der Kategorie Euphemismus wird ein gerade in einer bekannten Tagezeitung erschienener Leitartikel den Preis gewinnen, der von uns eingefangene Terroristen als ‘Entführte’ bezeichnet.
Wir haben Feinde unseres Landes, die von einer Tageszeitung als Entführungs-Opfer bezeichnet werden.
Die Verhöre und das Überwachungsprogramm haben dieses Land ohne Zweifel sicherer gemacht.
Wenn Obama und seine Regierung von Verhören sprechen, dann tun sie dies, als ob sie das moralische Dilemma, wie man den Terroristen lebenswichtige Information entreißen kann, gelöst hätten.
In Wirklichkeit lassen sie die Entscheidungen beiseite, während sie eine moralische Überlegenheit vorgeben.
Jene Memorandums zu verlautbaren ist gegen die Interessen der nationalen Sicherheit.
Der Schaden beginnt bei der in hohem Grade geheimen Information, die sich schon in Terroristen-Händen befindet.
Regierungen der Welt, die uns bei gemeinsamen Manövern unterstützt haben, hegen jetzt Befürchtungen, weil sie andere Operationen gefährdet sehen.
Präsident Obama hat seine Macht dazu genutzt, um zu enthüllen, was in den Verhören geschieht …
Der Landesgeheimdienst-Direktor von Präsident Obama, Denis C. Blair, hat es wie folgt ausgedrückt: ,Die hochwertige Information stammt aus den Verhören, bei denen jene Methoden angewandt wurden, und sie gab uns ein besseres Verständnis über die Organisation von Al Quaeda, die unser Land angriff’.
Admiral Blair gab diese Schlussfolgerung schriftlich; aber dieselbe verschwand bei einer späteren, von der Regierung bekannt gegebenen Version.
Jene 26 fehlenden Worte sagten eine unangemessene Wahrheit; aber sie konnten nicht die Aussagen des CIA-Direktors der Regierungen unter Clinton und Bush, George Tenet, verändern, der klar gesagt hat: ,Ich weiß, dass dieses Programm Leben gerettet hat. Ich weiß, dass wir Pläne vereitelt haben. Ich weiß, dass dieses Programm für sich allein mehr wert ist, als der FBI, der CIA und der Staatsicherheitsdienst uns zusammen geben konnten.’
Wenn die US-Amerikaner die Möglichkeit haben zu erfahren, was im Land verhindert werden konnte, dann sollten wir die Dringlichkeit erläutern und das angemessene Wesen jener Verhöre in den Jahren nach dem 11. September.
Wir beschäftigen uns damit, ihre Geheimnisse in Erfahrung zu bringen, anstelle unsere mit ihnen zu teilen.
Das ist etwas, was beibehalten werden muss, bis die Gefahr gebannt ist. In diesem Prozess mussten schwierige Entscheidungen getroffen werden.
Keine Entscheidung über nationale Sicherheit wurde leichtfertig bzw. übereilt getroffen.
Wie bei jeglichem Konflikt hat es Kosten gegeben. Keine derselben war höher, als die Opfer jener im Dienste des Landes Gefallenen und Verletzten.
„Wie viele andere, die den Vereinigten Staaten Dienste leisten, gehören sie nicht zu denen, die Dank fordern, aber ich werde ihnen dankbar sein.”
Seine Angriffe auf die Regierung von Obama waren wirklich hart, aber ich möchte keine Meinungen über jenes Thema zum Ausdruck bringen. Es steht mir jedoch zu, daran zu erinnern, dass der Terrorismus nicht vom Himmel gefallen ist: es war die von den Vereinigten Staaten erfundene Methode zur Bekämpfung der Kubanischen Revolution.
Kein Geringerer als General Dwight Eisenhower, Präsident der Vereinigten Staaten, war der Erste, der den Terrorismus gegen unser Vaterland anwandte, und es handelte sich nicht um eine Gruppe blutiger Aktionen gegen unsere Bevölkerung, sondern um Dutzende Taten seit dem Jahr 1959 selbst, die dann zu hunderten terroristischen Handlungen pro Jahr anwuchsen, so unter Anwendung von Brennstoffen, Hochleistungs-Sprengstoffen, hoch entwickelten Präzisionswaffen mit Infrarotstrahlen, Giftstoffen wie Zyanid, Pilzen, dem hämorrhagischen Denguefieber, Schweinefieber, Anthrax, Viren und Bakterien, die landwirtschaftliche Kulturen, Pflanzen, Tiere und Menschen angriffen.
Es waren nicht nur Aktionen gegen die Wirtschaft und die Bevölkerung, sondern ebenfalls solche darauf gerichtete, die Revolutionsführer zu beseitigen.
Tausenden Menschen wurde Schaden zugefügt und die Wirtschaft, deren Aufgabe es ist, die Ernährung, das Gesundheitswesen und die elementarsten Dienste für die Bevölkerung abzusichern, wurde einer unerbittlichen Blockade unterworfen, die exterritorial angewandt wird.
Ich erfinde diese Tatsachen nicht. Sie sind in den verlautbarten Dokumenten der Regierung der Vereinigten Staaten enthalten. In unserem Land wurde trotz der schwerwiegenden Gefahren, die uns über Jahrzehnte bedrohten, niemals jemand gefoltert, um Information zu erlangen.
So schwerwiegend auch die Aktionen vom 11. September 2001 gegen das Volk der Vereinigten Staaten gewesen sind, die die ganze Welt energisch verurteilt hat, so ist die Folter doch eine feige und beschämende Handlung, die niemals gerechtfertigt werden kann.
Fidel Castro Ruz
27. Mai 2009
12:54 Uhr
Als ich am Sonntag der Reflexion über Haiti den letzten Schliff gab, hörte ich im Fernsehen die Gedenkfeier zur Schlacht von Pichincha, die vor 187 Jahren, am 24. Mai 1822, in Ecuador stattgefunden hat. Die zur Gestaltung der Veranstaltung verwendete Musik war sehr schön und ansprechend.
Ich betrachtete eine ganze Weile die prächtigen Uniformen jener Zeit und andere Details der Gedenkfeier.
Wie viele emotionsgeladene Erinnerungen es bezüglich der heldenhaften Schlacht gibt, welche die Unabhängigkeit von Ecuador entschied! Die Ideale und Träume dieser Zeit waren bei der Veranstaltung zu spüren. An der Seite des Präsidenten von Ecuador, Rafael Correa, waren als Ehrengäste Hugo Chávez und Evo Morales anwesend – die heute eine Neuauflage des Verlangens nach Unabhängigkeit und Gerechtigkeit verkörpern, für welche die lateinamerikanischen Patrioten kämpften und starben. Sucre war, angetrieben von den Träumen Bolívars, der Protagonist jener unvergänglichen Heldentat.
Der Kampf ist noch nicht zu Ende. Er lebt unter ganz anderen Bedingungen, von denen man damals vielleicht nicht einmal träumte, wieder auf.
Mir kam die Version einer Rede von Dick Cheney über Nationale Sicherheit in den Sinn, die ich am Samstag gelesen hatte, welche er am Donnerstag um 11:20 Uhr im Institut für US-Unternehmen hielt und die von CNN auf Spanisch und CNN auf Englisch übertragen wurde. Es war eine Antwort auf die vom US-Präsidenten Barack Obama am selben Tag um 10:27 Uhr zum gleichen Thema gehaltene Rede, der er eine Erklärung bezüglich der Schließung des Gefängnisses von Guantánamo hinzufügte. Ich hatte seine Rede an jenem Tag gehört.
Die Erwähnung jenes Stücks unseres gewaltsam besetzt gehaltenen Hoheitsgebiets erweckte meine Aufmerksamkeit, außer dem logischen Interesse überhaupt zu dem Thema. Mir war ganz und gar nicht bekannt, dass Cheney unmittelbar danach sprechen würde. Das ist für gewöhnlich nicht so.
Zuerst dachte ich, dass es eine offene Herausforderung an den neuen Präsidenten sein könnte, aber als ich die offizielle Version las, begriff ich, dass die schnelle Antwort vorher abgesprochen worden war.
Der ehemalige Vizepräsident hatte seine Rede sorgfältig ausgearbeitet, in einem respektvollen und manchmal beschönigenden Ton.
Aber die Rede von Cheney zeichnete sich besonders durch die Verteidigung der Folter als einer Methode aus, durch die unter bestimmten Umständen Information gewonnen werden können.
Unser nördlicher Nachbar ist ein planetarisches Machtzentrum, die reichste und mächtigste Nation, Besitzer von 5.000 bis 10.000 nuklearen Sprengköpfen, die an jeglichem Punkt des Planeten mit Millimetergenauigkeit zum Explodieren gebracht werden können. Dazu wären noch ihre anderen Kriegsausrüstungen hinzuzufügen: chemische, biologische, elektromagnetische Waffen, ein riesiges Arsenal an Kampfmitteln zur Anwendung auf dem Land-, See- und Luftwege. Jene Waffen befinden sich in Händen derjenigen, die auf das Recht zur Verwendung der Folter appellieren.
Unser Land besitzt ausreichend politische Bildung, um solche Argumente zu analysieren. Viele Menschen auf der Welt verstehen ebenfalls, was die Worte von Cheney besagen. Ich werde eine kurze Zusammenfassung machen, indem ich Absätze aus seinen eigenen Zeilen auswähle und sie mit kurzen Kommentaren und Meinungen versehe.
Er begann die Rede von Obama zu kritisieren: „es ist offensichtlich, dass dem Präsidenten in einem Repräsentantenhaus eine Strafe auferlegt würde, weil dort die ein-paar-Minuten-Regel gilt“, sagte er als Scherz, obwohl er seinerseits recht lange sprach, die übersetzte offizielle Version besteht aus 31 Seiten mit je 22 Zeilen.
„…ich war der erste Vizepräsident, der ebenfalls das Amt des Verteidigungsministers ausübte… meine Pflichten waren logischerweise auf die nationale Sicherheit gerichtet, ich konzentrierte mich größtenteils auf jene Herausforderungen… Jetzt verfüge ich über mehr Freiheit. Ich habe keine Wahl zu gewinnen bzw. zu verlieren, noch bin ich auf der Suche nach Gefälligkeiten.
Ich spreche hier nicht im Namen von George W. Bush. Niemand möchte mehr als wir, dass die jetzige Regierung erfolgreich ist.
Heute möchte ich über die strategische Philosophie sprechen, auf der unsere Politikrichtlinien aufgebaut waren. Ich tue dies als jemand, der jeden Tag der Bush-Regierung dort war, der die jeweilige Politik unterstützte, wenn die Entscheidungen getroffen wurden und der es ohne Zweifel unter den selben Umständen erneut tun würde.
Präsident Obama verdient unsere Unterstützung, wenn er weise Entscheidungen trifft, wie er es meines Erachtens bei bestimmten Angelegenheiten bezüglich Afghanistan getan hat, und wenn es darum geht, seinen Plan zur Veröffentlichung von aufwieglerischen Fotos umzuändern und wenn er beschuldigt bzw. die von uns getroffenen Entscheidungen über nationale Sicherheit verfälscht, dann verdient er eine Antwort.“
„Unsere Regierung musste immer Kritiken die Stirn bieten, die im Fall bestimmter Kreise immer sehr heftig waren, besonders in den letzten Regierungsjahren, als die Gefahren so schwerwiegend oder schwerwiegender denn je waren, aber sich das Gefühl für die Gefahr nach dem 11. September schon im Gedächtnis verflüchtigte.”
Anschließend macht er eine Aufzählung der gegen die Vereinigten Staaten in den letzten 16 Jahren sowohl innerhalb ihrer Grenzen als im Ausland verübten terroristischen Angriffe, wobei er ein halbes Dutzend davon nannte.
Das Problem bestand für Cheney darin, das dornige Problem der Folter anzusprechen, welche die offizielle Politik der Vereinigten Staaten so oft verurteilt hat.
„Der 11. September machte einen Wandel in der Politik notwendig, und zwar orientiert auf eine strategische Bedrohung, welche der Kongress als eine unübliche und außerordentliche Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA bewertete… Wir haben vom ersten Augenblick an beschlossen, Angriffe zu verhindern.”, versicherte er.
Er nennt die Anzahl der am 11. September ums Leben gekommenen Menschen und vergleicht dies mit dem Angriff auf Pearl Harbor. Er erklärt nicht, warum die komplizierte Aktion relativ leicht organisiert werden konnte, welche vorherigen Geheimdienst-Mitteilungen Bush hatte, was zur Abwendung hätte getan werden können. Bush war schon knapp acht Monate als Präsident im Amt. Es war bekannt, dass er wenig arbeitete und sich viel erholte. Er ging ständig weg in seine Farm von Texas.
„Al Qaeda war auf der Suche von atomarer Technik“ – behauptet er – „und A. Q. Khan verkaufte atomare Technik auf dem Schwarzmarkt”, – ruft er aus und fügt hinzu: „Es gab die Angriffe unbekannter Herkunft mit Anthrax, die Trainingslager in Afghanistan und Diktatoren wie Saddam Hussein, mit bekannten Verbindungen zu Terroristen im Mittleren Osten.
Wie Sie sich erinnern werden, war ich in jenen ersten Stunden in meinem Büro, als der Radar ein Flugzeug entdeckte, Flugnummer 77, dass mit einer Geschwindigkeit von 500 Meilen pro Stunde in Richtung auf das Weiße Haus flog und das schließlich im Pentagon aufschlug. Als das Flugzeug noch in der Luft war, traten die Agenten des Geheimdienstes in mein Amtszimmer und sagten mir, dass wir sofort gehen müssten. Ein paar Augenblicke später befand ich mich in einem befestigten Befehlsstand an irgendeinem Ort unter dem Weißen Haus.”
Die Erzählung von Cheney macht offensichtlich, dass niemand jene Situation vorgesehen hatte und tut dem Stolz der US-Amerikaner keinen großen Gefallen, da sie von der Annahme ausgeht, dass jemand versteckt in einer 15 bis 20 Kilometer entfernten Höhle den Präsidenten der Vereinigten Staaten dazu zwingen konnte, seine Befehlshaberstelle im Keller des Weißen Hauses einzunehmen.
„Von diesem Augenblick an“ – erzählt Cheney – habe ich gelegentliche Mutmaßungen gehört, dass ich mich nach dem 11. September verändert hätte. Ich würde das nicht sagen, aber ich muss zugeben, dass die Beobachtung eines koordinierten und verheerenden Angriffs gegen unser Land von einem unterirdischen Bunker unter dem Weißen Haus aus, die Sichtweise von jedermann bezüglich seiner Pflichten verändern kann.”
„ Da man die Kriege nicht gewinnen kann, indem man sich in der Verteidigung befindet, haben wir direkt gegen die Terroristen, gegen ihre Verstecke und Heiligtümer gehandelt.
Die Politikrichtlinien wurden mit Zweiparteien-Unterstützung angewandt.
Wir haben die Staatsgewalt nicht erfunden. Sie ist im Artikel zwei der Verfassung enthalten.
Nach dem 11. September haben der Kongress und ein Gemischter Ausschuss alles Notwendige zum Schutz der USA genehmigt.
Diese Initiative hat es uns erlaubt, Telefonanrufe abzufangen und Kontakte zwischen Al Quaeda–Stützpunkten und Personen innerhalb der USA zu verfolgen.
Das Programm war ‘top secret’ und aus gutem Grund, bis zu dem Zeitpunkt, wo die Herausgeber der New York Times Zugang bekamen und es auf der Titelseite veröffentlichten. Nach dem 11. September hat die Tageszeitung monatelang damit zugebracht, Fotos der an jenem Tag durch al Quaeda verursachten Toten zu veröffentlichen.
Das beeindruckte den Pulitzer-Preis-Ausschuss, hat aber offensichtlich weder den Interessen des Landes gedient noch das Volk geschützt.
Jahre später begriff unsere Regierung, dass es die Sicherheit des Landes erforderlich machte, Information zusammenzutragen, die in einigen Fällen nur über harte Verhöre erlangt werden konnte.
Ich war und bleibe ein starker Verteidiger des Verhöre-Programms.” (Er meint die Verhöre unter Anwendung der Folter.)
„Jene Methode wurde bei Terroristen angewendet, nachdem andere Techniken scheiterten.
Sie waren legal, unerlässlich, sehr gerechtfertigt, erfolgreich und die richtige Handlungsweise.
Aber unsere Nachfolger haben ihren eigenen Standpunkt hierzu.
Wir sahen im vergangenen Monat, wie auf Beschluss des Präsidenten Dokumente veröffentlicht wurden, die in Bezug zu diesen Verhörpraktiken stehen. Das wurde in voller Ausübung der Regierungsgewalt gemacht, um dem Recht der Bevölkerung, die Wahrheit zu erfahren, gerecht zu werden.
…Das Publikum erhielt weniger als die Hälfte der Wahrheit.
Es ist schwierig, sich einen schlimmeren Präzedenzfall vorzustellen, als eine ihre Amtszeit beginnende Regierung, welche öffentliche Anschuldigungen gegen die politischen Entscheidungen ihrer Vorgänger erhebt.
Eine der Personen, die dagegen war, die Memos über Verhörtechniken freizugeben, war der Direktor der Central Intelligence Agency, Leon Panetta.”
Als Cheney bei diesem Punkt angekommen war, musste er jedoch die Geschehnisse im Gefängnis von Abu Ghraib erklären, welche die Welt mit Schrecken erfüllten. „Dort herrschte der Sadismus“ – sagte er – „und das hatte überhaupt nichts mit den Verhören auf der Suche nach Information zu tun.
In Abu Ghraib haben sadistische Wächter Gefangene missbraucht, und dabei die Gesetze der USA, die militärischen Vorschriften und den Anstand verletzt.
Wir kennen den Unterschied zwischen Gerechtigkeit und Rache. Wir versuchten nicht, Rache an den Autoren des 11. Septembers auszuüben.
Seit Beginn des Programms haben wir nur die wichtigste Priorität anvisiert, das heißt, Information über die Terrorpläne zu erlangen.
Sie hatten wegen dem den irakischen Gefangenen und der Sache der Vereinigten Staaten zugefügten Schaden verdient, der Justiz überstellt zu werden und ihnen wurde Gerechtigkeit zuteil.”
Abgesehen von den tausenden, im Krieg von Irak gefallenen, verkrüppelten und verletzten jungen US-Amerikanern und den fabelhaften dort aufgewandten Fonds haben in jenem Land nach der von Bush befohlenen Invasion einige hunderttausende Kinder, junge und greise Menschen, Männer und Frauen ihr Leben verloren, die absolut keine Schuld an dem Angriff auf die Zwillingstürme hatten. Jene enorme Masse an unschuldigen Opfern wurde in der Rede von Cheney nicht einmal erwähnt.
Er geht über sie hinweg und fährt fort:
„Wenn die Liberalen mit einigen der Entscheidungen nicht konform gehen und die Konservativen mit anderen, dann würde es scheinen, als ob der Präsident sich auf dem Weg zu einer besonnenen Lösung befindet.
Aber im Kampf gegen den Terrorismus, gibt es keine Dinge auf halbem Wege und halbe Maßnahmen setzen einen halb Risiken aus.
Wenn du eine einzige Spur verpasst, kann uns das zu einer Katastrophe führen.
An seinem zweiten Regierungstag verkündete Präsident Obama die Schließung des Gefängnisses von Guantánamo. Jener Schritt wurde mit geringer Beratschlagung und ohne Plan getan.
Für jene Regierung (Obama) war es einfach, in Europa Applaus wegen der Schließung von Guantánamo zu erhalten, aber ihr fällt es schwer, eine den Interessen der Gerechtigkeit und der US-amerikanischen nationalen Sicherheit dienende Alternative zu finden.
In der Kategorie Euphemismus wird ein gerade in einer bekannten Tagezeitung erschienener Leitartikel den Preis gewinnen, der von uns eingefangene Terroristen als ‘Entführte’ bezeichnet.
Wir haben Feinde unseres Landes, die von einer Tageszeitung als Entführungs-Opfer bezeichnet werden.
Die Verhöre und das Überwachungsprogramm haben dieses Land ohne Zweifel sicherer gemacht.
Wenn Obama und seine Regierung von Verhören sprechen, dann tun sie dies, als ob sie das moralische Dilemma, wie man den Terroristen lebenswichtige Information entreißen kann, gelöst hätten.
In Wirklichkeit lassen sie die Entscheidungen beiseite, während sie eine moralische Überlegenheit vorgeben.
Jene Memorandums zu verlautbaren ist gegen die Interessen der nationalen Sicherheit.
Der Schaden beginnt bei der in hohem Grade geheimen Information, die sich schon in Terroristen-Händen befindet.
Regierungen der Welt, die uns bei gemeinsamen Manövern unterstützt haben, hegen jetzt Befürchtungen, weil sie andere Operationen gefährdet sehen.
Präsident Obama hat seine Macht dazu genutzt, um zu enthüllen, was in den Verhören geschieht …
Der Landesgeheimdienst-Direktor von Präsident Obama, Denis C. Blair, hat es wie folgt ausgedrückt: ,Die hochwertige Information stammt aus den Verhören, bei denen jene Methoden angewandt wurden, und sie gab uns ein besseres Verständnis über die Organisation von Al Quaeda, die unser Land angriff’.
Admiral Blair gab diese Schlussfolgerung schriftlich; aber dieselbe verschwand bei einer späteren, von der Regierung bekannt gegebenen Version.
Jene 26 fehlenden Worte sagten eine unangemessene Wahrheit; aber sie konnten nicht die Aussagen des CIA-Direktors der Regierungen unter Clinton und Bush, George Tenet, verändern, der klar gesagt hat: ,Ich weiß, dass dieses Programm Leben gerettet hat. Ich weiß, dass wir Pläne vereitelt haben. Ich weiß, dass dieses Programm für sich allein mehr wert ist, als der FBI, der CIA und der Staatsicherheitsdienst uns zusammen geben konnten.’
Wenn die US-Amerikaner die Möglichkeit haben zu erfahren, was im Land verhindert werden konnte, dann sollten wir die Dringlichkeit erläutern und das angemessene Wesen jener Verhöre in den Jahren nach dem 11. September.
Wir beschäftigen uns damit, ihre Geheimnisse in Erfahrung zu bringen, anstelle unsere mit ihnen zu teilen.
Das ist etwas, was beibehalten werden muss, bis die Gefahr gebannt ist. In diesem Prozess mussten schwierige Entscheidungen getroffen werden.
Keine Entscheidung über nationale Sicherheit wurde leichtfertig bzw. übereilt getroffen.
Wie bei jeglichem Konflikt hat es Kosten gegeben. Keine derselben war höher, als die Opfer jener im Dienste des Landes Gefallenen und Verletzten.
„Wie viele andere, die den Vereinigten Staaten Dienste leisten, gehören sie nicht zu denen, die Dank fordern, aber ich werde ihnen dankbar sein.”
Seine Angriffe auf die Regierung von Obama waren wirklich hart, aber ich möchte keine Meinungen über jenes Thema zum Ausdruck bringen. Es steht mir jedoch zu, daran zu erinnern, dass der Terrorismus nicht vom Himmel gefallen ist: es war die von den Vereinigten Staaten erfundene Methode zur Bekämpfung der Kubanischen Revolution.
Kein Geringerer als General Dwight Eisenhower, Präsident der Vereinigten Staaten, war der Erste, der den Terrorismus gegen unser Vaterland anwandte, und es handelte sich nicht um eine Gruppe blutiger Aktionen gegen unsere Bevölkerung, sondern um Dutzende Taten seit dem Jahr 1959 selbst, die dann zu hunderten terroristischen Handlungen pro Jahr anwuchsen, so unter Anwendung von Brennstoffen, Hochleistungs-Sprengstoffen, hoch entwickelten Präzisionswaffen mit Infrarotstrahlen, Giftstoffen wie Zyanid, Pilzen, dem hämorrhagischen Denguefieber, Schweinefieber, Anthrax, Viren und Bakterien, die landwirtschaftliche Kulturen, Pflanzen, Tiere und Menschen angriffen.
Es waren nicht nur Aktionen gegen die Wirtschaft und die Bevölkerung, sondern ebenfalls solche darauf gerichtete, die Revolutionsführer zu beseitigen.
Tausenden Menschen wurde Schaden zugefügt und die Wirtschaft, deren Aufgabe es ist, die Ernährung, das Gesundheitswesen und die elementarsten Dienste für die Bevölkerung abzusichern, wurde einer unerbittlichen Blockade unterworfen, die exterritorial angewandt wird.
Ich erfinde diese Tatsachen nicht. Sie sind in den verlautbarten Dokumenten der Regierung der Vereinigten Staaten enthalten. In unserem Land wurde trotz der schwerwiegenden Gefahren, die uns über Jahrzehnte bedrohten, niemals jemand gefoltert, um Information zu erlangen.
So schwerwiegend auch die Aktionen vom 11. September 2001 gegen das Volk der Vereinigten Staaten gewesen sind, die die ganze Welt energisch verurteilt hat, so ist die Folter doch eine feige und beschämende Handlung, die niemals gerechtfertigt werden kann.
Fidel Castro Ruz
27. Mai 2009
12:54 Uhr
Sonntag, 24. Mai 2009
Nichts kann in Haiti improvisiert werden
Reflexionen des Genossen Fidel: Nichts kann in Haiti improvisiert werden
Vor fünf Tagen habe ich eine Agenturmeldung mit der Mitteilung gelesen, dass Ban Ki-moon voraussichtlich Bill Clinton als seinen Sonderbeauftragten für Haiti ernennen wird.
„Clinton begleitete im März dieses Jahres den Generalsekretär bei einem zweitägigen offiziellen Besuch in Haiti“ – so die Meldung – „um den von der Regierung von Port-au-Prince ausgearbeiteten Entwicklungsplan zu unterstützen, der darauf abzielt, die träge haitianische Wirtschaft anzukurbeln.
Der ehemalige Präsident hat über die Clinton-Global-Initiative eine bedeutende philanthropische Bindung zur Antillen-Nation aufrecht erhalten.
΄Es ist eine Ehre, die Einladung des Generalsekretärs, um als Sonderbeauftragter für Haiti tätig zu werden, anzunehmen“, erklärte das ehemalige Staatsoberhaupt.
„Clinton zeigte auf, dass das Volk und die Regierung von Haiti die Fähigkeit besitzen, die schweren Schäden zu überwinden, die von den vier Unwettern zugefügt wurden, welche im vergangenen Jahr das Land heimgesucht haben.”
Am darauf folgenden Tag informierte dieselbe Nachrichtenagentur, dass Frau Clinton, Staatssekretärin, voller Freude erklärte, dass „Bill ein erstklassiger Beauftragter sei“. Seinerseits „bestätigte der Generalsekretär der UNO, dass er Clinton zu seinem neuen Sonderbeauftragten für Haiti ernannt hat. Wir waren vor zwei Monaten zusammen in jenem Land und seine Anwesenheit hat geholfen, das Bewusstsein der internationalen Gemeinschaft über die Probleme des Karibik-Landes zu erhöhen.
Die UNO befürchtet, dass nach einer mehrjährigen Zeitspanne der relativen Ruhe, unterstützt durch MINUSTAH, das Land erneut unter politischer Instabilität leiden könne.”
In der neuen Agenturmeldung wird erneut die Geschichte über „die vier Hurrikans bzw. tropischen Stürme, welche 900 Tote und 800 000 Orkangeschädigte verursachten und außerdem die spärliche zivile Infrastruktur des Landes zerstörten“, wiederholt.
Die Geschichte von Haiti und seine Tragödie ist viel komplizierter.
Nach den Vereinigten Staaten, welche ihre Unabhängigkeit 1776 verkündeten, war Haiti 1804 das zweite Land dieser Hemisphäre, dass seine Unabhängigkeit eroberte. Im ersten Fall haben die weißen Nachkommen jener Siedler, welche die 13 englischen Kolonien gründeten - eifrige Gläubige, enthaltsam und gebildet, die Eigentümer von Ländereien und Sklaven waren - das englische Kolonialjoch abgeschüttelt und die nationale Unabhängigkeit genossen, aber das traf weder auf die ursprüngliche Bevölkerung, noch auf die afrikanischen Sklaven bzw. ihre Nachkommen zu, die keinerlei Rechte besaßen, trotz der in der Erklärung von Philadelphia beinhalteten Prinzipien.
In Haiti, wo über 400.000 Sklaven für 30.000 weiße Besitzer arbeiteten, waren zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte die dem verhassten System unterworfenen Männer und Frauen in der Lage, die Sklaverei aufzuheben, einen unabhängigen Staat zu erhalten und zu verteidigen, wobei sie gegen Soldaten kämpften, die die europäischen Monarchien auf die Knie gezwungen hatten.
Jene Zeitspanne fiel mit der Blütezeit des Kapitalismus und dem Entstehen von mächtigen kolonialen Imperien zusammen, welche die Ländereien und Meere des Planeten über Jahrhunderte beherrschten.
Die Haitianer sind nicht die Schuldigen ihrer jetzigen Armut, sondern sie sind die Opfer eines der Welt aufgezwungenen Systems geworden. Sie haben weder den Kolonialismus, den Kapitalismus, den Imperialismus, den ungleichen Handelsaustausch, den Neoliberalismus, noch die Ausbeutungs- und Plünderungsformen erfunden, welche den Planeten während der letzten 200 Jahre beherrscht haben.
Haiti verfügt über 27.750 Quadratkilometer Oberfläche, wo - gemäß zuverlässigen Schätzungen - die Bevölkerung im Jahr 2009 schon die Größenordnung von 9 Millionen Einwohnern erreicht hat. Die Anzahl der Personen pro Quadratkilometer Ackerland beträgt 885, eine der höchsten der Welt, und das ohne jegliche industrielle Entwicklung bzw. andere Ressourcen, welche dem Land den Erwerb einer minimalen Menge von materiellen, lebensnotwendigen Mitteln ermöglichen.
53 Prozent der Bevölkerung lebt auf dem Land; Brennholz und Holzkohle sind für einen Großteil der haitianischen Familien der einzige, ihnen zur Verfügung stehende Brennstoff, was die Wiederaufforstung erschwert. Das Fehlen von Wäldern, die mit ihren gepolsterten Böden aus Blättern, Zweigen und Wurzeln Wasser speichern, erleichtern jenen, den Menschen und der Wirtschaft von den starken Regenfällen in Ortschaften, Straßen und in der Agrarwirtschaft zugefügten Schaden. Wie bekannt ist, verursachen die Hurrikans bedeutende zusätzliche Schäden, die jedes Mal größer sein werden, wenn das Klima sich weiterhin so beschleunigt verändert. Das ist für niemand ein Geheimnis.
Unsere Zusammenarbeit mit der Bevölkerung von Haiti hat vor zehn Jahren begonnen, eben gerade als die Hurrikans George und Mitch die Karibik und die Länder Mittelamerikas geißelten.
René Preval übte das Amt des Präsidenten von Haiti aus und Jean-Bertrand Aristide war Regierungschef. Die erste Brigade von 100 kubanischen Ärzten wurde am 4. Dezember 1998 geschickt. Die Zahl der Mitarbeiter des kubanischen Gesundheitswesens in Haiti erhöhte sich später auf über 600.
Zu jenem Anlass wurde die Lateinamerikanische Medizinschule ELAM geschaffen, wo zurzeit über 12.000 junge Lateinamerikaner studieren. Ab jenem Zeitpunkt sind jungen Haitianern hunderte Stipendien an der Medizinfakultät von Santiago de Cuba, einer der Einrichtungen mit der größten Erfahrung unseres Landes, gewährt worden.
In Haiti war die Anzahl der Grundschulen im Ansteigen begriffen und machte weiterhin Fortschritte. Selbst die einfachsten Familien erhoffen sehnsüchtig, dass ihre Kinder sich bilden können, als einzige Überlebenshoffnung gegenüber der Armut, damit sie im Land oder im Ausland arbeiten können. Das kubanische Ärzte-Ausbildungsprogramm wurde willkommen geheißen. Die für das Studium in Kuba ausgewählten Jugendlichen verfügten über eine gute Grundausbildung, vielleicht Erbe der Fortschritte von Frankreich auf jenem Gebiet. Sie mussten ein Jahr für das Vorbereitungsjahr aufwenden, was ebenfalls die spanische Sprache mit einschloss. Das war eine gute Kaderschmiede für qualifizierte Ärzte.
An unseren Medizinfakultäten haben 533 junge Haitianer ihren Abschluss als Fachärzte für Integrale Allgemeinmedizin gemacht, 52 von ihnen studieren eine zweite, jetzt benötigte Fachrichtung in Kuba. Eine weitere Gruppe von 527 nehmen die Studienplätze wahr, die der Republik Haiti zustehen.
In jenem Land arbeiten zurzeit 413 kubanische Fachleute des Gesundheitswesens, die jenem Brudervolk ihre Dienste kostenlos bieten. Die kubanischen Ärzte sind in den zehn Departements des Landes vertreten und in 127 der 137 Gemeinden. Über 400 haitianische, in Kuba ausgebildete Ärzte und die Studenten des letzten Studienjahres, die ihr Praxisjahr – an der Seite unserer Ärzte - in Haiti selbst durchführen, leisten dort ebenfalls ihre Dienste. Das sind insgesamt mehr als 800 junge Haitianer, die dem Gesundheitswesen ihres Vaterlandes dienen. Diese Truppe wird durch die haitianischen, jeweils neu Graduierten ständig zunehmen.
Die Herausforderung war groß, die kubanischen Ärzte sind auf schwierige Probleme gestoßen. Die Säuglingssterblichkeit überstieg 80 je tausend Lebendgeborene, die Lebenserwartung lag unter 60 Jahren, im Jahr 2007 umfasste die Zahl der Aids-Infizierten in der erwachsenen Bevölkerung 120.000 Bürger. Jedes Jahr sterben noch einige zehntausende Kinder und Erwachsene verschiedenen Alters an ansteckenden Krankheiten wie Tuberkulose, Malaria, Durchfall, Denguefieber und an Unterernährung, um nur einige Kennziffern zu nennen. Selbst HIV ist schon eine Krankheit, die behandelt werden kann, und bei der das Leben der Patienten gewährleistet werden kann. Aber das kann nicht in einem Jahr erreicht werden; dafür ist ein gewisser Bildungsstand auf dem Gebiet des Gesundheitswesens notwendig, den das haitianische Volk mit wachsendem Interesse erwirbt. Es sind Fortschritte zu beobachten, welche beweisen, dass es möglich ist, die Kennziffern im Gesundheitswesen bedeutend zu verbessern.
In drei, in Haiti geschaffenen Augenheilkunde-Einrichtungen sind 37109 Patienten operiert worden. Jene Fälle, die dort wegen ihrer Kompliziertheit nicht operiert werden können, werden zur Behandlung nach Kuba, ohne jegliche Kosten, überwiesen.
Durch die Wirtschaftshilfe von Venezuela werden zurzeit 10 Integrale Diagnose-Einrichtungen geschaffen, die mit moderner Technik ausgerüstet werden, die schon erworben wurde.
Wichtiger als die Mittel, welche die internationale Gemeinschaft beisteuern kann, ist das Personal, dass solche Mittel verwenden wird.
Unsere bescheidene Unterstützung für das Volk von Haiti war möglich, trotzdem die Wirbelstürme, von denen Clinton sprach, uns ebenfalls sehr viel Schaden zugefügt haben. Ein guter Beweis dafür, dass es die Solidarität war, die auf der Welt gefehlt hat.
Es könnte ebenfalls der trotz unserer beschränkten wirtschaftlichen Mittel geleistete kubanische Beitrag zu den Alphabetisierungsprogrammen und in anderen Bereichen erwähnt werden. Aber ich möchte dies nicht in die Länge ziehen und es ist auch nicht wünschenswert, soviel über unseren Beitrag zu sprechen. Ich habe mich auf das Gesundheitswesen konzentriert, weil es ein unvermeidbares Thema ist. Wir hegen keine Befürchtungen bezüglich dessen, dass andere das tun, was wir jetzt tun. Die jungen, in Kuba ausgebildeten Haitianer, werden schon zu Priestern des Gesundheitswesens, deren jenes Brudervolk in zunehmendem Maße bedarf.
Das Wichtigste ist die Schaffung neuer Arten der Zusammenarbeit, welche diese egoistische Welt so sehr benötigt. Die Einrichtungen der Vereinten Nationen können bezeugen, dass Kuba das einbringt, was sie als Integrale Gesundheitsprogramme bezeichnen.
In Haiti kann nichts improvisiert werden und nichts wird Ergebnis des philanthropischen Geistes irgendeiner Einrichtung sein.
Dem Projekt der Lateinamerikanischen Medizinschule wurde später das neue Programm zur Ausbildung in Kuba von Ärzten aus Venezuela, Bolivien, der Karibik und anderen Ländern der Dritten Welt hinzugefügt, und zwar in dem Maße, wie deren Programme im Gesundheitswesen das dringend erforderlich machten. Heute übersteigt die Anzahl der in unserem Vaterland studierenden jungen Menschen der Dritten Welt 24.000. Indem wir anderen geholfen haben, haben wir uns auf diesem Gebiet ebenfalls entwickelt und wir stellen eine wichtige Kraft dar. Das ist es, was wir tun, und nicht der Brain-Drain! Können die reichen und super-entwickelten Länder der G-7 dasselbe behaupten? Andere werden unser Vorbild folgen! Das braucht niemand zu bezweifeln!
Fidel Castro Ruz
24. Mai 2009
16:17 Uhr
Vor fünf Tagen habe ich eine Agenturmeldung mit der Mitteilung gelesen, dass Ban Ki-moon voraussichtlich Bill Clinton als seinen Sonderbeauftragten für Haiti ernennen wird.
„Clinton begleitete im März dieses Jahres den Generalsekretär bei einem zweitägigen offiziellen Besuch in Haiti“ – so die Meldung – „um den von der Regierung von Port-au-Prince ausgearbeiteten Entwicklungsplan zu unterstützen, der darauf abzielt, die träge haitianische Wirtschaft anzukurbeln.
Der ehemalige Präsident hat über die Clinton-Global-Initiative eine bedeutende philanthropische Bindung zur Antillen-Nation aufrecht erhalten.
΄Es ist eine Ehre, die Einladung des Generalsekretärs, um als Sonderbeauftragter für Haiti tätig zu werden, anzunehmen“, erklärte das ehemalige Staatsoberhaupt.
„Clinton zeigte auf, dass das Volk und die Regierung von Haiti die Fähigkeit besitzen, die schweren Schäden zu überwinden, die von den vier Unwettern zugefügt wurden, welche im vergangenen Jahr das Land heimgesucht haben.”
Am darauf folgenden Tag informierte dieselbe Nachrichtenagentur, dass Frau Clinton, Staatssekretärin, voller Freude erklärte, dass „Bill ein erstklassiger Beauftragter sei“. Seinerseits „bestätigte der Generalsekretär der UNO, dass er Clinton zu seinem neuen Sonderbeauftragten für Haiti ernannt hat. Wir waren vor zwei Monaten zusammen in jenem Land und seine Anwesenheit hat geholfen, das Bewusstsein der internationalen Gemeinschaft über die Probleme des Karibik-Landes zu erhöhen.
Die UNO befürchtet, dass nach einer mehrjährigen Zeitspanne der relativen Ruhe, unterstützt durch MINUSTAH, das Land erneut unter politischer Instabilität leiden könne.”
In der neuen Agenturmeldung wird erneut die Geschichte über „die vier Hurrikans bzw. tropischen Stürme, welche 900 Tote und 800 000 Orkangeschädigte verursachten und außerdem die spärliche zivile Infrastruktur des Landes zerstörten“, wiederholt.
Die Geschichte von Haiti und seine Tragödie ist viel komplizierter.
Nach den Vereinigten Staaten, welche ihre Unabhängigkeit 1776 verkündeten, war Haiti 1804 das zweite Land dieser Hemisphäre, dass seine Unabhängigkeit eroberte. Im ersten Fall haben die weißen Nachkommen jener Siedler, welche die 13 englischen Kolonien gründeten - eifrige Gläubige, enthaltsam und gebildet, die Eigentümer von Ländereien und Sklaven waren - das englische Kolonialjoch abgeschüttelt und die nationale Unabhängigkeit genossen, aber das traf weder auf die ursprüngliche Bevölkerung, noch auf die afrikanischen Sklaven bzw. ihre Nachkommen zu, die keinerlei Rechte besaßen, trotz der in der Erklärung von Philadelphia beinhalteten Prinzipien.
In Haiti, wo über 400.000 Sklaven für 30.000 weiße Besitzer arbeiteten, waren zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte die dem verhassten System unterworfenen Männer und Frauen in der Lage, die Sklaverei aufzuheben, einen unabhängigen Staat zu erhalten und zu verteidigen, wobei sie gegen Soldaten kämpften, die die europäischen Monarchien auf die Knie gezwungen hatten.
Jene Zeitspanne fiel mit der Blütezeit des Kapitalismus und dem Entstehen von mächtigen kolonialen Imperien zusammen, welche die Ländereien und Meere des Planeten über Jahrhunderte beherrschten.
Die Haitianer sind nicht die Schuldigen ihrer jetzigen Armut, sondern sie sind die Opfer eines der Welt aufgezwungenen Systems geworden. Sie haben weder den Kolonialismus, den Kapitalismus, den Imperialismus, den ungleichen Handelsaustausch, den Neoliberalismus, noch die Ausbeutungs- und Plünderungsformen erfunden, welche den Planeten während der letzten 200 Jahre beherrscht haben.
Haiti verfügt über 27.750 Quadratkilometer Oberfläche, wo - gemäß zuverlässigen Schätzungen - die Bevölkerung im Jahr 2009 schon die Größenordnung von 9 Millionen Einwohnern erreicht hat. Die Anzahl der Personen pro Quadratkilometer Ackerland beträgt 885, eine der höchsten der Welt, und das ohne jegliche industrielle Entwicklung bzw. andere Ressourcen, welche dem Land den Erwerb einer minimalen Menge von materiellen, lebensnotwendigen Mitteln ermöglichen.
53 Prozent der Bevölkerung lebt auf dem Land; Brennholz und Holzkohle sind für einen Großteil der haitianischen Familien der einzige, ihnen zur Verfügung stehende Brennstoff, was die Wiederaufforstung erschwert. Das Fehlen von Wäldern, die mit ihren gepolsterten Böden aus Blättern, Zweigen und Wurzeln Wasser speichern, erleichtern jenen, den Menschen und der Wirtschaft von den starken Regenfällen in Ortschaften, Straßen und in der Agrarwirtschaft zugefügten Schaden. Wie bekannt ist, verursachen die Hurrikans bedeutende zusätzliche Schäden, die jedes Mal größer sein werden, wenn das Klima sich weiterhin so beschleunigt verändert. Das ist für niemand ein Geheimnis.
Unsere Zusammenarbeit mit der Bevölkerung von Haiti hat vor zehn Jahren begonnen, eben gerade als die Hurrikans George und Mitch die Karibik und die Länder Mittelamerikas geißelten.
René Preval übte das Amt des Präsidenten von Haiti aus und Jean-Bertrand Aristide war Regierungschef. Die erste Brigade von 100 kubanischen Ärzten wurde am 4. Dezember 1998 geschickt. Die Zahl der Mitarbeiter des kubanischen Gesundheitswesens in Haiti erhöhte sich später auf über 600.
Zu jenem Anlass wurde die Lateinamerikanische Medizinschule ELAM geschaffen, wo zurzeit über 12.000 junge Lateinamerikaner studieren. Ab jenem Zeitpunkt sind jungen Haitianern hunderte Stipendien an der Medizinfakultät von Santiago de Cuba, einer der Einrichtungen mit der größten Erfahrung unseres Landes, gewährt worden.
In Haiti war die Anzahl der Grundschulen im Ansteigen begriffen und machte weiterhin Fortschritte. Selbst die einfachsten Familien erhoffen sehnsüchtig, dass ihre Kinder sich bilden können, als einzige Überlebenshoffnung gegenüber der Armut, damit sie im Land oder im Ausland arbeiten können. Das kubanische Ärzte-Ausbildungsprogramm wurde willkommen geheißen. Die für das Studium in Kuba ausgewählten Jugendlichen verfügten über eine gute Grundausbildung, vielleicht Erbe der Fortschritte von Frankreich auf jenem Gebiet. Sie mussten ein Jahr für das Vorbereitungsjahr aufwenden, was ebenfalls die spanische Sprache mit einschloss. Das war eine gute Kaderschmiede für qualifizierte Ärzte.
An unseren Medizinfakultäten haben 533 junge Haitianer ihren Abschluss als Fachärzte für Integrale Allgemeinmedizin gemacht, 52 von ihnen studieren eine zweite, jetzt benötigte Fachrichtung in Kuba. Eine weitere Gruppe von 527 nehmen die Studienplätze wahr, die der Republik Haiti zustehen.
In jenem Land arbeiten zurzeit 413 kubanische Fachleute des Gesundheitswesens, die jenem Brudervolk ihre Dienste kostenlos bieten. Die kubanischen Ärzte sind in den zehn Departements des Landes vertreten und in 127 der 137 Gemeinden. Über 400 haitianische, in Kuba ausgebildete Ärzte und die Studenten des letzten Studienjahres, die ihr Praxisjahr – an der Seite unserer Ärzte - in Haiti selbst durchführen, leisten dort ebenfalls ihre Dienste. Das sind insgesamt mehr als 800 junge Haitianer, die dem Gesundheitswesen ihres Vaterlandes dienen. Diese Truppe wird durch die haitianischen, jeweils neu Graduierten ständig zunehmen.
Die Herausforderung war groß, die kubanischen Ärzte sind auf schwierige Probleme gestoßen. Die Säuglingssterblichkeit überstieg 80 je tausend Lebendgeborene, die Lebenserwartung lag unter 60 Jahren, im Jahr 2007 umfasste die Zahl der Aids-Infizierten in der erwachsenen Bevölkerung 120.000 Bürger. Jedes Jahr sterben noch einige zehntausende Kinder und Erwachsene verschiedenen Alters an ansteckenden Krankheiten wie Tuberkulose, Malaria, Durchfall, Denguefieber und an Unterernährung, um nur einige Kennziffern zu nennen. Selbst HIV ist schon eine Krankheit, die behandelt werden kann, und bei der das Leben der Patienten gewährleistet werden kann. Aber das kann nicht in einem Jahr erreicht werden; dafür ist ein gewisser Bildungsstand auf dem Gebiet des Gesundheitswesens notwendig, den das haitianische Volk mit wachsendem Interesse erwirbt. Es sind Fortschritte zu beobachten, welche beweisen, dass es möglich ist, die Kennziffern im Gesundheitswesen bedeutend zu verbessern.
In drei, in Haiti geschaffenen Augenheilkunde-Einrichtungen sind 37109 Patienten operiert worden. Jene Fälle, die dort wegen ihrer Kompliziertheit nicht operiert werden können, werden zur Behandlung nach Kuba, ohne jegliche Kosten, überwiesen.
Durch die Wirtschaftshilfe von Venezuela werden zurzeit 10 Integrale Diagnose-Einrichtungen geschaffen, die mit moderner Technik ausgerüstet werden, die schon erworben wurde.
Wichtiger als die Mittel, welche die internationale Gemeinschaft beisteuern kann, ist das Personal, dass solche Mittel verwenden wird.
Unsere bescheidene Unterstützung für das Volk von Haiti war möglich, trotzdem die Wirbelstürme, von denen Clinton sprach, uns ebenfalls sehr viel Schaden zugefügt haben. Ein guter Beweis dafür, dass es die Solidarität war, die auf der Welt gefehlt hat.
Es könnte ebenfalls der trotz unserer beschränkten wirtschaftlichen Mittel geleistete kubanische Beitrag zu den Alphabetisierungsprogrammen und in anderen Bereichen erwähnt werden. Aber ich möchte dies nicht in die Länge ziehen und es ist auch nicht wünschenswert, soviel über unseren Beitrag zu sprechen. Ich habe mich auf das Gesundheitswesen konzentriert, weil es ein unvermeidbares Thema ist. Wir hegen keine Befürchtungen bezüglich dessen, dass andere das tun, was wir jetzt tun. Die jungen, in Kuba ausgebildeten Haitianer, werden schon zu Priestern des Gesundheitswesens, deren jenes Brudervolk in zunehmendem Maße bedarf.
Das Wichtigste ist die Schaffung neuer Arten der Zusammenarbeit, welche diese egoistische Welt so sehr benötigt. Die Einrichtungen der Vereinten Nationen können bezeugen, dass Kuba das einbringt, was sie als Integrale Gesundheitsprogramme bezeichnen.
In Haiti kann nichts improvisiert werden und nichts wird Ergebnis des philanthropischen Geistes irgendeiner Einrichtung sein.
Dem Projekt der Lateinamerikanischen Medizinschule wurde später das neue Programm zur Ausbildung in Kuba von Ärzten aus Venezuela, Bolivien, der Karibik und anderen Ländern der Dritten Welt hinzugefügt, und zwar in dem Maße, wie deren Programme im Gesundheitswesen das dringend erforderlich machten. Heute übersteigt die Anzahl der in unserem Vaterland studierenden jungen Menschen der Dritten Welt 24.000. Indem wir anderen geholfen haben, haben wir uns auf diesem Gebiet ebenfalls entwickelt und wir stellen eine wichtige Kraft dar. Das ist es, was wir tun, und nicht der Brain-Drain! Können die reichen und super-entwickelten Länder der G-7 dasselbe behaupten? Andere werden unser Vorbild folgen! Das braucht niemand zu bezweifeln!
Fidel Castro Ruz
24. Mai 2009
16:17 Uhr
Samstag, 16. Mai 2009
Die eindeutigen Zeichen
Reflexionen des Genossen Fidel: Die eindeutigen Zeichen
Es gibt nicht zweierlei verschiedene Meinungen über das Thema der A H1N1.
Ich habe ohne jegliches Zögern die von der Revolutionären Regierung von Kuba sofort nach Kenntnisnahme der vorhandenen Epidemie getroffene Entscheidung unterstützt.
Unser Land kann auf eine lange Erfahrung im Schutz der Bevölkerung bei Katastrophen, Epidemien, Plagen und weiteren ähnlichen Situationen, sowohl natürlicher Ursachen, als durch Unfall bzw. vorsätzlich ausgelöste, zurückblicken.
Unsere unveränderliche Politik der Zusammenarbeit mit anderen Völkern ist gleichfalls erwiesen.
Die gegen die Regierung von Kuba hervorgebrachte Kritik und die in ihr enthaltene Androhung von Repressalien waren vollkommen ungerecht. Wir wurden außerdem als eine dem Volk von Mexiko feindliche Nation dargestellt.
Die Maßnahme war nicht von solchen Angelegenheiten bestimmt, die mit den Touristikreisen im Zusammenhang hingen, sondern standen im Zusammenhang mit knapp vierhundert jungen Mexikanern, die in der Schule von Jagüey Grande Medizin studieren, genau so, wie es circa 24.000 junge Menschen aus Lateinamerika, der Karibik und anderen Völkern der Welt an anderen Medizin-Fakultäten tun, darunter einige aus kleinen, weit entfernt liegenden Ländern von Ozeanien.
Kuba praktiziert weder den Brain-Drain noch nimmt es anderen Völkern Ärzte weg, Dinge, die deren Gesundheitsdiensten zum Schaden gereichen und woraus Verluste von unzähligen Menschenleben resultieren, wie es die Vereinigten Staaten, das Vereinigte Königreich und andere entwickelte und reiche Länder tun.
Die vom Institut für Zivilluftfahrt getroffene Maßnahme besagt wörtlich Folgendes: „Ab dem 29. April 2009, um 24 Uhr, werden vorübergehend die Linien- und Charterflüge zwischen Kuba und Mexiko eingestellt.”
„Sobald die diesen Entscheidungen zugrunde liegenden Ursachen zu bestehen aufhören, wird der Flugverkehr wieder aufgenommen und die Kunden zu gelegener Zeit benachrichtigt werden.”
Die Anwendung der Maßnahme wurde sechs Tage nach den drastischen, von den mexikanischen Behörden getroffenen Maßnahmen begonnen, durch welche sie den Unterricht von 33 Millionen Schülern und Studenten zeitweilig einstellten und andere ähnliche Maßnahmen trafen, die wir nicht beurteilen können, denn allein die mexikanischen Regierenden, welche die reale Situation kannten, könnten dies tun.
Die von uns getroffenen Maßnahmen bedeuteten ebenfalls Opfer für Kuba. Aber das Wichtige für unsere Regierung war, die Bevölkerung innerhalb der festgelegten Vorschriften zu schützen.
Jetzt hat sich die Epidemie in großem Maße in den Vereinigten Staaten, in Kanada, im Vereinigten Königreich, in Spanien, in Europa überhaupt und auf weitere Dutzende Länder verbreitet. Jetzt werden den neuen Tatsachen angepasste Schutzmaßnahmen getroffen werden müssen.
Die Außenministerin von Mexiko, Patricia Espinosa, hatte sich in letzter Zeit wirklich sehr bemüht, die Beziehungen zwischen ihrem Land und Kuba zu verbessern, die durch verantwortungslose Führungskräfte – aus bekannten Gründen, die ich jetzt hier nicht nennen möchte - ernsthaft verschlechtert wurden, als George W. Bush Vorwände suchte, um „vorbeugend und überraschend“ unser Vaterland als einen der „60 oder mehr dunklen Winkel der Welt“ anzugreifen.
Das mexikanische Außenministerium veröffentlichte, dass trotz der von Fidel Castro verlautbarten Kritiken der Außenminister von Kuba, Bruno Rodríguez Parrilla, auf der Versammlung der Gruppe von Rio mit der Europäischen Union in Prag eine Erklärung unterzeichnet hatte, die seine Anerkennung für die mexikanischen Behörden zum Ausdruck brachte.
Genau das, was Bruno in Prag getan hat, war richtig. Er hat sich die ausreichende Zeit mit der Ministerin getroffenen, um ihr aufmerksam zuzuhören und einen Austausch mit ihr zu führen. Er erklärte ihr seinerseits alles bezüglich der Verhaltensweise von Kuba. Ich werde hier nicht in Einzelheiten über jenes Gespräch verfallen und über die übermittelte Meinung bezüglich eines Gesprächs eines wichtigen hohen Beamten des mexikanischen Außenministeriums mit dem Botschafter von Kuba in Mexiko, mit der Zielstellung, Verwicklungen zu vermeiden.
Ich füge nur hinzu, dass das Treffen zwischen Bruno und Patricia in Prag respektvoll und offen war. Unser Außenminister hat der Ministerin die Solidarität von Kuba mit ihrem Land zum Ausdruck gebracht und die Bereitschaft, dem mexikanischen Volk bei der Bekämpfung der Epidemie Hilfestellung zu leisten.
Auf der Ministerial-Versammlung der Gruppe von Rio und der Europäischen Union ergriff Bruno das Wort, um die Haltung von Kuba klar zu erläutern, die von unserer Regierung zum Schutz der Bevölkerung getroffenen Maßnahmen; die in unser Land eingeschleusten Epidemien, einschließlich des hämorrhagischen Denguefiebers, das den Tod von 102 Kindern verursachte; die Reflexionen von Fidel; die enge Einheit der Revolutionäre und die internationale Kooperation von Kuba auf dem Gebiet des Gesundheitswesens.
Das Zurückgreifen auf die Intrige, die Lüge und die Drohung ist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass der ideologische Gegner dabei ist, die Schlacht zu verlieren.
Fidel Castro Ruz
16. Mai 2009
19:45 Uhr
Es gibt nicht zweierlei verschiedene Meinungen über das Thema der A H1N1.
Ich habe ohne jegliches Zögern die von der Revolutionären Regierung von Kuba sofort nach Kenntnisnahme der vorhandenen Epidemie getroffene Entscheidung unterstützt.
Unser Land kann auf eine lange Erfahrung im Schutz der Bevölkerung bei Katastrophen, Epidemien, Plagen und weiteren ähnlichen Situationen, sowohl natürlicher Ursachen, als durch Unfall bzw. vorsätzlich ausgelöste, zurückblicken.
Unsere unveränderliche Politik der Zusammenarbeit mit anderen Völkern ist gleichfalls erwiesen.
Die gegen die Regierung von Kuba hervorgebrachte Kritik und die in ihr enthaltene Androhung von Repressalien waren vollkommen ungerecht. Wir wurden außerdem als eine dem Volk von Mexiko feindliche Nation dargestellt.
Die Maßnahme war nicht von solchen Angelegenheiten bestimmt, die mit den Touristikreisen im Zusammenhang hingen, sondern standen im Zusammenhang mit knapp vierhundert jungen Mexikanern, die in der Schule von Jagüey Grande Medizin studieren, genau so, wie es circa 24.000 junge Menschen aus Lateinamerika, der Karibik und anderen Völkern der Welt an anderen Medizin-Fakultäten tun, darunter einige aus kleinen, weit entfernt liegenden Ländern von Ozeanien.
Kuba praktiziert weder den Brain-Drain noch nimmt es anderen Völkern Ärzte weg, Dinge, die deren Gesundheitsdiensten zum Schaden gereichen und woraus Verluste von unzähligen Menschenleben resultieren, wie es die Vereinigten Staaten, das Vereinigte Königreich und andere entwickelte und reiche Länder tun.
Die vom Institut für Zivilluftfahrt getroffene Maßnahme besagt wörtlich Folgendes: „Ab dem 29. April 2009, um 24 Uhr, werden vorübergehend die Linien- und Charterflüge zwischen Kuba und Mexiko eingestellt.”
„Sobald die diesen Entscheidungen zugrunde liegenden Ursachen zu bestehen aufhören, wird der Flugverkehr wieder aufgenommen und die Kunden zu gelegener Zeit benachrichtigt werden.”
Die Anwendung der Maßnahme wurde sechs Tage nach den drastischen, von den mexikanischen Behörden getroffenen Maßnahmen begonnen, durch welche sie den Unterricht von 33 Millionen Schülern und Studenten zeitweilig einstellten und andere ähnliche Maßnahmen trafen, die wir nicht beurteilen können, denn allein die mexikanischen Regierenden, welche die reale Situation kannten, könnten dies tun.
Die von uns getroffenen Maßnahmen bedeuteten ebenfalls Opfer für Kuba. Aber das Wichtige für unsere Regierung war, die Bevölkerung innerhalb der festgelegten Vorschriften zu schützen.
Jetzt hat sich die Epidemie in großem Maße in den Vereinigten Staaten, in Kanada, im Vereinigten Königreich, in Spanien, in Europa überhaupt und auf weitere Dutzende Länder verbreitet. Jetzt werden den neuen Tatsachen angepasste Schutzmaßnahmen getroffen werden müssen.
Die Außenministerin von Mexiko, Patricia Espinosa, hatte sich in letzter Zeit wirklich sehr bemüht, die Beziehungen zwischen ihrem Land und Kuba zu verbessern, die durch verantwortungslose Führungskräfte – aus bekannten Gründen, die ich jetzt hier nicht nennen möchte - ernsthaft verschlechtert wurden, als George W. Bush Vorwände suchte, um „vorbeugend und überraschend“ unser Vaterland als einen der „60 oder mehr dunklen Winkel der Welt“ anzugreifen.
Das mexikanische Außenministerium veröffentlichte, dass trotz der von Fidel Castro verlautbarten Kritiken der Außenminister von Kuba, Bruno Rodríguez Parrilla, auf der Versammlung der Gruppe von Rio mit der Europäischen Union in Prag eine Erklärung unterzeichnet hatte, die seine Anerkennung für die mexikanischen Behörden zum Ausdruck brachte.
Genau das, was Bruno in Prag getan hat, war richtig. Er hat sich die ausreichende Zeit mit der Ministerin getroffenen, um ihr aufmerksam zuzuhören und einen Austausch mit ihr zu führen. Er erklärte ihr seinerseits alles bezüglich der Verhaltensweise von Kuba. Ich werde hier nicht in Einzelheiten über jenes Gespräch verfallen und über die übermittelte Meinung bezüglich eines Gesprächs eines wichtigen hohen Beamten des mexikanischen Außenministeriums mit dem Botschafter von Kuba in Mexiko, mit der Zielstellung, Verwicklungen zu vermeiden.
Ich füge nur hinzu, dass das Treffen zwischen Bruno und Patricia in Prag respektvoll und offen war. Unser Außenminister hat der Ministerin die Solidarität von Kuba mit ihrem Land zum Ausdruck gebracht und die Bereitschaft, dem mexikanischen Volk bei der Bekämpfung der Epidemie Hilfestellung zu leisten.
Auf der Ministerial-Versammlung der Gruppe von Rio und der Europäischen Union ergriff Bruno das Wort, um die Haltung von Kuba klar zu erläutern, die von unserer Regierung zum Schutz der Bevölkerung getroffenen Maßnahmen; die in unser Land eingeschleusten Epidemien, einschließlich des hämorrhagischen Denguefiebers, das den Tod von 102 Kindern verursachte; die Reflexionen von Fidel; die enge Einheit der Revolutionäre und die internationale Kooperation von Kuba auf dem Gebiet des Gesundheitswesens.
Das Zurückgreifen auf die Intrige, die Lüge und die Drohung ist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass der ideologische Gegner dabei ist, die Schlacht zu verlieren.
Fidel Castro Ruz
16. Mai 2009
19:45 Uhr
Donnerstag, 14. Mai 2009
Was die Zeitschrift Science berichtet hat
Reflexionen des Genossen Fidel: Was die Zeitschrift Science berichtet hat
Als ich am Morgen die heute in den Landesnachrichten und in CubaDebate veröffentlichte Reflexion geschrieben habe, hatte ich noch nicht eine von Mark Stevenson und David Koop in Mexiko veröffentlichte Agenturmeldung gelesen, die von AP übermittelt wurde, der wichtigsten Nachrichtenagentur der Vereinigten Staaten.
Natürlich bestand ganz und gar nicht die Absicht, mir Recht zu geben, denn sie wiederholte mehrmals, dass ich Mexiko beschuldigt hatte, die Epidemie bis zum Zeitpunkt nach Obamas Mexiko-Besuch verborgen zu haben.
Ich las die Meldung unbeirrt weiter, die mir dank der Mitteilungsblätter zur Verfügung stand, welche Nachrichten der internationalen Presse wiedergeben, die nicht auf den 326 der gestern von in Kuba etablierten Agenturen veröffentlichten Seiten enthalten sind.
Es ist ein Artikel von AP, der in diesem Augenblick von besonderem Interesse ist. Was genau beinhaltet er?
„Der Besuch von Obama am 16. April fand eine Woche vor der Ankündigung der Verbreitung der Schweinegrippe durch die hohen Beamten des Gesundheitswesens statt, was zur vorübergehenden massiven Schließung führte, die praktisch viele Teile des Landes zum Erliegen brachte.”
„Eine diese Woche in der Zeitschrift Science veröffentlichte Untersuchung schätzte ein, dass Mexiko am 23. April, dem Tag, an dem es die Epidemie ankündigte, möglicherweise schon 23.000 Fälle von Schweinegrippe zu verzeichnen hatte. Die Untersuchung vertritt die Meinung, dass die Schweinegrippe den Tod von 0,4% bis 1,4% ihrer Opfer verursacht, aber der Hauptverfasser Neil Ferguson vom Imperial College von London behauptet, dass die Angaben noch unvollständig sind.
,Es ist sehr schwierig, in dieser Phase die Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit zahlenmäßig anzugeben’, deutete er an.
Die von Science veröffentlichte Analyse lässt durchblicken, dass es viel mehr Fälle als die in den Labors bestätigten gibt, und zwar in Mexiko seit dem 23. April zwischen 6.000 und 32.000. Die Grippe hat sich seitdem auf die ganze Welt ausgebreitet und gemäß der Untersuchung scheint sie viel ansteckender zu sein, als die gemeine Grippe, die jede Saison auftritt.
Die Forscher haben ebenfalls die DNS der Viren in 23 der bestätigten Fälle verglichen und eingeschätzt, dass die ersten Fälle am 12. Januar aufgetreten sein müssen, vermutlich von Person zu Person übertragen, auch wenn sie der Meinung sind, dass die Grippe zu jeglichem Zeitpunkt zwischen dem 3. November und dem 2. März begonnen haben kann.
Die Forscher wiesen darauf hin, dass die Grippe H1N1 von 2009 scheinbar so schwerwiegend wie die von 1957 sein wird, aber mit einem geringeren Schweregrad wie die tödliche Version von 1918.
In Mexiko war die Wiedereröffnung der Kindergärten und Grund- und Mittelschulen, die seit dem 24. April geschlossen waren, der jüngste Schritt bei den Bemühungen, zu einer gewissen Normalität zurückzukehren. Die Geschäfte, staatlichen Dienstleistungen, Gymnasien und Universitäten hatten vorige Woche ihre Tätigkeit wieder aufgenommen.
Jedoch haben sechs der 31 mexikanischen Bundesstaaten die Wiedereröffnung der Schulen aufgrund der Zunahme der örtlichen Grippefälle um eine weitere Woche verschoben und ein siebter Bundesstaat verschob sie um einen weiteren Tag, bis zum Dienstag. Das Bildungsministerium kündigte an, dass es das Schuljahr um sieben Tage verlängern wird, um die verlorene Zeit aufzuholen.
Aber während die hohen Beamten das Bildungssystem und das Gesundheitswesen wegen ihrer Reaktion auf die Krise lobten, wird spürbar, dass im schon überbelasteten System des Gesundheitswesens von Mexiko Signale dafür zu verzeichnen sind, dass es großem Druck ausgesetzt ist.
Dutzende von Mitarbeitern des staatlichen Gesundheitswesens, einschließlich Ärzte und Krankenschwestern, haben in der Küstenstadt Jalapa Protestmärsche durchgeführt und Straßen blockiert, um Gehaltserhöhungen und bessere Arbeitsbedingungen zu fordern.
,Die Regierung hat uns um Hilfe zur Bekämpfung der Grippe-Epidemie gebeten, jetzt bitten wir die Regierung, uns Gerechtigkeit widerfahren zu lassen’, sagte die Krankenschwester Mariana Cortés, eine der Organisatoren der Protestaktion.”
Was habe ich nicht für Anstrengungen unternommen, um aufzuzeigen, dass schon seit Ende März Symptome aufgetreten waren, fünf Wochen vor der offiziellen Ankündigung der Epidemie! Die Zeitschrift Science drückt in ihrer Meinung aus, dass die Krankheit möglicherweise zwischen Januar und März 2009 in Mexiko begonnen hat.
Weder jene Agenturmeldung noch den Artikel von Science hab ich geschrieben. Da das, was sie behaupten, dem 10fachen von der von mir angegebenen Anzahl an Erkrankten entspricht, und dies von einer der angesehensten wissenschaftlichen Zeitschriften der Welt gestützt wird, frage ich mich, ob der Präsident und die führenden Mitglieder seiner Partei schon den Botschafter der Vereinigten Staaten in Mexiko besucht haben und ihm den Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit jenem Land angedroht haben.
Vor kurzem habe ich mit Besorgnis beobachtet, dass der ehrenhafte Herr Präsident von Mexiko verärgert war, als ich in einer Reflexion seinen illustren Vorgänger kritisierte. Wie dumm von mir, jene Vesta-Jungfrau der mexikanischen Oligarchie zu nennen! Er fühlte sich verpflichtet, in einem öffentlichen Kommentar zu protestieren.
Manche stellen sich die Frage aus welchem Grund bzw. in wessen Namen ich spreche. Ich habe es ganz klar gesagt: als „Der Genosse Fidel”. Ich bin stolz darauf, Mitglied der Kommunistischen Partei Kubas zu sein. Als ich das schrieb, was Präsident Calderón so verbittert hat, habe ich es „Was mir durch den Kopf ging“ betitelt und das geschah, während ich seine Erklärung gegen Kuba gelesen habe. Ich habe die Ethikregeln nicht verletzt. Ich habe mit aller Aufrichtigkeit und ohne Beleidigung gesagt, was ich dachte. Ich bin von 10 Präsidenten der Vereinigten Staaten trainiert worden. Einen von ihnen achte ich sehr: Carter. Einer der anderen gab manchmal das Beste und manchmal das Schlechteste von sich. Mehrere von ihnen einzig und allein das Schlechteste, denn sie hatten nichts Anderes zu bieten. Den Präsidenten Nummer 11 beobachte ich sorgfältig. Allen habe ich zu verdanken, dass ich beim Kämpfen mit den Mächtigen so viel gelernt habe.
Ich habe heute nichts weiter zu bieten.
Fidel Castro Ruz
14. Mai 2009
19:14 Uhr
Als ich am Morgen die heute in den Landesnachrichten und in CubaDebate veröffentlichte Reflexion geschrieben habe, hatte ich noch nicht eine von Mark Stevenson und David Koop in Mexiko veröffentlichte Agenturmeldung gelesen, die von AP übermittelt wurde, der wichtigsten Nachrichtenagentur der Vereinigten Staaten.
Natürlich bestand ganz und gar nicht die Absicht, mir Recht zu geben, denn sie wiederholte mehrmals, dass ich Mexiko beschuldigt hatte, die Epidemie bis zum Zeitpunkt nach Obamas Mexiko-Besuch verborgen zu haben.
Ich las die Meldung unbeirrt weiter, die mir dank der Mitteilungsblätter zur Verfügung stand, welche Nachrichten der internationalen Presse wiedergeben, die nicht auf den 326 der gestern von in Kuba etablierten Agenturen veröffentlichten Seiten enthalten sind.
Es ist ein Artikel von AP, der in diesem Augenblick von besonderem Interesse ist. Was genau beinhaltet er?
„Der Besuch von Obama am 16. April fand eine Woche vor der Ankündigung der Verbreitung der Schweinegrippe durch die hohen Beamten des Gesundheitswesens statt, was zur vorübergehenden massiven Schließung führte, die praktisch viele Teile des Landes zum Erliegen brachte.”
„Eine diese Woche in der Zeitschrift Science veröffentlichte Untersuchung schätzte ein, dass Mexiko am 23. April, dem Tag, an dem es die Epidemie ankündigte, möglicherweise schon 23.000 Fälle von Schweinegrippe zu verzeichnen hatte. Die Untersuchung vertritt die Meinung, dass die Schweinegrippe den Tod von 0,4% bis 1,4% ihrer Opfer verursacht, aber der Hauptverfasser Neil Ferguson vom Imperial College von London behauptet, dass die Angaben noch unvollständig sind.
,Es ist sehr schwierig, in dieser Phase die Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit zahlenmäßig anzugeben’, deutete er an.
Die von Science veröffentlichte Analyse lässt durchblicken, dass es viel mehr Fälle als die in den Labors bestätigten gibt, und zwar in Mexiko seit dem 23. April zwischen 6.000 und 32.000. Die Grippe hat sich seitdem auf die ganze Welt ausgebreitet und gemäß der Untersuchung scheint sie viel ansteckender zu sein, als die gemeine Grippe, die jede Saison auftritt.
Die Forscher haben ebenfalls die DNS der Viren in 23 der bestätigten Fälle verglichen und eingeschätzt, dass die ersten Fälle am 12. Januar aufgetreten sein müssen, vermutlich von Person zu Person übertragen, auch wenn sie der Meinung sind, dass die Grippe zu jeglichem Zeitpunkt zwischen dem 3. November und dem 2. März begonnen haben kann.
Die Forscher wiesen darauf hin, dass die Grippe H1N1 von 2009 scheinbar so schwerwiegend wie die von 1957 sein wird, aber mit einem geringeren Schweregrad wie die tödliche Version von 1918.
In Mexiko war die Wiedereröffnung der Kindergärten und Grund- und Mittelschulen, die seit dem 24. April geschlossen waren, der jüngste Schritt bei den Bemühungen, zu einer gewissen Normalität zurückzukehren. Die Geschäfte, staatlichen Dienstleistungen, Gymnasien und Universitäten hatten vorige Woche ihre Tätigkeit wieder aufgenommen.
Jedoch haben sechs der 31 mexikanischen Bundesstaaten die Wiedereröffnung der Schulen aufgrund der Zunahme der örtlichen Grippefälle um eine weitere Woche verschoben und ein siebter Bundesstaat verschob sie um einen weiteren Tag, bis zum Dienstag. Das Bildungsministerium kündigte an, dass es das Schuljahr um sieben Tage verlängern wird, um die verlorene Zeit aufzuholen.
Aber während die hohen Beamten das Bildungssystem und das Gesundheitswesen wegen ihrer Reaktion auf die Krise lobten, wird spürbar, dass im schon überbelasteten System des Gesundheitswesens von Mexiko Signale dafür zu verzeichnen sind, dass es großem Druck ausgesetzt ist.
Dutzende von Mitarbeitern des staatlichen Gesundheitswesens, einschließlich Ärzte und Krankenschwestern, haben in der Küstenstadt Jalapa Protestmärsche durchgeführt und Straßen blockiert, um Gehaltserhöhungen und bessere Arbeitsbedingungen zu fordern.
,Die Regierung hat uns um Hilfe zur Bekämpfung der Grippe-Epidemie gebeten, jetzt bitten wir die Regierung, uns Gerechtigkeit widerfahren zu lassen’, sagte die Krankenschwester Mariana Cortés, eine der Organisatoren der Protestaktion.”
Was habe ich nicht für Anstrengungen unternommen, um aufzuzeigen, dass schon seit Ende März Symptome aufgetreten waren, fünf Wochen vor der offiziellen Ankündigung der Epidemie! Die Zeitschrift Science drückt in ihrer Meinung aus, dass die Krankheit möglicherweise zwischen Januar und März 2009 in Mexiko begonnen hat.
Weder jene Agenturmeldung noch den Artikel von Science hab ich geschrieben. Da das, was sie behaupten, dem 10fachen von der von mir angegebenen Anzahl an Erkrankten entspricht, und dies von einer der angesehensten wissenschaftlichen Zeitschriften der Welt gestützt wird, frage ich mich, ob der Präsident und die führenden Mitglieder seiner Partei schon den Botschafter der Vereinigten Staaten in Mexiko besucht haben und ihm den Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit jenem Land angedroht haben.
Vor kurzem habe ich mit Besorgnis beobachtet, dass der ehrenhafte Herr Präsident von Mexiko verärgert war, als ich in einer Reflexion seinen illustren Vorgänger kritisierte. Wie dumm von mir, jene Vesta-Jungfrau der mexikanischen Oligarchie zu nennen! Er fühlte sich verpflichtet, in einem öffentlichen Kommentar zu protestieren.
Manche stellen sich die Frage aus welchem Grund bzw. in wessen Namen ich spreche. Ich habe es ganz klar gesagt: als „Der Genosse Fidel”. Ich bin stolz darauf, Mitglied der Kommunistischen Partei Kubas zu sein. Als ich das schrieb, was Präsident Calderón so verbittert hat, habe ich es „Was mir durch den Kopf ging“ betitelt und das geschah, während ich seine Erklärung gegen Kuba gelesen habe. Ich habe die Ethikregeln nicht verletzt. Ich habe mit aller Aufrichtigkeit und ohne Beleidigung gesagt, was ich dachte. Ich bin von 10 Präsidenten der Vereinigten Staaten trainiert worden. Einen von ihnen achte ich sehr: Carter. Einer der anderen gab manchmal das Beste und manchmal das Schlechteste von sich. Mehrere von ihnen einzig und allein das Schlechteste, denn sie hatten nichts Anderes zu bieten. Den Präsidenten Nummer 11 beobachte ich sorgfältig. Allen habe ich zu verdanken, dass ich beim Kämpfen mit den Mächtigen so viel gelernt habe.
Ich habe heute nichts weiter zu bieten.
Fidel Castro Ruz
14. Mai 2009
19:14 Uhr
Eine weitere Nachricht, die die Welt erschüttert hat
Reflexionen des Genossen Fidel: Eine weitere Nachricht, die die Welt erschüttert hat
Am 25. April 2009 veröffentlichte El Universal von Mexiko, dass „Francis Plummer, Wissenschaftler des Staatlichen Mikrobiologie-Labors von Kanada bestätigt hatte, dass die Grippe, welche die Mexikaner befallen hat, ein neues Virus nicht nur für die Menschen, sondern für die Welt überhaupt ist. Vor genau einer Woche… erhielt er einen Anruf, mit dem seine Hilfe bei der Untersuchung von aus Mexiko kommenden Proben gefordert wurde…”
„Die Untersuchungen, in denen wir dieses neue Virus entdeckten, wurden ausschließlich in dem von den mexikanischen Behörden gesendeten Probematerial durchgeführt, unterstrich er bezüglich der 16 Fälle von den 50 aus Mexiko kommenden, in deren Befund dieses Virus enthalten war…”
Zwei Tage später berichtet die Tageszeitung La Jornada, dass sie am 5. jenes Monats eine Mitteilung von Andrés Timoteo, ihrem Reporter aus Veracruz, erhalten hatte, der wörtlich übermittelte, dass „das Gesundheitsministerium den Ort La Gloria, Gemeinde Perote, unter Seuchenquarantäne gestellt hatte, da dessen Einwohner von einer eigenartigen akuten Atemwegsinfektion befallen sind…drei Kinder unter zwei Jahren waren verstorben und 60 Prozent der dreitausend Einwohner haben Atemwegsbeschwerden.”
La Jornada fügt Folgendes hinzu: „In der Mitteilung des Reporters heißt es, dass die Bewohner das Auftauchen der Infektionen auf die von den Schweinezüchtern der transnationalen Farm Carroll verursachte Verseuchung zurückführen.
…Dutzende Familien erlitten plötzlich Atemwegserkrankungen.
Die Gemeindebeamtin Bertha Crisóstomo beantragte die Hilfe der Gesundheitsbehörden, da Dutzende Familien plötzlich an Atemwegsinfekten erkrankt waren“ – erklärt der Berichterstatter weiter.
„Die gemäß Zeugen bei den Bewohnern des Ortes auftretenden Symptome waren hohes Fieber, sehr starker Husten und Schleimabsonderungen. Sie werden bettlägerig, als wenn es sich um eine in kalten Jahreszeiten auftretende Infektion handeln würde.”
In Wirklichkeit war das kanadische Labor von Doktor Plummer nicht das erste, das diese Entdeckung machte. Das CDC (Center for Disease Control) von Atlanta hatte dies am 17. April erreicht. Das AH1N1 war ein neues und potentiell sehr gefährliches Virus.
Und es gibt noch etwas zu berichten: Am 11. jenes Monats hatte die Seuchen-Vorwarngruppe der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation auf der Grundlage der Berichte der oben genannten mexikanischen Presse das Gesundheitsministerium gebeten, einen angeblichen Grippe-Ausbruch in der Gemeinde La Gloria in Perote, Veracruz, zu überprüfen, wobei sie erläuterte, dass dies ein Gesundheitsrisiko von internationaler Bedeutung darstellen könnte.
In jeglichem Land war bei solch einer Information eine sofortige und ernsthafte Nachforschung in dieser Angelegenheit unerlässlich.
Ich habe immer die Fortschritte von Mexiko bezüglich der sozialen Sicherheit bewundert. Sie war die fortschrittlichste dieses Kontinents. Dort fanden wir nach dem Sieg Freunde, die uns in den ersten Jahren unserer Revolution geholfen haben.
Es ist schmerzhaft, dies sagen zu müssen, aber heutzutage hätte man in nur vier oder fünf Tagen herausfinden können, dass sie von jenem Virus befallen waren, ohne dass eine Entsendung des Probematerials in das Labor von Kanada notwendig gewesen wäre. Wie erklärt sich die Tatsache, dass solche Untersuchungen nicht schon irgendwo vorgenommen wurden, seitdem die Ereignisse begannen, welche die von der Vorwarngruppe des Panamerikanischen Gesundheitsamts unternommenen Schritte bestimmten?
Am 24. April wird der internationalen Gemeinschaft die erste Information über die Epidemie mitgeteilt; die Nachrichten waren beunruhigend. Hier einige davon:
2. Mai: 397 Erkrankte, 16 Tote
5. Mai: 866 Erkrankte, 26 Tote
9. Mai: 1626 Erkrankte, 48 Tote
12. Mai: 2282 Erkrankte, 58 Tote
Mit jedem Tag waren weitere Länder betroffen und fast ausschließlich standen die Fälle in Bezug zu aus Mexiko zurückgekehrten Personen.
Vor drei Tagen wurde bekannt gegeben, dass China, ein riesiges Land mit über 1,3 Milliarden Einwohnern, einen positiven Befund bezüglich des Virus AH1N1 mitgeteilt hat, der in diesem Fall von einem jungen Chinesen übertragen wurde, der in den Vereinigten Staaten studiert. Dieses Land und Mexiko sind zu weltweiten Exporteuren der Epidemie geworden. Vielleicht hätte diese blitzartige Expansion verhindert werden können. Es ist nicht ein Gefallen der Regierung von Mexiko an die Welt, wie manche zu zeigen beabsichtigen. Jetzt müsste den drei im Freihandelsvertrag von Nordamerika verbündeten Ländern das Dankeschön übermittelt werden. Alle drei waren am 18. und 19. April in Port of Spain. Der Besuch von Obama in Mexiko hatte am 16. und 17. des selben Monats stattgefunden.
Was bedeutet für Kuba eine dieser Epidemien? Unser Land hat kraft der von der US-Regierung der Welt aufgezwungenen Exterritorialität keinen Zugang zum Erwerb von jeglichen Arzneimitteln, Rohstoffen bzw. Geräten oder Bauteilen von Diagnosegeräten, welche von den US-amerikanischen transnationalen Unternehmen hergestellt werden. Warum beschuldigt man uns, Feinde des mexikanischen Volkes zu sein, wenn wir vorbeugend zum Schutz unseres Volkes ausgearbeitete Maßnahmen treffen? Wer sagt jetzt China, wie das Land seine Bevölkerung schützen soll? Warum die Lügen? Warum wird von angeblichen Repressalien gesprochen, wie zum Beispiel einen schon abgesagten Flug abzusagen? Ist vielleicht das Geld des Fremdenverkehrs und der Luftfahrtgesellschaften wichtiger als das Leben eines Mitbürgers? Warum die Drohungen? Wir sind nicht Schuld an den drastischen Maßnahmen, welche die Epidemie die mexikanische Regierung anzuwenden zwang.
Als die Vereinigten Staaten ihre von den Marineinfanteristen eskortierten Söldner auf die Schweinebucht losließen, hat General Lázaro Cárdenas, der sich durch die Rückgewinnung des Erdöls für Mexiko mit Ruhm bedeckt hatte, uns nicht bedroht; im Gegenteil, er wollte nach Kuba reisen, um an unserer Seite zu kämpfen. Dieses ist dasjenige Mexiko, dessen Beispiel wir Hochachtung zollen.
Wäre es möglich, dass am 16. und 17. April in Mexiko niemand ein Wort über das Geschenk wusste, das von jenem Land aus sechs Tage darauf der Welt gemacht werden würde? Nicht einmal die Geheimdienste der Vereinigten Staaten, Experten in Information, wussten, was kurz vor dem Ausbruch stand?
Nichts hat sich in Mexiko seit den letzten acht Jahren verändert, ausgenommen das Virus. Die Grippe im Jahr 1918 hat mehr Personen getötet, als der Erste Weltkrieg.
Das war eine andere Nachricht, die ebenfalls die Welt erschütterte! Vertrauen wir auf die Wissenschaft!
Fidel Castro Ruz
14. Mai 2009
7:43 Uhr
Am 25. April 2009 veröffentlichte El Universal von Mexiko, dass „Francis Plummer, Wissenschaftler des Staatlichen Mikrobiologie-Labors von Kanada bestätigt hatte, dass die Grippe, welche die Mexikaner befallen hat, ein neues Virus nicht nur für die Menschen, sondern für die Welt überhaupt ist. Vor genau einer Woche… erhielt er einen Anruf, mit dem seine Hilfe bei der Untersuchung von aus Mexiko kommenden Proben gefordert wurde…”
„Die Untersuchungen, in denen wir dieses neue Virus entdeckten, wurden ausschließlich in dem von den mexikanischen Behörden gesendeten Probematerial durchgeführt, unterstrich er bezüglich der 16 Fälle von den 50 aus Mexiko kommenden, in deren Befund dieses Virus enthalten war…”
Zwei Tage später berichtet die Tageszeitung La Jornada, dass sie am 5. jenes Monats eine Mitteilung von Andrés Timoteo, ihrem Reporter aus Veracruz, erhalten hatte, der wörtlich übermittelte, dass „das Gesundheitsministerium den Ort La Gloria, Gemeinde Perote, unter Seuchenquarantäne gestellt hatte, da dessen Einwohner von einer eigenartigen akuten Atemwegsinfektion befallen sind…drei Kinder unter zwei Jahren waren verstorben und 60 Prozent der dreitausend Einwohner haben Atemwegsbeschwerden.”
La Jornada fügt Folgendes hinzu: „In der Mitteilung des Reporters heißt es, dass die Bewohner das Auftauchen der Infektionen auf die von den Schweinezüchtern der transnationalen Farm Carroll verursachte Verseuchung zurückführen.
…Dutzende Familien erlitten plötzlich Atemwegserkrankungen.
Die Gemeindebeamtin Bertha Crisóstomo beantragte die Hilfe der Gesundheitsbehörden, da Dutzende Familien plötzlich an Atemwegsinfekten erkrankt waren“ – erklärt der Berichterstatter weiter.
„Die gemäß Zeugen bei den Bewohnern des Ortes auftretenden Symptome waren hohes Fieber, sehr starker Husten und Schleimabsonderungen. Sie werden bettlägerig, als wenn es sich um eine in kalten Jahreszeiten auftretende Infektion handeln würde.”
In Wirklichkeit war das kanadische Labor von Doktor Plummer nicht das erste, das diese Entdeckung machte. Das CDC (Center for Disease Control) von Atlanta hatte dies am 17. April erreicht. Das AH1N1 war ein neues und potentiell sehr gefährliches Virus.
Und es gibt noch etwas zu berichten: Am 11. jenes Monats hatte die Seuchen-Vorwarngruppe der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation auf der Grundlage der Berichte der oben genannten mexikanischen Presse das Gesundheitsministerium gebeten, einen angeblichen Grippe-Ausbruch in der Gemeinde La Gloria in Perote, Veracruz, zu überprüfen, wobei sie erläuterte, dass dies ein Gesundheitsrisiko von internationaler Bedeutung darstellen könnte.
In jeglichem Land war bei solch einer Information eine sofortige und ernsthafte Nachforschung in dieser Angelegenheit unerlässlich.
Ich habe immer die Fortschritte von Mexiko bezüglich der sozialen Sicherheit bewundert. Sie war die fortschrittlichste dieses Kontinents. Dort fanden wir nach dem Sieg Freunde, die uns in den ersten Jahren unserer Revolution geholfen haben.
Es ist schmerzhaft, dies sagen zu müssen, aber heutzutage hätte man in nur vier oder fünf Tagen herausfinden können, dass sie von jenem Virus befallen waren, ohne dass eine Entsendung des Probematerials in das Labor von Kanada notwendig gewesen wäre. Wie erklärt sich die Tatsache, dass solche Untersuchungen nicht schon irgendwo vorgenommen wurden, seitdem die Ereignisse begannen, welche die von der Vorwarngruppe des Panamerikanischen Gesundheitsamts unternommenen Schritte bestimmten?
Am 24. April wird der internationalen Gemeinschaft die erste Information über die Epidemie mitgeteilt; die Nachrichten waren beunruhigend. Hier einige davon:
2. Mai: 397 Erkrankte, 16 Tote
5. Mai: 866 Erkrankte, 26 Tote
9. Mai: 1626 Erkrankte, 48 Tote
12. Mai: 2282 Erkrankte, 58 Tote
Mit jedem Tag waren weitere Länder betroffen und fast ausschließlich standen die Fälle in Bezug zu aus Mexiko zurückgekehrten Personen.
Vor drei Tagen wurde bekannt gegeben, dass China, ein riesiges Land mit über 1,3 Milliarden Einwohnern, einen positiven Befund bezüglich des Virus AH1N1 mitgeteilt hat, der in diesem Fall von einem jungen Chinesen übertragen wurde, der in den Vereinigten Staaten studiert. Dieses Land und Mexiko sind zu weltweiten Exporteuren der Epidemie geworden. Vielleicht hätte diese blitzartige Expansion verhindert werden können. Es ist nicht ein Gefallen der Regierung von Mexiko an die Welt, wie manche zu zeigen beabsichtigen. Jetzt müsste den drei im Freihandelsvertrag von Nordamerika verbündeten Ländern das Dankeschön übermittelt werden. Alle drei waren am 18. und 19. April in Port of Spain. Der Besuch von Obama in Mexiko hatte am 16. und 17. des selben Monats stattgefunden.
Was bedeutet für Kuba eine dieser Epidemien? Unser Land hat kraft der von der US-Regierung der Welt aufgezwungenen Exterritorialität keinen Zugang zum Erwerb von jeglichen Arzneimitteln, Rohstoffen bzw. Geräten oder Bauteilen von Diagnosegeräten, welche von den US-amerikanischen transnationalen Unternehmen hergestellt werden. Warum beschuldigt man uns, Feinde des mexikanischen Volkes zu sein, wenn wir vorbeugend zum Schutz unseres Volkes ausgearbeitete Maßnahmen treffen? Wer sagt jetzt China, wie das Land seine Bevölkerung schützen soll? Warum die Lügen? Warum wird von angeblichen Repressalien gesprochen, wie zum Beispiel einen schon abgesagten Flug abzusagen? Ist vielleicht das Geld des Fremdenverkehrs und der Luftfahrtgesellschaften wichtiger als das Leben eines Mitbürgers? Warum die Drohungen? Wir sind nicht Schuld an den drastischen Maßnahmen, welche die Epidemie die mexikanische Regierung anzuwenden zwang.
Als die Vereinigten Staaten ihre von den Marineinfanteristen eskortierten Söldner auf die Schweinebucht losließen, hat General Lázaro Cárdenas, der sich durch die Rückgewinnung des Erdöls für Mexiko mit Ruhm bedeckt hatte, uns nicht bedroht; im Gegenteil, er wollte nach Kuba reisen, um an unserer Seite zu kämpfen. Dieses ist dasjenige Mexiko, dessen Beispiel wir Hochachtung zollen.
Wäre es möglich, dass am 16. und 17. April in Mexiko niemand ein Wort über das Geschenk wusste, das von jenem Land aus sechs Tage darauf der Welt gemacht werden würde? Nicht einmal die Geheimdienste der Vereinigten Staaten, Experten in Information, wussten, was kurz vor dem Ausbruch stand?
Nichts hat sich in Mexiko seit den letzten acht Jahren verändert, ausgenommen das Virus. Die Grippe im Jahr 1918 hat mehr Personen getötet, als der Erste Weltkrieg.
Das war eine andere Nachricht, die ebenfalls die Welt erschütterte! Vertrauen wir auf die Wissenschaft!
Fidel Castro Ruz
14. Mai 2009
7:43 Uhr
Montag, 11. Mai 2009
Was mir durch den Kopf ging
Reflexionen des Genossen Fidel: Was mir durch den Kopf ging
Heute wurde das Auftauchen des Grippe-Virus A (H1N1) in Kuba bekannt gegeben. Der Träger ist ein junger mexikanischer Bürger, der in unserem Land Medizin studiert. Das Einzige, was jetzt klar behauptet werden kann, ist, dass es nicht von der CIA eingeführt wurde. Es kam aus Mexiko.
Worüber beschwerte sich der mexikanische Präsident in Bezug auf die von Kuba getroffenen Maßnahmen, welche den vorgeschriebenen Regelungen entsprachen und nicht im Geringsten beabsichtigten, das mexikanische Brudervolk zu schädigen? Wir waren weit davon entfernt, uns vorstellen zu können, dass dort und in den Vereinigten Staaten die Epidemie ausgelöst werden würde.
Die mexikanischen Behörden haben die Welt in Erwartung von Obamas Besuch nicht über das Vorhandensein derselben informiert. Jetzt droht man uns an, den Besuch von Präsident Calderon ausfallen zu lassen, der schon vorher aus anderen verständlichen und nicht mit der Grippe im Zusammenhang stehenden Gründen abgesagt worden war. Im Augenblick müssen wir und Dutzende andere Länder die Sache ausbaden und obendrauf beschuldigt man uns Mexiko schädigender Maßnahmen.
„Ich wollte tatsächlich in diesen Tagen oder Wochen Kuba besuchen, aber da Kuba die Flüge nach Mexiko verhindert hat, – erklärte der Präsident von Mexiko – werde ich dies vielleicht nicht tun können, das kann eine der nicht vorhergesehenen Folgen sein, die keine ausreichende fachliche Grundlage haben“, fügte Calderón gemäß der Mitteilung einer bedeutenden europäischen Nachrichtenagentur hinzu.
Am darauf folgenden Tag veröffentlichte eine andere Agentur jenes Kontinents dasselbe. Nicht einmal hierbei waren die Regierungsbehörden jenes Landes klar. Jetzt erscheinen wir als die Ungerechten, ohne fachliche Grundlage und ein Land, das dem Volk von Mexiko feindlich gesinnt ist.
Die mexikanischen Studenten haben nicht die geringste Schuld, sie sind ausgezeichnete Menschen, genauso wie das kubanische Lehrpersonal und die Mitarbeiter der Hochschule, welche streng die von den Umständen auferlegten, angemessenen Kontrollmaßnahmen erfüllen.
Das Gerechte wäre, das mexikanische Volk darüber zu informieren, dass in der Abschlusserklärung der Außenministertagung der Bewegung der Blockfreien Staaten in drei ihrer abschließenden Abschnitte Folgendes festgelegt wurde:
„Die Minister der Bewegung der Blockfreien Staaten… bringen ihre große Besorgnis und Solidarität mit der Regierung und dem Volk von Mexiko aufgrund der schwerwiegenden, durch den Ausbruch der Schweinegrippe in jenem Land entstandenen Situation zum Ausdruck.
Die Minister fordern von der Weltgesundheitsorganisation und den internationalen Finanzorganisationen, der Regierung und dem Volk von Mexiko vollkommene logistische und finanzielle Unterstützung bei ihren Anstrengungen zur unmittelbaren und effizienten Bekämpfung dieser Epidemie zu geben.
In diesem Sinne fordern die Minister die Weltgesundheitsorganisation auf, in Koordination mit den Behörden von Mexiko eine systematische und angemessene Weiterverfolgung abzusichern, um die nachfolgende Verbreitung dieser Epidemie zu verhindern.”
Ich bringe hier nur die Ideen zum Ausdruck, die mir in dem Maße durch den Kopf gingen, wie die Nachrichten ankamen.
Fidel Castro Ruz
11. Mai 2009
21:38 Uhr
Heute wurde das Auftauchen des Grippe-Virus A (H1N1) in Kuba bekannt gegeben. Der Träger ist ein junger mexikanischer Bürger, der in unserem Land Medizin studiert. Das Einzige, was jetzt klar behauptet werden kann, ist, dass es nicht von der CIA eingeführt wurde. Es kam aus Mexiko.
Worüber beschwerte sich der mexikanische Präsident in Bezug auf die von Kuba getroffenen Maßnahmen, welche den vorgeschriebenen Regelungen entsprachen und nicht im Geringsten beabsichtigten, das mexikanische Brudervolk zu schädigen? Wir waren weit davon entfernt, uns vorstellen zu können, dass dort und in den Vereinigten Staaten die Epidemie ausgelöst werden würde.
Die mexikanischen Behörden haben die Welt in Erwartung von Obamas Besuch nicht über das Vorhandensein derselben informiert. Jetzt droht man uns an, den Besuch von Präsident Calderon ausfallen zu lassen, der schon vorher aus anderen verständlichen und nicht mit der Grippe im Zusammenhang stehenden Gründen abgesagt worden war. Im Augenblick müssen wir und Dutzende andere Länder die Sache ausbaden und obendrauf beschuldigt man uns Mexiko schädigender Maßnahmen.
„Ich wollte tatsächlich in diesen Tagen oder Wochen Kuba besuchen, aber da Kuba die Flüge nach Mexiko verhindert hat, – erklärte der Präsident von Mexiko – werde ich dies vielleicht nicht tun können, das kann eine der nicht vorhergesehenen Folgen sein, die keine ausreichende fachliche Grundlage haben“, fügte Calderón gemäß der Mitteilung einer bedeutenden europäischen Nachrichtenagentur hinzu.
Am darauf folgenden Tag veröffentlichte eine andere Agentur jenes Kontinents dasselbe. Nicht einmal hierbei waren die Regierungsbehörden jenes Landes klar. Jetzt erscheinen wir als die Ungerechten, ohne fachliche Grundlage und ein Land, das dem Volk von Mexiko feindlich gesinnt ist.
Die mexikanischen Studenten haben nicht die geringste Schuld, sie sind ausgezeichnete Menschen, genauso wie das kubanische Lehrpersonal und die Mitarbeiter der Hochschule, welche streng die von den Umständen auferlegten, angemessenen Kontrollmaßnahmen erfüllen.
Das Gerechte wäre, das mexikanische Volk darüber zu informieren, dass in der Abschlusserklärung der Außenministertagung der Bewegung der Blockfreien Staaten in drei ihrer abschließenden Abschnitte Folgendes festgelegt wurde:
„Die Minister der Bewegung der Blockfreien Staaten… bringen ihre große Besorgnis und Solidarität mit der Regierung und dem Volk von Mexiko aufgrund der schwerwiegenden, durch den Ausbruch der Schweinegrippe in jenem Land entstandenen Situation zum Ausdruck.
Die Minister fordern von der Weltgesundheitsorganisation und den internationalen Finanzorganisationen, der Regierung und dem Volk von Mexiko vollkommene logistische und finanzielle Unterstützung bei ihren Anstrengungen zur unmittelbaren und effizienten Bekämpfung dieser Epidemie zu geben.
In diesem Sinne fordern die Minister die Weltgesundheitsorganisation auf, in Koordination mit den Behörden von Mexiko eine systematische und angemessene Weiterverfolgung abzusichern, um die nachfolgende Verbreitung dieser Epidemie zu verhindern.”
Ich bringe hier nur die Ideen zum Ausdruck, die mir in dem Maße durch den Kopf gingen, wie die Nachrichten ankamen.
Fidel Castro Ruz
11. Mai 2009
21:38 Uhr
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