Mittwoch, 12. August 2009

Eine gerechte Sache verteidigen und die Hoffnung zum Weitermachen haben

Reflexionen des Genossen Fidel: Eine gerechte Sache verteidigen und die Hoffnung zum Weitermachen haben

Während der letzten Wochen war der jetzige Präsident der Vereinigten Staaten um den Beweis dafür bemüht, dass die Krise im Ergebnis seiner Anstrengungen zur Begegnung des schwerwiegenden, von den Vereinigten Staaten und der Welt von seinem Vorgänger ererbten Problems nachlässt.

Fast alle Wirtschaftsfachleute nehmen Bezug auf die im Oktober 1929 begonnene Wirtschaftskrise. Die vorhergehende hat Ende des 19. Jahrhunderts stattgefunden. Die unter den US-Politikern recht verbreitete Tendenz ist die zu glauben, dass alles in Richtung einer idyllischen, je erträumten Welt schreiten wird, sobald die Banken über genügend Dollar verfügen, um die Maschinerie des Produktionsapparats genügend einzuschmieren.

Unterschiede zwischen der so genannten Wirtschaftskrise der 30er Jahre und der jetzigen gibt es viele, aber ich werde mich auf einen der wichtigsten beschränken.

Aufgrund der riesigen, von Großbritannien im Krieg ausgegebenen Goldsummen hat der auf der Goldwährungseinheit basierende Dollar seit Ende des Ersten Weltkriegs das Pfund Sterling abgelöst. Kaum 12 Jahre nach jenem Krieg kam es in den Vereinigten Staaten zur großen Wirtschaftskrise.

Franklin D. Roosevelt, von der Demokratischen Partei, siegte im Wahlkampf größtenteils mit Hilfe der Krise, wie Obama in der jetzigen Krise. Auf der Grundlage der Theorie von Keynes injizierte jener Geld in den Umlauf, errichtete solche öffentlichen Bauten wie Straßen, Stauwerke und andere von unbestreitbarem Nutzen, was über Jahre die Ausgaben, die Nachfrage nach Erzeugnissen, die Beschäftigung und das BIP erhöhte, aber er gewann die Fonds nicht dadurch, dass er Geldscheine drucken ließ. Er erreichte diese durch Steuern und einen Teil der Bankeinlagen. Er verkaufte staatliche Schuldverschreibungen der Vereinigten Staaten mit abgesichertem Zinssatz, welche so für die Käufer attraktiv wurden.

Roosevelt erhöhte den 1929 bei 20 Dollar die Troy-Unze stehenden Goldpreis auf 35, als Inlandsgarantie der Geldscheine der Vereinigten Staaten.

Auf der Grundlage jener Absicherung in Goldbeständen entstand im Juli 1944 das Bretton-Woods–Abkommen, welches dem mächtigen Land zu einem Zeitpunkt, als der Rest der Welt ruiniert war, das Privileg erteilte, Geldscheine in konvertierbarer Währung zu drucken. Die Vereinigten Staaten besaßen über 80% der Goldbestände der Welt.

Ich brauche nicht daran zu erinnern, was danach kam, beginnend bei den auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfenen Atombomben – ein Völkermord, der jetzt gerade 64 Jahre her ist – bis zum Putsch in Honduras und den sieben Militärstützpunkten, welche die US-Regierung in Kolumbien einzurichten beabsichtigt. Real ist, dass 1971 unter Nixon die Goldwährungseinheit aufgehoben und der unbegrenzte Druck von Dollars zum größten Betrug der Menschheit wurde. Kraft des Privilegs von Bretton Woods und durch die einseitige Aufhebung der Konvertierbarkeit zahlen die Vereinigten Staaten mit Scheinen jene Güter und Dienstleistungen, die sie auf der Welt erwerben. Es stimmt, dass sie gegen Dollar ebenfalls Güter und Dienstleistungen anbieten, aber es ist ebenfalls wahr, dass der Geldschein jenes Landes, der bei 35 Dollar die Troy-Unze stand, seit der Aufhebung des Goldstandards seinen Wert knapp um 30 Mal vermindert hat und um 48 Mal den Wert von 1929. Die anderen Länder der Welt haben die Verluste erlitten und ihre natürlichen Ressourcen und ihr Geld haben die Aufrüstung und zu einem Großteil die Kriege des Imperiums finanziert. Es reicht aufzuzeigen, dass die Summe der anderen Ländern gewährten Schuldverschreibungen konservativen Berechnungen zufolge die 3 Billionen Dollar überschreitet und die Verschuldung der öffentlichen Hand, die weiterhin zunimmt, die 11 Billionen übersteigt.

Das Imperium und seine kapitalistischen Verbündeten, die gleichzeitig untereinander konkurrieren, haben Glauben machen wollen, dass die Maßnahmen zur Überwindung der Krise die rettenden Lösungen darstellen. Aber Europa, Russland, Japan, Korea, China und Indien ziehen weder Fonds dadurch ein, dass sie Schuldverschreibungen der öffentlichen Hand verkaufen noch durch das Drucken von Geldscheinen, sondern indem sie andere Formeln anwenden, um ihre Währungen und Märkte zu verteidigen und das manchmal bei hoher Enthaltsamkeit ihrer Bevölkerung. Die riesige Mehrheit der Entwicklungsländer Asiens, Afrikas und von Lateinamerika sind es, welche es ausbaden müssen, indem sie nicht erneuerbare natürliche Ressourcen liefern und den Schweiß und viele Menschenleben hergeben.

Das Nordamerikanische Freihandelsabkommen NAFTA ist das klarste Beispiel dafür, was in einem im Rachen des Wolfes befindlichen Entwicklungsland geschehen kann: weder Lösungen für die Immigranten in den Vereinigten Staaten noch Reisegenehmigungen ohne Visa nach Kanada konnte Mexiko auf dem letzten Gipfel erreichen.

Jedoch in der Krise erhält das im Weltmaßstab größte Freihandelsabkommen volle Gültigkeit: die Welthandelsorganisation, die unter den triumphierenden Klängen des Neoliberalismus, auf dem vollkommenen Höhepunkt der Weltfinanzen und der idyllischen Träume gewachsen ist.

Andererseits hat BBC Mundo am gestrigen 11. August informiert, dass die eintausend in Bonn, Deutschland, zusammen gekommenen Beamten der Vereinten Nationen erklärt haben, dass sie auf der Suche nach dem Weg für ein für Dezember dieses Jahres vorgesehenes Abkommen über den Klimawandel sind, dass aber die Zeit dafür so langsam abläuft.

Ivo de Boer, der höchstrangige Beamte der Vereinten Nationen bezüglich des Klimawandels, ließ verlauten, dass nur noch 119 Tage bis zum Gipfeltreffen fehlen und dass „eine enorme Anzahl von entgegen gesetzten Interessen, eine knappe Zeitspanne zur Diskussion, ein kompliziertes vorgelegtes Dokument (zweihundert Seiten) und finanzielle Probleme…“ vorhanden sind.

„Die in Entwicklung befindlichen Nationen bestehen darauf, dass der größte Anteil der Treibhausgase aus der industrialisierten Welt kommt.“

Die in Entwicklung befindliche Welt führt die Notwendigkeit der Finanzhilfe zur Bewältigung der klimatischen Auswirkungen an.

Ban Ki-moon, Generalsekretär der Vereinten Nationen, hat wie folgt erklärt: „Wenn nicht dringende Maßnahmen zur Bekämpfung der Veränderungen durch den Klimawandel getroffen werden, dann können diese zur Gewalt und zu Unruhen in großem Maßstab auf der ganzen Welt führen.“

„Der Klimawandel wird dazu führen, dass die Dürren, die Überschwemmungen und andere Naturkatastrophen zunehmen.”

„Der Wassermangel wird Menschenmengen in einer Größenordnung von dreistelliger Millionenhöhe betreffen. Die Unterernährung wird einen Großteil der Entwicklungsländer dem Erdboden gleichmachen.”

In einem Artikel der The New York Times vom vergangenen 9. August wurde Folgendes erläutert: „Die Analytiker sehen im Klimawandel eine Bedrohung für die nationale Sicherheit.“

„Solche Krisen, – so heißt es weiter im Artikel – die vom Klima verursacht werden, könnten Regierungen stürzen, terroristische Bewegungen stimulieren oder ganze Regionen destabilisieren, behaupten Analytiker des Pentagon und von Geheimagenturen, die zum ersten Mal die Auswirkungen des Klimawandels auf die nationale Sicherheit untersuchen.“

„‘Das wird sehr schnell recht kompliziert’, sagte Amanda J. Dory, Staatssekretärin für Verteidigungsstrategie, welche mit einer Gruppe des Pentagon zusammenarbeitet, deren Aufgabe darin besteht, den Klimawandel bei der Planung der nationalen Sicherheitsstrategie zu berücksichtigen.”

Aus dem Artikel der The New York Times kann geschlussfolgert werden, dass im Senat noch nicht alle davon überzeugt sind, dass es sich um ein reales Problem handelt, das bis jetzt von der US-Regierung vollkommen ignoriert wurde, seitdem es vor 10 Jahren in Kyoto bestätigt wurde.

Manche sprechen davon, dass die Wirtschaftskrise das Ende des Imperialismus ist; vielleicht müsste man sich die Frage stellen, ob es nicht etwas Schlimmeres für unsere Gattung bedeutet.

Meiner Meinung nach wird es immer am besten sein, eine gerechte Sache verteidigen zu können und die Hoffnung zum Weitermachen zu haben.


Fidel Castro Ruz

12. August 2009
21:12 Uhr

Sonntag, 9. August 2009

Die Yankee-Stützpunkte und die lateinamerikanische Souveränität

Reflexionen des Genossen Fidel: Die Yankee-Stützpunkte und die lateinamerikanische Souveränität

Der Begriff Nation ist aus der Summe solcher gemeinsamer Elementen wie der Geschichte, der Sprache, der Kultur, der Gebräuche, der Gesetze, der Institutionen und anderer, mit dem materiellen und geistigen Leben zusammenhängender Faktoren der menschlichen Gemeinschaften entstanden.

Die Völker jenes Amerika, um deren Freiheit Bolivar die großen Heldentaten ausführte, welche ihn zum El Libertador (Befreier) machten, wurden von ihm dazu aufgerufen zu schaffen, was er wie folgt bezeichnete: „die größte Nation der Welt, und das weniger aufgrund ihrer Ausdehnung und Reichtümer, als aufgrund ihrer Freiheit und ihres Ruhmes“.

Antonio José de Sucre lieferte sich in Ayacucho die letzte Schlacht mit jenem Imperium, welches während über 300 Jahren einen Großteil dieses Kontinents in Eigentum der Spanischen Krone verwandelt hatte.

Es ist dasselbe Amerika, das einige Jahrzehnte später – als es schon teilweise vom gerade entstehenden Yankee-Imperium vereinnahmt worden war – von Marti als Unser Amerika bezeichnet wurde.

Es muss erneut daran erinnert werden, dass José Martí am 19. Mai 1895, wenige Stunden bevor er im Kampf um die Unabhängigkeit von Kuba - dem letzten Bollwerk der spanischen Kolonie in Amerika - gefallen ist, prophetisch geschrieben hat, dass alles, was er getan hatte und noch tun würde, mit dem Ziel erfolgte, um „…rechtzeitig durch die Unabhängigkeit von Kuba zu verhindern, dass sich die Vereinigten Staaten auf die Antillen ausbreiten und mit verstärkter Gewalt über unsere Länder von Amerika herfallen“.

In den Vereinigten Staaten begannen die kürzlich befreiten 13 Kolonien sehr schnell, sich auf der Suche nach Ländereien und Gold zügellos gen Westen auszubreiten, wobei sie bis zur Pazifikküste hin die indigene Bevölkerung ausmerzten, konkurrierten die landwirtschaftlichen Sklavenhalterstaaten des Südens mit den industriellen, die Lohnarbeit ausbeutenden Staaten des Nordens, indem sie versuchten, neue Staaten zu schaffen, um ihre wirtschaftlichen Interessen zu verteidigen.

Im Jahr 1848 entrissen sie Mexiko über 50 Prozent seines Territoriums, und zwar in einem Eroberungskrieg gegen das militärisch schwache Land, bei dem sie die Besetzung der Hauptstadt und die Auferlegung erniedrigender Friedensbedingungen erlangten. In dem eroberten Land befanden sich die großen Erdöl- und Erdgasvorkommen, welche später über ein Jahrhundert die Vereinigten Staaten versorgten und die teilweise noch heute liefern.

Der Yankee-Pirat William Walker – stimuliert durch die von seinem Land ausgerufene „eindeutige Bestimmung“ – landete im Jahr 1855 in Nicaragua und erklärte sich selbst zum Präsidenten, bis er im Jahr 1856 von den Nicaraguanern und anderen mittelamerikanischen Patrioten vertrieben wurde.

Unser Nationalheld sah, wie das Schicksal der lateinamerikanischen Länder vom entstehenden Imperium der Vereinigten Staaten zerstört wurde.

Nach dem Tod im Kampf von Martí fand die militärische Invasion auf Kuba statt, und zwar, als die spanische Armee schon besiegt war.

Kuba wurde das Platt Amendment aufgezwungen, welches dem mächtigen Land das Recht zugestand, auf der Insel zu intervenieren.

Die inzwischen schon 111 Jahre dauernde Besetzung von Puerto Rico, das jetzt den so genannten „freien Bundesstaat“ darstellt, der weder ein Staat noch frei ist, war eine weitere Folge jener Intervention.

Die schlimmsten Dinge bestanden Lateinamerika noch vor, und diese bestätigten die genialen Voraussagen von Martí. Das wachsende Imperium hatte schon beschlossen, dass der beide Ozeane verbindende Kanal durch Panama führen würde und nicht durch Nicaragua. Die Landenge von Panama, das Korinth, das Bolivar als Hauptstadt der von ihm entworfenen, größten Republik der Welt erträumte, würde Yankee-Eigentum werden.

Aber trotzdem sind schlimmere Auswirkungen im Verlaufe des 20. Jahrhunderts entstanden. Mit Unterstützung der nationalen politischen Oligarchien einverleibten sich die Vereinigten Staaten anschließend die Ressourcen und die Volkswirtschaften der lateinamerikanischen Länder; die Interventionen vervielfachten sich; die Streitkräfte und die Polizei fielen unter ihre Schirmherrschaft. Die transnationalen Yankee-Unternehmen bemächtigten sich der wichtigsten Produktionen und Dienstleistungen. Die Banken, die Versicherungsgesellschaften, der Außenhandel, die Eisenbahnen, die Schiffe, die Lager, die Stromversorgung, die Telefondienste und andere Dienstleistungen gingen in stärkerem oder geringerem Maße in ihre Hände über.

Es stimmt, dass die tiefgehende soziale Ungleichheit im zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts die Mexikanische Revolution zum Ausbruch brachte, die eine Quelle der Inspiration für andere Länder darstellte. Durch die Revolution gelangen Mexiko Fortschritte in vielen Bereichen. Aber dasselbe Imperium, das sich gestern einen Großteil von dessen Gebiet einverleibte, verschlingt jetzt bedeutende natürliche Ressourcen, die ihm verbleiben, und die billigen Arbeitskräfte und bringt es sogar dazu, sein eigenes Blut zu vergießen.

Die NAFTA ist das brutalste Wirtschaftsabkommen, das je einem Entwicklungsland aufgezwungen wurde. Um der Kürze willen ist es ausreichend aufzuzeigen, dass die US-Regierung gerade wörtlich behauptet hat: „Zu einem Zeitpunkt, wo Mexiko einen doppelten Schlag erlitten hat, d.h. nicht nur aufgrund des Niedergangs seiner Wirtschaft sondern ebenfalls durch die Auswirkungen des Virus A H1N1, werden wir wahrscheinlich erst die Wirtschaft mehr stabilisiert haben wollen, bevor wir eine lange Diskussion über neue Handelsvereinbarungen führen werden.“ Natürlich wird kein einziges Wort darüber verloren, dass aufgrund der durch den Drogenhandel entfesselten Kriegshandlungen, bei denen Mexiko 36.000 Soldaten einsetzt, im Jahr 2009 knapp viertausend Mexikaner umgekommen sind. Das Phänomen wiederholt sich in stärkerem oder geringerem Maße in den anderen Ländern von Lateinamerika. Das Rauschgift führt nicht nur zu schweren Gesundheitsproblemen, es führt zur Gewalt, welche Mexiko und Lateinamerika infolge des unersättlichen US-Marktes zerfetzt. Dieser ist unerschöpfliche Quelle jener Devisen, mit denen die Kokain- und Heroinproduktion gefördert wird und ist das Land, aus dem die Waffen geliefert werden, welche in jenem grausamen Krieg verwendet werden, der keine Publicity erhält.

Diejenigen, die vom Rio Grande bis zum letzten Zipfel von Südamerika umkommen, sind Lateinamerikaner. Auf diese Art und Weise schlägt die allgemeine Gewalttätigkeit den Rekord an Toten und die Zahl der Opfer übersteigt 100.000 pro Jahr in Lateinamerika, was vor allem auf die Drogen und die Armut zurückzuführen ist.

Das Imperium führt den Kampf gegen die Drogen nicht innerhalb seiner Grenzen; es führt ihn in den lateinamerikanischen Hoheitsgebieten.

In unserem Land werden weder Koka noch Schlafmohn angebaut. Wir bekämpfen mit Effizienz diejenigen, die versuchen, Drogen in unserem Lande einzuführen bzw. Kuba als Transitland zu nutzen, und die Kennziffer der Toten aufgrund der Gewalt nimmt mit jedem Jahr ab. Wir brauchen keine Yankee-Soldaten dafür. Die Drogenbekämpfung ist ein Vorwand, um Militärstützpunkte in der gesamten Hemisphäre einzurichten. Seit wann dienen die Schiffe der 4. Flotte und die modernen Kampfflugzeuge dazu, die Drogen zu bekämpfen?

Das wirkliche Ziel ist die Kontrolle über die Wirtschaftsressourcen, die Beherrschung der Märkte und der Kampf gegen soziale Veränderungen. Welche Notwendigkeit bestand dafür, jene Flotte erneut aufzubauen, die am Ende des Zweiten Weltkrieges, vor über 60 Jahren, abgebaut worden war, da es inzwischen weder die UdSSR noch den kalten Krieg mehr gibt? Die zur Einrichtung von sieben Luft- und Flottenstützpunkten in Kolumbien verwendeten Argumente beleidigen die Intelligenz.

Die Geschichte wird weder denjenigen verzeihen, die diese Illoyalität gegenüber ihren Völkern begehen noch denen, die die Ausübung der Souveränität als Vorwand zur Beschönigung der Anwesenheit von Yankee-Truppen verwenden. Von welcher Souveränität sprechen sie? Der durch Bolívar, Sucre, San Martín, O´Higgins, Morelos, Juárez, Tiradentes und Martí eroberten? Keiner von ihnen hätte jemals solch ein verwerfliches Argument akzeptiert, um die Gewährung von Militärstützpunkten an die Streitkräfte der Vereinigten Staaten zu rechtfertigen, einem Imperium, das herrschsüchtiger, mächtiger und universeller ist, als die jeweiligen Königskronen der Iberischen Halbinsel.

Wenn infolge solcher, auf illegale und verfassungswidrige Art und Weise von den Vereinigten Staaten geförderter Abkommen irgendeine Regierung jenes Landes diese Basen dazu nutzen würde, - wie es Reagan mit den schmutzigen Machenschaften und Bush mit dem Krieg von Irak getan haben - um einen bewaffneten Konflikt zwischen zwei Brudernationen zu verursachen, dann würde das eine große Tragödie sein. Venezuela und Kolumbien sind in der Geschichte von Amerika gemeinsam entstanden, und zwar nach den Schlachten von Boyacá und Carabobo unter Führung von Simón Bolívar. Die Yankee-Streitkräfte könnten solche schmutzigen Machenschaften fördern, wie sie es in Nicaragua getan haben, sogar von ihnen ausgebildete Soldaten anderer Nationalitäten verwenden und könnten irgendein Land angreifen, aber das kämpferische, mutige und patriotische Volk von Kolumbien wird sich schwerlich zum Krieg gegen ein Brudervolk wie dem von Venezuela mitreißen lassen.

Die Imperialisten irren sich ebenfalls, wenn sie die anderen Völker von Lateinamerika unterschätzen. Keines von ihnen wird mit den Yankee-Militärstützpunkten einverstanden sein, keines wird aufhören, mit jedem der lateinamerikanischen Völker solidarisch zu sein, die vom Imperialismus angegriffen werden.

Martí hat Bolivar außerordentlich bewundert und irrte sich nicht, als er feststellte: „…So ist Bolivar im Himmel von Amerika, wachsam und finster dreinblickend… er hat noch die Feldstiefel an, denn dass, was er nicht fertig hinterlassen hat, ist noch bis heute unvollendet: denn Bolivar hat in Amerika noch viel zu tun.“


Fidel Castro Ruz

9. August 2009
18:32 Uhr

Mittwoch, 5. August 2009

Sieben Dolche im Herz von Amerika

Reflexionen des Genossen Fidel: Sieben Dolche im Herz von Amerika

Immerzu wieder lese ich die Angaben und Artikel, die von bekannten und weniger bekannten, intelligenten Persönlichkeiten verfasst wurden, die in verschiedenen Medien veröffentlichen und die Information solchen Quellen entnehmen, die von niemandem angezweifelt werden.

Die unseren Planeten bewohnenden Völker laufen überall auf der Welt aufgrund der Politik der Vereinigten Staaten wirtschaftliche, Umwelt- und Kriegsgefahren, aber in keiner anderen Region der Erde werden sie von solchen kritischen Problemen bedroht, wie deren Nachbarn, die Völker dieses Kontinents südlich von diesem hegemonischen Land.

Die Gegenwart solch eines mächtigen Imperiums, das auf allen Kontinenten und Ozeanen über Militärstützpunkte, Atom-Flugzeugträger und Atom-U-Boote, moderne Kriegsschiffe und hoch entwickelte Kampfflugzeuge und Träger für alle Arten von Waffen verfügt, und etliche hunderttausend Soldaten, für welche es absolute Straffreiheit fordert, stellt für jegliche Regierung das dar, was ihr die bedeutendsten Kopfschmerzen bereitet, unabhängig davon, ob sie links oder rechts orientiert ist oder der Mitte angehört, bzw. ob sie Verbündete der Vereinigten Staaten ist oder nicht.

Für uns, die wir seine Nachbarn sind, besteht das Problem nicht darin, dass dort eine andere Sprache gesprochen wird und es eine andere Nation ist. Es gibt US-Amerikaner aller Hautfarben und Abstammungen. Es sind Menschen genau wie wir und zu jedem Gefühl fähig, in dem einen oder anderen Sinne. Das Dramatische ist das dort entwickelte und allen auferlegte System. Solch ein System ist in Bezug auf die Anwendung der Gewalt und der Herrschungsmethoden, die im Verlaufe der Geschichte vorgeherrscht haben, nicht neu. Das Neue ist die Epoche, in der wir leben. Es ist ein Fehler, und hilft niemandem, die Angelegenheit von traditionellen Standpunkten aus zu betrachten. Das zu lesen und zu kennen, was die Verteidiger des Systems denken, klärt in hohem Maße auf, da es bedeutet, der Natur eines Systems bewusst zu sein, dass sich auf den ständigen Appell an den Egoismus und die primitivsten Instinkte der Menschen stützt.

Wenn es nicht die Überzeugung über den Wert des Bewusstseins und seine Fähigkeit, über die Instinkte zu siegen, geben würde, könnte nicht einmal die Hoffnung auf Veränderung in irgendeinem der sehr kurzen Zeitabschnitte der Menschengeschichte zum Ausdruck gebracht werden. Auch die schrecklichen Hindernisse, die für die verschiedenen führenden politischen Persönlichkeiten in den lateinamerikanischen und iberoamerikanischen Ländern entstehen, könnten nicht begriffen werden. Letztendlich hatten die Völker, die diesen Teil des Planeten seit zehntausenden Jahren und bis zur berühmt-berüchtigen Entdeckung von Amerika bewohnten, nichts von Latinos, Iberern bzw. Europäern; ihre Gesichtszüge ähnelten eher den Asiaten, woher ihre Vorfahren stammten. Heute sehen wir sie in den Gesichtern der Indios von Mexiko, Mittelamerika, Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Brasil, Peru, Bolivien, Paraguay und Chile, einem Land, wo die Araukaner unauslöschliche Kapitel geschrieben haben. In bestimmten Gebieten von Kanada und in Alaska bewahren Einheimische mit höchstmöglicher Reinheit ihre Wurzeln. Aber im Hauptgebiet der Vereinigten Staaten wurde ein Großteil der alt eingesessenen Bewohner von den weißen Eroberern ausgerottet.

Wie alle Welt weiß, wurden Millionen Afrikaner ihren Gebieten entrissen, um als Sklaven in dieser Hemisphäre zu arbeiten. In einigen Nationen wie Haiti und einem Großteil der Karibik-Inseln stellen deren Nachfahren die Bevölkerungsmehrheit dar. In anderen Ländern bilden sie breit angelegte Gruppierungen. In den Vereinigten Staaten gehören zu den afrikanischen Nachkommen eine Anzahl von Bürgern in einer Größenordnung von zweistelliger Millionenhöhe, welche in der Regel die ärmsten und am meisten diskriminierten sind.

Über Jahrhunderte hat jene Nation privilegierte Rechte über unseren Kontinent gefordert. Zu Zeiten von Martí hat sie versucht, eine auf dem Gold basierende Einheitswährung aufzuzwingen, einem Metall, dessen Wert im Verlaufe der Geschichte der beständigste gewesen ist. Der Welthandel basierte im Allgemeinen auf seiner Grundlage. Heutzutage trifft nicht einmal das zu. Seit Nixons Zeiten wurde der Welthandel mit dem von den Vereinigten Staaten gedruckten Papiergeldschein ausgerichtet: dem Dollar, einer Devisenwährung, die heute einen 27 Mal geringeren Wert besitzt, als zu Beginn der 70er Jahre, eine der vielen Art und Weisen, den Rest der Welt zu beherrschen und zu prellen. Jedoch ersetzen jetzt andere Devisenwährungen den Dollar im Welthandel und bei den Devisenreserven.

Wenn auch einerseits die Devisenwährung des Imperiums abgewertet wird, so nehmen doch stattdessen seine Reserven an militärischen Streitkräften zu. Die modernste Wissenschaft und Technik - von der Supermacht monopolisiert - wurde in bedeutendem Grade in die Entwicklung der Waffen gelenkt. Augenblicklich spricht man nicht nur von tausenden Atomraketen oder der modernen Zerstörungskraft der hergebrachten Waffen; es geht um unbemannte, automatisch gesteuerte Flugzeuge. Das ist nicht einfach Phantasie. In Afghanistan und an anderen Stellen werden jetzt schon einige Flugzeuge dieser Art eingesetzt. Neuesten Berichten zufolge hat das Imperium vorgesehen, in relativ nächster Zukunft, im Jahr 2020 - viel eher noch, als die Polarkappe der Antarktis schmelzen wird - unter seinen 2 500 Kriegsflugzeugen über 1 100 Kampfflugzeuge F-35 und F-22 zu verfügen, und zwar in ihren Versionen als Jäger und Bomber der fünften Generation. Um eine Vorstellung bezüglich jenes Potentials zu bekommen, ist es ausreichend zu sagen, dass diejenigen, über die sie im Stützpunkt Soto Cano in Honduras zur Ausbildung von Piloten jenes Landes verfügen, F-5 sind; und diejenigen, welche der Luftwaffe von Venezuela vor Chávez Regierungszeit, Chile und anderen Ländern geliefert wurden, kleine Staffeln von F-16 waren.

Wichtiger noch ist, dass das Imperium geplant hat, dass im Verlaufe von 30 Jahren alle Kampfflugzeuge der Vereinigten Staaten, begonnen bei den Jagdflugzeugen bis zu schweren Bombenflugzeugen und den Tankflugzeugen von Robotern bemannt sein werden.

Jene Militärgewalt ist keine Notwendigkeit der Welt, es ist eine Notwendigkeit des Wirtschaftssystems, welches das Imperium der Welt aufzwingt.

Jeder kann begreifen, dass die Automaten, wenn sie die Kampfpiloten ersetzen können, ebenfalls die Arbeiter in vielen Fabriken ersetzen können. Die Freihandelsverträge, welche das Imperium den Ländern dieser Hemisphäre aufzuzwingen versucht, bedeuten, dass deren Beschäftigte mit der fortgeschrittenen Technologie und den Robotern der Yankee-Industrie in Wettstreit treten müssen.

Die Roboter streiken nicht, sie sind gehorsam und diszipliniert. Wir haben über das Fernsehen Maschinen gesehen, die Äpfel und andere Früchte ernten. Die Frage sollte ebenfalls den US-amerikanischen Beschäftigten gestellt werden. Wo werden die Arbeitsplätze verbleiben? Welches ist die Zukunft, welche der Kapitalismus ohne Grenzen in seiner fortgeschrittenen Entwicklungsphase den Bürgern zuweist?

Auf der Grundlage dieser und anderer Realitäten können die Regierenden der Länder von UNASUR, MERCOSUR, der Gruppe von Río und andere nicht umhin, die äußerst gerechte Frage von Venezuela zu analysieren: Welchen Sinn haben die Militär- und Flottenstützpunkte, welche die Vereinigten Staaten rings um Venezuela und im Herzen von Südamerika einrichten wollen? Ich kann mich daran erinnern, dass Kuba vor einigen Jahren, als die Beziehungen zwischen Kolumbien und Venezuela, zwei durch die Geografie und die Geschichte verbrüderten Nationen, gefährlich gespannt wurden, stillschweigend wichtige Schritte für den Frieden zwischen beiden Ländern begünstigte. Wir Kubaner werden nie zum Krieg zwischen zwei Bruderländern anregen. Die historische Erfahrung, die von den Vereinigten Staaten verkündete und angewandte, erklärte Zweckbestimmung, und die Haltlosigkeit der Beschuldigungen gegen Venezuela, den FARC Waffen zu liefern, verbunden mit den Verhandlungen zur Zugestehung von sieben Punkten seines Hoheitsgebiets zur Nutzung durch die Luftwaffe und die Marine der Streitkräfte der Vereinigten Staaten, zwingen Venezuela unvermeidlich dazu, in Waffen zu investieren. Diese Ressourcen könnten für die Wirtschaft genutzt werden, für die sozialen Programme und die Zusammenarbeit mit anderen Ländern des Gebiets, die geringer entwickelt sind und über weniger Ressourcen verfügen. Venezuela bewaffnet sich nicht gegen das Brudervolk von Kolumbien, es bewaffnet sich gegen das Imperium, dass schon die Revolution zu zerstören versucht hat und jetzt in unmittelbarer Nähe der venezolanischen Grenzen seine hoch entwickelten Waffen zu installieren beabsichtigt.

Es wäre ein schwerwiegender Fehler zu glauben, dass die Bedrohung nur gegen Venezuela ist. Sie ist gegen alle Länder des Südens unseres Kontinents gerichtet. Keines von ihnen wird das Thema umgehen können und so haben es mehrere von ihnen erklärt.

Die gegenwärtigen und zukünftigen Generationen werden ihre Führer nach der von ihnen in diesem Augenblick eingenommenen Haltung beurteilen. Es geht nicht nur um die Vereinigten Staaten, sondern um die Vereinigten Staaten und das System. Was bietet es an? Was sucht es?

Es bietet den FTAA (ALCA), das heißt das vorgezogene Verderben aller unserer Länder, den freien Verkehr für Güter und Kapital, aber nicht den freien Verkehr für Personen. Sie hegen jetzt die Befürchtung, dass die sehr reiche und nur auf Konsum ausgerichtete Gesellschaft von armen Latinos überschwemmt wird und Indios, Schwarzen, Mulatten oder Weißen ohne Beschäftigung in ihren eigenen Ländern. Sie schicken alle zurück, die Ordnungswidrigkeiten begehen bzw. unerwünscht sind. Oftmals töten sie sie, bevor sie in das Land hineinkommen können, oder sie führen sie wie Herden zurück, wenn sie sie nicht brauchen. 12 Millionen lateinamerikanische bzw. karibische Immigranten sind Illegale in den Vereinigten Staaten. In unseren Ländern, besonders in den kleinsten und ärmsten, ist eine neue Wirtschaft entstanden, die der Geldüberweisungen. Wenn es eine Krise gibt, sucht diese besonders die Immigranten und ihre Familien heim. Eltern und Kinder werden grausam getrennt, manchmal für immer. Wenn der Immigrant im wehrpflichtigen Alter ist, erteilen sie ihm die Möglichkeit, sich anwerben zu lassen, um tausende Kilometer entfernt „im Namen der Freiheit und Demokratie“ zu kämpfen. Nach ihrer Rückkehr - wenn sie nicht umkommen - wird ihnen das Recht zugestanden, Bürger der Vereinigten Staaten zu werden. Da sie gut trainiert sind, wird ihnen die Möglichkeit angeboten, nicht als offizielle Soldaten unter Vertrag genommen zu werden, sondern als zivile Soldaten der Privatunternehmen, die in den imperialen Eroberungskriegen Dienstleistungen verrichten.

Es bestehen weitere sehr ernste Gefahren. Beständig erscheinen Nachrichten über die mexikanischen Emigranten und die anderer Länder unseres Gebiets, die bei dem Versuch, die jetzige Grenze zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten zu überqueren, umkommen. Die jährliche Anzahl an Opfern übersteigt bei weitem die Gesamtheit derjenigen, die ihr Leben in den knapp 28 Jahren Bestehen der berühmt-berüchtigten Berliner Mauer gelassen haben.

Das noch Unglaublichere besteht darin, dass die Nachricht über einen Krieg, der im Augenblick tausende Menschenleben pro Jahr fordert, auf der Welt kaum im Umlauf ist. Im Jahr 2009 sind schon mehr Mexikaner umgekommen, als US-Soldaten im Krieg von Bush gegen Irak während dessen gesamter Regierungszeit.

Der Krieg in Mexiko wurde aufgrund des größten Drogenmarkts der Welt ausgelöst – des der Vereinigten Staaten. Aber innerhalb ihres Hoheitsgebiets gibt es keinen Krieg zwischen der Polizei und den Streitkräften der Vereinigten Staaten im Kampf gegen die Rauschgifthändler. Der Krieg wurde nach Mexiko und Mittelamerika exportiert, aber besonders in das Aztekenland, das näher am Gebiet der Vereinigten Staaten liegt. Die über das Fernsehen verbreiteten Bilder, die aufgehäuften Leichen und die Nachrichten, die über in den Operationssälen selbst – wo man ihnen das Leben retten wollte - ermordete Menschen erscheinen, sind schrecklich. Keines jener Bilder stammt aus US-amerikanischem Gebiet.

Solch eine Welle der Gewalt und Blut ergreift in größerem oder geringerem Ausmaß die Länder Südamerikas. Woher stammt das Geld, wenn nicht aus der unendlichen Quelle, die dem US-Markt entspringt? Seinerseits tendiert der Verbrauch dazu, sich ebenfalls auf die anderen Länder des Gebiets auszudehnen, wobei er mehr Opfer fordert und größeren direkten und indirekten Schaden anrichtet als AIDS, Malaria und andere Krankheiten zusammen.

Den imperialen Herrschaftsplänen gehen enorme Summen voraus, die dem Belügen und der Desinformation der öffentlichen Meinung zugewiesen sind. Hierbei können sie vollkommen auf die Beihilfe der Oligarchie, der Bourgeoisie, der rechten Intellektuellen und der Massenmedien zählen.

Diese sind Experten darin, die Fehler und Widersprüche der Politiker zu verbreiten.

Das Schicksal der Menschheit darf nicht in Händen von in Personen verwandelten Robotern bzw. von in Roboter verwandelten Personen landen.

Im Jahr 2010 wird die Regierung der Vereinigten Staaten über das State Departement und USAID 2,2 Milliarden Dollar dazu verwenden, um ihre Politik zu fördern, 12% mehr als die von der Bush-Regierung in ihrem letzten Regierungsjahr erhaltene Summe. Davon werden knapp 450 Millionen zu dem Zweck verwendet werden, zu beweisen, dass die der Welt auferlegte Tyrannei Demokratie und Achtung der Menschenrechte bedeutet.

Sie appellieren ständig an den Instinkt und den Egoismus der Menschen; schätzen den Wert der Bildung, Erziehung und des Bewusstseins gering. Der vom kubanischen Volk über 50 Jahre gezeigte Widerstand ist offensichtlich. Standhalten ist die Waffe, auf welche die Völker niemals verzichten können. Den Puertoricanern ist es gelungen, die Militärmanöver in Vieques zu stoppen, indem sie sich auf den Schießplatz stellten.

Das Vaterland von Bolívar ist heute das Land, das sie am meisten beunruhigt, und zwar aufgrund seiner historischen Rolle in den Unabhängigkeitskämpfen der Völker Amerikas. Die Kubaner, die dort ihre Dienste als Fachleute im Gesundheitswesen, Erzieher und Lehrer, Sport- und Informatiklehrer, als Landwirtschaftstechniker und auf anderen Gebieten leisten, müssen alles in Erfüllung ihrer internationalistischen Pflichten geben, um zu beweisen, dass die Völker standhalten und Träger der heiligsten Grundsätze der menschlichen Gesellschaft sein können. Anderenfalls wird das Imperium die Zivilisation und die menschliche Gattung selbst zerstören.



Fidel Castro Ruz

5. August 2009
11:16 Uhr

Donnerstag, 23. Juli 2009

Einen Nobelpreis für Mrs. Clinton

Reflexionen des Genossen Fidel: Einen Nobelpreis für Mrs. Clinton

Das gestern vom Nobelpreisträger Oscar Arias verlesene, unendlich lange Dokument ist viel schlimmer als die 7 Punkte der Kapitulationsurkunde, die er am 18. Juli vorgeschlagen hatte.

Es ist nicht so, dass er sich über einen Morsealphabetschlüssel mit der Weltöffentlichkeit verständigte. Er sprach vor den Fernsehkameras, die sein Abbild wiedergaben und alle Einzelheiten des menschlichen Gesichts, das normalerweise so viele Variablen wie die Fingerabdrücke einer Person aufweist. Jede lügnerische Absicht kann sehr einfach entdeckt werden. Ich habe ihn aufmerksam beobachtet.

Von den Fernsehzuschauern wusste die große Mehrheit, dass in Honduras ein Putsch stattgefunden hat. Über dieses Massenmedium wurde über die in der OAS, der UNO, dem SICA, auf dem Gipfel der Blockfreien und auf anderen Foren gehaltenen Reden berichtet. Die meisten von ihnen konnten die Gewalttätigkeiten und Schikanen gegen die Bevölkerung und deren Unterdrückung bei solchen Aktivitäten beobachten, bei denen sogar einige hunderttausend Menschen zusammengekommen waren, die gegen den Putsch protestierten.

Am sonderbarsten ist, dass Arias bei der Darlegung seines neuen Friedensvorschlags nicht delirierte; er glaubte an das, was er sagte.

Obwohl sehr Wenige in Honduras die Bilder sehen konnten, haben viele Menschen in den anderen Ländern der Welt sie gesehen und hatten ihn ebenfalls bei der Vorlage der bekannten 7 Punkte vom 18. Juli gesehen. Diese wussten, dass der erste von ihnen wörtlich wie folgt lautete: „Die rechtmäßige Wiedereinsetzung von José Manuel Zelaya Rosales in das Präsidentenamt der Republik bis zum Ende der verfassungsmäßigen Amtszeit, für die er gewählt worden ist…“

Alle wollten wissen, was der Vermittler gestern Nachmittag sagen würde. Die Anerkennung der Rechte des Verfassungsmäßigen Präsidenten von Honduras, mit den fast auf Null reduzierten Befugnissen des ersten Vorschlags, wurde im zweiten Entwurf von Arias, wo nicht einmal die Wendung „die Wiedereinsetzung ins Amt für rechtmäßig erklären“ verwendet wird, auf einen sechsten Platz zurückgedrängt.

Viele anständige Menschen sind verwundert und schreiben vielleicht das gestern Gesagte dunklen Manövern seinerseits zu. Vielleicht bin ich einer der Wenigen auf der Welt, die begreifen, dass es eher eine Autosuggestion als eine wohl überlegte Absicht bei den Worten des Friedensnobelpreisträgers gegeben hat. Ich bemerkte das besonders, als Arias mit besonderem Nachdruck und mit durch die Emotion stoßweise hervorgebrachten Worten von der ihm zugesandten großen Menge an Botschaften von Präsidenten und führenden Persönlichkeiten der Welt sprach, die ergriffen von seiner Initiative seien. Das ist es, was durch seinen Kopf geht; er merkt nicht einmal, dass andere Friedensnobelpreisträger, ehrliche und bescheidene, wie zum Beispiel Rigoberta Menchú und Adolfo Pérez Esquivel, empört über das in Honduras Geschehene sind.

Ohne jeden Zweifel haben ein Großteil der zivilen Regierungen von Lateinamerika, denen bekannt war, dass Zelaya den ersten Entwurf von Arias angenommen hatte, und die sich auf die Vernunft der Putschisten und ihrer Yankee-Verbündeten verließen, erleichtert aufgeatmet, aber das dauerte nur 72 Stunden.

Von einem anderen Gesichtspunkt aus gesehen und zu den Dingen zurückkehrend, die in der realen Welt überwiegen, wo das herrschende Imperium existiert und knapp 200 souveräne Staaten mit aller Art von politischen, wirtschaftlichen, die Umwelt betreffenden, religiösen und anderen Konflikten und Interessen kämpfen müssen, fehlt nur etwas, um die geniale Yankee-Idee - an Oscar Arias zu denken, um zu versuchen, Zeit zu gewinnen, den Putsch zu konsolidieren und die Zelaya unterstützenden internationalen Organisationen zu demoralisieren - mit einem Preis auszuzeichnen.

Zum 30. Jahrestag des Sandinistischen Revolutionssieges erklärte Daniel Ortega, indem er sich mit Bitterkeit an die Rolle von Arias beim ersten Abkommen von Esquipulas erinnerte, vor einer riesigen Menschenmenge von nicaraguanischen Patrioten Folgendes: „Die Yankees kennen ihn gut, deshalb haben sie ihn als Vermittler in Honduras ausgesucht“. Bei der selben Veranstaltung verurteilte den Putsch Rigoberta Menchú, von indigener Herkunft.

Wenn einfach nur die auf dem Außenministertreffen in Washington vereinbarten Maßnahmen erfüllt worden wären, hätte der Putsch den friedlichen Widerstand der honduranischen Bevölkerung nicht überleben können.

Jetzt bewegen sich die Putschisten schon in den oligarchischen Gesellschaftsschichten von Lateinamerika, von denen einige, ausgehend von hohen Regierungsposten, nicht einmal mehr rot werden, wenn sie von ihren Sympathien für den Putsch sprechen und der Imperialismus fischt in dem Trüben von Lateinamerika. Genau das war es, was die Vereinigten Staaten mit der Friedensinitiative erreichen wollten, während sie die Verhandlungen beschleunigten, um das Vaterland von Bolívar mit Militärstützpunkten zu umzingeln.

Man muss gerecht sein, und während wir darauf warten, dass das Volk von Honduras das letzte Wort sagt, sollten wir einen Nobelpreis für Mrs. Clinton fordern.


Fidel Castro Ruz

23. Juli 2009
14:30 Uhr

Dienstag, 21. Juli 2009

Der 30. Jahrestag der sandinistischen Revolution und der Vorschlag von San José

Reflexionen des Genossen Fidel: Der 30. Jahrestag der sandinistischen Revolution und der Vorschlag von San José

Der von der extremen Rechten der Vereinigten Staaten – welche in Mittelamerika die von Bush geschaffene Struktur aufrecht erhielt – und vom State Department geförderte Putsch von Honduras entwickelte sich aufgrund des energischen Widerstands der Bevölkerung nachteilig.

Das kriminelle Abenteuer, das einstimmig von der Weltöffentlichkeit und den internationalen Organisationen verurteilt wurde, konnte sich nicht halten.

Die Erinnerung an die Gräueltaten, die in den gerade vergangenen Jahrzehnten von den durch die Vereinigten Staaten in unserer Hemisphäre geförderten, ausgebildeten und bewaffneten Tyranneien begangenen wurden, war noch recht frisch.

Die Bemühungen des Imperiums während der Clinton-Regierung und in den Folgejahren gingen dahin, zur Verwirklichung des Plans beizutragen, allen Ländern Lateinamerikas über die so genannten Gipfel von Amerika den Freihandelsvertrag aufzuzwingen.

Der Versuch, die Hemisphäre mit einem Freihandelsvertrag zu verpflichten, scheiterte. Die Volkswirtschaften anderer Regionen der Welt wuchsen mit gutem Rhythmus und der Dollar verlor seine ausschließliche Hegemonie als privilegierte Devisenwährung. Durch die brutale Weltfinanzkrise wurde die Situation komplizierter. Unter diesen Umständen fand der Militärputsch in Honduras statt, einem der ärmsten Länder der Hemisphäre.

Nach zwei Wochen zunehmenden Kampfes der Bevölkerung manövrierten die Vereinigten Staaten, um Zeit zu gewinnen. Das State Department betraute Oscar Arias, Präsident von Costa Rica, mit der Aufgabe, dem Militärputsch in Honduras, der von dem robusten, aber friedlichen Druck der Bevölkerung bestürmt wurde, zu Hilfe zu eilen. Niemals zuvor hatte ein Ereignis gleicher Art in Lateinamerika solch eine Antwort erhalten.

Bei den Berechnungen der US-Regierung hatte die Tatsache, dass Arias Friedensnobelpreisträger ist, ein großes Gewicht.

Die reale Geschichte von Oscar Arias weist darauf hin, dass es sich bei ihm um einen neoliberalen Politiker handelt, der begabt und redegewandt ist, äußerst berechnend und treuer Verbündeter der Vereinigten Staaten.

Seit den ersten Jahren des kubanischen Revolutionssieges hat die Regierung der Vereinigten Staaten Costa Rica genutzt und dem Land Ressourcen zugeteilt, um es als Schaufenster der sozialen Fortschritte zu präsentieren, die unter dem Kapitalismus erreicht werden könnten.

Jenes mittelamerikanische Land wurde vom Imperialismus als Stützpunkt für die Piratenangriffe gegen Kuba verwendet. Tausende kubanische Fachleute und Akademiker wurden unserem Volk entzogen, - dass schon einer grausamen Blockade unterworfen war – um in Costa Rica Dienste zu leisten. Die Beziehungen zwischen Costa Rica und Kuba wurden erst vor kurzem wiederhergestellt, das Land gehörte zu den beiden letzten der Hemisphäre, die dies taten; was uns mit Befriedigung erfüllt, aber nichts desto weniger darf ich das verschweigen, was ich in diesem historischen Augenblick unseres Amerika denke.

Arias, mit Herkunft aus dem reichen und herrschenden Sektor von Costa Rica, hat Jura und Wirtschaft an einer Hochschuleinrichtung seines Landes studiert, studierte an der englischen University of Essex und erhielt dort seinen Master in Politikwissenschaften und schließlich den Titel Doktor in Politikwissenschaften. Mit solchen akademischen Lorbeeren ausgestattet, ernannte ihn Präsident José Figueres Ferrer, von der Partei der Nationalen Befreiung (PLN), im Jahr 1970, d.h. als Dreißigjährigen, zum Berater, und kurz darauf ernannte er ihn zum Minister für Planung. In diesem Amt wurde er vom darauf folgenden Präsidenten, Daniel Oduber, bestätigt. Im Jahr 1978 kommt er als Abgeordneter dieser Partei ins Parlament. Schließlich steigt er 1979 zum Generalsekretär auf und wird 1986 zum ersten Mal Präsident.

Jahre vor dem kubanischen Revolutionssieg hatte eine bewaffnete Bewegung der nationalen Bourgeoisie von Costa Rica unter Führung von José Figueres Ferrer, Vater des Präsidenten Figueres Olsen, die kleine Putscharmee jenes Landes beseitigt und ihr Kampf hatte die Sympathien der Kubaner. Als wir in der Sierra Maestra gegen die Batista-Tyrannei kämpften, erhielten wir von der von Figueres Ferrer geschaffenen Partei der Nationalen Befreiung einige Waffen und Munitionen, aber er war zu sehr Freund der Yankees und brach bald die Beziehungen zu uns ab. Das Treffen der OAS in San José von Costa Rica, dass Anlass zur Ersten Erklärung von Havanna im Jahr 1960 gab, darf nicht vergessen werden.

Ganz Mittelamerika hat über mehr als 150 Jahre unter dem Problem des Interventionismus der Vereinigten Staaten gelitten und leidet noch darunter, seit den Zeiten des Piraten William Walker, der sich 1856 zum Präsidenten von Nicaragua erklärte. Dasselbe war beständig, obwohl das heroische Volk von Nicaragua schon eine Unabhängigkeit erreicht hat, die es bis zum letzten Atemzug zu verteidigen bereit ist. Es ist keinerlei Unterstützung seitens Costa Rica nach der Erlangung derselben bekannt, obwohl es eine Regierung jenes Landes gegeben hat, welcher der Ruhm zukommt, am Vorabend des Sieges von 1979 solidarisch mit der Sandinistischen Front der Nationalen Befreiung gewesen zu sein.

Als Nicaragua durch die schmutzigen Machenschaften von Reagan ausgeblutet wurde, hatten Guatemala und El Salvador ebenfalls aufgrund der Interventionspolitik der Vereinigten Staaten, die Geld, Waffen, Schulen und Indoktrinierung der repressiven Truppen lieferten, einen hohen Preis an Menschenleben gezahlt. Daniel hat uns erzählt, dass die Yankees schließlich Formeln förderten, die zur Beendigung des revolutionären Widerstandes von Guatemala und El Salvador führten.

Mehr als einmal hatte Daniel mir gegenüber mit Bitterkeit kommentiert, dass Arias Nicaragua, in Erfüllung von Anweisungen der Vereinigten Staaten, aus den Friedensverhandlungen ausgeschlossen hatte. Er hat sich nur mit den Regierungen von El Salvador, Honduras und Guatemala getroffen, um Nicaragua Abkommen aufzuzwingen. Er brachte deshalb Vinicio Cerezo großen Dank zum Ausdruck. Er erzählte mir ebenfalls, dass das erste Abkommen am 7. August 1987 in einem Kloster von Esquipulas in Guatemala unterzeichnet wurde, nach zwei Tagen intensiver Gesprächen zwischen den fünf mittelamerikanischen Präsidenten. Ich habe nie öffentlich hierüber gesprochen.

Aber dieses Mal, wo der 30. Jahrestag der Sieg der Sandinisten vom 19. Juli 1979 begangen wird, hat Daniel alles mit beeindruckender Klarheit erläutert, wie er es bei allen Themen während seiner Rede getan hat, die von einigen hunderttausend Menschen angehört und über Rundfunk und Fernsehen übertragen wurde. Ich verwende seine Aussagen wortgetreu: „Die Yankees haben ihn zum Vermittler ernannt. Wir hegen eine tiefe Sympathie für das Volk von Costa Rica, aber ich kann nicht vergessen, dass in jenen schweren Jahren der Präsident von Costa Rica die mittelamerikanischen Präsidenten einberufen und uns nicht eingeladen hat…“

„Aber die anderen Präsidenten waren besonnener und habe zu ihm gesagt: Hier kann es keinen Friedensplan geben, wenn Nicaragua nicht anwesend ist. Um die historische Wahrheit zu wahren, muss gesagt werden, dass der Präsident, der den Mut hatte, die Isolierung zu unterbrechen, welche die Yankees in Mittelamerika auferlegt hatten, – wo sie den Präsidenten verboten hatten, mit dem Präsidenten von Nicaragua Gespräche zu führen und wo sie eine militärische Lösung wollten und auf dem Kriegswege Nicaragua, seine Revolution, fertig machen wollten – derjenige, der diesen mutigen Schritt tat, war Vinicio Cerezo, der Präsident von Guatemala. Das ist die wahre Geschichte.“

Unmittelbar fügte er hinzu: „Die Yankees haben sich beeilt, Präsident Oskar Arias zu suchen, - denn den kennen sie schon! – um zu versuchen, Zeit zu gewinnen, damit die Putschisten beginnen konnten, unannehmbare Forderungen zu stellen. Seit wann verhandelt denn ein Putschist mit der Person, der er seine verfassungsmäßigen Rechte entreißt? Diese Rechte können nicht verhandelt werden, Präsident Manuel Zelaya ist einfach wieder in seinem Amt einzusetzen, so wie es die Vereinbarungen der ALBA, der Gruppe von Rio, des SICA, der OAS und der Vereinten Nationen besagen.

Wir wollen friedliche Lösungen in unseren Ländern. Der Kampf, den das Volk von Honduras im Augenblick ausficht, ist ein friedlicher Kampf, um noch mehr Schmerz, als den schon in Honduras verursachten, zu verhindern“
schloss Daniel wörtlich.

Kraft der von Reagan angeordneten schmutzigen Machenschaften, welche teils – wie er mir sagte – durch in die Vereinigten Staaten geschickte Drogen finanziert worden sind, haben über 60.000 Menschen das Leben verloren und weitere 5.800 wurden Invaliden. Der schmutzige Krieg von Reagan führte zur Zerstörung und Vernachlässigung von 300 Schulen und 25 Gesundheitseinrichtungen; 150 Lehrer wurden ermordet. Die Kosten in Dollar betrugen eine zweistellige Milliardenhöhe. Nicaragua verfügte nur über 3,5 Millionen Einwohner, es bekam nicht mehr den von der UdSSR gelieferten Kraftstoff und die Wirtschaft wurde unhaltbar. Er rief zu den Wahlen auf, verlegte sie sogar vor, und respektierte den Beschluss des Volkes, das jegliche Hoffnung verloren hatte, die Errungenschaften der Revolution bewahren zu können. Knapp 17 Jahre danach sind die Sandinisten siegreich an die Regierung zurückgekehrt; vor gerade zwei Tagen haben sie den 30. Jahrestag des ersten Sieges gefeiert.

Am Samstag dem 18. Juli hat der Friedensnobelpreisträger die bekannten 7 Punkte der persönlichen Friedensinitiative vorgeschlagen, welche den Entscheidungen von UNO und OAS Autorität nahm, und einer Kapitulation von Manuel Zelaya gleichgekommen wäre, die ihm Sympathie entziehen und die Unterstützung der Bevölkerung schwächen würde. Der verfassungsmäßige Präsident schickte den Putschisten das, was er als ein Ultimatum bezeichnete und das seine Vertreter vorlegen sollten, indem sie gleichzeitig seine Rückkehr nach Honduras für den 19. Juli über jeglichen der Bezirke des Landes ankündigen sollten.

In den Mittagsstunden jenes Sonntag findet in Managua jener gigantische Festakt der Sandinisten mit historischen Anprangerungen der Politik der Vereinigten Staaten statt. Das waren Wahrheiten, die nicht ohne Transzendenz bleiben konnten.

Das Schlimmste ist, dass die Vereinigten Staaten auf Widerstand seitens der Putschisten-Regierung bezüglich ihres versüßlichten Manövers zu treffen begannen. Es wäre der Augenblick zu präzisieren, in dem das State Department seinerseits eine heftige Botschaft an Micheletti schickte und ob die Militärs über die Positionen der US-Regierung in Kenntnis gesetzt wurden.

Real für diejenigen, welche die Geschehnisse aus der Nähe betrachteten, war, dass Micheletti sich am Montag gegen den Frieden aufgelehnt hatte. Sein Vertreter in San José, Carlos López Contreras, hatte erklärt, dass der Vorschlag von Arias nicht diskutiert werden könne, da der erste Punkt, d.h. die Wiedereinsetzung von Zelaya ins Amt nicht verhandelbar sei. Die zivile Putschisten-Regierung hatte ihre Rolle sehr ernst genommen und nahm nicht einmal wahr, dass Zelaya, jeglicher Autorität entzogen, keinerlei Risiko für die Oligarchie darstellte und politisch einen harten Schlag erleiden würde, wenn er den Vorschlag des Präsidenten von Costa Rica annehmen würde.

Am Sonntag, den 19., als Arias um weitere 72 Stunden zur Erklärung seiner Position bat, spricht Frau Clinton telefonisch mit Micheletti und unterhält ein Telefongespräch, welches der Sprecher Philip Crowley als „harten Anruf“ bezeichnet. Eines Tages wird bekannt werden, was sie zu ihm gesagt hat, aber es war ausreichend, Michelettis Gesichtsausdruck zu sehen, als er auf einer Versammlung seiner Regierung am 20. Juli sprach: es schien wirklich der eines Kindergartenkindes zu sein, das von der Erzieherin ausgeschimpft worden war. Über Telesur konnte ich die Bilder und die Reden der Versammlung sehen. Andere übermittelte Bilder waren die der Vertreter der OAS, die ihre Reden im Rahmen dieser Organisation hielten und versprachen, darauf zu warten, dass der Friedensnobelpreisträgers am Mittwoch das letzte Wort sage. Wussten sie etwa, was die Clinton zu Micheletti gesagt hatte? Vielleicht, aber vielleicht auch nicht. Vielleicht wussten es manche, wenn auch nicht alle. Menschen, Einrichtungen und Auffassungen waren zu Instrumenten der arroganten hohen Politik von Washington geworden. Niemals zuvor hat eine Rede im Rahmen der OAS mit soviel Würde brilliert, wie die kurz gefassten, aber mutigen und glänzenden Worte von Roy Chaderton, Botschafter von Venezuela, bei dieser Versammlung.

Morgen wird das versteinerte Abbild von Oskar Arias auftauchen und erklären, dass sie diesen oder jenen Lösungsvorschlag erarbeitet haben, um Gewalt zu verhindern. Ich bin der Meinung, dass selbst Arias in die große, vom State Department aufgestellte Falle gegangen ist. Mal sehen, was er morgen tut.

Jedoch wird es das Volk von Honduras sein, welches das letzte Wort sagt. Vertreter der sozialen Organisationen und der neuen Kräfte sind kein Instrument von irgendjemand inner- oder außerhalb des Landes, sie kennen die Bedürfnisse und Leiden des Volkes; ihr Bewusstsein und ihr Mut haben sich vervielfacht. Viele Bürger, die gleichgültig waren, sind hinzugekommen; selbst die ehrlichen Mitglieder der traditionellen Parteien, die an die Freiheit, die Gerechtigkeit und die menschliche Würde glauben, werden die Führer daran messen, welche Positionen sie in dieser historischen Minute einnehmen.

Es ist noch nicht bekannt, welche die Haltung der Militärs gegenüber den Ultimatum der Yankees sein wird, und welche Botschaften die Offiziere erreichen. Es gibt nur einen patriotischen und ehrenhaften Bezugspunkt: Die Treue zum Volk, dass heldenhaft den Tränengasbomben, den Schlägen und Schüssen standgehalten hat.

Ohne dass irgendjemand versichern kann, welches die letzte Laune des Imperiums sein wird, ob Zelaya ausgehend von den letzten angenommenen Entscheidungen legal oder illegal zurückkehrt. Ohne Zweifel werden die Honduraner ihm einen großen Empfang bereiten, denn dies wird ein Maß des Sieges sein, den sie schon mit ihren Kämpfen erreicht haben.

Niemand sollte daran zweifeln, dass nur das honduranische Volk in der Lage sein wird, seine eigene Geschichte zu erbauen!


Fidel Castro Ruz

21. Juli 2009
20:55 Uhr

Samstag, 18. Juli 2009

Was von den Vereinigten Staaten zu fordern ist

Reflexionen des Genossen Fidel: Was von den Vereinigten Staaten zu fordern ist

Die Zusammenkunft in Costa Rica brachte keinen Frieden und konnte nicht zum Frieden führen. Die Bevölkerung von Honduras befindet sich nicht im Krieg, es ist nur so, dass die Putschisten die Waffen gegen sie anwenden. Von ihnen müsste die Einstellung ihres Krieges gegen das Volk gefordert werden. So eine Versammlung zwischen Zelaya und den Putschisten dient nur dazu, den verfassungsmäßigen Präsidenten zu demoralisieren und die Energien des honduranischen Volkes aufzubrauchen.

Der Weltöffentlichkeit ist das Geschehen in jenem Land durch das von internationalen Fernsehstationen verbreitete Bildmaterial bekannt, vor allem von Telesur, Sender, der ohne Zeit zu verlieren jedes einzelne der Ereignisse in Honduras getreu übertragen hat, außerdem die gehaltenen Reden und die einstimmigen Vereinbarungen der internationalen Organisationen gegen den Putsch.

Die Welt konnte die den Männern und Frauen versetzten Schläge verfolgen, die Unmengen von gegen die Menschenmasse geschleudertem Tränengas, die plumpen Gesten mit Kriegswaffen und die zur Einschüchterung der Bürger, oder um diese zu verletzen bzw. zu ermorden, abgegebenen Schüsse.

Die Idee, dass der Botschafter der Vereinigten Staaten in Tegucigalpa, Hugo Llorens, nichts von dem Putsch wusste bzw. von dem Putsch abriet, ist absolut falsch. Er wusste es, genauso wie die US-amerikanischen Militärberater, die keine Sekunde aufgehört haben, die honduranischen Truppen zu trainieren.

Inzwischen ist bekannt, dass die Idee, ausgehend von Costa Rica eine Friedensinitiative zu fördern, in den Amtszimmern des State Department entstanden ist, um zur Konsolidierung des Militärputsches beizutragen.

Der Putsch wurde von skrupellosen Figuren der äußersten Rechten ausgedacht und organisiert, die vertraute Beamte von George W. Bush gewesen sind und von ihm befördert worden waren.

Sie alle – ohne Ausnahme - können auf eine dicke Akte ihrer Aktivitäten gegen Kuba verweisen. Hugo Llorens, Botschafter in Honduras seit Mitte des Jahres 2008, ist Kubaner-Amerikaner. Er gehört zur Gruppe der aggressiven Botschafter der Vereinigten Staaten in Mittelamerika, die sich aus Robert Blau, Botschafter in El Salvador; Stephen McFarland, in Guatemala, und Robert Callahan, in Nicaragua, zusammensetzt, die alle von Bush in den Monaten Juli und August 2008 ernannt wurden.

Die vier folgen der Linie von Otto Reich und John Negroponte, welche zusammen mit Oliver North die Verantwortlichen für die schmutzigen Machenschaften gegen Nicaragua und die Todesschwadronen in Mittelamerika waren, welche den Völkern der Region einige zehntausende Menschenleben gekostet haben.

Negroponte war der Vertreter von Bush in den Vereinten Nationen, Zar des US-amerikanischen Geheimdienstes und schließlich Unterstaatssekretär. Sowohl er als Otto Reich - auf verschiedenen Wegen - standen hinter dem Putsch in Honduras.

Der Stützpunkt Soto Cano in jenem Land, Sitz der den Streitkräften der Vereinigten Staaten zugehörigen „Joint Task Force Bravo“, ist der Hauptstützpunkt für den Putsch in Honduras.

Die Vereinigten Staaten haben den düsteren Plan, fünf weitere Militärstützpunkte rings um Venezuela zu schaffen, und zwar unter dem Vorwand, die Basis von Manta in Ecuador zu ersetzen.

Das ungeheuer absurde Abenteuer des Putsches in Honduras hat eine wirklich komplizierte Situation in Mittelamerika geschaffen, die nicht durch schwindlerische Fallen, Betrug und Lügen gelöst werden kann.

Jeden Tag werden neue Details der Verwicklung der Vereinigten Staaten in jene Aktion bekannt, die ebenfalls ernsthafte Auswirkungen in ganz Lateinamerika haben wird.

Die Idee einer von Costa Rica ausgehenden Friedensinitiative wurde dem Präsidenten jenes Landes vom State Department übermittelt, als Obama in Moskau war und an einer russischen Universität erklärte, dass der einzige Präsident von Honduras Manuel Zelaya sei.

Die Putschisten befanden sich in Bedrängnis. Die Costa Rica übermittelte Initiative hatte zum Ziel, sie zu retten. Es liegt klar auf der Hand, dass jeder Tag der Verzögerung Kosten für den verfassungsmäßigen Präsidenten mit sich bringt und dazu führt, die erhaltene außerordentliche internationale Unterstützung aufzulösen. Das Yankee-Manöver erhöht nicht die Friedensmöglichkeiten, ganz im Gegenteil, es vermindert sie und die Gefahr der Gewalt steigt, da die Völker unseres Amerikas sich niemals in das ihnen programmierte Schicksal fügen werden.

Mit der Zusammenkunft in Costa Rica wird die Autorität der UNO, der OAS und aller anderen Institutionen in Frage gestellt, die dem Volk von Honduras ihre Unterstützung versprochen haben.

Als Micheletti, De-Facto-Präsident, gestern erklärte, dass er bereit sei, von seinem Amt zurückzutreten, wenn Zelaya zurückträte, wusste er schon, dass das State Department und die Putschisten-Militärs beschlossen hatten, ihn als Teil eines Manövers zu ersetzen und erneut in den Kongress zu schicken.

Das einzig Korrekte besteht im Augenblick darin, von der US-Regierung zu fordern, dass sie ihre Einmischung beendet, den Putschisten militärische Hilfe zu geben aufhört und ihre Task Force aus Honduras zurückzieht.

Das, was von dem Volk von Honduras im Namen des Friedens zu fordern beabsichtigt wird, ist die Verneinung aller Prinzipien, für welche alle Nationen dieser Hemisphäre gekämpft haben.

„Die Achtung des Rechts der Anderen ist der Frieden“, sagte Juárez.


Fidel Castro Ruz

16. Juli 2009
13:12 Uhr

Freitag, 10. Juli 2009

Entweder stirbt der Putsch oder es sterben die Verfassungen

Reflexionen des Genossen Fidel: Entweder stirbt der Putsch oder es sterben die Verfassungen

Die Länder Lateinamerikas waren dabei, im Rahmen einer relativ verfassungsmäßigen Ordnung gegen die schlimmste Finanzkrise der Geschichte zu kämpfen.

Als US-Präsident Barack Obama in Moskau zu Besuch war, um dort lebenswichtige Themen bezüglich der Atomwaffen zu behandeln, und dort erklärte, dass Manuel Zelaya der einzige verfassungsmäßige Präsident von Honduras sei, agierten die extreme Rechte und die Falken in Washington, damit jener eine erniedrigende Vergebung für die ihm von den Putschisten zugeschriebenen Gesetzwidrigkeiten aushandele.

Es lag auf der Hand, dass vor den Seinigen und vor der Welt solch eine Handlung sein Verschwinden von der politischen Szene bedeuten würde.

Es ist bewiesen, dass Zelaya entschlossen war, sein Versprechen einzulösen, der brutalen, von den Putschisten ausgeübten Repression gemeinsam mit seinem Volk zu begegnen, als er seine Rückkehr für den 5. Juli ankündigte.

Zusammen mit dem Präsidenten reisten Miguel d´Escoto, Präsident pro tempore der UN-Vollversammlung, und Patricia Rodas, die Außenministerin von Honduras, sowie ein Journalist von Telesur und andere, insgesamt waren es 9 Personen. Zelaya beharrte auf seiner Entscheidung zur Landung. Mir ist bekannt, dass ihm während des Flugs, als der Flieger sich Tegucigalpa näherte, durch die Übertragungen vor Ort von Telesur der Augenblick übermittelt wurde, als die ihn außerhalb des Flughafens erwartende, riesige Menschenmasse vom Militär mit Tränengas und Maschinengewehrfeuer angegriffen wurde.

Als unmittelbare Reaktion darauf bat er darum, Höhe zu gewinnen, um die Tatsachen über Telesur anzuprangern und die Befehlshaber jener Truppen aufzufordern, mit der Repression aufzuhören. Anschließend informierte er sie, dass er zur Landung übergehen würde. Darauf befahl das Oberkommando, die Landepiste zu blockieren. In wenigen Sekunden wurde sie von Kraftfahrzeugen blockiert.

Dreimal überflog der Falcon Jet im Tiefflug den Flughafen. Die Fachleute sagen, dass der im höchsten Grade angespannte und gefährlichste Augenblick für die Piloten derjenige ist, wenn schnelle Kleinflugzeuge wie jenes, welches den Präsidenten beförderte, die Geschwindigkeit vermindern, um auf der Piste aufzusetzen. Deshalb bin ich der Meinung, dass jener Versuch zur Rückkehr nach Honduras kühn und mutig gewesen ist.

Wenn sie ihn wegen angeblichen Vergehen gegen die Verfassung vor Gericht stellen wollten, warum haben sie ihn dann nicht landen lassen?

Zelaya weiß, dass nicht nur die Verfassung von Honduras im Spiel war, sondern ebenfalls das Recht der Völker von Lateinamerika, ihre Regierungsoberhäupter zu wählen.

Honduras ist heute nicht nur ein von den Putschisten besetztes Land, sondern außerdem ein von den Streitkräften der Vereinigten Staaten besetztes Land.

Der Militärstützpunkt Soto Cano - auch unter seinem Namen Palmerola bekannt, knapp 100 Kilometer von Tegucigalpa entfernt und unter der Regierung von Ronald Reagan 1981 erneut in Betrieb genommen – war derjenige, der von Oberst Oliver North benutzt wurde, als er die schmutzigen Machenschaften gegen Nicaragua leitete; und die Regierung der Vereinigten Staaten leitete von hier aus die Angriffe gegen die salvadorianischen und guatemaltekischen Revolutionäre, welche einigen Zehntausenden das Leben gekostet haben.

Dort ist die Vereinigte Einsatzgruppe „Bravo Joint Task Forces“ der Vereinigten Staaten stationiert, die sich aus Bestandteilen der drei Truppengattungen zusammensetzt und 85 Prozent des Stützpunktareals einnimmt. Eva Golinger veröffentlichte seine Rolle am 2. Juli 2009 in einem von der Website Rebelión veröffentlichten Artikel unter dem Titel „Der Militärstützpunkt der Vereinigten Staaten in Honduras im Mittelpunkt des Putsches“. Sie erläutert, dass „die Verfassung von Honduras die ausländische Militärpräsenz im Land rechtmäßig nicht zulässt. Ein Gentleman Agreement zwischen Washington und Honduras genehmigt die bedeutende und strategische Anwesenheit mehrerer hundert US-Militärs im Stützpunkt, mittels eines ‘halb-permanenten’ Abkommens, das 1954 abgeschlossen wurde und Teil der von den Vereinigten Staaten gebotenen Militärhilfe für Honduras ist,… des drittärmsten Landes der Hemisphäre.” Sie fügt hinzu, dass „…das Abkommen, welches die Militärpräsenz der Vereinigten Staaten im mittelamerikanischen Land erlaubt, ohne vorherige Mitteilung aufgehoben werden kann.”

Soto Cano ist gleichfalls Sitz der Akademie der Luftstreitkräfte von Honduras. Ein Teil der militärischen Einsatzgruppe der Vereinigten Staaten setzt sich aus honduranischen Soldaten zusammen.

Welches ist die Zielstellung des Militärstützpunkts, der Flugzeuge, der Hubschrauber und der US-Einsatzgruppe in Honduras? Ohne Zweifel dienen sie einzig und allein dazu, diese in Zentralamerika zu verwenden. Der Kampf gegen den Rauschgifthandel bedarf dieser Waffen nicht.

Wenn Präsident Manuel Zelaya nicht in sein Amt wiedereingesetzt wird, dann droht eine Welle von Putschen viele Regierungen von Lateinamerika zu beseitigen, oder diese bleiben den Militärs der extremen Rechten ausgeliefert, welche in der Sicherheitsdoktrin der Militärschule School of the Americas erzogen wurden und Experten in Foltern, psychologischer Kriegsführung und Terror sind. Die Autorität vieler ziviler Regierungen in Zentral- und Südamerika würde geschwächt werden. Jene finsteren Zeiten liegen nicht sehr weit zurück. Die Putschisten-Militärs würden einer zivilen Regierung der Vereinigten Staaten nicht einmal Aufmerksamkeit schenken. Das kann sehr negativ für einen Präsidenten sein, welcher wie Barack Obama bemüht ist, das Image jenes Landes zu verbessern. Das Pentagon untersteht formell der zivilen Gewalt. Noch haben die Legionen nicht, wie zu römischen Zeiten, die Macht des Imperiums übernommen.

Es wäre nicht verständlich, wenn Zelaya jetzt Verzögerungsmanöver zulassen würde, welche die beachtlichen, ihn unterstützenden sozialen Kräfte aufreiben und nur zu einem nicht wieder gutzumachenden Verschleiß führen würden.

Der auf illegale Weise gestürzte Präsident ist nicht auf der Suche nach der Macht, aber er verteidigt ein Prinzip, und wie José Martí gesagt hat: „Ein gerechtes Prinzip vom tiefsten Höhlengrunde aus verteidigt, vermag mehr, als eine Armee.“


Fidel Castro Ruz

10. Juli 2009
18:15 Uhr