Sonntag, 30. Mai 2010

Das Imperium und die Drogen

Reflexionen des Genossen Fidel: Das Imperium und die Drogen

Als ich in Mexiko von der Bundessicherheitspolizei festgenommen wurde, der rein durch Zufall einige unserer Handlungen verdächtig vorgekommen waren, trotzdem wir alles mit der größten Vorsicht unternahmen, um dem mörderischen Prankenhieb der Handlanger von Batista zu entkommen – wie es unter Machado in Mexiko geschah, als dessen Agenten am 10. Januar 1929 Julio Antonio Mella in der Hauptstadt jenes Landes ermordeten – war diese der Meinung, dass es sich um eine der Schmugglerorganisationen handele, die illegal an der Grenze jenes, in seinem Handelsaustausch mit der mächtigen, industriell entwickelten und reichen Nachbarmacht armen Landes auftraten.

In Mexiko war das Drogenproblem praktisch nicht existent. Dies entfesselte sich später vollkommen überwältigend mit seiner riesigen Belastung durch die nicht nur in jenem Land, sondern ebenfalls überall auf dem Kontinent verursachten Schäden.

Die Länder von Mittel- und Südamerika investieren äußerst viel Energie in den Kampf gegen das Eindringen des Anbaus von Kokasträuchern zur Herstellung von Kokain, einer Substanz, die durch sehr aggressive chemische Bestandteile gewonnen wird und so schädlich für die körperliche und geistige Gesundheit des Menschen ist.

Die revolutionären Regierungen, wie jene der Bolivarianischen Republik Venezuela und von Bolivien unternehmen besonders große Anstrengungen, um ihr Vordringen zu stoppen, wie es zur gegebenen Zeit Kuba getan hat.

Evo Morales hatte schon seit langem das Recht seines Volkes verkündet, Koka-Tee, einen ausgezeichneten traditionellen Kräutertee der tausendjährigen Kultur der Aimara und Ketschua zu trinken. Der Bevölkerung das zu verbieten, das wäre so, als würde man den Engländern sagen, dass sie keinen Tee trinken dürfen, eine gesunde Gewohnheit, die durch das Vereinigte Königreich aus dem von ihm eroberten und über Jahrhunderte unter Kolonialherrschaft gehaltenen Asien importiert wurde.

„Koka ist nicht Kokain“, lautete Evos Losung.

Es ist doch sonderbar, dass das Opium, eine Substanz, die aus dem Schlafmohn gewonnen wird, genau wie das Morphium, welches Ergebnis der ausländischen Eroberung und Kolonialisierung solcher Länder wir Afghanistan ist und direkt eingenommen äußerst schädlich ist, von den englischen Kolonialherren als Zahlungsmittel verwendet wurde, dass ein weiteres Land mit einer tausendjährigen Kultur wie China unter Gewalt als Bezahlung jener hoch entwickelten Erzeugnisse anzunehmen gezwungen war, die Europa von China bekam und bis dahin mit Silbermünzen bezahlt hatte. Als Beispiel jener Ungerechtigkeit in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts wird für gewöhnlich angeführt, dass „ein chinesischer Arbeiter, der süchtig wurde, zwei Drittel seines Lohns für Opium verbrauchte und seine Familie ins Elend brachte.“

Im Jahr 1839 war das Opium schon für die chinesischen Arbeiter und Bauern erreichbar. Die Königin des Vereinigten Königreichs, Viktoria I., hat im selben Jahr den Ersten Opiumkrieg aufgezwungen.

Englische und US-amerikanische Händler mit starker Unterstützung der englischen Krone sahen die Möglichkeit eines bedeutenden Handelsaustauschs mit großen Gewinnen. Zu jenem Zeitpunkt begründeten sich viele der großen Besitztümer der Vereinigten Staaten auf jenem Rauschgifthandel.

Die Großmacht, die gestützt auf knapp tausend Militärstützpunkte und sieben, mit atomaren Flugzeugträgern und tausenden Kampfflugzeugen bestückten Flotten die Welt tyrannisiert, ist dazu aufzufordern, uns zu erklären, wie sie das Problem der Drogen lösen wird.


Fidel Castro Ruz

30. Mai 2010
15:36 Uhr

Dienstag, 18. Mai 2010

Die historische Tragweite von José Martís Tod

Reflexion des Genossen Fidel: Die historische Tragweite von José Martís Tod

Unter Abstraktion der heute die menschliche Gattung mit Sorge erfüllenden Probleme kann man sagen, dass unser Vaterland das Privileg hatte, die Wiege eines der außerordentlichsten in dieser Hemisphäre geborenen Denker zu sein; sein Name: José Martí.

Morgen, am 19. Mai, jährt sich zum 115. Male der Tag seines ruhmreichen Todes.

Das Ausmaß seiner Größe und Würde könnte nicht bewertet werden, ohne dabei zu berücksichtigen, dass diejenigen, mit denen er zusammen das Drama seines Lebens schrieb, ebenfalls solche außerordentlichen Figuren waren wie zum Beispiel Antonio Maceo, immerwährendes Symbol der revolutionären Standhaftigkeit, welcher die Hauptrolle bei der Protesta de Baraguá (Protestaktion von Baraguá) inne hatte; und Máximo Gómez, dominikanischer Internationalist, Meister für die kubanischen Kämpfer während der zwei Unabhängigkeitskriege, an denen sie teilnahmen. Die Kubanische Revolution, die über ein halbes Jahrhundert lang den Schlägen des mächtigsten je vorhandenen Imperiums standgehalten hat, ist Ergebnis der Lehren jener Vorgänger.

Trotz der Tatsache, dass vier Seiten im Tagebuch von Martí nicht zu jenen den Historikern zur Verfügung stehenden Materialien gehören, ist das, was im übrigen Teil jenes persönlichen, bis auf das Genaueste verfassten Tagebuchs und anderen seiner Dokumente aus jenen Tagen enthalten ist, mehr als ausreichend, um die Einzelheiten des Geschehenen zu erfahren. Wie bei den griechischen Tragödien, war es eine Meinungsverschiedenheit zwischen Giganten.

Am Vorabend seines Todes im Kampf schrieb er seinem engen und vertrauten Freund Manuel Mercado Folgendes: „…ich laufe schon alle Tage Gefahr, mein Leben für mein Land und meine Pflicht zu geben – da ich es begreife und den Mut zur Verwirklichung habe - um rechtzeitig mit der Unabhängigkeit von Kuba zu verhindern, dass die Vereinigten Staaten sich über die Antillen ausbreiten und mit dieser verstärkten Macht über unsere Gebiete von Amerika herfallen. Was ich bis jetzt getan habe und noch tun werde, geschieht zu diesem Zweck. Es musste im Stillen geschehen und praktisch indirekt, denn es gibt Dinge, die im Verschwiegenen geschehen müssen, damit sie gelingen. Wenn sie als das ausgerufen würden, was sie sind, würden sie allzu heftige Schwierigkeiten hervorrufen, um über sie das Ziel erreichen zu können.“

Als Martí jene lapidaren Worte schrieb, hatte Marx schon im Jahre 1848, das heißt 47 Jahre vor Martís Tod, Das Kommunistische Manifest verfasst und Darwin 1859 Vom Ursprung der Arten veröffentlicht, um nur zwei jener Werke zu zitieren, die meinem Dafürhalten nach am meisten Einfluss auf die Geschichte der Menschheit ausgeübt haben.

Marx war ein so außerordentlich selbstloser Mensch, dass sein wichtigstes wissenschaftliches Werk Das Kapital vielleicht niemals veröffentlicht worden wäre, wenn Friedrich Engels es nicht übernommen hätte, die Materialien zu sammeln und zu ordnen, denen ihr Verfasser sein Leben gewidmet hatte. Engels hat nicht nur diese Aufgabe übernommen, sondern war auch Autor eines Werkes unter dem Titel Dialektik der Natur, in dem er schon von dem Zeitpunkt sprach, an dem die Energie unserer Sonne versiegen würde.

Dem Menschen war weder bekannt, wie die in der Materie eingeschlossene Energie genutzt werden kann, - wie von Einstein in seiner berühmten Formel beschrieben wird - noch verfügte er über Computer, die viele Milliarden von Operationen pro Sekunde durchführen können; die ihrerseits in der Lage sind, jene viele Milliarden Reaktionen pro Sekunde aufzunehmen und zu übertragen, die in den Zellen der Dutzenden von Chromosomenpaare vonstatten gehen, welche Mutter und Vater zu gleichen Teilen beibringen, ein Wunder der Genetik und Fortpflanzung, über das ich nach dem Sieg der Revolution erfuhr, wobei hierbei die besten Merkmale zur Produktion von Nahrungsmitteln tierischer Herkunft unter den Bedingungen unseres Klimas gesucht werden, was sich durch die den Pflanzen eigenen Vererbungsgesetze auch auf diese ausdehnt.

Bei jener unvollständigen Bildung, die wir, die besser bemittelten Bürger, in den Schulen vermittelt bekamen, welche sich im Allgemeinen in privaten Händen befanden und als die besten Bildungseinrichtungen angesehen waren, wurden wir zu Analphabeten mit einem ein bisschen höheren Niveau, als diejenigen, die weder lesen noch schreiben konnten, bzw. in öffentliche Schulen gingen.

Andererseits war Russland, das industriell am geringsten entwickelte Land von Europa, das erste Land der Welt, wo versucht wurde, die Ideen von Marx anzuwenden.

Lenin, Schöpfer der Dritten Internationale, fand, dass es auf der Welt keine andere Organisation gab, die den Ideen von Marx so treu war wie die Fraktion der Bolschewiki der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei von Russland. Obwohl ein Großteil jenes riesigen Landes unter halbfeudalen Bedingungen lebte, war seine Arbeiterklasse sehr aktiv und äußerst kämpferisch.

In den Büchern, die Lenin nach 1915 geschrieben hat, war er ein unermüdlicher Kritiker des Chauvinismus. In seinem Werk Der Imperialismus als höchste Phase des Kapitalismus, verfasst im April 1917, Monate vor der Machtübernahme als Fraktionsführer der Bolschewiki jener Partei gegenüber der Fraktion der Menschewiki, bewies er ebenfalls, dass er der Erste war, der begriffen hat, welche Rolle solche dem Kolonialismus unterworfenen Länder wie China und andere mit großer Bedeutung in verschiedenen Regionen der Welt zu spielen berufen waren.

Gleichzeitig bewies Lenin den Mut und die Kühnheit, deren er fähig war, als er den Panzerzug annahm, den ihm das deutsche Heer aus taktischer Zweckmäßigkeit zur Verfügung stellte, um von der Schweiz aus bis in die unmittelbare Nähe von Petrograd zu gelangen, weshalb die Feinde innerhalb und außerhalb der Menschewiki-Fraktion der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei von Russland nicht zögerten, ihn als deutschen Spion zu beschuldigen. Wenn er jenen berühmten Zug nicht genutzt hätte, hätte ihn das Kriegsende in der entfernten und neutralen Schweiz überrascht, womit der optimale und angebrachte Zeitpunkt verloren gegangen wäre.

Irgendwie und aus reinem Zufall haben zwei Söhne Spaniens dank ihrer persönlichen Eigenschaften dann eine herausragende Rolle im Spanisch-Amerikanischen Krieg gespielt: Der Befehlshaber der spanischen Truppen in der Festung El Viso, welche den Zugang zu Santiago de Cuba von de Anhöhe El Caney aus verteidigte, ein Offizier, der gekämpft hat, bis er tödlich verletzt wurde, und der den berühmten Rough Riders – hartgesottenen US-amerikanischen Reitern, die von dem damals Oberstleutnant Theodore Roosevelt organisiert worden waren und die ihre übereilte Landung ohne ihre feurigen Pferde vornehmen mussten - über dreihundert Mann an Verlusten verursachte; und jener Admiral, der in Erfüllung des stupiden Befehls der spanischen Regierung mit seinem Geschwader, mit der Marineinfanterie, einer Elite-Truppe, an Bord, auf die einzig mögliche Art und Weise aus der Bucht von Santiago de Cuba auslief, und zwar mit jedem Schiff, einem nach dem anderen, durch den engen Zugang, und das vor der mächtigen Yankee-Flotte, die mit ihren in Reih und Glied aufgestellten Panzerkreuzern ihre mächtigen Kanonen auf die spanischen Schiffe von viel geringerer Geschwindigkeit und Panzerung abschossen. Logischerweise wurden die spanischen Schiffe, ihre Kampfbesatzungen und die Marineinfanterie in die Tiefen des Bartlett-Grabens versenkt. Nur ein einziges kam wenige Meter von der Untiefe entfernt an der Küste an. Die Überlebenden jener Streitmacht wurden von dem Geschwader der Vereinigten Staaten gefangengenommen.

Das Verhalten von Martínez Campos war arrogant und rachsüchtig. Voller Groll aufgrund seines Scheiterns bei dem Versuch, die Insel wie im Jahr 1871 zu befrieden, unterstützte er die niederträchtige und rachsüchtige Politik der spanischen Regierung. Valeriano Weyler löste ihn ab in der Befehlsgewalt über Kuba. Dieser, mit der Kooperation derjenigen, welche den Panzerkreuzer Maine schickten, um Rechtfertigungen für die Intervention in Kuba zu finden, erklärte die Konzentration der Bevölkerung, Maßnahme, die der Bevölkerung von Kuba riesige Leiden zugefügt hat, und den Vereinigten Staaten als Vorwand diente, um ihre erste Wirtschaftsblockade zu verhängen, was zu außerordentlichem Nahrungsmittelmangel führte und den Tod von unzähligen Menschen verursachte.

So wurden die Verhandlungen von Paris möglich gemacht, bei denen Spanien auf jegliches Recht der Souveränität und des Eigentums bezüglich Kuba verzichtete, nach über 400 Jahren seiner Besetzung im Namen des Königs von Spanien Mitte Oktober 1492, nachdem Christoph Kolumbus behauptet hatte: „das ist das schönste je von Menschenauge erblickte Land.“

Die spanische Version der Schlacht, welche das Schicksal von Santiago de Cuba besiegelte, ist die bekannteste. Und ohne Zweifel gab es Heldentum, wenn man die Anzahl und die Dienstgrade der Offiziere und Soldaten analysiert, die in der nachteiligsten Situation die Stadt verteidigt haben und dabei der Kampftradition der Spaniern alle Ehren machten, die ihr Land 1808 gegen die abgehärteten Soldaten von Napoleon Bonaparte verteidigten, bzw. 1936 die Spanische Republik gegen den nazifaschistischen Ansturm.

Eine zusätzliche Schmach fiel auf das norwegische Komitee zur Nobelpreisverleihung, weil es lächerliche Vorwände gesucht hat, um diese Ehre im Jahr 1906 Theodore Roosevelt zuzugestehen, der zweimal als Präsident der Vereinigten Staaten gewählt wurde, 1901 und 1905. Nicht einmal seine wirkliche Teilnahme an den Kämpfen von Santiago de Cuba an der Spitze der Rough Riders war klar geworden und es könnte sehr viel Legende in der Publizität enthalten sein, die ihm später zukam.

Ich kann nur die Art und Weise bezeugen, wie die heldenhafte Stadt am ersten Januar 1959 in die Hände der Streitkräfte der Rebellenarmee gelangte.

Zu diesem Zeitpunkt haben die Ideen von Martí in unserem Vaterland gesiegt!



Fidel Castro Ruz
18. Mai 2010
18:12 Uhr

Freitag, 7. Mai 2010

Die der Welt aufgezwungene verhasste Tyrannei

Reflexionen des Genossen Fidel: Die der Welt aufgezwungene verhasste Tyrannei

Unsere Zeit zeichnet sich durch eine nie da gewesene Tatsache aus: die der Welt durch den Imperialismus aufgebürdete Bedrohung für das Überleben der menschlichen Gattung.

Diese traurige Wahrheit dürfte niemanden überraschen. In den letzten Jahrzehnten war zu beobachten, wie sich das beschleunigte und zwar in einem kaum vorauszusehenden Tempo.

Bedeutet das etwa, dass Obama ein Verantwortlicher bzw. Förderer jener Bedrohung ist? Nein! Das zeigt lediglich, dass er sich der Realität verschließt und diese weder überwinden will noch könnte. Er träumt viel mehr irreale Dinge in einer irrealen Welt. „Ideen ohne Worte, Worte ohne Sinn“, so drückte es ein hervorragender Dichter aus.

Auch wenn der US-amerikanische Schriftsteller Gay Talese, der als einer der wichtigsten Vertreter des neuen Journalismus angesehen wird, am 5. Mai versichert hat – wie eine europäische Nachrichtenagentur berichtete – dass Barack Obama das Beste der Geschichte der Vereinigten Staaten im letzten Jahrhundert verkörpert, dem in einigen Aspekten zugestimmt werden könnte, so verändert das absolut nicht die objektive Wirklichkeit des menschlichen Schicksals.

Es ereignen sich Dinge wie die gerade geschehene ökologische Katastrophe im Golf von Mexiko, die zeigt, wie wenig die Regierungen gegen diejenigen ausrichten können, die das Kapital kontrollieren, die sowohl in Europa als auch in den Vereinigten Staaten diejenigen sind, die über die Wirtschaft auf unserem globalisierten Planeten das Schicksal der Völker bestimmen. Wir wollen das am Beispiel der Maßnahmen veranschaulichen, die vom Kongress der Vereinigten Staaten selbst ausgehen und von den einflussreichsten Medien jenes Landes und von Europa veröffentlicht wurden, und zwar werden wir sie so zitieren, wie sie über Internet verbreitet wurden, ohne ein Wort zu verändern.

„Der Rundfunk- und der Fernsehsender Martí (Radio and TV Martí) lügen, indem sie Informationen ohne jegliche Grundlage verbreiten, wird in einem Bericht des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten des US-Senats anerkannt, der empfiehlt, dass beide Sender endgültig aus Miami zurückgezogen und nach Washington umgesiedelt werden, damit sie ‘voll und ganz’ dem propagandistischen Apparat des Voice of America (Stimme von Amerika) eingefügt werden.

Außer der Tatsache, dass sie ihr Publikum betrügen,“ […] „verwenden beide Sender ‘eine beleidigende und hetzerische Sprache’, welche sie diskreditiert.

Nach 18 Jahren haben es der Rundfunk- und der Fernsehsender Martí nicht erreicht, ‘wahrnehmbar Einfluss auf die kubanische Gesellschaft zu nehmen bzw. die kubanische Regierung zu beeinflussen’…”

„Der am heutigen Montag veröffentlichte Bericht empfiehlt, das Büro für Übertragungen nach Kuba (OCB) (Office of Cuba Broadcasts - OCB) mit der Voice of Amerika, dem offiziellen Propaganda-Rundfunksender der Regierung der Vereinigten Staaten zu verschmelzen.

‘Nichtbeachtung der traditionellen journalistischen Normen, eine sehr kleine Zuhörerschaft, Interferenz des Senders seitens der kubanischen Regierung und Behauptungen von Nepotismus und Vetternwirtschaft haben das Programm von Anfang an beeinträchtigt’, hat der vom Senator John Kerry, der Demokratischen Partei, geleitete Ausschuss anerkannt.”

„Der Ausschuss empfiehlt, die zwei Sender schnellstens aus Miami herauszuholen, und unterstreicht die Notwendigkeit, das Personal auf ausgeglichenere Art und Weise auszusuchen, um ein entpolitisiertes und professionelles ‘Produkt’ zu erreichen, schätzten die Senatoren ein.

Der Bericht Kerry nimmt Bezug auf Alberto Mascaró, Neffe der Ehefrau von Pedro Roig, Generaldirektor von Radio and TV Martí, der – dank seiner Verwandten – als Direktor des Lateinamerika-Service des Voice of America angestellt wurde.

Das Dokument berichtet ausführlich, wie der ehemalige Direktor für Programmgestaltung des Fernsehsenders TV Martí im Februar 2007 ‘zusammen mit einem Verwandten eines Kongressmitglieds’ ihre Schuldhaftigkeit wegen Annahme von circa 112 000 Dollar an von einem Unternehmer des OCB gezahlten illegalen Provisionen vor einem Bundesgericht gestanden hat. Der ehemalige Mitarbeiter des OCB wurde zu 27 Monaten Gefängnis und zu einer Geldstrafe von 5 000 Dollar verurteilt, da er ‘50 Prozent der von der Firma Perfect Image für die Produktion von Programmen gezahlten Gesamtsumme für sich beansprucht hatte’.“


Soweit der von Jean Guy Allard auf der Website Telesur veröffentlichte Artikel.

Ein weiterer Artikel, unterzeichnet von den US-amerikanischen Professoren der Stanford University (Kalifornien) Paul Drain und Michele Barry, wiedergegeben auf der Internetseite Rebelión, berichtet Folgendes:

„Die US-amerikanische Handelsblockade gegen Kuba, die verkündet wurde, nachdem die Revolution von Fidel Castro das Batista-Regime gestürzt hatte, erreicht im Jahr 2010 ihr 50jähriges Bestehen. Ihre ausdrückliche Zielstellung hat darin bestanden, dem kubanischen Volk zu helfen, die Demokratie zu erreichen, aber in einem Bericht des US-Senats von 2009 wurde die Schlussfolgerung gezogen, dass ‘die einseitige Blockade gegen Kuba gescheitert ist’.“

„…Trotz der Blockade hat Kuba bessere Ergebnisse im Gesundheitswesen erreicht, als die Mehrheit der lateinamerikanischen Länder, vergleichbar mit denen der Mehrheit der entwickelten Länder. Kuba hat unter den 33 Ländern von Lateinamerika und der Karibik die höchste mittlere Lebenserwartung (78,6 Jahre) und die größte Anzahl von Ärzten pro Kopf, d.h. 59 Ärzte auf 10000 Einwohner, sowie die geringste Säuglingssterblichkeit (5,0 pro 1000 Lebendgeborene) und Kindersterblichkeit (7,0 pro 1000 Lebendgeborene).

Im Jahr 2006 hat die kubanische Regierung 355 Dollar pro Einwohner für das Gesundheitswesen aufgewendet“ […] „Der jährliche Aufwand im Gesundheitswesen für einen US-Bürger betrug im selben Jahr 6714 Dollar […] Kuba hat ebenfalls geringere Gesundheitsfonds als die Mehrheit der europäischen Länder aufgewandt. Aber die geringen Kosten für Gesundheitspflege erklären nicht die Erfolge von Kuba, die auf den größeren Nachdruck auf die Krankheitsverhütung und die Primärversorgung zurückgeführt werden könnten, welche die Insel während der US-amerikanischen Handelsblockade gepflegt hat.

Kuba besitzt eines der fortgeschrittensten Systeme der Welt zur vorbeugenden Primärkrankenpflege. Durch die Erziehung der Bevölkerung zur Krankheitsverhütung und Gesundheitsförderung sind die Kubaner weniger von medizinischen Erzeugnissen abhängig, um ihre Bevölkerung gesund zu erhalten. Das Gegenteil davon geschieht in den USA, die enorm von medizinischen Vorräten und Technologien abhängen, um ihre Bevölkerung gesund zu erhalten, und außerdem auf Kosten eines sehr hohen wirtschaftlichen Aufwands.“

„Kuba besitzt eine der höchsten Impfraten der Welt und eine der höchsten Raten an von Fachleuten des Gesundheitswesens betreuten Entbindungen. Die in den Arztpraxen, den Polikliniken und den größten regionalen und nationalen Krankenhäusern gebotene medizinische Betreuung ist kostenlos für die Patienten...“

„Im März 2010 hat der Kongress der USA einen Gesetzesentwurf vorgelegt, um die Gesundheitssysteme zu stärken und die Entsendung von Experten des Gesundheitswesens in Entwicklungsländer zu erweitern“ […] „Kuba schickt ebenfalls weiterhin Ärzte, damit diese in einigen der ärmsten Ländern des Planeten arbeiten, eine Praxis, die 1961 begonnen wurde.“

„An der inneren US-amerikanischen Front besteht aufgrund der kürzlich einer Gesundheitsreform gegebenen Impulse die Möglichkeit, von Kuba solch gültige Lektionen zu lernen, wie man ein wirklich universelles Gesundheitssystem entwickelt, das Nachdruck auf die Primärbetreuung legt. Die Anwendung einiger der erfolgreichsten gesundheitlichen Politik-Richtlinien von Kuba könnte den ersten Schritt zur Normalisierung der Beziehungen darstellen. Der Kongress könnte das Medizininstitut beauftragen, die Erfolge des kubanischen Gesundheitssystems zu untersuchen und außerdem nachzuforschen, wie eine neue Ära der Kooperation zwischen den US-amerikanischen und kubanischen Wissenschaftlern begonnen werden kann.“


Das Nachrichtenportal Tribuna Latina veröffentlichte seinerseits kürzlich einen Artikel über das neue Einwanderungsgesetz in Arizona:

„Gemäß einer von der Kette CBS und der Tageszeitung ‘The New York Times’ veröffentlichten Umfrage sind 51 Prozent der Befragten der Meinung, dass das Gesetz den angebrachten Standpunkt bezüglich der Immigration darstellt, während 9 Prozent meinen, dass in dieser Angelegenheit noch weiter gegangen werden müsste. Demgegenüber meinen 36 Prozent, dass man in Arizona ‘zu weit’ gegangen ist.“

„…zwei von drei Republikanern unterstützen die Maßnahme“ […] „während nur 38 Prozent der Demokraten sich für das Gesetz äußern…“

„Andererseits hat je einer von zweien anerkannt, dass es ‘sehr wahrscheinlich’ ist, dass infolge jener Norm ‘Personen bestimmter ethnischer bzw. Rassengruppen mit größerer Häufigkeit als andere’ festgenommen werden könnten und 78 Prozent hat anerkannt, dass dies eine größere Belastung für die Polizei bedeuten wird.

Ebenso sehen 70 Prozent für wahrscheinlich an, das infolge dieser Maßnahme die Anzahl der illegalen Ansässigen und die Ankunft neuer Immigranten in das Land abnehmen werden…“


Am Donnerstag, den 6. Mai 2010 wurde in Argenpress unter dem Titel „Arizona, ein Hungerleider der sich wichtig tut“ ein Artikel der Journalistin Vicky Peláez veröffentlicht, der damit beginnt, einen Ausspruch von Franklin D. Roosevelt zu zitieren: „Erinnere dich daran, erinnere dich immer daran, dass wir alle Nachkommen von Einwanderern und Revolutionären sind.“

Es ist ein so gut verfasstes Dokument, dass ich diese Reflexion nicht beenden möchte, ohne es einzuschließen.

„Die Massendemonstrationen dieses 1. Mai in Ablehnung des in Arizona verabschiedeten, Unheil bringenden Einwanderer feindlichen Gesetzes haben ganz Nordamerika erschüttert. Gleichzeitig haben tausende US-Bürger, Politiker, Juristen, Künstler und Bürgerorganisationen von der Bundesregierung gefordert, das Gesetz SB1070, das den Gesetzen von Nazideutschland bzw. denen von Südafrika während des Apartheid ähnelt, für verfassungswidrig zu erklären.

Jedoch wollen trotz des starken Drucks gegen das unheilvolle Gesetz weder die Regierung noch 70 Prozent der Einwohner jenes Staates die Schwere der dadurch geschaffenen Situation anerkennen, dass die illegalen Einwanderer zu den Schuldigen der derzeitigen ernsthaften Wirtschaftskrise gemacht werden. Während sie Barack Obama um Geld bitten, um 15 000 Polizisten zu bezahlen, machen sie ihre rassistische Politik radikaler. Die Gouverneurin Jan Brewer hat erklärt, dass ‘die illegale Einwanderung die Zunahme der Kriminalität mit sich bringt und das Entstehen des Terrorismus im Staat’.

Die illegalen Einwanderer den Terroristen gleichzusetzen genehmigt der Polizei, allein aufgrund der Hautfarbe auf Menschen zu schießen, oder wegen ihrer Kleidung, aufgrund dessen, was sie in den Händen halten oder sogar wegen ihrer Gangart. Ohne Zweifel wird das ebenfalls negative Auswirkungen auf die 280 000 einheimischen Amerikaner haben, die ausgegrenzt und in äußerster Armut leben, sowie auf weitere Minderheiten außer den Hispanoamerikanern, die Zufluchtsort und Arbeit in diesem kargen Gebiet der USA gefunden haben.

Dem Republikaner Pat Buchanan folgend, der sagt: ‘die Vereinigten Staaten müssen den Kreuzzug zur Befreiung Nordamerikas von den barbarischen Horden hungriger Ausländer, die Träger exotischer Krankheiten sind, verstärken’ hat die Gouverneurin Brewer, nachdem sie gegen illegale Tagesarbeiter, Bauarbeiter, Hausangestellte, Gärtner und Reinigungsangestellte gewettert hatte, ihre Kampagne gegen die Lehrer hispanoamerikanischer Herkunft gerichtet.

Gemäß ihrer neuen Verordnung dürfen die Lehrer mit einem starken Akzent nicht an den Schulen lehren. Aber dort hört ihr Kreuzzug nicht auf, denn die ‘ethnische Reinigung’ aller vorhergehenden Zeiten war immer von der Ideologie begleitet. Ab sofort sind alle ‘ethnischen Untersuchungen und Projekte’ an den Schulen abgeschafft. Ebenso wird der Unterricht solcher Themen verboten, die die den Groll gegen eine Rasse bzw. soziale Klasse fördern könnten. Das bedeutet, die Kenntnisse zu politisieren, indem die vom US-amerikanischen System geschaffenen Mythen in Wirklichkeit verwandelt werden. Das bedeutet ebenfalls, solche in den USA am meisten geachteten Denker wie Alexis de Tocqueville des Landes zu verweisen. Dieser hat 1835 gesagt, dass ‘der Ort, wo ein Angloamerikaner seinen Fuß hingesetzt hat, für immer sein eigen werden wird. Die Provinz Texas gehört noch den Mexikanern, aber bald wird es keinen Mexikaner mehr dort geben. Und so wird es mit jeglichem Ort geschehen’ .

Das einzige Bewusstsein der Rassisten ist der Hass und die einzige Waffe, um ihn zu besiegen, ist die Solidarität der Menschen. Jener Staat ist schon einmal besiegt worden, als er sich weigerte, den Martin-Luther- King-Tag als Feiertag zu begehen, der Boykott war nachdrücklich und schlagkräftig...“



Fidel Castro Ruz

7. Mai 2010
18:15 Uhr

Sonntag, 25. April 2010

Der Wahnsinn unserer Epoche

Reflexionen des Genossen Fidel: Der Wahnsinn unserer Epoche

Es bleibt nichts anderes übrig, als die Dinge bei ihrem Namen zu nennen. Diejenigen, die noch ein Minimum an gesundem Menschenverstand behalten haben, können ohne große Anstrengungen beobachten, wie wenig Realismus in der heutigen Welt übrig geblieben ist.

Als Barack Obama, Präsident der Vereinigten Staaten, als Friedensnobelpreis nominiert wurde, hat Michael Moore gesagt: „Nun müssen Sie ihn sich verdienen!“ Der geistreiche Kommentar hat vielen Menschen aufgrund des Scharfsinns dieses Satzes gefallen, obwohl Viele in der Entscheidung des norwegischen Komitees nichts Anderes als Demagogie und die Verherrlichung der scheinbar harmlosen Politisiererei des neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten, eines afroamerikanischen Bürgers, guten Redners und intelligenten Politikers an der Spitze eines mächtigen, in tief greifende Wirtschaftskrise verwickelten Imperiums, sahen.

Als der Weltgipfel in Kopenhagen gerade bevorstand, erweckte Obama die Hoffnungen auf ein verbindliches Abkommen, bei dem die Vereinigten Staaten sich einem Weltkonsens anschließen würden, um die die menschliche Gattung bedrohende ökologische Katastrophe zu verhindern. Das dort Geschehene war enttäuschend, die Weltöffentlichkeit war Opfer eines traurigen Betrugs geworden.

Auf der kürzlich in Bolivien abgehaltenen Weltkonferenz der Völker über den Klimawechsel und die Rechte der Mutter Erde wurden Antworten voller Weißheit angeführt. Dies geschah seitens der ursprünglichen indigenen Nationalitäten, die von jenen europäischen Eroberern überfallen und praktisch zerstört worden waren, welche auf der Suche nach Gold und schneller Bereicherung über Jahrhunderte ihre jeweilige egoistische und mit den heiligsten Interessen der Menschheit unvereinbare Kultur aufgezwungen haben.

Zwei gestrige Nachrichten bringen die Philosophie jenes Imperiums zum Ausdruck, das uns seinen „demokratischen“, „friedlichen“, „selbstlosen“ und „ehrlichen“ Charakter Glauben machen will. Man braucht nur den Text der folgenden Agenturmeldungen aus der Hauptstadt der Vereinigten Staaten zu lesen.

„WASHINGTON, 23. April 2010 - Der Präsident der Vereinigten Staaten, Barack Obama, zieht die Möglichkeit in Betracht, ein Raketenarsenal mit konventionellen Sprengköpfen aufstellen zu lassen; jene zwar nicht atomaren Waffen sollen aber in der Lage sein, Ziele an jedem Ort der Welt innerhalb von circa einer Stunde und mit einer überaus mächtigen Sprengkraft erreichen zu können.

Auch wenn die neue Superbombe, die auf Minuteman-Raketen montiert werden soll, keine atomaren Sprengköpfe haben wird, so wird ihre Zerstörkraft doch jenen äquivalent sein, wie durch die Tatsache bestätigt wird, dass ihre Aufstellung in dem vor kurzem mit Russland unterzeichneten START 2-Abkommen vorgesehen ist.

Die Moskauer Regierung hat verlangt und erreicht, dass in das Abkommen aufgenommen wurde, dass die Vereinigten Staaten je neuen Flugkörper eine ihrer Raketen mit atomaren Sprengköpfen vernichten.

Gemäß den Berichten der New York Times und der Fernsehkette CBS soll die neue Bombe, die PGS (Prompt Global Strike) getauft wurde, in der Lage sein, Osama Bin Laden, den Anführer von Al Qaeda, in einer Höhle in Afghanistan zu töten, eine in voller Vorbereitung befindliche nordkoreanische Rakete zu zerstören bzw. einen atomaren iranischen Standort anzugreifen, ‘und das alles, ohne die atomare Grenze zu überschreiten’.

Der Vorteil, als militärische Option über eine nicht atomare Waffe zu verfügen, welche mit ihrem Einschlag die selben Auswirkungen wie eine Atombombe haben würde, wird von der Obama-Regierung als interessant eingeschätzt.

Das Projekt war ursprünglich von Obamas Vorgänger, dem Republikaner George W. Bush, lanciert worden, war aber wegen der Proteste aus Moskau blockiert worden. Die Moskauer Regierung hatte argumentiert, dass unmöglich festzustellen sei, dass der Start einer PGS nicht der Beginn eines atomaren Angriffs sei, da die Minuteman ebenfalls Atomsprengköpfe befördern.

Aber die Obama-Regierung ist der Meinung, dass sie Russland oder China die notwenigen Garantien bieten kann, um Missverständnisse zu vermeiden. Die Raketensilos für die neuen Waffen werden an solchen Standorten aufgebaut werden, die von den Lagern der atomaren Sprengköpfe weit entfernt liegen, und die Experten von Moskau bzw. Peking werden sie periodisch inspizieren können.

Die Superbombe könnte mit einer Minuteman-Rakete abgeworfen werden, die in der Lage ist die Atmosphäre mit Schallgeschwindigkeit zu durchqueren und dabei tausend Pfund Sprengstoff zu befördern. Äußerst hoch entwickelte Geräte werden es der Rakete gestatten, die Bombe auszuhaken und mit äußerster Genauigkeit auf die ausgewählten Ziele abzuwerfen.

Die Verantwortung für das Projekt PGS – dessen Kosten allein für sein erstes Jahr, das Teil der Erprobung ist, auf 250 Millionen geschätzt werden – wurde General Kevin Chilton übertragen, dem das US-amerikanische Atomwaffenarsenal untersteht. Chilton erläuterte, dass die PGS eine Lücke in der dem Pentagon zur Zeit zur Verfügung stehenden Palette der Optionen abdecken werde.

‘Im Augenblick können wir mit nicht atomaren Waffen jeglichem Ort der Welt einen Schlag versetzen, aber in einer Zeitspanne von mindestens vier Stunden’, sagte der General. ‘Für eine schnellere Aktion’ – gab er zu – ‘stehen uns nur atomare Optionen zur Verfügung’.

In der Zukunft, mit der neuen Bombe, werden die Vereinigten Staaten schnell und mit konventionellen Mitteln handeln können, - sowohl gegen eine terroristische Gruppe als auch gegen ein feindliches Land – in einer viel kürzeren Zeitspanne und ohne den internationalen Zorn wegen Anwendung von Atomwaffen hervorzurufen.

Es ist vorgesehen, dass die ersten Tests im Jahr 2014 stattfinden werden und dass sie 2017 dem US-Arsenal zur Verfügung stehen wird. Obama wird dann schon nicht mehr an der Macht sein, aber die Superbombe kann zu der nicht atomaren Hinterlassenschaft dieses Präsidenten werden, der bereits den Friedensnobelpreis gewonnen hat.”




„WASHINGTON, 22. April 2010 – Ein nicht bemanntes Raumschiff der US-Luftstreitkräfte wurde am Donnerstag unter dem Schleier des Geheimnisses bezüglich seiner militärischen Mission in der Florida gestartet.

Das automatisierte Raumschiff unter der Bezeichnung X-37B wurde um 19:52 Uhr Ortszeit (23:52 GMT) mit einer Atlas V-Rakete von Kap Canaveral aus gestartet, wie ein von der Armee verbreitetes Video zeigt.

‘Der Start steht kurz bevor’, sagte der Major der Luftstreitkräfte Angie Blair gegenüber AFP.

Einer Raumsphäre in Miniatur ähnelnd ist das Raumschiff 8,9 Meter lang und hat eine Flügelspannweite von 4,5 Metern.

Die Herstellung des mehrfach verwendbaren Raumfahrzeugs hat Jahre gedauert und die Armee hat vage Erläuterungen über seinen Zweck bzw. seine Rolle im Militärarsenal gemacht.

Das Gefährt ist dafür bestimmt, um ‘die Umwelt eines 'Labors in Erdumlaufbahn' zu bieten und hiermit neue Technologien und Bestandteile zu prüfen, bevor diese Technologien Programmen von bereits funktionierenden Satelliten zugewiesen werden’, ließen die Luftstreitkräfte in einem gerade abgegebenen Kommunique verlauten.

Beamte haben mitgeteilt, dass das X-37B auf dem Stützpunkt der Luftstreitkräfte in Vandenberg, Kalifornien, landen wird, haben dabei aber nicht gesagt, wie lange die Einweihungsmission dauern wird.

‘Um ehrlich zu sein, wir wissen nicht, wann es zurückkehren wird’, hat diese Woche vor Journalisten Gary Payton, zweiter stellvertretender Staatssekretär für Raumfahrtprogramme der Luftstreitkräfte, gesagt.

Payton zeigte auf, dass das Raumschiff bis zu neun Monaten im Weltall bleiben könne.

Das von Boeing hergestellte Flugzeug wurde als ein Projekt der US-Raumfahrtagentur (NASA) im Jahr 1999 begonnen und später den Luftstreitkräften übergeben, die vorgesehen haben, im Jahr 2011 ein zweites X-37B zu starten.”


Ist etwa noch mehr notwendig?

Jetzt treffen sie auf ein kolossales Hindernis: den schon nicht mehr aufhaltbaren Klimawechsel. Es wird von einem unvermeidbaren Temperaturanstieg um über zwei Grad Celsius gesprochen. Seine Folgen werden katastrophal sein. Die Weltbevölkerung wird in nur 40 Jahren um zwei Milliarden Einwohner anwachsen und neun Milliarden Menschen erreichen. In dieser kurzen Zeitspanne werden Kais, Hotels, Strandbäder, Verkehrsnetze, Industrien und hafennahe Anlagen unter Wasser stehen, und zwar in einer geringeren Zeitspanne, als der, welche eine Generation eines entwickelten und reichen Landes, das heute egoistisch jedes geringste Opfer zur Bewahrung und zum Überleben der menschlichen Gattung verweigert, benötigt, um die Hälfte seiner Existenz zu genießen. Die landwirtschaftlichen Nutzflächen und das Trinkwasser werden sich bedeutend vermindern. Die Meere werden verseucht werden; viele Meeresgattungen werden nicht mehr für den Genuss brauchbar sein und andere werden aussterben. Das stützt sich nicht rein auf die Logik, sondern das zeigen wissenschaftliche Forschungen.

Dem Menschen war es gelungen, mittels natürlicher Genetik und der Überführung von verschiedenen Sorten der Arten von einem Kontinent auf den anderen die Hektarerträge bei Nahrungsmitteln und anderen dem Menschen nützlichen Erzeugnissen zu erhöhen, was eine gewisse Zeit den Mangel an Nahrungsmitteln wie Mais, Kartoffeln, Weizen, den Ballaststoffen und anderen notwendigen Produkten minderte. Später haben die Genmanipulation und die Verwendung von chemischen Düngemitteln ebenfalls zur Lösung von vitalen Bedürfnissen beigetragen, aber sie kommen schon an den Grenzen ihrer Möglichkeiten zur Produktion gesunder Nahrungsmittel an, die für den menschlichen Verbrauch geeignet sind. In kaum zwei Jahrhunderten sind andererseits bereits die Kohlenwasserstoffressourcen am Erschöpfen, zu deren Schaffung die Natur 400 Millionen Jahre gebraucht hat. Ebenso gehen andere vitale, nicht erneuerbare mineralische Ressourcen aus, die die Weltwirtschaft benötigt. Andererseits hat die Wissenschaft die Fähigkeit zur mehrfachen Selbstzerstörung des Planeten innerhalb von Stunden geschaffen. Der größte Widerspruch unsere Zeitepoche besteht eben genau zwischen der Fähigkeit unserer Gattung zur Selbstzerstörung und ihrer Unfähigkeit sich selbst zu regieren.

Dem Menschen ist es gelungen, seine Lebensmöglichkeiten bis zu solchen Grenzen zu erhöhen, die seine eigene Fähigkeit zum Überleben übertreffen. In diesem Kampf verbraucht er beschleunigt die Rohstoffe in seiner Reichweite. Die Wissenschaft hat es möglich gemacht, die Materie in Energie zu verwandeln, wie es mit der Kernreaktion geschehen ist, und zwar durch riesige Investitionen, aber es deutet sich nicht einmal die Machbarkeit dafür an, die Energie in Materie zu verwandeln. Der unendliche Betrag der Investitionen für entsprechende Forschungen zeigt die Unmöglichkeit, in wenigen Jahrzehnten das zu erreichen, zu dessen Schaffung das Universum Dutzende Milliarden Jahre benötigt hat. Ist es etwa notwenig, dass das Wunderkind Barack Obama uns das erklärt? Die Wissenschaft hat ein außerordentliches Wachstum zu verzeichnen, aber die Ignoranz und die Armut nehmen ebenfalls zu. Kann etwa jemand das Gegenteil beweisen?



Fidel Castro Ruz

25. April 2010
18:30 Uhr

Sonntag, 18. April 2010

Die innige Freundschaft zwischen der Bolivarianischen Republik und Kuba

Reflexionen des Genossen Fidel: Die innige Freundschaft zwischen der Bolivarianischen Republik und Kuba

Ich habe das Privileg genossen, mich am vergangenen Donnerstag, dem 15., drei Stunden lang mit Hugo Chávez, dem Präsidenten der Bolivarianischen Republik Venezuela, unterhalten zu können, der so nett war, unserem Land erneut einen Besuch abzustatten, dieses Mal aus Nicaragua kommend.

Sehr selten in meinem Leben, vielleicht niemals, hatte ich jemand kennen gelernt, der in der Lage gewesen wäre, eine echte und tief greifende Revolution über mehr als 10 Jahre anzuführen, und dies ohne einen einzigen Ruhetag, in einem Gebiet von weniger als einer Million Quadratkilometern, und in dieser Region, die von der iberischen Halbinsel kolonisiert worden war, welche über 300 Jahre über ein 20 Mal größeres Gebiet mit riesigen Reichtümern herrschte, wo deren Glauben, Sprache und Kultur aufgezwungen worden waren. Die Geschichte unserer Gattung auf diesem Planeten könnte heutzutage nicht geschrieben werden, ohne die Begebenheiten in dieser Hemisphäre zu berücksichtigen.

Bolívar seinerseits, hat nicht nur um Venezuela willen gekämpft. Die Gewässer und Ländereien waren damals reiner; es existierte größere Artenvielfalt und mehr Artenreichtum; und die in deren Gas und Erdöl enthaltene Energie war unbekannt. Vor zweihundert Jahren, als der Unabhängigkeitskampf in Venezuela begonnen wurde, tat er das nicht nur, um die Unabhängigkeit in jenem Land zu erreichen, er tat dies um aller noch dem Kolonialjoch unterliegenden Völker des Kontinents willen.

Bolívar träumte davon, die größte jemals vorhandene Republik zu schaffen, deren Hauptstadt die Landenge von Panama sein sollte.

In seiner unübertrefflichen Größe war El Libertador (Der Befreier) mit seinem echten revolutionären Genie in der Lage vorauszusagen, dass die Vereinigten Staaten – die sich ursprünglich auf das Gebiet der 13 englischen Kolonien beschränkten – dazu bestimmt zu sein schienen, den amerikanischen Kontinent im Namen der Freiheit mit Not und Elend zu überziehen.

Ein Faktor, der zum Kampf um die Unabhängigkeit in Lateinamerika beigetragen hat, war die Invasion von Spanien durch Napoleon, der mit seinem maßlosen Ehrgeiz dazu beigetragen hat, die günstigsten Voraussetzungen für den Beginn des Unabhängigkeitskampfes unseres Kontinents zu schaffen. Die Menschheitsgeschichte ist heimtückisch und voller Widersprüche; gleichzeitig wird sie immer komplizierter und schwieriger.

Unser Land spricht mit der moralischen Autorität einer kleinen Nation, die über ein halbes Jahrhundert hinweg der brutalen Repression seitens jenes, von Bolívar vorausgesehenen Imperiums - des mächtigsten je vorhandenen - standgehalten hat. Die unendliche Scheinheiligkeit von dessen Politik und seine Geringschätzung der anderen Völker haben es zu sehr schlimmen und gefährlichen Situationen geführt. Zu den Folgen gehören unter anderen die täglichen Beweise der Feigheit und des Zynismus, die zu einer alltäglichen Praxis der internationalen Politik geworden sind, da die riesige Mehrheit der ehrlichen Menschen auf der Erde keinerlei Möglichkeit hat, ihre Meinungen kund zu tun oder glaubwürdige Informationen zu erhalten.

Die prinzipientreue Politik und die Ehrlichkeit, mit denen die Kubanische Revolution immer ihre Erfolge und Fehler dargelegt hat, – und besonders bestimmte, während der über 50 Jahre niemals von ihr verletzte Verhaltensnormen, wie jene, niemals einen Bürger zu foltern – kennen absolut keine Ausnahme. Ebenso hat sie niemals gegenüber der Erpressung und dem Medienterror nachgegeben und wird dies auch nie tun. Das sind historische Tatsachen, die ausreichend bewiesen sind. Das ist ein Thema, zu dem viele Argumente angeführt werden könnten. Heute erwähne ich es nur, um das Warum unserer Freundschaft und unserer Bewunderung für den Bolivarianischen Präsidenten Hugo Chávez zu erläutern, ein Thema, über das ich mich umfangreich auslassen könnte. Dieses Mal ist es ausreichend, einige Elemente zur Erläuterung meiner Behauptung zu zitieren, dass es ein Privileg ist, sich stundenlang mit ihm zu unterhalten.

Er war noch nicht zur Welt gekommen, als der Angriff auf die Monkadakaserne am 26. Juli 1953 stattfand. Er war knapp fünf Jahre alt, als die Revolution am ersten Januar 1959 siegte. Ich habe ihn 1994 kennen gelernt, 35 Jahre später, als er schon 40 Jahre alt war. Ab diesem Zeitpunkt konnte ich seine revolutionäre Entwicklung über knapp 16 Jahre verfolgen. Bezüglich ihn, der mit einem außerordentlichen Talent ausgestattet und ein unersättlicher Leser ist, kann ich seine Fähigkeit bezeugen, die revolutionären Ideen zu entwickeln und zu vertiefen. Wie bei jedem Menschen haben der Zufall und die Umstände eine entscheidende Rolle bei der fortschreitenden Entwicklung seiner Ideen gespielt. Seine Fähigkeit, sich an jeglichen Begriff bzw. jegliche Auffassung zu erinnern und diese lange Zeit danach mit unglaublicher Genauigkeit zu wiederholen, ist bemerkenswert. Er ist ein echter Meister bei der Entwicklung und Verbreitung der revolutionären Ideen. Er beherrscht diese und besitzt die Kunst, diese mit erstaunlicher Rednergabe zu übermitteln. Er ist vollkommen ehrlich, besitzt eine große Sensibilität den Menschen gegenüber und ist von Natur aus äußerst großzügig. Er ist nicht von Lob abhängig, verteilt es aber für gewöhnlich großzügig. Wenn ich mit irgendeinem seiner Standpunkte bzw. jeglicher seiner Entscheidungen nicht übereinstimme, dann teile ich es ihm einfach aufrichtig zum gegebenen Zeitpunkt und mit der gebührenden Achtung bezüglich unserer Freundschaft mit. Dabei berücksichtige ich besonders, dass er heute diejenige Person ist, die das Imperium am meisten beunruhigt, und zwar aufgrund seiner Fähigkeit, Einfluss auf die Massen auszuüben, und wegen der riesigen natürlichen Ressourcen eines Landes, das ohne Erbarmen ausgebeutet wurde, und so ist er die Person, der sie mit aller Härte Schläge versetzen und dessen Autorität sie zu untergraben versuchen. Sowohl das Imperium als auch die in dessen Diensten stehenden Söldner, die von den Lügen und dem übertriebenen Konsumverhalten vergiftet sind, laufen erneut Gefahr, ihn und sein heldenhaftes Volk zu unterschätzen. Aber ich hege nicht den geringsten Zweifel daran, dass sie erneut eine unvergessliche Lektion erteilt bekommen werden. Der über ein halbes Jahrhundert geführte Kampf zeigt mir das vollkommen klar.

Chávez trägt die Dialektik in sich selbst. Niemals hat irgendeine andere Regierung in irgendeiner Zeitepoche in so kurzer Zeit soviel für ihr Volk getan. Es freut mich besonders, seinem Volk einen herzlichen Glückwunsch anlässlich der Begehung des 200. Jahrestages des Kampfbeginns um die Unabhängigkeit von Venezuela und von Lateinamerika übermitteln zu können. Der Zufall hat es so gewollt, dass am 19. April ebenfalls der Sieg der Revolution gegen den Imperialismus vor genau 49 Jahren an der Schweinebucht gefeiert wird. Wir möchten diesen Sieg zusammen mit Bolívars Vaterland begehen.

Es ist mir ebenso eine Freude, alle Brüder des ALBA-Bündnisses zu grüßen.



Fidel Castro Ruz

18. April 2010
19:24 Uhr

Donnerstag, 8. April 2010

Der 9. Kongress des kommunistischen Jugendverbandes von Kuba

Reflexionen des Genossen Fidel: Der 9. Kongress des kommunistischen Jugendverbandes von Kuba

Ich habe das Privileg genossen, die Schlusssitzung des im Kongresspalast stattfindenden 9. Kongresses des Kommunistischen Jugendverbandes von Kuba am vergangenen Sonntag, dem 4. April, in Wort und Bild, in Ideen und Argumenten direkt verfolgen zu können, und die Gesichter, die Reaktionen und den Applaus der teilnehmenden Delegierten zu sehen. Die Fernsehkameras nehmen Details aus viel größerer Nähe und besseren Sichtwinkeln auf als die Augen der zu jeglichem Event anwesenden Personen.

Ich übertreibe nicht mit der Behauptung, dass dies einer der bewegendsten Augenblicke meines langen, mit vielen Höhen und Tiefen versehenen Lebens war. Ich konnte nicht dort sein, aber ich habe es in mir selbst erlebt, so wie jemand, der die Welt jener Ideen durchläuft, für die er Dreiviertel seines Lebens gekämpft hat. Ideen und Werte würden jedoch für einen Revolutionär zu nichts nützen, ohne die Pflicht, jede Minute seines Lebens zu kämpfen, um die Unwissenheit zu besiegen, mit der wir alle zur Welt kommen. Auch wenn es Wenige zugeben, so spielen doch der Zufall und die Umstände eine entscheidende Rolle bei den Ergebnissen jeglichen menschlichen Werks.

Der Gedanke an so viele Revolutionäre mit viel mehr Verdiensten, die nicht einmal den Tag des Sieges jener Sache erleben konnten, für die sie gekämpft haben und gestorben sind, ob es nun die Unabhängigkeit gewesen ist oder eine tief greifende soziale Revolution in Kuba, – beide schließlich untrennbar miteinander verbunden - macht traurig. Seit Mitte der 1950er Jahre, Jahr in dem ich mein Hochschulstudium beendet habe, hielt ich mich für einen radikalen und fortschrittlichen Revolutionär, und dies dank der mir zugekommenen Ideen von Martí, Marx und weiteren Denkern und Helden, einer unzähligen Schar von ihnen, die eine bessere und gerechtere Welt wünschten. Damals war knapp ein Jahrhundert vergangen, seitdem unsere Landsleute am 10. Oktober 1868 den ersten Unabhängigkeitskrieg unseres Landes gegen das begonnen hatten, was in Amerika von einem die Sklaverei befürwortenden Imperium mit Kolonialsystem übrig gebliebenen war. Der mächtige Nachbar des Nordens hatte beschlossen, unser Land wie eine reife, von einem verfaulten Baum abfallende Frucht zu annektieren. In Europa hatten schon kraftvoll der Kampf und die sozialistischen Ideen des Proletariats gegen die Bourgeoisie-Gesellschaft begonnen, gegen jene, die auf der Grundlage der historischen Gesellschaftsgesetze während der im Juli 1789 ausgebrochenen Französischen Revolution, die sich an den Ideen von Jean-Jaques Rousseau und der Enzyklopädisten des 18. Jahrhunderts inspiriert hatte, die Macht ergriffen hatten. Dieselben Ideen lagen ebenfalls der Erklärung von Philadelphia vom 4. Juli 1776 zugrunde, die Träger der revolutionären Ideen jener Zeitepoche war. Mit zunehmender Häufigkeit vermischen und überschneiden sich die Geschehnisse in der Menschengeschichte.

Der selbstkritische Geist, die unaufhörliche Notwendigkeit zum Lernen und Studieren, zum Beobachten und Überlegungen anstellen, sind meines Erachtens Eigenschaften, auf die kein revolutionärer Kader verzichten kann.

Meine Ideen waren schon sehr zeitig unvereinbar mit der verhassten Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, einem brutalen Konzept, auf dem die kubanische Gesellschaft unter der Schirmherrschaft des mächtigsten je bestehenden Imperiums beruhte. Die Kernfrage - und das mitten im Kalten Krieg - bestand in der Suche nach einer Strategie, die sich den konkreten und eigenen Voraussetzungen unseres kleinen Landes anpasste, welches dem niederträchtigen Wirtschaftssystem unterworfen war, das über die militärische Gewalt, die Täuschung und das Medienmonopol, das die politischen Meinungen der Mehrheit der Bürger zu Reflexreaktionen machten, einem Volk von fast Analphabeten auferlegt worden war, obwohl dieses eine heldenhafte Tradition aufzuweisen hatte. Trotz dieser traurigen Wirklichkeit konnten sie jedoch nicht das tiefgehende Unbehagen verhindern, das sie in der riesigen Mehrheit der Bevölkerung aufgrund der Ausbeutung und des Missbrauchs solch eines Systems erzeugten.

Nach dem zur Neuaufteilung des Planeten – was die Ursache des zweiten Gemetzels war, das knapp 20 Jahre nach dem vorangegangenen erfolgte - veranstalteten Zweiten Weltkrieg, welcher dieses Mal von der äußersten faschistischen Rechten vom Zaune gebrochen worden war und 50 Millionen Menschenleben gekostet hat, darunter die von circa 27 Millionen Sowjetbürgern, herrschten auf der Welt eine gewisse Zeit demokratische Gefühle und die Symphatien gegenüber der UdSSR, gegenüber von China und den anderen in jenem Krieg verbündeten Staaten, welcher mit der unnötigen Verwendung von zwei Atombomben endete, die den Tod von einigen hunderttausend Menschen in zwei schutzlosen Städten einer schon durch den unaufhaltsamen Vormarsch der Verbündeten besiegten Macht verursachten. Zu diesen Verbündeten gehörten die Truppen der Roten Armee, die in wenigen Tagen das mächtige japanische Heer von Mandschurien besiegt hatten.

Der Kalte Krieg wurde vom neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten fast unmittelbar nach dem Sieg begonnen. Der vorangegangene, Franklin D. Roosevelt, der aufgrund seiner antifaschistischen Haltung in der internationalen Arena Prestige und Symphatie genoss, starb nach seiner dritten Wiederwahl, bevor jener Krieg endete. So nahm sein Vizepräsident Harry Truman das Amt ein, ein farbloser und mittelmäßiger Mann. Dieser ist der Verantwortliche für jene unheilvolle Politik.

Im Besitz der Vereinigten Staaten, des einzigen entwickelten Landes, das aufgrund seiner geographischen Lage keinerlei Zerstörung erlitten hatte, befanden sich fast das ganze Gold des Planeten und die Überschüsse der Industrie- und Agrarproduktion, und es hat der Weltwirtschaft mittels des berühmten Bretton-Wood-Übereinkommens, dessen katastrophale Folgen noch anhalten, kostspielige Bedingungen auferlegt.

Bevor der kalte Krieg begonnen wurde, gab es in Kuba selbst eine recht fortschrittliche Verfassung, die Hoffnung und die Möglichkeiten für demokratische Veränderungen, wenn auch natürlich niemals für eine soziale Revolution. Die Beseitigung dieser Verfassung durch einen reaktionären Putsch inmitten des Kalten Krieges öffnete in unserem Vaterland die Türen für eine sozialistische Revolution, welche der Hauptbeitrag unserer Generation war.

Den Verdienst der Kubanischen Revolution kann man an der Tatsache messen, dass ein so kleines Land solange der feindlichen Politik und den kriminellen Maßnahmen gegen unser Volk seitens des mächtigsten je in der Menschengeschichte entstandenen Imperiums standhalten konnte. Dieses war daran gewohnt, die Länder der Hemisphäre nach seinem Belieben zu lenken und hat eine kleine, wenige Meilen von seinen Küsten entfernte, abhängige und arme Nation unterschätzt. Das wäre ohne jene Würde und die Ethik niemals möglich gewesen, die immer die Aktionen der Politik von Kuba ausgezeichnet haben, des Landes, das von ekelhaften Lügen und Verleumdungen belagert ist. Zusammen mit der Ethik wurden jene Kultur und Bildung und das Bewusstsein aufgebaut, die diese Heldentat des Standhaltens während 50 Jahren möglich gemacht haben. Das war kein persönlicher Verdienst seiner Führungskräfte, sondern hauptsächlich seines Volkes.

Der riesige Unterschied zwischen der Vergangenheit – wo das Wort Sozialismus kaum ausgesprochen werden durfte – und der Gegenwart konnte am Tag der Schlusssitzung des 9. Kongresses des Kommunistischen Jugendverbandes von Kuba in den Reden der Delegierten und den Worten des Vorsitzenden des Staats- und des Ministerrats wahrgenommen werden.

Es ist sehr angebracht, dass das dort Gesagte reproduziert und nachgedruckt und innerhalb und außerhalb des Landes über die verschiedensten Medien bekannt gemacht wird, nicht so sehr wegen unserer Mitbürger, die in diesem Kampf schon über lange Zeit gestählt sind, sondern deswegen, weil es für die anderen Völker der Welt angebracht ist, die Wahrheit zu kennen und die schwerwiegenden Folgen, zu denen das Imperium und seine Verbündeten die Menschheit führen.

Bei seiner kurzen, tiefgründigen und genauen Schlussrede hat Raúl bei mehreren äußerst wichtigen Themen die I-Punkte gesetzt. Die Rede war ein harter Dolchstoß bis in die innersten Eingeweide des Imperiums und seiner zynischen Verbündeten, als er Kritik und Selbstkritik zum Ausdruck brachte, welche die Moral und die Kraft der Kubanischen Revolution stärker und unerschütterlicher machen, wenn wir konsequent mit dem sind, was uns tagtäglich ein so dialektischer und tiefgehender Prozess unter den konkreten Bedingungen von Kuba lehrt.

Das Imperium war so daran gewöhnt, seinen Willen aufzuzwingen, dass es den Widerstand geringschätzte, dessen ein kleines lateinamerikanisches Land der Karibik, 90 Meilen vor seinen Küsten fähig ist; ein Land, in dem es der Eigentümer von dessen wichtigsten Reichtümern war, die Überwachung seiner politischen und Handelsbeziehungen monopolisierte und dem es mit Gewalt, gegen den Willen der Nation und unter dem Deckmantel eines legalen Abkommens, dem sie außerdem Verfassungsstatus verliehen, einen Militärstützpunkt aufzwang. Sie haben den Wert der Ideen gegenüber ihrer riesigen Macht gering geschätzt.

Raul hat sie daran erinnert, wie die Söldnertruppen in Girón (Schweinebucht) vor Ablauf von 72 Stunden nach der Landung besiegt wurden, und zwar vor den Augen der Yankee-Flotte; die Beharrlichkeit, mit der unser Volk während der Raketenkrise von 1962 unerschütterlich blieb und keine Inspektion unseres Hoheitsgebiets durch die Vereinigten Staaten zuließ, – nachdem im Vertrag zwischen der UdSSR und jenem Land die nicht mit uns abgesprochene Formel vereinbart worden war, die die nationale Souveränität verletzte – und das trotz der unschätzbaren Anzahl von Atomwaffen, die auf die Insel gerichtet waren.

Ebenfalls fehlte nicht der Bezug auf die Folgen der Auflösung der UdSSR, welche den Fall um 35% unseres BIP bedeutete und von 85% des Außenhandels von Kuba, wozu noch die Intensivierung der kriminellen Handels-, Wirtschafts- und Finanzblockade gegen unser Land kam.

Fast 20 Jahre sind seit jenem traurigen und verhängnisvollen Ereignis vergangen, trotzdem existiert Kuba witer, entschlossen standzuhalten. Aus diesem Grund gewinnt die Notwendigkeit an Bedeutung, alles zu überwinden und zu meistern, was gegen die gesunde Entwicklung unserer Wirtschaft konspiriert. Raúl hat stets daran erinnert, dass heute das dem Planeten auferlegte imperialistische System ernsthaft das menschliche Überleben bedroht.

Wir verfügen in der Gegenwart über ein Volk, das sich vom Analphabetismus zu einem der Völker mit dem höchsten Bildungsniveau auf der Welt entwickelt hat, das Besitzer der Massenmedien und in der Lage ist, das notwendige Bewußtsein zu schaffen, um alte und neue Schwierigkeiten zu überwinden. Unabhängig des Erfordernisses, das Wissen zu fördern, wäre es absurd zu ignorieren, dass die Notwendigkeit zu arbeiten und die materiellen Güter zu schaffen, die die Gesellschaft braucht die Hauptpflicht eines Bürgers in einer jedes Mal komplizierteren und wechselhafteren Welt ist. Die Revolution ist sich dessen bewußt, dass je mehr der Mensch weiß, desto nützlicher wird er in seinem Leben sein, aus diesem Grund proklamierte sie die Universalisierung des Wissens; wobei niemals aufgehört wurde, die ehrwürdige Pflicht zur Arbeit zu preisen, die für die Gesellschaft erforderlich ist. Im Gegenteil, die körperliche Arbeit ist für die menschliche Bildung und Erziehung und Gesundheit notwendig, deswegen, und einem Prinzip von Martí folgend, wurde bereits rechtzeitig die Konzeption Lernen und Arbeit proklamiert. Unser Bildungswesen ist beträchtlich vorangeschritten, als das Lehrerwerden als Pflicht erklärt wurde und sich zehntausende junge Leute für das Bildungswesen entschieden haben ― bzw. für das, was die Gesellschaft am meisten brauchte. Eines dieser Prinzipien zu vergessen, würde dazu führen, in Konflikt zum Aufbau des Sozialismus zu geraten.

Genau wie alle Völker der Dritten Welt ist Kuba Opfer des unverschämten Raubes intelligenten Köpfen und jungen Arbeitskräften. Man kann dieser Ausplünderung unserer Human-Ressourcen niemals Hilfestellung leisten.

Die Aufgabe, der jeder Einzelne sein Leben widmet, kann nicht nur das Ergebnis des persönlichen Wunsches sein, sondern auch der Erziehung. Die Umqualifizierung ist eine unverzichtbare Notwendigkeit jeder menschlichen Gesellschaft.

Die Partei- und Staatskader werden mehr mit Problemen von immer grösserer Kompliziertheit konfrontiert sein. Von den Verantwortlichen für die politische Erziehung werden mehr, als jemals zuvor und gerade wegen der Vielschichtigkeit ihrer Arbeit umfangreichere Geschichts- und Wirtschaftskenntnisse verlangt. Es reicht, die Nachrichten zu lesen, die aus der ganzen Welt veröffentlicht werden, um zu verstehen, dass die Unwissenheit und die Oberflächlichkeit mit den politischen Verantwortungen absolut inkompatibel sind. Die Reaktionäre, die Söldner; diejenigen, die sich dem Konsumverhalten sehnen und die Arbeit und das Lernen verweigern, werden mehr und mehr im öffentlichen Leben an Platz verlieren. In der menschlichen Gesellschaft werden niemals die Demagogen, die Opportunisten fehlen, diejenigen, die sich auf der Suche nach Beliebtheit nach leichten Lösungen sehnen, aber diejenigen, die die Ethik verraten, werden immer geringere Möglichkeiten zum Betrügen haben. Der Kampf hat uns gezeigt, welchen Schaden der Opportunismus und der Verrat verursachen können.

Die Ausbildung und Erziehung der Kader wird die wichtigste Aufgabe sein, die die revolutionären Parteien beherrschen müssen. Es wird niemals leichte Lösungen geben; die Strenge und die Anforderung werden vorherrschen müssen. Wir müssen uns auch besonders vor denjenigen schützen, die zusammen mit dem Schmutzwasser die Prinzipien und die Träume der Völker ausschütten.

Seit Tagen hatte ich den Wunsch, über den Kongress der Jugend zu sprechen, aber ich wollte lieber seine Verbreitung in den Medien abwarten und somit keinen Platz in der Presse wegzunehmen.

Gestern, am 7. April, war der Geburtstag von Vilma. Bewegt habe ich im Fernsehen ihre eigene Stimme mit der erlesenen Begleitung eines Klaviers gehört. Mit jeden Tag schätze ich mehr ihre Arbeit und alles, was sie für die Revolution und für die kubanische Frau geleistet hat. Die Gründe zum Kampf und zum Siegen multiplizieren sich jeden Tag.


Fidel Castro Ruz

8. April 2010
15:40 Uhr

Mittwoch, 24. März 2010

Die US-Gesundheitsreform

Reflexionen des Genossen Fidel: Die US-Gesundheitsreform

Barack Obama glaubt mit Eifer an das der Welt durch die Vereinigten Staaten auferlegte kapitalistische System. „Gott segne die Vereinigten Staaten“ – so beendet er seine Reden.

Einige seiner Taten haben die Sensibilität der Weltöffentlichkeit verletzt, die den Sieg des afroamerikanischen Bürgers gegenüber dem Kandidaten der Äußersten Rechten jenes Landes mit Sympathie verfolgt hatte. Gestützt auf eine der schlimmsten, je der Welt bekannten Wirtschaftskrisen und auf den Schmerz, der von den in den völkermörderischen Eroberungskriegen seines Vorgängers umgekommenen bzw. verletzten oder verstümmelten jungen US-Amerikanern ausging, erreichte er die Stimmenmehrheit jener 50% der US-Amerikaner, die in diesem so demokratischen Land zu wählen geruht haben.

Aus einem elementaren Ethikgefühl heraus hätte Obama darauf verzichten sollen, den Friedensnobelpreis anzunehmen, nachdem er schon beschlossen hatte, vierzigtausend Soldaten in einen absurden Krieg im Herzen von Asien zu schicken.

Die militaristische Politik, die Ausplünderung der Naturressourcen, der ungleiche Handel der jetzigen Regierung mit den armen Ländern der Dritten Welt – alles das unterscheidet sich in nichts von seinen Vorgängern des gesamten vergangenen Jahrhunderts, die fast alle, bis auf wenige Ausnahmen, der Äußersten Rechten angehörten.

Das der internationalen Gemeinschaft – die seinem Versprechen zur Kooperation beim Kampf gegen den Klimawechsel Glauben geschenkt hatte - auf dem Gipfel in Kopenhagen aufgezwungene, antidemokratische Dokument war eine der weiteren Tatsachen, welche viele Leute auf der Welt enttäuscht hat. Die Vereinigten Staaten, der größte Emittent von Treibhausgasen, waren nicht bereit, die notwendigen Opfer zu bringen, trotz der vorangegangenen schmeichlerischen Worte ihres Präsidenten.

Die Liste der Widersprüche zwischen den von der kubanischen Nation unter großen Opfern über ein halbes Jahrhundert lang verteidigten Ideen und der egoistischen Politik jenes kolossalen Imperiums würde unendlich werden.

Trotz alledem hegen wir keinerlei Feindseligkeit gegen Obama, und erst recht nicht gegen das Volk der Vereinigten Staaten. Wir sind der Meinung, dass die Gesundheitsreform eine wichtige Schlacht war und einen Erfolg seiner Regierung darstellt. Als etwas wirklich Außergewöhnliches erscheint jedoch die Tatsache, dass die Regierung jenes Landes 234 Jahre nach der von den Ideen der französischen Enzyklopädisten inspirierten Unabhängigkeitserklärung im Jahr 1776 in Philadelphia, die medizinische Versorgung der großen Mehrheit seiner Bürger beschlossen hat; etwas, was Kuba vor einem halben Jahrhundert für seine gesamte Bevölkerung erreicht hat, trotz der dem Land auferlegten unmenschlichen Blockade durch das mächtigste je vorhandene Land, die noch weiter besteht. Schon früher, nach knapp einem Jahrhundert Unabhängigkeit und nach einem blutigen Krieg, konnte Abraham Lincoln die gesetzmäßig verankerte Freiheit der Sklaven erreichen.

Andererseits kann ich es nicht lassen, an jene Welt zu denken, in der über ein Drittel der Bevölkerung keine medizinische Versorgung genießt und nicht einmal über die essentiellen Arzneien zur Absicherung der Gesundheit verfügt. Diese Situation wird sich noch in dem Maße verschärfen, in dem der Klimawechsel und der Wasser- und Nahrungsmittelmangel immer schlimmer werden, und dies in einer globalisierten Welt, wo die Bevölkerung zunimmt, die Wälder verschwinden, das landwirtschaftliche Nutzland abnimmt, die Luft stickig wird und die in dieser Welt lebende menschliche Gattung – die vor knapp 200 000 Jahren hervorgegangen ist, d.h. 3,5 Milliarden Jahre nachdem sich die ersten Lebensformen auf dem Planeten entwickelt haben - reale Gefahr läuft, als Gattung zu verschwinden.

Auch wenn man zugeben muss, dass die Gesundheitsreform einen Erfolg für die Regierung von Obama, dem jetzigen Präsidenten der Vereinigten Staaten, darstellt, so kann man doch nicht umgehen, dass der Klimawechsel eine Bedrohung der Gesundheit bedeutet, schlimmer noch, eine Bedrohung für die Existenz aller Nationen der Welt an sich, wenn der Temperaturanstieg – über die schon voraussehbaren kritischen Werte hinaus – das in den Gletschern gefrorene Wasser schmilzt und die in den enormen Eismassen des Südpols, von Grönland und Sibirien gespeicherten Kubikkilometer Wasser in einer Größenordnung von zweistelliger Millionenhöhe in wenigen Dutzenden Jahren freisetzt und alle Hafenanlagen der Welt und die Ländereien, wo heute ein Großteil der Weltbevölkerung lebt, sich ernährt und arbeitet, unter Wasser setzt.

Obama, die führenden Persönlichkeiten der reichen Länder und ihrer Verbündeten, ihre Wissenschaftler und ihre hoch entwickelten Forschungszentren wissen das; es ist unmöglich, dass ihnen das unbekannt ist.

Ich verstehe die Freude, mit der in der Rede des Präsidenten der Beitrag der Kongress- und Regierungsmitglieder zum Ausdruck gebracht und anerkannt wird, die das Wunder der Gesundheitsreform Wirklichkeit werden ließen, was die Position der Regierung gegenüber von Lobbyisten und Söldnern der Politik stärkt, welche die Befugnisse der Regierung einschränken. Schlimmer wäre es, wenn diejenigen, welche die Hauptrolle bei den Foltern, den Morden auf Vertrag und dem Völkermord gespielt haben, erneut die Regierung der Vereinigten Staaten übernehmen würden. Als eine zweifellos intelligente und gut informierte Person weiß Obama, dass ich mit meinen Worten nicht übertreibe. Ich hoffe, dass der Unfug, den er manchmal über Kuba verlauten lässt, nicht seine Intelligenz benebelt.

Nach dem Erfolg in dieser Schlacht um das Recht auf Gesundheit für alle US-Amerikaner, fordern 12 Millionen Einwanderer, die große Mehrheit davon Lateinamerikaner, Haitianer und aus anderen Ländern der Karibik, die Legalisierung ihres Aufenthalts in den Vereinigten Staaten, wo sie die schwersten Arbeiten verrichten und auf welche die US-amerikanische Gesellschaft nicht verzichten kann, in der sie verhaftet, von ihren Familien getrennt und in ihre Länder zurückgeführt werden.

Die riesige Mehrheit von ihnen ist infolge der von den Vereinigten Staaten den Ländern der Region auferlegten Tyranneien nach Nordamerika emigriert und aufgrund der brutalen Armut, der sie durch die Plünderung ihrer Ressourcen und den ungleichen Handel unterworfen wurden. Ihre Geldsendungen an die Familien stellen einen hohen Prozentsatz des BIP ihrer Volkswirtschaften dar. Sie erwarten jetzt einen elementaren Akt der Gerechtigkeit. Wenn dem kubanischen Volk ein Gesetz, das Cuban Adjustment Act, auferlegt wurde, das den Brain-Drain und die Abwerbung seiner gebildeten jungen Menschen fördert, warum werden dann so brutale Methoden gegen die illegalen Einwanderer der lateinamerikanischen und karibischen Länder angewandt?

Das zerstörerische Erdbeben, das Haiti – das ärmste Land von Lateinamerika, das gerade eine Naturkatastrophe ohnegleichen erlitten hat, welche den Tod von über 200 000 Menschen verursachte -heimgesucht hat, und die schrecklichen Wirtschaftsschäden, welche ein ähnliches Naturphänomen in Chile angerichtet hat, sind beredte Beweise der Gefahren, die die so genannte Zivilisation bedrohen, und der Notwendigkeit von drastischen Maßnahmen, welche der menschlichen Gattung die Hoffnung zum Überleben geben.

Der kalte Krieg hat der Weltbevölkerung keinerlei Nutzen gebracht. Die immense wirtschaftliche, technologische und wissenschaftliche Macht der Vereinigten Staaten könnte die Tragödie nicht überleben, die auf den Planeten zukommt. Präsident Obama sollte auf seinem Computer die entsprechenden Angaben suchen und Gespräche mit seinen herausragendsten Wissenschaftlern führen; dann wird er sehen, wie weit sein Land davon entfernt ist, das Modell zu sein, was er für die Menschheit lobpreist.

Aufgrund dessen, dass er Afroamerikaner ist, hat er dort die Beleidigungen der Diskriminierung erlitten, wie er in seinem Buch „Die Träume meines Vaters“ erzählt. Dort hat er die Armut kennen gelernt, in der Dutzende Millionen US-Amerikaner leben. Dort wurde er erzogen und ausgebildet, hat aber auch als erfolgreicher Akademiker die Privilegien der reichen Mittelklasse genossen, und schließlich das Gesellschaftssystem idealisiert, wo die Wirtschaftskrise, die nutzlos geopferten Leben von US-Amerikanern und sein unbestreitbares politisches Talent ihm den Wahlsieg gaben.

Trotz alledem ist Obama für die hartnäckigste Rechte ein Extremist, den sie damit bedrohen, die Schlacht gegen ihn im Senat fortzusetzen, um die Auswirkungen der Gesundheitsreform zu neutralisieren und sie in mehreren Bundesstaaten offen zu sabotieren, indem sie das verabschiedete Gesetz als verfassungswidrig erklären.

Die Probleme unserer Zeit sind aber noch schlimmer.

Der Internationale Währungsfond, die Weltbank und andere internationale Krediteinrichtungen unter strikter Kontrolle der Vereinigten Staaten erlauben, dass die großen US-Banken – welche die Steuerparadiese geschaffen haben und die Verantwortlichen des Finanzchaos auf dem Planeten sind – von den Regierungen jenes Landes bei jeder einzelnen der immer häufiger werdenden und größere Ausmaße annehmenden Krisen des Systems wieder flott gemacht werden.

Die US-Bundesreserve bringt die konvertierbaren Banknoten so wie sie lustig ist in Umlauf, diese Währung, welche die Eroberungskriege finanziert und die Gewinne der Rüstungsindustrie, die auf der ganzen Welt verbreiteten Militärstützpunkte und die großen Investitionen, durch die die transnationalen Unternehmen die Volkswirtschaften vieler Länder der Welt unter Kontrolle halten. Nixon hat die Konvertierbarkeit des Dollars in Gold einseitig aufgehoben, während in den Gewölben der Banken von New York sieben Tonnen Gold aufbewahrt wurden, etwas über 25% der Weltreserven an diesem Metall, eine Zahl, die am Ende des Zweiten Weltkrieges 80% übertraf. Es wird argumentiert, dass die Verschuldung der öffentlichen Hand die 10 Billionen Dollar übertrifft, was mehr als 70% des BIP jenes Landes sind, eine Last, die den neuen Generationen übergeben wird. Das wird behauptet, wo doch in Wirklichkeit die Weltwirtschaft diese Schuld mit den riesigen Ausgaben an Gütern und Dienstleistungen bezahlt, die sie beiträgt, um US-Dollar zu erwerben, mit denen die großen transnationalen Unternehmen jenes Landes sich eines bedeutenden Teils der Reichtümer der Welt bemächtigt haben und die Konsumgesellschaft jener Nation aufrecht erhalten.

Jedermann kann begreifen, dass so ein System unhaltbar ist, und dass die reichsten Sektoren der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten auf der Welt ein System verteidigen, dass allein auf der Grundlage der Unwissenheit, der Lügen und der in der Weltöffentlichkeit durch die Massenmedien, einschließlich der wichtigsten Internetnetze, verbreiteten bedingten Reflexe haltbar ist.

Jetzt fällt das Gerüst aufgrund des beschleunigten Voranschreitens des Klimawechsels und seiner verheerenden Folgen zusammen, die die Menschheit vor ein außerordentliches Dilemma stellen.

Die Kriege zwischen den Mächten scheinen schon nicht mehr eine mögliche Lösung für die großen Widersprüche zu sein, wie sie es bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren. Aber gleichzeitig haben diese ihrerseits auf jene Faktoren Einfluss ausgeübt, welche das menschliche Überleben möglich machen, und zwar so, dass sie der Existenz der jetzigen, unseren Planeten bewohnenden, intelligenten Gattung vorzeitig ein Ende bereiten können.

Vor einigen Tagen habe ich meine Überzeugung zum Ausdruck gebracht, dass der Mensch auf der Grundlage der heute von ihm beherrschten wissenschaftlichen Kenntnisse seine Probleme auf dem Planeten Erde lösen sollte, da er niemals die Entfernung zurücklegen können wird, welche die Sonne von dem nächstliegenden Stern trennt, der sich vier Lichtjahre entfernt befindet, was einer Geschwindigkeit von 300 000 Kilometern pro Sekunde entsprechen würde, – wie schon unsere Mittelschüler wissen – wenn es um diese Sonne einen unserer schönen Erde ähnlichen Planeten geben würde.

Die Vereinigten Staaten investieren fabelhafte Geldsummen, um zu überprüfen, ob es auf dem Planeten Mars Wasser gibt und ob es irgendeine elementare Form an Leben gegeben hat bzw. noch gibt. Niemand weiß wozu, außer vielleicht aus purer wissenschaftlicher Neugier Millionen von Arten verschwinden mit zunehmender Geschwindigkeit von unserem Planeten und dessen fabelhafte Wassermengen werden beständig vergiftet.

Die neuen Gesetze der Wissenschaft – ausgehend von Einsteins Formeln über die Energie und die Materie, und die Theorie über den Big Bang als Ursprung der Millionen von Sternensystemen und unendlichen Sterne oder andere Hypothesen – haben zu riesigen Veränderungen in den wichtigsten Auffassungen und Begriffen wie Zeit und Raum geführt, welche die Aufmerksamkeit und die Analyse von Theologen in Anspruch nehmen. Einer von ihnen, unser brasilianischer Freund Frei Betto, behandelt das Thema in seinem Buch „Das Werk des Künstlers: eine holistische Vision des Universums“, das auf der letzten Internationalen Buchmesse von Havanna vorgestellt wurde.

Die Fortschritte der Wissenschaft in den letzten einhundert Jahren hatten einen großen Einfluss auf die traditionellen Konzepte, die während tausenden Jahren in den Gesellschaftswissenschaften und sogar in der Philosophie und Theologie vorherrschten.

Das Interesse, dass die aufrichtigsten Denker den neuen Erkenntnissen widmen, ist nicht gering, aber wir wissen absolut nichts darüber, was Präsident Obama über die Kompatibilität der Konsumgesellschaften und der Wissenschaft denkt.

Während dessen ist es der Mühe wert, ab und zu Zeit zu finden, um über jene Themen nachzudenken. Mit Sicherheit wird der Mensch deshalb nicht aufhören zu träumen und die Dinge mit der angebrachten Gelassenheit und Nerven aus Stahl anzugehen. Das ist zumindest die Pflicht derjenigen, die das Handwerk von Politikern und das edle und unverzichtbare Ziel einer in höherem Grade solidarischen und gerechteren menschlichen Gesellschaft gewählt haben.



Fidel Castro Ruz

24. März 2010
18:40 Uhr