Reflexionen des genossen Fidel: Mit dem Prankenhieb auf der Lauer
Am Dienstag, den 8. Juni, habe ich in den Mittagsstunden die Reflexion „An der Schwelle zur Tragödie“ verfasst, später sah ich das Fernsehprogramm „Mesa Redonda“ (Podiumsgespräch) von Randy Alonso, das für gewöhnlich um 18:30 Uhr beginnt.
An jenem Tag haben hervorragende und angesehene kubanische Intellektuelle, die an dem Podiumsgespräch teilnahmen, auf die scharfsinnigen Fragen des Direktors mit beredten Worten geantwortet, dass sie meine Ansichten hoch schätzen, aber nicht der Meinung seien, dass es einen Grund dafür gäbe, dass Iran die mögliche – schon bekannte – Entscheidung zurückweisen würde, welche der Sicherheitsrat am Morgen des 9. Juni in New York annehmen würde – eine Entscheidung, die ohne Zweifel zwischen den Regierungschefs der fünf Mächte mit Vetorecht vereinbart worden ist: Vereinigte Staaten, England und Frankreich mit denen von Russland und China.
In jenem Augenblick sagte ich zu nahe stehenden Personen, die mich für gewöhnlich begleiten: „Wie ich es bedauere, meine Reflexion nicht mit den Worten beendet zu haben, dass niemand es mehr als ich wünschen würde, mich im Irrtum zu befinden!“ aber es war schon zu spät, ich konnte ihre Entsendung an die Website CubaDebate und die Tageszeitung Granma nicht mehr verzögern.
Am darauf folgenden Tag kam ich auf die Idee, um 10 Uhr - da mir bekannt war, dass dies die Uhrzeit der Versammlung war - CNN auf Spanisch einzustellen, da hier mit Sicherheit Nachrichten über die Sicherheitsrat-Debatte gebracht werden würden. So konnte ich die Worte hören, mit denen der Ratsvorsitzende einen Resolutionsentwurf präsentierte, der einige Tage vorher von den Vereinigten Staaten mit Unterstützung von Frankreich, Großbritannien und Deutschland eingebracht worden war.
Es sprachen ebenfalls mehrere Vertreter der hauptsächlichen, am Entwurf beteiligten Ratsmitglieder. Die Vertreterin der Vereinigten Staaten erklärte, warum ihr Land ihn gutheiße, und zwar mit dem hinlänglich bekannten Vorwand, Iran Sanktionen aufzuerlegen, da es die Prinzipien des Atomsperrvertrag verletzt habe. Der Vertreter der Türkei - eines von deren Schiffen Opfer des brutalen Angriffs seitens der Elitetruppen von Israel geworden ist, die durch Hubschrauber befördert im Morgengrauen des 31. Mai die Flottille überfielen, welche Nahrungsmittel für die eineinhalb Millionen, in einem Fragment ihres eigenen Vaterlands belagerten Palästinenser beförderte - äußerte seinerseits die Absicht seiner Regierung, sich den neuen Sanktionen gegen Iran zu widersetzen.
CNN präsentierte in der für Nachrichten vorgesehenen Sendezeit mehrere Bildsequenzen mit erhobenen Händen, in dem Maße, wie jene mit sichtbaren Gesten ihre Haltung zum Ausdruck brachten, darunter den Vertreter des Libanon, ein Land, das sich bei der Abstimmung enthalten würde.
Die ruhige und gelassene Anwesenheit jener Sicherheitsratsmitglieder, die gegen die Resolution stimmten, wurde mit der unerschütterlichen rechten Hand einer Frau zum Ausdruck gebracht, der Vertreterin von Brasilien, die vorher mit sicherem Ton die Gründe dargelegt hatte, weshalb sich ihr Vaterland der Resolution widersetzte.
Es standen noch sehr viele Nachrichten zum Thema aus; ich stellte den Fernsehsender Telesur ein, der stundenlang den unendlichen Nachrichtenbedarf befriedigte.
Präsident Lula da Silva drückte sich in der Stadt Natal, im Nordosten des Landes, mit zwei lapidaren Sätzen so aus: dass die verabschiedeten Sanktionen von jenen aufgezwungen wurden, „die an die Gewalt und nicht an den Dialog glauben“ und dass die Sicherheitsratssitzung „dazu gedient haben könnte, um die Abrüstung derjenigen zu diskutieren, welche Atomwaffen besitzen“.
Es würde nichts Ungewöhnliches haben, dass sowohl Israel als auch die Vereinigten Staaten und ihre engen Verbündeten mit Vetorecht im Sicherheitsrat, d.h. Frankreich und Großbritannien, das enorme, von der Fußballweltmeisterschaft hervorgerufene Interesse zu nutzen beabsichtigen, um die Weltöffentlichkeit zu besänftigen, die über das kriminelle Verhalten der israelischen Elitetruppen vor dem Gazastreifen empört ist.
So ist es also sehr wahrscheinlich, dass der Prankenhieb einige Wochen verbreitet wird, und sogar von der Mehrheit der Menschen in den heißesten Sommertagen der Nordhalbkugel vergessen wird. Es wäre zu beobachten, mit welchem Zynismus die führenden israelischen Persönlichkeiten die Presseinterviews in den folgenden Tagen beantworten werden, wo man sie mit Fragen bombardieren wird. Zu gelegener Zeit werden sie die Härte ihrer Forderungen erhöhen, bevor sie abdrücken. Sie sehnen sich danach, die Geschichte von Mossadegh im Jahr 1953 zu wiederholen, bzw. Iran in die Steinzeit zurückzuversetzen, eine Drohung, die das mächtige Imperium gern bei seinem Umgang mit Pakistan verwendet.
Der Hass des Staates Israel gegen die Palästinenser ist so groß, dass sie nicht zögern würden, die eineinhalb Millionen Männer, Frauen und Kinder jenes Landes in die Krematorien zu schicken, in denen Millionen Juden jeden Alters von den Nazis vernichtet worden sind.
Das Hakenkreuz des Führers scheint heute die Flagge von Israel zu sein. Diese Meinung entspringt nicht dem Hass, sondern dem Gefühl eines Landes, dass sich mit den Juden solidarisierte und ihnen Herberge gab, als die Yankee-freundliche Regierung von Batista in den harten Tagen des Zweiten Weltkriegs versuchte, ein Schiff von Kuba aus zurückzuschicken, das voll mit jenen Juden war, die wegen der Nazi-Verfolgung aus Frankreich, Belgien und Holland flohen.
Ich habe viele Mitglieder der zahlreichen, in Kuba ansässigen jüdischen Gemeinde kennen gelernt, als die Revolution siegte, ich habe sie mehrmals besucht und mit ihnen gesprochen. Wir haben sie niemals aus unserem Land vertrieben. Die Differenzen mit vielen von ihnen entstanden aufgrund der revolutionären Gesetze, welche Wirtschaftsinteressen berührten, und andererseits zog die Konsumgesellschaft viele an, während die Revolution Opfer bedeutete. Andere sind in unserem Vaterland geblieben und haben Kuba wertvolle Dienste geleistet.
Eine neue und düstere Etappe eröffnet sich für die Welt.
Gestern, um 12:44 Uhr hat Obama über die Übereinkunft im Sicherheitsrat gesprochen.
Hier einige Aufzeichnungen von dem, was der Präsident zum Ausdruck gebracht hat. Es wurde CNN auf Spanisch entnommen.
„Heute hat der Sicherheitsrat der UNO mehrheitlich für eine Sanktion gegen den Irak gestimmt, wegen seiner wiederholten Nichterfüllung…“
„Diese Resolution ist die stärkste Sanktion, der die iranische Regierung zu begegnen hat, und sie schickt eine unmissverständliche Botschaft über das Engagement der internationalen Gemeinschaft, um die Weiterverbreitung der Atomwaffen zu stoppen.“
„Jahrelang hat die iranische Regierung ihre im Atomsperrvertrag enthaltenen Verpflichtungen nicht eingehalten.“
„Während die führenden iranischen Persönlichkeiten sich hinter der Rhetorik verstecken, haben ihre Aktionen sie bloßgestellt.“
„Tatsächlich war die iranische Unnachgiebigkeit stark, als ich vor 16 Monaten das Amt übernahm.“
„Wir haben dem Land Perspektiven für eine bessere Zukunft angeboten, für den Fall, dass es seine internationalen Verpflichtungen erfülle.“
„Hier gibt es nicht zweierlei Standards.“
„Iran hat seine aus den Resolutionen des Sicherheitsrates zum Stopp der Urananreicherung hervorgehenden Verpflichtungen verletzt.“
„Deshalb diese so strengen Maßnahmen.“
„Es sind die strengsten, denen der Iran je gegenüber gestanden hat.“
„Das zeigt die übereinstimmende Ansicht, dass es im Mittleren Osten für niemanden angebracht ist, diese Waffen zu entwickeln.“
Diese Sätze, die ich aus seiner kurzen Rede ausgewählt habe, sind mehr als ausreichend, um zu beweisen, wie haltlos, schwach und nicht zu rechtfertigen die Politik des mächtigen Imperiums ist.
Obama selbst hat in seiner Rede an der Islamischen Universität Al-Azhar in Kairo Folgendes zugegeben: „Inmitten des Kalten Krieges haben die Vereinigten Staaten eine Rolle bei dem Sturz einer demokratisch gewählten iranischen Regierung gespielt“, auch wenn er nicht gesagt hat wann und mit welchen Absichten. Es ist möglich, dass er sich nicht einmal daran erinnern kann, wie sie das gegen Mossadegh im Jahr 1953 durchgeführt haben, um die Dynastie von Reza Pahlevi, dem Schah von Iran, an die Regierung zu bringen; den sie als ihren wichtigsten Gendarmen in jener Region des Mittleren Ostens bis an die Zähne bewaffnet haben, und wo der Tyrann auf der Grundlage des Erdölreichtums jenes Landes ein riesiges Vermögen angehäuft hat.
Damals besaß der Staat Israel keine einzige Atomwaffe. Das Imperium besaß eine enorme und unvergleichbare atomare Macht. Zu jener Zeit war es, wo den Vereinigten Staaten die abenteuerliche Idee einfiel, mit Israel einen Gendarmen im Mittleren Osten zu schaffen, der heute einen bedeutenden Teil der Weltbevölkerung bedroht und im Stande ist, mit jener Unabhängigkeit und jenem Fanatismus zu handeln, die ihn auszeichnen.
Fidel Castro Ruz
10. Juni 2010
11:59 Uhr
Hier finden Sie chronologisch sortiert Reden und Schriften des kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro Ruz
Donnerstag, 10. Juni 2010
Dienstag, 8. Juni 2010
An der Schwelle zur Tragödie
Reflexionen des Genossen Fidel: An der Schwelle zur Tragödie
Weder Obama noch der Präsident von Südkorea sind seit dem 26. März in der Lage gewesen zu erklären, was nun wirklich mit dem Flaggschiff der südkoreanischen Kriegsmarine, dem supermodernen Unterwasserjagdschiff Cheonan, geschehen ist, das im Westen der koreanischen Halbinsel, ganz in der Nähe der Grenze zwischen den beiden Republiken, an einem gemeinsamen Manöver mit der Kriegsflotte der Vereinigten Staaten teilnahm, wobei unter der Schiffsbesatzung 45 Tote und Dutzende Verletzte verursacht wurden.
Das Peinliche für das Imperium besteht darin, dass sein Verbündeter aus glaubwürdigen Quellen erfahren hat, dass das Schiff von den Vereinigten Staaten versenkt wurde. Es ist vollkommen unmöglich, diese Tatsache zu umgehen, die sie wie ein Schatten begleiten wird.
In einem anderen Teil der Welt bahnen sich gefährliche Ereignisse an, die nicht ausbleiben werden, ohne daß das übermächtige Imperium eine Möglichkeit hat, es zu verhindern. Israel würde nicht darauf verzichten, völlig unabhängig das beachtliche atomare Waffenarsenal zu aktivieren und zu benutzen, das die Vereinigten Staaten in diesem Land geschaffen haben. Etwas anderes zu denken würde bedeuten, die Realität zu ignorieren.
Ebenfalls sehr gravierend ist, daß auch die Vereinten Nationen keine Möglichkeit haben, den Lauf der Ereignisse zu verändern. Sehr bald werden die Israel regierenden Erzreaktionäre auf den unbeugsamen Widerstand des Iran treffen, eines Volks mit mehr als 70 Millionen Menschen, das für seine religiösen Traditionen bekannt ist und unverschämte Drohungen von keinem Gegner hinnehmen wird. In einem Wort: Iran wird sich den Drohungen Israels nicht beugen.
Die Erdbevölkerung genießt, wie es logisch ist, immer mehr die großen sportlichen Ereignisse, jene Geschehnisse zur Zerstreuung, der Kultur und andere, die ihre begrenzte Freizeit inmitten all ihrer Pflichten einnehmen, welche den Großteil ihrer, den täglichen Dingen gewidmeten Zeit in Anspruch nehmen.
In den nächsten Tagen wird die Fußballweltmeisterschaft, die in Südafrika stattfinden wird, ihnen alle ihre Freizeit rauben. Mit wachsender Erregung werden sie das Auf und Ab der bekanntesten Persönlichkeiten verfolgen. Sie werden jeden Schritt von Maradona beobachten und keinen Augenblick den Moment jenes spektakulären Tors vergessen, das Argentinien den Sieg bei einem der Weltcups abgesichert hat. Erneut ragt ein Argentinier auf spektakuläre Art und Weise heraus, aber diesmal ein anderer, klein von Statur, aber schnell, der wie ein Blitz auftaucht und den Ball mit den Beinen oder dem Kopf mit außergewöhnlicher Geschwindigkeit abschießt. Sein Nachname: Messi, von italienischer Herkunft, der schon bei allen Fanatikern bekannt ist und häufig von ihnen genannt wird.
Die Vorstellungskraft dieser steigt bis zum Delirium, wenn die Bilder aus den zahlreichen Stadien sie erreichen, in denen die Ausscheide stattfinden. Die Projektanten und Architekten haben solche Werke geschaffen, die das Publikum sich niemals träumen lassen hätte.
Den Regierungen, die von Sitzung zu Sitzung leben, um die Verpflichtungen zu erfüllen, die ihnen die neue Zeit auferlegt hat, fehlt der Raum, um die Berge von Nachrichten zur Kenntnis zu nehmen, die Fernsehen, Radio und Presse ständig verbreiten. Fast alles hängt ausschließlich von den Informationen ab, die ihnen ihre Berater zukommen lassen. Einige der mächtigsten und wichtigsten Staatschefs, die fundamentale Entscheidungen treffen, haben sich daran gewöhnt, mehrmals täglich per Mobiltelefon miteinander zu sprechen. Eine wachsende Zahl von Millionen Menschen auf der Welt ist abhängig von diesen kleinen Geräten, ohne daß jemand weiß, welche Folgen das für die menschliche Gesundheit haben wird. So löst sich der Neid auf, den wir haben könnten, weil wir in unserer Zeit, die sich in wenigen Jahren und fast unmerklich entfernt, solche Möglichkeiten nicht hatten.
Gestern wurde inmitten des ganzen Trubels veröffentlicht, daß heute der UN-Sicherheitsrat möglicherweise über eine Resolution abstimmen wird, ob er eine vierte Sanktionsrunde gegen den Iran verhängt. Weil dieser sich weigert, die Urananreicherung einzustellen. Das Ironische dieser Situation ist: Wenn es um Israel gehen würde, würden die USA und ihre engsten Verbündeten sofort sagen, daß Israel den Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen nicht unterzeichnet hat und ihr Veto einlegen. Im Gegensatz dazu werden, wenn dem Iran einfach vorgeworfen wird, bis auf 20 Prozent angereichertes Uran zu produzieren, sofort Sanktionen beschlossen, um es wirtschaftlich zu strangulieren.
Gestern wurde inmitten des ganzen Trubels veröffentlicht, dass heute möglicherweise der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen über eine ausstehende Resolution abstimmen würde, um zu entscheiden, ob Iran eine vierte Runde von Sanktionen auferlegt wird, weil das Land sich weigert, die Anreicherung von Uran zu stoppen.
Es ist klar, daß Israel so handelt wie immer, mit faschistischem Fanatismus, so wie es die Soldaten der Elitetruppen getan haben. Sie sprangen im Morgengrauen aus Hubschraubern auf die Schiffe, die in der Solidaritätsflottille fuhren, die Hilfsgüter für die belagerte Bevölkerung von Gaza transportierte. Die Soldaten töteten dort mehrere Menschen und verletzten Dutzende. Selbst diese Verletzten wurden danach zusammen mit den Besatzungen der Schiffe verhaftet.
Es ist klar, daß Israel versuchen wird, die Anlagen zu zerstören, in denen Iran einen Teil des produzierten Urans anreichert. Es ist auch klar, daß der Iran sich dieser Ungleichbehandlung nicht unterwerfen wird.
Die Folgen der imperialen Intrige der Vereinigten Staaten können katastrophal sein und alle Bewohner des Planeten treffen. Viel stärker als alle Wirtschaftskrisen zusammen.
Fidel Castro Ruz
8. Juni 2010
12:33 Uhr
Weder Obama noch der Präsident von Südkorea sind seit dem 26. März in der Lage gewesen zu erklären, was nun wirklich mit dem Flaggschiff der südkoreanischen Kriegsmarine, dem supermodernen Unterwasserjagdschiff Cheonan, geschehen ist, das im Westen der koreanischen Halbinsel, ganz in der Nähe der Grenze zwischen den beiden Republiken, an einem gemeinsamen Manöver mit der Kriegsflotte der Vereinigten Staaten teilnahm, wobei unter der Schiffsbesatzung 45 Tote und Dutzende Verletzte verursacht wurden.
Das Peinliche für das Imperium besteht darin, dass sein Verbündeter aus glaubwürdigen Quellen erfahren hat, dass das Schiff von den Vereinigten Staaten versenkt wurde. Es ist vollkommen unmöglich, diese Tatsache zu umgehen, die sie wie ein Schatten begleiten wird.
In einem anderen Teil der Welt bahnen sich gefährliche Ereignisse an, die nicht ausbleiben werden, ohne daß das übermächtige Imperium eine Möglichkeit hat, es zu verhindern. Israel würde nicht darauf verzichten, völlig unabhängig das beachtliche atomare Waffenarsenal zu aktivieren und zu benutzen, das die Vereinigten Staaten in diesem Land geschaffen haben. Etwas anderes zu denken würde bedeuten, die Realität zu ignorieren.
Ebenfalls sehr gravierend ist, daß auch die Vereinten Nationen keine Möglichkeit haben, den Lauf der Ereignisse zu verändern. Sehr bald werden die Israel regierenden Erzreaktionäre auf den unbeugsamen Widerstand des Iran treffen, eines Volks mit mehr als 70 Millionen Menschen, das für seine religiösen Traditionen bekannt ist und unverschämte Drohungen von keinem Gegner hinnehmen wird. In einem Wort: Iran wird sich den Drohungen Israels nicht beugen.
Die Erdbevölkerung genießt, wie es logisch ist, immer mehr die großen sportlichen Ereignisse, jene Geschehnisse zur Zerstreuung, der Kultur und andere, die ihre begrenzte Freizeit inmitten all ihrer Pflichten einnehmen, welche den Großteil ihrer, den täglichen Dingen gewidmeten Zeit in Anspruch nehmen.
In den nächsten Tagen wird die Fußballweltmeisterschaft, die in Südafrika stattfinden wird, ihnen alle ihre Freizeit rauben. Mit wachsender Erregung werden sie das Auf und Ab der bekanntesten Persönlichkeiten verfolgen. Sie werden jeden Schritt von Maradona beobachten und keinen Augenblick den Moment jenes spektakulären Tors vergessen, das Argentinien den Sieg bei einem der Weltcups abgesichert hat. Erneut ragt ein Argentinier auf spektakuläre Art und Weise heraus, aber diesmal ein anderer, klein von Statur, aber schnell, der wie ein Blitz auftaucht und den Ball mit den Beinen oder dem Kopf mit außergewöhnlicher Geschwindigkeit abschießt. Sein Nachname: Messi, von italienischer Herkunft, der schon bei allen Fanatikern bekannt ist und häufig von ihnen genannt wird.
Die Vorstellungskraft dieser steigt bis zum Delirium, wenn die Bilder aus den zahlreichen Stadien sie erreichen, in denen die Ausscheide stattfinden. Die Projektanten und Architekten haben solche Werke geschaffen, die das Publikum sich niemals träumen lassen hätte.
Den Regierungen, die von Sitzung zu Sitzung leben, um die Verpflichtungen zu erfüllen, die ihnen die neue Zeit auferlegt hat, fehlt der Raum, um die Berge von Nachrichten zur Kenntnis zu nehmen, die Fernsehen, Radio und Presse ständig verbreiten. Fast alles hängt ausschließlich von den Informationen ab, die ihnen ihre Berater zukommen lassen. Einige der mächtigsten und wichtigsten Staatschefs, die fundamentale Entscheidungen treffen, haben sich daran gewöhnt, mehrmals täglich per Mobiltelefon miteinander zu sprechen. Eine wachsende Zahl von Millionen Menschen auf der Welt ist abhängig von diesen kleinen Geräten, ohne daß jemand weiß, welche Folgen das für die menschliche Gesundheit haben wird. So löst sich der Neid auf, den wir haben könnten, weil wir in unserer Zeit, die sich in wenigen Jahren und fast unmerklich entfernt, solche Möglichkeiten nicht hatten.
Gestern wurde inmitten des ganzen Trubels veröffentlicht, daß heute der UN-Sicherheitsrat möglicherweise über eine Resolution abstimmen wird, ob er eine vierte Sanktionsrunde gegen den Iran verhängt. Weil dieser sich weigert, die Urananreicherung einzustellen. Das Ironische dieser Situation ist: Wenn es um Israel gehen würde, würden die USA und ihre engsten Verbündeten sofort sagen, daß Israel den Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen nicht unterzeichnet hat und ihr Veto einlegen. Im Gegensatz dazu werden, wenn dem Iran einfach vorgeworfen wird, bis auf 20 Prozent angereichertes Uran zu produzieren, sofort Sanktionen beschlossen, um es wirtschaftlich zu strangulieren.
Gestern wurde inmitten des ganzen Trubels veröffentlicht, dass heute möglicherweise der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen über eine ausstehende Resolution abstimmen würde, um zu entscheiden, ob Iran eine vierte Runde von Sanktionen auferlegt wird, weil das Land sich weigert, die Anreicherung von Uran zu stoppen.
Es ist klar, daß Israel so handelt wie immer, mit faschistischem Fanatismus, so wie es die Soldaten der Elitetruppen getan haben. Sie sprangen im Morgengrauen aus Hubschraubern auf die Schiffe, die in der Solidaritätsflottille fuhren, die Hilfsgüter für die belagerte Bevölkerung von Gaza transportierte. Die Soldaten töteten dort mehrere Menschen und verletzten Dutzende. Selbst diese Verletzten wurden danach zusammen mit den Besatzungen der Schiffe verhaftet.
Es ist klar, daß Israel versuchen wird, die Anlagen zu zerstören, in denen Iran einen Teil des produzierten Urans anreichert. Es ist auch klar, daß der Iran sich dieser Ungleichbehandlung nicht unterwerfen wird.
Die Folgen der imperialen Intrige der Vereinigten Staaten können katastrophal sein und alle Bewohner des Planeten treffen. Viel stärker als alle Wirtschaftskrisen zusammen.
Fidel Castro Ruz
8. Juni 2010
12:33 Uhr
Donnerstag, 3. Juni 2010
Das Imperium und die Lüge
Reflexionen des Genossen Fidel: Das Imperium und die Lüge
Ich hatte keine andere Wahl, als zwei Reflexionen über den Iran und über Korea zu schreiben, die die unmittelbare Gefahr des Krieges unter Atomwaffenanwendung erläutern. Meinerseits habe ich schon die Meinung geäußert, dass eine von ihnen beseitigt werden könnte, wenn China entscheiden würde, sein Veto gegen die Resolution einzulegen, welche die Vereinigten Staaten im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen durchzusetzen trachten. Die andere hängt von Faktoren ab, die sich jeglicher Kontrollmöglichkeit entziehen, und zwar aufgrund der fanatischen Haltung des Staates Israel, der durch die Vereinigten Staaten in seinen jetzigen Stand einer starken Atommacht gebracht wurde, die keinerlei Kontrolle der Supermacht akzeptiert.
Als im Juni 1953 die erste Intervention der Vereinigten Staaten stattfand, um in Verteidigung ihrer Interessen und derjenigen ihres engen Verbündeten, des Vereinigten Königreichs, die Islamische Revolution vernichtend zu schlagen, wodurch Mohammed Reza Pahlevi an die Macht kam, war Israel ein kleiner Staat, der sich noch nicht fast das gesamte palästinensische Gebiet, einen Teil von Syrien und einen nicht geringen Teil des benachbarten Jordaniens angeeignet hatte. Letzterer war bis dahin von der Arabischen Legion verteidigt worden, von der absolut nichts übrig blieb.
Heute bedrohen die hunderten von Raketen mit Atomsprengköpfen, unterstützt von den modernsten, ihm von den Vereinigten Staaten gelieferten Flugzeugen, die Sicherheit aller Staaten der Region, der arabischen und nicht arabischen, der muslimischen und nicht muslimischen, aller, die sich in Reichweite des großen Aktionsradius seiner Projektile befinden, die wenige Meter von ihren Zielen entfernt einschlagen können.
Am vergangenen 30. Mai, als ich die Reflexion Das Imperium und die Drogen verfasste, war der brutale Überfall auf die Flottille noch nicht geschehen, welche Lebensmittel, Arzneien und Artikel für die eineinhalb Millionen Palästinenser beförderte, die in einem winzigen Bruchstück von dem, was über Jahrtausende ihr eigenes Vaterland war, belagert sind.
Die riesige Mehrheit der Menschen wenden ihre Zeit dafür auf, die Bedürfnisse zu befriedigen, die ihnen das Leben auferlegt und kämpfen hierum; – darunter die Ernährung, das Recht auf Freizeitgestaltung und Bildung, und andere vitale Angelegenheiten der nächsten Verwandten – sie können sich nicht damit aufhalten, Information darüber zu suchen, was auf dem Planeten geschieht. Man sieht sie überall mit einem Ausdruck von Gutmütigkeit und darein vertrauend, dass andere sich darum kümmern werden, Lösungen für die sie bedrückenden Probleme zu suchen. Sie sind in der Lage, sich zu freuen und zu lächeln. Auf diese Art und Weise erfreuen sie uns, die wir das Privileg haben, mit Gelassenheit die uns alle bedrohenden Realitäten zu beobachten.
Die äußerst sonderbare Erfindung, dass Nordkorea in Gewässern vor seinen Küsten die südkoreanische Korvette Cheonan versenkt habe, – die einen Spitzentechnologie-Entwurf darstellt und über ein umfassendes Sonarsystem und akustische Unterwassersensoren verfügt - beschuldigte dieses Land des grässlichen Ereignisses, das 40 südkoreanischen Marineinfanteristen das Leben und Dutzende Verletzte gekostet hat.
Es war nicht leicht für mich, dieses Problem zu ergründen. Einerseits konnte ich mir absolut nicht vorstellen, dass es für irgendeine Regierung möglich wäre - selbst wenn sie eine sehr große Autorität besäße – die Befehlsmechanismen zu verwenden, um anzuordnen, ein Flaggschiff zu torpedieren. Andererseits habe ich keine einzige Sekunde jener Version Glauben geschenkt, dass Kim Jong Il diesen Befehl gegeben hätte.
Mir fehlten die Elemente, um mir ein Urteil zu bilden und zu einer Schlussfolgerung zu kommen, aber ich war sicher, dass China ein Veto gegen einen Resolutionsentwurf des Sicherheitsrates einlegen würde, der Nordkorea Sanktionen auferlegen würde. Andererseits zweifelte ich absolut nicht daran, dass die Vereinigten Staaten die Anwendung der Atomwaffe seitens der unbeherrschbaren Regierung von Israel nicht verhindern können.
Zu fortgeschrittener Stunde des 1. Juni begann sich der Schleier darüber, was nun wirklich geschehen war, zu lüften.
Um 22:30 Uhr hörte ich eine scharfsinnige Analyse des Journalisten Walter Martínez, der Dossier, eine Erfolgssendung des venezolanischen Fernsehens, ausarbeitet. Dieser kam zu der Schlussfolgerung, dass die Vereinigten Staaten sowohl die eine als auch die andere koreanische Seite das glauben machten, was jede von ihnen von der anderen behauptete, und zwar mit dem Ziel, das Problem der Rückgabe des von dem Stützpunkt Okinawa eingenommenen Territoriums zu lösen, was der neue Regierungschef von Japan in Erfüllung des Verlangens des ganzen Landes forderte. Seine Partei erhielt eine enorme Unterstützung bei den Wahlen aufgrund jenes, seines Versprechens, den Abzug jenes dort installierten Stützpunktes zu ereichen, der einen seit 65 Jahren in das Herz von Japan gestoßenen Dolch darstellt, das heute entwickelt und reich ist.
Über Global Research wurden die wirklich erstaunlichen Einzelheiten darüber bekannt, was geschah, dank des Artikels von Wayne Madsen, ein Journalist und Forscher, der in Washington DC arbeitet und Information von Geheimdienstquellen auf der Website Wayne Madsen Report veröffentlichte.
Jene Quellen – behauptet er – „…vermuten, dass es sich bei dem Angriff auf die Kriegskorvette der südkoreanischen Kriegsmarine Cheonan um einen Angriff unter falscher Flagge handelt, der gestartet wurde, damit es so aussähe, als ob er von Nordkorea käme.“
„Eine der hauptsächlichen Absichten war es, mittels der Erhöhung der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel Druck auf Jukio Hatojama, den Premierminister von Japan auszuüben, damit er seine Politik bezüglich des Rückzug des Marinestützpunkts der USA von Okinawa ändere. Hatojama hat zugegeben, dass die Spannungen aufgrund der Versenkung des Cheonan einen bedeutenden Einfluss auf seine Entscheidung zur Genehmigung des Verbleibens der US-Marines in Okinawa ausgeübt haben. Die Entscheidung von Hatojama hat zu einer Spaltung in der Regierungskoalition von linken Zentrumsparteien geführt, - eine Tatsache, die in Washington begrüßt wurde – und zwar aufgrund der Drohung des Parteiführers der Sozialdemokratischen Partei Mizuho Fukushima, die Koalition aufgrund der veränderten Haltung bezüglich Okinawa zu verlassen.
Die Cheonan wurde nahe der Insel Baengnyeong versenkt, einem Ort des äußersten Westens, weit entfernt von der südkoreanischen Küste, aber genau vor der Küste von Nordkorea. Die Insel ist im höchsten Grade militarisiert und befindet sich in Reichweite des Artilleriefeuers der nordkoreanischen Küstenverteidigung, die sich auf der anderen Seite eines engen Kanals befinden.
Die Cheonan, eine Kriegskorvette zur U-Boot-Abwehr, verfügte über ein Spitzentechnologie-Sonar und operierte außerdem in Gewässern mit umfassenden hydrophonischen Sonar-Systemen und Systemen von akustischen Unterwassersensoren. Es gibt seitens Südkorea keinen Nachweis von einem Sonar oder Audio über ein Torpedo, U-Boot bzw. Mini-U-Boot im Gebiet. Da es kaum Schifffahrt auf dem Kanal gibt, war das Meer vollkommen still zum Zeitpunkt der Versenkung.
Die Insel Baengnyeong beherbergt jedoch einen US-amerikanisch-südkoreanischen militärischen Geheimdienststützpunkt und SEALS [spezial force] der Kriegsmarine der USA operieren ausgehend vom Stützpunkt. Außerdem befanden sich während der Versenkung des Cheonan vier Schiffe der Kriegsmarine der USA im Sektor, die an der Übung Foal Eagle USA-Südkorea teilnahmen. Eine Überprüfung der metallischen und chemischen Spuren des verdächtigen Torpedos zeigt, dass es deutscher Herstellung ist.
Es gibt Vermutungen, dass die SEALS der US-Kriegsmarine einen kleinen Bestand von europäischen Torpedos unterhalten, und zwar zur plausiblen Bestreitbarkeit bei Angriffen unter falscher Flagge. Außerdem verkauft Berlin keine Torpedos an Nordkorea; jedoch unterhält Deutschland ein Programm der engen Zusammenarbeit zur gemeinsamen Entwicklung von U-Booten und Unterwasserwaffen mit Israel.
Die Anwesenheit des USNS Salvor, einer der Teilnehmer am Foal Eagle, so nahe an der Insel Baengnyeong während der Versenkung der südkoreanischen Korvette, wirft ebenfalls Fragen auf.
Das Salvor, ein ziviles Rettungsschiff der Kriegsflotte, das 2006 an den Aktivitäten zum Minenlegen durch die thailändischen Marineinfanteristen im Golf von Thailand teilgenommen hatte, war um den Zeitpunkt der Explosion mit zusätzlich 12 Tiefseetauchern dort anwesend.
Beijing, zufrieden mit der Behauptung der Unschuld von Kim Jong Il von Nordkorea – nach einer dringlichen Zugreise von Pjöngjang nach Beijing – hat den Verdacht, dass die US-Kriegsflotte eine Rolle bei der Versenkung des Cheonan gespielt hat, verbunden mit besonderen Vermutungen bezüglich der Rolle des Salvor hierbei. Diese Vermutungen sind die folgenden:
Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel haben zweckmäßigweise alle anderen Punkte der Besuchsagenda der Außenministerin Hillary Clinton in Beijing und Seoul in den Schatten gestellt.“
So, auf diese erstaunlich einfache Art und Weise ist es den Vereinigten Staaten gelungen, ein wichtiges Problem zu lösen: die Regierung der Nationalen Einheit der Demokratischen Partei von Jukio Hatojama aufzulösen, aber mit hohen Kosten:
Die führenden politischen Persönlichkeiten und die Weltöffentlichkeit haben einen Beweis des Zynismus und der völligen Skrupellosigkeit erhalten, die die imperiale Politik der Vereinigten Staaten auszeichnen.
Fidel Castro Ruz
3. Juni 2010
11:16 Uhr
Ich hatte keine andere Wahl, als zwei Reflexionen über den Iran und über Korea zu schreiben, die die unmittelbare Gefahr des Krieges unter Atomwaffenanwendung erläutern. Meinerseits habe ich schon die Meinung geäußert, dass eine von ihnen beseitigt werden könnte, wenn China entscheiden würde, sein Veto gegen die Resolution einzulegen, welche die Vereinigten Staaten im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen durchzusetzen trachten. Die andere hängt von Faktoren ab, die sich jeglicher Kontrollmöglichkeit entziehen, und zwar aufgrund der fanatischen Haltung des Staates Israel, der durch die Vereinigten Staaten in seinen jetzigen Stand einer starken Atommacht gebracht wurde, die keinerlei Kontrolle der Supermacht akzeptiert.
Als im Juni 1953 die erste Intervention der Vereinigten Staaten stattfand, um in Verteidigung ihrer Interessen und derjenigen ihres engen Verbündeten, des Vereinigten Königreichs, die Islamische Revolution vernichtend zu schlagen, wodurch Mohammed Reza Pahlevi an die Macht kam, war Israel ein kleiner Staat, der sich noch nicht fast das gesamte palästinensische Gebiet, einen Teil von Syrien und einen nicht geringen Teil des benachbarten Jordaniens angeeignet hatte. Letzterer war bis dahin von der Arabischen Legion verteidigt worden, von der absolut nichts übrig blieb.
Heute bedrohen die hunderten von Raketen mit Atomsprengköpfen, unterstützt von den modernsten, ihm von den Vereinigten Staaten gelieferten Flugzeugen, die Sicherheit aller Staaten der Region, der arabischen und nicht arabischen, der muslimischen und nicht muslimischen, aller, die sich in Reichweite des großen Aktionsradius seiner Projektile befinden, die wenige Meter von ihren Zielen entfernt einschlagen können.
Am vergangenen 30. Mai, als ich die Reflexion Das Imperium und die Drogen verfasste, war der brutale Überfall auf die Flottille noch nicht geschehen, welche Lebensmittel, Arzneien und Artikel für die eineinhalb Millionen Palästinenser beförderte, die in einem winzigen Bruchstück von dem, was über Jahrtausende ihr eigenes Vaterland war, belagert sind.
Die riesige Mehrheit der Menschen wenden ihre Zeit dafür auf, die Bedürfnisse zu befriedigen, die ihnen das Leben auferlegt und kämpfen hierum; – darunter die Ernährung, das Recht auf Freizeitgestaltung und Bildung, und andere vitale Angelegenheiten der nächsten Verwandten – sie können sich nicht damit aufhalten, Information darüber zu suchen, was auf dem Planeten geschieht. Man sieht sie überall mit einem Ausdruck von Gutmütigkeit und darein vertrauend, dass andere sich darum kümmern werden, Lösungen für die sie bedrückenden Probleme zu suchen. Sie sind in der Lage, sich zu freuen und zu lächeln. Auf diese Art und Weise erfreuen sie uns, die wir das Privileg haben, mit Gelassenheit die uns alle bedrohenden Realitäten zu beobachten.
Die äußerst sonderbare Erfindung, dass Nordkorea in Gewässern vor seinen Küsten die südkoreanische Korvette Cheonan versenkt habe, – die einen Spitzentechnologie-Entwurf darstellt und über ein umfassendes Sonarsystem und akustische Unterwassersensoren verfügt - beschuldigte dieses Land des grässlichen Ereignisses, das 40 südkoreanischen Marineinfanteristen das Leben und Dutzende Verletzte gekostet hat.
Es war nicht leicht für mich, dieses Problem zu ergründen. Einerseits konnte ich mir absolut nicht vorstellen, dass es für irgendeine Regierung möglich wäre - selbst wenn sie eine sehr große Autorität besäße – die Befehlsmechanismen zu verwenden, um anzuordnen, ein Flaggschiff zu torpedieren. Andererseits habe ich keine einzige Sekunde jener Version Glauben geschenkt, dass Kim Jong Il diesen Befehl gegeben hätte.
Mir fehlten die Elemente, um mir ein Urteil zu bilden und zu einer Schlussfolgerung zu kommen, aber ich war sicher, dass China ein Veto gegen einen Resolutionsentwurf des Sicherheitsrates einlegen würde, der Nordkorea Sanktionen auferlegen würde. Andererseits zweifelte ich absolut nicht daran, dass die Vereinigten Staaten die Anwendung der Atomwaffe seitens der unbeherrschbaren Regierung von Israel nicht verhindern können.
Zu fortgeschrittener Stunde des 1. Juni begann sich der Schleier darüber, was nun wirklich geschehen war, zu lüften.
Um 22:30 Uhr hörte ich eine scharfsinnige Analyse des Journalisten Walter Martínez, der Dossier, eine Erfolgssendung des venezolanischen Fernsehens, ausarbeitet. Dieser kam zu der Schlussfolgerung, dass die Vereinigten Staaten sowohl die eine als auch die andere koreanische Seite das glauben machten, was jede von ihnen von der anderen behauptete, und zwar mit dem Ziel, das Problem der Rückgabe des von dem Stützpunkt Okinawa eingenommenen Territoriums zu lösen, was der neue Regierungschef von Japan in Erfüllung des Verlangens des ganzen Landes forderte. Seine Partei erhielt eine enorme Unterstützung bei den Wahlen aufgrund jenes, seines Versprechens, den Abzug jenes dort installierten Stützpunktes zu ereichen, der einen seit 65 Jahren in das Herz von Japan gestoßenen Dolch darstellt, das heute entwickelt und reich ist.
Über Global Research wurden die wirklich erstaunlichen Einzelheiten darüber bekannt, was geschah, dank des Artikels von Wayne Madsen, ein Journalist und Forscher, der in Washington DC arbeitet und Information von Geheimdienstquellen auf der Website Wayne Madsen Report veröffentlichte.
Jene Quellen – behauptet er – „…vermuten, dass es sich bei dem Angriff auf die Kriegskorvette der südkoreanischen Kriegsmarine Cheonan um einen Angriff unter falscher Flagge handelt, der gestartet wurde, damit es so aussähe, als ob er von Nordkorea käme.“
„Eine der hauptsächlichen Absichten war es, mittels der Erhöhung der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel Druck auf Jukio Hatojama, den Premierminister von Japan auszuüben, damit er seine Politik bezüglich des Rückzug des Marinestützpunkts der USA von Okinawa ändere. Hatojama hat zugegeben, dass die Spannungen aufgrund der Versenkung des Cheonan einen bedeutenden Einfluss auf seine Entscheidung zur Genehmigung des Verbleibens der US-Marines in Okinawa ausgeübt haben. Die Entscheidung von Hatojama hat zu einer Spaltung in der Regierungskoalition von linken Zentrumsparteien geführt, - eine Tatsache, die in Washington begrüßt wurde – und zwar aufgrund der Drohung des Parteiführers der Sozialdemokratischen Partei Mizuho Fukushima, die Koalition aufgrund der veränderten Haltung bezüglich Okinawa zu verlassen.
Die Cheonan wurde nahe der Insel Baengnyeong versenkt, einem Ort des äußersten Westens, weit entfernt von der südkoreanischen Küste, aber genau vor der Küste von Nordkorea. Die Insel ist im höchsten Grade militarisiert und befindet sich in Reichweite des Artilleriefeuers der nordkoreanischen Küstenverteidigung, die sich auf der anderen Seite eines engen Kanals befinden.
Die Cheonan, eine Kriegskorvette zur U-Boot-Abwehr, verfügte über ein Spitzentechnologie-Sonar und operierte außerdem in Gewässern mit umfassenden hydrophonischen Sonar-Systemen und Systemen von akustischen Unterwassersensoren. Es gibt seitens Südkorea keinen Nachweis von einem Sonar oder Audio über ein Torpedo, U-Boot bzw. Mini-U-Boot im Gebiet. Da es kaum Schifffahrt auf dem Kanal gibt, war das Meer vollkommen still zum Zeitpunkt der Versenkung.
Die Insel Baengnyeong beherbergt jedoch einen US-amerikanisch-südkoreanischen militärischen Geheimdienststützpunkt und SEALS [spezial force] der Kriegsmarine der USA operieren ausgehend vom Stützpunkt. Außerdem befanden sich während der Versenkung des Cheonan vier Schiffe der Kriegsmarine der USA im Sektor, die an der Übung Foal Eagle USA-Südkorea teilnahmen. Eine Überprüfung der metallischen und chemischen Spuren des verdächtigen Torpedos zeigt, dass es deutscher Herstellung ist.
Es gibt Vermutungen, dass die SEALS der US-Kriegsmarine einen kleinen Bestand von europäischen Torpedos unterhalten, und zwar zur plausiblen Bestreitbarkeit bei Angriffen unter falscher Flagge. Außerdem verkauft Berlin keine Torpedos an Nordkorea; jedoch unterhält Deutschland ein Programm der engen Zusammenarbeit zur gemeinsamen Entwicklung von U-Booten und Unterwasserwaffen mit Israel.
Die Anwesenheit des USNS Salvor, einer der Teilnehmer am Foal Eagle, so nahe an der Insel Baengnyeong während der Versenkung der südkoreanischen Korvette, wirft ebenfalls Fragen auf.
Das Salvor, ein ziviles Rettungsschiff der Kriegsflotte, das 2006 an den Aktivitäten zum Minenlegen durch die thailändischen Marineinfanteristen im Golf von Thailand teilgenommen hatte, war um den Zeitpunkt der Explosion mit zusätzlich 12 Tiefseetauchern dort anwesend.
Beijing, zufrieden mit der Behauptung der Unschuld von Kim Jong Il von Nordkorea – nach einer dringlichen Zugreise von Pjöngjang nach Beijing – hat den Verdacht, dass die US-Kriegsflotte eine Rolle bei der Versenkung des Cheonan gespielt hat, verbunden mit besonderen Vermutungen bezüglich der Rolle des Salvor hierbei. Diese Vermutungen sind die folgenden:
- Das Salvor hat an einer Operation zur Installierung von Minen auf dem Meeresboden teilgenommen; mit anderen Worten, es hat Minen zur U-Boot-Abwehr gelegt, die horizontal auf dem Meeresboden abgeschossen werden.
- Das Salvor führte eine Routineinspektion und die Instandhaltung von Minen auf dem Meeresboden durch und stellte sie als Bestandteil des Inspektionsprogramms in einen aktiven elektronischen Betriebsmodus ein, d.h. Abschuss durch empfindlichen Abzug.
- Ein Taucher der SEALS brachte eine Magnetmine am Cheonan an, und zwar als Teil eines geheimen Programms mit der Absicht, die öffentliche Meinung in Südkorea, Japan und China zu beeinflussen.
Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel haben zweckmäßigweise alle anderen Punkte der Besuchsagenda der Außenministerin Hillary Clinton in Beijing und Seoul in den Schatten gestellt.“
So, auf diese erstaunlich einfache Art und Weise ist es den Vereinigten Staaten gelungen, ein wichtiges Problem zu lösen: die Regierung der Nationalen Einheit der Demokratischen Partei von Jukio Hatojama aufzulösen, aber mit hohen Kosten:
- Sie haben ihre Verbündeten von Südkorea tief beleidigt.
- Es stach die Geschicklichkeit und Schnelligkeit hervor, mit der ihr Gegner Kim Jong Il handelte.
- Es hob sich das Prestige der Macht China ab, dessen Präsident sich mit voller moralischer Autorität persönlich in Bewegung setzte und die wichtigsten Führungskräfte von China zu Gesprächen mit dem Kaiser Akihito, dem Premierminister und anderen hohen Persönlichkeiten von Japan schickte.
Die führenden politischen Persönlichkeiten und die Weltöffentlichkeit haben einen Beweis des Zynismus und der völligen Skrupellosigkeit erhalten, die die imperiale Politik der Vereinigten Staaten auszeichnen.
Fidel Castro Ruz
3. Juni 2010
11:16 Uhr
Dienstag, 1. Juni 2010
Das Imperium und der Krieg
Reflexionen des Genossen Fidel: Das Imperium und der Krieg
Vor zwei Tagen habe ich mit wenigen Worten darauf hingewiesen, dass der Imperialismus nicht in der Lage sei, das schwerwiegende Problem des Drogenkonsums zu lösen, welches die Weltbevölkerung geißelt. Heute möchte ich ein weiteres Problem behandeln, das meines Erachtens von großer Tragweite ist.
Die jetzt vorhandene Gefahr, dass Nordkorea durch die Vereinigten Staaten angegriffen wird, und zwar ausgehend von dem Zwischenfall, der sich kürzlich in den Hoheitsgewässern jenes Landes ereignet hat, kann vielleicht verhindert werden, wenn sich der Präsident der Volksrepublik China entschließt, sein Vetorecht anzuwenden, ein Vorrecht, das dieses Land bei den Vereinbarungen, die im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen diskutiert werden, absolut ungern anwendet.
Es besteht ein zweites und noch ernsteres Problem, für das die Vereinigten Staaten keine mögliche Lösung haben: der rund um den Iran geschaffene Konflikt. Das ist etwas, was schon klar vorauszusehen war, seitdem Präsident Barack Obama am 4. Juni 2009 an der Islamischen Universität Al-Azhar in Kairo seine Rede hielt.
In einer damals von mir verfassten Reflexion, d.h. vier Tage später, als ich eine offizielle Kopie der Rede zur Verfügung hatte, habe ich zahlreiche Zitate verwendet, um die Bedeutung derselben zu analysieren. Ich werde einige von ihnen hier anführen.
„Wir sind in einem Augenblick der Spannung zwischen den Vereinigten Staaten und den Muslimen auf der ganzen Welt zusammengekommen…”
„…der Kolonialismus hat vielen Muslimen Rechte und Chancen verweigert, … der kalte Krieg hat oft die Länder mit muslimischer Mehrheit als Agenten genutzt, ohne ihre eigenen Erwartungen zu berücksichtigen.” Diese und andere durch einen afroamerikanischen Präsidenten persönlich verlautbarten Überlegungen beeindruckten wirklich so, dass sie den Anschein solch offensichtlicher Wahrheiten wie jener in der Erklärung von Philadelphia vom 4. Juli 1776 enthaltenen hatten.
„Ich bin auf der Suche nach einem solchen Neuanfang für die Vereinigten Staaten und die Muslime auf der ganzen Welt hierher gekommen, der sich auf gemeinsame Interessen und die gegenseitige Achtung gründet…”
„Wie uns der Heilige Koran sagt, ‘seid euch Gott bewusst und sagt immer die Wahrheit.’”
„…es gehört zu meinen Verantwortlichkeiten als Präsident der Vereinigten Staaten, gegen die negativen Klischeevorstellungen über den Islam überall dort, wo sie auftauchen, anzukämpfen.”
Er fuhr fort, auf diese Art und Weise heikle Themen des Universums der unlösbaren Widersprüche abzubeten, welche die Politik der Vereinigten Staaten verwickeln.
„Inmitten des Kalten Krieges haben die Vereinigten Staaten eine Rolle bei dem Sturz einer demokratisch gewählten iranischen Regierung gespielt.”
„Seit der Islamischen Revolution hat der Iran bei Entführungen und Gewaltakten gegen US-amerikanische Militärangehörige und Zivile die Hand im Spiel gehabt.”
„Die engen Beziehungen der Vereinigten Staaten mit Israel sind recht bekannt. Diese Beziehung ist unerschütterlich.”
„Viele warten in Flüchtlingslagern an den Westufern, im Gazastreifen und den angrenzenden Gebieten auf ein Leben in Frieden und Sicherheit, das sie nie gehabt haben.”
Heute wissen wir, dass auf die Bevölkerung von Gaza häufig eine Unmenge von weißem Phosphor und anderen unmenschlichen und grausamen Bestandteilen niederfällt, die mit echt nazifaschistischer Wut auf den Landstreifen abgeworfen bzw. abgeschossen werden. Dessen ungeachtet schienen Obamas Behauptungen mitreißend und manchmal aufrichtig, unter anderem, da er sie inmitten seines fieberhaften Wettlaufs durch die Welt immer wieder wiederholte, und zwar überall dort, wo zur jeweils vorgesehenen Uhrzeit das Flugzeug Nummer eins der Luftstreitkräfte der Vereinigten Staaten ankam.
Gestern, am 31. Mai, wurde die Weltöffentlichkeit von dem Überfall erschüttert, der durch knapp einhundert Soldaten der Sonderstreitkräfte von Israel in internationalen Gewässern, Dutzende Meilen von der Küste von Gaza entfernt erfolgte. Diese ließen sich im Morgengrauen von Hubschraubern herunter und schossen frenetisch auf hunderte friedliche Menschen verschiedener Nationalitäten, wobei sie Pressemitteilungen zufolge mindestens zwanzig Tote und Dutzende Verletzte verursachten. Unter den angegriffenen Personen, die Waren für die in ihrem eigenen Vaterland belagerten Palästinenser beförderten, befanden sich auch US-amerikanische Staatsbürger.
Als Obama an der Islamischen Universität Al-Azhar vom „Sturz einer demokratisch gewählten iranischen Regierung“ sprach und unmittelbar hinzufügte: „Seit der Islamischen Revolution hat der Iran bei Entführungen und Gewaltakten gegen … Militärangehörige und Zivile die Hand im Spiel gehabt...”, bezog er sich auf die revolutionäre Bewegung, die vom Ajatollah Ruhollah Khomeini ausgelöst wurde, der von Paris aus und ohne eine einzige Waffe die Streitkräfte des mächtigsten Gendarmen, über den die Vereinigten Staaten im Süden von Asien verfügten, vernichtend schlug. Es war kaum möglich, dass die stärkste Macht der Welt der Versuchung hätte widerstehen könnte, dort, südlich der UdSSR, einen ihrer Militärstützpunkte einzurichten.
Vor mehr als fünf Jahrzehnten hatten die Vereinigten Staaten eine andere, vollkommen demokratische Revolution niedergeschlagen, als sie die iranische Regierung von Mohammed Mossadegh stürzten. Dieser war am 24. April 1951 zum Premierminister vom Iran gewählt worden. Der Senat genehmigte am 1. Mai desselben Jahres die Verstaatlichung des Erdöls, was jener auf sein Kampfbanner geschrieben hatte. „Unsere langjährigen Verhandlungen mit anderen Ländern“ – so erklärte er – „waren bis jetzt fruchtlos.“
Es liegt auf der Hand, dass er sich auf die großen kapitalistischen Mächte bezog, welche die Weltwirtschaft unter Kontrolle haben. Angesichts der Unnachgiebigkeit der British Petroleum nahm der Iran jene Einrichtungen in Besitz, die sich damals Anglo-Iranian Oil Company nannten.
Das Land besaß nicht die Möglichkeiten zur Ausbildung von Fachleuten. Großbritannien hatte sein qualifiziertes Personal abgezogen und antwortete mit Liefersperre von Ersatzteilen und Marktsperren. Es schickte seine Kriegsflotte, die klar zum Gefecht war, in das Land. Im Ergebnis dessen verminderte sich die Erdölproduktion des Iran von 241,4 Millionen Barrel im Jahr 1952 auf 10,6 im Jahr 1953. Unter diesen günstigen Bedingungen organisierte der CIA den Putsch, der Mossadegh stürzte, bis zu seinem Tod drei Jahre später. Die Monarchie wurde wiederhergestellt und ein mächtiger Verbündeter der Vereinigten Staaten übernahm die Macht im Iran.
Die Vereinigten Staaten haben nichts anderes mit den anderen Ländern gemacht, als dies. Seitdem jene Nation auf den reichsten Ländereien des Planeten gegründet wurde, hat sie niemals die Rechte der indigenen Bevölkerung geachtet, die dort über Jahrtausende gelebt haben, oder von jenen Schwarzen, die von den englischen Kolonialherren als Sklaven importiert worden waren.
Ich bin jedoch sicher, dass Millionen von intelligenten und ehrbaren US-Amerikanern diese Wahrheiten begreifen.
Präsident Obama kann hunderte Reden halten und damit versuchen, unvereinbare Widersprüche auf Kosten der Wahrheit in Einklang zu bringen, er kann von dem Zauber seiner gut artikulierten Sätze träumen, während er Persönlichkeiten und Gruppen Zugeständnisse macht, die absolut keine Ethik besitzen, und er kann Phantasie-Welten malen, die nur in seinem Kopf Platz haben, und welche Berater ohne Skrupel, die seine Neigungen kennen, ihm in den Kopf setzen.
Zwei notwendige Fragen: Wird Obama die Emotionen einer zweiten Wahl als Präsident genießen können, ohne dass der Pentagon oder der Staat Israel, der in seinem Verhalten die Entscheidungen der Vereinigten Staaten absolut nicht befolgt, ihre Atomwaffen im Iran zur Anwendung bringen? Wie wird das Leben auf unserem Planeten danach aussehen?
Fidel Castro Ruz
1. Juni 2010
11:35 Uhr
Vor zwei Tagen habe ich mit wenigen Worten darauf hingewiesen, dass der Imperialismus nicht in der Lage sei, das schwerwiegende Problem des Drogenkonsums zu lösen, welches die Weltbevölkerung geißelt. Heute möchte ich ein weiteres Problem behandeln, das meines Erachtens von großer Tragweite ist.
Die jetzt vorhandene Gefahr, dass Nordkorea durch die Vereinigten Staaten angegriffen wird, und zwar ausgehend von dem Zwischenfall, der sich kürzlich in den Hoheitsgewässern jenes Landes ereignet hat, kann vielleicht verhindert werden, wenn sich der Präsident der Volksrepublik China entschließt, sein Vetorecht anzuwenden, ein Vorrecht, das dieses Land bei den Vereinbarungen, die im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen diskutiert werden, absolut ungern anwendet.
Es besteht ein zweites und noch ernsteres Problem, für das die Vereinigten Staaten keine mögliche Lösung haben: der rund um den Iran geschaffene Konflikt. Das ist etwas, was schon klar vorauszusehen war, seitdem Präsident Barack Obama am 4. Juni 2009 an der Islamischen Universität Al-Azhar in Kairo seine Rede hielt.
In einer damals von mir verfassten Reflexion, d.h. vier Tage später, als ich eine offizielle Kopie der Rede zur Verfügung hatte, habe ich zahlreiche Zitate verwendet, um die Bedeutung derselben zu analysieren. Ich werde einige von ihnen hier anführen.
„Wir sind in einem Augenblick der Spannung zwischen den Vereinigten Staaten und den Muslimen auf der ganzen Welt zusammengekommen…”
„…der Kolonialismus hat vielen Muslimen Rechte und Chancen verweigert, … der kalte Krieg hat oft die Länder mit muslimischer Mehrheit als Agenten genutzt, ohne ihre eigenen Erwartungen zu berücksichtigen.” Diese und andere durch einen afroamerikanischen Präsidenten persönlich verlautbarten Überlegungen beeindruckten wirklich so, dass sie den Anschein solch offensichtlicher Wahrheiten wie jener in der Erklärung von Philadelphia vom 4. Juli 1776 enthaltenen hatten.
„Ich bin auf der Suche nach einem solchen Neuanfang für die Vereinigten Staaten und die Muslime auf der ganzen Welt hierher gekommen, der sich auf gemeinsame Interessen und die gegenseitige Achtung gründet…”
„Wie uns der Heilige Koran sagt, ‘seid euch Gott bewusst und sagt immer die Wahrheit.’”
„…es gehört zu meinen Verantwortlichkeiten als Präsident der Vereinigten Staaten, gegen die negativen Klischeevorstellungen über den Islam überall dort, wo sie auftauchen, anzukämpfen.”
Er fuhr fort, auf diese Art und Weise heikle Themen des Universums der unlösbaren Widersprüche abzubeten, welche die Politik der Vereinigten Staaten verwickeln.
„Inmitten des Kalten Krieges haben die Vereinigten Staaten eine Rolle bei dem Sturz einer demokratisch gewählten iranischen Regierung gespielt.”
„Seit der Islamischen Revolution hat der Iran bei Entführungen und Gewaltakten gegen US-amerikanische Militärangehörige und Zivile die Hand im Spiel gehabt.”
„Die engen Beziehungen der Vereinigten Staaten mit Israel sind recht bekannt. Diese Beziehung ist unerschütterlich.”
„Viele warten in Flüchtlingslagern an den Westufern, im Gazastreifen und den angrenzenden Gebieten auf ein Leben in Frieden und Sicherheit, das sie nie gehabt haben.”
Heute wissen wir, dass auf die Bevölkerung von Gaza häufig eine Unmenge von weißem Phosphor und anderen unmenschlichen und grausamen Bestandteilen niederfällt, die mit echt nazifaschistischer Wut auf den Landstreifen abgeworfen bzw. abgeschossen werden. Dessen ungeachtet schienen Obamas Behauptungen mitreißend und manchmal aufrichtig, unter anderem, da er sie inmitten seines fieberhaften Wettlaufs durch die Welt immer wieder wiederholte, und zwar überall dort, wo zur jeweils vorgesehenen Uhrzeit das Flugzeug Nummer eins der Luftstreitkräfte der Vereinigten Staaten ankam.
Gestern, am 31. Mai, wurde die Weltöffentlichkeit von dem Überfall erschüttert, der durch knapp einhundert Soldaten der Sonderstreitkräfte von Israel in internationalen Gewässern, Dutzende Meilen von der Küste von Gaza entfernt erfolgte. Diese ließen sich im Morgengrauen von Hubschraubern herunter und schossen frenetisch auf hunderte friedliche Menschen verschiedener Nationalitäten, wobei sie Pressemitteilungen zufolge mindestens zwanzig Tote und Dutzende Verletzte verursachten. Unter den angegriffenen Personen, die Waren für die in ihrem eigenen Vaterland belagerten Palästinenser beförderten, befanden sich auch US-amerikanische Staatsbürger.
Als Obama an der Islamischen Universität Al-Azhar vom „Sturz einer demokratisch gewählten iranischen Regierung“ sprach und unmittelbar hinzufügte: „Seit der Islamischen Revolution hat der Iran bei Entführungen und Gewaltakten gegen … Militärangehörige und Zivile die Hand im Spiel gehabt...”, bezog er sich auf die revolutionäre Bewegung, die vom Ajatollah Ruhollah Khomeini ausgelöst wurde, der von Paris aus und ohne eine einzige Waffe die Streitkräfte des mächtigsten Gendarmen, über den die Vereinigten Staaten im Süden von Asien verfügten, vernichtend schlug. Es war kaum möglich, dass die stärkste Macht der Welt der Versuchung hätte widerstehen könnte, dort, südlich der UdSSR, einen ihrer Militärstützpunkte einzurichten.
Vor mehr als fünf Jahrzehnten hatten die Vereinigten Staaten eine andere, vollkommen demokratische Revolution niedergeschlagen, als sie die iranische Regierung von Mohammed Mossadegh stürzten. Dieser war am 24. April 1951 zum Premierminister vom Iran gewählt worden. Der Senat genehmigte am 1. Mai desselben Jahres die Verstaatlichung des Erdöls, was jener auf sein Kampfbanner geschrieben hatte. „Unsere langjährigen Verhandlungen mit anderen Ländern“ – so erklärte er – „waren bis jetzt fruchtlos.“
Es liegt auf der Hand, dass er sich auf die großen kapitalistischen Mächte bezog, welche die Weltwirtschaft unter Kontrolle haben. Angesichts der Unnachgiebigkeit der British Petroleum nahm der Iran jene Einrichtungen in Besitz, die sich damals Anglo-Iranian Oil Company nannten.
Das Land besaß nicht die Möglichkeiten zur Ausbildung von Fachleuten. Großbritannien hatte sein qualifiziertes Personal abgezogen und antwortete mit Liefersperre von Ersatzteilen und Marktsperren. Es schickte seine Kriegsflotte, die klar zum Gefecht war, in das Land. Im Ergebnis dessen verminderte sich die Erdölproduktion des Iran von 241,4 Millionen Barrel im Jahr 1952 auf 10,6 im Jahr 1953. Unter diesen günstigen Bedingungen organisierte der CIA den Putsch, der Mossadegh stürzte, bis zu seinem Tod drei Jahre später. Die Monarchie wurde wiederhergestellt und ein mächtiger Verbündeter der Vereinigten Staaten übernahm die Macht im Iran.
Die Vereinigten Staaten haben nichts anderes mit den anderen Ländern gemacht, als dies. Seitdem jene Nation auf den reichsten Ländereien des Planeten gegründet wurde, hat sie niemals die Rechte der indigenen Bevölkerung geachtet, die dort über Jahrtausende gelebt haben, oder von jenen Schwarzen, die von den englischen Kolonialherren als Sklaven importiert worden waren.
Ich bin jedoch sicher, dass Millionen von intelligenten und ehrbaren US-Amerikanern diese Wahrheiten begreifen.
Präsident Obama kann hunderte Reden halten und damit versuchen, unvereinbare Widersprüche auf Kosten der Wahrheit in Einklang zu bringen, er kann von dem Zauber seiner gut artikulierten Sätze träumen, während er Persönlichkeiten und Gruppen Zugeständnisse macht, die absolut keine Ethik besitzen, und er kann Phantasie-Welten malen, die nur in seinem Kopf Platz haben, und welche Berater ohne Skrupel, die seine Neigungen kennen, ihm in den Kopf setzen.
Zwei notwendige Fragen: Wird Obama die Emotionen einer zweiten Wahl als Präsident genießen können, ohne dass der Pentagon oder der Staat Israel, der in seinem Verhalten die Entscheidungen der Vereinigten Staaten absolut nicht befolgt, ihre Atomwaffen im Iran zur Anwendung bringen? Wie wird das Leben auf unserem Planeten danach aussehen?
Fidel Castro Ruz
1. Juni 2010
11:35 Uhr
Sonntag, 30. Mai 2010
Das Imperium und die Drogen
Reflexionen des Genossen Fidel: Das Imperium und die Drogen
Als ich in Mexiko von der Bundessicherheitspolizei festgenommen wurde, der rein durch Zufall einige unserer Handlungen verdächtig vorgekommen waren, trotzdem wir alles mit der größten Vorsicht unternahmen, um dem mörderischen Prankenhieb der Handlanger von Batista zu entkommen – wie es unter Machado in Mexiko geschah, als dessen Agenten am 10. Januar 1929 Julio Antonio Mella in der Hauptstadt jenes Landes ermordeten – war diese der Meinung, dass es sich um eine der Schmugglerorganisationen handele, die illegal an der Grenze jenes, in seinem Handelsaustausch mit der mächtigen, industriell entwickelten und reichen Nachbarmacht armen Landes auftraten.
In Mexiko war das Drogenproblem praktisch nicht existent. Dies entfesselte sich später vollkommen überwältigend mit seiner riesigen Belastung durch die nicht nur in jenem Land, sondern ebenfalls überall auf dem Kontinent verursachten Schäden.
Die Länder von Mittel- und Südamerika investieren äußerst viel Energie in den Kampf gegen das Eindringen des Anbaus von Kokasträuchern zur Herstellung von Kokain, einer Substanz, die durch sehr aggressive chemische Bestandteile gewonnen wird und so schädlich für die körperliche und geistige Gesundheit des Menschen ist.
Die revolutionären Regierungen, wie jene der Bolivarianischen Republik Venezuela und von Bolivien unternehmen besonders große Anstrengungen, um ihr Vordringen zu stoppen, wie es zur gegebenen Zeit Kuba getan hat.
Evo Morales hatte schon seit langem das Recht seines Volkes verkündet, Koka-Tee, einen ausgezeichneten traditionellen Kräutertee der tausendjährigen Kultur der Aimara und Ketschua zu trinken. Der Bevölkerung das zu verbieten, das wäre so, als würde man den Engländern sagen, dass sie keinen Tee trinken dürfen, eine gesunde Gewohnheit, die durch das Vereinigte Königreich aus dem von ihm eroberten und über Jahrhunderte unter Kolonialherrschaft gehaltenen Asien importiert wurde.
„Koka ist nicht Kokain“, lautete Evos Losung.
Es ist doch sonderbar, dass das Opium, eine Substanz, die aus dem Schlafmohn gewonnen wird, genau wie das Morphium, welches Ergebnis der ausländischen Eroberung und Kolonialisierung solcher Länder wir Afghanistan ist und direkt eingenommen äußerst schädlich ist, von den englischen Kolonialherren als Zahlungsmittel verwendet wurde, dass ein weiteres Land mit einer tausendjährigen Kultur wie China unter Gewalt als Bezahlung jener hoch entwickelten Erzeugnisse anzunehmen gezwungen war, die Europa von China bekam und bis dahin mit Silbermünzen bezahlt hatte. Als Beispiel jener Ungerechtigkeit in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts wird für gewöhnlich angeführt, dass „ein chinesischer Arbeiter, der süchtig wurde, zwei Drittel seines Lohns für Opium verbrauchte und seine Familie ins Elend brachte.“
Im Jahr 1839 war das Opium schon für die chinesischen Arbeiter und Bauern erreichbar. Die Königin des Vereinigten Königreichs, Viktoria I., hat im selben Jahr den Ersten Opiumkrieg aufgezwungen.
Englische und US-amerikanische Händler mit starker Unterstützung der englischen Krone sahen die Möglichkeit eines bedeutenden Handelsaustauschs mit großen Gewinnen. Zu jenem Zeitpunkt begründeten sich viele der großen Besitztümer der Vereinigten Staaten auf jenem Rauschgifthandel.
Die Großmacht, die gestützt auf knapp tausend Militärstützpunkte und sieben, mit atomaren Flugzeugträgern und tausenden Kampfflugzeugen bestückten Flotten die Welt tyrannisiert, ist dazu aufzufordern, uns zu erklären, wie sie das Problem der Drogen lösen wird.
Fidel Castro Ruz
30. Mai 2010
15:36 Uhr
Als ich in Mexiko von der Bundessicherheitspolizei festgenommen wurde, der rein durch Zufall einige unserer Handlungen verdächtig vorgekommen waren, trotzdem wir alles mit der größten Vorsicht unternahmen, um dem mörderischen Prankenhieb der Handlanger von Batista zu entkommen – wie es unter Machado in Mexiko geschah, als dessen Agenten am 10. Januar 1929 Julio Antonio Mella in der Hauptstadt jenes Landes ermordeten – war diese der Meinung, dass es sich um eine der Schmugglerorganisationen handele, die illegal an der Grenze jenes, in seinem Handelsaustausch mit der mächtigen, industriell entwickelten und reichen Nachbarmacht armen Landes auftraten.
In Mexiko war das Drogenproblem praktisch nicht existent. Dies entfesselte sich später vollkommen überwältigend mit seiner riesigen Belastung durch die nicht nur in jenem Land, sondern ebenfalls überall auf dem Kontinent verursachten Schäden.
Die Länder von Mittel- und Südamerika investieren äußerst viel Energie in den Kampf gegen das Eindringen des Anbaus von Kokasträuchern zur Herstellung von Kokain, einer Substanz, die durch sehr aggressive chemische Bestandteile gewonnen wird und so schädlich für die körperliche und geistige Gesundheit des Menschen ist.
Die revolutionären Regierungen, wie jene der Bolivarianischen Republik Venezuela und von Bolivien unternehmen besonders große Anstrengungen, um ihr Vordringen zu stoppen, wie es zur gegebenen Zeit Kuba getan hat.
Evo Morales hatte schon seit langem das Recht seines Volkes verkündet, Koka-Tee, einen ausgezeichneten traditionellen Kräutertee der tausendjährigen Kultur der Aimara und Ketschua zu trinken. Der Bevölkerung das zu verbieten, das wäre so, als würde man den Engländern sagen, dass sie keinen Tee trinken dürfen, eine gesunde Gewohnheit, die durch das Vereinigte Königreich aus dem von ihm eroberten und über Jahrhunderte unter Kolonialherrschaft gehaltenen Asien importiert wurde.
„Koka ist nicht Kokain“, lautete Evos Losung.
Es ist doch sonderbar, dass das Opium, eine Substanz, die aus dem Schlafmohn gewonnen wird, genau wie das Morphium, welches Ergebnis der ausländischen Eroberung und Kolonialisierung solcher Länder wir Afghanistan ist und direkt eingenommen äußerst schädlich ist, von den englischen Kolonialherren als Zahlungsmittel verwendet wurde, dass ein weiteres Land mit einer tausendjährigen Kultur wie China unter Gewalt als Bezahlung jener hoch entwickelten Erzeugnisse anzunehmen gezwungen war, die Europa von China bekam und bis dahin mit Silbermünzen bezahlt hatte. Als Beispiel jener Ungerechtigkeit in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts wird für gewöhnlich angeführt, dass „ein chinesischer Arbeiter, der süchtig wurde, zwei Drittel seines Lohns für Opium verbrauchte und seine Familie ins Elend brachte.“
Im Jahr 1839 war das Opium schon für die chinesischen Arbeiter und Bauern erreichbar. Die Königin des Vereinigten Königreichs, Viktoria I., hat im selben Jahr den Ersten Opiumkrieg aufgezwungen.
Englische und US-amerikanische Händler mit starker Unterstützung der englischen Krone sahen die Möglichkeit eines bedeutenden Handelsaustauschs mit großen Gewinnen. Zu jenem Zeitpunkt begründeten sich viele der großen Besitztümer der Vereinigten Staaten auf jenem Rauschgifthandel.
Die Großmacht, die gestützt auf knapp tausend Militärstützpunkte und sieben, mit atomaren Flugzeugträgern und tausenden Kampfflugzeugen bestückten Flotten die Welt tyrannisiert, ist dazu aufzufordern, uns zu erklären, wie sie das Problem der Drogen lösen wird.
Fidel Castro Ruz
30. Mai 2010
15:36 Uhr
Dienstag, 18. Mai 2010
Die historische Tragweite von José Martís Tod
Reflexion des Genossen Fidel: Die historische Tragweite von José Martís Tod
Unter Abstraktion der heute die menschliche Gattung mit Sorge erfüllenden Probleme kann man sagen, dass unser Vaterland das Privileg hatte, die Wiege eines der außerordentlichsten in dieser Hemisphäre geborenen Denker zu sein; sein Name: José Martí.
Morgen, am 19. Mai, jährt sich zum 115. Male der Tag seines ruhmreichen Todes.
Das Ausmaß seiner Größe und Würde könnte nicht bewertet werden, ohne dabei zu berücksichtigen, dass diejenigen, mit denen er zusammen das Drama seines Lebens schrieb, ebenfalls solche außerordentlichen Figuren waren wie zum Beispiel Antonio Maceo, immerwährendes Symbol der revolutionären Standhaftigkeit, welcher die Hauptrolle bei der Protesta de Baraguá (Protestaktion von Baraguá) inne hatte; und Máximo Gómez, dominikanischer Internationalist, Meister für die kubanischen Kämpfer während der zwei Unabhängigkeitskriege, an denen sie teilnahmen. Die Kubanische Revolution, die über ein halbes Jahrhundert lang den Schlägen des mächtigsten je vorhandenen Imperiums standgehalten hat, ist Ergebnis der Lehren jener Vorgänger.
Trotz der Tatsache, dass vier Seiten im Tagebuch von Martí nicht zu jenen den Historikern zur Verfügung stehenden Materialien gehören, ist das, was im übrigen Teil jenes persönlichen, bis auf das Genaueste verfassten Tagebuchs und anderen seiner Dokumente aus jenen Tagen enthalten ist, mehr als ausreichend, um die Einzelheiten des Geschehenen zu erfahren. Wie bei den griechischen Tragödien, war es eine Meinungsverschiedenheit zwischen Giganten.
Am Vorabend seines Todes im Kampf schrieb er seinem engen und vertrauten Freund Manuel Mercado Folgendes: „…ich laufe schon alle Tage Gefahr, mein Leben für mein Land und meine Pflicht zu geben – da ich es begreife und den Mut zur Verwirklichung habe - um rechtzeitig mit der Unabhängigkeit von Kuba zu verhindern, dass die Vereinigten Staaten sich über die Antillen ausbreiten und mit dieser verstärkten Macht über unsere Gebiete von Amerika herfallen. Was ich bis jetzt getan habe und noch tun werde, geschieht zu diesem Zweck. Es musste im Stillen geschehen und praktisch indirekt, denn es gibt Dinge, die im Verschwiegenen geschehen müssen, damit sie gelingen. Wenn sie als das ausgerufen würden, was sie sind, würden sie allzu heftige Schwierigkeiten hervorrufen, um über sie das Ziel erreichen zu können.“
Als Martí jene lapidaren Worte schrieb, hatte Marx schon im Jahre 1848, das heißt 47 Jahre vor Martís Tod, Das Kommunistische Manifest verfasst und Darwin 1859 Vom Ursprung der Arten veröffentlicht, um nur zwei jener Werke zu zitieren, die meinem Dafürhalten nach am meisten Einfluss auf die Geschichte der Menschheit ausgeübt haben.
Marx war ein so außerordentlich selbstloser Mensch, dass sein wichtigstes wissenschaftliches Werk Das Kapital vielleicht niemals veröffentlicht worden wäre, wenn Friedrich Engels es nicht übernommen hätte, die Materialien zu sammeln und zu ordnen, denen ihr Verfasser sein Leben gewidmet hatte. Engels hat nicht nur diese Aufgabe übernommen, sondern war auch Autor eines Werkes unter dem Titel Dialektik der Natur, in dem er schon von dem Zeitpunkt sprach, an dem die Energie unserer Sonne versiegen würde.
Dem Menschen war weder bekannt, wie die in der Materie eingeschlossene Energie genutzt werden kann, - wie von Einstein in seiner berühmten Formel beschrieben wird - noch verfügte er über Computer, die viele Milliarden von Operationen pro Sekunde durchführen können; die ihrerseits in der Lage sind, jene viele Milliarden Reaktionen pro Sekunde aufzunehmen und zu übertragen, die in den Zellen der Dutzenden von Chromosomenpaare vonstatten gehen, welche Mutter und Vater zu gleichen Teilen beibringen, ein Wunder der Genetik und Fortpflanzung, über das ich nach dem Sieg der Revolution erfuhr, wobei hierbei die besten Merkmale zur Produktion von Nahrungsmitteln tierischer Herkunft unter den Bedingungen unseres Klimas gesucht werden, was sich durch die den Pflanzen eigenen Vererbungsgesetze auch auf diese ausdehnt.
Bei jener unvollständigen Bildung, die wir, die besser bemittelten Bürger, in den Schulen vermittelt bekamen, welche sich im Allgemeinen in privaten Händen befanden und als die besten Bildungseinrichtungen angesehen waren, wurden wir zu Analphabeten mit einem ein bisschen höheren Niveau, als diejenigen, die weder lesen noch schreiben konnten, bzw. in öffentliche Schulen gingen.
Andererseits war Russland, das industriell am geringsten entwickelte Land von Europa, das erste Land der Welt, wo versucht wurde, die Ideen von Marx anzuwenden.
Lenin, Schöpfer der Dritten Internationale, fand, dass es auf der Welt keine andere Organisation gab, die den Ideen von Marx so treu war wie die Fraktion der Bolschewiki der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei von Russland. Obwohl ein Großteil jenes riesigen Landes unter halbfeudalen Bedingungen lebte, war seine Arbeiterklasse sehr aktiv und äußerst kämpferisch.
In den Büchern, die Lenin nach 1915 geschrieben hat, war er ein unermüdlicher Kritiker des Chauvinismus. In seinem Werk Der Imperialismus als höchste Phase des Kapitalismus, verfasst im April 1917, Monate vor der Machtübernahme als Fraktionsführer der Bolschewiki jener Partei gegenüber der Fraktion der Menschewiki, bewies er ebenfalls, dass er der Erste war, der begriffen hat, welche Rolle solche dem Kolonialismus unterworfenen Länder wie China und andere mit großer Bedeutung in verschiedenen Regionen der Welt zu spielen berufen waren.
Gleichzeitig bewies Lenin den Mut und die Kühnheit, deren er fähig war, als er den Panzerzug annahm, den ihm das deutsche Heer aus taktischer Zweckmäßigkeit zur Verfügung stellte, um von der Schweiz aus bis in die unmittelbare Nähe von Petrograd zu gelangen, weshalb die Feinde innerhalb und außerhalb der Menschewiki-Fraktion der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei von Russland nicht zögerten, ihn als deutschen Spion zu beschuldigen. Wenn er jenen berühmten Zug nicht genutzt hätte, hätte ihn das Kriegsende in der entfernten und neutralen Schweiz überrascht, womit der optimale und angebrachte Zeitpunkt verloren gegangen wäre.
Irgendwie und aus reinem Zufall haben zwei Söhne Spaniens dank ihrer persönlichen Eigenschaften dann eine herausragende Rolle im Spanisch-Amerikanischen Krieg gespielt: Der Befehlshaber der spanischen Truppen in der Festung El Viso, welche den Zugang zu Santiago de Cuba von de Anhöhe El Caney aus verteidigte, ein Offizier, der gekämpft hat, bis er tödlich verletzt wurde, und der den berühmten Rough Riders – hartgesottenen US-amerikanischen Reitern, die von dem damals Oberstleutnant Theodore Roosevelt organisiert worden waren und die ihre übereilte Landung ohne ihre feurigen Pferde vornehmen mussten - über dreihundert Mann an Verlusten verursachte; und jener Admiral, der in Erfüllung des stupiden Befehls der spanischen Regierung mit seinem Geschwader, mit der Marineinfanterie, einer Elite-Truppe, an Bord, auf die einzig mögliche Art und Weise aus der Bucht von Santiago de Cuba auslief, und zwar mit jedem Schiff, einem nach dem anderen, durch den engen Zugang, und das vor der mächtigen Yankee-Flotte, die mit ihren in Reih und Glied aufgestellten Panzerkreuzern ihre mächtigen Kanonen auf die spanischen Schiffe von viel geringerer Geschwindigkeit und Panzerung abschossen. Logischerweise wurden die spanischen Schiffe, ihre Kampfbesatzungen und die Marineinfanterie in die Tiefen des Bartlett-Grabens versenkt. Nur ein einziges kam wenige Meter von der Untiefe entfernt an der Küste an. Die Überlebenden jener Streitmacht wurden von dem Geschwader der Vereinigten Staaten gefangengenommen.
Das Verhalten von Martínez Campos war arrogant und rachsüchtig. Voller Groll aufgrund seines Scheiterns bei dem Versuch, die Insel wie im Jahr 1871 zu befrieden, unterstützte er die niederträchtige und rachsüchtige Politik der spanischen Regierung. Valeriano Weyler löste ihn ab in der Befehlsgewalt über Kuba. Dieser, mit der Kooperation derjenigen, welche den Panzerkreuzer Maine schickten, um Rechtfertigungen für die Intervention in Kuba zu finden, erklärte die Konzentration der Bevölkerung, Maßnahme, die der Bevölkerung von Kuba riesige Leiden zugefügt hat, und den Vereinigten Staaten als Vorwand diente, um ihre erste Wirtschaftsblockade zu verhängen, was zu außerordentlichem Nahrungsmittelmangel führte und den Tod von unzähligen Menschen verursachte.
So wurden die Verhandlungen von Paris möglich gemacht, bei denen Spanien auf jegliches Recht der Souveränität und des Eigentums bezüglich Kuba verzichtete, nach über 400 Jahren seiner Besetzung im Namen des Königs von Spanien Mitte Oktober 1492, nachdem Christoph Kolumbus behauptet hatte: „das ist das schönste je von Menschenauge erblickte Land.“
Die spanische Version der Schlacht, welche das Schicksal von Santiago de Cuba besiegelte, ist die bekannteste. Und ohne Zweifel gab es Heldentum, wenn man die Anzahl und die Dienstgrade der Offiziere und Soldaten analysiert, die in der nachteiligsten Situation die Stadt verteidigt haben und dabei der Kampftradition der Spaniern alle Ehren machten, die ihr Land 1808 gegen die abgehärteten Soldaten von Napoleon Bonaparte verteidigten, bzw. 1936 die Spanische Republik gegen den nazifaschistischen Ansturm.
Eine zusätzliche Schmach fiel auf das norwegische Komitee zur Nobelpreisverleihung, weil es lächerliche Vorwände gesucht hat, um diese Ehre im Jahr 1906 Theodore Roosevelt zuzugestehen, der zweimal als Präsident der Vereinigten Staaten gewählt wurde, 1901 und 1905. Nicht einmal seine wirkliche Teilnahme an den Kämpfen von Santiago de Cuba an der Spitze der Rough Riders war klar geworden und es könnte sehr viel Legende in der Publizität enthalten sein, die ihm später zukam.
Ich kann nur die Art und Weise bezeugen, wie die heldenhafte Stadt am ersten Januar 1959 in die Hände der Streitkräfte der Rebellenarmee gelangte.
Zu diesem Zeitpunkt haben die Ideen von Martí in unserem Vaterland gesiegt!
Fidel Castro Ruz
18. Mai 2010
18:12 Uhr
Unter Abstraktion der heute die menschliche Gattung mit Sorge erfüllenden Probleme kann man sagen, dass unser Vaterland das Privileg hatte, die Wiege eines der außerordentlichsten in dieser Hemisphäre geborenen Denker zu sein; sein Name: José Martí.
Morgen, am 19. Mai, jährt sich zum 115. Male der Tag seines ruhmreichen Todes.
Das Ausmaß seiner Größe und Würde könnte nicht bewertet werden, ohne dabei zu berücksichtigen, dass diejenigen, mit denen er zusammen das Drama seines Lebens schrieb, ebenfalls solche außerordentlichen Figuren waren wie zum Beispiel Antonio Maceo, immerwährendes Symbol der revolutionären Standhaftigkeit, welcher die Hauptrolle bei der Protesta de Baraguá (Protestaktion von Baraguá) inne hatte; und Máximo Gómez, dominikanischer Internationalist, Meister für die kubanischen Kämpfer während der zwei Unabhängigkeitskriege, an denen sie teilnahmen. Die Kubanische Revolution, die über ein halbes Jahrhundert lang den Schlägen des mächtigsten je vorhandenen Imperiums standgehalten hat, ist Ergebnis der Lehren jener Vorgänger.
Trotz der Tatsache, dass vier Seiten im Tagebuch von Martí nicht zu jenen den Historikern zur Verfügung stehenden Materialien gehören, ist das, was im übrigen Teil jenes persönlichen, bis auf das Genaueste verfassten Tagebuchs und anderen seiner Dokumente aus jenen Tagen enthalten ist, mehr als ausreichend, um die Einzelheiten des Geschehenen zu erfahren. Wie bei den griechischen Tragödien, war es eine Meinungsverschiedenheit zwischen Giganten.
Am Vorabend seines Todes im Kampf schrieb er seinem engen und vertrauten Freund Manuel Mercado Folgendes: „…ich laufe schon alle Tage Gefahr, mein Leben für mein Land und meine Pflicht zu geben – da ich es begreife und den Mut zur Verwirklichung habe - um rechtzeitig mit der Unabhängigkeit von Kuba zu verhindern, dass die Vereinigten Staaten sich über die Antillen ausbreiten und mit dieser verstärkten Macht über unsere Gebiete von Amerika herfallen. Was ich bis jetzt getan habe und noch tun werde, geschieht zu diesem Zweck. Es musste im Stillen geschehen und praktisch indirekt, denn es gibt Dinge, die im Verschwiegenen geschehen müssen, damit sie gelingen. Wenn sie als das ausgerufen würden, was sie sind, würden sie allzu heftige Schwierigkeiten hervorrufen, um über sie das Ziel erreichen zu können.“
Als Martí jene lapidaren Worte schrieb, hatte Marx schon im Jahre 1848, das heißt 47 Jahre vor Martís Tod, Das Kommunistische Manifest verfasst und Darwin 1859 Vom Ursprung der Arten veröffentlicht, um nur zwei jener Werke zu zitieren, die meinem Dafürhalten nach am meisten Einfluss auf die Geschichte der Menschheit ausgeübt haben.
Marx war ein so außerordentlich selbstloser Mensch, dass sein wichtigstes wissenschaftliches Werk Das Kapital vielleicht niemals veröffentlicht worden wäre, wenn Friedrich Engels es nicht übernommen hätte, die Materialien zu sammeln und zu ordnen, denen ihr Verfasser sein Leben gewidmet hatte. Engels hat nicht nur diese Aufgabe übernommen, sondern war auch Autor eines Werkes unter dem Titel Dialektik der Natur, in dem er schon von dem Zeitpunkt sprach, an dem die Energie unserer Sonne versiegen würde.
Dem Menschen war weder bekannt, wie die in der Materie eingeschlossene Energie genutzt werden kann, - wie von Einstein in seiner berühmten Formel beschrieben wird - noch verfügte er über Computer, die viele Milliarden von Operationen pro Sekunde durchführen können; die ihrerseits in der Lage sind, jene viele Milliarden Reaktionen pro Sekunde aufzunehmen und zu übertragen, die in den Zellen der Dutzenden von Chromosomenpaare vonstatten gehen, welche Mutter und Vater zu gleichen Teilen beibringen, ein Wunder der Genetik und Fortpflanzung, über das ich nach dem Sieg der Revolution erfuhr, wobei hierbei die besten Merkmale zur Produktion von Nahrungsmitteln tierischer Herkunft unter den Bedingungen unseres Klimas gesucht werden, was sich durch die den Pflanzen eigenen Vererbungsgesetze auch auf diese ausdehnt.
Bei jener unvollständigen Bildung, die wir, die besser bemittelten Bürger, in den Schulen vermittelt bekamen, welche sich im Allgemeinen in privaten Händen befanden und als die besten Bildungseinrichtungen angesehen waren, wurden wir zu Analphabeten mit einem ein bisschen höheren Niveau, als diejenigen, die weder lesen noch schreiben konnten, bzw. in öffentliche Schulen gingen.
Andererseits war Russland, das industriell am geringsten entwickelte Land von Europa, das erste Land der Welt, wo versucht wurde, die Ideen von Marx anzuwenden.
Lenin, Schöpfer der Dritten Internationale, fand, dass es auf der Welt keine andere Organisation gab, die den Ideen von Marx so treu war wie die Fraktion der Bolschewiki der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei von Russland. Obwohl ein Großteil jenes riesigen Landes unter halbfeudalen Bedingungen lebte, war seine Arbeiterklasse sehr aktiv und äußerst kämpferisch.
In den Büchern, die Lenin nach 1915 geschrieben hat, war er ein unermüdlicher Kritiker des Chauvinismus. In seinem Werk Der Imperialismus als höchste Phase des Kapitalismus, verfasst im April 1917, Monate vor der Machtübernahme als Fraktionsführer der Bolschewiki jener Partei gegenüber der Fraktion der Menschewiki, bewies er ebenfalls, dass er der Erste war, der begriffen hat, welche Rolle solche dem Kolonialismus unterworfenen Länder wie China und andere mit großer Bedeutung in verschiedenen Regionen der Welt zu spielen berufen waren.
Gleichzeitig bewies Lenin den Mut und die Kühnheit, deren er fähig war, als er den Panzerzug annahm, den ihm das deutsche Heer aus taktischer Zweckmäßigkeit zur Verfügung stellte, um von der Schweiz aus bis in die unmittelbare Nähe von Petrograd zu gelangen, weshalb die Feinde innerhalb und außerhalb der Menschewiki-Fraktion der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei von Russland nicht zögerten, ihn als deutschen Spion zu beschuldigen. Wenn er jenen berühmten Zug nicht genutzt hätte, hätte ihn das Kriegsende in der entfernten und neutralen Schweiz überrascht, womit der optimale und angebrachte Zeitpunkt verloren gegangen wäre.
Irgendwie und aus reinem Zufall haben zwei Söhne Spaniens dank ihrer persönlichen Eigenschaften dann eine herausragende Rolle im Spanisch-Amerikanischen Krieg gespielt: Der Befehlshaber der spanischen Truppen in der Festung El Viso, welche den Zugang zu Santiago de Cuba von de Anhöhe El Caney aus verteidigte, ein Offizier, der gekämpft hat, bis er tödlich verletzt wurde, und der den berühmten Rough Riders – hartgesottenen US-amerikanischen Reitern, die von dem damals Oberstleutnant Theodore Roosevelt organisiert worden waren und die ihre übereilte Landung ohne ihre feurigen Pferde vornehmen mussten - über dreihundert Mann an Verlusten verursachte; und jener Admiral, der in Erfüllung des stupiden Befehls der spanischen Regierung mit seinem Geschwader, mit der Marineinfanterie, einer Elite-Truppe, an Bord, auf die einzig mögliche Art und Weise aus der Bucht von Santiago de Cuba auslief, und zwar mit jedem Schiff, einem nach dem anderen, durch den engen Zugang, und das vor der mächtigen Yankee-Flotte, die mit ihren in Reih und Glied aufgestellten Panzerkreuzern ihre mächtigen Kanonen auf die spanischen Schiffe von viel geringerer Geschwindigkeit und Panzerung abschossen. Logischerweise wurden die spanischen Schiffe, ihre Kampfbesatzungen und die Marineinfanterie in die Tiefen des Bartlett-Grabens versenkt. Nur ein einziges kam wenige Meter von der Untiefe entfernt an der Küste an. Die Überlebenden jener Streitmacht wurden von dem Geschwader der Vereinigten Staaten gefangengenommen.
Das Verhalten von Martínez Campos war arrogant und rachsüchtig. Voller Groll aufgrund seines Scheiterns bei dem Versuch, die Insel wie im Jahr 1871 zu befrieden, unterstützte er die niederträchtige und rachsüchtige Politik der spanischen Regierung. Valeriano Weyler löste ihn ab in der Befehlsgewalt über Kuba. Dieser, mit der Kooperation derjenigen, welche den Panzerkreuzer Maine schickten, um Rechtfertigungen für die Intervention in Kuba zu finden, erklärte die Konzentration der Bevölkerung, Maßnahme, die der Bevölkerung von Kuba riesige Leiden zugefügt hat, und den Vereinigten Staaten als Vorwand diente, um ihre erste Wirtschaftsblockade zu verhängen, was zu außerordentlichem Nahrungsmittelmangel führte und den Tod von unzähligen Menschen verursachte.
So wurden die Verhandlungen von Paris möglich gemacht, bei denen Spanien auf jegliches Recht der Souveränität und des Eigentums bezüglich Kuba verzichtete, nach über 400 Jahren seiner Besetzung im Namen des Königs von Spanien Mitte Oktober 1492, nachdem Christoph Kolumbus behauptet hatte: „das ist das schönste je von Menschenauge erblickte Land.“
Die spanische Version der Schlacht, welche das Schicksal von Santiago de Cuba besiegelte, ist die bekannteste. Und ohne Zweifel gab es Heldentum, wenn man die Anzahl und die Dienstgrade der Offiziere und Soldaten analysiert, die in der nachteiligsten Situation die Stadt verteidigt haben und dabei der Kampftradition der Spaniern alle Ehren machten, die ihr Land 1808 gegen die abgehärteten Soldaten von Napoleon Bonaparte verteidigten, bzw. 1936 die Spanische Republik gegen den nazifaschistischen Ansturm.
Eine zusätzliche Schmach fiel auf das norwegische Komitee zur Nobelpreisverleihung, weil es lächerliche Vorwände gesucht hat, um diese Ehre im Jahr 1906 Theodore Roosevelt zuzugestehen, der zweimal als Präsident der Vereinigten Staaten gewählt wurde, 1901 und 1905. Nicht einmal seine wirkliche Teilnahme an den Kämpfen von Santiago de Cuba an der Spitze der Rough Riders war klar geworden und es könnte sehr viel Legende in der Publizität enthalten sein, die ihm später zukam.
Ich kann nur die Art und Weise bezeugen, wie die heldenhafte Stadt am ersten Januar 1959 in die Hände der Streitkräfte der Rebellenarmee gelangte.
Zu diesem Zeitpunkt haben die Ideen von Martí in unserem Vaterland gesiegt!
Fidel Castro Ruz
18. Mai 2010
18:12 Uhr
Freitag, 7. Mai 2010
Die der Welt aufgezwungene verhasste Tyrannei
Reflexionen des Genossen Fidel: Die der Welt aufgezwungene verhasste Tyrannei
Unsere Zeit zeichnet sich durch eine nie da gewesene Tatsache aus: die der Welt durch den Imperialismus aufgebürdete Bedrohung für das Überleben der menschlichen Gattung.
Diese traurige Wahrheit dürfte niemanden überraschen. In den letzten Jahrzehnten war zu beobachten, wie sich das beschleunigte und zwar in einem kaum vorauszusehenden Tempo.
Bedeutet das etwa, dass Obama ein Verantwortlicher bzw. Förderer jener Bedrohung ist? Nein! Das zeigt lediglich, dass er sich der Realität verschließt und diese weder überwinden will noch könnte. Er träumt viel mehr irreale Dinge in einer irrealen Welt. „Ideen ohne Worte, Worte ohne Sinn“, so drückte es ein hervorragender Dichter aus.
Auch wenn der US-amerikanische Schriftsteller Gay Talese, der als einer der wichtigsten Vertreter des neuen Journalismus angesehen wird, am 5. Mai versichert hat – wie eine europäische Nachrichtenagentur berichtete – dass Barack Obama das Beste der Geschichte der Vereinigten Staaten im letzten Jahrhundert verkörpert, dem in einigen Aspekten zugestimmt werden könnte, so verändert das absolut nicht die objektive Wirklichkeit des menschlichen Schicksals.
Es ereignen sich Dinge wie die gerade geschehene ökologische Katastrophe im Golf von Mexiko, die zeigt, wie wenig die Regierungen gegen diejenigen ausrichten können, die das Kapital kontrollieren, die sowohl in Europa als auch in den Vereinigten Staaten diejenigen sind, die über die Wirtschaft auf unserem globalisierten Planeten das Schicksal der Völker bestimmen. Wir wollen das am Beispiel der Maßnahmen veranschaulichen, die vom Kongress der Vereinigten Staaten selbst ausgehen und von den einflussreichsten Medien jenes Landes und von Europa veröffentlicht wurden, und zwar werden wir sie so zitieren, wie sie über Internet verbreitet wurden, ohne ein Wort zu verändern.
„Der Rundfunk- und der Fernsehsender Martí (Radio and TV Martí) lügen, indem sie Informationen ohne jegliche Grundlage verbreiten, wird in einem Bericht des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten des US-Senats anerkannt, der empfiehlt, dass beide Sender endgültig aus Miami zurückgezogen und nach Washington umgesiedelt werden, damit sie ‘voll und ganz’ dem propagandistischen Apparat des Voice of America (Stimme von Amerika) eingefügt werden.
Außer der Tatsache, dass sie ihr Publikum betrügen,“ […] „verwenden beide Sender ‘eine beleidigende und hetzerische Sprache’, welche sie diskreditiert.
Nach 18 Jahren haben es der Rundfunk- und der Fernsehsender Martí nicht erreicht, ‘wahrnehmbar Einfluss auf die kubanische Gesellschaft zu nehmen bzw. die kubanische Regierung zu beeinflussen’…”
„Der am heutigen Montag veröffentlichte Bericht empfiehlt, das Büro für Übertragungen nach Kuba (OCB) (Office of Cuba Broadcasts - OCB) mit der Voice of Amerika, dem offiziellen Propaganda-Rundfunksender der Regierung der Vereinigten Staaten zu verschmelzen.
‘Nichtbeachtung der traditionellen journalistischen Normen, eine sehr kleine Zuhörerschaft, Interferenz des Senders seitens der kubanischen Regierung und Behauptungen von Nepotismus und Vetternwirtschaft haben das Programm von Anfang an beeinträchtigt’, hat der vom Senator John Kerry, der Demokratischen Partei, geleitete Ausschuss anerkannt.”
„Der Ausschuss empfiehlt, die zwei Sender schnellstens aus Miami herauszuholen, und unterstreicht die Notwendigkeit, das Personal auf ausgeglichenere Art und Weise auszusuchen, um ein entpolitisiertes und professionelles ‘Produkt’ zu erreichen, schätzten die Senatoren ein.
Der Bericht Kerry nimmt Bezug auf Alberto Mascaró, Neffe der Ehefrau von Pedro Roig, Generaldirektor von Radio and TV Martí, der – dank seiner Verwandten – als Direktor des Lateinamerika-Service des Voice of America angestellt wurde.
Das Dokument berichtet ausführlich, wie der ehemalige Direktor für Programmgestaltung des Fernsehsenders TV Martí im Februar 2007 ‘zusammen mit einem Verwandten eines Kongressmitglieds’ ihre Schuldhaftigkeit wegen Annahme von circa 112 000 Dollar an von einem Unternehmer des OCB gezahlten illegalen Provisionen vor einem Bundesgericht gestanden hat. Der ehemalige Mitarbeiter des OCB wurde zu 27 Monaten Gefängnis und zu einer Geldstrafe von 5 000 Dollar verurteilt, da er ‘50 Prozent der von der Firma Perfect Image für die Produktion von Programmen gezahlten Gesamtsumme für sich beansprucht hatte’.“
Soweit der von Jean Guy Allard auf der Website Telesur veröffentlichte Artikel.
Ein weiterer Artikel, unterzeichnet von den US-amerikanischen Professoren der Stanford University (Kalifornien) Paul Drain und Michele Barry, wiedergegeben auf der Internetseite Rebelión, berichtet Folgendes:
„Die US-amerikanische Handelsblockade gegen Kuba, die verkündet wurde, nachdem die Revolution von Fidel Castro das Batista-Regime gestürzt hatte, erreicht im Jahr 2010 ihr 50jähriges Bestehen. Ihre ausdrückliche Zielstellung hat darin bestanden, dem kubanischen Volk zu helfen, die Demokratie zu erreichen, aber in einem Bericht des US-Senats von 2009 wurde die Schlussfolgerung gezogen, dass ‘die einseitige Blockade gegen Kuba gescheitert ist’.“
„…Trotz der Blockade hat Kuba bessere Ergebnisse im Gesundheitswesen erreicht, als die Mehrheit der lateinamerikanischen Länder, vergleichbar mit denen der Mehrheit der entwickelten Länder. Kuba hat unter den 33 Ländern von Lateinamerika und der Karibik die höchste mittlere Lebenserwartung (78,6 Jahre) und die größte Anzahl von Ärzten pro Kopf, d.h. 59 Ärzte auf 10000 Einwohner, sowie die geringste Säuglingssterblichkeit (5,0 pro 1000 Lebendgeborene) und Kindersterblichkeit (7,0 pro 1000 Lebendgeborene).
Im Jahr 2006 hat die kubanische Regierung 355 Dollar pro Einwohner für das Gesundheitswesen aufgewendet“ […] „Der jährliche Aufwand im Gesundheitswesen für einen US-Bürger betrug im selben Jahr 6714 Dollar […] Kuba hat ebenfalls geringere Gesundheitsfonds als die Mehrheit der europäischen Länder aufgewandt. Aber die geringen Kosten für Gesundheitspflege erklären nicht die Erfolge von Kuba, die auf den größeren Nachdruck auf die Krankheitsverhütung und die Primärversorgung zurückgeführt werden könnten, welche die Insel während der US-amerikanischen Handelsblockade gepflegt hat.
Kuba besitzt eines der fortgeschrittensten Systeme der Welt zur vorbeugenden Primärkrankenpflege. Durch die Erziehung der Bevölkerung zur Krankheitsverhütung und Gesundheitsförderung sind die Kubaner weniger von medizinischen Erzeugnissen abhängig, um ihre Bevölkerung gesund zu erhalten. Das Gegenteil davon geschieht in den USA, die enorm von medizinischen Vorräten und Technologien abhängen, um ihre Bevölkerung gesund zu erhalten, und außerdem auf Kosten eines sehr hohen wirtschaftlichen Aufwands.“
„Kuba besitzt eine der höchsten Impfraten der Welt und eine der höchsten Raten an von Fachleuten des Gesundheitswesens betreuten Entbindungen. Die in den Arztpraxen, den Polikliniken und den größten regionalen und nationalen Krankenhäusern gebotene medizinische Betreuung ist kostenlos für die Patienten...“
„Im März 2010 hat der Kongress der USA einen Gesetzesentwurf vorgelegt, um die Gesundheitssysteme zu stärken und die Entsendung von Experten des Gesundheitswesens in Entwicklungsländer zu erweitern“ […] „Kuba schickt ebenfalls weiterhin Ärzte, damit diese in einigen der ärmsten Ländern des Planeten arbeiten, eine Praxis, die 1961 begonnen wurde.“
„An der inneren US-amerikanischen Front besteht aufgrund der kürzlich einer Gesundheitsreform gegebenen Impulse die Möglichkeit, von Kuba solch gültige Lektionen zu lernen, wie man ein wirklich universelles Gesundheitssystem entwickelt, das Nachdruck auf die Primärbetreuung legt. Die Anwendung einiger der erfolgreichsten gesundheitlichen Politik-Richtlinien von Kuba könnte den ersten Schritt zur Normalisierung der Beziehungen darstellen. Der Kongress könnte das Medizininstitut beauftragen, die Erfolge des kubanischen Gesundheitssystems zu untersuchen und außerdem nachzuforschen, wie eine neue Ära der Kooperation zwischen den US-amerikanischen und kubanischen Wissenschaftlern begonnen werden kann.“
Das Nachrichtenportal Tribuna Latina veröffentlichte seinerseits kürzlich einen Artikel über das neue Einwanderungsgesetz in Arizona:
„Gemäß einer von der Kette CBS und der Tageszeitung ‘The New York Times’ veröffentlichten Umfrage sind 51 Prozent der Befragten der Meinung, dass das Gesetz den angebrachten Standpunkt bezüglich der Immigration darstellt, während 9 Prozent meinen, dass in dieser Angelegenheit noch weiter gegangen werden müsste. Demgegenüber meinen 36 Prozent, dass man in Arizona ‘zu weit’ gegangen ist.“
„…zwei von drei Republikanern unterstützen die Maßnahme“ […] „während nur 38 Prozent der Demokraten sich für das Gesetz äußern…“
„Andererseits hat je einer von zweien anerkannt, dass es ‘sehr wahrscheinlich’ ist, dass infolge jener Norm ‘Personen bestimmter ethnischer bzw. Rassengruppen mit größerer Häufigkeit als andere’ festgenommen werden könnten und 78 Prozent hat anerkannt, dass dies eine größere Belastung für die Polizei bedeuten wird.
Ebenso sehen 70 Prozent für wahrscheinlich an, das infolge dieser Maßnahme die Anzahl der illegalen Ansässigen und die Ankunft neuer Immigranten in das Land abnehmen werden…“
Am Donnerstag, den 6. Mai 2010 wurde in Argenpress unter dem Titel „Arizona, ein Hungerleider der sich wichtig tut“ ein Artikel der Journalistin Vicky Peláez veröffentlicht, der damit beginnt, einen Ausspruch von Franklin D. Roosevelt zu zitieren: „Erinnere dich daran, erinnere dich immer daran, dass wir alle Nachkommen von Einwanderern und Revolutionären sind.“
Es ist ein so gut verfasstes Dokument, dass ich diese Reflexion nicht beenden möchte, ohne es einzuschließen.
„Die Massendemonstrationen dieses 1. Mai in Ablehnung des in Arizona verabschiedeten, Unheil bringenden Einwanderer feindlichen Gesetzes haben ganz Nordamerika erschüttert. Gleichzeitig haben tausende US-Bürger, Politiker, Juristen, Künstler und Bürgerorganisationen von der Bundesregierung gefordert, das Gesetz SB1070, das den Gesetzen von Nazideutschland bzw. denen von Südafrika während des Apartheid ähnelt, für verfassungswidrig zu erklären.
Jedoch wollen trotz des starken Drucks gegen das unheilvolle Gesetz weder die Regierung noch 70 Prozent der Einwohner jenes Staates die Schwere der dadurch geschaffenen Situation anerkennen, dass die illegalen Einwanderer zu den Schuldigen der derzeitigen ernsthaften Wirtschaftskrise gemacht werden. Während sie Barack Obama um Geld bitten, um 15 000 Polizisten zu bezahlen, machen sie ihre rassistische Politik radikaler. Die Gouverneurin Jan Brewer hat erklärt, dass ‘die illegale Einwanderung die Zunahme der Kriminalität mit sich bringt und das Entstehen des Terrorismus im Staat’.
Die illegalen Einwanderer den Terroristen gleichzusetzen genehmigt der Polizei, allein aufgrund der Hautfarbe auf Menschen zu schießen, oder wegen ihrer Kleidung, aufgrund dessen, was sie in den Händen halten oder sogar wegen ihrer Gangart. Ohne Zweifel wird das ebenfalls negative Auswirkungen auf die 280 000 einheimischen Amerikaner haben, die ausgegrenzt und in äußerster Armut leben, sowie auf weitere Minderheiten außer den Hispanoamerikanern, die Zufluchtsort und Arbeit in diesem kargen Gebiet der USA gefunden haben.
Dem Republikaner Pat Buchanan folgend, der sagt: ‘die Vereinigten Staaten müssen den Kreuzzug zur Befreiung Nordamerikas von den barbarischen Horden hungriger Ausländer, die Träger exotischer Krankheiten sind, verstärken’ hat die Gouverneurin Brewer, nachdem sie gegen illegale Tagesarbeiter, Bauarbeiter, Hausangestellte, Gärtner und Reinigungsangestellte gewettert hatte, ihre Kampagne gegen die Lehrer hispanoamerikanischer Herkunft gerichtet.
Gemäß ihrer neuen Verordnung dürfen die Lehrer mit einem starken Akzent nicht an den Schulen lehren. Aber dort hört ihr Kreuzzug nicht auf, denn die ‘ethnische Reinigung’ aller vorhergehenden Zeiten war immer von der Ideologie begleitet. Ab sofort sind alle ‘ethnischen Untersuchungen und Projekte’ an den Schulen abgeschafft. Ebenso wird der Unterricht solcher Themen verboten, die die den Groll gegen eine Rasse bzw. soziale Klasse fördern könnten. Das bedeutet, die Kenntnisse zu politisieren, indem die vom US-amerikanischen System geschaffenen Mythen in Wirklichkeit verwandelt werden. Das bedeutet ebenfalls, solche in den USA am meisten geachteten Denker wie Alexis de Tocqueville des Landes zu verweisen. Dieser hat 1835 gesagt, dass ‘der Ort, wo ein Angloamerikaner seinen Fuß hingesetzt hat, für immer sein eigen werden wird. Die Provinz Texas gehört noch den Mexikanern, aber bald wird es keinen Mexikaner mehr dort geben. Und so wird es mit jeglichem Ort geschehen’ .
Das einzige Bewusstsein der Rassisten ist der Hass und die einzige Waffe, um ihn zu besiegen, ist die Solidarität der Menschen. Jener Staat ist schon einmal besiegt worden, als er sich weigerte, den Martin-Luther- King-Tag als Feiertag zu begehen, der Boykott war nachdrücklich und schlagkräftig...“
Fidel Castro Ruz
7. Mai 2010
18:15 Uhr
Unsere Zeit zeichnet sich durch eine nie da gewesene Tatsache aus: die der Welt durch den Imperialismus aufgebürdete Bedrohung für das Überleben der menschlichen Gattung.
Diese traurige Wahrheit dürfte niemanden überraschen. In den letzten Jahrzehnten war zu beobachten, wie sich das beschleunigte und zwar in einem kaum vorauszusehenden Tempo.
Bedeutet das etwa, dass Obama ein Verantwortlicher bzw. Förderer jener Bedrohung ist? Nein! Das zeigt lediglich, dass er sich der Realität verschließt und diese weder überwinden will noch könnte. Er träumt viel mehr irreale Dinge in einer irrealen Welt. „Ideen ohne Worte, Worte ohne Sinn“, so drückte es ein hervorragender Dichter aus.
Auch wenn der US-amerikanische Schriftsteller Gay Talese, der als einer der wichtigsten Vertreter des neuen Journalismus angesehen wird, am 5. Mai versichert hat – wie eine europäische Nachrichtenagentur berichtete – dass Barack Obama das Beste der Geschichte der Vereinigten Staaten im letzten Jahrhundert verkörpert, dem in einigen Aspekten zugestimmt werden könnte, so verändert das absolut nicht die objektive Wirklichkeit des menschlichen Schicksals.
Es ereignen sich Dinge wie die gerade geschehene ökologische Katastrophe im Golf von Mexiko, die zeigt, wie wenig die Regierungen gegen diejenigen ausrichten können, die das Kapital kontrollieren, die sowohl in Europa als auch in den Vereinigten Staaten diejenigen sind, die über die Wirtschaft auf unserem globalisierten Planeten das Schicksal der Völker bestimmen. Wir wollen das am Beispiel der Maßnahmen veranschaulichen, die vom Kongress der Vereinigten Staaten selbst ausgehen und von den einflussreichsten Medien jenes Landes und von Europa veröffentlicht wurden, und zwar werden wir sie so zitieren, wie sie über Internet verbreitet wurden, ohne ein Wort zu verändern.
„Der Rundfunk- und der Fernsehsender Martí (Radio and TV Martí) lügen, indem sie Informationen ohne jegliche Grundlage verbreiten, wird in einem Bericht des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten des US-Senats anerkannt, der empfiehlt, dass beide Sender endgültig aus Miami zurückgezogen und nach Washington umgesiedelt werden, damit sie ‘voll und ganz’ dem propagandistischen Apparat des Voice of America (Stimme von Amerika) eingefügt werden.
Außer der Tatsache, dass sie ihr Publikum betrügen,“ […] „verwenden beide Sender ‘eine beleidigende und hetzerische Sprache’, welche sie diskreditiert.
Nach 18 Jahren haben es der Rundfunk- und der Fernsehsender Martí nicht erreicht, ‘wahrnehmbar Einfluss auf die kubanische Gesellschaft zu nehmen bzw. die kubanische Regierung zu beeinflussen’…”
„Der am heutigen Montag veröffentlichte Bericht empfiehlt, das Büro für Übertragungen nach Kuba (OCB) (Office of Cuba Broadcasts - OCB) mit der Voice of Amerika, dem offiziellen Propaganda-Rundfunksender der Regierung der Vereinigten Staaten zu verschmelzen.
‘Nichtbeachtung der traditionellen journalistischen Normen, eine sehr kleine Zuhörerschaft, Interferenz des Senders seitens der kubanischen Regierung und Behauptungen von Nepotismus und Vetternwirtschaft haben das Programm von Anfang an beeinträchtigt’, hat der vom Senator John Kerry, der Demokratischen Partei, geleitete Ausschuss anerkannt.”
„Der Ausschuss empfiehlt, die zwei Sender schnellstens aus Miami herauszuholen, und unterstreicht die Notwendigkeit, das Personal auf ausgeglichenere Art und Weise auszusuchen, um ein entpolitisiertes und professionelles ‘Produkt’ zu erreichen, schätzten die Senatoren ein.
Der Bericht Kerry nimmt Bezug auf Alberto Mascaró, Neffe der Ehefrau von Pedro Roig, Generaldirektor von Radio and TV Martí, der – dank seiner Verwandten – als Direktor des Lateinamerika-Service des Voice of America angestellt wurde.
Das Dokument berichtet ausführlich, wie der ehemalige Direktor für Programmgestaltung des Fernsehsenders TV Martí im Februar 2007 ‘zusammen mit einem Verwandten eines Kongressmitglieds’ ihre Schuldhaftigkeit wegen Annahme von circa 112 000 Dollar an von einem Unternehmer des OCB gezahlten illegalen Provisionen vor einem Bundesgericht gestanden hat. Der ehemalige Mitarbeiter des OCB wurde zu 27 Monaten Gefängnis und zu einer Geldstrafe von 5 000 Dollar verurteilt, da er ‘50 Prozent der von der Firma Perfect Image für die Produktion von Programmen gezahlten Gesamtsumme für sich beansprucht hatte’.“
Soweit der von Jean Guy Allard auf der Website Telesur veröffentlichte Artikel.
Ein weiterer Artikel, unterzeichnet von den US-amerikanischen Professoren der Stanford University (Kalifornien) Paul Drain und Michele Barry, wiedergegeben auf der Internetseite Rebelión, berichtet Folgendes:
„Die US-amerikanische Handelsblockade gegen Kuba, die verkündet wurde, nachdem die Revolution von Fidel Castro das Batista-Regime gestürzt hatte, erreicht im Jahr 2010 ihr 50jähriges Bestehen. Ihre ausdrückliche Zielstellung hat darin bestanden, dem kubanischen Volk zu helfen, die Demokratie zu erreichen, aber in einem Bericht des US-Senats von 2009 wurde die Schlussfolgerung gezogen, dass ‘die einseitige Blockade gegen Kuba gescheitert ist’.“
„…Trotz der Blockade hat Kuba bessere Ergebnisse im Gesundheitswesen erreicht, als die Mehrheit der lateinamerikanischen Länder, vergleichbar mit denen der Mehrheit der entwickelten Länder. Kuba hat unter den 33 Ländern von Lateinamerika und der Karibik die höchste mittlere Lebenserwartung (78,6 Jahre) und die größte Anzahl von Ärzten pro Kopf, d.h. 59 Ärzte auf 10000 Einwohner, sowie die geringste Säuglingssterblichkeit (5,0 pro 1000 Lebendgeborene) und Kindersterblichkeit (7,0 pro 1000 Lebendgeborene).
Im Jahr 2006 hat die kubanische Regierung 355 Dollar pro Einwohner für das Gesundheitswesen aufgewendet“ […] „Der jährliche Aufwand im Gesundheitswesen für einen US-Bürger betrug im selben Jahr 6714 Dollar […] Kuba hat ebenfalls geringere Gesundheitsfonds als die Mehrheit der europäischen Länder aufgewandt. Aber die geringen Kosten für Gesundheitspflege erklären nicht die Erfolge von Kuba, die auf den größeren Nachdruck auf die Krankheitsverhütung und die Primärversorgung zurückgeführt werden könnten, welche die Insel während der US-amerikanischen Handelsblockade gepflegt hat.
Kuba besitzt eines der fortgeschrittensten Systeme der Welt zur vorbeugenden Primärkrankenpflege. Durch die Erziehung der Bevölkerung zur Krankheitsverhütung und Gesundheitsförderung sind die Kubaner weniger von medizinischen Erzeugnissen abhängig, um ihre Bevölkerung gesund zu erhalten. Das Gegenteil davon geschieht in den USA, die enorm von medizinischen Vorräten und Technologien abhängen, um ihre Bevölkerung gesund zu erhalten, und außerdem auf Kosten eines sehr hohen wirtschaftlichen Aufwands.“
„Kuba besitzt eine der höchsten Impfraten der Welt und eine der höchsten Raten an von Fachleuten des Gesundheitswesens betreuten Entbindungen. Die in den Arztpraxen, den Polikliniken und den größten regionalen und nationalen Krankenhäusern gebotene medizinische Betreuung ist kostenlos für die Patienten...“
„Im März 2010 hat der Kongress der USA einen Gesetzesentwurf vorgelegt, um die Gesundheitssysteme zu stärken und die Entsendung von Experten des Gesundheitswesens in Entwicklungsländer zu erweitern“ […] „Kuba schickt ebenfalls weiterhin Ärzte, damit diese in einigen der ärmsten Ländern des Planeten arbeiten, eine Praxis, die 1961 begonnen wurde.“
„An der inneren US-amerikanischen Front besteht aufgrund der kürzlich einer Gesundheitsreform gegebenen Impulse die Möglichkeit, von Kuba solch gültige Lektionen zu lernen, wie man ein wirklich universelles Gesundheitssystem entwickelt, das Nachdruck auf die Primärbetreuung legt. Die Anwendung einiger der erfolgreichsten gesundheitlichen Politik-Richtlinien von Kuba könnte den ersten Schritt zur Normalisierung der Beziehungen darstellen. Der Kongress könnte das Medizininstitut beauftragen, die Erfolge des kubanischen Gesundheitssystems zu untersuchen und außerdem nachzuforschen, wie eine neue Ära der Kooperation zwischen den US-amerikanischen und kubanischen Wissenschaftlern begonnen werden kann.“
Das Nachrichtenportal Tribuna Latina veröffentlichte seinerseits kürzlich einen Artikel über das neue Einwanderungsgesetz in Arizona:
„Gemäß einer von der Kette CBS und der Tageszeitung ‘The New York Times’ veröffentlichten Umfrage sind 51 Prozent der Befragten der Meinung, dass das Gesetz den angebrachten Standpunkt bezüglich der Immigration darstellt, während 9 Prozent meinen, dass in dieser Angelegenheit noch weiter gegangen werden müsste. Demgegenüber meinen 36 Prozent, dass man in Arizona ‘zu weit’ gegangen ist.“
„…zwei von drei Republikanern unterstützen die Maßnahme“ […] „während nur 38 Prozent der Demokraten sich für das Gesetz äußern…“
„Andererseits hat je einer von zweien anerkannt, dass es ‘sehr wahrscheinlich’ ist, dass infolge jener Norm ‘Personen bestimmter ethnischer bzw. Rassengruppen mit größerer Häufigkeit als andere’ festgenommen werden könnten und 78 Prozent hat anerkannt, dass dies eine größere Belastung für die Polizei bedeuten wird.
Ebenso sehen 70 Prozent für wahrscheinlich an, das infolge dieser Maßnahme die Anzahl der illegalen Ansässigen und die Ankunft neuer Immigranten in das Land abnehmen werden…“
Am Donnerstag, den 6. Mai 2010 wurde in Argenpress unter dem Titel „Arizona, ein Hungerleider der sich wichtig tut“ ein Artikel der Journalistin Vicky Peláez veröffentlicht, der damit beginnt, einen Ausspruch von Franklin D. Roosevelt zu zitieren: „Erinnere dich daran, erinnere dich immer daran, dass wir alle Nachkommen von Einwanderern und Revolutionären sind.“
Es ist ein so gut verfasstes Dokument, dass ich diese Reflexion nicht beenden möchte, ohne es einzuschließen.
„Die Massendemonstrationen dieses 1. Mai in Ablehnung des in Arizona verabschiedeten, Unheil bringenden Einwanderer feindlichen Gesetzes haben ganz Nordamerika erschüttert. Gleichzeitig haben tausende US-Bürger, Politiker, Juristen, Künstler und Bürgerorganisationen von der Bundesregierung gefordert, das Gesetz SB1070, das den Gesetzen von Nazideutschland bzw. denen von Südafrika während des Apartheid ähnelt, für verfassungswidrig zu erklären.
Jedoch wollen trotz des starken Drucks gegen das unheilvolle Gesetz weder die Regierung noch 70 Prozent der Einwohner jenes Staates die Schwere der dadurch geschaffenen Situation anerkennen, dass die illegalen Einwanderer zu den Schuldigen der derzeitigen ernsthaften Wirtschaftskrise gemacht werden. Während sie Barack Obama um Geld bitten, um 15 000 Polizisten zu bezahlen, machen sie ihre rassistische Politik radikaler. Die Gouverneurin Jan Brewer hat erklärt, dass ‘die illegale Einwanderung die Zunahme der Kriminalität mit sich bringt und das Entstehen des Terrorismus im Staat’.
Die illegalen Einwanderer den Terroristen gleichzusetzen genehmigt der Polizei, allein aufgrund der Hautfarbe auf Menschen zu schießen, oder wegen ihrer Kleidung, aufgrund dessen, was sie in den Händen halten oder sogar wegen ihrer Gangart. Ohne Zweifel wird das ebenfalls negative Auswirkungen auf die 280 000 einheimischen Amerikaner haben, die ausgegrenzt und in äußerster Armut leben, sowie auf weitere Minderheiten außer den Hispanoamerikanern, die Zufluchtsort und Arbeit in diesem kargen Gebiet der USA gefunden haben.
Dem Republikaner Pat Buchanan folgend, der sagt: ‘die Vereinigten Staaten müssen den Kreuzzug zur Befreiung Nordamerikas von den barbarischen Horden hungriger Ausländer, die Träger exotischer Krankheiten sind, verstärken’ hat die Gouverneurin Brewer, nachdem sie gegen illegale Tagesarbeiter, Bauarbeiter, Hausangestellte, Gärtner und Reinigungsangestellte gewettert hatte, ihre Kampagne gegen die Lehrer hispanoamerikanischer Herkunft gerichtet.
Gemäß ihrer neuen Verordnung dürfen die Lehrer mit einem starken Akzent nicht an den Schulen lehren. Aber dort hört ihr Kreuzzug nicht auf, denn die ‘ethnische Reinigung’ aller vorhergehenden Zeiten war immer von der Ideologie begleitet. Ab sofort sind alle ‘ethnischen Untersuchungen und Projekte’ an den Schulen abgeschafft. Ebenso wird der Unterricht solcher Themen verboten, die die den Groll gegen eine Rasse bzw. soziale Klasse fördern könnten. Das bedeutet, die Kenntnisse zu politisieren, indem die vom US-amerikanischen System geschaffenen Mythen in Wirklichkeit verwandelt werden. Das bedeutet ebenfalls, solche in den USA am meisten geachteten Denker wie Alexis de Tocqueville des Landes zu verweisen. Dieser hat 1835 gesagt, dass ‘der Ort, wo ein Angloamerikaner seinen Fuß hingesetzt hat, für immer sein eigen werden wird. Die Provinz Texas gehört noch den Mexikanern, aber bald wird es keinen Mexikaner mehr dort geben. Und so wird es mit jeglichem Ort geschehen’ .
Das einzige Bewusstsein der Rassisten ist der Hass und die einzige Waffe, um ihn zu besiegen, ist die Solidarität der Menschen. Jener Staat ist schon einmal besiegt worden, als er sich weigerte, den Martin-Luther- King-Tag als Feiertag zu begehen, der Boykott war nachdrücklich und schlagkräftig...“
Fidel Castro Ruz
7. Mai 2010
18:15 Uhr
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