Reflexionen des Genossen Fidel: Mein Treffen mit Leonel Fernández, Präsident der Dominikanischen Republik
Es fand am 2. März, um 16:58 Uhr statt.
Ich habe ihn in der Dominikanischen Republik kennen gelernt, als er zum ersten Mal zum Präsidenten gewählt wurde. Er war mir gegenüber besonders zuvorkommend. Er sprach über seine ersten Bemühungen zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit bei der Stromerzeugung auf der Grundlage eines viel geringeren Heizöl-Verbrauchs, da dessen Preise schnell anstiegen.
Niemand hat ihm das Amt geschenkt; er hat es über eine Art natürliche Auslese erreicht. Er stieg in dem Maße politisch auf, in dem sich die geschichtlichen Ereignisse entwickelten.
Als Sohn einer dominikanischen Frau, die – wie viele ihrer Mitbürger – in die Vereinigten Staaten emigriert war, wurde er zusammen mit seinem Bruder in die Stadt New York gebracht, wo er Lesen und Schreiben erlernte.
Er hatte das Glück, dass seine Mutter die Probleme ihres Vaterlandes nicht aus den Augen verlor und ihm revolutionäre Meinungen und Urteilsvermögen vermittelte, die ihn auf die neuen Zeiten vorbereiteten, welche das dominikanische Volk erlebte.
Auf anderen Wegen als ich gelangte er zu eigenen Meinungen, die seine Haltung in ähnlichen und zugleich ganz anderen Situationen bestimmten, als die von mir 23 Jahre früher in Kuba erlebten, als ich vor Vollendung des sechsten Lebensjahrs bei einer jungen Lehrerin und ihren zwei Schwestern lebte, die ohne Zweifel zum Kleinbürgertum von Santiago de Cuba gehörten und unter recht ärmlichen Bedingungen existierten, nachdem die eine an einer Universität von Haiti – des Landes, welches Kuba und dem Vaterland von Leonel Fernández am nächsten gelegen ist - Medizin, die andere den Lehrerberuf und die dritte Klavier studiert hatten.
Ich habe in Santiago de Cuba die harte Erfahrung gemacht, was Hunger bedeutet, ohne zu wissen, worin dieser bestand, da ich ihn für einen riesigen und ungewöhnlichen Appetit hielt. Dort habe ich mit Erstaunen zum ersten Mal eine Stadt gesehen, und die Lehrerin, die während des Regimes von Machado in der Schule von Birán unterrichtete, hatte kein gesichertes Gehalt, aber eine gute finanzielle Unterstützung durch meine Familie, und sie überzeugte diese, mich nach Santiago zu schicken.
Dank des roten Umschlags eines Schulhefts lernte ich addieren, subtrahieren und multiplizieren, bevor ich Lesen und Schreiben konnte. So begann ich die Vorstellungskraft zu entwickeln, aber ich verlor zwei Jahre, die ich später unter Anstrengungen wieder aufholte.
Vielleicht versteht man auf diese Art besser mein Interesse an einem Gespräch mit Leonel im Licht der heutigen Zeit.
Ich lernte Juan Bosch, Historiker und berühmte dominikanische Persönlichkeit, im Jahr 1946 kennen, als ich noch keine 20 Jahre alt, Jura-Student im zweiten Studienjahr und Studentenführer jener Fakultät sowie außerdem Vorsitzender der Organisation für Solidarität mit der dominikanischen Demokratie war, in Unterstützung jenes mutigen Volkes gegen die Trujillo-Tyrannei, die von den US-amerikanischen Kräften errichtet worden war, im Jahr 1928 auf der Insel interveniert hatten.
Bosch und ich gehörten zum Bataillon Sandino – benannt nach dem Helden von Nikaragua, der gegen die Yankee-Eingreifstruppen kämpfte und deshalb, als Folge von einem weiteren imperialistischen Eingreifen in jenem zentralamerikanischen Land, ermordet wurde.
Der anerkannte dominikanische Intellektuelle war nicht der Chef jener Expeditionsgruppe. Sie stand unter Führung von anderen dominikanischen Politikern. Sie handelten fast alle in ehrlicher Absicht, waren aber von den Ideen und Interessen bestimmter Klassen bewegt, einschließlich der Oligarchie und Bourgeoisie.
Das Schlimmste besteht darin, dass von Seiten Kubas die korruptesten Elemente der Partido Revolutionario Cubano (Auténtico) [Revolutionäre Kubanische Partei (Authentisch)] die Leitung innehatten. Diesen Namen hatten sie sich von der von Martí zum Kampf um die Unabhängigkeit von Kuba und Puerto Rico – den beiden letzten kolonialen Enklaven von Spanien in Lateinamerika zu Ende des 19. Jahrhunderts - geschaffenen Revolutionären Kubanischen Partei angeeignet.
Niemand verstand das verworrene Kauderwelsch des Physiologie-Professors Grau San Martín, Erbe der von Antonio Guiteras ausgelösten Revolution. Guiteras war Innenminister der revolutionären Regierung gewesen, welche nach dem Sturz der Regierung des Tyrannen Machado im Jahr 1933 gebildet wurde.
Der schon erwähnte unwissende Hunger vervollständigte das Bild.
Zum Zeitpunkt des Sieges der Revolution am 1. Januar 1959 war Leonel seinerseits gerade sechs Jahre alt.
Jiménez Moya, der zusammen mit anderen dominikanischen Revolutionären in unmittelbarere Nähe der Sierra Maestra mit einem venezolanischen Zivilflugzeug landete, in dem er 150 halbautomatische Garand-Gewehre mitbrachte, die neun Patronen des Typs 30.06 pro Ladestreifen abschossen und ein von Admiral Larrazábal – dem Vorsitzenden der venezolanischen Provisorischen Regierung nach dem Sturz des Yankee-freundlichen Diktators Pérez Jiménez - persönlich geschicktes FAL-Gewehr, schloss sich zusammen mit anderen seiner Landsleute unseren Kräften an, als wir die letzten Kämpfe im Ostteil von Kuba austrugen.
Bei der Belagerung durch ein feindliches Bataillon einer gut trainierten Spezialtruppe wurde er schwer verletzt. Durch die Behandlung unserer Ärzte kam er wieder zu Kräften und war bereit, am 14. Juni 1959 in Santo Domingo operiert zu werden.
An jenem Tag landeten 56 dominikanische Kämpfer um 18:20 Uhr auf dem Trujillo-Militärflughafen von Constanza, da ihnen zu jenem Zeitpunkt keine andere Alternative blieb, als es an dieser Stelle zu tun und nicht am vorgesehenen Ort. Sie starben fast alle nach heldenhaftem Kampf.
Weitere 169 kamen Tage später auf dem Seeweg an und erlitten dasselbe Schicksal. Die von den Kämpfern selbst ausgearbeitete und durch sie koordinierte Idee konnte nicht in die Tat umgesetzt werden. Der Gegner griff wie immer zu Folter und Terror. Das ist eine Geschichte, die zu schreiben noch aussteht.
Das in unseren Kämpfen um die Unabhängigkeit und in den 50er und 60er Jahren gemeinsam vergossene Blut hat unsere Völker für immer vereint.
Schon unter der Eisenhower-Regierung wurde das Land nach dem Sieg der Revolution in Kuba einer eisernen Wirtschaftsblockade unterworfen, einer wilden Terrorkampagne ausgesetzt und schließlich von kubanischen Söldnertruppen über die Schweinebucht in Girón angegriffen.
Im Jahr 1965 lehnt sich Oberst Francisco Caamaño Deñó gegen die Trujillo-Militärs auf und fordert die Rückkehr von Juan Bosch ins Amt, der im Dezember 1961 vom Volke zum Präsidenten gewählt worden war. Ihm und den Offizieren und Soldaten schließt sich eine Gruppe von Revolutionären an, die in Kuba trainiert hatten.
Der dominikanische Kongress wählt ihn zum Präsidenten jenes Landes.
Die von den Ereignissen aufgeschreckte imperialistische US-Regierung sendet die 82. Luftlandedivision und mehr als 40 000 Mann der Marineinfanterie, um die Insel zu besetzen.
Caamaño hat jene mächtige Invasionskräfte im Zaum gehalten und diese so unaufhörlich angegriffen, dass sie gezwungen waren, zu verhandeln. Er hatte geschworen, dass er niemals kapitulieren würde. Als jene eine Vereinbarung mit solchen Garantien unterzeichnet hatten, die sie niemals erfüllten, hat Oberst Caamaño das Hoheitsgebiet verlassen und wurde von der Regierung zum Militärattaché in London ernannt.
Aber er war nicht jene Art Mensch, der sich mit dieser Aufgabe abfindet. Er wollte nach Santo Domingo zurückkehren, um gegen die Unterdrücker seines Volkes zu kämpfen. Er hat sich an uns gewandt und um unsere Kooperation gebeten.
Wir wollten auch nicht, dass er jeden Augenblick ums Leben käme, wir hätten günstigere Umständen gewünscht, aber unser Wort war heilig.
Er hat eine Zeit bei uns gelebt, gestützt auf das Versprechen, ihm die Rückkehr mit den Waffen in der Hand zu ermöglichen, sobald er es entscheiden würde.
Wir werden immer mit großer Ehre das Vertrauen bewahren, das er in unser Volk gesetzt hat.
Das ist eine weitere Geschichte, die mit der erforderlichen Genauigkeit noch geschrieben werden muss.
Mir war bekannt, dass Leonel unter anderem die Kultur unseres Volkes bewundert. Deshalb habe ich mir erlaubt, ihm eine Seite mit 26 Zeilen vorzulegen, die eine sehr kurze Geschichte des schwarzen Dichters Gabriel de la Concepción Valdés enthalten, bekannt als Plácido, dessen Verhaftung zusammen mit anderen seiner Hautfarbe sich am 1. März 2009 erneut jährte. Er wurde beschuldigt, sich gegen die Weißen zu verschwören und nach vier Monaten Haft wurde er am 29. Juni 1844 hingerichtet.
So war das Gerechtigkeitskonzept, das vom spanischen Imperium jahrhundertenlang in Quisqueya und Kuba angewandt wurde.
Als ich die 6. Grundschul-Klasse der Jesuitenschule Colegio Dolores besuchte, habe ich das bekannte Gebet an Gott des genialen Dichters kennengelernt, an das ich mich immer erinnere.
Leonel hat es gelesen. An seiner Seite war Genosse Esteban Lazo, Mitglied des Politbüros, dem vor kurzem von der Partei zugewiesen wurde, den 200. Jahrestag der Geburt des Dichters zu organisieren, Feierlichkeiten, die in 15 Tagen beginnen.
Mich ermuntert es zu wissen, dass unser Volk das Leben, die Ideen und die unübertrefflichen Verse von Plácido kennen lernen wird.
Das Gespräch mit Leonel erreichte seinen Höhepunkt, als es auf das Thema der Kosten der jetzigen Krise zu sprechen kam. Ab diesem Augenblick hört sein Kopf keine einzige Minute auf, Gedanken auszuarbeiten, um in genauen Zahlen jedes der Hauptkapitel der Kosten der jetzigen Krise zu erläutern.
Er beginnt mit der Erklärung der fast universellen Verwirrung und Verwechslung zwischen der Bedeutung der Billion im Englischen und der Billion im Spanischen.
Eine englische Billion bedeutet lediglich eine Milliarde (Tausend Millionen).
Im Spanischen bedeutet Billion eine Million Millionen.
Bei den Mitteilungen und den Zahlen der Agenturmeldungen und der Artikel wird eine enorme Verwirrung ausgelöst.
Deshalb wendet Leonel das Wort Trillion an, um die US-Billion zu bezeichnen, deren genaue Bedeutung einer Million Millionen entspricht.
Wenn er das BIP der Vereinigten Staaten erwähnt, das fast Fünfzehn Millionen Millionen (= Fünfzehn Billionen) beträgt, sagt er dies in dem er feststellt, dass das BIP jener mächtigen Nation sich auf knapp 15 Trillionen Dollar (= Fünfzehn Billionen) beläuft.
Nachdem dieser Klarstellung hört er keine einzige Minute auf zu erläutern, wie viel Bush beim Irak-Krieg ausgegeben hat, was dem jährlichen Haushalts-Defizit jenes Landes hinzugefügt wurde. Das rechnet er Schritt für Schritt bis zum kommenden 19. März. Unmittelbar danach fügt er den Bush-Rettungsplan hinzu und anschließend den Obama-Rettungsplan und so weiter.
In diesem Fall beschränkt er sich auf die Kosten der Krise in den Vereinigten Staaten. Dann beginnt er zu rechnen, was das in den europäischen Ländern kostet, zuerst in denen der Eurozone, die von der Europäischen Zentralbank unterstützt werden, und an zweiter Stelle in allen osteuropäischen Ländern und zuletzt in Großbritannien und Schweden.
Ohne abzubrechen beginnt Leonel, die Kosten in den anderen Ländern der Welt durchzugehen.
Er vergleicht das BIP von den Vereinigten Staaten mit dem der anderen Länder. Er zählt alle zusammen. Er berechnet das Defizit in jedem einzelnen von ihnen. Dann berechnet er die Bankdarlehen zur Unterstützung der Produktion von jedem Produktionsunternehmen, wie oft das in den Banken aufbewahrte Geld geliehen wird, die Gesamtsumme der Darlehen, die toxische Nebenprodukte erzeugen, und den Betrag der eine Höhe erreicht, die sich auf Hunderte Trillionen Dollar (Billionenwerte in dreistelliger Größenordnung) beläuft.
Die Finanzspekulation herrscht überall, behauptet Leonel.
„Bei der Spekulation handeln Personen, die nichts produzieren.
Einer verkauft Erdöl, das von ihm nicht hergestellt wird und der andere kauft Erdöl, das er nicht zu verbrauchen gedenkt“.
Das Gleiche geschieht mit den Nahrungsmitteln.“
So geschieht es mit Allem."
Die Hypothek wird ein Besitztitel, der auf dem Markt gehandelt wird, sagt er weiter, ohne dass der Hausbesitzer es erfährt. Dieser kann seine Wohnung aufgrund von einem Geschäft verlieren, das in einem fernen Land durchgeführt wird.
„Der Neoliberalismus bricht von selbst zusammen.
Die Prinzipien des Keynesianismus wieder aufzunehmen wird die aktuelle Krise nicht lösen.“
Das bedeutet, man muss neue Ideen suchen.“
Leonel weiß, dass die Zahlen bedrückend sind. Er hält es für notwendig, dass man diese Beträge versteht, auch wenn sie absurd scheinen und verspricht, mehr Angaben zu liefern.
Ich würde Leonels These genau so, wie er die Sachen sieht, definieren: Der Kapitalismus ist ein System, das durch alle Poren giftige Toxine schwitzt.
Aus der Leidenschaft, mit der seine Stimme zu hören ist, schließe ich, dass die Yankees die Arithmetik verfluchen, die sie Leonel damals, in New York beibrachten, als er Lesen und Schreiben gelernt hat.
Andererseits, das mächtige Organ der internationalen Finanzen, The Wall Street Journal, veröffentlichte am 2. März einen Zeitungsartikel von Tunku Varadarajan, wo dieser bestätigt, dass Nouriel Roubini, der ökonomische Guru, immer noch behauptet, dass ein befristeter Eingriff die beste Lösung für die Finanzkrise ist.
„Nouriel Roubini trägt immer Weiß und Schwarz. Ich kenne ihn seit fast zwei Jahren und ich habe ihn zu verschiedenen Anlässen gesehen: Auf dem Weg zum Unterricht in der Stern Business-Schule der Universität New York, wo er als Professor tätig ist; beim Wein-Trinken in seiner Lobby; im Viertel Tribeca, in Manhattan; in einer akademischen Konferenz, klugerweise im Podium sitzend; um 3 Uhr früh bei einem Bohemien-Fest im Viertel Greenwich Village.“
„Er trägt immer einen schwarzen Anzug mit einem weißen Leinenhemd.“
Roubini ist der Eigentümer der Beratungsfirma Roubini Global Economics mit Sitz im Zentrum von New York. Heutzutage ist er die meistgefragte Person der wichtigsten Presseorgane der Vereinigten Staaten bezüglich der Krise.
„Die Idee, dass die Regierung viele Billionen Dollar für die Rettung von Finanzinstituten zahlen und weiterhin Ausgaben für uneintreibbare Aktiva machen soll, ist nicht attraktiv, da in diesem Fall der Steueraufwand viel größer ist, und so sieht man die Nationalisierung als etwas Pragmatisches an anstatt als bolschewistisch. Paradoxerweise ist der Vorschlag mehr an dem Markt orientiert, als die Alternative der Zombie-Banken:“
„Sind Sie etwa der Meinung, dass die obersten Sphären der US-amerikanischen Regierung empfänglich für die Idee der Nationalisierung der Banken sind? ‚Ich denke ja’, behauptet Roubini ohne zu zögern. ‚Personen wie Lindsey Graham (konservativer republikanischer Senator) und Alan Greenspan (ehemaliger Präsident der Schatzkammer) haben ihr ausdrücklich ihren Segen gegeben. Das schützt Obama irgendwie.”
„Worin genau besteht schließlich die ökonomische Philosophie von Nouriel Roubini? ‚Ich glaube an die Marktwirtschaft’, bestätigt er mit gewissem Nachdruck. ‚Ich glaube, dass die Personen auf Anreize reagieren. Die Anreize sind wichtig und die Preise spiegeln die Art und Weise wieder, in der man die Sachen verteilen sollte. Aber ich glaube auch, dass die Marktwirtschaften manchmal Marktschwächen zeigen, und wenn das vorkommt, sollte man eine vorsichtige (nicht übermäßige) Regelung des Finanzsystems durchführen’“.
Greenspan hat sich in zwei Sachen vollkommen geirrt. Erstens hat er geglaubt, dass der Markt sich selbst reguliert; und zweitens, dass es keine Marktschwächen gibt.
Kurz gesagt, sowohl für Tunku Varadarajan, den Journalisten des The Wall Street Journal, als auch für Nouriel Roubini, den hervorragenden Fachmann, kann das kapitalistische System ohne Markt nicht funktionieren, aber der Markt muss ständig reguliert werden; d.h. der Staat muss beide Sachen absichern.
Ich verstehe die Betrübnis von Leonel, wenn er ernsthaft Überlegungen über die Krisenkosten anstellt. Die Gesellschaft selbst, die das entwickelte kapitalistische System vorangetrieben hat, weiß jetzt nicht, wie man das Problem angehen kann und ihre am meisten anerkannten Theorien setzen solche Ideen in Umlauf, wie die oben erklärten.
Mit der größten Gelassenheit kehrt er zu den konkretesten Problemen von Santo Domingo zurück und erklärt jede einzelne der Maßnahmen, die er für die nächsten Jahre zu treffen vorgesehen hat. Hierbei sind die Sozialfonds die Hauptsache. Er verteidigt kräftig die Idee, dass in den Sozialfonds der Länder Lateinamerikas die Abzüge aus den Reallöhnen der Arbeiter eine Kapitalquelle darstellen, die in den Händen des Staats Ressourcen akkumulieren kann, die ihren Wert nicht verlieren, da dieser mit jedem Jahr zunimmt.
Der Wert dieser Fonds würde ständig wachsen, wenn man sie in Wohnungen und andere entscheidende Dienstleistungen für die Bevölkerung investiert, abgerechnet einen Teil der lebendigen Arbeit, den man in diese jährlich investiert.
Bei der Verfolgung des Internationalen Ökonomentreffens über Globalisierung und Entwicklung habe ich an den ersten zwei Tagen wahrgenommen, dass viele der in Kuba zusammen getroffenen, international anerkannten Ökonomen sehr viel Wert auf die Suche einer Kapitalakkumulations-Quelle im Dienste der Gesellschaft gelegt haben, in der Hoffnung, diese von der jetzigen Krise zu befreien.
Plötzlich, vor so vielen Theorien und rettenden Lösungen, erinnere ich mich an andere Realitäten und frage mich:
Kann die Wissenschaft eine dringende Lösung zur Verhinderung des Wegschmelzens der Eismassen von Süd- und Nordpol finden, die offensichtlich ist, und dafür, dass die Atmosphäre die höchsten Temperaturen der letzten 700 000 Jahre erreicht, etwas, was den Vereinten Nationen und anderen angesehenen Institutionen bekannt ist?
Ich verstehe, dass diese Angaben einige Personen entmutigen können. Aber, ist es nicht schlimmer, sie zu ignorieren?
Trotzdem ging mein Gespräch mit Leonel nicht so zu Ende. Er hat mir gesagt, dass er nach Santiago de Cuba reisen wird, um Blumen am Fuß der Gedenktafel niederzulegen, wo sich die sterblichen Überreste unseres Nationalhelden befinden, der derjenige war, der in Montecristi erklärte, dass die abschließende Schlacht gegen die spanische Kolonialmacht begonnen habe, um Kuba und Puerto Rico zu befreien. Mit ihm ist Máximo Gómez gereist, der uns auf den kubanischen Schlachtfeldern den Machete-Kampf gelehrt und ihn perfektioniert hat.
Martí hat in Dos Rios die Losung in Umlauf gesetzt, die die zukünftigen Kämpfe unseres Volkes gegen die imperialistische Herrschaft in den Ländern Lateinamerikas angeleitet hat.
Bevor wir uns verabschiedeten, hat er mir gesagt: „Weißt du was? Ich will Kuba nicht verlassen, ohne die Moncada-Kaserne zu besuchen.” Ich hatte mich inmitten von so viel Geschichte nicht an diese Festung erinnert. Ich habe ihm nicht viele Kommentare gemacht und habe mich für sein Entgegenkommen bedankt. Er wollte ein Foto mit einer Digitalkamera. Man hat eine gesucht und uns fotografiert. Als er mir gesagt hat, dass er es nicht riskieren wollte, dass man ihn als Lügner darstellt, habe ich aus Spaß gesagt, dass niemand dieses Risiko eingehen wird, da alle wissen, dass ich in ein Flugzeug einsteigen und in einem Nachbarland landen könnte.
So ist die Zeit angenehm vergangen. Während ich diese Zeilen am Mittwoch, dem 4., geschrieben habe, hörte ich die feurigen Worte von Manuel Zelaya, dem Präsidenten von Honduras. Er hat am Treffen über Globalisierung und Entwicklung teilgenommen und gestern hat er bei diesem Treffen eine großartige Rede gehalten. Noch feuriger waren seine Worte zur Verurteilung der Blockade gegen Kuba; seine Redegewandtheit ist beeindruckend. Leider verlässt er das Land heute, ohne dass ich ihn begrüßen konnte. Das ist das zweite Mal, dass er Kuba besucht. Aber was kann ich dagegen machen, wo kann ich mehr Zeit finden?
Fidel Castro Ruz
4. März 2009
15:35 Uhr
Hier finden Sie chronologisch sortiert Reden und Schriften des kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro Ruz
Mittwoch, 4. März 2009
Dienstag, 3. März 2009
Gesunde Veränderungen im Ministerrat
Reflexionen des Genossen Fidel: Gesunde Veränderungen im Ministerrat
Einige Presseagenturen stehen angesichts der innerhalb der Exekutive vorgenommenen Veränderungen Kopf. Mehrere von ihnen berufen sich auf Gerüchte »aus der Bevölkerung« und sprechen von einem Auswechseln der »Männer von Fidel« durch »Männer von Raúl«.
Die meisten derjenigen, die durch andere ersetzt wurden, sind nie von mir vorgeschlagen worden. Fast ohne Ausnahme sind sie auf Vorschlag anderer Genossen der Partei- und Staatsführung zu ihren Ämtern gekommen. Ich habe mich niemals dieser Aufgabe angenommen.
Ich habe weder jemals die menschliche Intelligenz unterschätzt noch die Eitelkeit der Menschen.
Ich wurde bezüglich der Ernennung der gerade eingesetzten neuen Minister zu Rate gezogen und das, obwohl keine Norm diejenigen, die die Vorschläge unterbreiteten, zu diesem Verhalten gezwungen hat, da ich seit langem auf die Machtprivilegien verzichtet habe. Sie haben einfach als echte Revolutionäre, welche die Prinzipientreue in sich selbst vereinen, gehandelt.
Es wurde den bestimmten Kadern keinerlei Unrecht zugefügt.
Keiner der beiden in den Agenturmeldungen als am meisten Betroffenen hat auch nur ein Wort darüber gesagt, dass er in irgendeiner Weise nicht einverstanden sei. Das lag absolut nicht an fehlendem persönlichem Mut. Der Grund war ein anderer. Die Honigsüße der Macht, für die sie kein Opfer bringen mussten, hat in ihnen Ambitionen erweckt, die sie dazu brachten, eine unwürdige Rolle zu spielen. Der äußere Feind hat sich in Bezug auf sie falsche Hoffnungen gemacht.
Ich kann nicht akzeptieren, dass jetzt der Klatsch mit dem demnächst beginnenden World Baseball Classic vermischt wird. Ich habe recht klar gesagt, dass unsere Baseballspieler junge Menschen der ersten Linie und sehr vaterlandstreue Männer sind.
Wie ich schon zu anderen Anlässen ausdrückte, werden wir »mit dem Schild oder auf dem Schild« (im Sinne von: mit allen Kräften bis zum Letzten um den Sieg kämpfend) zurückkehren.
Wir werden siegen, weil wir etwas zu kombinieren verstehen und kombinieren können, was nur freie Menschen ohne Besitzer tun können, aber nicht die Profispieler.
Leonel Fernández hat mir gestern Nachmittag erzählt, dass die ausgezeichneten dominikanischen Profi-Baseballspieler nicht an diesen Wettkämpfen teilnehmen wollen, dass sie abwesend sein werden, was für das Volk sehr schmerzhaft ist, welches sie zur Welt kommen sah.
Chávez weiß noch nicht, warum unseren Athleten seine ausgezeichneten Pitcher und Schlagmänner besiegen werden.
Das kubanische Team, das dieses Jahr seine Kräfte mit den besten Profispielern der Vereinigten Staaten und Japans in den Major Leagues messen wird, ist viel stärker und hat besser trainiert als das Team von vor drei Jahren.
Viele von ihnen sind trotz ihrer Jugend schon altgedient. Keiner der für das Team vorgesehenen Männer ist - ausgenommen aus gesundheitlichen Gründen - zu Hause geblieben.
Ich übernehme die volle Verantwortung für den Erfolg bzw. Rückschlag. Die Siege werden allen gehören; die Niederlage wird niemals eine Waise sein.
Vaterland oder Tod! Wir werden siegen!
Fidel Castro Ruz
3. März 2009
11:30 Uhr
Einige Presseagenturen stehen angesichts der innerhalb der Exekutive vorgenommenen Veränderungen Kopf. Mehrere von ihnen berufen sich auf Gerüchte »aus der Bevölkerung« und sprechen von einem Auswechseln der »Männer von Fidel« durch »Männer von Raúl«.
Die meisten derjenigen, die durch andere ersetzt wurden, sind nie von mir vorgeschlagen worden. Fast ohne Ausnahme sind sie auf Vorschlag anderer Genossen der Partei- und Staatsführung zu ihren Ämtern gekommen. Ich habe mich niemals dieser Aufgabe angenommen.
Ich habe weder jemals die menschliche Intelligenz unterschätzt noch die Eitelkeit der Menschen.
Ich wurde bezüglich der Ernennung der gerade eingesetzten neuen Minister zu Rate gezogen und das, obwohl keine Norm diejenigen, die die Vorschläge unterbreiteten, zu diesem Verhalten gezwungen hat, da ich seit langem auf die Machtprivilegien verzichtet habe. Sie haben einfach als echte Revolutionäre, welche die Prinzipientreue in sich selbst vereinen, gehandelt.
Es wurde den bestimmten Kadern keinerlei Unrecht zugefügt.
Keiner der beiden in den Agenturmeldungen als am meisten Betroffenen hat auch nur ein Wort darüber gesagt, dass er in irgendeiner Weise nicht einverstanden sei. Das lag absolut nicht an fehlendem persönlichem Mut. Der Grund war ein anderer. Die Honigsüße der Macht, für die sie kein Opfer bringen mussten, hat in ihnen Ambitionen erweckt, die sie dazu brachten, eine unwürdige Rolle zu spielen. Der äußere Feind hat sich in Bezug auf sie falsche Hoffnungen gemacht.
Ich kann nicht akzeptieren, dass jetzt der Klatsch mit dem demnächst beginnenden World Baseball Classic vermischt wird. Ich habe recht klar gesagt, dass unsere Baseballspieler junge Menschen der ersten Linie und sehr vaterlandstreue Männer sind.
Wie ich schon zu anderen Anlässen ausdrückte, werden wir »mit dem Schild oder auf dem Schild« (im Sinne von: mit allen Kräften bis zum Letzten um den Sieg kämpfend) zurückkehren.
Wir werden siegen, weil wir etwas zu kombinieren verstehen und kombinieren können, was nur freie Menschen ohne Besitzer tun können, aber nicht die Profispieler.
Leonel Fernández hat mir gestern Nachmittag erzählt, dass die ausgezeichneten dominikanischen Profi-Baseballspieler nicht an diesen Wettkämpfen teilnehmen wollen, dass sie abwesend sein werden, was für das Volk sehr schmerzhaft ist, welches sie zur Welt kommen sah.
Chávez weiß noch nicht, warum unseren Athleten seine ausgezeichneten Pitcher und Schlagmänner besiegen werden.
Das kubanische Team, das dieses Jahr seine Kräfte mit den besten Profispielern der Vereinigten Staaten und Japans in den Major Leagues messen wird, ist viel stärker und hat besser trainiert als das Team von vor drei Jahren.
Viele von ihnen sind trotz ihrer Jugend schon altgedient. Keiner der für das Team vorgesehenen Männer ist - ausgenommen aus gesundheitlichen Gründen - zu Hause geblieben.
Ich übernehme die volle Verantwortung für den Erfolg bzw. Rückschlag. Die Siege werden allen gehören; die Niederlage wird niemals eine Waise sein.
Vaterland oder Tod! Wir werden siegen!
Fidel Castro Ruz
3. März 2009
11:30 Uhr
Sonntag, 15. Februar 2009
Brief an Chávez
Lieber Hugo Chávez,
meine Glückwünsche an Dich und an Dein Volk zu einem Sieg, dessen Größe nicht ermessen werden kann.
Fidel Castro Ruz
15. Februar 2009
meine Glückwünsche an Dich und an Dein Volk zu einem Sieg, dessen Größe nicht ermessen werden kann.
Fidel Castro Ruz
15. Februar 2009
Samstag, 14. Februar 2009
Der Gipfel der Lächerlichkeit
Reflexionen des Genossen Fidel: Der Gipfel der Lächerlichkeit
Welch ein Schreck! Es hat mich fast umgehauen, als ich die Erklärungen der U.D.I.. (Unabhängige Demokratische Union) las.
Es ist ein wahres Glück, dass Chile nicht mehr unter Augusto Pinochets Zuchtrute lebt. Als ich das Kapitel 12 des Buches von Max Marambio „Yesterday Weapons“ las, erinnerte ich mich an jenen düsteren Tag, an dem der Tyrann die Bombardierung der Residenz des Präsidenten im Viertel Tomás Moro befohlen hat.
Ich schwöre, wenn ich Geld hätte, würde ich eine Massenauflage dieses Buches finanzieren.
Vielleicht kann man diesen Titel im Internet finden. Wenn das nicht der Fall wäre, würde ich es sehr bedauern.
Ich amüsiere mich sehr, wenn ich die Wut der urältesten Fraktion der Oligarchie beobachte! Einige ihrer Chefs waren vor mehreren Jahren in Kuba zu Besuch. Sie zögerten nicht, sich mit mir zu treffen, um mir zu beweisen, wie fähig und klug sie sind. Es wäre mir nicht eingefallen, sie mit Hochmut zu behandeln.
Der letzte Tag im Leben Allendes war höchst traurig.
Als er nach 7 Uhr sein Haus in Richtung Moneda verlassen hat, hatte er Tencha, seine Frau, die im zweiten Stock mit ihren Töchtern Isabel und Beatriz, „la Tati“ schlief, nicht aufgeweckt. Er dachte, dass die Residenz in Tomás Moro der sicherste Ort für sie wäre. Es wäre ihm nie in den Sinn gekommen, dass sie von den Putschisten bombardiert werden würde.
“Zum ersten Mal in der Geschichte der Moneda und des Landes“ – erzählt Max Marambio, Chef der gut ausgewählten und ausgebildeten revolutionären Jugendlichen der G.A.P. (Gruppe zur Unterstützung des Präsidenten) –„wurden chilenische Kampfflugzeuge gegen den vom Volk gewählten Präsident eingesetzt, … und die Hawker Hunter haben es mit der im Training erworbenen Geschicklichkeit und Erfahrung gemacht, ohne das wahre Risiko eines Gegenschlages seitens des Angriffszieles zu befürchten. Dann geht das Bild der zerstörten und qualmenden Moneda um die Welt.
“ … Beatriz, la Tati, hatte den Enkel von Allende, den er nie kennen lernen sollte, in ihrem schon dicken Bauch“, schrieb er.
„‚Genau um 11 Uhr beginnt das Bombardement! Mal sehen, was weiter passieren wird. Nach der Zerbombung griffen wir die Moneda mit dem Buin-Regiment und der Infanterieschule an.’ Dann wurde entschieden, dass die Panzer ihren Angriff beginnen sollten. Sie haben mehr als fünfzig Kanonenschusse gegen die Fassade des Gebäudes abgefeuert.“
„ … Pinochet, der sein Angebot aufrecht erhielt, Allende außer Landes zu bringen. Seine wahre Seele offenbarte sich, als er einen niederträchtigen Kommentar hinzugefügt hat: ‚dann stürzt das Flugzeug ab, Alter’. Sein Gesprächspartner, Admiral Carvajal, hat die Kommentare Pinochets genossen.“
Ich werde am 15. Februar die Nachrichten über die Volksbefragung zur Entscheidung eines Ja oder Nein verfolgen, das Hugo Chavez Frias, dem bolivarianischen Präsidenten, das Recht verleihen soll, sich noch einmal für die Präsidentschaft der brüderlichen Bolivarischen Republik Venezuela zu bewerben.
Was mich angeht, so habe ich keinen Zweifel an seinem Sieg.
Fidel Castro Ruz
14. Februar 2009
17:11 Uhr
Welch ein Schreck! Es hat mich fast umgehauen, als ich die Erklärungen der U.D.I.. (Unabhängige Demokratische Union) las.
Es ist ein wahres Glück, dass Chile nicht mehr unter Augusto Pinochets Zuchtrute lebt. Als ich das Kapitel 12 des Buches von Max Marambio „Yesterday Weapons“ las, erinnerte ich mich an jenen düsteren Tag, an dem der Tyrann die Bombardierung der Residenz des Präsidenten im Viertel Tomás Moro befohlen hat.
Ich schwöre, wenn ich Geld hätte, würde ich eine Massenauflage dieses Buches finanzieren.
Vielleicht kann man diesen Titel im Internet finden. Wenn das nicht der Fall wäre, würde ich es sehr bedauern.
Ich amüsiere mich sehr, wenn ich die Wut der urältesten Fraktion der Oligarchie beobachte! Einige ihrer Chefs waren vor mehreren Jahren in Kuba zu Besuch. Sie zögerten nicht, sich mit mir zu treffen, um mir zu beweisen, wie fähig und klug sie sind. Es wäre mir nicht eingefallen, sie mit Hochmut zu behandeln.
Der letzte Tag im Leben Allendes war höchst traurig.
Als er nach 7 Uhr sein Haus in Richtung Moneda verlassen hat, hatte er Tencha, seine Frau, die im zweiten Stock mit ihren Töchtern Isabel und Beatriz, „la Tati“ schlief, nicht aufgeweckt. Er dachte, dass die Residenz in Tomás Moro der sicherste Ort für sie wäre. Es wäre ihm nie in den Sinn gekommen, dass sie von den Putschisten bombardiert werden würde.
“Zum ersten Mal in der Geschichte der Moneda und des Landes“ – erzählt Max Marambio, Chef der gut ausgewählten und ausgebildeten revolutionären Jugendlichen der G.A.P. (Gruppe zur Unterstützung des Präsidenten) –„wurden chilenische Kampfflugzeuge gegen den vom Volk gewählten Präsident eingesetzt, … und die Hawker Hunter haben es mit der im Training erworbenen Geschicklichkeit und Erfahrung gemacht, ohne das wahre Risiko eines Gegenschlages seitens des Angriffszieles zu befürchten. Dann geht das Bild der zerstörten und qualmenden Moneda um die Welt.
“ … Beatriz, la Tati, hatte den Enkel von Allende, den er nie kennen lernen sollte, in ihrem schon dicken Bauch“, schrieb er.
„‚Genau um 11 Uhr beginnt das Bombardement! Mal sehen, was weiter passieren wird. Nach der Zerbombung griffen wir die Moneda mit dem Buin-Regiment und der Infanterieschule an.’ Dann wurde entschieden, dass die Panzer ihren Angriff beginnen sollten. Sie haben mehr als fünfzig Kanonenschusse gegen die Fassade des Gebäudes abgefeuert.“
„ … Pinochet, der sein Angebot aufrecht erhielt, Allende außer Landes zu bringen. Seine wahre Seele offenbarte sich, als er einen niederträchtigen Kommentar hinzugefügt hat: ‚dann stürzt das Flugzeug ab, Alter’. Sein Gesprächspartner, Admiral Carvajal, hat die Kommentare Pinochets genossen.“
Ich werde am 15. Februar die Nachrichten über die Volksbefragung zur Entscheidung eines Ja oder Nein verfolgen, das Hugo Chavez Frias, dem bolivarianischen Präsidenten, das Recht verleihen soll, sich noch einmal für die Präsidentschaft der brüderlichen Bolivarischen Republik Venezuela zu bewerben.
Was mich angeht, so habe ich keinen Zweifel an seinem Sieg.
Fidel Castro Ruz
14. Februar 2009
17:11 Uhr
Freitag, 13. Februar 2009
Der Artikel von Chávez
Reflexionen des Genossen Fidel: Der Artikel von Chávez
Es war im Jahr 2006. Ich war zwar schwer krank, aber mir voll den Geschehnissen bewusst. Der 14. Gipfel der blockfreien Staaten, auf dem Kuba zum Vorsitzenden der Bewegung gewählt wurde, ging in jenen Tagen Mitte September zu Ende. Ich konnte mich kaum aufrichten und an einen Tisch setzen. In diesem Zustand empfing ich wichtige Staats- bzw. Regierungschefs. Der Premierminister Indiens war unter ihnen. Der hochrangigste Besucher, den ich in diesem Not-Zimmer des Präsidialpalasts empfing, war der Ghanaer Kofi Annan, Generalsekretär der Vereinten Nationen, der einige Wochen später sein Mandat abschloss.
Abdelaziz Bouteflika, Präsident von Algerien, eine der Persönlichkeiten mit denen ich zusammenkam, sagte, mir fest in die Augen schauend, zu mir: „Fidel, wenn Du mein Blut brauchst, wirst Du es haben”.
Ich habe ihn sehr hoch geschätzt. Er war Außenminister der Regierung unseres Freundes Houari Boumediene.
Seinerseits hatte Bouteflika gerade eine Gesundheitskrise hinter sich, die ihm am Rand des Todes brachte. Man kann behaupten, dass seine Erholung erstaunlich war.
Seine Worte waren eine edelmütige und uneigennützige Unterstützung unserer Sache, die aufgrund unseres internationalistischen Wesens, das niemals um eine Gegenleistung willen ausgeübt wurde, nicht erwartet wurde.
Seine edelmütige Geste geschah einige Jahre nachdem ein gemeiner Verräter an der Geschichte seines opferbereiten und kämpferischen Volkes in der Stadt Monterrey, Mexiko, mit der Forderung des Chefs des Imperiums übereinstimmte, dass ich von einem dort stattfindenden Gipfel nach meiner Rede an die Einberufenen - mit Ausnahme von Bush, der den mexikanischen Boden nicht betreten würde, solange ich mich auf ihm befand – von dort verwiesen werden sollte.
Kurz vor meiner Ausreise hat mich Chavez, in aller Eile besucht und über das heimtückische Verhalten des Staatschefs des Gastgeberlandes empört, ausgerufen: “Fidel, sage mir, wie viel Öl Kuba braucht, um die Yankee-Blockade zu besiegen!”.
Der Dialog schien irreal. Es ist nicht leicht, mich innerhalb der aufgrund der Emotion verschwommenen Gefühlsregungen genau an die Worte meiner Antwort zu erinnern. Ohne Zweifel, habe ich die Zustimmung dazu verweigert.
Wie auch immer, ging das Schicksal Kubas seinen Weg weiter. Das Schicksal unseres Volkes war an die legendären Erinnerung an Che und an die Ideen von Martí und Bolívar gebunden.
Unsere Zukunft ist untrennbar an das gebunden, was sich am kommenden Sonntag ereignet, wenn der Tag der Annahme der Verfassungsänderung beginnt. Es gibt keine andere Alternative, als den Sieg.
Das Schicksal der Völker “Unseres Amerika” wird sehr stark von diesem Sieg abhängen, und dieser Sieg wird ein Ereignis sein, das den Rest des Planeten beeinflussen wird.
Dennoch fehlt eine Anerkennung an Hugo Chávez für seinen Beitrag zur spanischen Literatur. Sein letzter Beitrag, der gestern, am 12. Februar, unter dem Titel „Die Zeilen von Chávez” veröffentlicht wurde, ist ein Dokument der Eingebung von außergewöhnlicher Qualität, das nur große Schriftsteller erschaffen können. Es ist Chávez in Leib und Seele und in Großbuchstaben dargestellt, wie das nur sehr wenigen gelingt.
Die Kundgebung von gestern unter Teilnahme großer und begeisterter Menschenmassen ist ein Schauspiel, das nur einer unschätzbaren Anzahl von Personen auf der Welt über das Fernsehen zugänglich wird.
Die Enthüllung der Selbstprovokation, die in der jüdischen Synagoge inszeniert wurde, ist die Antithese jener bewegenden Bilder, die 1945, als die sowjetischen Truppen das Konzentrationslager von Auschwitz einnahmen, der Welt zeigten, was von Millionen von Hebräern und von Bürgern anderer besetzter Länder - einschließlich Kindern, Greisen und Frauen – übrig geblieben war, die von den Nazis in Gefangenschaft gebracht worden waren. Es waren nicht gerade die Soldaten von Eisenhower, die sich um ihre Befreiung bemühten und dafür ihr Blut vergossen.
Die abscheuliche Welt der Ungerechtigkeiten, die der Imperialismus dem Planeten aufgezwungen hat, weist auf das unerbittliche Ende eines Systems und einer Ära hin, die nicht mehr lange dauern kann. Diese Zeit erschöpft sich. Danken wir dem venezolanischen Mitbürger für seinen Aufruf zum Kampf!
Fidel Castro Ruz
13. Februar 2009
23:30 Uhr
Es war im Jahr 2006. Ich war zwar schwer krank, aber mir voll den Geschehnissen bewusst. Der 14. Gipfel der blockfreien Staaten, auf dem Kuba zum Vorsitzenden der Bewegung gewählt wurde, ging in jenen Tagen Mitte September zu Ende. Ich konnte mich kaum aufrichten und an einen Tisch setzen. In diesem Zustand empfing ich wichtige Staats- bzw. Regierungschefs. Der Premierminister Indiens war unter ihnen. Der hochrangigste Besucher, den ich in diesem Not-Zimmer des Präsidialpalasts empfing, war der Ghanaer Kofi Annan, Generalsekretär der Vereinten Nationen, der einige Wochen später sein Mandat abschloss.
Abdelaziz Bouteflika, Präsident von Algerien, eine der Persönlichkeiten mit denen ich zusammenkam, sagte, mir fest in die Augen schauend, zu mir: „Fidel, wenn Du mein Blut brauchst, wirst Du es haben”.
Ich habe ihn sehr hoch geschätzt. Er war Außenminister der Regierung unseres Freundes Houari Boumediene.
Seinerseits hatte Bouteflika gerade eine Gesundheitskrise hinter sich, die ihm am Rand des Todes brachte. Man kann behaupten, dass seine Erholung erstaunlich war.
Seine Worte waren eine edelmütige und uneigennützige Unterstützung unserer Sache, die aufgrund unseres internationalistischen Wesens, das niemals um eine Gegenleistung willen ausgeübt wurde, nicht erwartet wurde.
Seine edelmütige Geste geschah einige Jahre nachdem ein gemeiner Verräter an der Geschichte seines opferbereiten und kämpferischen Volkes in der Stadt Monterrey, Mexiko, mit der Forderung des Chefs des Imperiums übereinstimmte, dass ich von einem dort stattfindenden Gipfel nach meiner Rede an die Einberufenen - mit Ausnahme von Bush, der den mexikanischen Boden nicht betreten würde, solange ich mich auf ihm befand – von dort verwiesen werden sollte.
Kurz vor meiner Ausreise hat mich Chavez, in aller Eile besucht und über das heimtückische Verhalten des Staatschefs des Gastgeberlandes empört, ausgerufen: “Fidel, sage mir, wie viel Öl Kuba braucht, um die Yankee-Blockade zu besiegen!”.
Der Dialog schien irreal. Es ist nicht leicht, mich innerhalb der aufgrund der Emotion verschwommenen Gefühlsregungen genau an die Worte meiner Antwort zu erinnern. Ohne Zweifel, habe ich die Zustimmung dazu verweigert.
Wie auch immer, ging das Schicksal Kubas seinen Weg weiter. Das Schicksal unseres Volkes war an die legendären Erinnerung an Che und an die Ideen von Martí und Bolívar gebunden.
Unsere Zukunft ist untrennbar an das gebunden, was sich am kommenden Sonntag ereignet, wenn der Tag der Annahme der Verfassungsänderung beginnt. Es gibt keine andere Alternative, als den Sieg.
Das Schicksal der Völker “Unseres Amerika” wird sehr stark von diesem Sieg abhängen, und dieser Sieg wird ein Ereignis sein, das den Rest des Planeten beeinflussen wird.
Dennoch fehlt eine Anerkennung an Hugo Chávez für seinen Beitrag zur spanischen Literatur. Sein letzter Beitrag, der gestern, am 12. Februar, unter dem Titel „Die Zeilen von Chávez” veröffentlicht wurde, ist ein Dokument der Eingebung von außergewöhnlicher Qualität, das nur große Schriftsteller erschaffen können. Es ist Chávez in Leib und Seele und in Großbuchstaben dargestellt, wie das nur sehr wenigen gelingt.
Die Kundgebung von gestern unter Teilnahme großer und begeisterter Menschenmassen ist ein Schauspiel, das nur einer unschätzbaren Anzahl von Personen auf der Welt über das Fernsehen zugänglich wird.
Die Enthüllung der Selbstprovokation, die in der jüdischen Synagoge inszeniert wurde, ist die Antithese jener bewegenden Bilder, die 1945, als die sowjetischen Truppen das Konzentrationslager von Auschwitz einnahmen, der Welt zeigten, was von Millionen von Hebräern und von Bürgern anderer besetzter Länder - einschließlich Kindern, Greisen und Frauen – übrig geblieben war, die von den Nazis in Gefangenschaft gebracht worden waren. Es waren nicht gerade die Soldaten von Eisenhower, die sich um ihre Befreiung bemühten und dafür ihr Blut vergossen.
Die abscheuliche Welt der Ungerechtigkeiten, die der Imperialismus dem Planeten aufgezwungen hat, weist auf das unerbittliche Ende eines Systems und einer Ära hin, die nicht mehr lange dauern kann. Diese Zeit erschöpft sich. Danken wir dem venezolanischen Mitbürger für seinen Aufruf zum Kampf!
Fidel Castro Ruz
13. Februar 2009
23:30 Uhr
Der Schwanengesang der Reichen
Reflexionen des Genossen Fidel: Der Schwanengesang der Reichen
Die chilenischen Oligarchen sind empört über den Besuch von Präsidentin Michelle Bachelet in Kuba.
Alberto van Klaveren, Vize-Außenminister von Chile, erklärte, dass in der Reflexion vom 12. Februar rein persönliche Ideen geäußert wurden. Das ist völlig richtig, da nicht beabsichtigt war, ihnen einen anderen Charakter zu geben.
Ich habe die chilenische Staatschefin mit dem gebührenden Respekt empfangen und kein einziges Wort verlauten lassen, das den erlauchten Gast hätte beleidigen können. Sonst würde es mir am gesunden Menschenverstand mangeln. Ich sah es als eine elementare Pflicht an, auch wenn es für mich zusätzliche Anstrengungen, das heißt Stunden für die Unterhaltung und das anschließende Schreiben über das Treffen, bedeutete.
Ich habe mehrere Fotos ausgesucht, die einer meiner Mitarbeiter aus meiner Zeit als Staatschef aufgenommen hatte, und sie ihr gegeben, damit sie entscheidet, was damit geschehen soll. Ich meinerseits habe sie zu nichts verwendet.
Worauf ist soviel Aufregung der Oligarchie über das Treffen zurückzuführen?
Warum wird behauptet, dass meine Worte „eine historische Auslegung zu geschichtlich sehr weit zurückliegenden Themen“ darstellen, wie die Nachrichtenagentur ANSA berichtet?
Ich bin nur der historischen Wahrheit verpflichtet, sonst niemandem, und die Geschichte hat festgehalten, dass “Der Befreier Amerikas”, Simón Bolívar, bei der Ausrufung der Unabhängigkeit Boliviens dem Land einen breiten Küstenstreifen zwischen den Breitengraden 22 und 23 am südamerikanischen Pazifikufer zuwies. Ebenfalls besagt die Geschichte, dass die Atacama-Wüste nach dem Sieg über das spanische Imperium in das Gebiet des neu entstehenden Boliviens einbezogen wurde.
Der Guano, das Nitrat, das Kupfer und andere wertvolle, später entdeckte Mineralien gehörten zu jenem Gebiet. Ich habe mich recht gemäßigt ausgedrückt, als ich schrieb, dass unbekannt sei, ob diese Mineralien chilenische oder bolivianische seien. Es war eine diplomatische Form, die Realitäten darzustellen, da ich daran dachte, dass Bolívar schließlich ein vereinigtes Lateinamerika geplant hatte, das eher wegen seiner Gestalt als seiner Reichtümer groß sein sollte.
Wie auch immer, nichts kann jenem historischen Moment Glanz und Transzendenz nehmen, welcher die Annahme oder Ablehnung der Verfassungsänderung in Venezuela am übermorgigen Tag bedeutet.
Ich meinerseits werde jenem historischen Volk immer treu sein, das ab dem 11. September 1973 in Verteidigung der unsterblichen Ideen des Präsidenten Salvador Allende so viele Menschenleben geopfert hat, und werde bis zum letzten Lebenshauch die verschlagene Politik von Augusto Pinochet ablehnen. Können die chilenische Oligarchie und die Bürokraten, die sie von aller Verantwortung reinwaschen wollen, dasselbe sagen?
Fidel Castro Ruz
13. Februar 2009
18:17 Uhr
Die chilenischen Oligarchen sind empört über den Besuch von Präsidentin Michelle Bachelet in Kuba.
Alberto van Klaveren, Vize-Außenminister von Chile, erklärte, dass in der Reflexion vom 12. Februar rein persönliche Ideen geäußert wurden. Das ist völlig richtig, da nicht beabsichtigt war, ihnen einen anderen Charakter zu geben.
Ich habe die chilenische Staatschefin mit dem gebührenden Respekt empfangen und kein einziges Wort verlauten lassen, das den erlauchten Gast hätte beleidigen können. Sonst würde es mir am gesunden Menschenverstand mangeln. Ich sah es als eine elementare Pflicht an, auch wenn es für mich zusätzliche Anstrengungen, das heißt Stunden für die Unterhaltung und das anschließende Schreiben über das Treffen, bedeutete.
Ich habe mehrere Fotos ausgesucht, die einer meiner Mitarbeiter aus meiner Zeit als Staatschef aufgenommen hatte, und sie ihr gegeben, damit sie entscheidet, was damit geschehen soll. Ich meinerseits habe sie zu nichts verwendet.
Worauf ist soviel Aufregung der Oligarchie über das Treffen zurückzuführen?
Warum wird behauptet, dass meine Worte „eine historische Auslegung zu geschichtlich sehr weit zurückliegenden Themen“ darstellen, wie die Nachrichtenagentur ANSA berichtet?
Ich bin nur der historischen Wahrheit verpflichtet, sonst niemandem, und die Geschichte hat festgehalten, dass “Der Befreier Amerikas”, Simón Bolívar, bei der Ausrufung der Unabhängigkeit Boliviens dem Land einen breiten Küstenstreifen zwischen den Breitengraden 22 und 23 am südamerikanischen Pazifikufer zuwies. Ebenfalls besagt die Geschichte, dass die Atacama-Wüste nach dem Sieg über das spanische Imperium in das Gebiet des neu entstehenden Boliviens einbezogen wurde.
Der Guano, das Nitrat, das Kupfer und andere wertvolle, später entdeckte Mineralien gehörten zu jenem Gebiet. Ich habe mich recht gemäßigt ausgedrückt, als ich schrieb, dass unbekannt sei, ob diese Mineralien chilenische oder bolivianische seien. Es war eine diplomatische Form, die Realitäten darzustellen, da ich daran dachte, dass Bolívar schließlich ein vereinigtes Lateinamerika geplant hatte, das eher wegen seiner Gestalt als seiner Reichtümer groß sein sollte.
Wie auch immer, nichts kann jenem historischen Moment Glanz und Transzendenz nehmen, welcher die Annahme oder Ablehnung der Verfassungsänderung in Venezuela am übermorgigen Tag bedeutet.
Ich meinerseits werde jenem historischen Volk immer treu sein, das ab dem 11. September 1973 in Verteidigung der unsterblichen Ideen des Präsidenten Salvador Allende so viele Menschenleben geopfert hat, und werde bis zum letzten Lebenshauch die verschlagene Politik von Augusto Pinochet ablehnen. Können die chilenische Oligarchie und die Bürokraten, die sie von aller Verantwortung reinwaschen wollen, dasselbe sagen?
Fidel Castro Ruz
13. Februar 2009
18:17 Uhr
Donnerstag, 12. Februar 2009
Treffen mit Chiles Präsidentin Michelle Bachelet
Reflexionen des Genossen Fidel: Treffen mit Chiles Präsidentin Michelle Bachelet
Unabhängig davon, was ich über das freundschaftliche Treffen verlauten lasse, werden einige Presseagenturen und Veröffentlichungen die Information aufnehmen und verbreiten, indem sie von dem Greis sprechen, von dem Rekonvaleszenten einer schweren Krankheit oder irgendeine andere darauf gerichtete Bezeichnung verwenden, um den bescheidenen Wert dessen, was ich zu meiner angesehenen Gesprächspartnerin sagte, zu vermindern.
Michelle besitzt den Verdienst, durch die Stimmabgabe der Mehrheit für die Sozialistische Partei, die sie als Kandidatin aufgestellt hatte, als Präsidentin von Chile gewählt worden zu sein. In Lateinamerika war es das erste Mal in den letzten Jahren, dass eine linke Organisation solch einen Sieg errungen hatte - ohne Unterstützung durch Geld, die Waffen und den Publicity-Apparat der Yankees.
Und mehr noch, diese Auszeichnung entsprach der Sozialistischen Partei von Salvador Allende, der unter dem verschlagenen direkten Luftangriff auf den Regierungspalast La Moneda umkam, wo er sein Amt als verfassungsmäßiger Präsidenten von Chile ausübte. Er bat weder um Waffenstillstand noch gestand er ihn den anderen zu. Er war entschlossen, auf seinem Posten zu sterben, wie er es versprochen hatte.
Der Verrat des unheilvollen chilenischen Armeechefs, der allen bis zum letzten Augenblick etwas vormachte und alle täuschte, hatte keinen Präzedenzfall.
Sogar das Haus, in dem Allendes Familie in Tomás Moro wohnte, wurde angegriffen und zerstört.
In den sehr schweren Augenblicken jener Zeit, als Tausende Gefolterte, Ermordete und Verschwundene zurückgeblieben waren, führte eine sehr junge Frau, Gladys Marín, die Kommunistische Partei Chiles. Diese hatte sich über Jahrzehnte der Anstrengungen und Opfer der chilenischen Arbeiterklasse gestählt und übergab Gladys diesen verantwortlichen Posten.
Gladys Marín und ihre Partei irrten sich nicht, als sie Michelle Bachelet ihre ganze Unterstützung gaben, womit sie das Ende des Einflusses von Augusto Pinochet bestimmten. Es konnte nicht zugelassen werden, dass der vom Imperium entworfene und an die Macht gebrachte Tyrann ein weiteres Mal die Geschicke von Chile lenken würde.
Die Weltöffentlichkeit verabscheute sein Verhalten.
Trotz alledem war es nicht leicht und ist es bis jetzt noch nicht einfach, das intrigant gesponnene Gesetzesnetz auseinander zu nehmen, mit dem die rachsüchtige und faschistische Oligarchie mit Hilfe der Yankees die chilenische Nation, die ein besseres Schicksal verdient hat, anbindet.
Dieselbe Oligarchie war es, die Bolivien vor über mehr als einhundert Jahren, in dem 1879 entfachten Krieg, die Meeresküste entriss, durch welche das Land weitläufig Zugang zum Pazifischen Ozean hatte.
Bolivien erlitt eine außerordentliche historische Demütigung in jenem Kampf. Ihm wurde nicht nur die Meeresküste und der Zugang zum Meer entrissen, sondern dem Land von authentisch amerikanischer Herkunft, vor allem der Aimaras und Quechuas, wurden ausgedehnte, sehr kupferreiche Gebiete weggenommen, welche die größten Vorkommen der Welt darstellten. Deren Produktion erreicht heute, nachdem sie 130 Jahre lang abgebaut worden ist, 5,364 Milliarden Tonnen jährlich und sie bringt der chilenischen Wirtschaft Einnahmen in Höhe von 18,452 Milliarden Dollar jährlich. Die moderne Gesellschaft ist unvorstellbar ohne das Kupfermetall, dessen Preise steigende Tendenz aufweisen.
Weitere wertvolle Mineralien und Naturprodukte sind aufgetaucht, von denen einige schon erschöpft sind und andere, neue, sehr hohe Preise haben. Es ist unbekannt, welche von ihnen chilenischer und welche bolivianischer Herkunft waren.
Evo Morales, der jetzige Präsident von Bolivien, hegt aber deswegen keinerlei Groll, sondern hat im Gegenteil sein Gebiet für eine breite und moderne Straße angeboten, über welche die Erzeugnisse der effizienten Industrie von Chile, die sich voll im Aufschwung und in Entwicklung befindet und sehr fleißige und produktive Beschäftigte hat, zu vielen Märkten der Welt geschickt werden könnten.
Chile ist auch besonders effizient bei der Herstellung nahrhafter Lebensmittel und hochwertiger Holzarten auf seinem landwirtschaftlichen Boden, in seinen Bergen und mit seinem privilegierten Klima.
Es gibt kein Land, das es bei der Effizienz seiner Meereskulturen und bei Produkten solch hoher Nachfrage wie Lachs und anderen gezüchteten und natürlichen Arten in seinen reichhaltigen Meeres- und Binnengewässern übertrifft.
Der 15. Februar, Tag des Referendums über die Verfassungsabänderung in der Bruderrepublik Venezuela, steht kurz bevor.
José Martí war der tiefgründigste revolutionäre Denker, den Kuba je hatte, und ist unser Nationalheld. Vor dem Abbild aus Granit jenes Denkers hat Michelle Bachelet im Namen ihres Volkes eine Kranzniederlegung vorgenommen, wofür wir sehr dankbar sind.
Er sagte vor 115 Jahren über Bolívar: „Was er nicht fertig gestellt hat, ist noch heute unbeendet, denn Bolivar hat in Amerika noch viel zu tun.”
„Bolivar wacht alle einhundert Jahre auf”, urteilte andererseits der große chilenische Dichter Pablo Neruda.
Jetzt, wo der zweihundertste Jahrestag seiner Rebellion gegen die spanische Metropole bevorsteht, erwacht Bolivar erneut im revolutionären Handeln von Chávez. Wenn der neue Revolutionsführer, der sein kämpferisches Volk leitet, die Zielstellung nicht erreichen würde, dann ist es schwer, dass irgendein anderer Führer dies schaffen könnte. Die Mittel der Medien, über welche die Oligarchie und das Imperium verfügen, würden nicht übertroffen werden können.
Was sollte man also tun, damit dieser Planet aufhört, so wie Dantes Hölle zu sein, wo ein Schild am Eingang dazu aufforderte, jegliche Hoffnung aufzugeben?
Ich bin jedoch sicher, dass die Revolution in Venezuela den Sieg davontragen wird, und in Chile wird das Ideal des Sozialismus, um das Salvador Allende gekämpft und für das er sein Leben gegeben hat, endgültig siegen.
Über diese Themen habe ich mich mit Michelle Bachelet unterhalten, die mir die Ehre erwies, mir mit Interesse zuzuhören, sich herzlich mit mir zu unterhalten und ihre Ideen umfangreich zum Ausdruck zu bringen.
Ich werde immer über ihren freundschaftlichen Besuch zufrieden sein.
Fidel Castro Ruz
12. Februar 2009
17:12 Uhr
Unabhängig davon, was ich über das freundschaftliche Treffen verlauten lasse, werden einige Presseagenturen und Veröffentlichungen die Information aufnehmen und verbreiten, indem sie von dem Greis sprechen, von dem Rekonvaleszenten einer schweren Krankheit oder irgendeine andere darauf gerichtete Bezeichnung verwenden, um den bescheidenen Wert dessen, was ich zu meiner angesehenen Gesprächspartnerin sagte, zu vermindern.
Michelle besitzt den Verdienst, durch die Stimmabgabe der Mehrheit für die Sozialistische Partei, die sie als Kandidatin aufgestellt hatte, als Präsidentin von Chile gewählt worden zu sein. In Lateinamerika war es das erste Mal in den letzten Jahren, dass eine linke Organisation solch einen Sieg errungen hatte - ohne Unterstützung durch Geld, die Waffen und den Publicity-Apparat der Yankees.
Und mehr noch, diese Auszeichnung entsprach der Sozialistischen Partei von Salvador Allende, der unter dem verschlagenen direkten Luftangriff auf den Regierungspalast La Moneda umkam, wo er sein Amt als verfassungsmäßiger Präsidenten von Chile ausübte. Er bat weder um Waffenstillstand noch gestand er ihn den anderen zu. Er war entschlossen, auf seinem Posten zu sterben, wie er es versprochen hatte.
Der Verrat des unheilvollen chilenischen Armeechefs, der allen bis zum letzten Augenblick etwas vormachte und alle täuschte, hatte keinen Präzedenzfall.
Sogar das Haus, in dem Allendes Familie in Tomás Moro wohnte, wurde angegriffen und zerstört.
In den sehr schweren Augenblicken jener Zeit, als Tausende Gefolterte, Ermordete und Verschwundene zurückgeblieben waren, führte eine sehr junge Frau, Gladys Marín, die Kommunistische Partei Chiles. Diese hatte sich über Jahrzehnte der Anstrengungen und Opfer der chilenischen Arbeiterklasse gestählt und übergab Gladys diesen verantwortlichen Posten.
Gladys Marín und ihre Partei irrten sich nicht, als sie Michelle Bachelet ihre ganze Unterstützung gaben, womit sie das Ende des Einflusses von Augusto Pinochet bestimmten. Es konnte nicht zugelassen werden, dass der vom Imperium entworfene und an die Macht gebrachte Tyrann ein weiteres Mal die Geschicke von Chile lenken würde.
Die Weltöffentlichkeit verabscheute sein Verhalten.
Trotz alledem war es nicht leicht und ist es bis jetzt noch nicht einfach, das intrigant gesponnene Gesetzesnetz auseinander zu nehmen, mit dem die rachsüchtige und faschistische Oligarchie mit Hilfe der Yankees die chilenische Nation, die ein besseres Schicksal verdient hat, anbindet.
Dieselbe Oligarchie war es, die Bolivien vor über mehr als einhundert Jahren, in dem 1879 entfachten Krieg, die Meeresküste entriss, durch welche das Land weitläufig Zugang zum Pazifischen Ozean hatte.
Bolivien erlitt eine außerordentliche historische Demütigung in jenem Kampf. Ihm wurde nicht nur die Meeresküste und der Zugang zum Meer entrissen, sondern dem Land von authentisch amerikanischer Herkunft, vor allem der Aimaras und Quechuas, wurden ausgedehnte, sehr kupferreiche Gebiete weggenommen, welche die größten Vorkommen der Welt darstellten. Deren Produktion erreicht heute, nachdem sie 130 Jahre lang abgebaut worden ist, 5,364 Milliarden Tonnen jährlich und sie bringt der chilenischen Wirtschaft Einnahmen in Höhe von 18,452 Milliarden Dollar jährlich. Die moderne Gesellschaft ist unvorstellbar ohne das Kupfermetall, dessen Preise steigende Tendenz aufweisen.
Weitere wertvolle Mineralien und Naturprodukte sind aufgetaucht, von denen einige schon erschöpft sind und andere, neue, sehr hohe Preise haben. Es ist unbekannt, welche von ihnen chilenischer und welche bolivianischer Herkunft waren.
Evo Morales, der jetzige Präsident von Bolivien, hegt aber deswegen keinerlei Groll, sondern hat im Gegenteil sein Gebiet für eine breite und moderne Straße angeboten, über welche die Erzeugnisse der effizienten Industrie von Chile, die sich voll im Aufschwung und in Entwicklung befindet und sehr fleißige und produktive Beschäftigte hat, zu vielen Märkten der Welt geschickt werden könnten.
Chile ist auch besonders effizient bei der Herstellung nahrhafter Lebensmittel und hochwertiger Holzarten auf seinem landwirtschaftlichen Boden, in seinen Bergen und mit seinem privilegierten Klima.
Es gibt kein Land, das es bei der Effizienz seiner Meereskulturen und bei Produkten solch hoher Nachfrage wie Lachs und anderen gezüchteten und natürlichen Arten in seinen reichhaltigen Meeres- und Binnengewässern übertrifft.
Der 15. Februar, Tag des Referendums über die Verfassungsabänderung in der Bruderrepublik Venezuela, steht kurz bevor.
José Martí war der tiefgründigste revolutionäre Denker, den Kuba je hatte, und ist unser Nationalheld. Vor dem Abbild aus Granit jenes Denkers hat Michelle Bachelet im Namen ihres Volkes eine Kranzniederlegung vorgenommen, wofür wir sehr dankbar sind.
Er sagte vor 115 Jahren über Bolívar: „Was er nicht fertig gestellt hat, ist noch heute unbeendet, denn Bolivar hat in Amerika noch viel zu tun.”
„Bolivar wacht alle einhundert Jahre auf”, urteilte andererseits der große chilenische Dichter Pablo Neruda.
Jetzt, wo der zweihundertste Jahrestag seiner Rebellion gegen die spanische Metropole bevorsteht, erwacht Bolivar erneut im revolutionären Handeln von Chávez. Wenn der neue Revolutionsführer, der sein kämpferisches Volk leitet, die Zielstellung nicht erreichen würde, dann ist es schwer, dass irgendein anderer Führer dies schaffen könnte. Die Mittel der Medien, über welche die Oligarchie und das Imperium verfügen, würden nicht übertroffen werden können.
Was sollte man also tun, damit dieser Planet aufhört, so wie Dantes Hölle zu sein, wo ein Schild am Eingang dazu aufforderte, jegliche Hoffnung aufzugeben?
Ich bin jedoch sicher, dass die Revolution in Venezuela den Sieg davontragen wird, und in Chile wird das Ideal des Sozialismus, um das Salvador Allende gekämpft und für das er sein Leben gegeben hat, endgültig siegen.
Über diese Themen habe ich mich mit Michelle Bachelet unterhalten, die mir die Ehre erwies, mir mit Interesse zuzuhören, sich herzlich mit mir zu unterhalten und ihre Ideen umfangreich zum Ausdruck zu bringen.
Ich werde immer über ihren freundschaftlichen Besuch zufrieden sein.
Fidel Castro Ruz
12. Februar 2009
17:12 Uhr
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