Dienstag, 21. September 2010

Der nukleare Winter und der Frieden

Reflexionen des Genossen Fidel: Der nukleare Winter und der Frieden

Über zwanzigtausend Atomwaffen befinden sich in den Händen von folgenden acht Ländern: Vereinigte Staaten, Russland, Frankreich, Großbritannien, China, Israel, Indien und Pakistan; mehrere von ihnen mit tief greifenden wirtschaftlichen, politischen und religiösen Differenzen untereinander.

Das neue, im April in Prag von den größten Atommächten unterzeichnete START-Abkommen enthält nichts weiter als Illusionen bezüglich des Problems, das die Menschheit bedroht.

Die Theorie des „nuklearen Winters“, die von dem eminenten Forscher und Professor der Rutgers-Universität von New Jersey Dr. Alan Robock entwickelt und auf den aktuellen Stand gebracht worden ist, - einem bescheidenen Wissenschaftler, der dazu neigt, die Verdienste seiner Kollegen in höherem Maße anzuerkennen als seine eigenen – hat ihre Richtigkeit bewiesen.

Die einzige Möglichkeit, die Anwendung der Atomwaffen zu verhindern, besteht für sie darin, diese zu beseitigen. Das US-amerikanische Volk, das sich an einem privilegierten Ort des Planeten befindet, was es ihm ermöglicht, trotz der unwahrscheinlichen Verschwendung von nicht erneuerbaren Ressourcen die höchsten Lebensniveaus und größten Reichtümer der Welt zu genießen, müsste am meisten an der Information interessiert sein, die ihm die Wissenschaftler bieten. Wie viel Raum widmen die Massenmedien dieser Aufgabe?

Die Theorie des „nuklearen Winters“ hat uns Folgendes gezeigt: – sagte Robock – „Wenn es solche Waffen nicht geben würde, dann könnten sie nicht verwendet werden. Und im Augenblick gibt es absolut kein rationelles Argument für deren Verwendung. Wenn sie nicht verwendet werden können, ist es notwendig, sie zu vernichten und so würden wir uns vor den Unfällen, den Rechenfehlern oder jeglicher schwachsinniger Handlungsweise schützen.“

„…Die mit hochmodernen Modellen funktionierenden Computeranlagen wurden zum einzigen gewählten Labor, und die geschichtlichen Ereignisse – einschließlich der von den Flammen verschlungenen Städte nach den Erdbeben und den Bombardements zu Kriegszeiten, der Rauchsäulen der Waldbrände und der durch die Vulkanausbrüche entstandenen Wolken – wurden zu den Probiersteinen der wissenschaftlichen Einschätzungen.“


Die Verbreitung der Atomwaffen – bei der Israel, Indien und Pakistan sich dem atomaren Club angeschlossen haben, und andere Länder allem Anschein nach danach trachten, Mitglieder desselben zu werden – hat Robock und seine Kollegen dazu gezwungen, die zuerst durchgeführten Forschungen zu überprüfen. Die Ergebnisse dieser modernen Untersuchungen waren überraschend, wie in einer kürzlich veröffentlichten Artikelserie im Detail aufgeführt worden ist.

Bezüglich der Vereinigten Staaten und Russland verhält es sich so, dass – auch wenn jeder von ihnen sich im April 2010 in Prag dazu verpflichtet hat, sein operatives Atomarsenal auf circa 2.000 Waffen zu vermindern - die einzige reale Art und Weise, eine globale klimatische Katastrophe zu vermeiden darin bestehen würde, die Atomwaffen zu vernichten.

„…jedes Land, das zum jetzigen Zeitpunkt den atomaren Weg in Betracht zieht, muss anerkennen, dass es nicht nur seine eigenen Bevölkerung in Gefahr bringen würde, sondern ebenfalls den Rest der Welt, wenn es diesen Weg geht. Es ist an der Zeit, dass die Welt ein weiteres Mal über die Gefahren der Atomwaffen nachdenkt und dieses Mal den Weg des Friedens einschlägt und die Möglichkeit einer durch die Atomenergie hervorgerufenen globalen Klimakrise beseitigt; zum ersten Mal seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts.“

„…die Anwendung der Atomwaffen im Falle eines Totalangriffs gegen einen Feind wäre eine selbstmörderische Handlung, und zwar aufgrund der von dem Rauch der durch die Bombe verursachten Brände hervorgerufenen abnormalen Kälte und Dunkelheit. Eigentlich wurde offensichtlich gemacht: je mehr Atomwaffen ein Land besitzt, desto weniger sicher ist es.“

Albert Einstein hat gesagt: „Die vom Atom entfesselte Macht hat alles verändert, außer unserer Denkweise, und deshalb schreiten wir ziellos auf eine Katastrophe ohnegleichen zu.“ Carl Sagan hatte gesagt, dass unsere Politik der Atomwaffen „ein Weg“ sei, „wo kein Mensch denkt“.

Am Ende des meisterhaften Vortrags habe ich Professor Alan Robock gefragt: „Wie viele Menschen auf der Welt kennen diese Angaben?“ Er antwortete mir: „sehr wenige“. Ich fügte hinzu: „Wie viele in ihrem Land?“ „Ebenfalls wenige“ – antwortete er mir – „sie sind nicht bekannt.“

Ich hegte keine Zweifel, dass das die traurige Wahrheit ist und fügte dem hinzu: „Wir erreichen nichts, wenn nur uns das bekannt ist. Es ist notwendig, dass es die Welt weiß. Vielleicht müsste man die Psychologen zu Rate ziehen, damit diese erklären, warum die Massen nicht verstehen“.

„Ich habe eine Antwort darauf:“
- rief der Wissenschaftler aus – Verleugnung nennt man das. Es ist etwas so Schreckliches, dass die Leute nicht daran denken möchten. Es ist einfacher vorzutäuschen, dass es das nicht gibt.“

Seine Worte – während seines knapp einstündigen Vortrags, bei dem er grafische Darstellungen, Angaben und Fotos verwendete, die er auf eine Leinwand projizierte – waren klar, genau und sprachen für sich. Deshalb sagte ich: „Was bedeutet es, Bewusstsein zu schaffen, von dem wir soviel reden? Was bedeutet es, eine Kultur zu schaffen? Und wie sehr entmutigt es Sie als Wissenschaftler, dass die Leute nicht einmal mitbekommen, was Sie tun, wie viele Stunden Sie dafür aufwenden?“

Ich sagte zu ihm, dass es zu jenen Zeiten, als es weder Rundfunk, noch Fernsehen bzw. Internet gab, unmöglich gewesen ist, solch einen Vortrag wie diesen in Kuba oder auf der Welt zu verbreiten. Und noch geringere Möglichkeiten bestanden, da viele Menschen weder Lesen noch Schreiben konnten.

Wir haben dem Professor versprochen, die Information zu verbreiten, die er uns über die Theorie des „nuklearen Winters“ geboten hat und die in einer Sprache verfasst ist, die sogar die achtjährigen kubanischen Kinder begreifen können. Wir wussten nur ein bisschen hierüber, ausgehend von der Sorge unsererseits bezüglich des Ausbruchs eines globalen Atomkrieges, was es uns zur Pflicht machte, seinen Vortrag anzuhören.

Keine andere Epoche der Menschheitsgeschichte ähnelt dieser. Wenn diese Risiken nicht von denen begriffen werden, die Entscheidungen von jener Höhe ihrer immensen Macht aus treffen, welche ihnen Wissenschaft und Technik in die Hand gegeben haben, dann wird der nächste Weltkrieg mit Sicherheit der letzte sein, und es werden vielleicht viele Millionen Jahre vergehen, bevor neue intelligente Wesen versuchen werden, ihre Geschichte zu schreiben.

Der Zufall wollte es, dass ich am gestrigen Montag, dem 20., die Nachricht erhielt, dass das Kreuzfahrtschiff „Peace Boat“ der Internationalen Nichtregierungsorganisation mit Sonderberatungsstatus vor der UNO, die seit 1983 weltweite Reisen zur Förderung des Friedens, der Menschenrechte, der gerechten und nachhaltigen Entwicklung und des Umweltschutzes organisiert, mit mehreren Stunden Verspätung aufgrund der Wirbelstürme und von den Kanarischen Inseln kommend im Morgengrauen des 21. im Hafen von Havanna einlaufen würde. Die Organisation wurde 2009 wegen ihrer weltweiten Kampagne zur Vermeidung des Krieges für den Friedensnobelpreis nominiert.

In einem Schreiben, das Yoshioka Tatsuya, der Gründer und Direktor der „Peace Boat“ an mich richtete, und das mir von Nao Inoue, dem Leiter der Besuchergruppe, übergeben wurde, steht Folgendes: „Unsere Organisation arbeitete schon seit Jahren, seit kurzem in Zusammenarbeit mit den Ländern des ALBA. […] die klar die Verpflichtung zur Abschaffung der Atomwaffen, zum Verbot von ausländischen Militärstützpunkten und zur friedlichen Lösung von internationalen Streitigkeiten zum Ausdruck bringen […] Japan, das, wie Ihnen bekannt ist, das einzige Land ist, das ein atomares Bombardement erlitten hat, hat bis heute immer noch eine friedliche Verfassung aufrecht erhalten, die durch ihren Artikel 9 förmlich auf den Krieg verzichtet und die Anwendung der Gewalt bei den internationalen Streitigkeiten verbietet.“

„…ein Thema von besonderem Interesse bei unserem zielstrebigen Handeln ist die Beseitigung der ausländischen Militärstützpunkte, - eine in Japan und verschiedenen Teilen der Welt anzutreffende Situation – weil wir der Meinung sind, dass solche ausländische Stützpunkte wie die in Guantánamo und Okinawa der Umwelt irreversible Schäden zufügen und dem Krieg förderlich sind anstelle dem Weltfrieden.“

„Peace Boat“ hat mit dieser seit 1983 insgesamt 70 Reisen rund um die Welt organisiert, unter Teilnahme von mindestens 40 000 Menschen, die über 100 Länder besucht haben. Ihre Losung lautet: „Lerne aus den vergangen Kriegen, um eine friedliche Zukunft aufzubauen“.

In 20 Jahren hat ihr Schiff unser Land 14 Mal besucht, und mittels der Überwindung der von den Vereinigten Staaten aufgezwungenen Hindernisse und Klippen startet es Kampagnen mit bedeutenden Spenden vor allem für die Bereiche Gesundheitswesen und Bildung.

Sie sind bei den zahlreichen internationalen Solidaritätsforen und -treffen mit Kuba anwesend. Sie sind wirklich bewährte Freunde unseres Landes. Im Mai 2009 wurde die Organisation auf Vorschlag des Instituts für Völkerfreundschaft ICAP mit dem vom Staatsrat der Republik Kuba verliehenen Solidaritätsorden ausgezeichnet.

Es war für mich eine große Ehre, die Einladung zu einem Treffen mit einem Teil der Besucher zu erhalten, und ich habe ihnen vorgeschlagen, dies im Kongresspalast und mit der größtmöglichen Anzahl von ihnen zu tun. Das Wort ergriffen haben Hr. Nao Inoue und Fr. Junko Watanabe, die Überlebende, die erst zwei Jahre alt war, als die erste Atombombe auf die Stadt Hiroshima abgeworfen wurde. Das Mädchen befand sich zusammen mit einem kleinen Bruder auf dem Hof eines Hauses in einer Entfernung von 18 Kilometern von dem Punkt, wo jene Bombe abgeworfen wurde, die den größten Teil der Stadt zum Verschwinden brachte, unmittelbar über 100.000 Menschen tötete und den anderen Einwohnern schwere Schäden zufügte.

Sie gab ihre dramatischen Erinnerungen darüber wieder, wie sie Jahre später die Bilder und Einzelheiten jenes Ereignisses kennen lernte, die so vielen unschuldigen Menschen, die absolut nichts mit jenem brutalen Angriff zu tun hatten, so viele Leiden verursacht haben. Es war eine wohl überlegte Handlung, um der Welt durch die unnötige Anwendung einer Massenvernichtungswaffe Angst und Schrecken einzujagen, zu einem Zeitpunkt, als das japanische Imperium schon besiegt war. Diese wurde nicht auf eine militärische Einrichtung abgeworfen, sondern auf ein schutzloses ziviles Ziel. Die über jenes schreckliche Verbrechen verbreiteten Bilder können nicht das zum Ausdruck bringen, was uns die Stimme von Junko Watanabe über die Geschehnisse erzählt hat. Der Anlass war angebracht, um unseren Standpunkt darzulegen und unseren freundlichen japanischen Gästen, Kämpfern für die Abschaffung der Atomwaffen, der Militärstützpunkte und des Krieges, über die Bemühungen zu erzählen, die unser Land unternimmt, um einen atomaren Konflikt zu vermeiden, der dem Bestand unserer Gattung ein Ende setzen kann.


Fidel Castro Ruz

21. September 2010
19:12 Uhr

Montag, 13. September 2010

Kondolenzschreiben Fidels an Chávez

Lieber Hugo:

Ich möchte dir den tiefen Schmerz übermitteln, den der Tod von Willian Lara, Gouverneur des Bundesstaats Guárico, der immer ein Freund und Verteidiger der Freundschaft unter unseren beiden Völkern war, bei mir ausgelöst hat.

Er fiel, als er der Gefahr die Stirn bot und die Pflicht gegenüber dem Vaterland und der Revolution erfüllte. Er zögerte nicht eine Sekunde, die Brücke zu überqueren, die bereits vom Wasser des anwachsenden und breiten Flusses überspült wurde, wie man sie in Venezuela findet; er sorgte sich um diejenigen, die am anderen Ufer des Stromes waren. Nichts kann gerechter sein als ihm den Orden des Libertadors zu verleihen und die tief empfundenen Worte, die du an seinem Sarg aussprachst.

Der Zufall wollte es außerdem, dass am gleichen Tag ein weiterer treuer Kämpfer für die Bolivarianische Revolution verstarb: Guillermo García Ponce.

Als gleichzeitig das schreckliche Flugzeugunglück im venezolanischen Bundesstaat von Bolívar passierte - etwas, das unserer aufgeregten Zeit eigen ist -, erhielt die Welt einen Beweis dafür, was diese Revolution für das Volk bedeutet. In Minutenschnelle wurden alle vorhandenen Ressourcen den Dutzenden von Überlebenden zur Verfügung gestellt.

Den Verwandten, die Angehörige verloren haben, denen, bei denen ein Familienmitglied noch ums Überleben kämpft, dem venezolanischen Volk, und dir, möchte ich meine tiefsten Gefühle der Solidarität übermitteln.

Mut und Vorwärts!


Fidel Castro Ruz

13. September 2010
21:11 Uhr

Sonntag, 12. September 2010

Die grenzenlose Scheinheiligkeit des Westens

Reflexionen des Genossen Fidel: Die grenzenlose Scheinheiligkeit des Westens

Auch wenn es vor dem 1. September 2010 und danach Artikel zum Thema gegeben hat, so war es doch an jenem Tag, als die Tageszeitung La Jornada von Mexiko einen unter dem Titel „Der Holocaust der ‚Zigeuner’: gestern und heute“ veröffentlicht hat, der einen großen Eindruck hinterlassen hat und eine echt dramatische Geschichte in Erinnerung ruft. Ohne der gebotenen Information ein einziges Wort hinzuzufügen bzw. von ihr zu streichen habe ich die wörtlichen Zeilen seines Inhalt ausgewählt, die wirklich erschütternde Tatsachen widerspiegeln, über die der Westen und vor allem sein riesiger Medienapparat kein einziges Wort verlieren.

„Jahr 1496 - Blütezeit der humanistischen Ideen: Die Roma-Völker (‚Zigeuner’) von Deutschland werden zu Verrätern der christlichen Länder erklärt, zu Spionen auf Bezahlung der Türken, zu Trägern der Pest, zu Hexenmeistern, Banditen und Kindesentführern.

1710 – das Jahrhundert der Aufklärung und der Vernunft: Ein Edikt ordnet an, dass die erwachsenen Zigeuner von Prag ohne Gerichtsprozess aufzuhängen sind. Die Jugendlichen und die Frauen werden verstümmelt. In Böhmen wird ihnen das linke Ohr abgeschnitten. In Mähren das rechte Ohr.

1899 – Blütezeit der Modernen und des Fortschritts: Die Polizei von Bayern gründet die Sonderabteilung für Zigeunerangelegenheiten. Im Jahr 1929 wurde der Rang dieser Abteilung erhöht und sie wurde zum Landeszentrum erklärt und nach München verlegt. Sie lässt sich 1937 in Berlin nieder. Vier Jahre danach sterben eine halbe Million ‚Zigeuner’ in den Konzentrationslagern von Mittel- und Osteuropa.“

„In ihrer Doktorarbeit behauptete Eva Justin (Assistentin von Doktor Robert Ritter, von der Abteilung für Rassenforschung des deutschen Gesundheitsministeriums), dass das ‚Zigeuner’-Blut außerordentlich gefährlich für die Reinheit der deutschen Rasse sei. Ein so genannter Doktor Portschy schickte Hitler ein Memorandum, in dem er diesem anriet, die ‚Zigeuner’ der Zwangsarbeit zu unterwerfen und der Sterilisierung in großem Umfang, da sie die Reinblütigkeit des deutschen Bauerntums in Gefahr bringen würden.

Als Gewohnheitsverbrecher bezeichnet, wurden die ‚Zigeuner’ in großem Umfang gefangen genommen und ab 1938 wurden sie in den Konzentrationslagern von Buchenwald, Mauthausen, Gusen, Dautmergen, Natzweiler und Flossenburg in Sonderblocks interniert.

In dem in seinem Besitz befindlichen Lager in Ravensbrück schuf Heinrich Himmler, Gestapochef (SS), einen Ort zur Tötung der ‚Zigeuner’-Frauen, die medizinischen Experimenten unterworfen wurden. Es wurden 120 ‚Zigeuner’-Mädchen sterilisiert. Im Krankenhaus Düsseldorf-Lierenfeld wurden ‚Zigeunerinnen’ sterilisiert, die mit Nicht-‚Zigeunern’ verheiratet waren.

Weitere Tausende ‚Zigeuner’ wurden aus Belgien, Holland und Frankreich in das polnische Lager Auschwitz deportiert. In seinen Memoiren erzählt Rudolf Hoess (Kommandant von Auschwitz), dass sich unter den deportierten ‚Zigeunern’ fast hundertjährige Greise, schwangere Frauen und eine große Anzahl an Kindern befanden.

Im Ghetto von Lodz (Polen) […] hat keiner der 5.000 ‚Zigeuner’ überlebt.“

„In Jugoslawien wurden im Wald von Jajnice sowohl ‚Zigeuner’ als auch Juden hingerichtet. Die Bauern können sich noch an die Schreie der ‚Zigeuner’-Kinder erinnern, als diese an die Hinrichtungsorte gebracht wurden.“

„In den Vernichtungslagern war allein die Liebe der ‚Zigeuner’ zur Musik manchmal ein Trost. In Auschwitz, hungrig und voller Läuse, versammelten sie sich, um Musik zu machen und ermunterten die Kinder zum Tanzen. Aber ebenfalls legendär war der Mut der ‚Zigeuner’-Partisanen, die zum polnischen Widerstand im Gebiet von Nieswiez gehörten.“

Die Musik war derjenige Faktor, der bei ihnen den Zusammenhalt aufrecht erhalten hat, der ihnen das Überleben ermöglichte, so wie es bei den Christen, den Juden und den Muslimen die Religion gewesen ist.

La Jornada hat in einer Artikelserie seit Ende August die fast vergessenen Ereignisse darüber aufgefrischt, was mit den ‚Zigeunern’ in Europa geschehen ist, die – vom Nazismus geschädigt – nach den Nürnberger Prozessen von 1945-1946 dem Vergessen anheim fielen.

Die deutsche Regierung von Konrad Adenauer hat erklärt, dass die Vernichtung der ‚Zigeuner’ vor 1943 auf legale Politikrichtlinien des Staates zurückzuführen sei; die in jenem Jahr Geschädigten haben keinerlei Entschädigung erhalten. Robert Ritter, Experte der Nazis für die Vernichtung der ‚Zigeuner’, wurde freigelassen. Es war 39 Jahre danach, im Jahr 1982, als die Mehrheit der Geschädigten schon verstorben war, dass ihr Recht auf Entschädigung anerkannt wurde.

Über 75 Prozent der ‚Zigeuner’, die auf 12 bis 14 Millionen geschätzt werden, leben in Mittel- und Osteuropa. Nur im sozialistischen Jugoslawien von Tito wurden den ‚Zigeunern’ dieselben Rechte zuerkannt wie den kroatischen, albanischen und mazedonischen Minderheiten.

Das mexikanische Presseorgan bezeichnet die Massendeportation von ‚Zigeunern’ nach Rumänien und Bulgarien als „besonders ruchlos“, die von der Regierung Sarkozy – einem Juden ungarischer Abstammung – angeordnet wurde; das ist wörtlich die von jenem Organ gebrauchte Bezeichnung. Damit das nicht als eine Unehrerbietigkeit meinerseits angesehen wird.

In Rumänien wird die Anzahl der ‚Zigeuner’ auf zwei Millionen Menschen geschätzt.

Der Präsident jenes Landes, Traian Basescu, Verbündeter der Vereinigten Staaten und erlauchtes NATO-Mitglied, hat eine Journalistin als „ekelhafte ‚Zigeunerin’“ bezeichnet. Wie zu ersehen ist, eine äußerst feinfühlige Person mit einer höflichen Ausdrucksweise.

Die Website Univisión.com hat die Demonstrationen gegen die Ausweisung von ‚Zigeunern’ und die „Ausländerfeindlichkeit“ in Frankreich kommentiert. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete, sollen circa „130 Demonstrationen in Frankreich und vor französischen Botschaften mehrerer Länder der europäischen Union stattgefunden haben, und zwar mit Unterstützung dutzender Organisationen der Menschenrechte, der Gewerkschaften und von linken und Umwelt-Parteien“. Die umfangreiche Mitteilung erwähnt die Teilnahme solch bekannter Persönlichkeiten der Kultur wie Jane Birkin und der Cineastin Agnes Jaoui, und erinnert dabei daran, dass erstere „zusammen mit Stephane Hessel, dem ehemaligen Widerstandskämpfer gegen die Nazi-Besatzung von Frankreich (1940-1944), zu jener Gruppe gehörte, die sich anschließend mit Beratern von Eric Besson, dem Einwanderungs-Minister getroffen haben.“

„‚Es war wie ein Dialog zwischen Tauben, aber es ist gut, dass er stattgefunden hat, um ihnen zu zeigen, dass ein Großteil der Bevölkerung angesichts dieser Ekel erregenden Politik in Wut gerät’, zeigte ein Sprecher des Netzwerks Bildung ohne Grenzen auf…“

Weitere Nachrichten zum dornigen Thema kommen aus Europa: „Das Europäische Parlament hat gestern bei einer angespannten Debatte Frankreich und Nicolas Sarkozy wegen der Repatriierung von Tausenden von rumänischen und bulgarischen ‚Zigeunern’ [öffentlich] an den Pranger gestellt. Hierbei wurde die Haltung von José Manuel Durão Barroso und der Kommission wegen ihres scheinbaren Kleinmuts und weil sie die Entscheidungen von Paris nicht als illegale und dem Gemeinschaftsrecht widrige verurteilt haben, als skandalös und lächerlich bezeichnet“, berichtete El País.com in einem Artikel von Ricardo Martínez de Rituerto.

Die Tageszeitung La Jornada hat in einem weiteren ihrer Artikel die beeindruckende soziale Angabe veröffentlicht, dass die neonatale Sterblichkeitsrate der ‚Zigeuner’-Bevölkerung neunmal höher als die durchschnittliche europäische ist, und dass die Lebenserwartung knapp über 50 Jahren liegt.

Schon vorher, am 29. August, hatte sie mitgeteilt, dass „Sarkozy darauf bestehen bleibt, hunderte von Bürgern von Bulgarien und Rumänien – d.h. europäische Bürger – unter dem Vorwand des angeblichen ‚kriminellen’ Charakters dieser Bürger auszuweisen und zu deportieren, obwohl es nicht an Kritik gefehlt hat, sowohl seitens der Einrichtungen der Europäischen Union (EU), als der katholischen Kirche, der UNO und einer Fülle von verschiedenartigen Migranten-freundlichen Organisationen.“

„Es ist schwer zu glauben, dass es noch im Jahr 2010 – nach der schrecklichen Vergangenheit von Europa auf dem Gebiet des Rassismus und der Intoleranz – möglich ist, eine gesamte Ethnie durch ihre Kennzeichnung als soziales Problem zu kriminalisieren,“ schließt La Jornada.

„Die Gleichgültigkeit bzw. sogar Zustimmung angesichts der Aktionen der französischen Polizei heute, der italienischen gestern, mehr noch der europäischen im Allgemeinen, verschlägt dem größten Optimisten unter den Analytikern die Sprache.“

Während ich diese Reflexion verfasste, erinnerte ich mich plötzlich daran, dass Frankreich die dritte Atommacht des Planeten ist, und dass Sarkozy ebenfalls einen Koffer mit den Codes besitzt, um eine der über 300 Bomben abzuwerfen, die er besitzt. Hat es etwa irgendeinen moralischen und ethischen Sinn, einen Angriff auf den Iran zu starten, den sie wegen der angeblichen Absicht verurteilen, eine Waffe dieser Art herstellen zu wollen? Wo sind denn die Vernunft und die Logik dieser Politik?

Nehmen wir einmal an, dass Sarkozy plötzlich durchdreht, wie es scheinbar inzwischen der Fall ist. Was würde in diesem Fall der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit Sarkozy und seinem Koffer machen?

Was wird geschehen, wenn die französische äußerste Rechte beschließt, Sarkozy zu zwingen, eine rassistische, im Widerspruch zu den Normen der Europäischen Gemeinschaft stehende Politik beizubehalten? Könnte der Sicherheitsrat der UNO diese zwei Fragen beantworten?

Der Mangel an Wahrheit und das Vorherrschen der Lüge sind die größte Tragödie in unserem gefährlichen Atomzeitalter.



Fidel Castro Ruz

12. September 2010
18:57 Uhr

Samstag, 11. September 2010

Botschaft bei der Präsentation von "Die strategische Gegenoffensive"

Dies ist ein außerordentlicher Augenblick der Menschheitsgeschichte.

In diesen Tagen gehen die vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen erteilten Fristen zu Ende, damit der Iran die von den Vereinigten Staaten diktierten Forderungen erfülle, die sich auf die Kernkraft-Forschungen und die Urananreicherung zu medizinischen Zwecken und zur Stromerzeugung beziehen.

Das ist das Einzige, was ihnen nachgewiesen werden kann.

Die Befürchtung, dass das Land eine Atomwaffenproduktion beabsichtigt, ist eine reine Mutmaßung.

Rund um dieses heikle Problem haben die Vereinigten Staaten und ihre westlichen Verbündeten, darunter zwei der fünf Atommächte mit Vetorecht, d.h. Frankreich und Großbritannien, unterstützt von den reichsten und industriell am weitesten entwickelten kapitalistischen Mächten der Welt, eine zunehmende Anzahl von Sanktionen gegen den Iran – ein reiches Erdölland muslimischer Religion – in die Wege geleitet. Jetzt schließen die Maßnahmen die Inspektion seiner Handelsschiffe ein und äußerst harte Wirtschaftssanktionen, die zur Erdrosselung seiner Volkswirtschaft führen.

Ich habe die in jener Situation enthaltenen ernsten Gefahren aus nächster Nähe verfolgt, denn wenn an jenem Ort ein Krieg ausbricht, dann würde dieser sehr schnell zu einem atomaren werden, mit tödlichen Folgen für den Rest der Welt.

Ich war nicht auf der Suche nach Publicity oder Sensationsgier, als ich diese Gefahren aufgezeigt habe. Ich wollte nur die Weltöffentlichkeit wachrütteln, in der Hoffnung, dass sie zu deren Verhinderung beitragen kann, wenn sie sich solch ernster Gefahren bewusst ist.

Es ist zumindest gelungen, die Aufmerksamkeit auf ein Thema zu lenken, dass in den großen Medien der Weltöffentlichkeit nicht einmal erwähnt wurde.

Das zwingt mich dazu, einen Teil meiner Zeit hierfür aufzuwenden, der eigentlich für die Lancierung dieses Buches vorgesehenen war, dessen Veröffentlichung wir mit Beharrlichkeit vorbereitet haben. Ich wollte nicht, dass dies mit dem 7. und 9. zusammenfalle. An dem erstgenannten Tag endet die vom Sicherheitsrat verfügte Frist von 90 Tagen, um in Erfahrung zu bringen, ob Iran sie erfüllt hat oder nicht, und mit der Anforderung, die Inspektion seiner Handelsschiffe zu genehmigen. Das andere Datum zeigt den Ablauf der in der Resolution vom 9. Juni festgelegten Frist von drei Monaten an, wahrscheinlich war diese Frist vom Rat vorgesehen.

Bis jetzt erfolgte nur die ungewöhnliche Erklärung des Japaners Yukiya Amano, IAEA-Generaldirektor (Internationale Atomenergiebehörde), ein Mann der Yankees. Dieser hat alles Öl ins Feuer gegossen und wie Pontius Pilatus seine Hände in Unschuld gewaschen.

Ein Sprecher des Außenministeriums von Iran kommentiert mit verdienter Verachtung dessen Erklärung. Eine Agenturmeldung von EFE zeigt auf, dass seine Behauptung: „‚Unsere Freunde brauchen sich nicht zu sorgen, da wir nicht der Meinung sind, dass unsere Region fähig zu neuen militärischen Abenteuern ist’, und‚ dass der Iran vollkommen darauf vorbereitet sei, auf jegliche militärische Invasion zu reagieren’; eine offensichtliche Bezugnahme auf den kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro war, ‚der vor der Möglichkeit eines israelischen atomaren Angriffs auf den Iran mit Unterstützung der Vereinigten Staaten gewarnt hat’.“

Die Nachrichten zum Thema folgen eine auf die andere und vermischen sich mit anderen von bedeutendem Widerhall.

Der Journalist Jeffrey Goldberg, von der Zeitschrift The Atlantic, der in unserer Öffentlichkeit schon bekannt ist, veröffentlicht Teile des langen, mir gemachten Interviews, einige interessante Punkte desselben er nach und nach vorgestellt hat, bevor er einen zukünftigen ausführlichen Artikel schreibt.

„Es hat während meines kürzlichen Aufenthalts in Havanna viele seltsame Dinge gegeben, […]“ – so erzählt er – „aber eines der außergewöhnlichsten Dinge war das Niveau der eigenen Gewissensprüfung von Fidel Castro. […] aber die Tatsache, dass Castro bereit gewesen ist zuzugeben, dass er zu einem bestimmten Zeitpunkt der Raketenkrise in Kuba einen Fehler begangen hatte, schien mir wirklich erstaunlich […] dass er bereute, Chruschtschow gebeten zu haben, dass er die Atomraketen auf die Vereinigten Staaten abschießen solle.“ Es stimmt, dass er mir gegenüber das Thema angesprochen hat und mir die Frage gestellt hat. Wörtlich sagte er, so wie er es im ersten Teil seiner Reportage darlegt, wie folgt: „Ich habe ihn gefragt: Zu einem bestimmten Zeitpunkt schien es logisch, dass Sie den Sowjets angeraten haben, die Vereinigten Staaten zu bombardieren. Scheint Ihnen das, was Sie empfohlen haben, zum heutigen Zeitpunkt noch logisch? Fidel hat geantwortet: Nachdem ich alles das gesehen habe, was ich gesehen habe, und mir alles das bekannt geworden ist, was ich heute weiß, würde sich das absolut nicht lohnen.“

Ich hatte ihm sehr gut den Inhalt der Botschaft erklärt, und das ist schriftlich festgehalten, die wie folgt lautete: “…wenn die Vereinigten Staaten Kuba überfallen würden, ein Land mit russischen Atomwaffen, dann sollte die UdSSR ihnen unter jenen Umständen nicht den Erstschlag machen lassen, wie es das deutsche Heer und alle seine Streitkräfte von Europa der UdSSR gegenüber getan haben, als sie diese am 22. Juni 1941 angegriffen haben.“

Wie ersichtlich, ist aus dieser kurzen Andeutung des Themas im zweiten Teil der Veröffentlichung dieser Nachricht für den Leser nicht zu entnehmen, dass ich für jenen Fall, „wenn die Vereinigten Staaten Kuba überfallen würden, ein Land mit russischen Atomwaffen”, zu verhindern angeraten habe, dass der Feind den Erstschlag versetzen kann. Die tiefgehende Ironie meiner Antwort ist ebenfalls nicht ersichtlich: ”…und mir alles das bekannt geworden ist, was ich heute weiß…”, ein eindeutiger Bezug auf den von einem Präsidenten von Russland begangenen Verrat, welcher, bis zum Überdruss voll mit einer alkoholischen Substanz, den Vereinigten Staaten die wichtigsten militärischen Geheimnisse jenes Landes ausgehändigt hat.

Zu einem anderen Zeitpunkt des Gesprächs erzählt Goldberg: „Ich habe ihn gefragt, ob er der Meinung sei, dass das kubanische Modell etwas sei, dass sich zu exportieren noch lohnt“. Es ist offensichtlich, dass jene Frage die Theorie beinhaltete, dass Kuba die Revolution exportiert. Ich habe ihm geantwortet: „Das kubanische Modell funktioniert nicht einmal mehr für uns.“ Ich habe ihm das ohne Bitterkeit oder Besorgnis gesagt. Es amüsiert mich jetzt zu sehen, wie er das so wortwörtlich ausgelegt hat, und er hat, wie er selbst sagt, sich von Julia Sweig beraten lassen, Analytikerin des CFR, die ihn begleitet hat, und hat dann die von ihm dargelegte Theorie ausgearbeitet. Aber in Wirklichkeit bedeutete meine Antwort genau das Gegenteil von dem, wie es beide US-amerikanische Journalisten bezüglich des kubanischen Modells ausgelegt haben.

Wie jedermann weiß, lautet meine Meinung, dass das kapitalistische System schon nichts mehr einbringt, weder für die Vereinigten Staaten noch für die Welt, die es von einer Krise in die andere führt, die jedes Mal schlimmer sind, global umfassender und sich immer schneller wiederholen und denen sie nicht entkommen kann. Wie könnte ein solches System einem sozialistischen Land wie Kuba hilfreich sein?

Viele arabische Freunde waren besorgt, als sie erfuhren, dass ich ein Gespräch mit Goldberg geführt habe, und haben Botschaften gesendet, in denen sie ihn als den „stärksten Verteidiger der Zionismus“ bezeichneten.

Aus alledem kann die große Verwirrung geschlossen werden, die es auf der Welt gibt. Deshalb hoffe ich, dass alles das, was ich euch über meine Überlegungen sage, nützlich sein wird.

Die von mir dargelegten Ideen sind in 333 Reflexionen enthalten (was für ein Zufall, diese Zahl), und die letzten 26 davon sind ausschließlich den Umweltproblemen und der imminenten Gefahr eines Atomkrieges gewidmet.

Jetzt muss ich in einer sehr kurzen Zusammenfassung Folgendes hinzufügen.

Ich habe den Holocaust immer verurteilt. In den Reflexionen „Die Rede von Obama in Kairo”, “Mit dem Prankenhieb auf der Lauer” und “Die Meinung eines Experten” habe ich das vollkommen klar dargelegt.

Ich bin nie ein Feind des hebräischen Volkes gewesen, an dem ich seine Fähigkeit bewundere, zweitausend Jahren der Zerstreuung und Verfolgung widerstanden zu haben. Viele der glänzendsten Talente, z. B. Karl Marx und Albert Einstein, waren Juden, denn es ist eine Nation, in der die Intelligentesten überlebten, kraft eines Naturgesetzes. In unserem Land und auf der Welt wurden sie verfolgt und verleumdet. Aber das ist nur ein Bruchstück der Ideen, die ich verteidige.

Sie sind nicht die Einzigen, die aufgrund ihres Glaubens verfolgt und verleumdet worden sind. Die Muslime wurden über mehr als 12 Jahrhunderte von den europäischen Christen wegen ihres Glaubens angegriffen und verfolgt, und ebenso war es den ersten Christen im antiken Rom geschehen, bevor diese zur offiziellen Religion jenes Imperiums wurde. Die Geschichte muss so gebilligt und in Erinnerung gebracht werden, wie sie ist, mit ihren tragischen Realitäten und ihren grausamen Kriegen. Darüber habe ich gesprochen und deshalb erläutere ich ganz mit Recht die Gefahren, die die Menschheit heute läuft, wo diese zur größten Selbstmordgefahr für unsere gebrechliche Gattung geworden sind.

Wenn sie hierzu noch einen Krieg gegen den Iran hinzufügen würden, selbst wenn es nur ein konventioneller wäre, dann wäre es besser, dass die Vereinigten Staaten das Licht ausschalten und sich verabschieden würden. Wie würden sie einen Krieg gegen 1,5 Milliarden Muslime überstehen können?

Den Frieden zu verteidigen, das bedeutet für einen echten Revolutionär nicht, auf die Prinzipien der Gerechtigkeit zu verzichten, ohne die das menschliche Leben und die Gesellschaft jeden Sinn verlieren würden.

Ich bin weiterhin der Meinung, dass Goldberg ein großartiger Journalist ist, der in der Lage ist, unterhaltsam und meisterhaft seinen jeweiligen Standpunkt darzulegen, der zur Debatte zwingt. Er erfindet keine Redewendungen, er überträgt sie und legt sie aus.

Ich werde den Inhalt vieler anderer Aspekte unseres Gesprächs nicht erwähnen. Ich werde die Vertraulichkeit der von uns behandelten Themen respektieren, während ich mit Interesse auf seinen ausführlichen Artikel warte.

Die aktuellen Nachrichten, die in Strömen von überall her kommen, zwingen mich dazu, seine Vorstellung mit diesen Worten auszuführen, dessen Keime im gerade von mir veröffentlichten Buch „La contraofensiva estratégica“ (Die strategische Gegenoffensive) enthalten sind.

Ich bin der Meinung, dass alle Völker ein Recht auf Frieden und den Genuss der Güter und natürlichen Ressourcen des Planeten haben. Das, was mit der Bevölkerung in vielen Ländern Afrikas geschieht, ist eine Schande. Dort sieht man aufgrund des Mangels an Nahrungsmitteln, Wasser und Arzneien Millionen spindeldürre Kinder, Frauen und Männer unter der Bevölkerung. Die Bildnachrichten, die uns aus dem Mittleren Osten erreichen, sind erstaunlich, wo die Palästinenser ihres Grund und Bodens beraubt und ihre Häuser durch monströse Geräte abgerissen werden, und Männer, Frauen und Kinder mit weißem Phosphor und anderen Ausrottungsmitteln bombardiert werden; sowie die grauenvollen Szenen von Familien, die durch Bomben vernichtet wurden, die auf die afghanischen und pakistanischen Ortschaften mittels unbemannter Flugzeugen abgeworfen wurden; und die Iraker, die nach Jahren des Krieges sterben, und über eine Million in jenem Konflikt geopferte Menschenleben, der von einem US-Präsidenten aufgezwungen wurde.

Das letzte, was zu erwarten war, waren die Nachrichten über die Abschiebung der französischen Zigeuner, die Opfer der Grausamkeit der französischen äußersten Rechten sind, und deren Zahl schon auf siebentausend gestiegen ist, sie sind die Opfer einer anderen Art des rassistischen Holocaust. Der energische Protest der Franzosen ist elementar. Ihnen wird zur selben Zeit von den Millionären das Recht auf die Rente eingeschränkt, wobei durch diese gleichzeitig die Beschäftigungsmöglichkeiten verringert werden.

Aus den Vereinigten Staaten kommen Nachrichten über einen Pastor des Bundesstaats der Florida, der vorhat, in seiner eigenen Kirche das Heilige Buch des Korans zu verbrennen. Selbst die militärischen Befehlshaber der Yankees und der Europäer in Bestrafungsmissionen des Krieges waren angesichts einer solchen Nachricht erschüttert, die sie als gefährlich für ihre Soldaten ansahen.

Walter Martínez, der angesehene Journalist des Programms Dossier von Venezolana de Televisión, war erstaunt über so viel Wahnsinn.

Gestern, d.h. Donnerstag den 9. September, trafen in den Abendstunden Nachrichten ein, dass der Pastor davon Abstand genommen hatte. Es wäre erforderlich zu wissen, was ihm die FBI-Polizisten gesagt haben, die ihn aufgesucht haben, „um ihn zu überzeugen“. Es war eine übermäßige Medienshow, ein Chaos, Dinge, die einem Imperium eigen sind, das untergeht.

Ich danke euch allen für die Aufmerksamkeit!


10. September 2010

Freitag, 3. September 2010

Botschaft an die Studenten von Kuba

Liebe Compañeros!

Ich habe euch darum gebeten, uns heute zeitig zu treffen, bevor die Sonne zu heiß brennt.

Diese Freitreppe, die ich niemals erneut zu betreten gedacht hatte, bewahrt unauslöschliche Erinnerungen jener Jahre, in denen ich mir unserer Zeitepoche und unserer Pflicht bewusst wurde. Man kann während des gesamten Lebens Kenntnisse und Bewusstsein erwerben, aber zu keiner anderen Zeit ihrer Existenz wird eine Person erneut solch eine große Lauterkeit und Selbstlosigkeit besitzen, mit dem ein junger Mensch dem Leben begegnet. In jenem Alter habe ich mein wahres Schicksal entdeckt.

Deshalb ist es unvermeidbar, dass mich in diesem Augenblick die Erinnerungen an so viele Gefährten begleiten, die ich vor genau 65 Jahren kennen gelernt habe. Es war in der ersten Septemberwoche, als ich an dieser Universität, der einzigen des Landes dieser Zeit, immatrikulierte. Es ist besser, dass ich nicht einmal versuche, nach jedem von ihnen zu fragen, sondern die Erinnerungen an sie so bewahre, wie sie als junge und enthusiastische, und normalerweise selbstlose und makellose Menschen waren.

Mich ermutigt es außerordentlich, diejenigen vor mir zu haben, die heute so sind, wie wir es gestern waren, wenn auch unvergleichbar gebildeter, freier und bewusster.

Damals schlug auf diesen Universitätshügel die Macht der brutalen Gewalt ein und die Brutalität der Gewalt, der Verantwortungslosigkeit und der auf unser Volk angewandten Korruption.

Dank des Vorbilds unserer Vorgänger; dank der Studenten, die aufgrund der Forderung der Horde der so genannten Spanischen Freiwilligen – von denen viele selbst in diesem Land geboren worden waren, sich aber in den Dienst der spanischen Tyrannei stellten - standrechtlich erschossen wurden; dank des Apostels unserer Unabhängigkeit und des von einigen zehntausenden Patrioten in drei Unabhängigkeitskriegen vergossenen Blutes, konnten wir wirklich auf eine Geschichte zurückblicken, die unseren Kampf inspirierte. Wir hatten es nicht verdient, Kolonie eines noch viel mächtigeren Imperiums zu sein, das sich unseres Vaterlandes und eines Großteils des Nationalbewusstseins bemächtigte, indem es den Schicksalsglauben verbreitete, und zwar mit der Idee, dass es unmöglich sei, sich von solch mächtigem Joch zu befreien.

Schlimmer noch, es war schon eine mächtige Ausbeuterschicht entstanden, die im Dienste der Interessen des Imperiums unser Volk plünderte, indem sie Reichtümer entzog, während die Bevölkerung mit Gewalt an Händen und Füßen gefesselt und in der Ignoranz belassen wurde, und oftmals wurden andere, im Lande Geborene dafür verwendet, als Folterer und Mörder ihrer Brüder zu handeln.

Die Revolution hat diesen Gräueln ein Ende gesetzt, deshalb können wir uns heute, an diesem Septembermorgen hier versammeln.

Wie weit entfernt waren wir zu glauben, dass wir nach dem Revolutionssieg, zu einem Anlass wie diesem, uns erneut zu noch größeren Anstrengungen und höheren Zielstellungen als jenen versammeln würden, die uns zu einem bestimmten Zeitpunkt die höchsten Ziele der Völker um der Gerechtigkeit und des Glücks der Menschen willen zu sein schienen.

Es würde als unmöglich erscheinen, dass ein so kleines Land wie Kuba sich gezwungen sähe, das Hauptgewicht des Kampfes gegen jene zu tragen, die die Welt globalisiert und einer unglaublichen Plünderung unterworfen und ihr ein System auferlegt haben, das heute das Überleben der Menschheit überhaupt bedroht.

Ich spreche nicht nur im Interesse unserer Nation. Man könnte sagen, dass solche Zielstellungen in dem Maße zurückgeblieben sind, in dem die Existenz und der Wohlstand der Völker aufgehört haben, unsere Zielstellungen zu sein, und zwar um jener Weltinteressen willen, ohne die das Leben der Nationen unmöglich ist. Es ist ebenfalls wahr, dass unser Land, Bollwerk des spanischen Kolonialsystems in dieser Hemisphäre, bei seinen Kämpfen um die nationale und soziale Emanzipation das erste war, das besetzt wurde und das letzte, dass das Joch nach über 400 Jahren Fremdherrschaft abgeschüttelt hat.

Unser Kampf um die nationale Unabhängigkeit vermischte sich mit den beharrlichen Anstrengungen der arbeitenden Bevölkerung unseres Landes um ihre soziale Befreiung. Das geschah nicht willentlich; das war ein Werk des Zufalls. Der Verdienst des kubanischen Volkes besteht darin, in der Lage gewesen zu sein, das zu begreifen und die unlösbaren Bande zwischen beiden zu stärken (Beifall und Ausrufe: „Es lebe Fidel!“).

Die der Menschheit für diese Schlacht zur Verfügung stehende Zeit ist außergewöhnlich begrenzt. Während mehr als drei Monaten unaufhörlichen Kämpfens habe ich mich bescheiden bemüht, - angesichts einer Welt, der das unbemerkt geblieben ist - die schrecklichen Gefahren bekannt zu geben, die das menschliche Leben auf unserem Planeten bedrohen. Es ist bekannt, und mir bleibt keine andere Alternative, als an die Tatsache zu erinnern, dass wir nicht im Zeitalter des Rittertums, der Stahlschwerter und Musketen mit einem einzigen Schuss leben, denen über Jahrhunderte solche Vorrichtungen vorangegangen waren, die Mauern zum Stürzen brachten bzw. dies versuchten, oder der Epoche der von Pferden gezogenen Kampfkarren, an deren Rädern Messer angebracht waren; alles Waffen, die letzten Endes immer grausam sind, aber eine begrenzte Zerstörungskraft hatten, und welche die Menschen dazu verwendet haben, um sich gegenseitig zu bekriegen. Dies geschah, seitdem sie die Keulen erfunden hatten und bis zum Ersten und Zweiten Weltkrieg, wo Schnellfeuerwaffen, Panzer, Kampfflugzeuge und fliegende Festungen, U-Boote, Torpedos, Panzerkreuzer und Flugzeugträger zum Einsatz kamen, welche die Menschenverluste auf zweistellige Millionengrößen erhöhten, und auf dreistellige Millionengrößen die Opfer der Zerstörung, die Verletzten, die Krankheiten und den Hunger, unvermeidbare Folgen der Kriege.

Zwei Kernkraft-Vorrichtungen wurden am Ende des letzten Weltkrieges verwendet. Niemals hatte der Mensch sich solch eine schreckliche Zerstörung und Vernichtung vorstellen können. Seit über 60 Jahren wird von dem Bombardement auf Hiroshima und Nagasaki gesprochen. Wir haben schon einmal ungefähr aufgezeigt, dass die Zerstörungskraft der angehäuften Waffen mehr als vierhundertvierzigtausend Mal der Zerstörungskraft einer jener Bomben entspricht. So ist das, das sagt uns die Mathematik. Ich füge nichts weiter hinzu, denn sonst müsste ich sehr harte Worte bezüglich der Ursachen und der Verantwortlichen für diese äußerst betrübliche Realität verwenden.

Aber das war nicht ausreichend. Der Anspruch auf die wirtschaftliche und militärische Herrschaft derjenigen, die die ersten waren, jene schreckenerregenden Instrumente der Zerstörung und des Todes anzuwenden, haben die Menschheit zur realen Möglichkeit des Aussterbens geführt, der sie heute zu begegnen hat. Ich brauche euch nicht Argumente darüber zu geben, was ihr alle nur zu gut wisst. Das Problem der Völker, das heißt von über sieben Milliarden Menschen, besteht heutzutage darin zu verhindern, dass diese Tragödie geschieht.

Es ist mir nicht angenehm, die schmerzhafte Wahrheit zu sagen, die eine Schande für alles das darstellt, was sich als Politik und Regierung ausweist. Diese Realität wurde der Welt absichtlich verschwiegen und Kuba ist die harte Aufgabe zugekommen, die Menschheit über die reale Gefahr zu unterrichten, der sie gegenübersteht. Bei dieser Tätigkeit dürfen wir nicht aufgeben. Ich habe Argumente verwendet, die ich jetzt nicht wiederholen möchte. Angesichts der Skeptiker besteht unsere unverwechselbare Pflicht darin, den Kampf weiter zu führen. Mir ist bekannt, dass eine zunehmende Anzahl von Menschen auf der ganzen Welt sich dieser Wirklichkeit bewusst geworden ist.

Als Kommentar des ersten Teils des Interviews, das am Montag, dem 30. August von der Direktorin von La Jornada in diesem angesehenen mexikanischen Presseorgan veröffentlicht wurde, hat ein Bürger Unseres Amerikas, dem dieses über die Website CubaDebate bekannt geworden ist, seine Meinung mit solch tief greifenden Worten zum Ausdruck gebracht, dass ich mich entschlossen haben, das Wichtigste seiner Ideen in diese Botschaft an die Studenten von Kuba aufzunehmen:

„Ich erlasse einen Aufruf an alle Länder, die heute in militärische Konflikte verwickelt sind. Denkt bitte immer daran, einen wirklichen Frieden zu erreichen, das ist etwas, was für uns alle gut ist. Unsere Kinder, unsere Enkel und die Menschen der Welt, wir alle werden es euch danken. Wir brauchen ein Leben in Frieden und Sicherheit auf einem Planeten, der immer unbewohnbarer wird. Das ist sehr einfach zu begreifen. Die Atomwaffen müssen verschwinden, kein Land soll sie besitzen, die Atomenergie darf nur zum Guten genutzt werden. DER EINZIGE WIRKLICHE SIEG BESTEHT DARIN, DEN FRIEDEN ZU GEWINNEN.

Wir stehen heute zwei großen Herausforderungen gegenüber: der Konsolidierung des Weltfriedens und der Rettung des Planeten vor dem Klimawechsel. Einen dauerhaften Frieden auf solider Grundlage zu erreichen hat jetzt Vorrang, das zweite besteht darin, den Klimawechsel rückgängig zu machen. Wir müssen uns dieser Probleme bewusst werden, die wir selber geschaffen haben, und wir sind die Protagonisten der Veränderungen, die wir erreichen müssen. Das Panorama des vergangenen Jahrhunderts war nicht dasselbe, wie das des jetzigen. Die Waffen sind im Augenblick viel höher entwickelt und tödlicher und der Planet ist schwächer und in höherem Maße verseucht.

Die Weltkonferenz über den Klimawechsel in Cancún. […] die einzige Möglichkeit, die uns bleibt. […] Wir sind dabei, an einem kritischen Punkt anzukommen, wo es kein Zurück mehr gibt. In jenem Augenblick werden wir aus Angst alles tun wollen, um unsere Leben zu retten, aber alles wird schon umsonst und zu spät sein. Die Möglichkeiten bieten sich uns nur ein einziges Mal in unserem Leben und man muss es verstehen, sie zu nutzen. Unsere Mutter Natur ist wie ein passiver Raucher, obwohl sie kein Laster hat, machen wir sie in gleicher Weise krank.“

„Niemand hat das Recht, die Gewalt gegen irgendeinen Menschen, ein Land oder eine Nation anzuwenden. Niemand darf einen Baum abschlagen, ohne vorher drei gepflanzt zu haben. […] wir können nicht der Natur den Rücken zudrehen. Ganz im Gegenteil, wir müssen ihr immer angeschlossen bleiben. Denn wir selber sind Natur, wir sind Teil jener Fülle an Farben, Tönen, Gleichgewicht und Harmonie. Die Natur ist perfekt.

Kyoto hat für alle Menschen eine Hoffnung bedeutet …“

„Wenn wir nichts tun, dann wird niemand gerettet werden. Es wird keinen sicheren Platz auf der Erde geben, und auch nicht in der Luft oder im Kosmos. Die große Energiemenge, die sich täglich aufgrund des Treibhauseffekts ansammelt, da die Sonnenstrahlen eingefangen bleiben und jeden Tag mehr Energie auf die Erdoberfläche abladen - sie wird Naturkatastrophen von unvorhersagbaren Folgen hervorrufen. Wird etwa jemand auf der Erde einen Schalter haben, der in der Lage wäre, solch ein Desaster aufzuhalten?“

„…wir können keine Zeit mit anachronistischen Kriegen verlieren, die uns schwächen und unsere Energien aufbrauchen. Die Feinde machen die Kriege. Wir müssen alle jene Ursachen beseitigen, die verursachen, dass der Mensch den Menschen als seinen Feind sieht. Nicht einmal diejenigen, die sich in einem Krieg eine Schlacht liefern, glauben bewusst, dass dies die Lösung für ihre Probleme wäre. Sie reagieren auf ihre Gefühle und hören nicht auf ihr Bewusstsein; sie glauben fälschlicherweise, dass der Krieg der Weg zum Frieden sei. Ich sage ohne irgendeine Möglichkeit eines Irrtums, dass der Frieden nur mit dem Frieden erreicht werden kann und: WENN DU DEN FRIEDEN MÖCHTEST, DANN BEREITE DICH DARAUF VOR, DEIN BEWUSSTSEIN ZU VERÄNDERN (Beifall).“

Bis hierher das Wesentliche seiner Worte, die sehr einfach und jedem Bürger der Welt verständlich sind.

Am Mittwoch, dem ersten September, als ich diese Botschaft verfasste, erreichte uns folgende, auf der Website CubaDebate veröffentlichte Nachricht: „Eine neue Welle durchgesickerter Informationen über einen Angriff auf atomare Ziele des Iran, den Israel zusammen mit den Vereinigten Staaten vorbereitet, könnte dieses Mal eine reale Grundlage haben, erwägt in einem am Dienstag veröffentlichten Artikel George Friedman, geschäftsführender Direktor des angesehenen Zentrums Stratfor, zu dessen Mitarbeitern ehemalige Analytiker des CIA gehören.“ Er ist eine sehr gut informierte, angesehene Person.

Die Information besagt weiter:

„Es gab zahlreiche Anlässe, zu denen verschiedene Versionen des möglichen Angriffs auf die Islamische Republik verbreitet wurden, die angeblich von den Geheimdiensten durchgesickert waren. Experten zufolge handelte es sich dabei um einen Versuch, psychologischen Druck auf Teheran auszuüben, um es zu zwingen, den Konsens mit dem Westen zu suchen.“

„…diese Methode hatte keinen Erfolg und es ist kaum wahrscheinlich, dass sie erneut mit der selben Zielstellung angewandt wird, zeigte Friedmann auf…“

„‘Es ist paradox, aber die neue Serie von Gerüchten über den Krieg könnte dieses Mal darauf gerichtet sein, den Iran eben gerade davon zu überzeugen, dass es keinen Krieg geben wird, während er in Wirklichkeit schon vorbereitet wird’…“

„Der Analytiker schließt vollkommen aus, dass Tel Aviv sich trauen würde, eine militärische Operation zu beginnen, ohne die Unterstützung des Pentagon zu haben.“

„Gleichzeitig weist der Experte darauf hin, dass die schlimmste Folge eines möglichen Angriffs auf den Iran darin bestehen könnte, dass die Islamische Republik die Straße von Hormus zwischen dem Golf von Oman und dem Persischen Golf blockiert, was 45% der Erdöllieferungen der Welt zum Erliegen bringen würde, und damit den Ölpreis in die Höhe treiben und den Aufwärtstrend der Weltwirtschaft nach der Rezession erschweren würde.“

So endet diese Nachricht.

Für mich ist es unglaublich, dass die Furcht vor einem Angriff auf den Auswirkungen begründet ist, die dies auf den Erdölpreis und den Kampf gegen die Rezession haben könnte. Ich bezweifele meinerseits absolut nicht, dass die Reaktionsfähigkeit des Iran mit konventionellen Mitteln einen grausamen Krieg verursachen würde, über den die Krieg führenden Seiten die Kontrolle verlieren würden, und der sich unvermeidbar in einen globalen Atomkrieg verwandeln würde. Das ist es, was ich schon länger behaupte.

Eine wichtige Agenturmeldung von AFP behauptet Folgendes: „Der ehemalige britische Premierminister Tony Blair hat am jetzigen Mittwoch bei einem Interview mit der BBC anlässlich des beginnenden Verkaufs seiner Memoiren in den Buchhandlungen darauf hingewiesen, dass die internationale Gemeinschaft eventuell keine andere Alternative haben könnte als die militärische Option, wenn der Iran Atomwaffen entwickelt.“

Und lautet weiter:

„‘Ich denke, dass es keine Alternative hierzu gibt, wenn sie weiter Atomwaffen entwickeln. Sie müssen diese Botschaft laut und klar erhalten’, fügte er hinzu, indem er eine Drohung weitergab, die die Vereinigten Staaten und Israel schon mehrmals hervorgeholt haben.“ So Blair.

Natürlich, wenn jene Atomwaffen herstellen, wovon sie keine Beweise haben oder haben können, denn was jene tun, ist Forschungszentren dazu zu benutzen, Forschungen zu machen. Jene haben bis in ein oder zwei Jahren, wie sie selbst erklärt haben, kein Material, um den Bau einer Bombe zu beginnen. Und dies ohne zu berücksichtigen, dass die Atomwaffenhersteller über 25000 Atomwaffen verfügen, ohne die unvorstellbare Anzahl an konventionellen Waffen zu berücksichtigen. Sie haben keinerlei Beweise dafür, es handelt sich um ein Forschungszentrum. Ist das ein Grund, sie anzugreifen? Eine Anlage zu besitzen, die elektrischen Strom ausgehend vom Uran erzeugt, stellt kein Delikt dar, aber für sie ist es ein Beweis für die Herstellung von Waffen. Sie haben das schon einmal getan, im Jahr 1981, gegen ein irakisches Forschungszentrum, und sie haben es im Jahr 2007 gegen ein syrisches Forschungszentrum getan. Darüber wurde nichts berichtet, das ist eine Art Mysterium, warum darüber nicht gesprochen wurde. Denn es gibt schreckliche Dinge, die geschehen, über die nicht gesprochen wird und die niemand veröffentlicht.

Nun gut, das sind die Beweise, denn es wird davon gesprochen, jene Reaktoren und jenes Forschungszentrum anzugreifen. Deshalb darf man sich nicht von jener Wortgruppe „falls sie versuchen“, Atomwaffen herzustellen, verwirren lassen.

Eine Agenturmeldung von ITAR-TASS teilt Folgendes mit: „Die Sanktionen gegen den Iran werden nicht ein erwünschtes Ergebnis bringen, das iranische Problem darf nicht durch irgendeine Gewaltmaßnahme gelöst werden. So ließ heute der Chef der russischen Diplomatie Sergej Lawrow bei einer Rede vor Studenten des Instituts – was für ein Zufall – für Internationale Beziehungen MGIMO verlauten.“

Und die Meldung berichtet weiter:

„Wir gehen davon aus, dass keines der Weltprobleme mit Gewalt gelöst werden darf, zeigte er auf. Lawrow machte auf die Haltung des Präsidenten der USA, Barack Obama, bezüglich des Iran aufmerksam, besonders die Verwicklung des Iran in den Verhandlungsprozess. Wir begrüßen eine Normalisierung der Beziehungen zwischen den USA und dem Iran, bemerkte er.“

Er schätzte ein, dass Russland nicht nur Mitglied des Sicherheitsrats mit Vetostimmrecht ist, sondern ebenfalls ein mächtiges Land, dessen Meinung nicht ignoriert werden kann. Unabhängig davon, dass bei dieser Resolution am 9. Juni alle diejenigen, die das Vetorecht haben, diese unterstützt haben. Die Türkei und Brasilien haben sie nicht unterstützt und der Libanon hat sich der Stimme enthalten. Das war ein Augenblick von großer Bedeutung, denn die Resolution wurde angenommen, was die Inspektion der iranischen Handelsschiffe genehmigt, und außerdem haben sie eine Frist festlegt, sie haben 90 Tage gesagt. Manche meinen, dass diese am 9. zu Ende geht, andere behaupten am 7. Außerdem bestimmt diese, dass jene an jenem Tag zu informieren hätten, ob sie die Resolution befolgt haben oder nicht.

Jetzt ist abzuwarten, was sie in dieser Situation tun werden, ob sie die Weltöffentlichkeit berücksichtigen werden, welche Auswirkungen diese haben wird, ob sie einen weitere Frist erfinden werden oder nicht, ob sie erklären werden, dass sie dies nicht tun werden; oder ob sie bestätigen werden, dass sie es tun werden. Das könnte etwas weniger oder etwas länger dauern, aber es kann keine lange Zeitspanne sein.

Ich empfehle euch, aufmerksam zu sein, dass wir unsere Medien darum bitten, dass sie uns informieren, um die Situation aus der Nähe zu verfolgen.

Dank der elektronischen Medien gibt es Personen auf der Welt, eine zunehmende Anzahl von Personen, die sich informieren, weil jene es nicht verhindern können. Unabhängig davon, dass die Nachrichtenagenturen und die großen Medien in Händen der mächtigen kapitalistischen Unternehmen Stillschweigen bewahren, erfährt es inzwischen die Welt. Ich sage euch das wegen der großen Anzahl von Botschaften, die ankommen. Ich habe euch eine von mir ausgesuchte Meinung vorgelesen: eine kam um 4:52 Uhr, um 4:54, eine weitere um 4:55, die Genossen, die sie in Empfang nehmen, erläutern, dass sie von überall auf der Welt kommen, nicht nur aus Lateinamerika. Es ist unmöglich, sie alle zu empfangen und zu kommentieren, wir haben eine Idee bezüglich des Stands der Meinungen, der den Mitteilungen geschenkten Glaubwürdigkeit oder nicht, und ich kann euch sagen, dass sie ihnen eine große Glaubwürdigkeit geben, wie ihr es tut. Das ist klar zu ersehen und das ist entscheidend. Das ist eine neue Etappe, niemals vorher hat es eine ähnliche Situation gegeben.

Deshalb rate ich euch, euch und allen Mitbürgern, dass ihr versucht, aufmerksam zu sein und zu verfolgen, was unsere Pressemedien berichten, denn manchmal wird in der internationalen Presse ein seltsames Stillschweigen bewahrt, und dann erscheinen plötzlich eine Reihe von Nachrichten. Die, die nacheinander eintreffen werden, sind mit jedem Tag interessanter.

Niemand kann genau sagen, was passieren wird, warum diese Begebenheiten sich ereignen.

Was wird am 7., am 9., am 15., am 20. geschehen? Wir müssen unsere Pläne machen, unsere Arbeitspläne, jeder seinen eigenen. Ich konzentriere mich meinerseits darauf, ich habe mich schon länger darauf konzentriert, indem ich so viel Information als möglich sammele.

Aber bei diesem Problem haben wir alle eine gewisse Arbeit zu verrichten, einen Teil der Verantwortung, was nicht bedeutet, die Dinge liegen zu lassen, die wir gerade tun.

Außerdem, ein weiteres sehr wichtiges Land ist das hier zuletzt erwähnte, denn es war die letzte Agenturmeldung, die gestern Abend erschien.

Eine Agenturmeldung von Reuters besagt: „Die Europäische Union übt Druck auf China aus, damit es den Sanktionen gegen den Iran nachkommt.“

Denn außer dem bekannten Übereinkommen vom 9. Juni, mit der Nummer 1929, das jene von mir genannten Sanktionen festlegt, haben diese europäischen und anderen Satellitenmächte zusätzliche Sanktionen ausgesprochen, um das Land zu erdrosseln, und in diesem Fall beschwerten sie sich bezüglich China, aber auch bezüglich Russland, darüber, was diese tun werden. Aber es besagte Folgendes:

„Catherine Ashton, die Beauftragte für Außenpolitik der Europäischen Union, hat am Donnerstag gesagt, dass sie China unter Druck gesetzt hat, damit es absichert, dass die chinesischen Unternehmen nicht jene Stellen einnehmen, die frei wurden, weil andere Unternehmen den Iran aufgrund der Sanktionen verlassen haben…“ Sie sagt nicht, um welche Sanktionen es sich handelt, ob um die des Sicherheitsrats oder die ihrigen, sie wird natürlich beide gemeint haben.

Jegliche anständige Person kann die Vielschichtigkeit des schwerwiegenden Problems begreifen, das heute die Welt bedroht.

Liebe Studenten! Wie zu anderen, scheinbar weit zurück liegenden Zeiten, die mir wie gestern erscheinen, danke ich euch für die Anwesenheit und die moralische Unterstützung, die ihr diesem Kampf für den Frieden gebt. (Beifall) Ich ermahne euch, immer in dieser Richtung weiter zu kämpfen. In diesem, wie bei vielen anderen Kämpfen der Vergangenheit, ist es möglich zu siegen. (Beifall)

Auf dass das menschliche Leben bewahrt wird! Auf dass die Kinder und Jugendlichen es in einer Welt der Gerechtigkeit genießen können! Auf das die Eltern und Großeltern mit ihnen das Privileg zu leben teilen können!

Die gerechte Verteilung der materiellen und geistigen Reichtümer, die der Mensch aufgrund der fabelhaften Entwicklung seiner Produktivkräfte zu schaffen in der Lage ist, ist schon die einzig mögliche Alternative.



Vielen Dank!

3. September 2010

(Applaus)

Samstag, 28. August 2010

238 Gründe, um besorgt zu sein

Reflexionen des Genossen Fidel: 238 Gründe, um besorgt zu sein

Erster Teil


Wir erleben jetzt einen außerordentlichen Zeitpunkt der Menschheitsgeschichte. Ausgehend von einer Zeit, wo diese sich in Geschichte der Antike, Geschichte des Mittelalters, Moderne und Zeitgenössische Geschichte unterteilte. Nicht jene, die wir vor einem dreiviertel Jahrhundert in der Schule unterrichtet bekamen, sondern jene, die Karl Marx genial als die Vorgeschichte bezeichnet hat. Das würde Folge der außergewöhnlichen Entwicklung der Produktivkräfte sein, die Wissenschaft und Technik mit sich brachten, und deren Auswirkung auf das Bewusstsein und das materielle Leben unserer Gattung.

Aber Wissenschaft und Technik haben ebenfalls ein unvorstellbares Zerstörungsvermögen hervorgebracht.

José Martí, unser Apostel und Nationalheld, sah in seinem Kampf gegen den spanischen Kolonialismus – der vor mehr als 500 Jahren die Insel seinem Land einverleibte, das sich tausende Meilen entfernt auf dem Alten Kontinent befand, ihre Bevölkerung ausrottete und ihr eine neue Kultur und Mestizisierung aufzwang – die Zukunft als Ergebnis der Entwicklung der Ideen und der Notwendigkeit von Gerechtigkeit und Gleichheit unter den Menschen.

Die großen Schöpfer und Schmiede unserer Träume, die diesen ihre Existenz gewidmet haben, welche außerdem die Eingeweide des imperialistischen Monsters kennen gelernt haben, und bezüglich der iberoamerikanischen Völker, den „Riesen mit den Siebenmeilenstiefeln“, fehlte nicht sehr viel, um die schreckliche Alternative zwischen der extremen Tragödie und der strahlenden Hoffnung zu erleben, die heute unseren globalisierten Planeten einhüllt.

Glücklicherweise hat unser Land eine Revolution durchgeführt. Jedermann hat lesen und schreiben gelernt, hat ausgezeichnete Dienstleistungen im Gesundheitswesen genossen und diese sogar mit anderen Völkern geteilt, hat es verstanden Patriot und gleichzeitig Internationalist zu sein; ist vorbereitet für eine Welt der Gerechtigkeit ohne Ausbeuter und Ausgebeutete, könnte einen Beitrag bei der Suche nach neuen Formeln leisten, die das menschliche Leben auf der Erde möglich machen werden.

Ich gehe von der Überzeugung aus, dass der Imperialismus verschwinden wird, weil seine Existenz unvereinbar mit dem menschlichen Leben auf dem Planeten ist.

Während 88 Tagen wurden die entsprechenden Grundkenntnisse zur Urteilsbildung zusammengetragen, um den Lesern zu erläutern, was im Augenblick geschieht. Ich werde zwei Reflexionen verwenden.

Am 1.Juni, 8 Tage bevor die Resolution 1929 des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen angenommen wurde, haben die Nachrichtenagenturen fünf Nachrichten veröffentlicht. Die Agentur EFE hat in drei verschiedenen Mitteilungen Folgendes berichtet:

„Iran bezeichnete heute den letzten Bericht der Internationalen Atomenergie-Organisation (englisch IAEA) über das iranische Atomprogramm als ‘sich selbst wiederholend und befangen’ und zeigte sich ‘verwundert’ über den fehlenden Hinweis auf das mit der Türkei und Brasilien unterzeichnete dreiseitige Abkommen über den Uranaustausch.“

„Manoucher Mottaki, der iranische Außenminister, hat heute harte Kritik im europäischen Parlament zu hören bekommen, wo die Abgeordneten ihm die Situation der Menschenrechte in seinem Land und das von seiner Regierung vorangetriebene Atomprogramm vorwarfen.“

„Das Weiße Haus hat heute verlauten lassen, dass der letzte Bericht der Internationalen Atomenergie-Organisation (englisch IAEA) zeigt, dass Iran weiterhin seine internationalen Verpflichtungen verletzt und sich weigert, kooperativ mit den UNO-Inspektoren zu sein.“


ANSA teilte seinerseits Folgendes mit:

„Meir Dagan, Chef des Mossad, des israelischen Geheimdienstes, sagte heute, dass er das Abkommen zwischen Iran, Brasilien und der Türkei zum Austausch von nuklearem Material als eine von Teheran ausgeheckte ‘Täuschung’ betrachte, um die Völkergemeinschaft zu spalten.“

2. Juni:

„(AFP) – Die Vereinigten Staaten erwarten, dass der Sicherheitsrat der UNO sich spätestens am 21. Juni über eine Resolution äußert, die neue Sanktionen gegenüber Iran vorsieht, betonte am Mittwoch Philip Crowley, Sprecher des State Department.“

„(EFE) – Die Zentralbank von Iran hat die Verwirklichung eines Plans begonnen, um 45 Milliarden Euro ihrer Reserven in Dollar und Goldbarren zu verwandeln, und zwar aufgrund der Krise der Gemeinschaftswährung, berichtete heute PressTV, das Staatsfernsehen in englischer Sprache.“


4. Juni:

„(EFE) – Etliche Hunderttausende haben heute des 21. Todestages von Ayatollah Khomeini, des Gründers der Islamischen Republik Iran, bei einer Kundgebung gedacht, bei dem Ayatollah Ali Khamenei, das religiöse Oberhaupt, und Mahmud Ahmadinejad, der Staatspräsident, die Opposition bedrohten und gegen die USA und Israel wetterten.“

„(ANSA) – Mahmud Ahmadinejad, der Präsident des Iran, warnte heute, dass ein Angriff auf sein Land seitens Israel ‘den Tod des zionistischen Regimes’ bedeuten würde.“

„(REUTERS) – Russland und China sind gegen eine übereilte Abstimmung im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen bezüglich neuer Sanktionen gegen den Iran, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow, als er am Freitag zum Termin eingeladen wurde.“


6. Juni:

„(ANSA) - Mir Hossein Mussawi, der iranische Oppositionschef, hat heute die Regierung beschuldigt, ‘eine betrügerische, düstere und schädliche Politik’ voranzutreiben, die ‘den Vereinigten Staaten und Israel eine goldene Chance bietet’.“

7. Juni:

„(EFE) - Mahmud Ahmadinejad, der iranische Präsident, wird diese Woche nach China reisen, um die atomare Polemik und den mit Brasilien und der Türkei vereinbarten Brennstoff-Austausch zu besprechen, kündigte heute das Staatsfernsehen an.“

„(AFP) - Die IAEA wartet weiterhin auf eine offizielle Antwort der Vereinigten Staaten, von Frankreich und von Russland bezüglich des von Iran mit der Türkei und Brasilien abgeschlossenen Abkommens über Uran-Austausch, sagte am Montag in Wien Yukiya Amano, Direktor dieser UN- Atombehörde.“

„(DPA) – Die iranische Regierung hat heute begrüßt, dass die Internationale Atomenergie-Organisation (englisch IAEA) das angebliche Programm für Atomwaffen von Israel in jene Debatten eingeschlossen hat, die sie während dieser gesamten Woche in Wien abhalten wird.“

„(EFE) - Sergej Kirijenko, der Chef der Russischen Atombehörde (Rosatom), verneinte heute, dass die Auferlegung von Sanktionen gegen den Iran die Errichtung durch russische Ingenieure des Atomkraftwerks Bushehr in Iran beeinträchtigen könne.“

„(EFE) – Der Sicherheitsrat der UNO könnte am Mittwoch abstimmen, um zu beschließen, ob er Iran eine vierte Runde von Sanktionen auferlegen wird, da das Land sich weigert, die Urananreicherung zu stoppen, haben heute diplomatische Quellen verlauten lassen.“

„(AFP) – Das iranische Fernsehen hat am Montag Abend das Interview mit einem Mann gesendet, der als Shahram Amiri, im Jahr 2009 in Saudi-Arabien verschwundener iranischer Atomphysiker, vorgestellt wurde, welcher behauptet, dass er von den US-amerikanischen und saudiarabischen Geheimdiensten gekidnappt und in die Vereinigten Staaten gebracht worden ist.“


8. Juni:

„(AFP) – Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinejad hat darauf aufmerksam gemacht, dass sein Land nicht an neuen Verhandlungen über sein Atomprogramm teilnehmen wird, wenn es neuen Sanktionen unterworfen wird, während der US-Verteidigungsminister Robert Gates erwartet, dass letzteres ‘sehr bald’ geschieht.“

„(REUTERS) – Die Sanktionen der UNO gegenüber dem Iran aufgrund von dessen strittigem Atomprogramm sind ‘vollkommen beschlossen’ worden, berichtete am Dienstag eine russische, den Debatten im Sicherheitsrat nahe stehende Quelle.“

„(EFE).- Der UN-Sicherheitsrat wird am Mittwoch darüber abstimmen, ob er dem Iran wegen seiner Weigerung, seine Urananreicherung zu stoppen, eine vierte Sanktionsrunde auferlegen wird, trotz der Bemühungen von Brasilien und der Türkei, mehr Zeit für die Verhandlungen mit Teheran zu gewinnen.“

„(EFE) – Das iranische Parlament wird die Zusammenarbeit seines Landes mit der Internationalen Atomenergie (englisch IAEA) neu überdenken, wenn der UN-Sicherheitsrat dem neuen, von den Vereinigten Staaten eingebrachten Sanktionspaket zustimmt.“

„(REUTERS) - Iran hat am Dienstag den schweizerischen Botschafter in Teheran zu einer Unterredung bestellt und ihm Dokumente übergeben, die gemäß Teheran beweisen, dass ein iranischer Atomwissenschaftler durch die Vereinigten Staaten gekidnappt worden sei, berichtete die offizielle Nachrichtenagentur IRNA.“


Die größte Anzahl Agenturmeldungen erfolgte am 9. Juni. Dieser Tag wird in die Geschichte als der Tag eingehen, an dem die Vereinigten Staaten den Rubikon überschritten haben, als sie sich dafür engagiert haben, Gewaltmaßnahmen gegen den Iran zu treffen, wenn dieser nicht erlauben würde, dass seine Handelsschiffe in Internationalen Gewässern einer Inspektion unterzogen würden. Ich werde sie alle in der Reihenfolge wiedergeben, in der sie in Umlauf gegeben wurden:

„(EFE) - Mahmud Ahmadinejad, der iranische Präsident, hat heute angeprangert, dass die entwickelten Industriestaaten mehr Wasser verbrauchen, als sie benötigen, während in einigen Teilen der Welt der Wassermangel zu einem kritischen Faktor geworden ist.“

„(EFE).- Der UN-Sicherheitsrat hat heute ein neues, noch härteres Sanktionsregime gegen Iran verabschiedet, weil dieser sich weigerte, sein Atomprogramm zu stoppen, was vom iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinejad mit Sarkasmus aufgenommen wurde, der die Maßnahme als eine Gruppe von ‘lästigen Fliegen’ bezeichnete.“

„(EFE) - Luiz Inácio Lula da Silva, Präsident von Brasilien, dessen Land heute gegen die im UN-Sicherheitsrat verabschiedeten Sanktionen gegen den Iran gestimmt hat, behauptete, dass die neue Strafe von ‘denjenigen’ aufgezwungen worden ist, ‘die an die Gewalt glauben’ und nicht an den Dialog.“

„(AFP) – Die Vereinigten Staaten respektieren ‘den abweichenden Standpunkt’ von Brasilien und der Türkei bezüglich der neuen Sanktionen gegen Iran, obwohl beide Länder erläutern sollten, warum sie im Sicherheitsrat dagegen gestimmt haben, hat am Mittwoch Philip Crowley, Sprecher des State Department, erklärt.“

„(EFE) – Kurz vor der Verabschiedung einer neuen Sanktionsrunde gegen den Iran im UN-Sicherheitsrat haben die EU und die USA heute während einer Versammlung des Gouverneursrats der IAEA in Wien die fehlende iranische Kooperation bezüglich seines umstrittenen Atomprogramms hart verurteilt.“

„(AFP) - Die Vereinigten Staaten, Frankreich und Russland haben am Mittwoch, wenige Stunden bevor der UN-Sicherheitsrat zur Abstimmung über eine Reihe neuer Sanktionen gegen die Islamische Republik zusammentritt, ihre Vorbehalte über das Abkommen von Iran mit Brasilien und der Türkei zum Austausch von iranischem Uran zum Ausdruck gebracht.“

„(ANSA) – Eine neue Resolution mit Sanktionen gegen Iran im UN-Sicherheitsrat ‘wird das Problem’ des Atomstreits, dem Teheran gegenübersteht, ‘nicht lösen’, bemerkte heute in einem Leitartikel eine der Tageszeitungen der syrischen Regierung.“

„(EFE) - Ban Ki-moon, Generalsekretär der UNO, drängte heute Iran, dass es seinen internationalen Verpflichtungen nachkomme, nachdem der Sicherheitsrat dieser Organisation dem Land wegen der Fortsetzung seines Atomprogramms ein neues Sanktionspaket auferlegt hatte.“

„(AFP) - Iran hat am Mittwoch behauptet, dass die neuen, gegen das Land vom UN-Sicherheitsrat verabschiedeten Sanktionen ‘nur alte Lappen sind und auf den Müllplatz gehören’ und wiederholte seinen Willen, sein umstrittenes Atomprogramm fortzusetzen, egal was geschehe.“

„(AFP) - Die Resolution des UN-Sicherheitsrats die Iran wegen seines Atomprogramms neue Sanktionen auferlegt, ist ein ‘Pyrrhussieg’, hat an diesem Mittwoch Luiz Inácio Lula da Silva, der brasilianische Präsident gesagt, dessen Land als nichtständiges Sicherheitsratmitglied gegen die Maßnahme gestimmt hat.“

„(REUTERS) – Der US-Kongress wird diesen Monat weitere Sanktionen gegen den Iran verabschieden, hat am Mittwoch ein Abgeordneter der Demokraten prognostiziert, der aufzeigte, dass die neuen vom UN-Sicherheitsrat getroffenen Maßnahmen einen äußerst wichtigen Schritt darstellen würden, wobei er gleichzeitig darauf drang, stärkere Maßnahmen zu treffen.“


Insgesamt haben 11 Nachrichtenmeldungen die Welt über das im UN-Sicherheitsrat Geschehene informiert.

Dem folgten am 10. weitere 9 Meldungen zum Thema. Ich werde einige nennen:

„(AFP) - Iran hat am heutigen Donnerstag gedroht, seine Beziehungen zur Internationalen Atomenergiebehörde (englisch IAEA) zu vermindern, und zwar nachdem die UNO neuen Sanktionen zugestimmt hat und Russland, sein traditioneller Verbündeter, den Verkauf von Raketen an die Islamische Republik stagniert hat.“

„(NOTIMEX) - Ali Larijani, der Präsident des Parlaments von Iran, hat heute behauptet, dass die Vereinigten Staaten zurzeit leider unter dem Druck der von ihm als ‘zionistische Lobby’ bezeichneten Gruppe ‘eine unschuldige Partie’ bezüglich des umstrittenen Atomprogramms von Teheran spielen.“

„(EFE) – Die venezolanische Regierung hat heute, einen Tag nachdem Präsident Hugo Chávez ‘Respekt’ für die persische Nation gefordert hatte, verlauten lassen, dass sie ‘kategorisch’ die Resolution des UN-Sicherheitsrats über neue politische und wirtschaftliche Sanktionen gegen Iran ‘zurückweise’.“

„(EFE) – Russland hat heute erklärt, dass die am Vortag vom UN-Sicherheitsrat verabschiedeten neuen internationalen Sanktionen gegen Iran sein Land nicht daran hindern werden, den Vertrag über den Verkauf an Teheran von Flugabwehr-Batterien mit Raketen des Typs S-300 zu erfüllen.“

„(ANSA) – Die Vereinigten Staaten betrachten die Neinstimme von Brasilien und der Türkei am Mittwoch im UN-Sicherheitsrat, um die neue Serie von Sanktionen gegen den Iran in Kraft zu setzen, als ‘enttäuschend’, hat heute Robert Gibbs, der Sprecher des Weißen Hauses gesagt.“


Im Folgenden führe ich einzelne Meldungen auf, die sich auf das Thema beziehen, ohne dass in irgendeiner von ihnen eine grundlegende Veränderung ersichtlich ist. Wie zwei Züge, die mit rasanter Geschwindigkeit auf dem selben Gleis aufeinander zufahren.

„(AFP) – Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinejad hat am Freitag, 48 Stunden nach der Annahme neuer Sanktionen des UN-Sicherheitsrats gegen sein Land, das auf internationaler Ebene immer isolierter erscheint, eine Diatribe auf die Vereinigten Staaten und auf Israel abgegeben.“

„(REUTERS) - Iran wäre dazu fähig, in einem Zeitraum von ein bis zwei Jahren Atomwaffen zu entwickeln, sagte am Freitag Robert Gates, der US-Verteidigungsminister, wobei er hinzufügte, dass es jetzt noch rechtzeitig sei, um Druck auf Teheran auszuüben.“

„(EFE) - Iran wird seine Kooperation mit der Internationalen Atomenergie-Organisation auf das beschränken, was vom Atomwaffensperrvertrag (englisch NPT) als Grenzen festgelegt wurde, und wird mit der Urananreicherung fortfahren, hat Ali Asghar Soltanieh, der iranische Botschafter vor dieser Organisation, aufgezeigt.“

„(EFE) – Ali Akbar Salehi, der Direktor der Atomenergiebehörde von Iran (englisch AEAI) hat heute den Westen davor gewarnt, sich in eine Sackgasse zu begeben und besser die Formel des Kernkraftstoffaustauschs mit Iran zu akzeptieren.“

„(ANSA) - Saudi-Arabien hat Israel nach der Annahme der neuen, vom UN-Sicherheitsrat gegen die Islamische Republik beschlossenen Sanktionen die Nutzung seines Luftraums für einen eventuellen Angriff auf die Kernkraftanlagen des Iran zugestanden.
Das hat heute die britische Zeitung Times enthüllt, indem sie Quellen der Verteidigungsbranche aus dem Persischen Golf zitierte, die anonym bleiben wollten.
„Die Quellen haben gesagt, dass Riad Israel einen engen Luftkorridor im Norden des Landes zugestanden hat, um die Entfernung zwischen dem jüdischen Staat und der Islamischen Republik zu verkürzen.“

„(EFE) – Iranische Geheimagenten haben vergangene Woche an mehreren Stellen des Landes dreizehn angebliche Mitglieder einer konterrevolutionären Terroristengruppe verhaftet, die scheinbar dafür vorbereitet worden war, Attentate zu verüben, hat heute das Public-Relations-Büro des Geheimdienstministeriums mitgeteilt.“


15. Juni:

„(AFP) - Celso Amorim, der brasilianische Außenminister, hat es am Dienstag als eine ‘gute Nachricht’ bezeichnet, dass der iranische Präsident Mahmud Ahmadinejad das Übereinkommen seines Landes mit Brasilien und der Türkei über den Uranaustausch für weiterhin gültig erklärt hat, trotz der neuen Sanktionen des Sicherheitsrats.“

„(AFP) - Celso Amorim, der brasilianische Außenminister, hat am Dienstag behauptet, dass die Stunde gekommen sei, die Schwellenländer bei solch ‘ernsten Angelegenheiten’ wie dem iranischen Atomprogramm anzuhören, nachdem die Mächte eine von der Türkei und Brasilien eingebrachte Initiative zur Entschärfung jener Spannungen ignoriert hatten.“
„‘Es ist an der Zeit, bei den ernsten Fragen von Frieden und Krieg die Schwellenländer – die Türkei und Brasilien, sowie andere wie Indien, Südafrika, Ägypten und Indonesien anzuhören’, schrieb der Minister in der französischen Tageszeitung Le Figaro.“


16. Juni:

„(EFE) – Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinejad hat heute darauf aufmerksam gemacht, dass es ab jetzt sein Land sein werde, das die Bedingungen für einen eventuellen Dialog über den Atomstreit festlegen werde.“

„(ANSA) - Iran hat heute den Bau eines neuen Kernkraftreaktors zu wissenschaftlichen Zwecken angekündigt und mitgeteilt, dass es die Verhandlungen im Streit bezüglich seiner atomaren Vorhaben erst nach Auferlegung von Strafmaßnahmen gegen jene Mächte, die den Sanktionen im UN-Sicherheitsrat zugestimmt haben, erneut wieder aufnehmen werde.“

„(EFE) – Der Gipfel der führenden Persönlichkeiten der Europäischen Union wird morgen die Annahme von über die vom UN-Sicherheitsrat hinausgehenden Sanktionen gegen Iran unterstützen, einschließlich Maßnahmen in der Erdöl- und Erdgas-Branche.“

„(EFE) – Die Revolutionäre Garde, Elitetruppe der iranischen Sicherheitskräfte, hat ‘aufgrund der Anwesenheit der Vereinigten Staaten und von Israel in diesem Gebiet’ ihren Aufmarsch entlang der Grenze zum Irak begonnen, hat heute einer ihrer Befehlshaber erklärt.
Mehdi Moini, Brigadegeneral und Kommandeur dieses Korps in der nordwestlichen iranischen Provinz Aserbaidschan-West, hat heute gemäß ‘Press TV’ (Staatliches Fernsehen in englischer Sprache) diese und andere Länder bezichtigt, einen ethnischen Konflikt in dieser Region erzeugen zu wollen.
‘Die Anwesenheit von US-amerikanischen und israelischen Streitkräften entlang der Grenze ist der Grund für die Truppenbewegungen von Iran in der Provinz’, hat Moini erklärt.“


17. Juni:

„(AFP) - Die Regierenden der Europäischen Union (EU) haben am Donnerstag beschlossen, Iran wegen seinem Atomprogramm strengere Sanktionen aufzuerlegen, als jene von der UNO vereinbarten, indem sie diese gegen die nationale Schlüsselbranche des Erdgases und Erdöls richten, was Russland in Rage gebracht hat.“

„(DPA) - Russland hat heute hart die jeweils von den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union verabschiedeten Sanktionen gegen den Iran verurteilt.
‘Wir sind tief enttäuscht, denn weder die Vereinigten Staaten noch die Europäische Union sind unserem Ersuchen gefolgt, auf bestimmte Maßnahmen zu verzichten.’“

„(AFP) - Iran ist in der Lage mittels ‘Dutzender oder sogar hunderter’ von Raketen einen Angriff auf Europa zu starten, weshalb die Vereinigten Staaten ihr Raketenabwehrsystem überprüft haben, hat am Donnerstag Robert Gates, US-Verteidigungsminister verlautbaren lassen.“


18. Juni:

„(REUTERS) - Iran hat am Freitag die UN-Sanktionen gegen sein Atomprogramm als ‘illegal’ bezeichnet und die Vereinigten Staaten, den Hauptverfechter dieser Maßnahmen, der Verbreitung der Atomwaffen auf der ganzen Welt beschuldigt.“

20. Juni:

„(EFE) – Der US-Verteidigungsminister Robert Gates hat heute gesagt, dass für die neuen Sanktionen gegen Iran eine ‘angemessene Möglichkeit’ besteht, dass sie funktionieren und die Regierung von Teheran dazu zwingen können, ihr Atomprogramm zu stoppen.“

„(AP) – Ein Sonderbeauftragter der Vereinigten Staaten hat am Sonntag die Regierung von Pakistan gewarnt, sie solle sich enthalten, ein kürzlich mit dem Iran unterzeichnetes Abkommen für eine Gaspipeline zu konkretisieren, denn das könnte neue Sanktionen auslösen, die der Kongress zu entwerfen im Begriff ist.“


Fortsetzung folgt morgen.


Fidel Castro Ruz

27. August 2010
18:12 Uhr


Zweiter Teil

21. Juni

„(AFP).- Brasilien hat darauf verzichtet, - nach der Ablehnung des mit dem Iran und der Türkei im Mai unterzeichneten Austausch-Abkommens durch die Vereinigten Staaten und andere Mächte - weiter bezüglich des iranischen atomaren Themas zu vermitteln, so erklärte am Montag der brasilianische Außenminister Celso Amorim der Tageszeitung Financial Times.”

„(ANSA) – Shabtai Shavit, von 1989 bis 1996 Chef des Mossad, hat heute behauptet, dass Israel einen Präventivangriff gegen den Iran in Betracht ziehen sollte, um dessen Atomkraftwerke zu zerstören.“


22. Juni

„(AFP) – Die US-Regierung hat am Dienstag die Privatunternehmen gedrängt, über die offiziellen Sanktionen gegen den Iran hinauszugehen und ihre umstrittenen Beziehungen zu Teheran abzubauen, während Washington eine weitere Reihe von Sanktionen gegen die Islamische Republik vorbereitet.“

23. Juni:

„(ANSA) - Iran hat heute angekündigt, dass das Land bis jetzt ‘mehr als 17 Kilogramm’ 20%ig angereichertes Uran hergestellt hat, während das religiöse Oberhaupt Ayatollah Ali Khamenei die Idee vertrat, dass die ‘arroganten Mächte’ sich dem Atomprogramm seines Landes widersetzen würden, weil sie Teheran als ‘Symbol der islamischen Bewegungen der Welt’ fürchten.“

24. Juni:

„(EFE) – Der Oberbefehlshaber der Streitkräfte des Elitekorps Garde der Islamischen Revolution, General Ali Fadavi, hat heute gewarnt, dass in dem Fall, dass die USA und ihre Verbündeten die iranischen Schiffe in internationalen Gewässern einer Inspektion unterziehen, ‘sie eine angemessene Antwort im Persischen Golf und in der Straße von Hormus bekommen werden.“
„‘Die USA und ihre Verbündeten werden sich nicht getrauen, gegen die iranischen Schiffe vorzugehen, und wenn sie diese Dummheit begehen, - auf der Grundlage jener von ihnen angenommenen illegalen Resolution - dann werden sie selbst im Persischen Golf und in der Straße von Hormus eine angemessene Antwort seitens der Revolutionsgarde erhalten’, hat der hohe iranische militärische Vertreter behauptet.
Fadavi fügte hinzu, dass ‘die Streitkräfte der Revolutionsgarde in der Gegenwart über hunderte Schiffe verfügen, die mit Raketenwerfern ausgerüstet sind’.“

„(EFE) – Der US-Senat hat heute neue unilaterale Sanktionen gegen den Iran verabschiedet, die sich gegen dessen Energiesektor richten, und würde ebenfalls jenen Unternehmen Strafen auferlegen, die mit Teheran Geschäfte tätigen.“


27. Juni:

„(ANSA) - Der CIA-Chef Leon Panetta hat heute gewarnt, dass Iran in der Lage sei, in einer Frist von zwei Jahren zwei Atombomben zu bauen, da es genügende Mengen an angereichertem Uran zur Verfügung habe, um bei diesem Plan voranzuschreiten, was von Teheran verneint wird.“

30. Juni:

„(REUTERS) - Iran warnte die Mitglieder der Europäischen Union vor ‘schwerwiegenden Folgen’ aufgrund ihrer Entscheidung, Teheran aufgrund seines Atomprogramms noch härtere Sanktionen aufzuerlegen.“

Die Agenturmeldungen zum Iran erreichten in jenem Monat die Zahl 119.

Im Juli spitzte sich die Konfrontation weiter zu. In Antwort auf jede Zusatzmaßnahme, jeden zusätzlich ausgeübten Druck, jede zusätzliche Sanktion und Drohung seitens des Imperialismus, nahm der entschiedene iranische Widerstand weiter zu.

1. Juli:

„(AFP) – Die neuen Sanktionen des UN-Sicherheitsrates werden nicht verhindern, dass der Iran sein ‘friedliches Atomprogramm’ fortsetzt, bestätigte der iranische Außenminister Manuchehr Mottaki in einem Schreiben an die 15 Ratsmitglieder, in dem er Brasilien und der Türkei dafür dankt, ‘politischem Druck’ ‘standgehalten zu haben’.“

„(ANSA) – Der Präsident der Vereinigten Staaten Barack Obama hat heute versichert, dass das neue Sanktionsgesetz seines Landes gegen den Iran ‘einen Schlag auf das Herz’ seiner angeblichen Fähigkeit zur Entwicklung von Atomwaffen darstelle…
‘Wir zeigen den iranischen Regierenden damit, dass ihre Aktionen Folgen haben’, sagte Obama, der Teheran bezichtigte, eine ‘herausfordernde’ Position einzunehmen…“


3. Juli:

„(REUTERS) – die letzten Sanktionen gegen den Iran sind pathetisch, sagte am Samstag Präsident Mahmoud Ahmadinejad und wies die Weltmächte darauf hin, dass sie ihre Drohung später bedauern würden.“

5. Juli:

„(AFP) - Ein iranischer Verantwortlicher hat am Montag angekündigt, dass die Flughäfen von Großbritannien, Deutschland und den Vereinigen Arabischen Emiraten sich nach den neuen US-amerikanischen Sanktionen weigern würden, die iranischen Passagierflugzeuge mit Treibstoff zu versorgen…“
Die offizielle Agentur IRNA hat ihrerseits aufgezeigt, dass der Flughafen von Kuwait dasselbe tut.“
… jene Maßnahme wird seit dem vergangenen Donnerstag angewandt, und zwar in Übereinstimmung mit ‘der Entscheidung des US-Kongresses, der den Verkauf von Treibstoffen an Iran mit Strafen belegt’.“


6. Juli:

„(AP) - China hat am Dienstag gesagt, dass die Vereinigten Staaten und andere Nationen den von den Vereinten Nationen kürzlich dem Iran auferlegten Bestrafungen nicht ihre eigenen Sanktionen hinzufügen sollten…“

7. Juli:

„(AFP) - Iran hat am Mittwoch zum ersten Mal anerkannt, dass die neuen internationalen Sanktionen sein polemisches Atomprogramm bremsen könnten, einschließlich die Urananreicherung, versicherte aber, dass sie es nicht stoppen werden.“

„(DPA) - Iran ist bereit, die internationalen Gespräche über sein Atomprogramm im September fortzusetzen, aber nur, wenn die Europäische Union (EU) das israelische Atomarsenal anprangert und ihre Pläne für größere Sanktionen gegen den Iran zu den Akten legt, so geht aus heute enthüllten Dokumenten hervor.“


8. Juli:

„(AFP) – Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinejad hat am Mittwoch, - kurz nach seiner Ankunft in Nigeria, wo er an einem Gipfel des D-8 teilnehmen wird, welcher acht muslimische Entwicklungsländer vereint - die Vereinigten Staaten als den Weltdiktator bezeichnet, bevor er Israel angriff.
Die Vereinigten Staaten ‘haben sich zum Oberhaupt der Welt ausgerufen und jedermann sollte wissen, dass eine selbst ernannte Regierung eine Diktatur ist’…“

„(AFP) – Der US-Präsident Barack Obama hat bei einem am Donnerstag im israelischen Fernsehen veröffentlichten Interview erklärt, dass es unwahrscheinlich sei, dass Israel die Kernkraftanlagen des Iran angreife, ohne vorher die Vereinigten Staaten darüber in Kenntnis gesetzt zu haben.
‘Es ist inakzeptabel, dass Iran Atomwaffen besitze, und wir werden tun, was in unserer Macht steht, um zu verhindern, dass das eintrifft’, erklärte Obama am Mittwoch dem israelischen Fernsehkanal 2.“

„(DPA) - Ein Iran mit Atomwaffen wäre gefährlicher als die Sowjetunion während des Kalten Krieges, so versicherte heute der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu in New York.
‘Die Sowjets besaßen tausende Atomwaffen, waren aber rational und vorhersehbar. Iran ist es nicht’, zeigte Netanjahu vor dem ‘think tank’ Council on Foreign Relations auf.“


12. Juli:

„(ANSA) - Iran besteht darauf, dass Brasilien und die Türkei an der Wiederaufnahme der Verhandlungen über sein Atomprogramm teilnehmen sollen, unterstrich der Außenminister Manuchehr Mottaki, der heute von dem Sender Press TV zitiert wurde.“

15. Juli:

„(EFE) – Die Möglichkeit eines israelischen Angriffs auf den Iran wegen dem Atomprogramm dieses Landes hat sich in starkem Maße erhöht, aber dessen Folgen wären verheerend und würden zu einem äußerst langen Krieg mit ‘regionalen und globalen Auswirkungen’ führen.
So lauten die Schlussfolgerungen einer Studie unter dem Titel ‘Militärische Aktion gegen den Iran: Auswirkungen und Effekte’ des britischen Forschungszentrums ‘Oxford Research Group’, gemäß der die Folgen so schlimm sein würden, dass die Art und Weise gesucht werden muss, diese Krise auf anderen Wegen als dem militärischen zu lösen, egal wie.“


16. Juli:

„(EFE) – Der UN-Sicherheitsrat hat heute die in einer Moschee der Schiiten im Südosten von Iran begangenen terroristischen Attentate verurteilt, bei der mindestens 20 Menschen umgekommen sind und über 100 verletzt wurden.“

„(EFE) – Die Außenminister von Japan und Brasilien erklärten heute ihre Übereinstimmung über die Notwendigkeit, ‘ein Fenster für den Dialog’ mit dem Iran offen zu halten, berichteten offizielle japanische Quellen.“


17. Juli:

„(AFP) - Iran hat an diesem Samstag die westlichen Länder und Israel beschuldigt, Hintermänner des doppelten Selbstmordattentats zu sein, dass am Donnerstag im Südosten des Landes 27 Tote verursacht hat, trotzdem sowohl die Europäische Union als auch die Vereinigten Staaten es verurteilt haben.“

„(REUTERS) – Die Vereinigten Staaten werden nach einem im Südosten des Iran geschehenen tödlichen Bombenangriff negativen Folgen ins Auge blicken müssen, sagte ein hoher Befehlshaber der Revolutionsgarde, der am Samstag von einer offiziösen iranischen Nachrichtenagentur zitiert wurde.“


19. Juli:

„(EFE) - Ali Larijani, Präsident des iranischen Parlaments, kritisierte die ‘ungerechte’ Machtstruktur auf ‘internationaler Ebene’, was seiner Meinung nach zur ‘instrumentalisierten Ausnutzung’ der internationalen Organisationen geführt hat…“

20. Juli:

„(AP) – Das Parlament von Iran hat am Dienstag als Vergeltungsmaßnahme Inspektionen gegen jene Länder genehmigt, die auf den neuen UN-Sanktionen aufgrund des Atomprogramms von Teheran beruhend die Ladung von iranischen Schiffen und Flugzeugen einer Inspektion unterziehen.“

21. Juli:

„(AFP) – Ali Khamenei, religiöses iranisches Oberhaupt, hat am Mittwoch alle Muslims dazu aufgerufen, gegen den gewalttätigen und ‘blinden Terrorismus’ der Vereinigten Staaten und des Vereinigten Königreichs zu kämpfen, welche er bezichtigt hat, Hintermänner des doppelten Selbstmordattentats zu sein, das in diesem Monat in einer schiitischen Moschee 28 Tote gekostet hat.“

23. Juli:

„(REUTERS) - Iran wird andere Währungen als den Euro bzw. den Dollar für die Bezahlung seiner Ölexporte verwenden, hat ein hoher iranischer Beamter verlauten lassen, der am Freitag von der halbamtlichen Nachrichtenagentur Mehr zitiert wurde.
‘Es steht uns frei, jegliche Währung für den Verkauf unseres Öls zu wählen…’.“


24. Juli:

„(REUTERS) - Iran hat am Samstag verlauten lassen, dass es Pläne zum Bau eines experimentellen Kernfusionsreaktor habe, berichtete das Staatsfernsehen, während die Westmächte fordern, dass die Islamische Republik ihre heiklen Arbeiten im Bereich Kerntechnik unterbreche.“

25. Juli:

„(ANSA) - Iran hat heute darauf hingewiesen, dass das Land auf die Sanktionen ‘hart antworten werden’, die die Europäische Union morgen abseits der Resolution des UN-Sicherheitsrats im Rahmen des Streits um die Pläne zur Entwicklung der Kernenergie zu ratifizieren gedenkt.“

26. Juli:

„(EFE) – General Ahmad Vahidi, der iranische Verteidigungsminister, hat Israel mit seiner vollkommenen Zerstörung gedroht, wenn es eine Unbesonnenheit gegen den Iran begehe, hat heute die offizielle Nachrichtenagentur IRNA berichtet.“

27. Juli:

„(AFP) – Russland sieht die außerhalb des Rahmens der UNO getroffenen Sanktionen für ‘inakzeptabel’ an, sagte am Dienstag das russische Außenministerium nach der Annahme von Sanktionen gegen Teheran und seinen Energiesektor am Montag durch die Europäische Union (EU) und Kanada.“

31. Juli:

„(AFP) - China wurde mit einem Handelsaustausch von 21,2 Milliarden Dollar (vor drei Jahren 14,4 Milliarden Dollar) zum Haupthandelspartner von Iran, teils dank dem Rückzug von westlichen Unternehmen aufgrund des Drucks seitens ihrer Regierungen.
Die internationalen Sanktionen gegen den Iran aufgrund seines polemischen Atomprogramms und vor allem jene, von den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union (EU) beschlossenen, haben es China erlaubt, seine Präsenz in der Islamischen Republik zu verstärken.
Beijing hat gesagt, dass es die am Montag von der Europäischen Union (EU) beschlossenen Sanktionen nicht gut heiße, die hauptsächlich auf den Bereich Erdöl und Erdgas abzielen.“


Im Juli waren es insgesamt 65 Agenturmeldungen in Bezug auf Iran.

1. August:

„(AFP) – Der Oberbefehlshaber des Gemeinsamen Generalstabs der Vereinigten Staaten hat am Sonntag versichert, dass ein Angriffsplan der Vereinigten Staaten gegen den Iran vorgesehen ist, wenn Teheran sich mit der Atomwaffe ausstattet, aber er drückte sich ‘äußerst besorgt’ über die möglichen Folgen dieser Maßnahme aus.
Eine militärische Aktion gegen den Iran könnte ‘in einem so unwahrscheinlich instabilen Gebiet schwer vorauszusagende, nicht gewünschte Folgen’ haben, erklärte Admiral Michael Mullen der NBC.“


2. August:

„(EFE) – General Yadola Javani, der politische Berater des Elitekorps der Garde der Islamischen Revolution, hat heute behauptet, dass Iran ‘einen Plan mit einer harten Erwiderung auf jegliche US-amerikanische oder israelische militärische Invasion vorbereitet habe’.“

„(EFE) - China hat circa 40 Milliarden Dollar (30,6 Milliarden Euro) in den iranischen Erdöl- und Erdgas- Bereich investiert, hat heute die offizielle Tageszeitung ‘China Daily’ berichtet.
Gemäß den zwischen beiden Ländern unterzeichneten Abkommen wird die chinesische Investition in Projekte der Erdölprospektion und –förderung 29 Milliarden Dollar erreichen, während die anderen 10 Milliarden für die Petrolchemie, für Raffinerien und Öl- und Gaspipelines bestimmt sein werden.“


4. August:

„(ANSA) - Mahmud Ahmadinejad, Präsident von Iran, rief dazu auf, ‘auf einen eventuellen Krieg vorbereitet zu sein, den Israel im Mittleren Osten beginnen will’ und wies darauf hin, dass die Konfrontationen mit dem Libanon ‘die Verzweiflung des zionistischen Regimes und seine Desorganisation’ zeigen.“

„(DPA) - ’Sie (die Vereinigten Staaten) können so viele Resolutionen und Sanktionen gegen uns annehmen, bis Sie dessen überdrüssig werden’, sagte Ahmadinejad bei einer Rede in Hamedan, im Westen des Landes, die über das öffentliche Fernsehen übertragen wurde.
‘Aber was die Nation Iran angeht, so werden wir nie um Ihre Erzeugnisse betteln, sie sind uns absolut egal’, fügte er hinzu.“


5. August:

„(ANSA) - Iran hat den Vereinten Nationen eine Protestnote wegen der Erklärungen vorgelegt, in denen Mike Mullen, Oberbefehlshaber des US-Generalstabs gesagt hat, dass Washington einen strategischen Plan für einen eventuellen Angriff auf Teheran habe.“
…wies darauf hin, dass …jeden Angriff beantworten würde…“

„(AP) – Zwei Schreiben von iranischen Diplomaten an die internationalen Behörden zeigen, dass es wenig Hoffnung auf Fortschritte bei den kommenden Atomverhandlungen gibt, da Teheran sich weiter herausfordernd verhält und wenig geneigt ist, Zugeständnisse zu machen.“

„(AFP) - China hat am heutigen Donnerstag seine Handelsbeziehungen zu Iran verteidigt, trotz der Vereinigten Staaten, die darauf dringen, dass es sich genauestens an die UN-Sanktionen halten solle…“


9. August:

„(EFE) – Die IAEA hat bestätigt, dass Iran auf eine zweite Kaskade von Zentrifugen zurückgegriffen hat, um die Urananreicherung in seiner Kernkraftanlage in Natanz effizienter zu machen, womit es im Widerspruch zu den diesbezüglichen UN-Resolutionen steht.“

„(DPA) – Das russisch-iranische Kernkraftwerk von Bushehr wird im September eingeweiht werden, wie der Sprecher des iranischen Außenministeriums Ramin Mehmanparast verlauten ließ.“


10. August:

„(ANSA)- Iran wird eine Serienherstellung einer Kopie der Bladerunner 51 beginnen, die als die schnellste bewegliche Abschussrampe der Welt angesehen wird, und diese mit Flugkörpern und Raketen bestücken, um sie im Golf zu verwenden.
Erklärte ein Befehlshaber der […] Revolutionsgarde, wie die Agentur FARS berichtete.“

„(ANSA) – Eine iranische Agentur hat heute auf ihrer Internetseite Bilder von den Ausschachtungen dessen veröffentlicht, was sie als ‘Massengräber’ bezeichnet hat, die dazu bestimmt seien, die Leichen von jenen Militärangehörigen zu bestatten, die eine Invasion auf die Islamische Republik wagen würden.
Die von der Nachrichtenagentur FARS veröffentlichten Bilder zeigen an erster Stelle Ayatollah Ali Khamenei, religiöses Oberhaupt, wie er zu den iranischen Truppen spricht und zeigen dann […] die Ausschachtungen in einem Wüstengebiet…“


11. August:

„(DPA) - Israel könnte den Iran in den nächsten zwölf Monaten angreifen, und in dem Fall, dass es das als die einzige Form ansehen würde, dem persischen Atomprogramm Zügel anzulegen, sogar ohne die Zustimmung von Washington, schreibt der politische Beobachter Jeffrey Goldberg in einem Artikel der US-Zeitschrift ‘The Atlantic’ in seiner Septemberausgabe.“

13. August:

„(EFE) – Bushehr, das erste Kernkraftwerk von Iran, das von russischen Fachleuten am Ufer des Persischen Golfs erbaut wurde, wird am kommenden 21. August in Betrieb genommen werden, kündigte heute die russische Atombehörde Rosatom an.“

15. August:

„(EFE) - Obama ist bereit, sich mit Ahmadinejad zu treffen, wenn Iran ‘bestimmte Voraussetzungen’ erfüllt, sagte der Berater für Nationale Sicherheit des Weißen Hauses James Jones.”

„AFP - Iran kündigt an, dass es an einer neuen Stelle eine Anlage errichten wird, um im Jahr 2011 Uran anzureichern.“


17. August:

„XINJUA – Ali-Akbar Salehi, Direktor der Atomenergiebehörde von Iran, wies darauf hin, dass es ein ‘Völkerrechtsverbrechen’ sei, Atomkraftwerke anzugreifen, und sagte, dass jeglicher Angriff auf das Kraftwerk von Bushehr eine ernste Reaktion zur Folge haben würde.“

18. August:

„(REUTERS) - […] die Islamische Republik wird keinen Dialog über ihr Atomprogramm mit den Vereinigten Staaten führen, es sei denn, dass diese die Sanktionen und die militärischen Bedrohungen aufgeben würden.“

„(ANSA) – Der Plan von Iran, um einen eventuellen militärischen Angriff seitens der USA zu beantworten, schließt die Absperrung der Straße von Hormus ein, die ‘Geiselnahmen von Angehörigen der US-amerikanischen Streitkräfte in Afghanistan und im Irak’ und Aktionen gegen Israel, wie ein hoher iranischer Offizier verlautbaren ließ.“

„(EFE) – Russland hofft, das iranische Kernkraftwerk Bushehr Ende September mit dem atomaren Brennstoff bestücken zu können, berichtete heute das russische Staatsunternehmen Atomstroijexport, das mit dem Projekt betraut ist.“


19. August:

„(AP) - […] Admiral Mike Mullen, Oberbefehlshaber des Gemeinsamen Generalstabs, und andere US-amerikanische Offiziere und Abgeordnete ‘drohten’ mit der Anwendung der militärischen Aktion, und zwar unter der ‘vollkommen falschen’ Behauptung, dass Iran jetzt Atomwaffen entwickele.“
„Mullen sagte […] dass die US-Armee einen Plan zum Angriff auf den Iran habe, […] zeigte auf, dass das Risiko unannehmbar sei, dass Teheran eine Atomwaffe entwickeln könnte, und unterstrich erneut, dass die ‘militärische Option’ nicht vom Tisch ist..“


20. August:

„(AFP) - Iran ist bereit, um unmittelbar an einem Dialog über Kernbrennstoff-Austausch mit den Großmächten teilzunehmen, bestätigte der iranische Präsident Mahmud Ahmadinejad in einem an diesem Freitag in Japan veröffentlichten Interview.
Am Mittwoch hatte das religiöse Oberhaupt Ali Khamenei erklärt, dass der Iran nur dann mit den Vereinigten Staaten über das Atomprogramm verhandeln werde, wenn Washington die Sanktionen aufhebt und seine ‘Drohungen’ gegen Teheran aufhören.“

„(AFP) – Hohe Beamte der Vereinigten Staaten haben am jetzigen Freitag eine Rundreise durch acht Nationen begonnen, darunter Brasilien und Ecuador, um auf der Anwendung der dem Iran seitens Washington und der Vereinten Nationen wegen seinem Atomprogramm auferlegten Sanktionen zu bestehen, sagte das Finanzministerium.“

„(AFP) - Iran hat einen Probeschuss eines Boden-Boden-Flugkörpers Qiam durchgeführt, kündigte am Freitag der iranische Verteidigungsminister Ahmad Vahidi an, ohne das Abschussdatum genauer anzugeben.“


21. August:

„(AFP) – Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinejad hat bei einem am vergangenen Samstag von der Tageszeitung Al Sharq von Katar veröffentlichten Interview eine ‘Antwort auf Weltskala’ versprochen, falls sein Land angegriffen würde.
‘Unsere Optionen wären uneingeschränkt […] Sie werden den gesamten Planeten betreffen’, behauptete der iranische Präsident in Antwort auf eine Frage bezüglich der eventuellen Reaktion von Teheran auf einen Angriff.“

„(ANSA) – Frankreich und Großbritannien haben heute mit Misstrauen die Nachricht der Inbetriebnahme des Kernkraftwerks von Bushehr seitens des Iran zur Kenntnis genommen, und ‘Sicherheiten’ von diesem Land über die Wahrhaftigkeit des zivilen Bestimmungszwecks gefordert, während Israel die Tatsache als ‘inakzeptabel’ betrachtete.“


22. August:

„(AFP) – Die führenden iranischen Persönlichkeiten haben am Sonntag ein unbemanntes ‘Bombenflugzeug’ (Drone) mit einer Reichweite von 1.000 km vorgestellt, und zwar bei einer dazu bestimmten Zeremonie, die Reaktionsfähigkeit der Islamischen Republik auf einen eventuellen Angriff auf seine Kernkraftanlagen unter Beweis zu stellen.“

„(REUTERS) - Iran hat am Samstag begonnen, sein erstes Kernkraftwerk mit Atomenergie zu bestücken, das ein mächtiges Symbol seines zunehmenden Einflusses in der Region darstellt, und außerdem seiner Zurückweisung der internationalen Sanktionen, die zur Verhinderung der Entwicklung einer Atombombe durch das Land entworfen worden sind.“

„(DPA) – Die Völkergemeinschaft müsse nach der Eröffnung des ersten Kernkraftwerks von Iran ihren Druck auf dieses Land erhöhen, um zu verhindern, dass es sein Atomprogramm zu Ende führen kann, forderte der israelische Außenminister in einem heute von Radio Israel zitierten Kommuniqué.“


23. August:

„(DPA) – Die kürzliche Vorstellung des ersten von dem Iran hergestellten unbemannten Kampfflugzeugs hat in den Vereinigten Staaten neue Fragen über die ‘iranischen Absichten’ aufgeworfen, obwohl die größte Besorgnis weiter dem Atomprogramm von Teheran gilt, zeigte heute das State Department auf.“

24. August:

„(XINHUA) – Mahmoud Ahmadinejad, Präsident des Iran, sagte heute, dass die Islamische Republik der Erweiterung ihrer Beziehungen mit allen lateinamerikanischen Nationen große Priorität einräumt.“

„(DPA) - …hat jedoch den Verzicht auf die Urananreicherung nach der Inbetriebnahme am vergangenen Samstag des Kernkraftwerks von Bushehr, im Süden des Landes, zurückgewiesen.“


25. August:

„(DPA) - Iran zeigte sich heute bereit, die Streitkräfte des Libanon militärisch zu unterstützen, wenn Beirut eine offizielle Petition hierzu aussprechen würde, berichtete die Nachrichtenagentur ISNA.
‘Die libanesische Nation und ebenfalls die libanesische Armee sind unsere Freunde und wenn es eine offizielle Petition gäbe, wären wir bereit, ihnen zu helfen und nach Möglichkeit mit ihnen zusammenzuarbeiten’, zitierte ISNA den Verteidigungsminister Ahmad Vahidi.“


26. August:

„(EFE) – Russland erklärte heute seine Bereitschaft, zusammen mit dem Iran ein Gemeinschaftsunternehmen zu schaffen, das Brennstoff für das erste iranische Kernkraftwerk Bushehr herstellt, auch wenn es betonte, dass die Urananreicherung nur auf russischem Gebiet erfolgen würde.“


Zur Liste der 238 Gründe kam gestern noch einer hinzu und heute ein weiterer.

27. August:

„(DPA) – Ali Akbar Salehi, Direktor der iranischen Atombehörde, hat heute informiert, dass Iran heute 25 Kilo 20%ig angereichertes Uran erzeugt hat, das für medizinische Zwecke vorgesehen sei.
Die Nachrichtenagentur ISNA zitierte Erklärungen von Salehi, gemäß denen der Iran versuchen wird, das angereicherte Uran zur Herstellung von Brennstoff zu verwenden. Zu diesem Zweck hat das persische Land vorgesehen, den Bau seiner ersten Anlage zur Brennstoffherstellung vor September 2011 fertig zu stellen.“


28. August:

„(DPA) – Als Reaktion auf die letzten, von der Europäischen Union aufgrund des umstrittenen iranischen Atomprogramms verkündeten Sanktionen hat der Iran seine Fonds von den europäischen Banken abgehoben, berichtete heute der Sender Press TV auf seiner Website.
Mahmud Bahmani, Präsident der iranischen Zentralbank, hat die Entscheidung als ‘Vorsichtsmaßnahme’ in Verteidigung gegenüber einer möglichen Zahlungssperre für iranische Konten bezeichnet, ohne den abgehobenen Betrag zu präzisieren.“


Ab dem 7. September wird der UN-Sicherheitsrat überprüfen, ob der Iran sein Atomprogramm gestoppt hat. Falls die Vereinigten Staaten oder Israel dem Buchstaben der letzten Resolution gemäß versuchen werden, ein iranisches Handelsschiff in internationalen Gewässern einer Inspektion zu unterziehen, dann werden sie die Gewalt anwenden müssen. Das ist der Punkt, an dem wir uns zum jetzigen, ohne Zweifel recht ungewissen Augenblick befinden.

Wer aufmerksam den wichtigen Artikel von Jeffrey Goldberg gelesen hat, der unter dem Titel „The Point of No Return“ („Der Punkt, nach dem es kein Zurück mehr gibt“) in der Zeitschrift The Atlantic veröffentlicht werden wird, der weiß, was dieser tausendjährige und fast unlösbare Widerspruch zwischen beiden Ländern besonders jetzt im Atomzeitalter bedeutet.

Von meinem Gesichtspunkt aus gesehen gibt es nicht die geringste Möglichkeit, dass die politischen und religiösen Führungspersönlichkeiten des Iran diese Forderung in Kauf nehmen werden.


Fidel Castro Ruz

28. August 2010
18:18 Uhr